
Fast fünf Jahrzehnte wohnte der Schriftsteller Siegfried Lenz im Hamburger Stadtteil Othmarschen. Nahe an der von ihm geliebten Elbe mit ihren tuckernden Schiffen und tutenden Hörnern. Doch nach seinem Tod im Jahr 2014 wurde sein Haus in der Preußerstraße abgerissen. Und auch die Hoffnungen, dass wenigstens die beschauliche Seitenstraße nach ihm benannt werden könnte, zerschlugen sich.
Mit einer Ehrung des bekannten Autors, der in dieser Woche am 17. März seinen 100. Geburtstag gefeiert hätte, lässt sich die Stadt Hamburg auch weiterhin Zeit. Kürzlich war jedoch zu erfahren, dass ein Park auf einem noch zu bauenden Autobahndeckel irgendwann seinen Namen tragen soll – dessen Fertigstellung erfolgt frühestens im Jahr 2029.
Immerhin gibt es nun im Jubiläumsjahr eine Ausstellung im Hamburger Rathaus. Studierende der “Hochschule für Angewandte Wissenschaften” (HAW) haben in 19 verschiedenen Kapiteln das Leben von Lenz beleuchtet. Dabei herausgekommen sind grafische Darstellungen, die jeweils eine besondere Lebensphase des Schriftstellers nacherzählen, irgendwo zwischen Comic und Graphic Novel changierend.

Ergänzt werden die Bilder in der Rathaus-Diele durch literarische Texte von Lenz und erklärende biografische Beiträge. Die Ausstellung kann bis zum 6. April 2026 bei freiem Eintritt besucht werden. Zudem erscheinen die Exponate unter dem Namen “Siehst Du es? Grafische Erzählungen über den Schriftsteller Siegfried Lenz (Abre numa nova janela)“ als Buch.
Wer nun Interesse an dem Werk des Schriftstellers bekommen hat, kann entweder seine Romane und Erzählungen wie “Deutschstunde”, “Das Feuerschiff”, “Der Mann im Strom” oder “Schweigeminute” lesen oder aber auch in der NDR-Mediathek 16 seiner Hörspiele genießen – stets verbunden mit einer für Lenz typischen “menschenfreundlichen Gesellschaftskritik”.
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