Februar 2026
Dein Waldcoaching-Newsletter
Herzlich willkommen. Ich bin Suse Schumacher, Psychologin und Waldcoachin. Ich arbeite mit meinen KlientInnen in der Natur und besonders gern im Wald. Hier teile ich Gedanken, Bilder Inspirationen und kleine Übungen zum Ausprobieren. Auf meinen Workshops begegnen wir uns im Grünen, um Altes hinter uns zu lassen und neue Wege einzuschlagen.

Herzlich Willkommen im Februar
Hallo Du,
wie geht es Dir gerade? Wie kommst Du durch den frostigen Winter in Deutschland oder anderswo? Bist Du trotz Kälte und Grau guter Dinge oder hat Dich der Winterblues fest im Griff?
Ich bin derzeit in Chile und arbeite von hier mit meinen Klienten Online. Überwintern, nennen wir dass, da mein Mann die grauen und kalten Winter in Deutschland schon länger nicht mehr erträgt und dann unausstehlich ist. Also statt ständig einen depressiven Kerl zu ertragen, der nörgelt und schlechte Laune verbreitet, bin ich lieber im chilenischen Sommer in Patagonien mit kühlen Nächten, öfter Regen und warmen Tagen um die 20 Grad. Durch die Zeitverschiebung arbeiten wir am Vormittag und gehen am Nachmittag moderat wandern. Davon gleich mehr.
Inhalt
Der Pumalin Nationalpark in Chile
Der Chucao - ein spiritueller Begleiter der Mapuche
Die Herzverbindung
Übung: mit dem Herzen sehen
Termine: Waldtage und Workshops
1. Der Pumalin Nationalpark in Chile
Gerade wenn ich mir die aktuelle Weltlage anschaue – mächtige Tech-Unternehmer, die politischen Einfluss ausüben und deren Bestreben oft auf Wachstum und die Ausbeutung natürlicher Ressourcen gerichtet ist –, freue ich mich umso mehr darüber, dass es auch reiche Menschen gibt, denen es wirklich um die Natur und ihren Erhalt geht.

Die amerikanische Familie Tompkins ist dafür ein beeindruckendes Beispiel. Als Umweltschutzaktivist:innen und Öko-Unternehmer:innen setzten Douglas und Kristine Tompkins ihr Vermögen gezielt für den Schutz der einzigartigen Landschaften Patagoniens ein. Douglas Tompkins war Mitgründer von The North Face und später von Esprit, Kristine Tompkins CEO von Patagonia – Marken, die bis heute für einen bewussteren Umgang mit Natur und Ressourcen stehen. Gemeinsam kauften sie über Jahrzehnte hinweg große, bedrohte Landflächen, nicht um sie zu besitzen, sondern um sie zu bewahren. Mit der Rückgabe dieser Gebiete – unter anderem des heutigen Pumalín-Nationalparks – an die chilenische Nationalparkbehörde schufen sie dauerhaft geschützte Räume für Mensch, Tier und Natur.

Ihr Handeln zeigt: Reichtum kann zerstören – oder schützen. Und manchmal beginnt echter Wandel genau dort, wo jemand den Mut hat, etwas Größeres über den eigenen Vorteil zu stellen.
2. Der Chucao
Der Ruf des Chucao ist legendär. Was mag das wohl für ein Vogel sein? Den wollte ich unbedingt einmal treffen, habe ich mir gewünscht. Und wie das so ist mit Wünschen: Irgendwann gehen sie in Erfüllung.
Wir wanderten im Nationalpark Tepuhueico auf der Insel Chiloé, als ich seinen Ruf ganz nah hörte und gleichzeitig eine Bewegung am Boden wahrnahm. Im Unterholz saß ein kleiner Vogel. Wir sahen uns an. Dann hüpfte er direkt vor meine Füße. An seiner roten Brust erkannte ich ihn sofort: ein Chucao, auch Rotkehl-Tapaculo genannt. Für mich war diese Begegnung ein Geschenk, denn normalerweise hört man den Chucao nur – man sieht ihn aber nicht. Er aber blieb. Und ließ mir sogar ein Foto.
Den Mapuche gilt der Chucao als heiliger Vogel, verbunden mit dem Schutz des Waldes und der spirituellen Beziehung zur Natur. Sein Erscheinen überbringt, so heißt es, einen Hinweis für den Moment – dem man folgen kann, aber nicht muss. Kommt er von rechts, verheißt das eine sichere Reise. Mein Chucao kam von rechts.
Vielleicht ist genau das Spiritualität: wenn die Natur uns antwortet, weil wir gelernt haben, wieder zuzuhören.
Klick auf das Foto und hör dir den Ruf des Chucao an.
(Abre numa nova janela)„Im Herzen der Menschen lebt das Schauspiel der Natur; um es zu sehen, muss man es fühlen“. Jean-Jacques Rousseau, Genfer Schriftsteller, Philosoph und Pädagoge (1712-1778)
3. Die Herzverbindung
Ich habe mit meinem Mann immer mal wieder kleine Differenzen, wenn ich über meine tiefe Verbindung zu Bäumen, Pflanzen und Tieren spreche. Sein analytischer, naturwissenschaftlich geprägter Verstand verlangt nach Fakten und betrachtet die Mensch-Natur-Beziehung nach wie vor aus der Perspektive: Mensch = Krone der Schöpfung, Natur – also Tiere und Pflanzen – dem Menschen untergeordnet. Entsprechend schwer fällt es ihm nachzuvollziehen, dass die Begegnung mit dem Chucao für mich so viel mehr war als nur ein kleiner, neugieriger Vogel, der mir sehr nah kam.
Mein Blick auf die lebendige Welt hat sich in den Jahren, in denen ich mit meinen Klient:innen im und mit dem Wald arbeite, nachhaltig verändert. Anfangs war ich von der Natur einfach nur geflasht. Ich merkte, wie gut sie mir tat, wie sich mein Gedankenkarussell beruhigte, sobald ich im Grünen war. Mit den Jahren wurde mein eigenes Befinden dann immer unwichtiger. Manchmal saß ich einfach nur still da, spürte mich im Herzraum und beobachtete meine Umgebung. Und in manchen dieser Momente geschahen ungewöhnliche Dinge: Scheue Vögel näherten sich mir, oder plötzlich stand ein Reh vor mir und schaute mich an – ruhig, wach, präsent.
Der Soziologe Hartmut Rosa spricht in diesem Zusammenhang von einem „Resonanzverhältnis zur Natur“. Wenn wir einen alten Baum betrachten, machen Menschen häufig die Erfahrung, vor einem lebendigen Gegenüber zu stehen, das einen gewissen „Eigensinn“ besitzt. „Man spürt“, sagt Rosa, „da ist ein lebendiges Etwas, eine eigensinnige Kraft. Daraus entsteht der Wunsch, mit diesem Gegenüber in Verbindung zu treten und eine Antwort zu erhalten.“ Nicht eine inhaltliche Antwort auf eine konkrete Frage, sondern die Wahrnehmung einer inneren – und auch leiblichen – Verbundenheit, eines Zusammengehörigseins in einem verwobenen Ganzen. Wenn wir Resonanz erfahren, so Rosa, entsteht „ein vibrierender Draht zwischen uns und der Welt“.
Resonanz kennen wir aus dem Herzen, wenn wir uns anderen Menschen nahe fühlen. Genauso können wir uns allem Lebendigen nähern. Dann kann aus einem einfachen Waldspaziergang eine tief berührende Begegnung werden. Es ist, als gäbe es keine Trennung mehr. Ein Gefühl tiefer Verbundenheit stellt sich ein. Ehrfurcht, Dankbarkeit und Liebe entstehen – spürbar als Rührung, manchmal als Freudentränen oder als dieses stille, tiefe Gefühl, ein kleiner Teil von etwas unendlich Größerem zu sein. Manche berichten, ihnen sei es warm ums Herz geworden. Andere sprechen von einem stillen Verstehen, das nichts mit rationalem Denken zu tun hat. Es ist ein Sosein. Ein emotionales Berührtwerden, verbunden mit einem tiefen, intuitiven Wissen. Ein kurzer Augenblick, in dem sich Innen und Außen aufzulösen scheinen. Ein Moment der Achtsamkeit, des reinen Hier und Jetzt – einer, der kein Getrenntsein mehr braucht.
4. Übung: Herzklang
Dein Herz mit einem Klang wahrnehmen
Im Yoga wird das Sanskrit-Wort Yam genutzt, um sich mit dem Herzchakra zu verbinden. Lege dazu eine Hand auf dein Herz, atme durch die Nase ein und summe oder singe beim Ausatmen „Yam“. Wiederhole dies mindestens zwanzig Mal und spüre die Vibration, die dabei in deinem Herzraum entsteht.
Wenn du diese Übung regelmäßig wiederholst – sie funktioniert übrigens auch ganz wunderbar bei Waldspaziergängen –, wirst du sensibler für deinen Herzraum. Der nächste Schritt besteht darin, die Natur mehr und mehr aus dieser Herzöffnung heraus wahrzunehmen und weniger zu bewerten. Genau das übe ich mit den Teilnehmer:innen meiner Waldcoaching-Workshops.
4. Waldtage und Workshops
Waldtage 2026:
Samstag, 25. April
Samstag, 30. Mai
Sonntag, 14. Juni
Sonntag, 6. September
Samstag, 31. Oktober
Jeweils von 11 bis 15 Uhr im Düppeler Forst, Berlin. Unkostenbeitrag: 35 € ( je 5 € gehen als Spende an die Wildvogelstation des NABU)
Anmeldung und Fragen bitte an mich per Mail (Abre numa nova janela)
Waldcoaching im Frühling in Unterfranken

27. April bis 1. Mai 2026 in der Abtei Münsterschwarzach (Abre numa nova janela), Anmeldung über das Gästehaus der Abtei.
4. bis 8. Mai 2026. im ev. Kloster auf dem Schwanberg (Abre numa nova janela), Anmeldung über mich.
In meinen fünftägigen Workshops lade ich dich ein, deine Herzverbindung wieder zu beleben. Nicht als Leistung, nicht als Selbstoptimierung – sondern als Begegnung. Mit der Natur. Und mit dir selbst.
Wir schulen die Wahrnehmung. Wahrnehmen bedeutet zunächst hören, sehen, fühlen, schmecken und riechen. Das Wahrnehmen mit dem Herzen geht darüber hinaus. Wir sind uns der Natur, der Menschen und der Welt bewusst und fühlen sie empathisch und liebevoll, nicht als distanzierte Beobachter, sondern als ein Teil davon. Wir verstehen, ohne voreilig zu bewerten, etwas ändern oder kontrollieren zu wollen. Wir lassen Intuition zu. Mit dem Herzen zu sehen, erfordert Sensibilität und Offenheit, die Fähigkeit, eigene Gefühle und Befindlichkeiten wahrzunehmen, ohne sich allzu sehr mit ihnen zu identifizieren, und den Mut, sich vom nutzenfixierten Alltagspragmatismus zu verabschieden.

Wenn du denkst, dass das eine Erfahrung ist, die du gerne erleben möchtest, dann melde dich bald an. Beide Locations sind ideal, ganz egal, wie das Wetter wird.
Und wenn es gerade zeitlich bei dir nicht passt, dann komm doch im Herbst mit, wenn es um das Heben der eigenen Stärken gehen wird. Näheres gibt es in den kommenden Newslettern.
Workshops im Herbst:
14. bis 18. September: Stärken, was Dich stark macht. Waldcoaching in der Abtei Münsterschwarzach. Zur Anmeldung gehts hier. (Abre numa nova janela)
21. bis 25. September: Waldcoaching im Herbst auf dem Schwanberg: Ressourcen erkennen und stärken. Infos und Anmeldung (Abre numa nova janela) über mich.
Der Ruf der Kriegerin
13. bis 17. Mai in Chartów, Polen.
(Abre numa nova janela)Dieser Workshop richtet sich an Frauen, die in ihre Präsenz und Kraft kommen wollen, die ihre Bedürfnisse kennenlernen und klare Grenzen setzen möchten. Wir werden dazu viel in der Natur sein, uns selbst versorgen und in einem schönen alten Holzhaus am Waldrand wohnen.
Beim Archetyp der Kriegerin geht es NICHT um den weiblichen Gegenpart zum Krieger, der mit Schwert und Rüstung in den Krieg zieht, sondern vielmehr um die selbstbestimmte Frau, die mutig zu sich steht, in ihre Wahrheit wächst und sie selbst wird.
Diese Arbeit liegt mir sehr am Herzen, da ich selbst weiß, wie schwierig es ist, herauszufinden, was meine ureigensten Bedürfnisse sind und wie ich sie verwirklichen kann. Oft sind Frauen damit beschäftigt, sich um alle anderen zu kümmern und vergessen sich dabei. Das kostet Kraft und Energie und führt am Ende zu Frustration. Wäre es da nicht besser, wenn Du auch für Dich einstehst?
Wenn Du beim Lesen merkst, dass etwas in Dir leise Ja sagt, dann ist das kein Zufall. Dieser Workshop ist echte Selbsterfahrung – kein Theorie-Wochenende, kein „höher, schneller, weiter“, sondern ein Raum, in dem Du Dir selbst begegnest und spürst, was Dir wirklich guttut. Aktuell sind nur noch zwei Plätze frei. Wenn Du Dir diese Zeit für Dich schenken willst, dann zögere nicht zu lange. Manchmal beginnt Veränderung genau dort, wo wir uns erlauben, uns selbst wichtig zu nehmen.
Hier gibt es mehr Informationen: Der Ruf der Kriegerin (Abre numa nova janela)

So, das war´s von mir. Ich melde mich Anfang März wieder aus Berlin und hoffe, wir sehen und hören uns dann wieder.
Wenn Du Fragen hast, dann schreib mir gerne: hello@suseschumacher.de (Abre numa nova janela)
Und wenn Dir dieser Newsletter gefällt, dann leite den Link für die Anmeldung gerne an einen Lieblingsmensch weiter, der sich auch für Wald und Natur begeistert.
Herzliche Grüße,
Deine Suse 🦉