Saltar para o conteúdo principal

Wie Trump Taiwan verschachert hat

Am vergangenen Wochenende hat Trump ein Interview gegeben. Die Aussagen darin gehen durch den Kontext weit über seine üblichen Spinnereien hinaus. Sie deuten auf eine völlige Verschiebung der weltweiten Sicherheitsarchitektur hin.

Gerade habe ich den Schreibtisch voll. Der dritte Teil des Beitrags „Wenn Russland angreift“ muss noch raus und ich sitze nach wie vor an dem Bericht der Kommission zu sexualisiertem Terror am und nach dem 10/7 durch die Palästinenser.

Das Trump-Interview und die (fehlende) Resonanz finde ich jedoch so wichtig, dass ich das zumindest kurz erklären muss. Da es meiner Meinung nach keine angemessene Reaktion in den Medien gefunden hat. Gerade wird die Weltordnung umgebaut.

Taiwan

Blick auf die Hauptstadt der „Republik China“ (Taiwan) Taipeh mit dem bis 2009 höchsten Gebäude der Welt, dem Taipei 101.

Bevor es an Trump und Taiwan geht, sollte ich vielleicht einmal – so kurz wie möglich – den Hintergrund zur heutigen Taiwan-Situation erklären. Denn da ist viel Unwissenheit im Umlauf, was dann wiederum zu merkwürdigen Meinungen führt. Ähnlich wie beim Thema Palästinenser.

China will nicht einfach einen fremden Staat annektieren.
Ob man die Kommunisten mag, oder nicht.

  • Die Insel Taiwan gehörte lange zu China. War aber schon seit 1895 japanische Kolonie.

  • Es kam in China 1912 zur sog. Xinhai-Revolution, in der die gerade gegründeten Kuomintang den letzten Kaiser stürzten und eine Republik ausriefen.

  • 1937 bis 1945 kämpfte Japan gegen China und besetzte große Teile. Also ziemlich zeitgleich wie der Zweite Weltkrieg. Sie setzten zeitweise den Kaiser als Marionette wieder ein.

  • Weder die eine noch die andere Seite ging zimperlich mit der chinesischen Bevölkerung um. Weshalb China nach Russland die meisten Toten des Zweiten Weltkriegs zu beklagen hat.
    Die Kuomintang sprengten beispielsweise ohne Vorwarnung einen Stausee, um die Japaner zu verlangsamen. Das forderte hunderttausende Tote der eigenen Bevölkerung und löste die Vertreibung von Millionen aus.
    Die Japaner ihrerseits errichteten eine Schreckensherrschaft, die ohne weiteres mit der der Nazis zu vergleichen ist. Mit Massengräbern, Soldaten-Bordellen für Zwangsprostituierte und Menschenversuchen.

  • Nach dem Zweiten Weltkrieg begann ein Bürgerkrieg. Da die erstarkte kommunistische Partei unter Mao Zedong (Mao Tse-tung) immer mehr Zuspruch bekam und die „Republik“ der Kuomintang nicht wirklich demokratisch war.

  • 1949 flohen die Kuomintang und ihr Anführer Chiang Kai-shek auf die Insel Taiwan und errichteten dort eine Diktatur.

  • Diese Diktatur „Republik China“ hielt bis 1990.

Das ist übrigens auch der Grund, warum ich das Thema etwas verfolge. Die Umgestaltung Taiwans fiel genau in meine Militärzeit.
Nicht, dass wir damit etwas zu tun gehabt hätten. Sondern weil mich China, Japan und Korea schon immer interessierten und ich nun aus militärischer Sicht politisch interessierter wurde.

Das bis heute kommunistische Festland-China hatte nie die militärische Kraft, Taiwan zu erobern. Bis zum bis heute andauernden Wirtschaftsboom.
Das sieht nun völlig anders aus.

Der militärische Hotspot

Und das ist auch der Grund, warum Militärs und Sicherheitsexperten dort den eigentlichen, weltweiten Hotspot gesehen haben. Denn sowohl der Korea- als auch der Vietnamkrieg waren Stellvertreterkriege zwischen den Russen und dem verbündeten Festland-China und den USA. Die - das ist heute wohl vergessen - beide Kriege nicht angefangen hatten, sondern zur Hilfe gerufen wurden.

Mit dem Zusammenbruch der Sowjetunion ist die Gefahr eines Weltkrieges dadurch natürlich geradezu auf Null. Dennoch blieben die USA weiterhin die Schutzmacht für Südkorea und Taiwan.

Karte von Taiwan.
Taiwan ist kleiner als die Schweiz, hat aber fast so viele Einwohner wie Australien.

Was viele nicht wissen: Kaum ein Land weltweit hat Taiwan als eigenen Staat anerkannt. Auch Deutschland nicht. Nicht einmal die USA.

Nicht, weil China so mächtig wäre. Sondern weil Taiwan nach allgemeiner Auffassung eigentlich zu China gehört. Diese Entscheidungen wurden weit vor dem Wirtschaftsboom und dem militärischen Erstarken Chinas getroffen.
Selbst, wenn man die Kommunisten nicht mag, muss man das nun einmal zur Kenntnis nehmen. Auch wenn Taiwan unsere europäischen Sympathien aus Sicht der Demokratie hat. Es ist ein Konstrukt auf noch schwächeren Beinen als Palästina.

Die Trump-Regierung hat längst deutlich gezeigt, sich aus dem alten Hotspot Europa und dem Konflikt mit Russland zurückzuziehen. Das hatte ich bereits mehrfach erklärt.
Das ist keine Anerkennung Russlands als großen Antagonisten. Wie vor allem Russlandfreunde und AfD-Wähler das gerne sehen. Sondern das genaue Gegenteil ist der Fall. Russland ist als Regionalmacht zu uninteressant geworden. Und durch die hyperkapitalistischen Interessen der Trump Regierung ist Europa als schützenswerter Partner auch nicht mehr interessant.

https://steady.page/de/u-m/posts/6a5ce391-28e0-4f14-af34-51590c0c32a5 (Abre numa nova janela)

Man beruft sich auf die Jahrhunderte alte Monroe-Doktrin und will sich stärker auf China konzentrieren. Einige unkten bereits von einem neuen Kalten Krieg zwischen den USA und China.
In den Medien stehen ICE, Charlie Kirk und irgendwelche kruden Äußerungen Trumps. Dahinter findet ein riesiger Umbau statt, der die Welt für immer und unumkehrbar verändern wird.

Und da steigen wir nun endlich in die aktuellen Geschehnisse um Trump ein.

China macht China-Sachen

Präsident Trump war gerade für mehrere Tage in Beijing (Peking). Vom 13. Bis 15. Mai (europäisches Datum).
Dort wurden Verträge und Deals gemacht, er wurde von einer Wirtschaftsdelegation begleitet.

Danach hat Trump mehrere Dinge geäußert, die zeigen, wie infantil er denkt. Seine größte Sorge scheint zu sein, sich einen Platz in den Geschichtsbüchern zu sichern. Was er so unverhohlen äußert, dass jedem Europäer eigentlich die Kinnlade offen stehenbleiben müsste.
Doch das soll hier nicht das Thema sein. Es gibt wichtigeres, als Trumps narzisstisches Ego.

Am Samstag, dem 16.05.2026, hat er danach den konservativen Fox News ein längeres Interview gegeben.
In diesem Interview ging es zunächst um die Wirtschaft, wobei Trump erneut etwas von Zöllen faselte und unfassbare Thesen zu Europa erzählte. Dann brachte der Interviewer Bret Baier das Thema Taiwan auf den Tisch.

Aufhänger war ein Posting der chinesischen Regierungssprecherin Mao Ning vom ersten Tag der Verhandlungen zwischen Trump und Staatspräsident Xi Jinping. („Nachname“ vorne)

„Präsident Xi betonte gegenüber Präsident Trump, dass die Taiwan-Frage das wichtigste Thema in den Beziehungen zwischen China und den USA sei. Wird sie angemessen gehandhabt, so werden die bilaterale Beziehung insgesamt stabil bleiben. Andernfalls drohen den beiden Ländern Auseinandersetzungen und sogar Konflikte, wodurch die gesamte Beziehung in ernste Gefahr geriete.“

Screenshot des Postings

Und das am ersten Tag der Verhandlungen, nach ein paar Pressebildern vom Empfang und der Ankunft am Tag zuvor.
Das bietet ein kleines Fenster, um zumindest zu versuchen, die Welt aus chinesischen Augen zu sehen.

In China gilt ein unausgesprochener Staatsvertrag. Den ich einmal überspitze: Die kommunistische Regierung darf weiter regieren, so lange es den versprochenen Wohlstand für alle gibt.
Das ist die Prämisse, unter der man auch das derzeitige Abflachen des Wirtschaftsbooms in China sehen muss.
Dort erwacht ein roter Drache. Der so groß ist, dass er auch die Farbe wechseln kann. Aber er will erwachen.

Skyline
Shenzhen, die „Werkbank der Welt“, aus der Retorte ab 1979 hochgezogen. Heute Teil der Graeter Bay Area, wo inzwischen 87 Millionen Menschen leben. Mehr als in Deutschland.

Deshalb ist auch die häufige Einschätzung, China sei mit Russland „verbündet“, völlig absurd. In China leben etwa zehn Mal so viele Menschen wie in Russland. Fast jeder fünfte Mensch der Welt ist Chinese. (Und jeder weitere fünfte ist Inder.)
China lässt Russland am ausgestreckten Arm verhungern, schön zu sehen beim Öl. Die Relation ist etwa so, als würde Deutschland sich nach der Schweiz oder besser Sierra Leone orientieren.

China macht China-Sachen. Und China-Sachen sind vor allem, die Wirtschaft und den Raubtierkapitalismus am Laufen zu halten.
China ist auch nicht mit dem Iran verbündet. Es verkauft ihm Waffen. Mehr interessiert China nicht. Der Iran interessiert China nur soweit, wie es Sachen kauft und dafür Öl geliefert bekommt. Stichwort Straße von Hormus.

https://steady.page/de/u-m/posts/9bb61748-82f1-41a0-9622-1f25459a2eb1 (Abre numa nova janela)

Wörtlich

Ich möchte versuchen, die nun folgenden Passagen des Interviews möglichst wörtlich zu übertragen.
Ich werde die Aussagen darunter zusammenfassen.

Screenshot vom Interview

Bret Baier fragte Trump nun also, da sich das ja fast wie eine Drohung anhörte, ob das so auch hinter verschlossenen Türen kommuniziert wurde. Was der natürlich verneinte.
Dann sagte er:

„Sie wollen diesen [kurzes Zögern] Ort – wir nennen ihn einfach »Ort«, da niemand genau weiß, wie man ihn definieren soll – schlichtweg nicht … sie [ die Chinesen] wollen nicht, dass er unabhängig wird. Sie wollen ihn nicht als unabhängige Einheit sehen.
Und ich glaube, sie würden wahrscheinlich ziemlich hart durchgreifen – woraufhin sie wiederum auf harte Gegenwehr stießen und schlimme Dinge geschehen würden.
Darum geht es jedoch nicht. Wir haben darüber gesprochen – übrigens haben wir uns gestern Abend die ganze Nacht hindurch genau über dieses Thema unterhalten.“

Bret Baier fragt dann, ob das Thema die Konversation dominiert habe.

„Es war schon immer das Wichtigste für ihn [Xi] – von dem Tag an, als ich ihn vor Jahren kennenlernte. Ich kenne ihn nun seit elf, zwölf Jahren. Taiwan war für ihn schon immer das größte Thema.
Was mich betrifft: Ich glaube nicht, dass sie irgendetwas unternehmen werden, solange ich hier bin. Ich bin mir allerdings auch nicht sicher, ob sie überhaupt etwas unternehmen würden, wenn der Status quo unverändert bliebe.“

Trump fährt fort:

„Aber sie haben dort jetzt jemanden, der die Unabhängigkeit anstrebt. Nun, das ist eine riskante Sache – wenn man den Weg in die Unabhängigkeit einschlägt. Sie streben die Unabhängigkeit nämlich deshalb an, weil sie einen Krieg anzetteln wollen; dabei gehen sie davon aus, dass die Vereinigten Staaten hinter ihnen stehen. Ich würde es vorziehen, wenn der Status quo erhalten bliebe.“

Sie haben nicht „jetzt jemanden dort“, sondern seit spätestens dem Umbruch 1990 Parteien und Politiker, die die Unabhängigkeit von Festland-China festmachen wollen.
Sofort kommt Trump wieder auf sein Thema Nummer eins:

„Ich werde Ihnen etwas sagen. Ich werde für eine kleine Schlagzeile sorgen.
Ich würde mir wünschen, dass alle, die in Taiwan Chips herstellen, nach Amerika kommen. Um ganz ehrlich zu sein: Ich halte das für das Beste, was man tun kann. Es ist eine angespannte Situation. Daran besteht absolut kein Zweifel.
Wie Sie wissen, kommen bereits jetzt riesige Mengen an Chip-Unternehmen aus Taiwan zu uns. Wir gehen davon aus, bis zum Ende meiner Amtszeit 40 bis 50 Prozent des weltweiten Chip-Geschäfts innezuhaben. Und ich denke, es sollte sogar noch mehr sein.
Ich glaube: Wenn all diese Chip-Unternehmen klug sind, werden sie damit beginnen, Kurs auf Arizona zu nehmen – und auf jene Orte, an denen derzeit gebaut wird. Das wird ihr Problem lösen.“

Dann fragt Bret Baier, ob die Bevölkerung von Taiwan sich nach Trumps Treffen mit Xi mehr oder weniger sicher fühlen sollen.
Trump: „Neutral.“
Baier: „Hat sich die Richtlinie überhaupt geändert?“
Trump: „Nein, nichts hat sich geändert. Eines sage ich ganz klar: Ich bin nicht darauf aus, dass jemand unabhängig wird – nur damit wir dann 9.500 Meilen zurücklegen müssen, um einen Krieg zu führen. Darauf bin ich nicht aus. Ich möchte, dass sie sich beruhigen. Ich möchte, dass China sich beruhigt.“

Dann fragt Baier nach der Entscheidung Trumps zur Genehmigung von Waffenlieferungen im Wert von mehreren Milliarden Dollar für Taiwan.
Trump: „Ich habe es noch nicht genehmigt. Wir werden sehen, was passiert.“
Baier: „Worauf warten Sie?“
Trump: „Ich tue es vielleicht. Ich tue es vielleicht nicht.“
Baier: „Was ist Ihr Drehpunkt?“
Trump: „Das werde ich nicht sagen. Ich werde es vielleicht tun – oder auch nicht. Wir sind nicht auf Kriege aus. Wenn man den Status quo beibehält, denke ich, dass China damit einverstanden sein wird. Wir wollen nicht, dass jemand sagt: »Lasst uns die Unabhängigkeit anstreben, weil die Vereinigten Staaten hinter uns stehen.«“
Baier: „Präsident Xi hat es also wahrscheinlich gefallen, dass Sie die Waffenlieferungen an Taiwan nicht genehmigt haben?“

„Ich würde sagen, »mögen« ist vielleicht ein zu starkes Wort. Weil er weiß, ich könnte es allein durch meine Unterschrift bewerkstelligen – ganz im Gegensatz zu Biden, der nicht einmal unterschreiben konnte.
Nein, ich halte diese Sache vorerst zurück. Es hängt von China ab.
Offen gesagt ist es für uns ein sehr gutes Verhandlungs-Ass. Es geht um eine Menge Waffen. Es geht um 12 Milliarden Dollar. Es ist eine beträchtliche Menge an Waffen.
Wissen Sie, wenn man sich die Gegebenheiten ansieht – China ist ein sehr, sehr mächtiges, riesiges Land. Und das [Taiwan] ist eine sehr kleine Insel. Man muss sich das einmal vorstellen: Sie ist nur 59 Meilen entfernt. 59 Meilen. Wir hingegen sind 9500 Meilen weit weg. Das ist schon ein etwas schwieriges Problem.“

Und sofort schwenkt er wieder zu seinem Lieblingsthema und zur unverhohlenen Selbstinszenierung.

„Davon abgesehen – wenn man sich die Geschichte Taiwans ansieht: Taiwan konnte sich nur deshalb so entwickeln, weil wir Präsidenten hatten, die beim besten Willen nicht wussten, was zur Hölle sie da eigentlich taten. Denn hätten sie Zölle auf importierte Chips erhoben, wären diese Unternehmen niemals abgewandert.
Damals drehte sich alles um Intel, und alles drehte sich um unsere eigenen Chip-Hersteller. Sie haben uns unsere Chip-Industrie gestohlen. Das sage ich schon seit Jahren – seit Jahren! Sie haben uns unsere Chips gestohlen.
Hätten wir nur einen einzigen Präsidenten gehabt, der gesagt hätte: »Wir erheben einen 100-prozentigen Zoll auf Chips! Ihr könnt gerne abwandern und in Taiwan produzieren – aber wenn ihr die Ware anschließend wieder in die USA verkaufen wollt, hauen wir einen Zoll von 100 oder gar 200 Prozent drauf!« dann hätten wir niemals auch nur einen einzigen Chip verloren. Doch so haben wir die gesamte Chip-Industrie eingebüßt.
Aber nun kehrt alles wieder zurück. Eines muss ich jedoch sagen: Taiwan wäre gut beraten, die Lage etwas zu beruhigen. Und auch China wäre gut beraten, etwas abzurüsten. Beide Seiten sollten jetzt einen Gang zurückschalten.“

Im weiteren Gespräch geht es dann um andere Themen.
Ich hoffe, ich konnte auch transportieren, wie egozentrisch, narzisstisch und infantil Trump argumentiert. Bis heute behauptet er in fast jedem Interview völlig hemmungslos, was er alles machen könnte und was angeblich kein Präsident vor ihm getan habe.

Abgesehen von den vielen falschen Behauptungen, die aber nie von einem Journalisten angegangen werden. Weil die Regierung sie dafür ausschließen würde, und das mögen wiederum die gewinnorientierten Medienhäuser nicht.

Beispielsweise wurde die „Late Show with Stephen Colbert“ im Juli 2025 abgesetzt, sie geht heute in ihre letzte Woche. Weil Colbert sich gegen Trump positioniert und häufig kritisch geäußert hat. Die Sendung läuft auf CBS, das gehört Paramount, Paramount wollten mit Skydance fusionieren, dafür brauchten es eine Genehmigung aus dem Weißen Haus… Ende für Colbert.
Sollten vielleicht mal alle drüber nachdenken, die den ÖRR abschaffen wollen. Aber anderes Thema.

Key Points

Fassen wir zusammen, was Trump da rausgehauen hat.

  • Taiwan ist ein „Ort“. Weil niemand weiß, wie man das definieren soll.

  • Trump glaubt nicht, dass China etwas unternehmen wird, so lange er persönlich „da ist“. (Seine Amtszeit endet im Januar 2029.)

  • Taiwan hat „jemanden“, der die Unabhängigkeit anstrebe. Weil sie einen Krieg anzetteln wollen.

  • Taiwan würde das tun, weil es denkt, die USA stünde hinter ihnen.

  • Alle, die in Taiwan Chips herstellen, sollen in die USA kommen.

  • Die USA wollen bis 2029 die Hälfte aller Chips weltweit produzieren.

  • Trump will keine Unabhängigkeit Taiwans.

  • China ist ein „sehr, sehr mächtiges, riesiges Land“. Taiwan ist nur eine kleine Insel.

  • Taiwan ist von China nur 59 Meilen entfernt, aber 9500 von den USA, was große Probleme aufwirft.

  • Taiwan konnte nur zum weltweit größten Chip-Hersteller werden, weil die Vorgänger Bidens keine Ahnung hatten.

  • Taiwan hat die US-amerikanische „Chip-Industrie gestohlen“.

  • Es liegt alleine in Trumps Macht, Waffen nach Taiwan zu liefern. Biden konnte nicht einmal unterschreiben.

  • Der amerikanische Präsident macht Waffenlieferungen an Taiwan von dessen Feind China abhängig.

EDIT 23.05.26: Nur vier Tage nach diesem Artikel kam die Meldung, dass Trump das Waffengeschäft mit Taiwan auf Eis gelegt hat.

Chips und Handshakes

Wer nicht das Mindestmaß an sprachlichem Geschick oder Verständnis für Diplomatie hat, dem wird man auch nicht erklären können, was da auf der Meta-Ebene passiert ist.

In meinen Augen hat Trump Taiwan schlicht verschachert. Um Deals mit China zu machen und die Chip-Industrie in die USA zu holen.
Und ich bin sehr sicher, genau das wird auch bei den Gesprächen so gelaufen sein. Denn China baut seine eigene Industrie weiter aus und hat weltweit die größte Produktionskapazität für „ältere“ Chips und Halbleiter. Die moderneren Chips kommen alle aus Taiwan, vor allem von TSMC.
Der Zugriff auf die dafür benötigten Seltenen Erden liegt übrigens auch unter Grönland. Was Trumps Aktionen in der Richtung ein ganz anderes G‘schmäckle gibt.

Ich kann mich nicht daran erinnern, dass jemals irgendein Staatschef so unverblümt und geradezu naiv formuliert hat, worum es ihm eigentlich geht. Trump scheißt auf Taiwan, alles was für ihn zählt, ist die US-Wirtschaft.

Wie sehr Trump gar nicht verstanden hat, was der rote Drache China tut, kann man an zwei Dingen ablesen. Die an sich nicht erwähnenswert sind. Spiegeln sie aber im Kontext und mit etwas Hintergrund so vieles wieder.

Das erste ist eine Anekdote, nach der Xi Trump in einem Garten beim ersten Empfang einen Baum gezeigt hat und erklärte, dass dieser 300 Jahre alt sei. Was in der fernöstlichen Kommunikation natürlich so viel bedeutet wie „Sieh her, wir haben Gärten mit Bäumen, die älter sind, als die USA.“
Trump fragte daraufhin, ob Xi schon andere Staatsgäste in den Garten gebracht habe. Denn wenn ein Staatschef eines „starken“ Landes wie China ihn irgendwohin einlädt, wo noch kein anderer Staatschef war, wäre das ein Beweis von Wertschätzung. Nach seiner Logik wäre das eine Anerkennung, keine versteckte Herabwürdigung.
Natürlich kann ich das nicht prüfen, aber es stammt aus einer US-amerikanischen Quelle und deckt sich mit Presseaufnahmen.

Xi zeigt Trump im Garten einen Baum.

Das zweite ist der berühmte Handschlag Trumps. Irgendwer muss ihm wohl einmal erzählt haben, dass es ein Zeichen von Stärke und Dominanz ist, Leute beim Handschlag an sich heranzuziehen und feste zuzudrücken. (Er ist übrigens 79.) Das ist oftmals so absurd, dass er Leute dabei teilweise ins Stolpern bringt.

Der Trump-Handschlag.

In China ist das jedoch eine importierte Geste. Die eh leicht ausgeführt wird. Ähnlich wie dass Chinesen, vor allem aus der Greater Bay Area (Hong Kong, Guangdong, Macao) sich englische Vornamen zulegen, um den geschäftlichen Kontakt zu erleichtern. Nie vergessen: Die höchste Maxime des Konfuzianismus ist Harmonie, was etwas völlig anderes als Unterwürfigkeit ist.
Sie bedeutet für Chinesen nicht das Gleiche, wie für Europäer oder Nordamerikaner.

Und so gibt es von dem Treffen viele Pressebilder, in denen Trump wie üblich versucht auch Xi heranzuziehen. Der das aber gar nicht zur Kenntnis nimmt und mit seinem tönernen Gesicht mit langem Arm einfach stehenbleibt.

Trump Handschlag Teil 2.

Die Frage ist wann

Ich gehe davon aus, dass Trumps Treffen aus chinesischer Sicht nach dem Motto abgelaufen ist: Man muss den Kunden so schnell über den Tisch ziehen, dass er die Reibungshitze an den Nippeln als Nestwärme empfindet.

Trump hat Taiwan zugunsten der US-Wirtschaft zur Selbstbedienung angeboten. Vielleicht ohne das zu wissen, merken oder verstehen. Er bildet sich tatsächlich ein, dass sein Wort und Willen, die er nach wie vor auf der Stufe eines Weltenlenkers einordnet, ein Gewicht hätte.

Aus chinesischer Sicht dürfte spätestens das Interview, das selbstverständlich auch in China gesehen wurde, das deutliche Zeichen gesendet haben: Macht mit Taiwan was ihr wollt, so lange ich die Chips bekomme.

Es ist keine Frage mehr, ob China sich Taiwan einverleibt, sondern wann.
Das kann ich bisher aber schwer beurteilen. Da relevante Informationen aus dem kommunistischen Staatapparat natürlich schwer zu bekommen sind.
Derzeit würde ich damit rechnen, dass dies dann passiert, wenn Trump nicht mehr viel mitzureden hat. Ausnahmsweise meine ich hier wirklich die Person, nicht die Regierung. Entweder weil er tot ist, weil er weiter an interner Macht verliert oder wenn die nächste Wahl ansteht. Ich würde mir daher erstmal den Januar 2029 notieren. Aber auch vorher nicht überrascht sein.

Das ist natürlich auch abhängig von anderen Faktoren. Die Verbindung von Taiwan zu Europa, wann Russland die NATO antestet und wie das läuft, oder was weiter im und mit dem Iran passiert.

Zumindest würde ich jetzt gerade in Taiwan kein Haus mehr kaufen oder eine Firma gründen.
Und das könnte sich wiederum in nächster Zeit auf die weltweite Wirtschaft auswirken. Denn Trump hat gerade aus Eigennutz nichts anderes getan, als die weltweit größte Quelle für Chips zum Abschuss freizugeben.

https://steady.page/de/u-m/posts/072ade34-3608-410d-8549-2247861ba9e7 (Abre numa nova janela)
Tópico Medien und Politik

4 comentários

Gostaria de ver os comentários?
Torne-se membro de U.M. para participar no debate.
Torne-se membro