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Spaced Practice

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Übezeit #23/50

Lesezeit: 4 Minuten

Mehr Pausen = Bessere Performance?

Erinnerst du dich noch daran, als du das letzte Mal etwas wirklich lernen musstest?

Zugegeben bei mir ist das auch schon ein paar Tage her, aber ich erinnere mich noch sehr gut daran, wie ich mich sicherer gefühlt (und auch besser abgeschnitten habe), wenn ich mein Lernpensum auf mehrere Tage verteilen konnte: Also lieber an drei Tagen jeweils eine Stunde, statt an einem Tag drei Stunden am Stück. Inzwischen bestätigen Forscher*innen diese These.

Was lässt sich daraus für unser Üben gewinnen?

Der ausgedehnte Übe-Plan

Stellen wir uns ein ideales Set-Up vor: Bis zum Konzert sind noch mindestens 6 Wochen Zeit und du versuchst dein Übe-Pensum bestmöglich aufzuteilen. Wie solltest du am besten vorgehen?

Dr. Molly Gebrian stellt in ihrem Buch “Learn faster, perform better” (Si apre in una nuova finestra) dazu einen sehr spannenden Ansatz vor: den ausgedehnten Übe-Plan.

1 - Pausen in längeren Perioden denken

Häufig denken wir beim Üben nur unser tägliches Pausenmanagement. Ich arbeite fast ausschließlich mithilfe der Pomodoro-Technik, (Si apre in una nuova finestra) die einen sehr klaren Rahmen vorgibt, wie das Verhältnis von Übe-Einheit und Pausen aussehen kann.

Was man dabei jedoch vergisst ist, dass es natürlich auch einen Langzeiteffekt von Pausen gibt. Molly Gebrian schlägt daher in ihrem ausgedehnten Übeplan (expanding schedule) vor, Pausen auch über längere Perioden (z.B. Tage und Wochen) zu denken.

2 - Üben über den Tag verteilen

In einem idealen Set-Up können wir mehr als eine Übe-Einheit am Tag planen. Bei mir wäre das definitiv früh morgens und wieder am späten Nachmittag. Leider ist oftmals gar nicht so leicht umzusetzen - schon gar nicht, wenn Musik nur ein Hobby ist.

Studien zeigen, dass wenn wir eine Stelle bis zu (max.) drei Mal verteilt über einen Tag üben können, dies deutlich effektiver ist, als sich die gleiche Stelle nur einmal am Tag anzusehen.

Ich experimentiere daher gerade in meinem Üben eine Idee des Interleaved Practice - dazu gab es bereits die zwei Ausgaben hier.

Ich versuche zwischen dem ersten Üben der schwierigen Stelle und dem zweiten Durchgang eine Stunde andere Inhalte zu üben - möglichst verschieden von dem was zuvor Inhalt meiner schwierigen Stelle war.

Aktuell ist meine schwierige Stelle eine Double Time Phrase aus einer Transkription. In meiner “Pausen-Stunde” von dieser Stelle übe ich oft langsame Etüden, Stoßübungen oder mache wirklich 10-15 Minuten Pause.

3 - Der Tag Pause

Da wir uns in einem idealen Set-Up befinden, haben wir noch reichlich Zeit bis zum Auftritt. Sobald die Stelle also schon gut klappt, mache einen ganzen Tag Pause davon. Klingt sehr gegen deine Gewohnheit? Absolut - gegen meine auch!

Jedoch bedeutet das nicht, dass du gar nicht spielen sollst. Du könntest mit einer weiteren schwierigen Stelle starten, dich mit einem Freund*in zum Üben verabreden, Etüden spielen oder andere Dinge üben. Lediglich die schwierige Stelle der letzten Tage ist tabu.

Der Idee von Molly Gebrian nach, steigt die Anzahl der Pausentage umso besser wir unsere schwierige Stelle spielen können.

Gleiches gilt übrigens auch, wenn du mit der Stelle gar nicht weiter kommst und du bemerkst, dass der Frust langsam überhand nimmt.

Die Video-Reihe mit Dr. Molly Gebrian

https://youtu.be/InIPp0HzAqM?si=6BXu03mOqy9s3kcY (Si apre in una nuova finestra)

Teile deine Erfahrungen!

Ich bin heute besonders neugierig, wie dieser Übe-Tipp sich bei dir auswirkt. Wenn du möchtest, schreib mir gerne eine Email an patrick@what-is-practice.de (Si apre in una nuova finestra) wie deine Erfahrungen mit dem spaced practice gelaufen sind! Ich freue mich von dir zu hören.

Argomento Übe Hacks

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