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Lesezeit: 3 Minuten
Ein neues Thema
Eigentlich hatte für die heutige Ausgabe ein komplett anderes Thema geplant. Seit langem hat es mich dann bei meiner Recherche allerdings in ein Forum, genauer ein Klavier-Forum, verschlagen. Für alle jüngeren hier: Die Foren waren so etwas wie die Kommentarspalten auf Social meiner Internet-Frühzeit. Ich lasse mich gerne korrigieren, aber ich glaube heute weitgehend verlassene Orte.
Jedenfalls führte dieser kleine Exkurs dazu, dass ich mein ursprüngliches Thema über den Haufen warf und mich mit einer anderen Sache beschäftigte:
Technik vs. Musik
In besagtem Klavierforum wurde die Frage diskutiert, inwiefern Technik-Übungen à la Cortot sinnvoll oder gar schädlich sind. Losgelöst von der Gefahr eines realen Aufeinandertreffens wurde leidenschaftlich gestritten und als Fragensteller konnte man verwundert beobachten, welche Dimension die eigene Nachfrage angenommen hat. Aussicht auf Antwort: unwahrscheinlich.
Die Ausgangsfrage (“Eure Erfahrungen mit Cortot & Co.”) rückte in den Hintergrund und Diskussionen zu Brahm’schen Arpeggien und der Frage Technik vs. Musik nahmen Fahrt auf. Einer Unterscheidung, der auch ich im Podcast immer wieder begegne.
Zwei unterschiedliche Auffassungen des Gleichen?
In meinem Gespräch machte Benny Greb (Si apre in una nuova finestra) deutlich, dass für ihn Üben und Spielen verschieden sind. Das erinnert an die Deliberate Practice Denkweise.
Als ich im letzten Jahr zu Gast bei Theo Plath (Si apre in una nuova finestra) war, erzählte mir der Solo-Fagottist des HR-Sinfonieorchesters, dass er ein Stück von Anfang an mit dem Ausdruckt übt, den er auch im Konzert erzielen möchte.
Wer hat recht?
Sollte man Technik und Musik überhaupt trennen?
Es leuchtet ein, dass Technik vs. Musik nicht zwangsläufig synonym mit Üben vs. Musik sein muss.