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Monkey Monday #29

La France - oh là là

Foto: Khamkéo

Frankreich, die zweitgrößte Volkswirtschaft der Europäischen Union und sechstgrößte weltweit, durchlebt zurzeit eine tiefe politische Krise. Diese rührt daher, dass der Staat mit rund 114% der Wirtschaftsleistung hoch verschuldet ist und dringend sparen muss, für entsprechende Maßnahmen aber keine politischen Mehrheiten vorhanden sind. Besonders seit den vorgezogenen Neuwahlen zur Nationalversammlung, die Präsident Macron nach der Europawahl im vergangenen Jahr heraufbeschwor, stellen sich die Mehrheitsverhältnisse im Parlament schwierig dar. Nach weiteren Verlusten für Macrons eigenes Lager (‘Ensemble’), das gegenüber der Wahl von 2022 82 Sitze einbüßte, und erheblichen Zugewinnen sowohl für die rechtsextreme ‘Rassemblement Nationale’ (+54 Sitze) und die neu formierte ‘Nouveau Front Populaire’ (+49 Sitze) ist die Nationalversammlung de facto dreigeteilt, das Lager des Präsidenten hat keine Mehrheit mehr. Und weil in einer derartigen Situation für parlamentarische Beschlüsse, wie etwa die Verabschiedung eines Haushaltes, Kompromisse, Koalitionen oder gar Kuhhändel nach deutschem Vorbild notwendig sind, für die es aber im politischen System Frankreichs keine Tradition gibt, hat vor einer Woche der bisherige Premierminister Francois Bayrou die Vertrauensabstimmung im Parlament deutlich verloren. In der Folge entschied sich der Präsident wie erwartet gegen Neuwahlen und ernannte stattdessen seinen Vertrauten, den bisherigen Verteidigungsminister Sébastien Lecornu, zum neuen Regierungschef. Prominenteste Aufgabe des jungen Premiers ist es nun, einen Haushalt für das Jahr 2026 aufzustellen, wobei er auf ähnliche Probleme stoßen dürfte wie seine sechs (!) Vorgänger in der Amtszeit von Präsident Macron.

Die Finanzmärkte haben den zunehmenden Eindruck von Unregierbarkeit in Frankreich zuletzt mit steigenden Risikoaufschlägen für dessen Staatsanleihen quittiert. Besondere Aufmerksamkeit erregte die Tatsache, dass die Zinsen auf derartige Schuldtitel inzwischen höher liegen als diejenigen für vergleichbare Papiere aus Italien oder Griechenland, den Sorgenkindern der Eurokrise 2011-2015. Dieser Monkey Monday befasst sich mit der Frage, wie die französische Schuldensituation politökonomisch einzuschätzen ist, ob eine Neuauflage der Eurokrise droht und welche Konsequenzen Anleger aus dieser Gemengelage ziehen sollten.

Bei dieser Gelegenheit sei erwähnt, dass die Frankreich-Krise auch im nächsten Monkey Markets-Webinar eine Rolle spielen wird, das am 25. September um 15 Uhr stattfindet. Mit dem Aktieninvestor Jochen Kurz, Geschäftsführer und Mitgründer der Kahler & Kurz GmbH, werde ich über die Märkte im Allgemeinen und die Abwägung USA versus Europa im Speziellen sprechen. Dabei kann ein Blick auf Frankreich naturgemäß nicht fehlen. Hier ist der Anmeldelink zum Webinar:

https://anmeldung.csn.de/monkeymarkets-25092025 (Si apre in una nuova finestra)

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