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Alles außer Nachrichten im Mai

Klar, Nachrichten sind wichtig. Für mich als Journalistin gehören sie zu meinem Job. Morgens läuft Radio, auf dem Weg ins Büro höre ich Politik-Podcasts, zwischendurch lese ich Online-Medien und scrolle mich durch Social Media. Es ist wichtig, informiert zu sein. Genau so wichtig ist es aber auch, einigermaßen zuversichtlich am Leben zu bleiben. Dafür braucht es andere Sachen. Und um die gehts monatlich hier im Newsletter: Alles außer Nachrichten. Musik, Podcasts, Filme, Serien, Kunst – einfach alles, was ich mag und dafür sorgt, dass ich einigermaßen zuversichtlich weiterleben kann. Und du vielleicht auch.

Heiter, trotz alledem.
(Rosa Luxemburg)

So, in etwa, ist es geschehen (Si apre in una nuova finestra)

Ich finde Sharon Dodua Otoo aus vielerlei Gründen toll! Der erste ist, dass ich durch sie May Ayim (Si apre in una nuova finestra) kennengelernt habe. (Über die ich in einem anderen Monat in diesem Newsletter schreiben werde.) Dafür werde ich ihr immer dankbar sein. Ein weiterer Grund ist, dass Sharon Dodua Otoo eine Autorin ist, die sich für Inklusion einsetzt und Menschen mitdenkt, die sonst zu oft vergessen werden. Und dann schreibt und spricht sie natürlich unfassbar klug und ich liebe ihren Humor. Das alles könnt ihr jetzt hören und sehen und zwar bei der Premiere ihres neuen Romans So, in etwa, ist es geschehen im Literaturforum im Brecht Haus (Si apre in una nuova finestra). Ich hatte so eine gute Zeit dabei, ich wünsch sie euch auch, beim Schauen der Premiere oder Lesen des Buchs (oder bei beidem). Ich hoffe sehr auf ein Hörbuch zum Roman, vielleicht ja sogar gelesen von Amina Nahin Elsner und Asad Schwarz-Msesilamba.

Sharon Dodua Otoo, fotografiert von Johanna Ghebray, 2021.

The Four Seasons (Si apre in una nuova finestra)

Ich lache gerne und viel, aber ich würde nicht sagen, dass ich leicht zum Lachen zu bringen bin, zum Beispiel von sogenannten Comedy-Serien. Irgendwie habe ich eine Abneigung gegen alles, wo Comedy draufsteht. Deshalb ist es gut, dass ich nicht wusste, dass es sich bei The Four Seasons um eine Comedy-Serie handelt, bevor ich sie geschaut habe. Ich hätte sie sonst vielleicht gar nicht geschaut. So habe ich sie aber geschaut und habe in einer Folge geschrien vor Lachen. Und zwar in der letzten Folge der zweiten Staffel. Der Rest davon ist auch gut. Ich freue mich für euch, dass ihr das alles noch vor euch habt. Viel Spaß!

Keiner von euch (Si apre in una nuova finestra)

Über Musik schreiben (also warum sie so super ist) finde ich fast genau so schlimm wie den Begriff Comedy (weil entweder man fühlt es oder man fühlt es halt nicht). Deshalb kommt hier ohne viele Worte das Video zum großartigen Song Keiner von euch von Apsilon (Si apre in una nuova finestra).

Maria Leitner (Si apre in una nuova finestra)

Am 10. Mai 1933 wurden in Deutschland tausende Bücher verbrannt, auch Bücher von Maria Leitner. Dieses Jahr am 10. Mai habe ich auf dem Berliner Bebelplatz aus Büchern von Maria Leitner vorgelesen. Diese Autorin zu entdecken hat mich sehr bewegt. Maria Leitner wurde 1892 in eine jüdische Familie geboren und arbeitete als Journalistin und Autorin. Im Mittelpunkt ihrer journalistischen und schriftstellerischen Arbeit standen Frauen, arbeitende Frauen. Ihr Fokus lag auf Machtverhältnissen, Unterdrückung und Möglichkeiten des Widerstands und der Solidarität.

In Hotel Amerika schreibt sie:

Haben Sie auch manchmal dieses kitzelnde Gefühl, hineinsehen zu wollen in alle Häuser, in alle Wohnungen, Lokale, Geschäfte, in die Warenhäuser, Fabriken, Wolkenkratzer, Hospitäler, hineinsehen in alles: die Gedärme, das Herz, das Gehirn, das ganze Innere, die Triebfeder, die Hintergründe sehen, entdecken, erkennen können? Überkommt Sie nicht auch manchmal diese Neugier?

Maria Leitner flüchtete vor den Nazis nach Frankreich, wo sie verarmt in einer Psychiatrie gestorben ist. Es hat lange gedauert, dass ihre Texte wieder mehr Aufmerksamkeit bekommen haben. Ich mochte besonders gern das Buch Mädchen mit drei Namen – Reportagen aus Deutschland und ein Berliner Roman 1928 – 1933 (Si apre in una nuova finestra)

Wenn du mich und meine Arbeit unterstützen möchtest, freue ich mich über ein Abo (ohne Geld) oder eine Mitgliedschaft (mit Geld) bei Utopie + Alltag.

Komm gut durch den Juni!

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