Hier kommt alles, was du wissen solltest, kompakt erklärt. Heute ist wieder tag eins!

Hallo!
Jetzt auch noch beim Fußball. US-Präsident Donald Trump soll nach Medienberichten FIFA-Chef Gianni Infantino kontaktiert haben, um eine mögliche Aussetzung der Rotsperre für US-Nationalspieler Folarin Balogun im WM-Achtelfinale gegen Belgien zu erreichen. Eine offizielle Bestätigung liegt bislang nicht vor.
Der Vorgang sorgt in der Fußballwelt für Irritationen. „Wenn das wirklich so entschieden wurde, stellt das alles infrage“, sagte Redbull-Trainer Jürgen Klopp. Auch Norwegens Nationaltrainer Ståle Solbakken kritisierte die mögliche Intervention scharf und bezeichnete sie als gravierenden Fehler der FIFA. Bereits die Diskussion über eine Rücknahme der Sperre sei beispiellos und werfe grundsätzliche Fragen zur Integrität des Turniers auf. Der Standard liefert laufende Updates (Si apre in una nuova finestra) zur Causa.
Am Wochenende habe ich eher zufällig die ZDF-Dokureihe „Trump – die Spur des Geldes“ entdeckt. Darin wird der Frage nachgegangen, wie korrupt Trump ist. Spoiler: Sehr.
https://www.youtube.com/watch?v=VZfgoG0y8tM (Si apre in una nuova finestra)
Ansonsten geht es heute um Google, die NATO und Identitäre.

Widerstand gegen Google-Rechenzentrum in Oberösterreich: Streit um Wasser
Für Googles geplantes Rechenzentrum in Kronstorf (Oberösterreich) stehen massive Eingriffe in den regionalen Wasserhaushalt im Raum, schreibt Profil (Si apre in una nuova finestra). Bis zu 200 Liter pro Sekunde sollen aus der Enns entnommen und zur Kühlung der Anlagen genutzt werden. Das Wasser würde anschließend auf bis zu 30 Grad erwärmt und wieder in den Fluss zurückgeleitet.
Anrainer*innen und Umweltorganisationen warnen vor Folgen für Grundwasser, Landwirtschaft und Ökosysteme. Bereits jetzt sänken Pegelstände infolge der Klimakrise. Zusätzliche Entnahmen könnten die Lage verschärfen. Auch die thermische Belastung der Enns wird kritisch gesehen, da höhere Flusstemperaturen Flora und Fauna weiter unter Druck setzen.
Google verweist auf Nachhaltigkeitsziele und Gespräche über eine mögliche Nutzung der entstehenden Abwärme, etwa für Fernwärmeprojekte. Konkrete Lösungen seien jedoch noch in Planung.
Kritiker*innen bemängeln, dass technisch effizientere, geschlossene Kühlsysteme zwar verfügbar, aber kostenintensiver seien. In der Region wächst der Eindruck, dass ökologische Risiken hinter dem Tempo des Infrastrukturprojekts zurückstehen.

NATO-Gipfel: Trump will Grönland, die Türkei keine Kritik
Ein hochrangiger US-Regierungsvertreter hat eine Übernahme Grönlands durch die Vereinigten Staaten erneut als bevorzugte langfristige Option zur Absicherung der NATO-Sicherheitsinteressen bezeichnet. Hintergrund seien wachsende strategische Risiken in der Arktis rund um die zu Dänemark gehörende Insel.
„Wir sind nach wie vor der Ansicht, dass das der beste Weg ist, den Verteidigungsbedarf der NATO in Bezug auf Grönland zu decken“, sagte der Beamte am Rande der Vorbereitungen zum NATO-Gipfel in Ankara vor Journalist*innen. Zugleich betonte er, dass auch alternative Ansätze geprüft würden.
Kurz vor dem NATO-Gipfel verschärft die türkische Regierung den Druck auf Opposition und Medien. Zwei Tage vor Beginn des Treffens wurden erneut mehrere Journalistinnen, Journalisten und Menschenrechtsaktivisten festgenommen. Betroffen sind unter anderem Mitarbeiter regierungskritischer Medien. Offizielle Gründe nannten die Behörden nicht.
Reporter ohne Grenzen spricht von „willkürlichen Einsätzen“, die die Pressefreiheit und die Sicherheit von Medienschaffenden gefährdeten. Auch Anwälte, Aktivisten und der bekannte Stand-up-Komiker Deniz Göktas wurden festgenommen. Parallel nahm die Polizei nach einer Anti-NATO-Kundgebung rund 100 Demonstrierende in Gewahrsam.
Die Opposition wirft Präsident Recep Tayyip Erdoğan vor, demokratischen Protest systematisch zu unterdrücken. Bereits Ende Juni waren mehr als 200 Menschen im Vorfeld des Gipfels festgenommen worden. Zudem erhielten regierungskritische Medien keine Akkreditierung, mehrere NATO-kritische Websites wurden gesperrt. Menschenrechtsgruppen sehen darin eine gezielte Einschränkung von Meinungs- und Pressefreiheit.

Staatsanwaltschaft ermittelt gegen Identitäre nach gewalttätigem Übergriff
Nach einem mutmaßlich rechtsextrem motivierten Angriff auf einen Taxifahrer in Leoben ermittelt die Staatsanwaltschaft wegen des Verdachts der Wiederbetätigung nach dem Verbotsgesetz und schwerer Körperverletzung. Im Fokus stehen zwei führende Mitglieder der Identitären Bewegung Österreich, schreibt der STANDARD (Si apre in una nuova finestra).
Der Vorfall ereignete sich nach einem Treffen der Burschenschaft Leder. Der Taxifahrer soll sich geweigert haben, Fahrgäste mitzunehmen, nachdem diese laut Zeugenaussagen NS-Parolen gerufen hatten. Als er die Polizei verständigte, eskalierte die Situation: Der Mann wurde demnach gewürgt, zu Boden gebracht und getreten.
Unter den Verdächtigen befindet sich ein ehemaliger parlamentarischer Mitarbeiter der FPÖ mit Verbindungen zur Identitären Bewegung. Gegen ihn laufen zudem Ermittlungen wegen des Verdachts der Verhetzung. Die FPÖ erklärte, der Mann sei nicht mehr dort beschäftigt.
Das Landesamt für Staatsschutz ermittelt weiter, Ergebnisse werden bis Ende Juli erwartet. Der Fall löste scharfe Kritik von Grünen, SPÖ, ÖVP und NEOS aus. Sie fordern Konsequenzen und werfen der FPÖ eine anhaltende Nähe zu rechtsextremen Milieus vor. Stoppt die Rechten hat eine Übersicht (Si apre in una nuova finestra) über die Straftaten der Identitären veröffentlicht.

Hier empfehlen wir dir jeden Tag ein Recherchestück eines unabhängigen, kleinen Mediums aus Österreich, den aktuellen Krautreporter-Text und unser Fundstück des Tages. Viel Spaß!

Burschenschaften und die FPÖ
Das Moment Magazin liefert auf Instagram eine Analyse über den Einfluss von Burschenschaften auf die FPÖ. Spoiler: Er ist beachtlich.
https://www.instagram.com/p/DaamS99AH5B/ (Si apre in una nuova finestra)

Junge oder Mädchen: So wirkt sich das Geschlecht auf den Schulerfolg aus
Seit Jahrzehnten reden Politiker*innen davon, dass Bildung gerechter werden muss. Wie schlecht das funktioniert, zeigt eine neue Studie. Und auch, dass Jungs kaum noch mithalten können.
https://krautreporter.de/kinder-und-bildung/6366-junge-oder-madchen-so-wirkt-sich-das-geschlecht-auf-den-schulerfolg-aus#lesen (Si apre in una nuova finestra)
Fake-Klimaanlagen: Nepp statt NASA
Falls du deine Zeit auch auf Youtube verbringst, ist dir vermutlich schon eine spezielle KI-generierte Werbung untergekommen. Sie verspricht eine von der NASA inspirierte Technik, die Räume in Sekunden runterkühlen soll – bei minimalem Stromverbrauch. Tatsächlich handelt es sich meist nur um Ventilatoren oder kleine Verdunstungskühler ohne nennenswerte Kühlleistung, wie heise (Si apre in una nuova finestra) recherchiert hat. Die Geräte kosten im Großhandel oft nur wenige Euro, werden aber für bis zu 138 Euro verkauft. Hinzu kommen Versandkosten, teils automatisch ausgewählte Zusatzleistungen und mögliche Einfuhrabgaben.
Wer jedoch tatsächlich seine Wohnräume kühlen möchte, fährt mit einem herkömmlichen Ventilator oder einer echten Klimaanlage aus dem Fachhandel meist deutlich besser.
https://www.heise.de/hintergrund/Lukratives-Sommergeschaeft-Wie-Geschaeftemacher-an-Fake-Klimaanlagen-verdienen-11346695.html (Si apre in una nuova finestra)Kauft keine Wunder-Kühl-Apparate und trinkt auch kein Granderwasser:
Markus

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