Sonst noch jemand anwesend, der ins neue Jahr gefallen ist, also weder gerutscht noch getanzt, sondern mehr so hinübergeplumpst?
Kann ja nicht nur ich sein, der es so geht.
Gefühlt geht es ja sowieso immer schneller mit den Jahren, je mehr man in die Jahre kommt. Aber 2026 war so plötzlich da wie der harte Boden nach einem Fenstersturz. Zum Glück befand sich das Fenster im Erdgeschoss und der Boden war mit weichem Moss bewachsen, aber trotzdem…
Da finde ich mich also wieder und mache auf einmal lauter Dinge, die ich noch nie gemacht habe oder auf jeden Fall nicht genau so.
Fangen wir mit dem Schreiben an, um noch auf vertrautem Terrain zu bleiben, denn so habt ihr mich schließlich größtenteils kennengelernt.
Ja, ich schreibe. Viel. Unter anderem an meinem letzten Roman. Ich hätte ja gern “nächsten” anstatt “letzten” genommen, aber erstens handelt es sich um den finalen Band von “Schneewittchens Geister”, und final ist nicht verhandelbar. Und zweitens kommt danach erst mal nichts mehr.
Also kein Roman. Ansonsten jede Menge.
Ich schreibe anders als sonst. Denn gerade falle ich auch vom Bett direkt an den Schreibtisch, so früh, dass der Zwischenfall in die Kaffeetasse der einzige ist, der zwischen mir und meinem Manuskript steht.
Und ich genieße diese dunklen Frühmorgenstunden mit meinen vertrauten Figuren. Es fühlt sich mehr nach Quality-Zeit mit Freunden als nach Arbeit an. Nur dass ich manche von ihnen sterben lassen oder anderweitig quälen muss. Immerhin ist es ein Finale.

Und dabei fühle ich, wie sehr ich mich nach neuen Geschichten sehne, und zwar keine, die zu Produkten werden und mich als Schreibende zum Produkt machen.
Ich vermisse die Geschichten um der Geschichten willen, die poetischen und die alltäglichen, denen ich zuhören kann um daraus eigene zu spinnen…
Wie ihr wisst, habe ich mich ja größtenteils aus den Sozialen Medien zurückgezogen. Aber die echte Welt ist voller Geschichten. Die sehr oft in ganz wunderbaren Büchern stehen. Die von echten Menschen gelesen werden.
Um es also kurz und weniger kryptisch zu machen:
Ich habe einen Buchclub gegründet. Einen, in dem sich die echten Menschen an einem echten Ort treffen, um über ihre Lektüre zu plaudern, zu diskutieren, Inspiration unter Gleichgesinnten zu finden. Ein wenig so, wie es die berühmten Literarischen Salons der letzten Jahrhunderte taten.
Ihr seid ebenfalls dazu eingeladen!
Ganz konkret treffen wir uns am Sonntag, den 1. Februar um 14 Uhr in einem Café in Karlsruhe. Und danach immer wieder am ersten Sonntag eines Monats. Um ein neues Buch auszuwählen, das wir gemeinsam lesen wollen. (Also, natürlich jeder für sich zuhause in seinem eigenen Tempo, aber ich denke, ihr versteht, was ich meine.)

Es gibt Hausaufgaben, die Pflicht zu Referaten und Noten.
Nein, gibt es natürlich nicht. Es gibt ganz viel Toleranz, alle Literatur Genres, nette, verrückte Bibliophile und Tee und Kaffee.
Ich freue mich schon wahnsinnig darauf!
Wenn ihr in der Nähe wohnt und vorbeikommen wollt, schreibt mich einfach kurz per Mail an. Dann erfahrt ihr den genauen Ort. Und das Codewort, das Einlass gewährt. Und das geheime Erkennungszeichen…
Nachdem wir uns also vom Schreiben über das Lesen vorgearbeitet haben, wandern wir weiter zum nächsten Thema:
Das Sprechen. Das ins Mikro sprechen und miteinander sprechen auch.
Eines der ganz neuen Dinge, in die ich sozusagen hineingefallen bin, ist ein Podcast. Nicht extrem überraschend, wenn man es sich genau überlegt. Das Vorlesen war schon immer eine meiner Leidenschaften.
Und jetzt erzähle ich einfach öffentlich über eine meiner anderen Leidenschaften: Das Tarot und seine Symbolik. Nicht im esoterischen Sinne, sondern im psychologischen. Das Tarot als Weg, um eigene Narrative neu zu erzählen.
Wo ich mich als Geschichtenerzählerin sowieso zuhause fühle.
Die ersten drei Folgen sind online, die erste Staffel mit insgesamt 22 Folgen bereits gescriptet.
Fragt mich nicht, wie das so rasch geschehen konnte. Ich falle einfach gerade immer weiter, und dabei merke ich, wie mir im Fallen die Flügel wachsen.
Kommt schon mal vor, so was.
Hört gerne mal rein. Auf Spotify oder, falls ihr das nicht habt, auf meiner eigenen Seite:
Deutungsspielräume - Spotify (Abre numa nova janela)
Deutungsspielräume - Steady (Abre numa nova janela)

Denn das wiederum ist nur der Anfang von etwas wiederum ganz anderen.
Aber davon beim nächsten Mal. Ich habe dazu so viel zu erzählen, und wir wollen es nicht übertreiben.
Ihr habt mit Sicherheit eure eigenen Neuanfänge, die im Januar eure Aufmerksamkeit erfordern.
Da will ich euch nicht noch mit den meinen überfordern.
Aber einen Neuanfang schlage ich euch dennoch zusätzlich vor: Kommt in den Literarischen Salon Karlsruhe.
Wer weiß, wohin der noch so führt außer ins unendliche Wunderland der Geschichten.
Ich wünsche euch, dass eure eigene Geschichte euch durch ein glückliches Jahr führt. Und dass ihr, wenn ihr fallt, es entweder mit Flügeln oder ins weiche Moos tut. Ich wünsche euch, dass euch blutige Knie nicht davon abhalten, Spaß zu haben.
Und dass euer Spaß auch aus Erde und Sonne, raschelndem Papier und Schokolade besteht, nicht nur aus Spiegelungen im virtuellen Raum. (Aber wenn ihr euch dort aufhaltet, habt ebenfalls Spaß. )
Eure fallende oder fliegende aber auf jeden Fall dabei freudige
Hanna-Linn Hava
P.S. Die Mailadresse info@trotzigschoen.com (Abre numa nova janela) funktioniert jetzt! Ein großes Sorry an alle, deren Nachrichten während meiner technischen Umstellungen verschluckt wurden.
P.P.S Hatte ich übrigens auch erwähnt, dass es auch wieder Live-Events mit mir geben wird? Nein? Dann muss ich demnächst wohl noch einmal Post verschicken…