Hallo am alle - wir haben ein neues Video zum “hier essen”,
der Waldorf Iridium ist nun nach 6 Jahren neu gestaltet und hat unerwartet viele neue Features, aufgrund mehr RAM ist deutlich mehr möglich. Rolf Wöhrmann von Waldorf zeigt uns, was und wir hören rein.
Er sieht fast gleich aus, bis auf die Aufdrucke Seeds und Flavour - es ist aber doch noch mehr geworden.
Das meiste im Waldorf Iridium Mk2 ist gleich und das Konzept auch. Aber es gibt nun 4 Layers mit eigenen MIDI Kanälen, eine neue Synthese-Vector-Engine, einen Aphex Twin Modus, der wirklich die unterschiedlichen Sounds pro Taste in einem Patch mit abspeichert und dazu ein polyphoner Arpeggiator, Round-Robin Rotations-Sound-System wie beim Four-Voice von Oberheim. Die Änderungen sind unter der Haube nicht schneller, aber mehr Platz und damit kann man andere Dinge tun. – genau dort wurde nachgebessert.
(Si apre in una nuova finestra)Damit wird der Iridium faktisch “sowas wie Multitimbral” und noch mehr zum Klanglabor für alles. Warum und wie genau, erzählt Rolf dir im Video…
Der MK2 ist für alle Musiker, die Lust auf Experimente haben und wo es an keiner wichtigen Synthese fehlt. Nicht nur Nerds, aber sicher Sounddesigner. Wer schon einen hat, wird das spannend finden, was und wie Waldorf damit umgehen.
https://youtu.be/lV1Anyd1834 (Si apre in una nuova finestra)Iridium Mk2 - Hardware-Updates
Die wichtigste Änderung betrifft die interne Hardware.
Der Iridium MK2 bekommt ein neues CPU/SOM-Board mit doppelt so viel RAM und Flash-Speicher. Das klingt zunächst unspektakulär, hat aber direkte Auswirkungen auf das Machbare bei der Synthese. So ist zwar nicht mehr “Rechenpower” da, aber es sind andere Methoden machbar, so war nun der Aphex-Twin Step-Parameter-Lock Modus und die 12-fache Vector-Synthese mit etlichen internen Syntheseformen pro Vectorpunkt machbar.
Durch die neue Speicherfülle kann der Iridium MK2 komplexere Projekte verarbeiten und vier statt zwei Layer gleichzeitig betreiben, ohne an Leistungsgrenzen zu stoßen.
Die Anschlüsse sind natürlich gleich geblieben, inkl. dCV-Gate…
(Si apre in una nuova finestra)Eine sichtbare Änderung am Panel ist außerdem der neue Flavour-Regler, der aus dem Waldorf Protein bekannt ist. Der ist gegenüber dem kleinen blauen wegen seines großen Displays auch editierbarer und bewirkt Bewegung pro Tastenanschlag innerhalb faktisch jedem sinnvollen Parameter.
Mehr Layer und neue Multitimbral-Optionen
Zwei neue Betriebsmodi zum abspielen sind
Round-Robin
Random-Robin
Damit sind unterschiedliche Sounds der 4 Layers zufällig oder nacheinander durchrotierend spielbar.
(Si apre in una nuova finestra)Neue Synthese Seeds im Iridium Mk2
Seeds ist eine Vector-Synthese, wie beschrieben, mit 12 Punkten und diesen Syntheseformen:
Wavetable
Waveform
Particle / eher additive Mischungen
Resonator
Kernel FM
Sampling
Die FM Engine ist keine komplette 6-OP Version sondern etwas vereinfacht, da sie nur dazu da ist, einen von 12 möglichen durchlaufenden Punkte der Vector-Verläufe ähnlich dem Sequential Prophet VS (Si apre in una nuova finestra) zu schaffen. Das ist also sehr gut für Flächen, Pads und Drones, es durchfährt diese Synthesen quasi nach Vorgaben.
Du kannst also von einem FM-Spektrum über additive Klangvorgaben bis zu Noise oder einem Sample oder einer Wavetable alles durchfahren, es ließe sich auch hier ein Wort wie Meta-Wavesequencing oder ähnliches machen, denn du kannst damit im Extremfall durch 12 Samples durchfahren oder unterschiedlichste Klangmischungen anlegen. Das ist natürlich komplexer als ein Wavetable allein.
Die Seeds-Engine zielt vor allem auf experimentelle Klangstrukturen und generative Texturen.
Flavour – Mikrovariationen im Klang
Der neue Flavour-Parameter macht subtile Variationen bei jedem Tastenanschlag. Bekannt aus Funk und Fernsehen (Protein (Si apre in una nuova finestra))
Er verändert in kleinen Mengen:
Timing
Tonhöhe
Timbre
Damit ist also das Wavetable-Index gemeint oder entsprechendes bei FM, Granular und so weiter…
(Si apre in una nuova finestra)Es “analogisiert” Parameter, die sonst nicht analog sind und sie wiederholen sich dadurch nie exakt, so viel wie du willst.
Das Ergebnis sind organischere Sounds. Besonders bei Pads, Sequenzen oder rhythmischen Patches verhindert das sterile Wiederholungen. Bei Bässen ist das ebenfalls sehr viel Variabler und bei Drums könnte das ebenfalls interessant werden, besonders in dieser neuen AFX-Variante:
Per-Note Parameter Locks - Aphex Twin Mode!
Damit legst du mit einer Art Parameter-Lock im Iridium jeden Parameter fest, der anders sein soll pro Taste oder Bereich. Damit kannst du ein Drumset bauen oder total andere Sounds, die extrem variieren können - somit wird dein Iridium Mk2 dann zu einem Set von Sounds, die über die vielen verschiedenen Sounds quasi-Multitimbral werden, die aber auf einer Tastatur verteilt sind. Es lassen sich subtile Tunings machen aber auch radikal verschiedene Sounds. Das bleibt dir überlassen.
Dabei können Parameter pro gespielter Note verändert werden – ähnlich wie man es aus einigen Grooveboxen von Elektron und Jomox kennt. Das ist kein “Sequencer” (Si apre in una nuova finestra), wie im Moog Messenger, es bereitet aber deine Sounds vor und legt sie auf die Tasten ohne dafür eigene Speicherdisziplin zu benötigen und vielleicht brauchst du dann doch nicht, wie Dean, eine Drummachine (Si apre in una nuova finestra)? Schau dir im Video unsere Ideen dazu mit MIDI 2.0 und MPE an.
Diese Funktionin Zusammenarbeit mit Aphex Twin (Richard D. James) entwickelt und ermöglicht komplexe Variationen innerhalb eines einzigen Patches. Du kennst sie in monophon vom Norand Mono (Si apre in una nuova finestra) und der Bass Station 2 / AFX (Si apre in una nuova finestra). Hier im Iridium Mk2 ist es aber polyphon!
OS 4.0 – auch für ältere Iridium’se
Ein wichtiger Punkt: Nicht alle neuen Funktionen sind exklusiv für den MK2, Aber Seeds und AFX Mode funktionieren nur mit dem größeren RAM.
Mit OS Version 4.0 erhalten auch bestehende Iridium- und Quantum-Modelle neue Features:
Patch Randomizer („Mutator“)
Polyphoner Arpeggiator
Microtonale Einstellungen pro Patch
Weitere Workflow-Verbesserungen
Was kann der Iridium Mk2 mehr?
Der Iridium MK2 ist kein komplett neuer Synthesizer. Waldorf ändert weder Bedienung noch Grundkonzept. Darauf legt Rolf wert, aber was er zusätzlich kann ist schon überraschend viel, und macht den Mk2 doch krass interessant, gerade für die Zielgruppe der Soundgeeks, wir wir es sind.
Stattdessen behebt die neue Version zwei Punkte, die beim Mk1 diskutiert wurden:
Limitierte 2-Layer-Struktur
Hardware-Reserven für zukünftige Updates
Und die sind nun da. Der Nebeneffekt ist dabei, dass Iridium innerhalb eines Patches, vom Protein profitiert, und dadurch faktisch zum 4-fach Multimode-Synthesizer wird, der 4 Klänge mindestens polyphon abspielt, natürlich mit der gleichen Stimmenzahl, verteilt - bleiben es 16 Stimmen insgesamt - aber ein Bass hier, eine Fläche da und zwei Leadsounds oder sogar eine Reihe von AFX-Drumsets bringen sogar mehr als 4 unterschiedliche Sounds hervor. Letztere nicht per MIDI-Kanal, aber erstere getrennt auf 4 Kanäle. Aber das AFX-Ding wird dann nur auf dem Mk2 gehen, der alte kann aber das “Obige”. OS 4 kommt “bald”. Nachdem sich Waldorf von der Arbeit zum Mk2 etwas erholt haben. Frage also nicht sofort an, die werden eh schwitzen!
Mit vier Layern und stärkerer Hardware ist den Rolfianern und Waldorfern schon was gelungen, was wir dann doch mit grinsen und Freude quittieren. Es gibt da auch Lösungen für Alt-Iridianer, warte es ab - das kommt - aber schau das Video, da wird es schon gesagt - das schreiben wir mal nicht hier hin!
Viel Spaß beim reinschauen!
Und poste einfach unter das Video, was du davon hältst, wie du darüber denkst, hast du schon einen Iridium wie der superliebe Moogulator oder noch keinen wie der deutlich schönere Dean?