
Derzeit geht die Meldung rum, der Iran habe Raketen „auf die Straße von Hormus gefeuert“.
• Tatsächlich haben bereits gestern die Revolutionsgarden eine Übung durchgeführt, bei der sie geübt haben, Seeziele zu bekämpfen.

• Hätte das zu einer Eskalation geführt, wäre das bereits in der vergangenen Nacht passiert!

• Die Straße von Hormus gehört auch zu den Hoheitsgewässern des Irans.
• Selbstverständlich ist das ein klares Zeichen an die USA. Es ist aber keine direkte Drohgebärde, sondern ein Aufplustern.
• Derzeit verhandeln Iran und die USA in Genf.
Den USA geht es vor allem um das iranische Atomprogramm.
Sie haben einen Flugzeugträger bzw. eine ganze Carrier Strike Group um die Lincoln in den Golf von Oman verlegt (Si apre in una nuova finestra). Zusätzlich sind weitere Schiffe im Persischen Golf.
Nun wurde bekannt, dass die USA einen zweiten Träger, sehr sicher auch eine ganze Carrier Strike Group, dorthin verlegen.
• Darauf hat der Iran jetzt geantwortet mit einem „Guck mal, was wir können!“
Zusätzlich hat der Account des Religionsführers Khamenei zwei Postings auf X veröffentlicht, die genau das recht deutlich sagen.


• Der Iran hat die hier verwendeten Bilder und Meldungen dazu selber veröffentlicht. Sie werden als Pressebilder gehandelt.
Die Meldung ist dann von Medienagenturen aufgegriffen worden, unter den meisten Veröffentlichungen ist ein Verweis auf Reuters und die Deutsche Presseagentur dpa.

• Und deshalb titeln jetzt alle auf einmal, der Iran habe auf die Straße von Hormus gefeuert.
Ich würde es nicht Clickbait nennen, aber natürlich vermitteln die Überschriften den Eindruck, der Iran habe US-Schiffe angegriffen.
Tatsächlich ist aber sind Gebiet, in dem der Flugzeugträger etwa kreuzt, und die Straße von Hormus etwa 800km voneinander entfernt.

Weil es mehrfach zu lesen war und Khamenei sowas auch angedeutet hat:
Die iranischen Waffen werden wenig Chance haben, einen Flugzeugträger zu versenken. Dieser ist von mehreren Schiffen umgeben, die auf Luftabwehr spezialisiert sind. Zudem ist jedes Kriegsschiff in Sektionen unterteilt, sodass es nicht einmal unbedingt sinkt, wenn es getroffen wird. Moderne „westliche“ Anti-Schiff-Waffen funktionieren daher anders.
Die auf den Bildern zu sehenden Waffen sehen – ohne weitere Recherche – allesamt sehr nach 1970ern aus.
Zwar soll der Iran auch über ballistische Anti-Schiff-Raketen verfügen. Das beurteile ich aber erst, wenn ich es sehe. Denn ballistische Raketen können im Sturzflug kaum noch die Richtung ändern. Und auch ein Flugzeugträger kann mit etwa 50km/h laufen.
Natürlich könnte der Iran einen Flugzeugträger oder ein anderes Schiff so treffen, dass es außer Dienst gehen muss. Aber um eine Relation zu geben: Die USA haben etwa ein Dutzend solcher Carrier Strike Groups.
Viel spannender ist die Bestätigung, dass die USA inzwischen auch mobile Luftabwehrsysteme in die Region verlegt haben. Diese könnten von Land aus nicht nur die Schiffe, sondern auch angreifende Flugzeuge zusätzlich schützen.
https://steady.page/de/u-m/posts/e2313b6e-f8ba-4ede-ba13-fe9d195382f7 (Si apre in una nuova finestra)