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17 Tage im Februar: Olympischer Glanz in Mailand

An 17 Tagen im Februar wurden Mailand und die Wintersportorte in den Bergen zum Nabel der Sportwelt: Die Olympischen Winterspiele waren in Italien zu Gast, 20 Jahre nach den Spielen in Turin und 70 Jahre nach den Spielen in Cortina d’Ampezzo. Es gab sportliche Höchstleistungen zu sehen, Jubel und Tränen, Freude und Verzweiflung, spannende und emotionale Momente zu erleben. Die Olympischen Spiele sind etwas Besonderes, immer noch, trotz aller Kritik, dass es nur noch um Kommerz gehe. Dem Gigantismus hat das International Olympische Komitee gezwungenermaßen abgeschworen, denn heutzutage spielen nur in Diktaturen Geld und Umweltbedenken keine Rolle. Das Konzept von Mailand Cortina, kurz „MiCo“, war dezentralisiert. In Mailand selbst fanden die Schlittschuh-Sportarten statt, neben Eiskunstlauf waren dies Short Track, Eisschnelllauf und Eishockey.

Die olympische Eishalle in Mailand
Die olympische Eishalle in Mailand

Alles andere verteilte sich in mehrere hundert Kilometer entfernte Wintersportorte, z.B. Biathlon in Antholz (Südtirol), die Bob- und Rodelwettbewerbe in Cortina d’Ampezzo, Skispringen in Predazzo, Skilaufen in Bormio und Snowboard in Livigno. So konnte man die bestehende Infrastruktur nutzen. Sogar bei der Eröffnungsfeier wurden beim Einmarsch die Mannschaften aus den Bergorten nur per Video eingespielt. Das ist alles sinnvoll und richtig, aber andererseits geht so dieser Geist des größten Sportfests der Welt, bei dem junge Menschen aus allen Ländern und Sportarten zusammenkommen, verloren. Die Eiskunstläufer sagten aber, dass sie in ihrem Olympischen Dorf andere Athleten kennengelernt haben und lobten die Atmosphäre. Einige kritisierten das Essen und die kleinen, sehr spartanischen Zimmer. In die Bergorte zu anderen Wettbewerben gefahren sind die wenigsten. Die in Peking vor vier Jahren dabei waren, genossen es, dass sie Olympische Spiele ohne Corona-Beschränkungen mit Familie, Freunden und vor Publikum erleben durften. Italien präsentierte sich als gutes Gastgeberland. Organisatorische Mängel waren nur wenige bekannt. Statt ein eigenes Bussystem für die Akkreditierten in Mailand einzusetzen, fuhren alle kostenlos mit der U-Bahn (für die Sportler gab es natürlich Busse von und zum Olympischen Dorf). Das war allerdings mühsam für die Photographen, die eine schwere Ausrüstung tragen müssen. In den Bergen gab es Transportbusse, hier kam es wetterbedingt wegen starken Schneefalls manchmal zu Problemen.

Ein Arbeiter im Einsatz in der Olympiahalle
Letzter Feinschliff in der Halle, bevor es losging

Eine Eishockeyhalle wurde erst in letzter Minute fertig. Eiskunstlauf und Short Track zogen in das Forum Unipol ein, eine angejahrte Halle, die mit etwas Dekoration und Verkleidung aufgehübscht wurde. Hier fand die WM 2018 statt. Bis zu Beginn des Wettbewerbs wurde hier und da noch gehämmert und geschraubt. Die Halle erfüllte ihren Zweck und die Räumlichkeiten wie z.B. für das Pressezentrum und die Mixed Zone waren ausreichend. Die im Gebäude befindliche Trainingseisbahn nutzten die Short Tracker, für den Eiskunstlauf wurde eine temporäre Halle in einem Zelt nebenan aufgebaut. Die Eintrittskarten waren natürlich sehr teuer. Wer Glück hatte, konnte für 280 Euro pro Tag Tickets ergattern, andere zahlten über 1.000 Euro. Die Karten wurden in Kontingenten nach und nach freigegeben. An ein paar Tagen konnte man Tickets für das öffentliche Training erwerben, die schnell vergriffen waren. Das Schaulaufen war extra teuer, weshalb einige Plätze leer blieben. Zuschauerinnen beklagten sich, weil sie viel Geld für Plätze mit Sichtbehinderung bezahlt hatten, sie wurden umgesetzt.

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Unsere komplette Olympiaberichterstattung erscheint in der Ausgabe 3/26 der Printausgabe der Pirouette mit Photos von Hella Höppner und Robin Ritoss. Alle Artikel sind für unsere Mitglieder auf Steady bereits online verfügbar (auch dieser hier ist noch länger). Es folgen Interviews u.a. mit Minerva Hase/Nikita Volodin und Mikhail Shaidorov.

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