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Regierungsfavorit Pig wird neuer ORF-General

Hier kommt alles, was du wissen solltest, kompakt erklärt. Heute ist wieder tag eins!

Hallo!

Der Wunschkandidat der Regierung hat die ORF-Wahl gewonnen. Mit klarer Mehrheit wurde Clemens Pig zum neuen Generaldirektor gewählt – und es wirkt wie das Ergebnis politischer Absprachen statt eines offenen, transparenten und unabhängigen Verfahrens. Auch wenn Pig und die Stiftungsrät*innen das stets verneinten. ZIB2-Anchor Armin Wolf schreibt auf Bluesky (Si apre in una nuova finestra) von einer „offensichtlich parteipolitischen Entscheidung“.

Zu seinen Aufgaben gehört, ein Sparpaket umzusetzen, das vermutlich auch Kündigungen von Mitarbeiter*innen und radikale Einschnitte beim Angebot bringen wird. 

Heute hat die Staatsanwaltschaft Eisenstadt ihre Ermittlungen im Zusammenhang mit dem Tod des ehemaligen Justizsektionschefs Christian Pilnacek eingestellt. Die Entscheidung war zuvor von der Oberstaatsanwaltschaft Wien sowie dem Justizministerium geprüft und genehmigt worden.

Begründet wurde die Einstellung damit, dass sich die Beweislage seit den bisherigen Ermittlungen nicht maßgeblich verändert habe. Neue Anhaltspunkte, die eine Wiederaufnahme oder Vertiefung der Untersuchungen rechtfertigen würden, hätten sich demnach nicht ergeben.

Ansonsten geht es heute um Musk und Trump.

Pig übernimmt den ORF

Der ORF-Stiftungsrat hat Clemens Pig zum neuen Generaldirektor gewählt. Der frühere APA-Chef erhielt 21 von 35 Stimmen und setzte sich damit bereits im ersten Wahlgang durch. Die Sitzung dauerte fast 15 Stunden – so lange wie keine zuvor in der Geschichte des Gremiums.

Pig verwies nach seiner Wahl auf die „großen Herausforderungen“ des ORF: Vertrauensverlust, Finanzprobleme und die Digitalisierung. Er wolle den Sender vom klassischen Rundfunk zu einer „Plattform der Gesellschaft“ umbauen und in die „demokratische Mitte“ führen. Besonders wichtig seien regionale Inhalte, Streaming-Angebote und Formate für jüngere Zielgruppen. Der ORF stellt seinen neuen Chef in diesem Artikel (Si apre in una nuova finestra) vor. 

Im Rennen um den Spitzenposten lagen Johannes Larcher (6 Stimmen), Markus Breitenecker (4), Lisa Totzauer (3) und Kathrin Zierhut-Kunz (1) deutlich hinter Pig. Insgesamt hatten sich 75 Personen beworben, nur 13 erfüllten laut Findungskommission die Ausschreibungskriterien.

Der neue Generaldirektor tritt sein Amt in einer schwierigen Phase an. Dem ORF fehlen künftig jährlich 93 Millionen Euro staatlicher Ausgleichszahlungen, zudem bleibt der ORF-Beitrag bis 2029 eingefroren. Gleichzeitig kündigte die Regierung eine Reform des öffentlich-rechtlichen Senders an.

Pig kündigte an, seine Führungsmannschaft rasch zu bestimmen. Dabei wolle er auf ein „striktes Geschlechterverhältnis“ achten.

Musk wird erster Billionär

Mit dem Börsengang von SpaceX schreibt Elon Musk Wirtschaftsgeschichte, schreibt heise (Si apre in una nuova finestra). Das Raumfahrtunternehmen platzierte am Freitag Aktien im Wert von 75 Milliarden US-Dollar und übertrifft damit den bisherigen Rekordhalter Aramco deutlich. Die Papiere werden künftig unter dem Kürzel SPCX an der Nasdaq gehandelt.

Der Börsengang bewertet SpaceX mit rund 1,8 Billionen Dollar und macht Musk laut Berechnungen von Reuters zum ersten Menschen mit einem Vermögen von mehr als einer Billion US-Dollar. Die Nachfrage nach den Aktien soll das Angebot klar überstiegen haben.

Bemerkenswert ist der Erfolg auch deshalb, weil SpaceX zuletzt rote Zahlen schrieb. Bei knapp 19 Milliarden Dollar Umsatz verbuchte das Unternehmen fast fünf Milliarden Dollar Verlust. Größter Wachstumstreiber ist das Satelliteninternet Starlink, das inzwischen mehr als die Hälfte der Erlöse erwirtschaftet.

Kritiker verweisen auf die ambitionierten Prognosen des Konzerns und die hohe Abhängigkeit vom Starlink-Geschäft. Überschattet wird der Börsengang zudem von neuer Kritik an Musk, dem in Großbritannien vorgeworfen wird, mit Beiträgen auf seiner Plattform X politische Spannungen und Angriffe auf Migrant*innen angeheizt zu haben.

Trump zieht erneut eine Drohung gegen den Iran zurück

Diese Woche kündigte US-Präsident Donald Trump schon wieder schwere Angriffe auf den Iran an – nur, um die Drohung kurze Zeit dann zurückzuziehen: Es gebe Fortschritte in den Verhandlungen über ein Ende des Krieges, erklärte der Republikaner laut RND (Si apre in una nuova finestra). Es werde sehr bald eine Unterzeichnungszeremonie geben, vielleicht schon dieses Wochenende, mit seinem Vize JD Vance, in Europa. Aus Teheran kamen dazu allerdings verhaltene Töne (wie schon nach ähnlichen Behauptungen vonseiten Trumps in den vergangenen Wochen). Bislang liege keineswegs ein finales Rahmenabkommen auf dem Tisch, berichtete die iranische Nachrichtenagentur Fars.

So oder so bröckelt die eigentlich seit zwei Monaten beschlossene Waffenruhe stetig. Zuletzt gab es immer wieder gegenseitigen Beschuss. Die New York Times (Si apre in una nuova finestra) berichtete gestern über einen US-Angriff auf eine Trinkwasseranlage im Süden des Irans, wegen dem nun mehr als 20.000 Menschen von Trinkwasser abgeschnitten seien. Es sei unklar, ob die Anlage absichtlich ins Visier genommen worden sei, heißt es in dem Bericht. Das gezielte Angreifen ziviler Infrastruktur könne nach internationalem Recht aber ein Kriegsverbrechen darstellen. „Kein Krieg, kein Frieden“, fasst der Deutschlandfunk (Si apre in una nuova finestra) die Schwebepartie zusammen. Einen Liveblog zum Thema hat die Zeit (Si apre in una nuova finestra).

Hier empfehlen wir dir jeden Tag ein Recherchestück eines unabhängigen, kleinen Mediums aus Österreich, den aktuellen Krautreporter-Text und unser Fundstück des Tages. Viel Spaß!

Sportwetten in Österreich: Wenn der Kick zur Sucht wird

Sportwetten boomen – besonders unter jungen Männern. Doch wie schnell kippt der Nervenkitzel in Abhängigkeit? Wie hoch sind die Verluste, wenn das Spiel außer Kontrolle gerät? Und warum gelten Sportwetten in Österreich rechtlich nicht als Glücksspiel? Vor der Fußball-WM 2026 hat die WZ mit Betroffenen und Expert*innen über einen Milliardenmarkt gesprochen, an dem vor allem andere verdienen. 

https://www.wienerzeitung.at/v/sportwetten-in-oesterreich-wenn-der-kick-zur-sucht-wird (Si apre in una nuova finestra)

Lieber Herr Merz, so retten Sie Ihre Regierung

Wir haben unsere Community gefragt, wie das mit den Reformen noch klappen kann. Es gibt konkrete Tipps – und sind bereit, dafür Einschnitte in Kauf zu nehmen.

https://krautreporter.de/politik-und-macht/6423-lieber-herr-merz-so-retten-sie-ihre-regierung#lesen (Si apre in una nuova finestra)

Verbannt an das Ende der Welt

Eine junge Tamilin aus Sri Lanka flieht vor Verfolgung, Folter und staatlicher Repression – und gerät in das Räderwerk britischer Asylpolitik. Hamshika Krishnamoorthy landet nach einer lebensgefährlichen Bootsreise nicht in Kanada, sondern auf Diego Garcia, einer abgelegenen Militärinsel im Indischen Ozean. Nach mehr als 500 Tagen Internierung wird sie nach Ruanda ausgeflogen. Die multimediale Reportage von Al Jazeera erzählt eindringlich von Flucht, Entrechtung und den menschlichen Kosten einer Abschottungspolitik, die Schutzsuchende zu Verhandlungsmasse macht. 

https://interactive.aljazeera.com/aje/2025/rwanda/ (Si apre in una nuova finestra)

Wenn ich richtig gezählt habe, hat Trump 39 Mal eine Einigung mit dem Iran angekündigt:

Markus

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