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Tom Smith in der Christianskirche

Publikum und zwei Musiker in einer festlich ausgeleuchteten Kirche.

Die Aufregung war groß vor ein paar Monaten, als bekannt wurde, dass Tom Smith ein Akustikkonzert in der Christianskirche spielen würde. Der charismatische Kopf der britischen Band Editors im Hamburger Stadtteil Ottensen, das konnten sich viele gar nicht vorstellen.

Vergangenen Donnerstag war es soweit. Die Schlange über den Friedhof, auf dem sonst der dort begrabene Dichter Friedrich Gottlieb Klopstock die Hauptrolle spielt, wuchs schon am frühen Abend an, es wehte frische Schneeflocken und aus einem knallgelben Büdchen wurde ostfriesisches Bier verkauft. Doch das Frieren wurde mit den besten Plätzen in der Kirche belohnt.

Gut gelaunt betritt Tom Smith die Bühne, musikalisch unterstützt von Nick Willes, der ihn nicht nur auf der Gitarre, sondern auch mal auf dem E-Piano oder der Mundharmonika begleitet. Smith ist bestens gelaunt und spielt wie angekündigt viele Songs aus seinem neuen Soloalbum, das wie gemacht für ein Akustikkonzert scheint. Doch immer wieder gibt es auch Editors-Stücke. Kommen diese im Original oft opulent daher, entfalten die nun zu hörenden Versionen eine noch tiefere Intensität, unterstützt durch die herausragende Akustik in den fast drei Jahrhunderte alten Gemäuern.

Gebannt lauscht das Publikum. Für Tom Smith wohl zu konzentriert, er wünscht sich mehr Clubatmosphäre und fordert die Leute auf, doch mal zur Toilette zu gehen oder sich ein Getränk zu holen. Das passiert dann auch und prompt rollen die ersten Flaschen durch den Raum. Das erheitert Smith so sehr, dass er einen Song abbrechen und neu starten muss. Plötzlich passieren magische Dinge. Vor der Editors-Hymne “No sound but the wind” läutet die Kirchturmuhr in die Stille hinein, bei “An end has a start” geht das Licht in der Kirche an und aus - “someone hit the light, 'cause there's more here to be seen” – an diesem Abend passt alles zusammen.

Nach einem Bob-Dylon-Cover präsentiert Tom Smith sogar einen neuen (wunderbaren) Editors-Song “The hills we died upon (Abre numa nova janela)”, ehe das Konzert nach zwei Stunden mit einer großartigen Version von “Smokers outside the hospital doors” endet. Verzaubert bleiben viele Fans noch lange in den Bankreihen der Christianskirche sitzen.

Nick Willes und Tom Smith spielen Gitarre, Smith singt.

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