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    <title>Schreibers Naturarium</title>
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    <description>Komm, ich nehme dich mit raus und wir schauen gemeinsam unter Steine!</description>
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      <title>Schreibers Naturarium</title>
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      <title><![CDATA[Olivers Reise (Teil 3): Die Saharaquerung]]></title>
      <description><![CDATA[🌍 Ich hab es durch die Sahara geschafft, und zum Glück musste ich das gar nicht allein bewältigen! ❤️]]></description>
      <content:encoded><![CDATA[<p><strong>Unsere Gartengrasmücke Oliver hat sich an die Saharaquerung gewagt. Und er hat mittlerweile gelernt, wieso es besser ist, immer wachsam zu sein. Hier erzählt er dir, wie es für ihn in den letzten Wochen lief!</strong></p><p><strong><em>💌 </em></strong><a href="https://steady.page/de/jasminschreiber/newsletter/sign_up"><strong><em>Abonniere diese Kolumne und bekomme Olivers Updates direkt in dein Postfach»</em></strong></a></p><figure><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/dff5142d-1bb8-41d4-bcf1-562bb16cf118/uploads/images/5zgilx4t3z/Cc_cozy_illustrator_canvas_5_3.png?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><figcaption>Paul und ich fliegen durch die Sahara</figcaption></figure><p>Moin aus Nigeria! Heute ist der 2. November, und ich sitze wieder zwischen grünen Blättern … endlich! Ich hatte dir ja versprochen, von der Sahara zu erzählen. Inzwischen liegt sie hinter mir, und ich bin sehr froh, dass ich diese Zeilen senden kann, denn so eine Wüstenquerung zu überleben, ist echt eine Sache für sich.</p><p>Du erinnerst dich ja bestimmt, dass ich in Marokko ein paar andere Gartengrasmücken kennengelernt habe. Ich freue mich total, dass einer aus der Gruppe dann doch weiterziehen wollte, also sind wir zusammen losgestartet. Er heißt Paul und ist schon recht erfahren, was natürlich ein großer Vorteil für mich war. So konnte ich mich an ihm orientieren. Er bereitete mich etwas auf die Sahara vor, doch als er mir erzählte, dass wir unterwegs vielleicht tagelang keine Wasserstelle finden würden, bekam ich Angst. Klar, Fett hatte ich mir angefressen, aber wie sollte ich ohne Trinken durch eine Wüste kommen? Ich war mir in dem Moment sicher, dass das nichts wird und überlegte sogar, wie die anderen hier zu bleiben, allerdings sind die Nahrungsreserven hier nicht so reichhaltig. Paul überzeugte mich aber, mitzukommen.</p><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/dff5142d-1bb8-41d4-bcf1-562bb16cf118/uploads/images/vvnyojkybj/IMG_1321.jpg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><p>Am Abend des 16. Oktober brachen wir also auf. Unter uns wurde das Grün immer spärlicher und fleckenhafter, und irgendwann waren über weite Strecken nur noch Steine und Sand am Boden zu erkennen. Als es hell wurde, landeten wir im Schatten eines Felsens, und ich konnte mich mal richtig umschauen: Sand, Steine, totes Gestrüpp. Uff. Zu fressen fand ich dort nichts, und ich setzte mich dann auf Pauls Anweisung in den Schatten eines Felsens, um zu schlafen, doch mein Freund hat mir eingeschärft, niemals die Deckung aufzugeben und immer wachsam zu sein. Der Rat kam zum richtigen Zeitpunkt. Wir haben uns mit dem Schlafen abgewechselt, und einmal, als ich mit der Wache dran war, bin ich selber fast eingenickt, als ich etwas neben mir rascheln hörte. Ich öffnete ein Auge und blickte über mir direkt in das Gesicht einer Schlange! Sofort flatterte ich auf und auch Paul erhob sich hektisch in die Luft, bevor uns die Schlange erwischen konnte. So lernte ich, dass selbst in der Sahara Schlangen leben, die es auf Vögel abgesehen haben. Uff. Ab da bevorzugten wir für unsere Rast Dornengestrüppe und andere Wüstenpflanzen, sofern es sich einrichten ließ.</p><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/dff5142d-1bb8-41d4-bcf1-562bb16cf118/uploads/images/gm3iwi2ne6/Cc_cozy_illustrator_canvas_5_5.png?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><h2>Ich bin ein kleines Kamel!</h2><p>Tagsüber blieben wir also möglichst still im Schatten, abends flogen wir dann immer weiter. Ich bekam zunehmend Durst und fragte Paul, wie lange das gutgehen konnte, da ich mir wirklich Sorgen machte. Er beruhigte mich jedoch und erklärte mir, dass mein Körper selbst Wasser herstellen kann. Dafür nutzt er die Fettreserven, die ich mir vor der Reise und während meiner Rast immer wieder anfuttere. Ich fand das total krass, da ich keine Ahnung hatte! Anscheinend funktioniert das so:</p><p>Damit meine Muskeln arbeiten können, brauchen sie Energie, das ist ja klar. Die gewinnt mein Körper während meines Zugs vor allem aus dem gespeicherten Fett, das ich mir vorher angefuttert habe. Dafür ist das Fett ja da: Um Energie für den Fall der Fälle zu speichern. Allerdings ist das Fett auch ein Wasservorrat, und um daraus Wasser zu gewinnen, brauche ich den Sauerstoff, den ich mit der Luft einatme. Mein Blut bringt ihn dann von der Lunge zu den Zellen, in denen das Fett verarbeitet wird. Im Fett steckt unter anderem Wasserstoff, was, genau wie der Sauerstoff, auch ein Baustein von Wasser ist. Wird das Fett jetzt verbraucht, weil mein Körper die gespeicherte Energie verwendet, verbindet sich dieser Wasserstoff mit Sauerstoff, und dabei entsteht: Wasser! Und das steht meinem Körper dann zur Verfügung. Während meine Fettpolster kleiner werden und Energie für den Flug liefern, entsteht also zugleich Wasser, das mir über die Zeit ohne Trinken hilft und dafür sorgt, dass ich nicht verdurste. Ich bin also sozusagen ein kleines Kamel! Kamele haben in ihren Höckern ja ebenfalls Fettreserven, bei deren Abbau Wasser entsteht. Das hilft ihnen, die Strecken zwischen den Wasserquellen zu überstehen.</p><p>Bei langen Flügen verbrauchen wir Vögel außerdem auch etwas Eiweiß aus unseren Muskeln und anderen Organen. Dieses Gewebe enthält ebenfalls viel Wasser, das beim Abbau auch verfügbar wird. Auch beim Verbrauch des Eiweißes entsteht Wasser. Auf solchen Etappen können wir deshalb einen Teil unseres Wasserbedarfs aus den eigenen Körperreserven decken, und das sind bei so einer krassen Aktion wie die Saharaquerung wirklich gute Neuigkeiten, puh!</p><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/dff5142d-1bb8-41d4-bcf1-562bb16cf118/uploads/images/5zsverd6rh/Zugunruhe_2.png?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><p>Trotzdem muss ich mit meinem Wasser sparsam umgehen. Auch wenn ich nicht schwitze, gebe ich dennoch über meine Haut und mit der ausgeatmeten Luft ständig Wasser ab, und wenn mir zu heiß wird, muss zusätzlich Wasser verdunsten, damit mein Körper abkühlt. Beim Verdunsten nimmt es Wärme mit, und das schützt mich vor Überhitzung. Das Wasser ist anschließend allerdings weg. Und ja, wie du weißt, ist es in der Sahara tagsüber aktuell nicht gerade kalt, deshalb flogen wir nachts, wenn es kühler war. Meine arbeitenden Flugmuskeln erzeugen viel Wärme, die ich bei niedrigeren Temperaturen leichter an die Umgebung abgeben konnte. Tagsüber im Schatten stillzusitzen verringerte dagegen die Wärme, die ich selbst produzierte, sodass ich mich nicht so doll kühlen muss. Paul achtete darauf, dass wir mit dem wandernden Schatten mitrückten.</p><p>Am letzten Tag in der Wüste wurde mir trotzdem schummrig. Selbst im Schatten war mir zu heiß, ich hatte großen Durst, und als ich aufstehen wollte, musste ich mich erst wieder hinsetzen, weil mir etwas komisch war. Bis zum Abend blieb ich dicht am Felsen und ruhte mich aus. Dann flogen wir noch einmal los, doch ich hatte etwas Sorge, ob ich das schaffe.</p><h2>Und weiter geht’s</h2><p>Am Morgen des 20. Oktober fanden wir südlich der Wüste endlich wieder einen Platz mit Wasser und Nahrung, puh! Du kannst dir nicht vorstellen, wie erleichtert ich war. Ich badete, trank und blieb anschließend lange im Gebüsch sitzen, um mich zu regenerieren. Ein paar Stunden später gönnte ich mir ein paar Beeren. In den nächsten Tagen fraß ich viel und erholte mich, bevor wir in weiteren Etappen nach Nigeria zogen. Ich musste ja meine in der Sahara gut weggeschmolzenen Fettreserven wieder auffüllen.</p><p>Seit dem 26. Oktober bin ich jetzt jedenfalls in der Nähe von Jos, das habe ich dir auf der Karte eingezeichnet. Vorher war ich kurz im Sahelgebiet. Hier in Nigeria finde ich eine Menge Beeren und auch ganz gut Insekten und habe inzwischen eine Woche damit verbracht, meine Reserven aufzufüllen. Paul ist auch noch hier. Heute werde ich erst einmal weiterfressen, und dann bereite ich mich auf die nächste Etappe vor. Ich hab es bald geschafft und bin schon so gespannt, die anderen Grasmücken zu sehen!</p><p>Bis zum nächsten Mal,</p><p>dein Oliver (und Paul)</p><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/dff5142d-1bb8-41d4-bcf1-562bb16cf118/uploads/images/hazi7drblr/Cc_cozy_illustrator_canvas_5_6.png?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><hr aria-hidden="true"/><h3><mark style="background-color: rgb(222, 244, 220); color: inherit;">Wenn du Olivers Reisen in den nächsten Monaten live verfolgen willst, kannst du das Naturarium hier kostenlos abonnieren und so seine Updates direkt ins Postfach kriegen:</mark></h3><p><a href="https://steady.page/de/jasminschreiber/newsletter/sign_up">Olivers Reise abonnieren</a></p><hr aria-hidden="true"/><p><mark style="background-color: rgb(250, 232, 214); color: inherit;">Hier findest du später alle Teile der Zugvogelreise:</mark></p><p><a href="https://steady.page/de/jasminschreiber/topics/olivers-reise">Zur kompletten Reise</a></p><hr/><p>QUELLEN</p><p>Biebach, Herbert. „Phenotypic Organ Flexibility in Garden Warblers <em>Sylvia borin</em> during Long-Distance Migration“. <em>Journal of Avian Biology</em> 29, Nr. 4 (1998): 529–35. <a href="https://doi.org/10.2307/3677172">https://doi.org/10.2307/3677172</a>.</p><p>Biebach, H., W. Friedrich, und G. Heine. „Interaction of Bodymass, Fat, Foraging and Stopover Period in Trans-Sahara Migrating Passerine Birds“. <em>Oecologia</em> 69, Nr. 3 (1986): 370–79. <a href="https://doi.org/10.1007/BF00377059">https://doi.org/10.1007/BF00377059</a>.</p><p>Ehrlich, Paul R., David S. Dobkin, und Darryl Wheye. „Temperature Regulation and Behavior“. Stanford University, 1988. <a href="https://web.stanford.edu/group/stanfordbirds/text/essays/Temperature_Regulation.html">https://web.stanford.edu/group/stanfordbirds/text/essays/Temperature_Regulation.html</a>.</p><p>Gerson, Alexander R., und Christopher G. Guglielmo. „Flight at Low Ambient Humidity Increases Protein Catabolism in Migratory Birds“. <em>Science</em> 333, Nr. 6048 (2011): 1434–36. <a href="https://doi.org/10.1126/science.1210449">https://doi.org/10.1126/science.1210449</a>.</p><p>Iwajomo, Soladoye B., Ulf Ottosson, und Kasper Thorup. „Spatial Behaviour and Food Choice of the Garden Warbler <em>Sylvia borin</em> during the Non-Breeding Season“. <em>Ostrich</em> 88, Nr. 1 (2017): 19–25. <a href="https://doi.org/10.2989/00306525.2016.1221477">https://doi.org/10.2989/00306525.2016.1221477</a>.</p><p>Newton, Ian. <em>The Migration Ecology of Birds</em>. 2. Aufl. Academic Press, 2023.</p><p>Ottosson, Ulf, Jonas Waldenström, Christian Hjort, und Ross McGregor. „Garden Warbler <em>Sylvia borin</em> Migration in Sub-Saharan West Africa: Phenology and Body Mass Changes“. <em>Ibis</em> 147, Nr. 4 (2005): 750–57. <a href="https://doi.org/10.1111/j.1474-919X.2005.00460.x">https://doi.org/10.1111/j.1474-919X.2005.00460.x</a>.</p><p>Oudjani, David, Michel Aymerich, und Mohamed Mediani. „<em>Rhagerhis moilensis</em> (Reuss, 1834), as Prey of <em>Psammophis schokari</em> (Forskål, 1775)“. <em>Herpetozoa</em> 28, Nr. 3/4 (2016): 184–87. <a href="https://www.researchgate.net/publication/294581122_Rhagerhis_moilensis_REUSS_1834_as_prey_of_Psammophis_schokari_FORSKaL_1775">https://www.researchgate.net/publication/294581122_Rhagerhis_moilensis_REUSS_1834_as_prey_of_Psammophis_schokari_FORSKaL_1775</a>.</p><hr aria-hidden="true"/><p><strong><mark style="background-color: rgb(250, 241, 211); color: inherit;">💌 Mehr Natur gefällig? 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Als Sperling bekommst du sogar Post! 💌</mark></strong></p><p><a href="https://steady.page/de/jasminschreiber/about">Pakete anschauen</a></p><hr aria-hidden="true"/><p>🌿 Gärtnern für die Artenvielfalt? <a href="https://steady.page/de/hortarium/newsletter/sign_up">Abonniere meine kostenfreie Gartenkolumne, in der wir auf Balkonen, im Garten und auf der Fensterbank naturnah gärtnern»</a></p><p>🎙️ Höre meinen Biologie-Podcast <a href="https://bugtales.fm/">beim Podcastanbieter deiner Wahl</a>»</p><p><strong>Ich würde mich auch freuen, wenn du mir auf Social Media folgst:</strong><br/>👩🏻‍🌾 Garten-Updates: <a href="https://www.instagram.com/insektengarten">Mein Garten-Account auf Instagram</a>»<br/>📗 Mein normaler <a href="https://www.instagram.com/lavievagabonde">Instagram-Account als Autorin»</a><br/>🌤️ <a href="https://bsky.app/profile/schreibersnaturarium.de">Mein Account auf Bluesky</a>»<br/>🦣 <a href="https://chaos.social/@lavievagabonde">Mein Account auf Mastodon</a>»</p>]]></content:encoded>
      <category><![CDATA[Olivers Reise]]></category>
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      <pubDate>Mon, 02 Nov 2026 12:36:27 +0000</pubDate>
    </item>
    <item>
      <title><![CDATA[Wallpaper Oktober 26]]></title>
      <description><![CDATA[Wenn du eine Elch-, Sperling- oder Wal-Mitgliedschaft hast, findest du hier das Hintergrundbild für den aktuellen Monat! ❤️]]></description>
      <content:encoded><![CDATA[<p>Wenn du eine Elch-, Sperling- oder Wal-Mitgliedschaft hast, findest du hier die Hintergrundbilder für Desktop und Handy für den aktuellen Monat!</p><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/130ab36f-e9ea-4dc4-b2aa-354eee6f327b/uploads/images/5ofy7zmccq/1.png?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><p><a href="https://steady.page/db21f24b-40e6-4c6e-befe-eaa5884eed34/posts/130ab36f-e9ea-4dc4-b2aa-354eee6f327b">Auf Steady weiterlesen</a></p>]]></content:encoded>
      <category><![CDATA[Wallpaper & E-Goodies]]></category>
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      <pubDate>Sun, 01 Nov 2026 15:22:01 +0000</pubDate>
    </item>
    <item>
      <title><![CDATA[Wovon ernähren sich Vögel im Watt?]]></title>
      <description><![CDATA[🦆 Wie werden Millionen Zugvögel im Watt satt? Zwischen winzigen Algen und hungrigen Vögeln gucken wir, wie viel Leben unter der Nordsee steckt! 🌊]]></description>
      <content:encoded><![CDATA[<p><strong>Ich war gerade erst wieder in Dänemark, und im Süden, recht nah an der Grenze zu Deutschland, beginnt das Dänische Wattenmeer. Und als &quot;Frankfurter Nordlicht&quot; dachte ich mir: Wird Zeit, dass ich hier mal über das Watt spreche. Also let&#39;s go!</strong></p><figure><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/1ff85e82-7ea0-4219-bab1-ee4d84866260/uploads/images/gays5bonf3/59B241B7-BA67-47AA-A5E9-BFBB6667B7A6.jpeg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><figcaption>Ein Sanderling am Strand.</figcaption></figure><p>Der Herbst ist eine tolle Zeit, um Vögel im Wattenmeer zu beobachten, denn dann kommen hier zehntausende Vertreter von Arten zusammen, deren Brutgebiete weit im Norden liegen, beispielsweise in Skandinavien und Sibirien. Auf dem langen und entbehrungsreichen Weg in die Winterquartiere legen sie bei uns im Wattenmeer eine mehrwöchige Pause ein, um sich ausruhen und die Fettreserven aufzufüllen, die sie ja für den weiteren Flug brauchen. Manche Vögel ziehen anschließend bis an die Küsten Afrikas weiter (wie unsere Gartengrasmücke Oliver, deren Reise du hier verfolgen kannst), andere verbringen den Winter gleich an der Nordsee. Über das ganze Jahr verteilt besuchen etwa zehn Millionen Zugvögel das Wattenmeer, das von den Niederlanden bis nach Dänemark reicht.</p><figure><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/1ff85e82-7ea0-4219-bab1-ee4d84866260/uploads/images/6zhik2mset/imaginarium-001-6.png?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><figcaption>Rechts die Fotografin (ich), links die Motive (Sanderling oben, Sanderling und Austernfischer unten)</figcaption></figure><p>An der deutschen Nordseeküste kannst du normalerweise schon ab Juli die ersten großen Ansammlungen arktischer Watvögel beobachten. Im August und September lohnt es sich beispielsweise, nach den kleinen wuseligen Alpenstrandläufern und den Knutts (Name = 10/10) Ausschau zu halten, die hier dann in großen Schwärmen rasten. Auch Pfuhlschnepfen, Große Brachvögel, Kiebitzregenpfeifer und Säbelschnäbler nutzen das Wattenmeer als Rast- und Futterplatz, wobei jede Art ihre eigenen Ankunfts- und Abflugzeiten hat. In Dänemark sehen wir sehr oft Austernfischer, so auch jetzt im Oktober, als wir da waren, und ab September trifft man hier auch die Ringelgänse aus Sibirien an. Die verstecken sich aber immer gut vor mir, stehen also noch auf meiner Liste.</p><figure><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/1ff85e82-7ea0-4219-bab1-ee4d84866260/uploads/images/tlhdez4ddy/0404879A-200A-4ED9-963B-880283AAB51D_1_102_o.jpeg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><figcaption>Hier hatte sich das Meer weit zurückgezogen und die Nahrungsflächen freigelegt.</figcaption></figure><hr aria-hidden="true"/><p><em><mark style="background-color: rgb(222, 244, 220); color: inherit;">An der Küste der Nordsee zieht sich das Meer bei Ebbe weit zurück und gibt den Blick auf den nackten Meeresboden frei. Diese flachen Bereiche sind das eigentliche Watt. Kommt dann nach ein paar Stunden die Flut, werden diese Stellen wieder vom Wasser bedeckt. Durch das Watt schlängeln sich Rinnen, die Priele heißen. In ihnen fließt das Wasser bei Ebbe ab und bei Flut wieder hinein, von wo aus es sich verteilt.</mark></em></p><hr aria-hidden="true"/><p>Besonders gut lassen sich die Vögel bei steigendem Wasser beobachten, wenn sie sich auf den verbliebenen trockenen Flächen versammeln. Zieht sich das Wasser zurück, verteilen sie sich wieder teilweise echt weit draußen im Watt und beginnen zu fressen. Und wenn du ihnen eine Weile dabei zuschaust, stellst du dir vielleicht irgendwann die Frage, wie dieser nasse Boden eigentlich so viele hungrige Vögel satt bekommt, oder?</p><figure><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/1ff85e82-7ea0-4219-bab1-ee4d84866260/uploads/images/5r6i2le5wb/5F2CC20F-5DF2-4D8C-96B3-350FEE4A0F04_1_102_o.jpeg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><figcaption>Findet man auch öfter in den küstennahen Wattbereichen: Krähen. Hier eine Nebelkrähe.</figcaption></figure><h2>An der Oberfläche</h2><p>Wenn man so übers Watt blickt, starrt einen ja eher so eine braune, einförmige Fläche an. Auf den ersten Blick denkt man dann vielleicht nicht: Klar können hier Zehntausende Vögel und auch andere kleine Tiere jeden Tag Futter finden, oder? Aber wir müssen nur etwas genauer hinschauen, um zu verstehen, wie das Nahrungsnetzwerk am Watt funktioniert.</p><p>Einen ersten Akteur findest du direkt auf der Oberfläche: der bräunliche Belag auf dem feuchten Watt besteht oft aus unzähligen Kieselalgen. Das sind winzige einzellige Algen, die oft eine runde oder längliche Form haben. Sie haben eine glasartige Hülle, die in zwei Teile geteilt und eben lichtdurchlässig ist.</p><figure><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/1ff85e82-7ea0-4219-bab1-ee4d84866260/uploads/images/en4b62csii/Haeckel_Diatomea.jpg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><figcaption>Aus Ernst Haeckels Kunstformen der Natur (1904), Tafel 84: Kieselalgen.</figcaption></figure><p>Wenn das Wasser abgelaufen ist, erreicht das Licht die Algen natürlich noch viel direkter, aber sie trocknen dabei nicht aus. Kieselalgen und andere mikroskopisch kleine Wattbewohner geben schleimige Stoffe ab, die Wasser &quot;festhalten&quot;, also binden können und das Lebewesen selbst vor Dehydrierung schützen, bis die Flut zurückkommt.</p><figure><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/1ff85e82-7ea0-4219-bab1-ee4d84866260/uploads/images/fn2f2pmcty/DF9C0083-CFD1-4C74-AD4F-A3131CFDC9A3_1_102_o.jpeg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><figcaption>Vordergrund: Watvögel. Hintergrund: Krabbenfischer.</figcaption></figure><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/1ff85e82-7ea0-4219-bab1-ee4d84866260/uploads/images/jqahqkk5wg/3C49C5BA-2AD9-4C2A-8EA5-3622B6AE3FF9_1_102_o.jpeg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><p>So ein Algenbelag wird dauerhaft abgeweidet. Zoomen wir wieder ins Geschehen: Eine Wattschnecke kriecht gerade darüber und raspelt mit ihrer Zunge die Algen ab. Ihr Gehäuse ist nur ungefähr fünf Millimeter groß; an geeigneten Stellen können Zehntausende dieser Schnecken auf einem Quadratmeter (!) leben. Wenn du nur flüchtig hinschaust, übersiehst du sie leicht zwischen den Körnchen, weil sie klein und echt gut getarnt sind, aber nicht so gut getarnt, dass Brandgänse, Austernfischer und Sanderlinge sie nicht sehen. Zum Futterangebot für die Vögel gehören außerdem Strandkrabben, Nordseegarnelen, Schlickkrebse und auch kleine Fische in den kleinen Pools und dem angrenzenden Meer. Gerade bei den winzigen Tieren kommen große Mengen auf enger Fläche zusammen: Es können an geeigneten Stellen beispielsweise bis zu 100.000 Schlickkrebse auf einem einzigen Quadratmeter leben. Nein, das hast du nicht falsch gelesen, die sind einfach sehr sehr klein.</p><figure><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/1ff85e82-7ea0-4219-bab1-ee4d84866260/uploads/images/xeyc3hqibk/Gemeine_Wattschnecke_%28Peringia_ulvae%29_06.jpg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><figcaption>Wattschnecke auf Nahrungssuche | Stephan Sprinz  für Wikimedia Commons | CC BY 4.0</figcaption></figure><p>Für die Ringelgänse, die ich so gern noch sehen würde, wächst das Futter auch direkt im Watt. Sie fressen dort unter anderem Seegras, das sie sich auch gern mit Pfeifenten teilen (ja, der Name ist hier Programm, <a href="https://www.youtube.com/watch?v=3CvVFzUyehA">hier kannst du sie pfeifen hören»</a>). Auch Grünalgen wie Meersalat (ja, der heißt so) und Darmtang (der auch) gehören zum Futter der Ringelgänse. An den höher gelegenen Rändern des Watts finden sie außerdem Queller, und auf den angrenzenden Salzwiesen wächst unter anderem Andelgras, das sie ebenfalls sehr gern fressen.</p><figure><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/1ff85e82-7ea0-4219-bab1-ee4d84866260/uploads/images/dseroux7qo/Seaweed-field_-_%28Zostera_marina%29_at_Baltic_Sea.jpg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><figcaption>Seegraswiese aus Zostera marina in der Ostsee | Genet für Wikimedia Commons | CC BY-SA 4.0</figcaption></figure><p>Das ebenfalls sehr beliebte Seegras gehört zu den Blütenpflanzen, bildet also ganz normal Blüten und Samen und ist mit seinen Wurzeln fest im Meeresboden verankert. Seine schmalen Blätter können dort so dicht wachsen, dass ganze Wiesen entstehen, die bei Flut unter Wasser liegen und bei Ebbe eben trockenfallen und für uns sichtbar werden. Pfeifenten erreichen das Seegras auch noch im flachen Wasser, indem sie Kopf und Hals unter die Oberfläche stecken ... <em>Köpfchen in das Wasser, Schwänzchen in die Höh&#39;</em> und so, ne?</p><h2>Unter der Oberfläche</h2><p>Bohren wir uns ein wenig in den Wattboden rein, kommen wir an das richtig gute Zeug. Dort finden wir beispielsweise den Wattwurm, dessen gekringelte Sandhäufchen hast du vielleicht schon bei einem Spaziergang im Watt gesehen. Er lebt eingegraben in einer Röhre und verschluckt Sand samt den mikroskopisch kleinen Lebewesen und den abgestorbenen organischen Resten darin. Während er frisst, rutscht durch den Gang weiteres Material zu seinem Kopf nach. Was er davon verdauen kann, nimmt er auf, den Sand scheidet er wieder aus. Die kleinen typischen Häufchen sind also Sand, der einmal durch einen Wurm gegangen ist. Natürlich sind das nicht die einzigen Würmer dort. Im Boden leben auch Seeringel- und Kotpillenwürmer, und aus Sandkörnchen gebaute Röhren können auch Bäumchenröhrenwürmer beinhalten. Allein aus der Gruppe der Borstenwürmer, zu denen diese Tiere genau wie unsere Regenwürmer zählen, kommen im Wattenmeer fast hundert Arten vor!</p><figure><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/1ff85e82-7ea0-4219-bab1-ee4d84866260/uploads/images/mfwn67vtgh/Wattwurm_jung.jpg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><figcaption>Ein noch junger Wattwurm in seiner Röhre (Querschnitt). Unten sitzt der Wurm, oben ist der Ausgang. M.Buschmann für Wikimedia Commons, gemeinfrei.</figcaption></figure><p>Im Watt gibt es auch viele Muscheln, und ich hab schon einige Austernfischer dabei beobachtet, wie sie die Schalentiere aus dem Schlick gezogen haben. Die Herzmuschel sitzt dicht unter der Oberfläche, und sie lässt zwei kurze Röhren in das Wasser darüber ragen. Sobald die Flut kommt, saugt sie durch eine der Röhren das Wasser ein und filtert winzige Nahrungsteilchen heraus. Durch die andere Röhre stößt sie das Wasser wieder aus, die Muschel arbeitet also als kleine Filterfabrik.</p><figure><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/1ff85e82-7ea0-4219-bab1-ee4d84866260/uploads/images/m3wqbpde2k/8873B5DD-B620-4AF5-AB6C-4E4D2CFD822A_1_102_o.jpeg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><figcaption>Tatort: Man sieht links noch den Abdruck des Austernfischers, rechts dann die leere Muschelschale.</figcaption></figure><figure><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/1ff85e82-7ea0-4219-bab1-ee4d84866260/uploads/images/f4maqhrumq/D3977509-2DD3-4C53-9842-BB65369E2EB2_1_102_o.jpeg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><figcaption>Eine Krebsschale, auf der sogar noch Seepocken saßen.</figcaption></figure><p>Im Wattboden finden wir auch noch Baltische Plattmuscheln und Sandklaffmuscheln, wobei Letztere deutlich tiefer eingegraben leben können als die Herzmuscheln, da muss man schon ordentlich graben. Miesmuscheln liegen bei Ebbe ebenfalls frei an der Oberfläche, wo sie ausgedehnte Muschelbänke bilden können. Auch sie filtern ihre Nahrung aus dem Wasser, und zwischen ihren Schalen finden wiederum kleine Krebse und andere Tiere Unterschlupf.</p><figure><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/1ff85e82-7ea0-4219-bab1-ee4d84866260/uploads/images/ledfqpbx2o/1AB7E984-0DA7-4B2A-A8E9-0611CE3D5D84_1_201_a.jpeg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><figcaption>Austernfischer gehören zu meinen absoluten Lieblingen.</figcaption></figure><h2>Die Ursprünge des Watts</h2><p>Bleiben wir kurz bei dem Sand, in dem die Vögel ihr Futter finden und der von den Wattwürmern so schön gefiltert wird. In der Textreihe zur Norddeutschen Landschaft haben wir ja schon etwas über den Lebensraum Nordsee gesprochen, genauer aufs Watt bin ich da aber nicht eingegangen. Ich denke, es ist aber interessant sich anzuschauen, wie das Wattenmeer eigentlich entstanden ist.</p><p>Vor rund 20.000 Jahren, während der kältesten Phase der letzten Eiszeit, lag der Meeresspiegel weltweit im Durchschnitt ungefähr 120 Meter tiefer als heute, es lag also viel mehr Land offen. Die riesigen Eisschilde haben damals einfach sehr viel Wasser gebunden, und dieses Eis bedeckte weite Teile Nordeuropas. Das bedeutet: Sehr große Bereiche unserer heutigen (südlichen) Nordsee waren damals kein Meer, sondern Land. Du hättest also zu Fuß nach England gehen können.</p><p>Als es dann nach und nach wieder wärmer wurde und die Eismassen abschmolzen, stieg der Meeresspiegel über Jahrtausende an. Das Material, das die Gletscher und das Schmelzwasser überall verteilt haben, wurde dann nach und nach vom Meer bedeckt. Die Wellen und Strömungsbewegungen trugen das ganze Zeug ab und lagerten es an anderen Stellen wieder an, verteilten es also ein wenig besser. Auch die Flüsse lieferten weiteres Material, und nach und nach entstanden so Sandbänke und Inseln, welche dann natürlich ebenfalls beeinflussten, wie sich das Wasser bewegt und wo sich weiteres Material sammeln kann. Ein gutes Beispiel sind die Westfriesischen Inseln vor den Niederlanden und unsere Ostfriesischen Inseln vor Niedersachsen. Ein großer Teil dieser Inselkette bildete sich vor ungefähr fünf- bis sechstausend Jahren und lag am Anfang viel weiter „draußen“ als heute. Die Inseln schirmten das Wasser hinter ihnen gegen die Wellen der offenen Nordsee ab, und hinter ihnen setzte sich dann über die Jahrtausende so viel Sand und Schlick ab, dass der Boden schließlich bei Ebbe frei lag und nur bei Flut wieder überspült wurde. So entstanden die Wattflächen in dieser Ecke.</p><figure><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/1ff85e82-7ea0-4219-bab1-ee4d84866260/uploads/images/ibbk5l55y2/Au__enweser_%2849501128756%29.jpg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><figcaption>Sedimentwatt im Bereich der Außenweser | Bundesanstalt für Wasserbau - Außenweser für Wikimedia Commons | CC BY 2.0</figcaption></figure><p>Während das Material über die Jahrtausende abgelagert wurde, wurde es auch durch die Strömung &quot;sortiert&quot;. Gröbere Sandkörner sanken schneller nach unten und blieben auch an den Stellen liegen, an denen das Wasser stärker in Bewegung war. Sehr feine Teilchen schwebten länger im Wasser und wurden dadurch länger mitgetragen. Sie sammelten sich vor allem an geschützten, ruhigeren Stellen. Durch diese unterschiedlichen Bewegungen entstanden unterschiedliche Böden, vom eher gröberen Sandwatt bis zum weichen Schlickwatt. Da, wo sich grobe und feine Bodenteilchen mischten, bildete sich Mischwatt. Wenn du heute bei einer Wattwanderung erst über festen Sand läufst und kurz darauf im Schlick versinkst, spürst du, wie unterschiedlich das Wasser sein mitgebrachtes Material verteilt hat.</p><figure><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/1ff85e82-7ea0-4219-bab1-ee4d84866260/uploads/images/6sveyzenw5/7E66F51E-C00C-4821-A8DD-298756081537.jpeg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><figcaption>Sanderling vs. Muschel: Der Sanderling hat gewonnen.</figcaption></figure><p>Von der Zusammensetzung des Wattbodens hängt dann auch ab, welche Tiere du wo findest (Herzmuscheln fühlen sich beispielsweise besonders im Mischwatt wohl). Mit der Korngröße hängt nämlich auch zusammen, wie gut der Boden mit Sauerstoff versorgt wird. Zwischen gröberen Sandkörnern kann Wasser leichter hindurchströmen und gelösten Sauerstoff nachliefern. Im feinen Schlick klappt das nicht so gut, sodass es da schon wenige Millimeter unter der Oberfläche sehr stickig wird. Hier bekommt unser Wattwurm noch einen zweiten Auftritt, denn er pumpt durch wellenartige Bewegungen seines Körpers Wasser durch seine Wohnröhre. Den darin gelösten Sauerstoff braucht er selbst zum Atmen, aber durch den Wasserstrom gelangt auch Sauerstoff in den umliegenden Boden. Entlang seiner Röhre entstehen dadurch bessere Lebensbedingungen für andere kleine Bewohner, beispielsweise Fadenwürmer und Strudelwürmer. So ein Wattwurm ist auf jeden Fall ein sehr guter Nachbar und ein Lüften Ultra.</p><figure><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/1ff85e82-7ea0-4219-bab1-ee4d84866260/uploads/images/slcrncvp52/FD725171-3FD5-49CC-B95A-D038AD788C24.jpeg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><figcaption>Wie gewonnen ...</figcaption></figure><figure><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/1ff85e82-7ea0-4219-bab1-ee4d84866260/uploads/images/kvosil57uk/8E879657-ABFA-4953-A70A-732DB50F9E6F_1_102_o.jpeg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><figcaption>... so zerronnen. 🥲</figcaption></figure><h2>Das perfekte Vogelbüffet</h2><p>So, und von diesem ganzen Leben im Boden wollen die Vögel natürlich auch etwas abhaben. Die gut versteckten Würmer und Muscheln müssen sie dafür natürlich erst einmal herausbekommen. Bei den Muscheln kommt dann noch die Schale als weiteres Hindernis dazu, wobei manche Vögel die einfach mitfressen. Zu ihnen gehört der vorhin schon erwähnte Knutt, einer der eher kleinen Watvögel, die hier im Herbst in großen Schwärmen rasten. Er schluckt kleine Muscheln ohne lang zu fackeln einfach im Ganzen. Mit seinem Muskelmagen zerkleinert er die Beute dann, denn diese kräftigen Magenwände können die Schalen einfach zermahlen. Und dieser Magen kann sich übrigens auch verändern. Frisst ein Knutt viel hartschalige Nahrung, wird der Magen innerhalb weniger Tage größer, um sich dem höheren Nahrungsangebot anzupassen. Gibt es eine Zeit lang eher weiche Nahrung, beispielsweise bevor sie ans Watt kommen (&quot;daheim&quot; in ihren Brutgebieten gibt es vor allem weiche Insekten), schrumpft er wieder. Da es ein paar Tage dauert, bis sich der Magen an die regionale Wattküche angepasst hat, braucht es also erst noch ein wenig, bis sich ein Knutt den lokalen, eher härteren Spezialitäten widmen kann. Solange muss er sich mit Wattwürmern und kleinen Krebschen über Wasser halten. Vor langen Zugflügen ist der Muskelmagen dann häufig wieder verkleinert. Ein großer Magen hilft beim Muschelfressen, bringt beim Fliegen aber zusätzliches Gewicht mit, deshalb setzt der Knutt hier eher auf Understatement und Zurückhaltung.</p><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/1ff85e82-7ea0-4219-bab1-ee4d84866260/uploads/images/4qlqpkzvkz/52FC767A-7F3D-4375-AE8C-647222F2493C_1_102_o.jpeg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><p>Wer ebenfalls im Watt wohnt: Robben. Die habe ich tatsächlich noch nie live gesehen, habe mir aber vorgenommen, die nächstes Jahr mal zu besuchen.</p><p>Wie sieht’s bei dir aus: Warst du schon im Watt unterwegs? Schreib’s mir gern in die Kommentare!</p><p>Bis zum nächsten Mal</p><p>Jasmin</p><hr aria-hidden="true"/><p><strong>💌 Zeig, dass dir diese Arbeit etwas wert ist: Werde Mitglied und lad dir neben zusätzlichen Artikeln auch eGoodies runter. 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Zugegriffen am 27. Oktober 2026. <a href="https://www.awi.de/ueber-uns/standorte/sylt/100-jahre-wattenmeerstation-sylt/salz-und-seegraswiesen.html">Online</a>.</p><p>Baeteman, Cecile, Martyn Waller, und Patrick Kiden. „Reconstructing Middle to Late Holocene Sea-Level Change: A Methodological Review with Particular Reference to ‘A New Holocene Sea-Level Curve for the Southern North Sea’ Presented by K.-E. Behre“. <em>Boreas</em> 40, Nr. 4 (2011): 557–72. <a href="https://doi.org/10.1111/j.1502-3885.2011.00207.x">doi:10.1111/j.1502-3885.2011.00207.x</a>.</p><p>Herrling, G., und C. Winter. „Tidally- and Wind-Driven Residual Circulation at the Multiple-Inlet System East Frisian Wadden Sea“. <em>Continental Shelf Research</em> 106 (2015): 45–59. <a href="https://doi.org/10.1016/j.csr.2015.06.001">doi:10.1016/j.csr.2015.06.001</a>.</p><p>Landesbetrieb für Küstenschutz, Nationalpark und Meeresschutz Schleswig-Holstein, Nationalparkverwaltung. <em>Lebensraum Watt</em>. Faltblatt. Oktober 2022. <a href="https://www.nationalpark-wattenmeer.de/wp-content/uploads/2022/11/FB_Lebensraum-Watt-web.pdf">PDF</a>.</p><p>NASA Jet Propulsion Laboratory. „Glacial Isostatic Adjustment Simulation“. <em>Virtual Earth System Laboratory</em>. Zugegriffen am 30. Oktober 2026. <a href="https://sealevel.nasa.gov/vesl/web/solid-earth/gia/">Online</a>.</p><p>Nationalpark Wattenmeer. „Tiere“. Zugegriffen am 27. Oktober 2026. <a href="https://www.nationalpark-wattenmeer.de/wissen/natur/tiere/">Online</a>.</p><p>Oost, A. P., Christian Winter, P. Vos, u. a. <em>Wadden Sea Quality Status Report: Geomorphology</em>. Common Wadden Sea Secretariat, 2017. <a href="https://doi.org/10.5281/zenodo.15102363">doi:10.5281/zenodo.15102363</a>.</p><p>Umweltbundesamt. „Gewässertyp 2015 – Salzreiches Wattenmeer“. 29. März 2019. <a href="https://www.umweltbundesamt.de/themen/wasser/gewaessertyp-des-jahres/gewaessertyp-2015-salzreiches-wattenmeer">Online</a>.</p><p>Walters, David, Laura J. Moore, Orencio Duran Vinent, Sergio Fagherazzi, und Giulio Mariotti. „Interactions between Barrier Islands and Backbarrier Marshes Affect Island System Response to Sea Level Rise: Insights from a Coupled Model“. <em>Journal of Geophysical Research: Earth Surface</em> 119, Nr. 9 (2014): 2013–31. <a href="https://doi.org/10.1002/2014JF003091">doi:10.1002/2014JF003091</a>.</p><p>Wehrmann, Achim. „Wadden Sea“. In <em>Encyclopedia of Marine Geosciences</em>, herausgegeben von Jan Harff, Martin Meschede, Sven Petersen, und Jörn Thiede. Springer Netherlands, 2014. <a href="https://doi.org/10.1007/978-94-007-6644-0_143-1">doi:10.1007/978-94-007-6644-0_143-1</a>.</p><p>WWF Deutschland. <em>Nationalpark und Weltnaturerbe Wattenmeer: Der „Bahnhof“ der Küstenvögel auf dem Ostatlantischen Zugweg</em>. Poster. 1. Auflage, Oktober 2016. <a href="https://www.wwf.de/fileadmin/fm-wwf/Publikationen-PDF/WWF-Poster-Wattenmeer-Vogelzug-Fahrplan.pdf">PDF</a>.</p>]]></content:encoded>
      <category><![CDATA[Heimische Natur]]></category>
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      <pubDate>Sun, 01 Nov 2026 15:06:12 +0000</pubDate>
    </item>
    <item>
      <title><![CDATA[Olivers Reise (Teil 2): Europa und Marokko]]></title>
      <description><![CDATA[Moin aus Marokko! Ich bin inzwischen auf einem anderen Kontinent und will dir von meiner neusten Etappe berichten.]]></description>
      <content:encoded><![CDATA[<p><strong>Die Reise unserer Gartengrasmücke Oliver geht weiter. Er hat seine Angst vor dem Meer überwunden und ist in eine brenzlige Situation geraten. Außerdem ist er nicht mehr allein!</strong></p><p><strong><em>💌 </em></strong><a href="https://steady.page/de/jasminschreiber/newsletter/sign_up"><strong><em>Abonniere diese Kolumne und bekomme Olivers Updates direkt in dein Postfach»</em></strong></a></p><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/75474b8b-bd80-4a74-b982-a6a1f974dc49/uploads/images/ptiufh2efz/IMG_1272.png?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><p>Moin aus Marokko! Ich bin inzwischen auf einem anderen Kontinent, und du sitzt womöglich immer noch auf demselben Sofa. Wie läuft’s mit deiner Serie?</p><p>Seit Hamburg ist einiges bei mir passiert. Gerade sitze ich hier im Gebüsch und frühstücke, also habe ich Zeit, dir ein wenig von meinen letzten Wochen zu erzählen. Heute ist der 14. Oktober, und dem 11. bin ich in Marokko. Der Wind hier ist trocken und warm, und ich habe das Gefühl, dass mir die Sahara schon in die Augen gepustet wird. Aktuell mache ich noch viele Pausen, mein Körper muss sich erst einmal an diesen Leistungsport gewöhnen, aber insgesamt komme ich gut durch.</p><p>Das mit der Nahrungssuche ist auf jeden Fall eine Herausforderung. Zu Hause in Hamburg weiß ich, wo es die besten Insekten und Beeren gibt, aber hier auf meiner Reise ist alles neu für mich und ich muss mich viel mehr anstrengen, einen Snack zu finden. Das Suchen verbraucht natürlich auch wieder Energie. Gestern hat mich ein Hund weggebellt und die nackten Affen, die zu ihm gehört haben, haben gelacht. Ihr findet das ja oft witzig, wenn Hunde oder Kinder Vögel wie beispielsweise Tauben aufscheuchen. Wir finden das aber selbst gar nicht so witzig, denn dieser Stress verbraucht unglaublich viel Energie. Im Gegensatz zu euch können wir nicht an einen gut gefüllten Kühlschrank gehen, wenn wir Hunger haben, just saying.</p><p>In den folgenden Tagen gewöhnte ich mich an mein Leben als Reisender. Ich zog durch Westdeutschland und weiter nach Frankreich, wo ich bis Ende September unterwegs war und wo mich nachts oft dasselbe Bild begleitete wie zu Hause: beleuchtete Straßen, die sich unter mir zwischen dunklen Flächen hindurchwinden. Irgendwann glaubte ich, den Dreh raus zu haben und entspannte mich immer mehr … zu Unrecht, wie sich herausstellte.</p><p>Am Ende einer dieser Flugnächte, der Himmel im Osten wurde gerade grau, hatte ich nach vielen Stunden non-stop-Flug schon ein Gehölz ins Auge gefasst, in dem ich den Tag verschlafen wollte. Ich war müde, meine Flügel waren schwer, und ich dachte an nichts anderes als an den Moment, in dem ich endlich auf einem Zweig sitzen würde, uff. Da hörte ich über mir ein Rauschen. Ich drehte den Kopf, und was ich sah, ließ mich kurz absacken: weit gespreizte scharfe Krallen, und zwar wenige Meter hinter mir – und sie kamen rasend schnell näher, viel schneller, als ich jemals fliegen könnte. Ein Falke! Er musste mich schon eine Weile verfolgt haben, hat sich vermutlich lautlos über mir immer weiter hinab geschraubt, bis er nur noch ein paar Meter von mir entfernt war. Ich warf mich schnell zur Seite, so hart, dass mir für einen Moment kurz schummrig wurde.</p><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/75474b8b-bd80-4a74-b982-a6a1f974dc49/uploads/images/3nk3yungev/Unbenanntes_Projekt_31.png?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><p>Ich bemühte mich, schneller und im Zickzack zu fliegen, das dornige Schlehengebüsch, auf das ich es abgesehen hatte, fühlte sich auf einmal nah und fern gleichzeitig an. Zehn Flügelschläge, vielleicht weniger, ich musste nur noch ein bisschen durchhalten! Go, Oliver, go, feuerte ich mich selber an. Mein Sichtfeld wurde eng, mein Herz raste, ich war mir fast sicher, dass ich es nicht schaffen würde. Der Luftzug der Schwingen des Falken kitzelte schon meinen Nacken, ich schloss meine Augen, klappte die Flügel an und ließ mich einfach fallen, mitten hinein zwischen die Zweige. Die Dornen rissen mir ein paar Federn aus, aber es war mir egal, und dann saß ich tief im Gestrüpp, während der Falke über mir im Rüttelflug stand, bis er endlich aufgab.</p><p>Mein Herz hämmerte noch Minuten später. Ich blieb in meinem Versteck, bis die Sonne hoch stand und das Gebüsch voller Insekten war, und selbst dann sah ich erst lange nach oben, bevor ich mich rührte. Jetzt, wo ich das erzähle, bin ich wieder ganz zittrig, puh. Das Leben als Zugvogel ist wirklich gefährlich, ich frage mich, wie meine Eltern das so oft geschafft haben.</p><p>In Südspanien hatte ich jedenfalls einen ziemlich großen Appetit, weil ich in den vielen durchgeflogenen Nächten ganz schön von meinen Fettreserven gezehrt habe. Vor der Überquerung des Meeres, wovor ich ein wenig Bammel hatte, blieb ich mehrere Tage im Doñana-Gebiet, nahe der Mündung des Guadalquivir. Dort fraß ich die kleinen schwarzen Früchte des Mastixstrauchs, <em>Pistacia lentiscus</em>, die in dieser Gegend im Herbst reif werden und eigentlich ganz lecker sind. Wusstest du, dass ihr mit dem Harz dieses Strauchs früher Mumien einbalsamiert habt? Nix für ungut, aber ihr seid echt komisch. Jedenfalls schnabulierte ich hier auch eine Menge Insekten, hatte also eigentlich eine ganz gute Mischung an Nährstoffen.</p><p>Für mich ist es wichtig, ausgewogen zu essen. Früchte liefern mir je nach Art Zucker oder Fett, aus denen mein Körper die Energievorräte auffüllen kann, die ich jede Nacht verfliege. Für die Versorgung meiner stark beanspruchten Muskeln brauche ich aber auch Protein, also Eiweiß, das ich mit den Insekten aufnehme. Viele Früchte enthalten davon wenig, deshalb muss ich Insekten jagen.</p><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/75474b8b-bd80-4a74-b982-a6a1f974dc49/uploads/images/pvv6znplyb/Zugunruhe.png?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><p>Ich nehme jetzt gerade viel mehr Mahlzeiten auf, als ich es in Deutschland normalerweise mache, weshalb sich mein Verdauungstrakt entsprechend anpassen muss, damit er diese Mengen überhaupt verdauen kann. Wenn mein Darm mit dem vielen Futter überfordert wäre, würde mir selbst der ergiebigste Futterplatz wenig helfen und ich würde Gewicht verlieren. Während ich mir also meine Reserven anmampfe, wächst mein Darm. Ja, das hast du richtig gelesen. Das Gewebe meiner Verdauungsorgane nimmt zu, sodass ich größere Mengen Nahrung verarbeiten kann. Von der Energie, die in meinem Futter steckt, kann mein Körper jetzt einen höheren Anteil aufnehmen. Ein Teil der Nahrungsenergie geht immer mit den Ausscheidungen verloren, aber meine neue, effizienter umgebaute Verdauung kann jetzt mehr Nährstoffe aus der Futtermasse im Darm ziehen, bevor ich auf Toilette muss. Vielleicht fragst du dich: Hä, aber wieso ist das nicht immer so, das klingt doch prima! Wie so vieles im Leben hat das auch zwei Seiten: Den größeren Darm muss ich dann natürlich mit durch die Luft tragen. Das zusätzliche Organgewebe macht mich schwerer und verbraucht selbst natürlich viel Energie, auch wenn ich gerade schlafe, weil seine Zellen weiterarbeiten und sich erhalten müssen. Für diese Versorgung geht ein Teil dessen drauf, was ich tagsüber aufnehme. Ich müsste also, so wie jetzt, dauernd essen und hätte gar nicht mehr genug Zeit für Partnersuche, Paarung, Aufzucht des Nachwuchses und so weiter. Und wenn ich mehr wiege, bin ich auch etwas langsamer, was natürlich für Fressfeinde ein Vorteil ist. Deshalb bin ich ganz froh, dass das nicht immer so ist.</p><p>So gingen in Spanien jedenfalls mehrere Tage mit Fressen und Erholung vorbei, bis ich am Abend des 10. Oktober weiterflog. Solche Aufenthalte beanspruchen bei vielen Zugvögeln den größten Teil der Reisezeit. Bei mir hängt die Dauer des Päuschens davon ab, wie es mir körperlich geht und wie viel Nahrung ich finde, außerdem muss das Wetter für den nächsten Flug natürlich ebenfalls passen.</p><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/75474b8b-bd80-4a74-b982-a6a1f974dc49/uploads/images/nucaaejygy/IMG_1285.png?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><p>In der Nacht vom 10. auf den 11. Oktober überwand ich meine Angst und wagte es endlich: Ich flog über das Meer, allerdings traute ich mich nicht über die breite Stelle. Ich weiß von meiner Partnerin, dass die meisten Vögel den direkten Weg wählen, aber das ist mir noch ne Nummer zu groß. Über dem Wasser kann ich meine Reise bis zur nächsten Küste ja nicht unterbrechen, deshalb hatte ich ein wenig Sorge, das nicht zu schaffen und nahm den Umweg in Kauf. Nur das Wasser unter mir zu sehen, hat mir ganz schön Angst gemacht, auch, wenn es nur eine Stunde war. Ich hab dort ein paar von euren Schiffen gesehen, und der Gedanke, dort gegebenenfalls notlanden zu können, hat mir ein wenig Sicherheit gegeben.</p><p>Ich kam erschöpft und auch sehr hungrig in Marokko an, und dort erlebte ich eine schöne Überraschung: Ich habe einen Trupp Gartengrasmücken gefunden, die hier Station machen und anscheinend nicht weiterziehen. Hier habe ich mich angeschlossen und fühle mich jetzt sicherer, weil wir gegenseitig auf uns aufpassen können. Auch mal schön. Kurz habe ich überlegt, auch einfach hier zu bleiben, aber die Konkurrenz ist hier zu hoch. Außerdem würde ich mich wohler fühlen, wirklich am Ziel anzukommen, wo all die anderen bestimmt schon sind. Fühlt sich irgendwie richtiger an.</p><p>Jetzt liegen vor mir also noch die langen Etappen durch Nordafrika. Wie es mir bei der Saharaquerung ergeht, erzähle ich dir dann bald, ich hoffe, es geht bis dahin alles gut.</p><p>Bis zum nächsten Mal,</p><p>dein Oliver (&amp; Friends)</p><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/75474b8b-bd80-4a74-b982-a6a1f974dc49/uploads/images/5sktp3jmrt/IMG_1289.png?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><h3><mark style="background-color: rgb(222, 244, 220); color: inherit;">Wenn du Olivers Reisen in den nächsten Monaten live verfolgen willst, kannst du das Naturarium hier kostenlos abonnieren und so seine Updates direkt ins Postfach kriegen:</mark></h3><p><a href="https://steady.page/de/jasminschreiber/newsletter/sign_up">Olivers Reise abonnieren</a></p><hr aria-hidden="true"/><p><mark style="background-color: rgb(250, 232, 214); color: inherit;">Hier findest du später alle Teile der Zugvogelreise:</mark></p><p><a href="https://steady.page/de/jasminschreiber/topics/olivers-reise">Zur kompletten Reise</a></p><hr/><p>QUELLEN</p><p>Hume, I.D., Biebach, H. Digestive tract function in the long-distance migratory garden warbler, Sylvia borin. <em>J Comp Physiol B</em> <strong>166</strong>, 388–395 (1996). <a href="https://doi.org/10.1007/BF02336922">https://doi.org/10.1007/BF02336922</a></p><p>Newton, Ian. <em>The Migration Ecology of Birds</em>. Academic Press, 2023.</p><hr aria-hidden="true"/><p><strong><mark style="background-color: rgb(250, 241, 211); color: inherit;">💌 Mehr Natur gefällig? Komm dazu, werde Mitglied und schnapp dir extra Artikel und eGoodies. Als Sperling bekommst du sogar Post! 💌</mark></strong></p><p><a href="https://steady.page/de/jasminschreiber/about">Pakete anschauen</a></p><hr aria-hidden="true"/><p>🌿 Gärtnern für die Artenvielfalt? <a href="https://steady.page/de/hortarium/newsletter/sign_up">Abonniere meine kostenfreie Gartenkolumne, in der wir auf Balkonen, im Garten und auf der Fensterbank naturnah gärtnern»</a></p><p>🎙️ Höre meinen Biologie-Podcast <a href="https://bugtales.fm/">beim Podcastanbieter deiner Wahl</a>»</p><p><strong>Ich würde mich auch freuen, wenn du mir auf Social Media folgst:</strong><br/>👩🏻‍🌾 Garten-Updates: <a href="https://www.instagram.com/insektengarten">Mein Garten-Account auf Instagram</a>»<br/>📗 Mein normaler <a href="https://www.instagram.com/lavievagabonde">Instagram-Account als Autorin»</a><br/>🌤️ <a href="https://bsky.app/profile/schreibersnaturarium.de">Mein Account auf Bluesky</a>»<br/>🦣 <a href="https://chaos.social/@lavievagabonde">Mein Account auf Mastodon</a>»</p>]]></content:encoded>
      <category><![CDATA[Olivers Reise]]></category>
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      <pubDate>Wed, 14 Oct 2026 12:00:01 +0000</pubDate>
    </item>
    <item>
      <title><![CDATA[Olivers Reise (Teil 1)]]></title>
      <description><![CDATA[Hallo! Olivers Reise ist eine neue Reihe. Hierbei begleiten wir die Gartengrasmücke Oliver bei seinem Vogelzug nach Afrika und  zurück, und zwar in Echtzeit!]]></description>
      <content:encoded><![CDATA[<p><strong>Hallo! Olivers Reise ist eine neue Reihe. Hierbei begleiten wir die Gartengrasmücke Oliver bei seinem Vogelzug nach Afrika und dann auch wieder zurück, bis er im Mai wieder hier in Hamburg ankommt.</strong></p><p><strong>Die Updates von Oliver kommen in <em>Echtzeit</em>, das bedeutet, dass es auch welche geben wird, die unabhängig vom normalen Naturarium-Rhythmus in deinem Postfach aufploppen. Ich wünsche dir viel Spaß damit!</strong></p><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/0bd8049c-f2b0-4782-869c-650e1c1eef0b/uploads/images/22e4r5n3l3/Unbenanntes_Projekt_29.png?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><h3>25. September 2026</h3><p>Moin, mein Name ist Oliver. Ich bin eine Gartengrasmücke und wohne normalerweise in Hamburg, wobei ich gerade dabei bin, meine Abwesenheitsnotiz einzurichten und die Zelte abzubrechen, denn ich hab noch was vor; ist `ne große Sache, sag ich dir gleich. Wenn du Lust hast, kannst du mich die nächsten Monate begleiten: von Hamburg über Südwesteuropa bis nach Afrika südlich der Sahara, und dann auch wieder wieder zurück in die Hansestadt.</p><p>Kurz zu mir: Wir Gartengrasmücken sind keine super auffälligen Vögel, sondern das, was Birder oft als <strong>KBV</strong><em> </em>bezeichnen: <strong>K</strong>leiner <strong>B</strong>rauner <strong>V</strong>ogel. Ich bin ein Männchen, aber das würdest du mir nicht ansehen, da es zwischen mir und den Weibchen keine optischen Unterschiede gibt; also ganz anders als bei der Mönchsgrasmücke, bei der die Jungs eine fast schwarze Kappe auf dem Kopf tragen. Meine braune Mütze hingegen sieht man nicht auf den ersten Blick, manchmal verwechselt man mich deshalb auch mit der Dorngrasmücke oder einer weiblichen Mönchsgrasmücke.</p><p>Aber jetzt zu meiner Situation. Es ist Ende September, und in der Nachbarschaft ist es echt ruhig geworden, ich bin so ziemlich der Letzte hier in der Gegend. Ich hab dieses Jahr meine erste Brut versorgt, und oh Boy, war das stressig! Ich hatte das Gefühl, dass die kleinen Monsterchen niemals schlafen, meine diesjährige Partnerin war fix und fertig, und ich ehrlich gesagt auch. Jetzt sind die kleinen Scheißer aus dem Haus, und irgendwie fehlen sie einem dann doch …? Verdammt. So macht die Natur das also, dass man sich das jedes Jahr wieder antut! Mein Weibchen ist jedenfalls schon vor fast 3 Wochen losgezogen, vielleicht sieht man sich irgendwann mal wieder, vielleicht nicht. Sie ist schon erfahrener als ich, für mich ist das jetzt die erste Reise, ich bin also etwas aufgeregt und wollte mir deshalb mit der Vorbereitung mehr Zeit lassen.</p><p>Du fragst dich vielleicht, wieso ich jetzt erst meine erste Reise vor mir habe, da das ja schon meine zweite Saison ist? Nun, ich bin eigentlich ein Jungvogel aus dem letzten Jahr, war aber verletzt und wurde von einem von euch über den Winter gepflegt. Keine Ahnung, ich hab echt eine Weile gebraucht, um mich an euch nackte Affen (no offense) zu gewöhnen und war dann auch ganz froh, im Frühjahr aus der “Haft” entlassen worden zu sein.</p><p>Aber zurück zu meinen Reisevorbereitungen. Normalerweise wiege ich so 15-20 Gramm, vor der Reise versuchen wir Grasmücken aber, unser Gewicht auf bis zu 30 Gramm zu erhöhen, damit wir genug Reserven für den langen Zug haben. Die gastronomische Versorgung unterwegs ist etwas unzuverlässig, weshalb ich mein Essen selbst mitnehmen muss, und zwar in meinen Fettpolstern. Nachdem ich fast drei Wochen länger als meine Partnerin gefuttert habe, wiege ich etwas mehr als 29 Gramm und fühle mich ganz gut gewappnet.</p><p><em>💌 </em><a href="https://steady.page/de/jasminschreiber/newsletter/sign_up"><em>Abonniere diese Kolumne und bekomme Olivers Updates direkt in dein Postfach»</em></a></p><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/0bd8049c-f2b0-4782-869c-650e1c1eef0b/uploads/images/z6dfbho6le/Unbenanntes_Projekt_30.png?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><h3>Nacht vom 25. auf den 26. September 2026</h3><p>Es wird dunkel, aber ich bin irgendwie richtig unruhig und kann mich nicht entspannen. Schlafen klappt nicht. Während du dich vielleicht gerade aufs Sofa verziehst, sitze ich im Gebüsch und hibbel herum. Ich glaube, das ist das Zeichen, oder?</p><p>Ob ich tatsächlich losfliege, hängt davon ab, was draußen los ist. Bläst der Wind zu meinen Gunsten, komme ich leichter voran, während Gegenwind mich zusätzliche Energie kostet, da warte ich dann lieber noch ein bisschen. Regen wäre natürlich der Supergau, wir Gartengrasmücken brechen deshalb nur bei trockenem Wetter auf. Wir gucken dafür auch, ob der Himmel stark bewölkt ist. Falls es dich interessiert: Das alles hat ein Forschungsteam an der schleswig-holsteinischen Nordseeküste untersucht, wo es Gartengrasmücken mit kleinen Funksendern ausgestattet und die Bewegungen verfolgt hat. Wenn die Bedingungen unterwegs schlechter wurden, stieg auch die Wahrscheinlichkeit, dass die untersuchten Kollegen wieder landeten und es aussaßen. Hätte ich denen auch sagen können, aber gut, mich fragt mal wieder niemand …</p><p>Okay. Ich halte es nicht mehr aus, ich muss los! Als ich schließlich aus dem Gebüsch fliege und über die Bäume steige, liegen unter mir noch die beleuchteten Häuser, in denen ihr haust. Da sitzt du vielleicht gerade mit ‘ner Tüte Chips vor Netflix, während ich Hamburg hinter mir lasse. Ich muss jetzt erst einmal in Richtung Südwesten, und vielleicht fragst du dich, woher ich überhaupt weiß, in welche Richtung ich fliegen soll? Ich meine: Es ist ja auch dunkel!</p><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/0bd8049c-f2b0-4782-869c-650e1c1eef0b/uploads/images/xxxmlnwb4n/Nachtziehende_singvoegel.png?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><p>Weil ich heute in Gönnerlaune bin, verrate ich es dir: Zur Orientierung kann ich das Magnetfeld der Erde benutzen. Es ist meine erste Reise, ich habe also keine Erfahrung, aber diese Fähigkeiten sind bei mir zum Glück angeboren. Auch das habt ihr natürlich erforscht, ihr Menschen seid einfach unendlich neugierig. Wie gut das funktioniert, haben zwei Wissenschaftler mit 59 von Hand aufgezogenen Gartengrasmücken untersucht, die sie unter gleichbleibenden Temperatur- und Tageslängenbedingungen in elender und nervenzehrender Gefangenschaft gehalten haben … ja okay, ich glaube, den gefiederten Kollegen ging es ganz okay, wobei die sicher auch lieber draußen gewesen wören. Die beiden Forscher haben die Vögel jedenfalls in runde Käfige gesetzt, sodass sie beobachten konnten, in welche Richtung die Tiere während ihrer nächtlichen Zugunruhe drängten. Die eingesperrten Gartengrasmücken konnten den Himmel dort gar nicht sehen, hatten aber seit der Geburt den Magnetsinn zur Verfügung und bewegten sich deshalb in die die zur Jahreszeit passende Zugrichtung, die ihnen das Erdmagnetfeld verriet. Ich muss gar nicht groß nachdenken und spüre einfach immer, wo ich lang muss. Praktisch, oder?</p><p>Ebenfalls sehr wichtig für meine Navigation: Wenn ich die Sterne sehen kann, helfen die mir bei der Orientierung. Das macht alles etwas einfacher, vor allem jetzt bei meinem ersten Zug, ich bin ja noch Grün hinter den Ohren, was das angeht! Durch die Erdrotation sehen wir Gartengrasmücken im Laufe der Nacht, wie die Sterne um einen ganz bestimmten Punkt am Himmel wandern, der uuuuungefähr in der Nähe des Polarstern liegt. Das ist sozusagen unser Anker. An der Drehung konnten auch meine Kinder in ihrer ersten Zeit als Erwachsene noch hier in Hamburg lernen, wo Norden ist, damit sie sich jetzt während ihrer ersten großen Reise nach dem vertrauten Sternmuster richten können. Dafür reicht es auch, nur ein paar einzelne Sterne zu sehen: 16 Lichtpunkte genügen, damit ich weiß, wo ich bin.</p><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/0bd8049c-f2b0-4782-869c-650e1c1eef0b/uploads/images/7zz4akiony/Cc_cozy_illustrator_canvas_5_2.png?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><p>Für jetzt reicht mir erst einmal, dass ich unterwegs bin. Die Luft ist schon deutlich kühler als noch vor zwei Wochen, aber der Himmel ist ganz klar und ich fühle mich gut und frei. Etwas weiter oben ziehen einige Kraniche in dieselbe Richtung, und hier und da entdecke ich andere Grasmücken, die ebenfalls erst heute starten. Ha, bin ich wohl doch nicht der Letzte! Wir Grasmücken ziehen besonders gern nachts übers Land, weil wir tagsüber Nahrung suchen und uns gern ausruhen, bevor die nächste Flugnacht ansteht. Bis nach Afrika werde ich einige Etappen brauchen, zwischen denen ich wieder fressen muss, sofern sich die Gelegenheit ergibt. Die Fettpolster aus Hamburg werden mich also zunächst ein Stück durch Europa bringen, müssen aber hier und da wieder aufgefüllt werden.</p><p>Hinter mir werden die Lichter dunkler, der Wind weht mir um meinen Schnabel, und irgendwo da unten bleibt das Gebüsch zurück, in dem ich diesen Sommer meine Jungen großgezogen habe. Wie es ihnen wohl geht? Die Reise ist natürlich sehr gefährlich: Wetter, Greifvögel, Katzen, Windräder, Schornsteine, Flugzeuge, Krankheiten, Nahrungsmangel, Erschöpfung, Fehler bei der Navigation … das alles sind Gefahren, denen wir trotzen müssen. Ich hoffe, wir schaffen es alle.</p><p>Drück uns die Daumen.</p><p>Bis zum nächsten Mal,</p><p>dein Oliver</p><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/0bd8049c-f2b0-4782-869c-650e1c1eef0b/uploads/images/gvk32vxada/Olivers_Reisen_1_Ebenen_.png?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><hr aria-hidden="true"/><h4><strong><mark style="background-color: rgb(222, 244, 220); color: inherit;">Wenn du Olivers Reisen in den nächsten Monaten live verfolgen willst, kannst du das Naturarium hier kostenlos abonnieren und so seine Updates direkt ins Postfach kriegen:</mark></strong></h4><p><a href="https://steady.page/de/jasminschreiber/newsletter/sign_up">Olivers Reise abonnieren</a></p><hr aria-hidden="true"/><p><mark style="background-color: rgb(250, 232, 214); color: inherit;">Hier findest du später alle Teile der Zugvogelreise:</mark></p><p><a href="https://steady.page/de/jasminschreiber/topics/olivers-reise">Zur kompletten Reise</a></p><hr/><p>QUELLEN</p><p>Gwinner, Eberhard, und Wolfgang Wiltschko. „Endogenously Controlled Changes in Migratory Direction of the Garden Warbler,Sylvia Borin“. <em>Journal of Comparative Physiology</em> 125, Nr. 3 (1978): 267–73. <a href="https://doi.org/10.1007/BF00656605">https://doi.org/10.1007/BF00656605</a>.</p><p>Newton, Ian. <em>The Migration Ecology of Birds</em>. Academic Press, 2023.</p><p>Rüppel, Georg, Ommo Hüppop, Sander Lagerveld, Heiko Schmaljohann, und Vera Brust. „Departure, routing and landing decisions of long-distance migratory songbirds in relation to weather“. <em>Royal Society Open Science</em> 10, Nr. 2 (2023): 221420. <a href="https://doi.org/10.1098/rsos.221420">https://doi.org/10.1098/rsos.221420</a>.</p><p>„The Development of the Star Compass in Garden Warblers, Sylvia borin - WILTSCHKO - 1987 - Ethology - Wiley Online Library“. Zugegriffen 9. Oktober 2026. <a href="https://onlinelibrary.wiley.com/doi/10.1111/j.1439-0310.1987.tb00939.x">https://onlinelibrary.wiley.com/doi/10.1111/j.1439-0310.1987.tb00939.x</a>.</p><p>„The migratory strategy of the Garden Warbler: A survey of field and laboratory data: Ringing &amp; Migration: Vol 8, No 2“. Zugegriffen 9. Oktober 2026. <a href="https://www.tandfonline.com/doi/abs/10.1080/03078698.1987.9673903">https://www.tandfonline.com/doi/abs/10.1080/03078698.1987.9673903</a>.</p><hr aria-hidden="true"/><p><strong><mark style="background-color: rgb(250, 241, 211); color: inherit;">💌 Mehr Natur gefällig? Komm dazu, werde Mitglied und schnapp dir extra Artikel und eGoodies. Als Sperling bekommst du sogar Post! 💌</mark></strong></p><p><a href="https://steady.page/de/jasminschreiber/about">Pakete anschauen</a></p><hr aria-hidden="true"/><p>🌿 Gärtnern für die Artenvielfalt? <a href="https://steady.page/de/hortarium/newsletter/sign_up">Abonniere meine kostenfreie Gartenkolumne, in der wir auf Balkonen, im Garten und auf der Fensterbank naturnah gärtnern»</a></p><p>🎙️ Höre meinen Biologie-Podcast <a href="https://bugtales.fm/">beim Podcastanbieter deiner Wahl</a>»</p><p><strong>Ich würde mich auch freuen, wenn du mir auf Social Media folgst:</strong><br/>👩🏻‍🌾 Garten-Updates: <a href="https://www.instagram.com/insektengarten">Mein Garten-Account auf Instagram</a>»<br/>📗 Mein normaler <a href="https://www.instagram.com/lavievagabonde">Instagram-Account als Autorin»</a><br/>🌤️ <a href="https://bsky.app/profile/schreibersnaturarium.de">Mein Account auf Bluesky</a>»<br/>🦣 <a href="https://chaos.social/@lavievagabonde">Mein Account auf Mastodon</a>»</p>]]></content:encoded>
      <category><![CDATA[Olivers Reise]]></category>
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      <pubDate>Fri, 09 Oct 2026 16:34:29 +0000</pubDate>
    </item>
    <item>
      <title><![CDATA[Wallpaper September 26]]></title>
      <description><![CDATA[Wenn du eine Elch-, Sperling- oder Wal-Mitgliedschaft hast, findest du hier das Hintergrundbild für den aktuellen Monat! ❤️]]></description>
      <content:encoded><![CDATA[<p>Wenn du eine Elch-, Sperling- oder Wal-Mitgliedschaft hast, findest du hier die Hintergrundbilder für Desktop und Handy für den aktuellen Monat!</p><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/9967649a-6ad1-4332-9faf-1967c4db82bc/uploads/images/be2igre2n3/5.png?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><p><a href="https://steady.page/db21f24b-40e6-4c6e-befe-eaa5884eed34/posts/9967649a-6ad1-4332-9faf-1967c4db82bc">Auf Steady weiterlesen</a></p>]]></content:encoded>
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      <pubDate>Tue, 06 Oct 2026 12:19:16 +0000</pubDate>
    </item>
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      <title><![CDATA[Wallpaper August 26]]></title>
      <description><![CDATA[Wenn du eine Elch-, Sperling- oder Wal-Mitgliedschaft hast, findest du hier das Hintergrundbild für den aktuellen Monat! ❤️]]></description>
      <content:encoded><![CDATA[<p>Wenn du eine Elch-, Sperling- oder Wal-Mitgliedschaft hast, findest du hier die Hintergrundbilder für Desktop und Handy für den aktuellen Monat!</p><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/af00dfa8-1a7f-425e-b138-dc972224aaab/uploads/images/ce3tbwnwch/2.png?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><p><a href="https://steady.page/db21f24b-40e6-4c6e-befe-eaa5884eed34/posts/af00dfa8-1a7f-425e-b138-dc972224aaab">Auf Steady weiterlesen</a></p>]]></content:encoded>
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      <pubDate>Tue, 06 Oct 2026 12:02:35 +0000</pubDate>
    </item>
    <item>
      <title><![CDATA[Sprachnachricht #4 | Long time, no see]]></title>
      <description><![CDATA[Heute erzähle ich, wo ich in letzter Zeit war und wie es weitergeht.]]></description>
      <content:encoded><![CDATA[<h1>Sprachnachricht #4 | Long time, no see (sorry)</h1><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/507c6b73-1185-4f4b-a572-743c4f0c447b/uploads/images/7lt6bi3vkz/Unbenanntes_Projekt_3.png?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><p>Hallo!</p><p>Das ist jetzt unangenehm, ja. Lange nichts gehört, hier erkläre ich euch, wo ich gesteckt habe.</p><p>Diese Sprachnachricht geht an alle Mitglieder von Schreibers Naturarium und Schreibers Hortarium, ihr kriegt also die gleiche. Wenn ihr es statt hören lieber lesen wollt, gibt es hier drunter ein Transkript. Nicht wundern: Es ist ein wörtliches Transkript, klingt also gelesen etwas komisch im Vergleich zu einem normalen Text.</p><p><a href="https://steady.page/db21f24b-40e6-4c6e-befe-eaa5884eed34/posts/507c6b73-1185-4f4b-a572-743c4f0c447b">Auf Steady weiterlesen</a></p>]]></content:encoded>
      <category><![CDATA[Sprachnachrichten]]></category>
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      <pubDate>Tue, 06 Oct 2026 09:30:36 +0000</pubDate>
    </item>
    <item>
      <title><![CDATA[Wallpaper Juli 26]]></title>
      <description><![CDATA[Wenn du eine Elch-, Sperling- oder Wal-Mitgliedschaft hast, findest du hier das Hintergrundbild für den aktuellen Monat! ❤️]]></description>
      <content:encoded><![CDATA[<p>Wenn du eine Elch-, Sperling- oder Wal-Mitgliedschaft hast, findest du hier die Hintergrundbilder für Desktop und Handy für den aktuellen Monat! ❤️ </p><p><em>Da ihr mir die Rückmeldung gegeben habt, dass mit der Bildqualität irgendwas nicht gestimmt hat, ist das ein Re-Upload. Sollte immer noch etwas komisch angezeigt werden, bitte gebt Bescheid!</em></p><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/d5a44b71-2467-44fb-a4f2-b4b3c0425e05/uploads/images/2wzx3i6eb7/3.png?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><p><a href="https://steady.page/db21f24b-40e6-4c6e-befe-eaa5884eed34/posts/d5a44b71-2467-44fb-a4f2-b4b3c0425e05">Auf Steady weiterlesen</a></p>]]></content:encoded>
      <category><![CDATA[Wallpaper & E-Goodies]]></category>
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      <pubDate>Tue, 04 Aug 2026 09:19:37 +0000</pubDate>
    </item>
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      <title><![CDATA[Wallpaper Juni 26]]></title>
      <description><![CDATA[Wenn du eine Elch-, Sperling- oder Wal-Mitgliedschaft hast, findest du hier das Hintergrundbild für den aktuellen Monat! ❤️]]></description>
      <content:encoded><![CDATA[<p>Wenn du eine Elch-, Sperling- oder Wal-Mitgliedschaft hast, findest du hier die Hintergrundbilder für Desktop und Handy für den aktuellen Monat! ❤️ </p><p><em>Da ihr mir die Rückmeldung gegeben habt, dass mit der Bildqualität irgendwas nicht gestimmt hat, ist das ein Re-Upload. Sollte immer noch etwas komisch angezeigt werden, bitte gebt Bescheid!</em></p><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/f0a14a3b-4831-4ea4-b7d1-26ce2f4bd45b/uploads/images/igx5t5633y/2.png?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><p><a href="https://steady.page/db21f24b-40e6-4c6e-befe-eaa5884eed34/posts/f0a14a3b-4831-4ea4-b7d1-26ce2f4bd45b">Auf Steady weiterlesen</a></p>]]></content:encoded>
      <category><![CDATA[Wallpaper & E-Goodies]]></category>
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      <pubDate>Tue, 04 Aug 2026 09:17:39 +0000</pubDate>
    </item>
    <item>
      <title><![CDATA[Der Tyrannosaurus und das indigene Land]]></title>
      <description><![CDATA[Wie ein T. rex dafür sorgte, dass ein Rechtsstreit ausbrach und jemand ins Gefängnis musste, und wie dadurch ein indigener Farmer plötzlich zum Millionär wurde.]]></description>
      <content:encoded><![CDATA[<h1>Wie ein Tyrannosaurus einen indigenen Farmer durch ein umstrittenes Gesetz versehentlich zum Millionär machte</h1><p><strong><em>Ja, das ist der Titel, und ja, darum geht es. Schauen wir uns an, was da in den 1990er Jahren los war, und wieso ein Fossilfund so eine Kette an juristischem Chaos nach sich zog.</em></strong></p><figure><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/4a40d8c2-bb34-4e24-bcfa-b192ae0709ae/uploads/images/kogp2y4rdc/Sue_skull.jpg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><figcaption>Sues Schädel | Geoffrey Fairchild für Wikimedia Commons, CC BY 2.0.</figcaption></figure><p>Am 14. Mai 1992 betreten Bundesbeamte das <em>Black Hills Institute of Geological Research</em> in Hill City, einen Durchsuchungs- und Beschlagnahmungsbefehl in der Hand. Was sie mitnehmen wollen, liegt seit fast zwei Jahren im Gebäude und ist so schwer, dass beim Abtransport mit etlichen LKW sogar die Nationalgarde helfen muss: Es handelt sich um rund zehn Tonnen Material.</p><p>Für das Institut kam das alles überraschend, denn für sie schien die Eigentumsfrage zu diesem Zeitpunkt eigentlich längst geklärt: Der Fund stammte von der Ranch von Maurice Williams, und während der Bergung hatte Williams einen Scheck über 5.000 Dollar angenommen. Nach der Bergung hatte das Team alles nach Hill City gebracht, wo Wissenschaftler:innen in mühevoller Kleinarbeit all das aus dem Gestein herauskratzten, worauf sie es eigentlich abgesehen hatten: einen riesigen Haufen Knochen. Eigentlich schien diese ganze Sache mit der Ausgrabung schon lang erledigt, doch zwei Fragen hatte niemand geklärt: Wofür genau waren die 5.000 Dollar gedacht – und durfte Williams den Fund überhaupt verkaufen?</p><p>Denjenigen, dem die Knochen ursprünglich gehört hatten, konnte natürlich niemand mehr befragen. Er war seit ungefähr 67 Millionen Jahren tot.</p><h2>Der Fund am Steilhang</h2><p>Die Bundesbeamten, die an diesem Maitag im Jahr 1992 anrückten, hatten es auf einen ganz besonderen Fund abgesehen: einen <em>Tyrannosaurus rex</em>, der heute weltberühmt ist und den Namen „Sue“ trägt. Zu verdanken hat das Fossil diesen Namen der Forscherin Sue Hendrickson, die das gigantische Skelett am 12. August 1990 nördlich der Kleinstadt Faith aufgespürt hatte. </p><hr aria-hidden="true"/><p><em><mark style="background-color: rgb(250, 241, 211); color: inherit">Ob das Tier zu Lebzeiten wirklich ein Weibchen war, bleibt unklar – Knochen geben das Geschlecht eines Dinosauriers nur in seltenen Fällen preis, und auch Sue behält dieses Geheimnis für sich.</mark></em></p><hr aria-hidden="true"/><p>Zwei Jahre bevor sich das FBI einschaltete, nahm die Geschichte dieses Jahrhundertfunds einen völlig unspektakulären Anfang. In jenem Sommer war das Team des Black Hills Institute auf Expedition, einer kommerziellen Firma, die ihr Geld unter anderem mit dem Aufspüren und Verkauf von Fossilien verdiente. Die eigentliche Grabungssaison am <em>Ruth Mason Quarry</em>, wo die Gruppe in den Wochen zuvor hauptsächlich <em>Edmontosaurus</em>-Knochen gesichert hatte, war bereits beendet. Ein paar Mitglieder setzten die Suche auf den umliegenden Ranches jedoch noch ein wenig fort, da noch ein wenig Zeit blieb. Am 12. August gruben sie auf dem Grundstück der Familie Williams gerade <em>Triceratops</em>-Fossilien aus, als ein platter Reifen die geplante Abreise ein wenig verzögerte. Während die Kollegen in die Stadt fuhren, um das Rad reparieren zu lassen, vertrieb sich die Paläontologin Sue Hendrickson die Wartezeit mit einer kleinen Erkundungstour in der näheren Umgebung. Sie machte sich allein auf den Weg zu einem verwitterten Steilhang, der ihre Neugier schon zuvor geweckt hatte … Es war nur ein kurzer Spaziergang, doch er sollte am Ende alles verändern.</p><figure><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/4a40d8c2-bb34-4e24-bcfa-b192ae0709ae/uploads/images/ig6af2rtlt/Cheyenne_River_IR.jpg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><figcaption>Die Gegend, auf der die Ranches sind:  Cheyenne River Indian Reservation. | Spencer für Wikimedia Commons, CC BY-SA 2.5.</figcaption></figure><p>Am Fuß des Hangs entdeckte sie erste lose Knochensplitter, was sofort ihre Neugier weckte, und sie dachte sich: Hm, da die kleinen Teile offensichtlich den Hang hinabgerutscht waren, sind weiter oben in der Felswand bestimmt och mehr Knochen verborgen ... Sie ließ den Blick über das Gestein wandern, und tatsächlich ragten dort mehrere Wirbel und ein gewaltiger Oberschenkelknochen direkt aus der Wand. Die enorme Größe und die Form der Knochen ließen nur einen Schluss zu: Jupp, hier lag ein gigantischer fleischfressender Dinosaurier begraben. Schnell lief Hendrickson zurück, um dem Team Bescheid zu geben.</p><p>Nur zwei Tage später rückten die restlichen Forschenden an, um den Riesen aus seinem steinernen Grab zu befreien. Siebzehn Tage lang wurde gegraben, bis die Überreste am 1. September endlich geborgen waren. Eine solche Bergung ist immer ein wenig tricky: Da fossile Knochen oft von feinen Rissen durchzogen und sehr fragil sind, können sie unter ihrem eigenen Gewicht oder dem des umgebenden Gesteins leicht zerbrechen. Das Team ging deshalb sehr behutsam vor, legte die Fundstücke nur teilweise frei und ließ das stützende Gestein um die Knochen herum in Ruhe. Anschließend packten sie diese schweren Blöcke in dicke Lagen aus Gips und speziellem Gewebe. Diese sogenannten „Field Jackets“ sichern das empfindliche Fossil für den holprigen Abtransport.</p><figure><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/4a40d8c2-bb34-4e24-bcfa-b192ae0709ae/uploads/images/5j5iyk2gqx/Field_fg06.jpg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><figcaption>Hier siehst du so eine Gipshülle, in der die Knochen transportiert wurden. | Fritz Geller-Grimm für Wikimedia Commons, CC-By-SA-2.5.</figcaption></figure><p>Noch während der anstrengenden Arbeit wurde den Wissenschaftler:innen klar: <em>Holy shit</em>, sie hatten einen echten Ausnahmefund gemacht. Normalerweise machen Aasfresser und Wetter mit einem Kadaver kurzen Prozess und verstreuen die Überreste mit der Zeit einfach überall. Dass Sue so vollständig war, grenzte an ein Wunder, denn von ihr sind rund 250 Knochen erhalten. Nach der Zahl der Skelettelemente gilt Sue damit als etwa 73 Prozent vollständig, nach Knochenmasse beziehungsweise -volumen sogar als rund 90 Prozent (die größten und wichtigsten sind also alle da). Mit ihren gut zwölf Metern Länge gehört sie bis heute zu den mächtigsten Exemplaren ihrer Art, die je gefunden wurden.</p><figure><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/4a40d8c2-bb34-4e24-bcfa-b192ae0709ae/uploads/images/yhecikzewj/Bildschirmfoto_2026-08-03_um_13.48.17.png?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><figcaption>Screenshot aus Google Maps, August 2026.</figcaption></figure><p>Wenn man heutzutage auf die karge und staubtrockene Landschaft der Fundstelle blickt, ahnt man dabei nichts von Sues ehemaliger Heimat. Das Gestein der sogenannten <em>Hell-Creek-Formation</em> erzählt jedoch eine völlig andere Geschichte: Am Ende der Kreidezeit erstreckte sich hier eine feuchtwarme, subtropische Flusslandschaft, also so ziemlich das Gegenteil der jetzigen Situation. Es war genau dieses fließende Wasser, das fortwährend feinen Schlamm und Sand mit sich führte und das Sues gewaltigen Kadaver, der da wohl irgendwie in den Fluss gefallen sein musste, schnell genug unter sich begrub, bevor natürliche Prozesse ihn zu sehr zerstören konnten. Diese rasche Einbettung war ihr Ticket in die Ewigkeit.</p><figure><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/4a40d8c2-bb34-4e24-bcfa-b192ae0709ae/uploads/images/xer3vrrgdq/Hell_Creek.jpg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><figcaption>Die Hell-Creek-Formation, aufgeschlossen beim Ft. Peck Reservoir. | Anky-man für Wikimedia Commons, CC BY-SA 3.0.</figcaption></figure><p>Sues Vermächtnis endete aber nicht bei ihren Knochen. Selbst der unscheinbare „Dreck“, der aus den Gipsmänteln um die Knochen herum gekratzt wurde, entpuppte sich als wissenschaftliche Goldgrube. Nachdem das <em>Field Museum</em> die großen Knochen Jahre später freigelegt hatte, bewahrten sie das übrige Sediment – die sogenannte <em>Matrix</em> – auf. Gut zwei Jahrzehnte schlummerte dieser Schatz in den Archiven, bis Freiwillige und Forschende den feinen Staub vor ein paar Jahren noch einmal unter das Mikroskop legten. Was sie dort entdeckten, war auch wieder spannend: Mehr als zwei Dutzend fossile Haizähne kamen zum Vorschein, jeder einzelne davon kaum einen Millimeter breit. Dass nur diese winzigen Spitzen die Jahrmillionen überdauert hatten, war für das Team keine Überraschung. Das Skelett eines Hais besteht größtenteils aus weichem Knorpel, der im Gegensatz zu hartem Zahnschmelz nur in absoluten Ausnahmefällen zu Stein wird … in der Regel findet man da nüscht. Unterm Mikroskop offenbarten die Zähne eine so eigenwillige Form, dass sie zu keiner bis dahin bekannten Art passen wollten. Ein neuer Urzeit-Hai war also entdeckt und wurde <em>Galagadon nordquistae</em> genannt. Die Forschenden ordneten ihn den „Teppichhaiartigen“ zu und verglichen seine mutmaßliche Größe mit heutigen Bambushaien. Daraus schlossen sie, dass <em>Galagadon</em> weniger als etwa 60 Zentimeter lang gewesen sein muss.</p><figure><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/4a40d8c2-bb34-4e24-bcfa-b192ae0709ae/uploads/images/xhytyr4cyh/Chiloscyllium_griseum_Oceanopolis.jpg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><figcaption>Ein kleiner grauer Bambushai. | Citron für Wikimedia Commons, CC BY-SA 3.0.</figcaption></figure><p>Wissenschaftlich war Sues Fund also wirklich ein Geschenk an die Wissenschaft. Juristisch sorgte sie jedoch für Kopfschmerzen.</p><h2>Der 5.000-Dollar-Irrtum</h2><p>Aber noch einmal zurück zur Zeit von Sues Ausgrabung. Während sein Team die gigantischen Knochen aus dem Gestein schälte, machte der Chef des Instituts, Peter Larson, Nägel mit Köpfen. Am 27. August 1990 stellte er Maurice Williams, einem Mitglied der <em>Cheyenne River Sioux Tribe</em>, auf dessen Ranch Sue entdeckt worden war, den eben schon erwähnten Scheck über 5.000 Dollar aus. Das Institut betrachtete die Summe als Kaufpreis für Sue und das Recht zur Bergung. Williams erklärte dagegen später vor Gericht, er habe das Geld als Ausgleich für die durch die Grabungsarbeiten entstandenen Schäden an seiner Ranch, also seinem Grund und Boden, erhalten. </p><figure><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/4a40d8c2-bb34-4e24-bcfa-b192ae0709ae/uploads/images/wjjxa7ewff/Tyrannosaurus_Sue_skeletal_reconstruction.png?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><figcaption>Rekonstruktion von Sues Skelett. | Scott A. Hartman für Wikimedia Commons, CC BY 4.0.</figcaption></figure><p>Das Problem war auf der Besitzurkunde der Ranch zu finden. Zwar war Williams der „wirtschaftlich Berechtigte“, es war “seine” Ranch, doch sein Land wurde von den Vereinigten Staaten immer noch treuhänderisch verwaltet – ein dunkles Erbe der US-Geschichte. Seit dem späten 19. Jahrhundert hatte die Regierung indigenes Land massiv beschnitten und aufgeteilt. Offiziell hieß es, man wolle die indigene Bevölkerung vor „betrügerischen Geschäften“ schützen; faktisch diente diese Politik jedoch dazu, ihre Kultur zu zerschlagen, in welcher sie eben normalerweise gemeinsam eine große Fläche Land bewohnen und verwalten. Außerdem konnte man auf diese Weise das Land für weiße Siedler verfügbar machen, weil da “zufällig” nach der Aufteilung etwas “übrig” bliebt. Es ging also um Assimilation und Rassismus, wie so oft bei diesem Thema. </p><p>Für Maurice Williams bedeutete diese Rechtskonstruktion aus angeblichem „Schutz“ und staatlicher Bevormundung jetzt erst einmal: Er durfte auf seiner Ranch zwar leben und wirtschaften, doch Teile davon verkaufen konnte er nur mit ausdrücklicher Genehmigung des US-Innenministeriums … na ja, und das hatte damals eben niemand gefragt.</p><h3>Das juristische Nachbeben</h3><p>Die bewaffneten Bundesbeamten beschlagnahmten bei ihrer Razzia damals nicht nur Sue, sondern schleppten kistenweise Geschäftsunterlagen und weitere Fossilien aus den Räumlichkeiten, woraus sich dann ein erbitterter Zweifrontenkrieg vor Gericht entspann.</p><p>Auf der einen Seite stand ein <mark style="background-color: rgb(250, 241, 211); color: inherit">Strafverfahren</mark>. Institutsleiter Peter Larson geriet dabei als Verantwortlicher auch selbst so richtig ins Fadenkreuz der Ermittler. Zwar wurde er am Ende nicht für den „Diebstahl“ des <em>T. rex</em> angeklagt und verurteilt, doch die Behörden durchleuchteten das Institut nun bis ins kleinste Detail. Wegen Verstößen gegen Zollmeldepflichten beim Geldtransport und anderer kleinerer Delikten rund um andere Fossilienfunde wurde Larson zu einer Geldstrafe, Auflagen und vor allem zu 24 Monaten Haft verurteilt, von denen er dann auch 18 absaß. Blöd gelaufen, sach ich mal.</p><p>Noch viel entscheidender für unsere Geschichte dieser Dinosaurier-Dame war jedoch das <mark style="background-color: rgb(250, 241, 211); color: inherit">Zivilverfahren</mark>. Hier ging es um eine Frage, an die in all der Aufregung und beim Buddeln wohl niemand gedacht hatte: </p><p><mark style="background-color: rgb(250, 241, 211); color: inherit">Was genau ist ein Dinosaurier im Boden? Ist er ein beweglicher Gegenstand oder ein fester Teil des Grundstücks?</mark></p><p>Heute, säuberlich in Kisten verpackt, ist Sue natürlich ein bewegliches Gut, das man problemlos hätte verkaufen können. Aber da standen ja nicht einfach Kartons mit ihren Knochen herum, sondern Sue wurde aus dem Boden geholt. Und genau so urteilte das Berufungsgericht, denn <em>bevor</em> das Ausgrabungsteam die Knochen freilegte, war das Fossil seit Millionen Jahren untrennbar mit dem Fels verbunden. Nach dem Recht von South Dakota war Sue zu diesem Zeitpunkt also einfach auf eine Art ein Teil des Landes, und da man Bestandteile dieses treuhänderisch verwalteten Landes nicht verkaufen durfte, solang die Regierung da nicht ihren Otto drunter gesetzt hatte, war der 5.000-Dollar-Deal von Anfang an nichtig.</p><p>Im Dezember 1993 fiel dann auch endlich das Urteil: Das Bundesberufungsgericht entschied zugunsten des Trusts, also dieser treuhänderischen Landverwaltung. Der juristische Titel an Sue blieb also bei den Vereinigten Staaten, die das Fossil treuhänderisch für Maurice Williams verwalteten. Das machte ihn plötzlich zum wirtschaftlich berechtigten Begünstigten, also quasi zum Besitzer des begehrtesten Dinosauriers der Welt.</p><figure><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/4a40d8c2-bb34-4e24-bcfa-b192ae0709ae/uploads/images/c3t4dpj745/T-Rex__Sue_.jpg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><figcaption>Eine Skulptur von Sue steht an der U.S. Route 212 in der nahe am Fundort gelegenen Stadt Faith. | John Lee Lopez für Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0.</figcaption></figure><p>Für ihn nahm die staatliche Bevormundung eine unerwartet positive Wendung. Dieselbe Rechtskonstruktion, die ihm den freien Umgang mit seinem Eigentum verwehrte, verteidigte für ihn in diesem Fall seine Rechte an einem Fossil, dessen Wert die Beteiligten 1990 vollkommen unterschätzt hatten … oder na ja, ich glaube ja eher, dass sie ihn ein wenig über’s Ohr hauen wollten, als hätte man nicht gewusst, dass ein <em>Tyrannosaurus rex</em> (excuse me??) auch im noch nicht fertig präparierten Zustand „etwas“ mehr als 5.000 Dollar kostet. Ob Larson ihn bewusst übervorteilen wollte, wurde vor Gericht aber nicht thematisiert. Fest stand nur, dass die vorgeschriebene Genehmigung fehlte und der behauptete Verkauf deshalb unwirksam war, zack, Ende.</p><p>Was das alles für Williams und seine Familie bedeutete, zeigte sich vier Jahre später …</p><h2>Angebot Nummer eins</h2><p>… denn nachdem Williams’ Anspruch feststand, kam Sue 1997 zum Auktionshaus <em>Sotheby’s</em> nach New York. Der rund 60 Seiten starke Auktionskatalog enthielt nur dieses eine Angebot: Sue. Ein montiertes Skelett konnte das Auktionshaus dort noch nicht präsentieren. Der gewaltige Schädel lag zwar neben dem Auktionator auf einem Tisch, doch die meisten übrigen Knochen befanden sich weiterhin in den Feldkisten und schützenden Gipsmänteln, es war also quasi die Ikea-Version zum selbst zusammenbauen. Sue war aber auch der erste Dinosaurier, der jemals versteigert wurde, das war also trotz allem eine Sensation, und sie weckte auch das Interesse einer wohlhabenden Käuferschaft.</p><p>Vorab hatte man geschätzt, dass Sue bestimmt 4 Millionen Dollar bringen würde. Am 4. Oktober begann die Auktion, und innerhalb weniger Minuten stieg der Preis weit darüber hinaus. <mark style="background-color: rgb(250, 241, 211); color: inherit">Bei 7,6 Millionen Dollar fiel der Hammer für das Field Museum in Chicago</mark>; zusammen mit den Auktionskosten zahlte man für Sue 8.362.500 Dollar. McDonald’s, Walt Disney World, das California State University System sowie private Spenderinnen und Spender halfen dem Museum bei der Finanzierung des Kaufs.</p><p>Williams war in dem Moment vermutlich so:</p><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/4a40d8c2-bb34-4e24-bcfa-b192ae0709ae/uploads/images/nk34yhxnw2/source.gif?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><p>Und dann kurz darauf so:</p><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/4a40d8c2-bb34-4e24-bcfa-b192ae0709ae/uploads/images/nyzvbdds6h/scrooge-mcduck.gif?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><p>Und auch das Museum dürfte sich extrem gefreut haben. So ein positiver Ausgang ist keineswegs selbstverständlich. Öffentliche Museen konkurrieren bei solchen Verkäufen mit vermögenden Privatpersonen, besitzen aber selten Budgets in der Größenordnung eines Oligarchen, Tech-Bros oder ähnlichem. Das Field Museum konnte hier nur mitbieten, weil mehrere Geldgeber zusammenkamen, die den Kauf unterstützten. Als Gegenleistung erhielten einige Unterstützer Abgüsse, während das Original zum Glück in eine öffentliche Sammlung gelangte, in der Forschende es untersuchen und damit eben Wissenschaft betreiben können. Wie es sich auch gehört, finde ich.</p><figure><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/4a40d8c2-bb34-4e24-bcfa-b192ae0709ae/uploads/images/z3ivsuo6s6/FMNH_SUE_Trex.jpg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><figcaption>Sue im Field museum. Der Schädel wird extra ausgestellt, das hier am Modell ist ein Abdruck. | Evolutionnumber9 für Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0.</figcaption></figure><p>Nach der Auktion begann die Präparationsabreit so richtig. Zwölf Präparatorinnen und Präparatoren verbrachten nach Angaben des Museums mehr als 30.000 Stunden damit, Gestein zu entfernen und die Knochen für Forschung sowie Ausstellung vorzubereiten. Weitere 20.000 Arbeitsstunden flossen in den Bau der Präsentation. Am 17. Mai 2000 wurde Sue im Field Museum enthüllt, fast zehn Jahre nach Sue Hendricksons Spaziergang zu dem erodierten Hang.</p><hr aria-hidden="true"/><p><em><mark style="background-color: rgb(250, 241, 211); color: inherit">Der unerwartete Reichtum machte Williams übrigens nicht zum Dinofan. Im Jahr 2000 erzählte er, seine Familie komme mit dem Geld gut zurecht und habe einen Teil davon für die Ausbildung der Kinder verwendet. Fossiliensuchende ließ er nach dem jahrelangen Streit nicht mehr auf die Ranch (obwohl es da sicher noch richtig krassen Kram zu finden gibt), und auch Sues feierliche Enthüllung im Field Museum wollte er sich nicht ansehen. Er habe den Dinosaurier schließlich schon gesehen, sagte er. Williams blieb mit seiner Frau Darlene auf der Ranch und starb 2011.</mark></em></p><hr aria-hidden="true"/><p>Bereits 1996, ein Jahr vor der Auktion, hatte das Black Hills Institute übrigens noch versucht, wenigstens ein Pfandrecht in Höhe von 209.000 Dollar für seine Grabungs- und Präparationsarbeit einzuklagen, war jedoch auch damit gescheitert. Weil das Fossil auf Reservatsland gefunden worden war, hätte sich das Institut nach Ansicht des Gerichts vorher über mögliche Rechte der Bundesregierung informieren müssen, hat das aber verpennt. Es stand am Ende komplett mit leeren Händen da.</p><h2>Was die Knochen erzählen können</h2><p>Ein fast vollständiges Skelett wie „Sue“ ist ein Glücksfall für die Paläontologie. Während ein isolierter Knochen nur vage Hinweise auf die tatsächliche Größe und das sonstige Leben des ursprünglichen Besitzers liefert, lassen sich bei einem kompletten Fund Knochenverwachsungen analysieren und Verletzungsbilder über den ganzen Körper nachvollziehen. Auch Sues Alter lässt sich anhand von Wachstumslinien im Knochengewebe in etwa rekonstruieren, ein bisschen so wie bei Jahresringen von Bäumen. Forschende schätzen es inzwischen auf 27 bis 33 Jahre.</p><p>Die Knochen erzählen auch von Sues bewegtem Leben, etwa durch verheilte Rippenbrüche und eine schwere Knochenentzündung im Wadenbein. Manche Befunde bleiben jedoch umstritten und verdeutlichen, dass die Arbeit an so einem Fossil nie wirklich fertig ist: Eine Studie von 2009 deutete rätselhafte Löcher in Sues Unterkiefer als Folgen einer Infektion mit einem <em>Trichomonas</em>-ähnlichen Parasiten und hielt es für wahrscheinlich, dass Sue dadurch verhungerte. Eine Untersuchung von 2022 kam dagegen zu dem Ergebnis, dass die Veränderungen alle Merkmale verheilter Wunden ohne Infektion tragen; möglicherweise entstanden sie bei Auseinandersetzungen mit Artgenossen. Sues Todesursache bleibt daher bis heute unbekannt. </p><p>Du siehst also: Auch Jahre nach der Entdeckung ändert sich laufend was an den Erkenntnissen, und auch das montierte Skelett selbst wird immer wieder neu interpretiert und „umgebaut“. Im Field Museum wurden Sues Arme, das Gabelbein und die Rippen (<em>Gastralia</em>) nach neueren Erkenntnissen wieder umpositioniert. Die Forschung an diesem Dino ist ein fortlaufender Prozess, und genau deshalb ist es so wichtig für die Wissenschaft, dass solche Fossilien in öffentlichen Sammlungen dauerhaft zugänglich bleiben. Verschwinden Knochen in Privatsammlungen, können frühere Diagnosen nicht mehr mit neuen Methoden oder besseren Aufnahmen überprüft werden. Museen können bei den heutigen Auktionspreisen auch kaum noch mithalten: Der <em>T. rex</em> „Stan“ brachte 2020 rund 31,8 Millionen Dollar ein, im Juli 2026 erzielte „Gus“ bei Sotheby’s sogar 50,1 Millionen Dollar.</p><p>Du siehst also: Wem ein Fossil heute gehört, entscheidet sich durch die Größe des Geldbeutels. Wenn wir jedoch mehr über die Geschichte des Planeten (und damit auch unsere Geschichte) erfahren wollen, sollten wir dafür sorgen, dass die Forschung den Zugang zu spektakulären Fossilien nicht verliert.</p><p>Bis zum nächsten Mal</p><p>Jasmin</p><hr/><p>Quellen</p><p>„1966–2008: Filling the Gaps in the Fossil Record - Fossils and Paleontology (U.S. National Park Service)“. Zugegriffen 3. August 2026. <a href="https://www.nps.gov/subjects/fossils/1966-2008-filling-the-gaps-in-fossil-record.htm">https://www.nps.gov/subjects/fossils/1966-2008-filling-the-gaps-in-fossil-record.htm</a>.</p><p>„Auction May End Saga Of Sue The Dinosaur -- Tyrannosaurus Rex Subject Of Scientific, Legal Fights | The Seattle Times“. Zugegriffen 3. August 2026. <a href="https://archive.seattletimes.com/archive/19970930/2563398/auction-may-end-saga-of-sue-the-dinosaur----tyrannosaurus-rex-subject-of-scientific-legal-fights">https://archive.seattletimes.com/archive/19970930/2563398/auction-may-end-saga-of-sue-the-dinosaur----tyrannosaurus-rex-subject-of-scientific-legal-fights</a>.</p><p>Cullen, Thomas M., Juan I. Canale, Sebastián Apesteguía, Nathan D. Smith, Dongyu Hu, und Peter J. Makovicky. „Osteohistological analyses reveal diverse strategies of theropod dinosaur body-size evolution“. <em>Proceedings of the Royal Society B: Biological Sciences</em> 287, Nr. 1939 (2020): 20202258. <a href="https://doi.org/10.1098/rspb.2020.2258">https://doi.org/10.1098/rspb.2020.2258</a>.</p><p>„Fossil shark teeth discovered in leftover rock that contained SUE the T. rex - Field Museum“. Zugegriffen 3. August 2026. <a href="https://www.fieldmuseum.org/about/press/fossil-shark-teeth-discovered-leftover-rock-contained-sue-t-rex">https://www.fieldmuseum.org/about/press/fossil-shark-teeth-discovered-leftover-rock-contained-sue-t-rex</a>.</p><p>Gates, Terry A., Eric Gorscak, und Peter J. Makovicky. „New Sharks and Other Chondrichthyans from the Latest Maastrichtian (Late Cretaceous) of North America“. <em>Journal of Paleontology</em> 93, Nr. 3 (2019): 512–30. <a href="https://doi.org/10.1017/jpa.2018.92">https://doi.org/10.1017/jpa.2018.92</a>.</p><p>Hamm, C. A., O. Hampe, D. Schwarz, u. a. „A Comprehensive Diagnostic Approach Combining Phylogenetic Disease Bracketing and CT Imaging Reveals Osteomyelitis in a Tyrannosaurus Rex“. <em>Scientific Reports</em> 10, Nr. 1 (2020): 18897. <a href="https://doi.org/10.1038/s41598-020-75731-0">https://doi.org/10.1038/s41598-020-75731-0</a>.</p><p>Justia Law. „Black Hills Institute of Geological Research; Black Hillsmuseum of Natural History Foundation, Inc., Anon-Profit Corporation, Plaintiffs,Joseph M. Butler, Appellant, v. South Dakota School of Mines and Technology, Appellee,United States Department of Justice, <a href="http://defendant.black/">Defendant.Black</a> Hills Institute of Geological Research; Black Hillsmuseum of Natural History Foundation, Inc., Anon-Profit Corporation, Appellants, v. United States Department of Justice, Appellee, 12 F.3d 737 (8th Cir. 1994)“. Zugegriffen 3. August 2026. <a href="https://law.justia.com/cases/federal/appellate-courts/F3/12/737/528649/">https://law.justia.com/cases/federal/appellate-courts/F3/12/737/528649/</a>.</p><p>Justia Law. „Black Hills Institute of Geological Research, Inc., a Southdakota Corporation, Appellant, v. Maurice Williams, Appellee, 88 F.3d 614 (8th Cir. 1996)“. Zugegriffen 3. August 2026. <a href="https://law.justia.com/cases/federal/appellate-courts/F3/88/614/486916/">https://law.justia.com/cases/federal/appellate-courts/F3/88/614/486916/</a>.</p><p>Justia Law. „Black Hills Institute v. Dept. of Justice, 812 F. Supp. 1015 (D.S.D. 1993)“. Zugegriffen 3. August 2026. <a href="https://law.justia.com/cases/federal/district-courts/FSupp/812/1015/1762386/">https://law.justia.com/cases/federal/district-courts/FSupp/812/1015/1762386/</a>.</p><p>Justia Law. „United States of America, Appellee, v. Peter Larson, Appellant, 110 F.3d 620 (8th Cir. 1997)“. Zugegriffen 3. August 2026. <a href="https://law.justia.com/cases/federal/appellate-courts/F3/110/620/527046/">https://law.justia.com/cases/federal/appellate-courts/F3/110/620/527046/</a>.</p><p>Los Angeles Times. „COLUMN ONE : Monstrous Bones of Contention : The Best Tyrannosaurus Rex Skeleton in History Has Been Discovered. But Do the Activities of Private Fossil Hunters like Those Who Found ‚Sue‘ Serve the Interests of Science?“ 2. Oktober 1992. <a href="https://www.latimes.com/archives/la-xpm-1992-10-02-mn-333-story.html">https://www.latimes.com/archives/la-xpm-1992-10-02-mn-333-story.html</a>.</p><p>McShane, Larry. „MUSEUM PAYS $8.4 MILLION FOR T-REX“. <em>The Washington Post</em>, 5. Oktober 1997. <a href="https://www.washingtonpost.com/archive/politics/1997/10/05/museum-pays-84-million-for-t-rex/156092c3-2829-4e85-97ed-ae86d0771b26/">https://www.washingtonpost.com/archive/politics/1997/10/05/museum-pays-84-million-for-t-rex/156092c3-2829-4e85-97ed-ae86d0771b26/</a>.</p><p>Mullen, William. „Sue Brought Torment with Triumph“. <em>ICT</em>, 24. Mai 2000. <a href="https://ictnews.org/archive/sue-brought-torment-with-triumph/">https://ictnews.org/archive/sue-brought-torment-with-triumph/</a>.</p><p>Peake, Mike. „Sue Hendrickson: The Fossil Hunter“. Gulf News: Latest UAE News, Dubai News, Business, Travel News, Dubai Gold Rate, Prayer Time, Cinema, 9. Juli 2022. <a href="https://gulfnews.com/friday/art-people/sue-hendrickson-the-fossil-hunter-1.1999285">https://gulfnews.com/friday/art-people/sue-hendrickson-the-fossil-hunter-1.1999285</a>.</p><p>Rothschild, Bruce, Jingmai O’Connor, und María Cecilia Lozado. „Closer examination does not support infection as cause for enigmatic <em>Tyrannosaurus rex</em> mandibular pathologies“. <em>Cretaceous Research</em> 140 (Dezember 2022): 105353. <a href="https://doi.org/10.1016/j.cretres.2022.105353">https://doi.org/10.1016/j.cretres.2022.105353</a>.</p><p><em>Statement Regarding the Sale of Vertebrate Fossils Online – Society of Vertebrate Paleontology</em>. o. J. Zugegriffen 3. August 2026. <a href="https://vertpaleo.org/statement-regarding-the-sale-of-vertebrate-fossils-online/">https://vertpaleo.org/statement-regarding-the-sale-of-vertebrate-fossils-online/</a>.</p><p>„SUE the T. rex - Field Museum“. Zugegriffen 3. August 2026. <a href="https://www.fieldmuseum.org/blog/sue-t-rex">https://www.fieldmuseum.org/blog/sue-t-rex</a>.</p><p>„The Hell Creek Formation | Q?rius“. Zugegriffen 3. August 2026. <a href="https://qrius.si.edu/taxonomy/term/12238">https://qrius.si.edu/taxonomy/term/12238</a>.</p><p>„Tyrannosaurus rex fossil auctioned for a record $50.1 million | AP News“. Zugegriffen 3. August 2026. <a href="https://apnews.com/article/tyrannosaurus-trex-dinosaur-auction-sothebys-new-york-577c0c039df3852f742e26c03063d688">https://apnews.com/article/tyrannosaurus-trex-dinosaur-auction-sothebys-new-york-577c0c039df3852f742e26c03063d688</a>.</p><p><em>Wikipedia</em>. „Sue (dinosaur)“. 1. August 2026. <a href="https://en.wikipedia.org/w/index.php?title=Sue_(dinosaur)&amp;oldid=1367147967">https://en.wikipedia.org/w/index.php?title=Sue_(dinosaur)&amp;oldid=1367147967</a>.</p><p>Wolff, Ewan D. S., Steven W. Salisbury, John R. Horner, und David J. Varricchio. „Common Avian Infection Plagued the Tyrant Dinosaurs“. <em>PLOS ONE</em> 4, Nr. 9 (2009): e7288. <a href="https://doi.org/10.1371/journal.pone.0007288">https://doi.org/10.1371/journal.pone.0007288</a>.</p><p>Woodward, Holly N., Nathan P. Myhrvold, und John R. Horner. „Prolonged Growth and Extended Subadult Development in the Tyrannosaurus Rex Species Complex Revealed by Expanded Histological Sampling and Statistical Modeling“. <em>PeerJ</em> 14 (Januar 2026): e20469. <a href="https://doi.org/10.7717/peerj.20469">https://doi.org/10.7717/peerj.20469</a>.</p>]]></content:encoded>
      <category><![CDATA[Erdgeschichte & Paläo]]></category>
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      <pubDate>Mon, 03 Aug 2026 12:59:35 +0000</pubDate>
    </item>
    <item>
      <title><![CDATA[Vogelupdate Mai und Juni]]></title>
      <description><![CDATA[Im Mai waren wir in Dänemark, und wow, haben wir da viele tolle neue Vögel entdeckt! Im heutigen Vogelupdate erzähle ich dir, was ich so alles beobachten konnte!]]></description>
      <content:encoded><![CDATA[<p><em>Im Mai waren wir in Dänemark, und wow, haben wir da viele tolle neue Vögel entdeckt! Im heutigen Vogelupdate erzähle ich dir, was ich so alles beobachten konnte, und wieso das Update gerade so lange gedauert hat. Brace yourself, das ist eine Foto-XL-Ausgabe!</em></p><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/9810951a-6583-4881-95d2-ffc5da20940b/uploads/images/lxaeir7xjc/Unbenanntes_Projekt.png?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><p>So. Erst einmal: Es hat so lang gedauert, weil ich sehr viel zu tun hatte und dabei sehr sehr depressiv war. Sehr gute Kombi, wenn man so gar nichts gerissen kriegen will. Ich war seit Dänemark deshalb (und wegen des geschrotteten Knies) auch nicht mehr Birden, was ich jetzt aber wieder ändern will.</p><p>Fangen wir mal mit den Listen an. Im Mai kamen diese 23 Erstsichtungen dazu:</p><ul><li><p>Dorngrasmücke</p></li><li><p>Feldsperling</p></li><li><p>Fitis</p></li><li><p>Flussseeschwalbe</p></li><li><p>Gartengrasmücke</p></li><li><p>Heringsmöwe</p></li><li><p>Kampfläufer</p></li><li><p>Kiebitz</p></li><li><p>Klappergrasmücke</p></li><li><p>Kranich</p></li><li><p>Kuckuck</p></li><li><p>Löffler</p></li><li><p>Mehlschwalbe</p></li><li><p>Misteldrossel</p></li><li><p>Rohrammer</p></li><li><p>Rohrweihe</p></li><li><p>Rotschenkel</p></li><li><p>Säbelschnäbler</p></li><li><p>Schafstelze</p></li><li><p>Schilfrohrsänger</p></li><li><p>Teichrohrsänger</p></li><li><p>Uferschnepfe</p></li><li><p>Wiesenpieper</p></li></ul><p>Und im Juni kam nur der Mauersegler dazu, weil ich den irgendwie vergessen habe, zu tracken.</p><p>So sieht mein Birding-Jahr also aktuell aus:</p><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/9810951a-6583-4881-95d2-ffc5da20940b/uploads/images/vrnarxekxv/Bildschirmfoto_2026-07-19_um_16.09.21.png?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><p>(Ich hab mir da so ein Dashboard für mein Obsidian gebaut, um immer ne grobe Übersicht zu haben.</p><p>Aber lass uns jetzt mal den Urlaub in Dänemark rekapitulieren. Du weißt ja, dass ich immer an die Westküste unterhalb des Ringkøbing-Fjords fahre, und uff, zum Birden lohnt es sich da echt. Aber: Jetzt erst einmal viel Spaß mit meiner Postkarte. :) </p><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/9810951a-6583-4881-95d2-ffc5da20940b/uploads/images/r2pgtpiyoq/Projekt-2-01.png?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><p>Die Jahreszeit war eigentlich total perfekt. Wir hatten es tagsüber meist trocken und sonnig, und nachts hat es geregnet, sodass die Tiere auch immer Wasserpfützen zum Trinken und Baden hatten.</p><p>Über Social Media und die Nachrichten hatte ich mitbekommen, dass es wohl parallel in Deutschland eine richtige Hitzewelle gab. Da war ich wirklich froh, in Dänemark zu sein; hier hatten wir tagsüber zwischen 17 und 22 Grad Celsius, war also sehr angenehm. Dennoch hatten wir auch mal so ein oder zwei Tage, wo die Temperatur auf über 25 Grad stieg, da hatte ich beim Fotografieren mit dem langen Tele dann ein wenig mit Hitzeflimmern zu kämpfen.</p><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/9810951a-6583-4881-95d2-ffc5da20940b/uploads/images/hoamludpc6/Bildschirmfoto_2026-07-19_um_17.53.09.png?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><p>Besonders gut hat mir die Beobachtungsstation am Filsø gefallen, Direkt unter dem Dachvorsprung haben eine Menge Schwalben gebrütet, und wenn man am Fenster stand, war das eigene Gesicht rund 20 cm von den Tieren entfernt. Ich war ziemlich erstaunt, dass die nicht in die Scheiben geflogen sind, muss ich sagen.</p><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/9810951a-6583-4881-95d2-ffc5da20940b/uploads/images/awmdv4ye7d/169A1071.jpg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><figure><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/9810951a-6583-4881-95d2-ffc5da20940b/uploads/images/shv3mhlpww/imaginarium-001.png?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><figcaption>Mehl- und Rauchschwalben haben dort eine gemeinsame Kolonie. Es waren wirklich hunderte Tiere, die dort gefangene Insekten dem lautstark bettelnden Nachwuchs lieferten.</figcaption></figure><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/9810951a-6583-4881-95d2-ffc5da20940b/uploads/images/ctum6ge7dj/imaginarium-002.png?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><p><a href="https://steady.page/de/jasminschreiber/newsletter/sign_up"><strong>💌 Neu hier? 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Auch Bachstelzen gab es hier eine Menge, wieder Schwalben, unterschiedliche Möwen, Schwäne, Reiher, Enten, andere Gänse, und, und, und. </p><p>Da konnte ich auch zum ersten Mal Teich- und Schilfrohrsänger sehen und fotografieren, wenngleich das ganz schön tricky war, da sie eine hohe Fluchtdistanz haben und eben wirklich gern tief im Schilf stehen.</p><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/9810951a-6583-4881-95d2-ffc5da20940b/uploads/images/vwwvc4s6w4/Projekt-2-02.png?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/9810951a-6583-4881-95d2-ffc5da20940b/uploads/images/flkape7qz4/Bildschirmfoto_2026-07-19_um_17.53.50.png?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><p>Besonders angetan haben es mir die Watvögel, zum Beispiel die Austernfischer, die ich auf der Elbinsel Kaltehofe von ganz weit weg gesehen habe, aber eben kaum erkennen konnte. Hier sammelten die sich gern an Pfützen und Tümpeln, um nach Nahrung zu suchen. Der Name führt dabei übrigens ziemlich in die Irre, denn Austern stehen bei Austernfischern gar nicht auf dem Speiseplan. Sie fressen Muscheln wie Herz- und Miesmuscheln, außerdem Schnecken und Würmer, gelegentlich auch kleine Krebse. </p><p>Richtig spannend finde ich den orangeroten Schnabel. Manche Austernfischer hämmern damit Muschelschalen auf, andere schieben die Spitze zwischen die Klappen und durchtrennen den Schließmuskel, sodass die Muschel sich nicht mehr zuhalten kann … jeder hat da so seine Methode. Wenn ein Austernfischer stattdessen im Schlick nach Würmern stochert, braucht er eine feine Spitze. Und weil der Schnabel etwa 0,4 Millimeter am Tag nachwächst, rund dreimal so schnell wie deine Fingernägel, passt er seine Form der Nahrung an: Stellt ein Vogel von Muscheln auf Würmer um, wandelt sich die stumpfe Meißelspitze in rund zehn Tagen zu einer spitzen Pinzette. Was der Austernfischer frisst, entscheidet also darüber, wie sein Schnabel aussieht. Ich find’s cool.</p><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/9810951a-6583-4881-95d2-ffc5da20940b/uploads/images/lliski7lz3/imaginarium-004.png?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><p>Was auch toll war: Die Kiebitze hatten gerade Nachwuchs! Diese Vögel brüten am Boden, am liebsten auf feuchten, kurzrasigen Wiesen mit ein paar nassen Senken, wo die Küken zwischen den Halmen genug Insekten und Würmer finden. Solche Flächen sind in Deutschland selten geworden, weil viele Feuchtwiesen entwässert und die übrigen oft und früh gemäht werden, wobei Gelege und Küken zerstört werden. Der Bestand ist deshalb leider stark eingebrochen, auf der Roten Liste der Brutvögel gilt der Kiebitz als stark gefährdet, und er war 1996 und noch einmal 2024 Vogel des Jahres.</p><figure><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/9810951a-6583-4881-95d2-ffc5da20940b/uploads/images/6lz3bigkrj/imaginarium-005.png?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><figcaption>Die kleinen Kiebitzküken müssen ganz schön aufpassen, von den Greifvögeln nicht entdeckt zu werden. Rot- und Schwarzmilen, Rohrweihen, Seeadler und Mäusebussarde waren auf den Kiebitzwiesen unterwegs.</figcaption></figure><p>Weil das Nest so offen daliegt, müssen die Elternvögel gut aufpassen, und sie verteidigen es auch mit einigem Einsatz. Nähert sich ein Fuchs, ein Greifvogel oder ein Mensch, fliegen die Altvögel den Eindringling laut rufend an, gern von hinten und dicht am Kopf vorbei. Kommt ein Feind den Küken trotzdem zu nahe, spielen sie den Verletzten: Sie lassen einen Flügel hängen und humpeln über den Boden, um den Räuber vom Nachwuchs wegzulocken. Ist genug Abstand zwischen Feind und Küken, sind sie plötzlich wieder gesund und fliegen davon. Die Jungen drücken sich derweil flach in die Vegetation, wo ihr erdfarbenes Daunenkleid sie fast unsichtbar macht. Die sind aber auch wirklich resolut. Auf dem unteren Bild siehst du ganz unten einen Mäusebussard, der von einer Krähe und zwei Kiebitzen lautstark über die Wiesen gejagt wurde, die sind wirklich todesmutig.</p><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/9810951a-6583-4881-95d2-ffc5da20940b/uploads/images/7qn66jgwxd/imaginarium-018.png?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><p>Den Trvialnamen hat der Kiebitz übrigens seinem Ruf zu verdanken: ein schrilles „ki-witt“, das du schon hörst, bevor du den Vogel überhaupt entdeckst.</p><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/9810951a-6583-4881-95d2-ffc5da20940b/uploads/images/wsrnyyxmw2/Projekt-3-12.png?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><figure><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/9810951a-6583-4881-95d2-ffc5da20940b/uploads/images/mevskgmjzq/2Y4A8260.jpg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><figcaption>Hier wurde eine Rohrweihe von 3 Kiebitzen gejagt.</figcaption></figure><figure><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/9810951a-6583-4881-95d2-ffc5da20940b/uploads/images/zi65qugmkl/imaginarium-006.png?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><figcaption>Auf den Wiesen und auf dem Wasser waren riesige Gänsegruppen. Aber auch Möwen (unten links) und eine Menge Feldlerchen (unten rechts) sind unterwegs gewesen.</figcaption></figure><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/9810951a-6583-4881-95d2-ffc5da20940b/uploads/images/wv4v2wn6xk/imaginarium-007.png?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><figure><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/9810951a-6583-4881-95d2-ffc5da20940b/uploads/images/4wcahjj3yw/imaginarium-008.png?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><figcaption>v.l.n.r.: Klappergrasmücke, Bachstelze, Baumpieper.</figcaption></figure><figure><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/9810951a-6583-4881-95d2-ffc5da20940b/uploads/images/xebemm6bxg/2Y4A6236.jpg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><figcaption>Eine Rauchschwalbe ruht sich aus und hält dabei aufmerksam Ausschau nach Feinden.</figcaption></figure><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/9810951a-6583-4881-95d2-ffc5da20940b/uploads/images/jrhndplksw/Bildschirmfoto_2026-07-19_um_17.56.23.png?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><figure><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/9810951a-6583-4881-95d2-ffc5da20940b/uploads/images/aooa4pjktj/imaginarium-009.png?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><figcaption>Links: Kormoran, rechts: Lachmöwe.</figcaption></figure><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/9810951a-6583-4881-95d2-ffc5da20940b/uploads/images/xtzoqxqi5q/2Y4A2787.jpg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><p>Wer sich zum Austernfischer gesellt hat, waren die Uferschnepfen. Dort, wo wir waren, gab es riesige Feuchtwiesen, auf denen große Rinderherden unterwegs waren. Dabei waren die Wiesen so groß, dass man die Rinder mit dem Blick nicht bis ans Ende verfolgen konnte, sodass es oft so aussah, dass dort gar niemand wäre … bis auf einmal die Erde bebte und eine Jungbullenherde vorbeigerannt kam. Ein bisschen wie beim König der Löwen.</p><figure><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/9810951a-6583-4881-95d2-ffc5da20940b/uploads/images/5aj42653qn/imaginarium-010.png?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><figcaption>Die Uferschnepfen sind teilweise zwischen den Beinen der Rinder umher gelaufen.</figcaption></figure><figure><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/9810951a-6583-4881-95d2-ffc5da20940b/uploads/images/u25srzfxui/169A0059.jpg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><figcaption>Überall hat es von Eintagsfliegen gewimmelt.</figcaption></figure><figure><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/9810951a-6583-4881-95d2-ffc5da20940b/uploads/images/ylycjr4tcx/imaginarium-011.png?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><figcaption>Diese Schafstelze hat sich lieber mit Rindern abgegeben.</figcaption></figure><figure><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/9810951a-6583-4881-95d2-ffc5da20940b/uploads/images/n4hxlamplg/imaginarium-013.png?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><figcaption>Oben: Rauchschwalbe. Unten links: Wiesenpieper.</figcaption></figure><figure><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/9810951a-6583-4881-95d2-ffc5da20940b/uploads/images/idc5ikcv66/452A0402-2.jpg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><figcaption>Dorngrasmücke.</figcaption></figure><p>Es gab natürlich nicht nur Vögel zu bestaunen. Ich hatte auf einem kleinen Birding-Ausflug dieses Fuchsweibchen entdeckt, das anscheinend gerade Junge säugt. Leider sah sie etwas mitgenommen aus, hatte vielleicht sogar die Krätze. Ich habe mich ins Gras gelegt und diese Fotos gemacht, doch dann kam eine Gruppe Wanderer vorbei und hat sie verschreckt.</p><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/9810951a-6583-4881-95d2-ffc5da20940b/uploads/images/kforxupybu/imaginarium-014.png?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><figure><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/9810951a-6583-4881-95d2-ffc5da20940b/uploads/images/466s6kdodq/imaginarium-016.png?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><figcaption>Oft findet man auch gemischte Herden aus Pferden und Rindern.</figcaption></figure><figure><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/9810951a-6583-4881-95d2-ffc5da20940b/uploads/images/hpwgmgx25m/imaginarium-015.png?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><figcaption>Und eine Menge Libellen waren auch unterwegs. Vielleicht kennst du die rechte: Das ist der Vierfleck, eine wirklich riesige Libelle.</figcaption></figure><figure><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/9810951a-6583-4881-95d2-ffc5da20940b/uploads/images/5m6352rfwj/imaginarium-017.png?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><figcaption>Schwan, Graureiher und Wiesenpieper.</figcaption></figure><figure><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/9810951a-6583-4881-95d2-ffc5da20940b/uploads/images/23u47uafqi/452A0630.jpg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><figcaption>Zwei Uferschnepfen im Streit.</figcaption></figure><figure><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/9810951a-6583-4881-95d2-ffc5da20940b/uploads/images/gwuocgsxyg/imaginarium-019.png?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><figcaption>Die Farben des Urlaubs.</figcaption></figure><p>Erinnerst du dich noch an der Sache mit der Haubenmeise? Ich hab so ne ähnliche Geschichte mit dem Kuckuck, die ging aber noch viel weiter zurück. Vor 2 Jahren schrieb ich ja diesen Text übers Birdwatching:</p><a href="https://steady.page/de/jasminschreiber/posts/53285896-aaee-43b7-a083-1c5ddec55511">https://steady.page/de/jasminschreiber/posts/53285896-aaee-43b7-a083-1c5ddec55511</a><p>Ich hatte bisher schon mehrfach versucht, einen Kuckuck vor die Linse zu kriegen, nur hatte es leider nicht geklappt. Wir waren zwei Wochen in Dänemark, und ich bin jeden Tag raus, um den Kuckuck zu verfolgen. Schließlich hatte es endlich geklappt. Nicht das tollste Bild, aber ich habe ihn endlich mal beim Rufen beobachten können:</p><figure><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/9810951a-6583-4881-95d2-ffc5da20940b/uploads/images/dg7mrgkiaj/imaginarium-020.png?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><figcaption>Den Kuckuck gibt es in unterschiedlichen Farbmorphen, und auch zwischen den Geschlechtern gibt es optische Unterschiede. Das hier war ein Männchen der brauen Morphe.</figcaption></figure><p>Wir sind dabei einem Trail extra für Birdwatcher gefolgt, und weil ich meistens Gummistiefel trage und auch Lorenz gebeten hatte, welche anzuziehen, waren wir die einzigen, die nicht umdrehen mussten, weil der Trail komplett geflutet war.</p><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/9810951a-6583-4881-95d2-ffc5da20940b/uploads/images/tl4d6hzxwu/imaginarium-021.png?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><p>So. Im Juni gab es wie gesagt nur Mauersegler, die sind jedes Jahr schn ab Mai direkt überm Dachgarten am Insekten fangen. Wir hatten vor ein paar Tagen einen wilden Abendhimmel, und dabei haben sie (leider recht weit weg) gejagt:</p><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/9810951a-6583-4881-95d2-ffc5da20940b/uploads/images/vxgzzpswau/66D201C0-4F35-461E-8CED-A814B7797A62_1_102_o.jpeg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/9810951a-6583-4881-95d2-ffc5da20940b/uploads/images/4vn6gxmton/6732FCFE-F5ED-44CD-A1FC-CC77D9A0EC84_1_102_o.jpeg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/9810951a-6583-4881-95d2-ffc5da20940b/uploads/images/45klb6rsxp/E21AC03E-F2A0-46EC-886E-4FB9FA0C4D82_1_105_c.jpeg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/9810951a-6583-4881-95d2-ffc5da20940b/uploads/images/eioqjiwwnp/1780BD31-5D0E-477F-8A47-D6726E667034_1_105_c.jpeg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/9810951a-6583-4881-95d2-ffc5da20940b/uploads/images/w2cqy5bqs6/9495710C-FEA0-4441-8243-01092A92EAD8_1_105_c.jpeg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><p>Vielleicht erwische ich sie mal richtig. Immer, wenn ich sie höre, schaue ich denen nur zu und vergesse komplett, mal zur Kamera zu greifen.</p><p>So, genug über Vögel geplaudert.</p><p>Mal schauen, ob ich es jetzt wieder mal raus schaffe, um meine Artenliste im Juli etwas zu erweitern, oder zumindest einfach schöne Fotos zu machen und coole Vögel zu beobachten.</p><p>Bis zum nächsten Mal</p><p>Jasmin</p><hr aria-hidden="true"/><p><a href="https://steady.page/de/jasminschreiber/newsletter/sign_up"><strong><mark style="background-color: rgb(230, 243, 251); color: inherit">💌 Neu hier? Jetzt diese Naturkolumne kostenlos abonnieren!💌</mark></strong></a></p><hr aria-hidden="true"/><p><em><mark style="background-color: rgb(222, 244, 220); color: inherit">💌 Findest du, dass guter Naturcontent etwas wert ist? Dann komm dazu, werde Mitglied und schnapp dir extra Artikel und eGoodies. 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      <category><![CDATA[Heimische Natur]]></category>
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      <pubDate>Sun, 19 Jul 2026 17:13:53 +0000</pubDate>
    </item>
    <item>
      <title><![CDATA[Der Hamster und der Klimaschutz]]></title>
      <description><![CDATA[🐹 Was hat ein Feldhamster mit Lars Klingbeil und dem Bundeshaushalt zu tun? Heute geht es etwas klimapolitischer zu. 💸]]></description>
      <content:encoded><![CDATA[<p><em>Was hat ein Feldhamster mit Lars Klingbeil und dem Bundeshaushalt zu tun? Beide legen sich einen Vorrat für die harte Zeit an. Der Hamster rührt ihn nicht an, bevor der Winter kommt. Der Finanzminister bedient sich schon jetzt daraus, mitten im Hitzesommer. Warum das für den Klimaschutz schlecht ausgeht.</em></p><figure><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/3f571420-5adc-49dd-8b6b-5b21d6045dca/uploads/images/ssypktcwph/European_hamster_%28Cricetus_cricetus%29_Meidling.jpg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><figcaption>Feldhamster | Charles J. Sharp für Wikimedia Commons. CC BY-SA 4.0</figcaption></figure><p>Vielleicht ist dir in den letzten Wochen eine dieser Meldungen begegnet: Irgendwo in Deutschland werden wieder Feldhamster ausgesetzt. In diesem Jahr waren es rund 200 in einem Auswilderungsprojekt in Sachsen-Anhalt, dazu kleinere Gruppen anderswo, etwa 24 bei Frankfurt in Bergen-Enkheim, wo 2022 nur noch ein einziger bewohnter Hamsterbau übrig war. Ich hatte diese News in meinem Instagram-Feed und hab mich sehr darüber gefreut, denn dem Feldhamster (<em>Cricetus cricetus</em>) geht’s nicht gut. Die Weltnaturschutzunion IUCN führt ihn seit 2020 als weltweit vom Aussterben bedroht. Der Grund: Natürlich die Agrarwirtschaft. Die Felder werden heutzutage zu früh und zu gründlich abgeerntet, sodass nach der Mahd keine Deckung mehr bleibt, Pestizide nehmen ihm dann auch noch einen Teil der Nahrung weg, und Feldraine (der schmale krautige Streifen zwischen zwei Feldern), in denen er früher etwas fand, existieren kaum noch. Oft bleibt den Tierchen zu wenig, um den wichtigsten Punkt auf der To-Do-List abzuhaken, nämlich einen Wintervorrat anzulegen.</p><p>Ein Feldhamster hält bis zu sechs Monate Winterschlaf. Dabei senkt er seine Körpertemperatur auf wenige Grad runter und wacht nur alle paar Tage kurz auf, um ein bisschen was zu fressen. Diesen Snack hat er sich im Sommer und Herbst selbst erarbeitet: Körner und Samen, die er in seinen dehnbaren Backentaschen unter die Erde in eine eigene Vorratskammer neben der Schlafkammer trägt. Um gut durch die kalte Jahreszeit zu kommen, sollten es schon so anderthalb Kilo Samen pro Hamster sein. Mein Punkt ist: Dieser Vorrat hat genau eine Aufgabe. Er ist für den Winter da, und der Hamster rührt ihn im Herbst nicht an, solange draußen noch etwas wächst. Täte er es, wäre die Kammer im Dezember oder Januar leer, und dann würde er unter dem Feld in seinem Kämmerchen verhungern.</p><p><a href="https://steady.page/de/jasminschreiber/newsletter/sign_up"><mark style="background-color: rgb(222, 244, 220); color: inherit">💌 Neu hier? Jetzt diese Naturkolumne kostenlos abonnieren!💌</mark></a></p><p>Wieso ich das erzähle? Nun, ich will eigentlich auf etwas Bestimmtes hinaus, und ja, vielleicht habe ich den Hamster als eine Art Trojanischen … ja, nun, Hamster … benutzt. Denn Deutschland hat sich einen ganz ähnlichen Vorrat angelegt, für eine harte Zeit, die definitiv und das auch absehbar kommen wird und teilweise auch schon da ist. Ich rede hier vom Klima- und Transformationsfonds, kurz KTF. Und aus dem will sich Finanzminister Klingbeil gerade bedienen. Ja, heute geht es mal wieder nach längerer Zeit klimapolitischer zu.</p><h2><mark style="background-color: rgb(250, 241, 211); color: inherit">Woher das Geld kommt, und wofür es gedacht ist</mark></h2><p>Der KTF ist ein Sondervermögen des Bundes, ein Extratopf neben dem normalen Haushalt. Sein Geld stammt vor allem aus dem Emissionshandel, also aus dem Preis, den das Ausstoßen von CO₂ in Deutschland kostet. Das funktioniert so: Wer Kohlenstoffdioxid in die Luft bläst, muss dafür ein Zertifikat kaufen, eine Art “Verschmutzungsrecht”. Für Industrie und Stromerzeugung läuft das über den europäischen Emissionshandel, wo eine Tonne CO₂ zuletzt grob zwischen 60 und 80 Euro kostete. Fürs Heizen und Tanken gibt es einen eigenen deutschen Handel, in dem eine Tonne 2026 zwischen 55 und 65 Euro liegt. Du zahlst hier ebenfalls deinen Anteil mit, denn beispielsweise dein Gasversorger kauft die Zertifikate und legt die Kosten auf deine Rechnung um.</p><p>Der Gedankengang hinter der Sache: Fossile Energie wird dadurch teurer und unattraktiver, und mit den Einnahmen bezahlt der Staat den Umstieg auf klimafreundliche Technik. Eigentlich gut, oder? Das Geld im KTF ist explizit zweckgebunden, es darf also eigentlich nur für Maßnahmen ausgegeben werden, die den Zielen des Bundes-Klimaschutzgesetzes dienen. Und das klappt ja auch: Aus dem KTF kommt der Zuschuss, wenn sich jemand eine Wärmepumpe einbauen lässt, der Fonds finanziert die Förderung für E-Autos, die energetische Sanierung von Gebäuden, den Umbau der Industrie weg von Kohle und Gas, den Ausbau der Bahn und die dringend notwendige Wiedervernässung von Mooren. Für 2026 waren damit Programme im finanziellen Umfang von rund 37 Milliarden Euro geplant. Das ist unser Vorrat, und wir müssen schauen, dass wir ihn klug einsetzen.</p><figure><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/3f571420-5adc-49dd-8b6b-5b21d6045dca/uploads/images/flg2fqeqjb/Design_ohne_Titel.png?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><figcaption>Screenshot von handelsblatt.de</figcaption></figure><h2><mark style="background-color: rgb(250, 241, 211); color: inherit">Vom Atomdeal zum Klimatopf</mark></h2><p>Diesen Topf gibt es übrigens schon länger, nur hieß er damals anders. 2010 richtete die damalige Regierung einen „Energie- und Klimafonds&quot; ein, und das Geld sollte ursprünglich aus einem ganz anderen Geschäft kommen: Die Atomkonzerne durften ihre Kraftwerke länger laufen lassen und sollten dafür einzahlen. Nach der Reaktorkatastrophe von Fukushima 2011 kippte die Regierung die längeren Laufzeiten aber, die Zahlungen blieben aus. Dennoch hat man dann eine neue Lösung gefunden: Ab 2012 floss stattdessen das Geld aus dem europäischen Emissionshandel in den Fonds, und 2022 bekam er seinen heutigen Namen und eine neue gesetzliche Regelung.</p><p>Allerdings war der Zweck des Fonds nach und nach immer weiter recht kreativ gedehnt worden. Aus dem Klimatopf werden inzwischen auch Dinge bezahlt, die mit Klimaschutz nur noch entfernt oder gar nicht mehr zu tun haben, etwa der Aufbau von Chipfabriken, für den zwischen 2023 und 2027 mehr als zwölf Milliarden Euro vorgesehen sind. Jede solche Ausweitung macht es leichter, beim nächsten Mal wieder ein Auge zuzudrücken, hier ein bisschen, dann da, bis von der ursprünglichen Bindung kaum noch etwas übrig ist. Dann kam der Vorgang, der die Gelder zur Grundsatzfrage machte. In der Pandemie hatte sich der Bund Kredite genehmigen lassen, die er am Ende nicht brauchte, rund 60 Milliarden Euro. Statt sie verfallen zu lassen, buchte die Regierung diese Kreditermächtigungen in den Klimafonds um, um damit später Klimaprojekte zu bezahlen. Das Bundesverfassungsgericht kippte die Umbuchung am 15. November 2023: Sie verstieß gegen die Schuldenbremse und gegen die Regeln, nach denen der Bund seinen Haushalt aufstellen muss. Die 60 Milliarden waren weg, und im Haushalt klaffte ein Loch.</p><figure><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/3f571420-5adc-49dd-8b6b-5b21d6045dca/uploads/images/dlb7jde4nj/immo-wegmann-V2AMRkAUCnA-unsplash.jpg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><figcaption>Immo Wegmann für Unsplash.</figcaption></figure><h2><mark style="background-color: rgb(250, 241, 211); color: inherit">Was für 2027 geplant ist</mark></h2><p>Dieses Haushaltsloch ist jetzt immer noch ein Problem. Für 2027 plant Finanzminister Lars Klingbeil deshalb rund 119 Milliarden Euro neue Schulden, und trotzdem fehlt überall das Geld. Einen Teil davon will er jetzt aus dem Klimafonds holen – also damit dann eben alles mögliche andere bezahlen. Nach Berichten des Handelsblatts sollen Einnahmen aus dem europäischen Emissionshandel, die bisher komplett in den KTF geflossen sind, künftig teilweise im allgemeinen Haushalt landen. Für 2027 sind so 2,7 Milliarden Euro vorgesehen, und im Fonds sollen dafür auch noch die Fördergelder gekürzt werden. In den Jahren danach will die Regierung den Betrag jeweils neu festlegen, diese ganze Farce also zur Dauereinrichtung machen.</p><p>Das ist aus zwei Gründen heikel. Die Grünen hatten bei der Schuldenreform durchgesetzt, dass jährlich zehn Milliarden Euro zusätzlich in den Klimaschutz fließen. Der Haushaltspolitiker Sebastian Schäfer wirft der Regierung nun vor, genau dieses Versprechen zu brechen und „den Klimaschutz zu opfern&quot;, was ich eben genau so sehe. Dazu kommt, dass die Einnahmen aus dem Emissionshandel in den kommenden Jahren sinken könnten, wenn die EU ihr System wie geplant umbaut. Wird also weniger Geld eingenommen und gleichzeitig auch noch abgezweigt, bleibt für die eigentliche Aufgabe immer weniger übrig.</p><figure><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/3f571420-5adc-49dd-8b6b-5b21d6045dca/uploads/images/3lvy6zhci4/Hamster.jpg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><figcaption>Ein Feldhamster würde niemals so kurzfristig denken. | katanski für Wikimedia Commons. CC BY 3.0</figcaption></figure><h2><mark style="background-color: rgb(250, 241, 211); color: inherit">Das letzte Wochenende …</mark></h2><p>Warum das ausgerechnet jetzt ein Problem ist, hat sich ja am letzten Wochenende gezeigt. In Neißemünde in Brandenburg kletterte das Thermometer auf 41,7 Grad. In Leipzig und Nürnberg wurde es so heiß, dass die Fugenmasse zwischen den Straßenbahnschienen schmolz. Bitumen, das die Fugen abdichtet, quoll heraus, die Bahnen drückten es auf die Gleise, und der Betrieb stand tagelang still … in Leipzig mussten dann Freiwillige (!) die klebrige Masse mit Spachteln von den Schienen kratzen. Auf mehreren Autobahnen platzten die Betondecken auf, weshalb sie gesperrt waren. In Thüringen hat man die Straßen mit Wasserwerfer gekühlt, mein Mann hatte eine Verspätung mit dem Zug, weil die Bahnübergänge zu stark aufgeheizt waren und die Züge da nur sehr sehr langsam drüber fahren konnten und mehrfach anhalten mussten. Ich könnte hier jetzt 50 solcher Meldungen aufzählen, also Infrastruktur, die aufgegeben hat. Aber es gibt noch ein paar düsterere Zahlen, und die kamen vom Robert-Koch-Institut: Schon für die Wochen vom 6. April bis zum 21. Juni, also noch vor der eigentlich richtig fiesen Hitzewelle, schätzt das Institut die Zahl der hitzebedingten Todesfälle auf über 800. Fünfhundert davon waren älter als 85, die anderen jünger. Die Hitze bringt Menschen um. Gerade erst kommen so langsam die Zahlen des Hitzewochenendes hoch, und auch da sieht man eine Übersterblichkeit.</p><p>Du siehst also: Wir sind nicht gut vorbereitet auf die Auswirkungen des Klimawandels. Gegen die Hitze helfen zwei Dinge, und wir brauchen beide <em>dringend</em>. Das eine ist Klimaschutz, damit die Erde sich nicht weiter aufheizt, klar. Das andere ist aber eben auch eine Anpassung unserer Infrastruktur und Lebensweise, damit unsere Städte, Straßen, Schienen, Kliniken und eben Menschen die Hitze aushalten, die jetzt schon da ist. Dazu gehören kühle Orte in den aufgeheizten Städten und eine Infrastruktur, die auch 42 Grad übersteht, von den Gleisen bis zu den immer noch nicht gut genug klimatisierten Kindergärten und Pflegeheimen (ja, auch hier hat die Regierung den Ausbau gerade wieder kassiert).</p><figure><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/3f571420-5adc-49dd-8b6b-5b21d6045dca/uploads/images/titnq5ftwt/Bildschirmfoto_2026-07-04_um_10.22.28.png?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><figcaption>Screenshot von taz.de</figcaption></figure><p>Die ganzen News-Meldungen der letzten zeigen, dass wir dringend was ändern müssen. Warum will trotzdem keiner angehen? Nun, weil es jetzt Geld kostet, und zwar viel. Beim Klimaschutz liegt dieses Geld genau in dem Topf, der gerade durchlöchert werden soll. Für die Klimaanpassung lädt der Bund die Kosten auf Länder und Kommunen ab und hält sich selbst heraus, dabei ist das eine ziemlich kurzsichtige Rechnung. Vorsorge nervt und kostet erstmal, das kennt jeder, ist ja beispielsweise beim Körper nicht anders. Zähneputzen und Zahnseide sind lästig, die Kontrolle beim Zahnarzt kostet Zeit und Geld, und im Moment nervt es nur. Aber wenn du es schleifen lässt, wird es später richtig teuer, du sitzt mit einer Wurzelbehandlung und teuren Zahnrekonstruktion da, die die Krankenkasse natürlich nur teilweise bezahlt ;), und wünschst dir, du hättest dir abends die zwei Minuten genommen. Beim Klima ist es dasselbe, nur in groß. Jeder Euro, den wir uns heute bei Schutz und Anpassung sparen, kommt später vielfach zurück: als gesperrte Bahnstrecke, als aufgerissene Autobahn, als Notlazarett im Hochsommer, als Menschen, die in überhitzten Wohnungen sterben. Der Klimawandel schickt seine Rechnung so oder so. Die Frage ist nur, wie hoch sie wird.</p><hr/><p>Abschweifung</p><p><em>Mir ist klar, dass gerade wenig Geld da ist. Nur tut die Regierung in ihrer absoluten Ideenlosigkeit und dem panischen Bestreben, ihre superreichen Freund:innen zu schützen, auch einiges dafür, dass das so bleibt. Im selben Reformpaket steht zum Beispiel, dass sich Jobs künftig ohne jeden Grund (!) auf insgesamt vier statt zwei Jahre befristen lassen, mit bis zu sechs Verlängerungen in dieser Zeit. Für viele heißt das: noch länger keine Planungssicherheit, super. Und dass Menschen mit unsicherer Zukunft seltener Kinder bekommen, ist gut belegt und ehrlich gesagt auch ohne Studie einleuchtend. Wer nur befristet angestellt ist, bekommt die größere Wohnung für die Familie oft ja auch erst gar nicht, weil Vermieter genau nach sowas gucken und im Zweifel lieber den Arzt mit unbefristetem Vertrag nehmen. Und ein weiteres Kind plant dann ja wohl auch kaum jemand, der nicht weiß, ob der Job nächstes Jahr noch da ist. Und dann wird auch noch über Teilzeit hergezogen: In der CDU ging es um „Lifestyle-Teilzeit&quot;, Kanzler Merz spottete über „Lifestyle und Vier-Tage-Woche&quot;. Dabei ist Teilzeit für viele Eltern die einzige Möglichkeit, Kinder und Job überhaupt zusammenzubringen, weil das alte Modell, einer verdient und eine kümmert sich, finanziell längst nicht funktioniert, egal, ob man das jetzt für sich als Lebensentwurf gut fände oder nicht. Genau diese Kinder sollen später jedoch die Renten und den Rest des Staats mittragen. Wir machen es Menschen gerade so schwer wie möglich, eine Familie zu gründen, und obendrauf kommen Hitze, Überschwemmungen und alle möglichen anderen Extremwetter-Ereignisse, die der Klimawandel so mit sich bringt. Das macht das alles nicht leichter. Unsere Regierung ist mit den Anforderungen der Zukunft komplett überfordert. Ich könnte da noch endlos viele Sachen aufzählen, na ja. Aber genug Abschweifung. Das rescht misch halt uff!</em></p><hr aria-hidden="true"/><p>Vielleicht denkst du: Jasmin, was tun wir jetzt? Leider habe ich hier keine Lösung, denn ich bin keine Politikerin und einfach nur eine chronisch kranke und erschöpfte Depri-Schriftstellerin, die jetzt auch kein krasses Aktionsbündnis starten kann oder so. Wäre ich gesünder vielleicht, so: nein. Dafür gibt es jedoch andere, beispielsweise Frag den Staat, die gerade gute Aktionen gegen die Beschneidung des Informationsfreiheitsgesetzes machen, oder auch Correctiv. Hier gibt es eine Petition von Frag den Staat:</p><a href="https://weact.campact.de/petitions/spd-stoppt-den-frontalangriff-auf-die-informationsfreiheit">https://weact.campact.de/petitions/spd-stoppt-den-frontalangriff-auf-die-informationsfreiheit</a><p>Ich will einfach, dass solche Vorgänge einfach nicht an dir vorbeigehen. Vermutlich ärgern sich Merz und Co. gerade sehr, dass die deutsche Nationalmannschaft aus der WM geflogen ist, denn bei so Großevents kann man solche Schlagzeilen gut durchmogeln, da dann alle mit was anderem beschäftigt sind und sich dann eben Fußballnews besser klicken als so dröges Politikzeug. Das hat jetzt nicht so gut geklappt, und ich finde, wir sollten alle Scheinwerfer auf dieses insgesamt echt wunderbar beschissene “Reform”-Paket richten. Denn das hier ist nur die Spitze des Eisbergs der Ideen.</p><p>Und ja, ich schreibe normalerweise auch lieber über Fischotter und Schwalben, aber wenn wir sowas durchrutschen lassen, wird es bald weder Fischotter noch Schwalben geben, über die ich schreiben kann.</p><p>Bis zum nächsten Mal, dann geht es wieder über Vögel</p><p>Jasmin</p><hr aria-hidden="true"/><p><em>Zum Weiterlesen: Wenn du tiefer in die Haushaltspolitik dieses Falles einsteigen und die Hintergründe besser verstehen willst, dann schau dir mal den Newsletter „der üüberblick&quot; von Ann-Kathrin Büüsker an. Sie berichtet als Hauptstadtkorrespondentin über Klima- und Umweltpolitik und nimmt sich solche Vorgänge regelmäßig gründlich vor, und gerade heute hat sie einen Artikel zu diesem Thema veröffentlicht:</em></p><a href="https://steady.page/de/der-uuberblick/posts/ffefecb3-e5f4-455e-b7e6-2eca1d8f0a13">https://steady.page/de/der-uuberblick/posts/ffefecb3-e5f4-455e-b7e6-2eca1d8f0a13</a><hr aria-hidden="true"/><p><mark style="background-color: rgb(222, 244, 220); color: inherit">💌 Findest du, dass guter Naturcontent etwas wert ist? Dann komm dazu, werde Mitglied und schnapp dir extra Artikel und eGoodies. Als Sperling kriegst du sogar Post, und ich kriege Planungssicherheit, was meine Lebenshaltungskosten angeht. Win-Win! 💌</mark></p><p><a href="https://steady.page/de/jasminschreiber/about">Pakete anschauen</a></p><p>🌿 Gärtnern für die Artenvielfalt? 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Juni 2026. <a href="https://www.bundesfinanzministerium.de/Web/DE/Themen/Oeffentliche_Finanzen/SVIK/KTF/klima-und-transformationsfonds.html">https://www.bundesfinanzministerium.de/Web/DE/Themen/Oeffentliche_Finanzen/SVIK/KTF/klima-und-transformationsfonds.html</a>.</p><p>Bundesverfassungsgericht. „Urteil des Zweiten Senats vom 15. November 2023 – 2 BvF 1/22.“ 15. November 2023. <a href="https://www.bundesverfassungsgericht.de/SharedDocs/Entscheidungen/DE/2023/11/fs20231115_2bvf000122.html">https://www.bundesverfassungsgericht.de/SharedDocs/Entscheidungen/DE/2023/11/fs20231115_2bvf000122.html</a>.</p><p>Czypull, Laura. „Hitze bremst Trams aus: Wie sich Städte jetzt rüsten müssen.“ <a href="http://web.de/">Web.de</a>, 3. Juli 2026. <a href="https://web.de/magazine/wissen/klima/hitze-bremst-trams-staedte-ruesten-42453572">https://web.de/magazine/wissen/klima/hitze-bremst-trams-staedte-ruesten-42453572</a>.</p><p>Deutsche Emissionshandelsstelle im Umweltbundesamt. „Nationalen Emissionshandel verstehen.“ Zugegriffen am 4. Juli 2026. <a href="https://www.dehst.de/DE/Themen/nEHS/nEHS-verstehen/nehs-verstehen_node.html">https://www.dehst.de/DE/Themen/nEHS/nEHS-verstehen/nehs-verstehen_node.html</a>.</p><p>Deutsche Wildtier Stiftung. „Feldhamster.“ Zugegriffen am 4. Juli 2026. <a href="https://www.deutschewildtierstiftung.de/wildtiere/feldhamster">https://www.deutschewildtierstiftung.de/wildtiere/feldhamster</a>.</p><p>Erlebnis-Zoo Hannover. „Feldhamster ausgewildert.“ Zugegriffen am 4. Juli 2026. <a href="https://www.zoo-hannover.de/blog/feldhamster-ausgewildert">https://www.zoo-hannover.de/blog/feldhamster-ausgewildert</a>.</p><p>„Feldhamster.“ Wikipedia. Zugegriffen am 4. Juli 2026. <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Feldhamster">https://de.wikipedia.org/wiki/Feldhamster</a>.</p><p>Gesetz zur Errichtung eines Sondervermögens „Klima- und Transformationsfonds“ (Klima- und Transformationsfondsgesetz, KTFG). Gesetze im Internet. Zugegriffen am 4. Juli 2026. <a href="https://www.gesetze-im-internet.de/ekfg/">https://www.gesetze-im-internet.de/ekfg/</a>.</p><p>Handelsblatt. „Haushalt: Klingbeil plant 2027 höhere Ausgaben und mehr Schulden.“ 3. Juli 2026. <a href="https://www.handelsblatt.com/politik/deutschland/haushalt-klingbeil-plant-2027-hoehere-ausgaben-und-mehr-schulden/100237826.html">https://www.handelsblatt.com/politik/deutschland/haushalt-klingbeil-plant-2027-hoehere-ausgaben-und-mehr-schulden/100237826.html</a>.</p><p>HIT RADIO FFH. „Rettung für den Feldhamster: Auswilderung in Frankfurt.“ 13. Mai 2026. <a href="https://www.ffh.de/nachrichten/hessen/rhein-main/468137-rettung-fuer-den-feldhamster-auswilderung-in-frankfurt.html">https://www.ffh.de/nachrichten/hessen/rhein-main/468137-rettung-fuer-den-feldhamster-auswilderung-in-frankfurt.html</a>.</p><p>„Klima- und Transformationsfondsgesetz.“ Wikipedia. Zugegriffen am 4. Juli 2026. <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Klima-_und_Transformationsfondsgesetz">https://de.wikipedia.org/wiki/Klima-_und_Transformationsfondsgesetz</a>.</p><p>Kreutzfeldt, Malte. „Beitrag zum Haushaltsentwurf 2027.“ Bluesky, 3. Juli 2026. <a href="https://bsky.app/profile/mkreutzfeldt.bsky.social/post/3mpr67fkee22l">https://bsky.app/profile/mkreutzfeldt.bsky.social/post/3mpr67fkee22l</a>.</p><p>Statista. „EU-Emissionshandel: Entwicklung der Preise 2026.“ Zugegriffen am 4. Juli 2026. <a href="https://de.statista.com/statistik/daten/studie/1454492/umfrage/co2-preise-im-emissionshandelssystem-der-eu/">https://de.statista.com/statistik/daten/studie/1454492/umfrage/co2-preise-im-emissionshandelssystem-der-eu/</a>.</p><p><a href="http://tagesschau.de/">tagesschau.de</a>. „Hitze-Liveblog: ++ Hitzeschäden bremsen Verkehr auf Autobahnen ++.“ 27. Juni 2026. <a href="https://www.tagesschau.de/newsticker/liveblog-wetter-hitze-104.html">https://www.tagesschau.de/newsticker/liveblog-wetter-hitze-104.html</a>.</p><p>Tierpark Berlin. „Feldhamsterschutz geht in die nächste Runde.“ 24. Juni 2026. <a href="https://www.tierpark-berlin.de/de/aktuelles/news/artikel/feldhamsterschutz-geht-in-die-naechste-runde">https://www.tierpark-berlin.de/de/aktuelles/news/artikel/feldhamsterschutz-geht-in-die-naechste-runde</a>.</p><p>Waack, Jonas. „Aus Klimaschutzprogramm gestrichen: Bundesregierung will Kitas und Pflegeheimen nicht helfen.“ taz, 14. April 2026. <a href="https://taz.de/Aus-Klimaschutzprogramm-gestrichen/!6170539/">https://taz.de/Aus-Klimaschutzprogramm-gestrichen/!6170539/</a>.</p><p>Zeit. „Robert Koch-Institut: RKI meldet mehr als 800 Hitzetote in Deutschland.“ 2. Juli 2026. <a href="https://www.zeit.de/wissenschaft/2026-07/robert-koch-institut-sterbefaelle-hitze-deutschland">https://www.zeit.de/wissenschaft/2026-07/robert-koch-institut-sterbefaelle-hitze-deutschland</a>.</p><p>ZDFheute. „Haushalt 2027: Klingbeil plant mit höheren Schulden und Ausgaben.“ 3. Juli 2026. <a href="https://www.zdfheute.de/politik/deutschland/klingbeil-haushalt-2027-schulden-100.html">https://www.zdfheute.de/politik/deutschland/klingbeil-haushalt-2027-schulden-100.html</a>.</p><p></p>]]></content:encoded>
      <category><![CDATA[Biodiv., Klima, Umwelt]]></category>
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      <pubDate>Sat, 04 Jul 2026 08:50:07 +0000</pubDate>
    </item>
    <item>
      <title><![CDATA[Das geheime Ohr]]></title>
      <description><![CDATA[🕸️ Eine Spinne hat keine Ohren und reagiert trotzdem auf Geräusche aus mehreren Metern Entfernung. Wie sie das schafft, haben Forschende jetzt herausgefunden. 🎧]]></description>
      <content:encoded><![CDATA[<p><strong>Stell dir vor, du hast keine Ohren und hörst trotzdem das Insekt, das sich aus mehreren Metern nähert. Genau das kann die Kreuzspinne, die bei dir auf dem Balkon sitzt. Sie besitzt kein Ohr und kein Trommelfell, und doch nimmt sie Geräusche aus der Luft wahr und erkennt sogar die Richtung, aus der sie kommen. Wie sie das anstellt, haben Forschende aus ihr herausgekitzelt.</strong></p><p><strong><em><mark style="background-color: rgb(222, 244, 220); color: inherit">ACHTUNG: IN DIESEM ARTIKEL GIBT ES SPINNENFOTOS.</mark></em></strong></p><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/eb4d5810-80bb-440b-9fd1-41117e87c48b/uploads/images/spb6ghsyme/0BA922E9-B7E7-4751-AAD8-D43C8BDA9841.jpeg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><p>Forschende dachten lange, dass die Spinne im Netz ihre Umgebung allein über Berührung erfährt. Eine Fliege fliegt ins Netz, die Fäden zittern, die Spinne fühlt über ihre Beinspitzen, wo es zappelt, und läuft dann eben da hin. Außerhalb dieses Tastraums von der Größe ihres Netzes bekommt sie kaum etwas mit, da sie nun einmal keine Ohren hat. So die naheliegende Annahme. Dass die aber womöglich falsch ist, kam aus einer Ecke, die mit Spinnen zunächst gar nichts zu tun hatte.</p><p>Ron Miles, Maschinenbau-Professor an der Binghamton University, versucht seit über dreißig Jahren, bessere Mikrofone zu bauen. Sein Vorbild sind dabei kleine Tiere, vor allem Insekten, denn die hören erstaunlich gut, obwohl sie viel zu winzig sind für ein Ohr nach unserem Bauplan und mit dessen Fähigkeiten. Falls du gerade denkst: Hmmmm, Tieren Sachen nachbauen, das kommt mir bekannt vor … japp, darüber habe ich hier schon einmal geschrieben:</p><a href="https://steady.page/de/jasminschreiber/posts/38e40f0a-ebf0-40f6-af85-f190753b57cf">https://steady.page/de/jasminschreiber/posts/38e40f0a-ebf0-40f6-af85-f190753b57cf</a><p>Aber zurück zu den kleinen Tieren. Irgendwie können die Schall gut wahrnehmen, und die Frage ist: Wie?</p><p>Unser Ohr funktioniert über Druck: Schallwellen drücken gegen unser Trommelfell und bewegen es, und daraus ergibt sich für uns ein Ton. Das klappt aber nur gut, wenn das Ohr groß genug ist. Für winzige Tiere ist das eine Sackgasse, weil ihr Körper zu klein ist, um diesen Druck überhaupt aufzufangen und umzusetzen. Schall ist aber auch Bewegung. Wenn ein Ton durch die Luft wandert, wackeln die winzigen Luftteilchen selbst vor und zurück, denn die Luft ist ja nicht <em>nichts</em>, sondern besteht ja auch aus Molekülen. Wenn du jetzt ein kleines Tier bist und ein Körperteil hast, das extrem leicht und dünn ist (wie etwa ein feines Härchen), wird das von diesen wackelnden Luftteilchen einfach hin und her geschoben. So spüren kleine Tiere den Ton direkt durch die Luftbewegung. Je feiner und leichter so ein Körperteil ist, desto besser wackelt es im Takt mit. Ron Miles hat sich genau diesen Fakt zunutze gemacht. Er dachte sich: Das ist bei den kleinen Tieren so ein Erfolgsrezept, das muss doch für mich auch nützlich sein? Statt einer herkömmlichen Membran nutzt er für seine Mikrofone deshalb eine hauchdünne Faser, die sich von den Luftteilchen mitschieben lässt. Natürlich braucht er dafür das passende Material, deshalb dachte er sich: Hmmmm, ich sollte mal in der Natur schauen, welche Faser gaaaanz ganz fein und dünn ist … und wenn man da überlegt, landet man eben schnell bei Spinnenseide.</p><p>Ein einzelner Seidenfaden ist so fein, dass die strömenden Luftteilchen ihn ganz einfach mitnehmen. Und eine Spinne spannt Hunderte solcher Fäden zu einer großen Scheibe auf, zum Spinnennetz, das oft viele Male breiter als ihr eigener Körper ist. Auf dem Papier ist ein Radnetz damit ein hervorragender Schallfänger, eine Fläche, die bei jedem Geräusch leise mitschwingt. Und schon drängte sich hier die nächste Forschungsfrage auf: Kann es sein, dass die Spinne mit ihrem Netz … hört?</p><p>Genau das wollten Miles und der Cornell-Biologe Ron Hoy mit ihren Mitarbeitenden herausfinden, und ihre Antwort steht seit 2022 in den <em>Proceedings of the National Academy of Sciences</em>. Ihr Versuchstier war die Brückenkreuzspinne (<em>Larinioides sclopetarius</em>), eine häufige Art, die bei uns an Brücken und Hauswänden in Wassernähe sitzt, wie zum Beispiel hier an der Fußgängerbrücke, die über den Fluss hinter meinem Haus geht:</p><figure><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/eb4d5810-80bb-440b-9fd1-41117e87c48b/uploads/images/5czgjvvb5l/F2A2FA3E-116D-431E-AB46-A1E09B965045.jpeg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><figcaption>Ist die nicht schlau? Die Brücke ist beleuchtet, und etliche Kreuzspinnen haben genau unter den Lampen ihre Netze aufgespannt, sodass sie die Insekten, die vom Licht angezogen werden, einfach einsammeln können. Das ist für die wie Lieferando.</figcaption></figure><h2>Pssst …!</h2><p>Um die Frage zu klären brauchten die Forschenden vor allem Ruhe. Sie arbeiteten in einem reflexionsarmen Raum, einem schalltoten Bunker unter dem Technikgebäude, in dem es weder Echo noch Geräusche von außen gibt. Die Spinnen sammelten sie einfach an Fenstern und anderen Strukturen rund um den Campus ein, und im Labor ließen sie die Tiere dann in rechteckige Rahmen ein Netz spinnen. Anschließend haben sie aus drei Metern Entfernung einen Ton abgespielt … und die Spinnen reagierten. Schon ab etwa 68 Dezibel ging es los, das ist ungefähr die Lautstärke eines Gesprächs am Nachbartisch. Bei diesem leisen Pegel duckten sie sich leicht. Wurde der Ton lauter, kamen weitere Bewegungen dazu: Manche drehten sich, andere drückten sich ganz besonders flach an die Fäden, als wollten sie sich ganz klein machen.</p><p>Als die Forschenden den Lautsprecher seitlich versetzten, in einem Winkel von 45 Grad zu den Spinnen, reagierten alle Tiere, und etwa fünf von zwölf drehten sich aktiv zur Schallquelle, jedes Mal in die richtige Richtung. Für ein Tier, das mit gespreizten Beinen auf einer großen, gespannten Fläche sitzt, ist das vermutlich ein Leichtes, die Richtung zu erkennen: Ein Geräusch von links erreicht die linken Fäden einen Hauch früher und kräftiger als die rechten, und aus diesem Unterschied liest die Spinne die Richtung ab und orientiert sich zu ihr, um zu gucken, ob von da vielleicht Gefahr (oder Futter) kommt.</p><h2>Die Jagd nach dem versteckten Ohr</h2><p>Hier hätten die Forschenden zufrieden und es gut sein lassen können. Gute Forschung aber ist misstrauisch gegen die eigene Lieblingsidee und überprüft sich deshalb immer noch einmal kritisch selbst. Junpeng Lai, Doktorand im Labor, hatte noch einen Einwand: Vielleicht steckt ja doch irgendwo im Körper der Spinne ein verborgenes Ohr, von dem niemand weiß, und das Netz hat mit dem Hören gar nichts zu tun. Solange diese Möglichkeit offen war, konnte man nicht sicher sein, ob man wirklich verstanden hatte, was da passiert. Also musste die Gruppe noch zwei Dinge zeigen, um wirklich sicher zu sein:</p><ul><li><p><strong><mark style="background-color: rgb(222, 244, 220); color: inherit">Erstens, dass sich das Netz im Schall tatsächlich richtig bewegt.</mark></strong> Dafür tasteten sie mit einem Laser über tausend Punkte des Netzes ab, während die Spinne in der Mitte saß und ein Ton lief. Das Netz schwingt mit dem Schall fast so gut mit, wie es die Physik überhaupt erlaubt, und das über einen weiten Bereich von Tonhöhen. Es funktionierte wirklich genial.</p></li><li><p><strong><mark style="background-color: rgb(222, 244, 220); color: inherit">Zweitens, und das war der heikle Punkt, mussten sie beweisen, dass die Spinne das Signal wirklich aus dem Netz bezieht und nicht doch direkt aus der Luft.</mark></strong></p></li></ul><p>Um diesen zweiten Punkt zu klären, dachten sie sich einen weiteren Versuchsaufbau aus, der beide möglichen “Hörwege” trennte. Sie stellten einen winzigen Lautsprecher fünf Zentimeter seitlich neben die Spinne, dicht an die Netzfläche, ohne sie zu berühren. Das funktioniert dann wie ein Dosentelefon: Quer durch die Luft verpufft der schwache Ton des kleinen Lautsprechers, entlang der gespannten Fäden läuft er fast ungebremst weiter. Bei der Spinne kommt der Luftweg mit unter 50 Dezibel an, zu leise, um sie zu erreichen (auf 50 Dezibel aus der Luft reagiert keine Spinne). Über das Netz erreicht derselbe Ton sie mit umgerechnet rund 68 Dezibel, was auch noch sehr leise, aber für manche Spinnen noch wahrnehmbar ist. Reagiert sie hier, kann das Signal nur über die Fäden gekommen sein.</p><p>Vier von zwölf Spinnen duckten sich, sie müssen den Ton also über das Netz wahrgenommen haben. Durch die Luft allein wären es null Spinnen gewesen, weil sie die 50 Dezibel niemals gehört hätten, also wirklich keine von denen. Es ist also gesetzt: Die Brückenkreuzspinne nimmt den Schall also über ihr Netz wahr.</p><figure><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/eb4d5810-80bb-440b-9fd1-41117e87c48b/uploads/images/nrouwpwsbo/E9CFA21F-D40A-457C-86F6-6F62A7364D7B.jpeg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><figcaption>Mahlzeit ...</figcaption></figure><p>Den Forschenden fiel aber bei den ganzen Experimenten noch was auf, und zwar, dass die Spinnen beim Ducken und Strecken die Spannung ihrer Fäden verändern. Eine straffer gezogene Faser schwingt anders als eine lockere, sie spricht auf andere Tonhöhen an. Einiges deutet also darauf hin, dass die Spinne ihr Netzohr <em>stimmen</em> kann, so wie ich meine Gitarrensaiten spanne, um sie auf bestimmte Töne einzustellen. Eine Spinne hätte damit ein Sinnesorgan, das sie selbst baut und im Betrieb auch immer mal schön nachjustiert, je nachdem, worauf sie gerade lauschen möchte, und für selbstgebaute Dinge dieser Art prägte der Verhaltensforscher Richard Dawkins den Begriff des <em><mark style="background-color: rgb(222, 244, 220); color: inherit">erweiterten Phänotyps</mark></em>. Gemeint ist damit alles, was ein Tier aus sich heraus erschafft und das in der Welt Wirkung zeigt, vom Biberdamm bis zum Vogelnest. Das Spinnennetz galt immer schon als Musterbeispiel dafür. Die Studie fügt jetzt aber eine Lesart hinzu, an die vorher kaum jemand gedacht hatte: Die Spinne hat quasi einen ihrer Sinne nach draußen verlegt und über eine Fläche gestreckt, die ihren eigenen Körper um das Tausendfache übertreffen kann!</p><h2>Was die Spinne davon hat</h2><p>Bleibt noch die Frage: Was hat die Spinne jetzt davon? Macht sie das wirklich alle sgezielt so, wie wir es uns jetzt so hübsch vorstellen? Eine heranbrummende Fliege oder eine anfliegende Wespe macht Geräusche, lange bevor sie das Netz erreicht. Eine Spinne, die früh weiß, ob sich Beute oder Gefahr nähert und aus welcher Richtung, kann sich darauf einstellen, sich bereit machen für den Zugriff oder sich flach an die Fäden drücken, um nicht aufzufallen. Das wäre natürlich ein tolles Werkzeug. Die Studie zeigt, dass die Spinne hört und dass sie die Richtung trifft. Wie genau sie diese Information draußen am Geländer nutzt, haben die Forschenden jetzt noch gar nicht gezielt untersucht, und ob andere netzbauende Spinnen denselben Trick beherrschen, weiß bisher niemand. Eine Nachfolgearbeit aus 2024 hat immerhin bestätigt, dass Spinnennetze die Teilchenbewegung des Schalls über einen weiten Tonbereich sehr gut mitmachen – es betrifft also nicht nur ein paar Töne hier und da und würde sich schon dafür eignen, zu “hören”. An und für sich wäre das also ein ziemlich praktisches Tool für Spinnen. Vielleicht kommt ja bald noch raus, wie sie das im Alltag verwenden.</p><p>Bis zum nächsten Mal</p><p>Jasmin</p><hr aria-hidden="true"/><h2><mark style="background-color: rgb(234, 228, 247); color: inherit">Medien-Tipps</mark></h2><ul><li><p>Reportage für Kinder: <a href="https://www.youtube.com/watch?v=3geav3Yki2s">Keine Angst vor Spinnen »</a></p></li><li><p>Noch eine Reportage für Kinder: <a href="https://www.youtube.com/watch?v=UX-tJErIGSw">Alles über Spinnen »</a></p></li><li><p>Die Sendung mit der Maus: <a href="https://www.youtube.com/watch?v=0ZA2fNi5utw">Wie baut die Spinne ihr Netz? »</a></p></li><li><p>Die Universität Gent hat ein Citizen Science Projekt, <a href="https://www.spotteron.net/de/citizen-science-apps/globale-community-science-projekte/spiderspotter-zoologie-app">bei dem ihr Spinnen fotografieren und das dann hochladen könnt »</a></p></li></ul><hr aria-hidden="true"/><p><mark style="background-color: rgb(250, 241, 211); color: inherit">💌 Du willst tiefer in die Natur eintauchen? 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Danke! &lt;3</mark></a></p><hr/><p>QUELLEN</p><p>Kocher, Chris. „New Study Shows Spiders Use Webs to Hear - Binghamton News“ - Binghamton University. Zugegriffen 18. Juni 2026. <a href="https://www.binghamton.edu/news/story/3558/new-study-shows-spiders-use-webs-to-extend-their-hearing">https://www.binghamton.edu/news/story/3558/new-study-shows-spiders-use-webs-to-extend-their-hearing</a>.</p><p>ScienceDaily. „Spiders Use Webs to Extend Their Hearing“. Zugegriffen 18. Juni 2026. <a href="https://www.sciencedaily.com/releases/2022/03/220329114714.htm">https://www.sciencedaily.com/releases/2022/03/220329114714.htm</a>.</p><p>Staff, News. „Orb-Weaving Spiders Use Their Web as Acoustic Antenna | <a href="http://sci.news/">Sci.News</a>“. <a href="http://sci.news/"><em>Sci.News</em></a><em>: Breaking Science News</em>, 1. April 2022. <a href="https://www.sci.news/biology/acoustic-spider-web-10675.html">https://www.sci.news/biology/acoustic-spider-web-10675.html</a>.</p><p>Zhou, Jian, Junpeng Lai, Gil Menda, u. a. „Outsourced hearing in an orb-weaving spider that uses its web as an auditory sensor“. <em>Proceedings of the National Academy of Sciences</em> 119, Nr. 14 (2022): e2122789119. <a href="https://doi.org/10.1073/pnas.2122789119">https://doi.org/10.1073/pnas.2122789119</a>.</p>]]></content:encoded>
      <category><![CDATA[Heimische Natur]]></category>
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      <pubDate>Sun, 28 Jun 2026 06:06:45 +0000</pubDate>
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    <item>
      <title><![CDATA[Dürfte ich kurz in Ihrem Pipi lesen?]]></title>
      <description><![CDATA[🧐 Heute begleitest du mich in die … nun … interessante Welt der ✨Harnbeschau✨ und der Wahrsagerei mittels Urin. Ja, das hast du richtig gelesen.]]></description>
      <content:encoded><![CDATA[<h1>Kuriositätenkabinett: Dürfte ich kurz in Ihrem Pipi lesen?</h1><p><strong>… das wäre im Mittelalter eine ganz normale Frage gewesen, wenn du einen Arzttermin gehabt hättest. Heute begleitest du mich in die … nun … interessante Welt der ✨Harnbeschau✨ und der Wahrsagerei mittels Urin. Ja, das hast du richtig gelesen. Willkommen in einer neuen Kategorie, in der ich immer mal wieder skurillen Aberglauben oder Scharlatanerie vorstelle. Let’s go!</strong></p><figure><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/2abeed9e-88b1-4e1e-80e2-d355493e6522/uploads/images/rjfimvvhmo/Al-RaziInGerardusCremonensis1250.jpeg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><figcaption>Europäische mittelalterliche Darstellung der Harnschau aus einer Ausgabe des Recueil des traités de médecine des Rhazes in der Übersetzung von Gerhard von Cremona, um 1255</figcaption></figure><p>Stell dir vor, du gehst im Jahr 1350 zum Arzt, weil du dich elend fühlst, und das Erste, was er von dir verlangt, ist ein Schälchen Morgenurin. So weit kennst du das vielleicht auch noch von deiner Ärztin oder deinem Arzt. Vermutlich hält sie oder er deine Probe dann aber nicht gegen das Licht, schwenkt es, betrachtet die Farbe und den Bodensatz, und aus diesem einen Becher liest sie oder er dir einen großen Teil seiner Diagnose ab. Willkommen in der Welt der Uroskopie, der Harnschau, einer Disziplin, die über zweitausend Jahre lang als der Königsweg der Medizin galt.</p><p><em>Hinweis: Ich schreibe in diesem Text von Ärzten, weil die akademisch ausgebildete Medizin damals fast ausschließlich männlich organisiert war. Frauen heilten natürlich ebenfalls, etwa als Hebammen, Pflegerinnen oder kundige Praktikerinnen, gehörten aber meist nicht zu diesem offiziellen Ärzteberuf, von dessen Methoden ich hier heute spreche.</em></p><h2>Die Pisse muss atmen!</h2><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/2abeed9e-88b1-4e1e-80e2-d355493e6522/uploads/images/zgs7mh6ihh/giphy_%282%29.gif?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><p><a href="https://steady.page/db21f24b-40e6-4c6e-befe-eaa5884eed34/posts/2abeed9e-88b1-4e1e-80e2-d355493e6522">Auf Steady weiterlesen</a></p>]]></content:encoded>
      <category><![CDATA[Kuriositätenkabinett]]></category>
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      <pubDate>Sun, 21 Jun 2026 06:01:00 +0000</pubDate>
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    <item>
      <title><![CDATA[Ökosysteme Teil 2: Der Wald]]></title>
      <description><![CDATA[🌳 Heute geht es im 2. Teil der Ökosystemreihe um unsere Wälder! 🌲🦌🐌🐞]]></description>
      <content:encoded><![CDATA[<p><strong>Weißt du noch, dass ich die Ökosystemreihe gestartet und direkt nach der Ausgabe mit dem Fluss wieder VERGESSEN habe? Tja. Jedenfalls ist es mir siedend heiß eingefallen, und deshalb nehme ich dich heute mit in den Wald. Schauen wir uns mal an, wie dieses Ökosystem funktioniert!</strong></p><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/4bb3a407-14cc-4a9e-91a7-8bc4d4c6fbc1/uploads/images/wsoudnh22b/134CE0EF-BF87-4E56-925F-E3BF1F677661_1_102_o.jpeg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><p><a href="https://steady.page/de/jasminschreiber/posts/3c2bf083-9437-4356-92df-abebb4e5993d"><em>Zum ersten Teil der Reihe kommst du hier»</em></a></p><h2>Forst, Wald, Urwald: Worüber reden wir eigentlich?</h2><p>Wenn von „dem Wald“ die Rede ist, meinen Menschen ganz unterschiedliche Dinge, und die Unterschiede sind ökologisch echt relevant. Fangen wir deshalb mit einer Klärung der Begrifflichkeiten an.</p><p>Einen <strong><mark style="background-color: rgb(222, 244, 220); color: inherit">Forst</mark></strong> legen Menschen gezielt an und bewirtschaften ihn, weil die Bäume dort in erster Linie als Rohstoff dienen. Typischerweise pflanzen Forstwirte dort gleichaltrige Bäume einer einzigen Art wie Fichte oder Kiefer streng in Reih und Glied und ernten sie nach einigen Jahrzehnten. Dadurch fehlen alte Bäume, Totholz und eine vielschichtige Struktur, weshalb viele Arten dort keine Nische finden. Wenn viele Leute an einen Wald denken, haben sie eigentlich genau so einen Forst vor ihrem inneren Auge oder kennen sogar gar nichts anderes.</p><p>Ein <strong><mark style="background-color: rgb(222, 244, 220); color: inherit">naturnaher Wald</mark> </strong>entspricht dagegen fast genau dem, was an einem Ort ganz von allein wachsen würde. Hier mischen sich verschiedene Baumarten und Altersstufen: Es gibt junge und alte Bäume, stehendes und liegendes Totholz, Lücken im Kronendach und eine reiche Krautschicht. Menschen nutzen solche Wälder zwar teilweise noch wirtschaftlich, gehen dabei aber schonend vor und nehmen Rücksicht auf die natürliche Dynamik.</p><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/95a27057-6869-49e6-bc1a-b1f244e2d05a/uploads/images/5gilf7nhtb/528960C2-358E-4FF9-984D-12F663467F7D_1_102_o.jpeg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><p>Ein <strong><mark style="background-color: rgb(222, 244, 220); color: inherit">Urwald</mark></strong> schließlich ist ein Wald, den wir Menschen nie oder zumindest seit sehr langer Zeit nicht mehr angerührt haben. Fachleute beschreiben ihn noch etwas genauer als <em>Primärwald</em>, wenn dort noch nie jemand gerodet hat, und als <em>Sekundärwald</em>, wenn die Natur nach einer früheren Nutzung über Jahrhunderte oder Jahrtausende wieder von selbst einen naturnahen Zustand erreicht hat. Das Besondere am Urwald: Er durchläuft alle natürlichen Phasen, inklusive der Zerfallsphase. Mächtige alte Bäume sterben ab, brechen zusammen und vermodern über Jahrzehnte in aller Ruhe. Im Wirtschaftswald fehlt genau diese Phase fast komplett, obwohl ein gewaltiger Teil der Artenvielfalt genau davon abhängt.</p><p>Echte Urwälder haben wir in Deutschland praktisch verloren. Uns bleiben nur noch winzige „urwaldartige“ Reliktflächen und einige alte Buchenwälder, in die wir Menschen lange kaum eingegriffen haben. Seit 2011 gehören fünf dieser Gebiete zum UNESCO-Weltnaturerbe. Dazu zählen der Nationalpark Hainich in Thüringen, der über vierzig Jahre als militärisches Sperrgebiet diente, und der Grumsiner Forst in Brandenburg, ein alter Buchenwald und ehemaliges Staatsjagdgebiet der DDR. Wegen des damaligen Betretungsverbots hatte die Natur dort abseits der Jagd weitgehend ihre Ruhe. Beide Gebiete blieben durch ihre Abgeschiedenheit fast völlig unberührt.</p><h2>Wie ein Wald entsteht</h2><p>In unseren Breiten bleibt eine freie Fläche selten lange kahl. Setz dich an einen verlassenen Acker oder eine Brandfläche, warte ein paar Jahrzehnte (ja, ok, vielleicht solltest du zwischendrin mal nach Hause gehen und duschen), und du beobachtest eine Entwicklung, die Fachleute <strong><mark style="background-color: rgb(222, 244, 220); color: inherit">Sukzession</mark></strong> nennen. Sie verläuft in Etappen, fast wie ein Menü mit mehreren Gängen.</p><p>Zuerst tauchen die <strong><mark style="background-color: rgb(222, 244, 220); color: inherit">Pioniere</mark></strong> auf. Bäume wie Birke, Salweide, Espe und Kiefer haben viele und sehr leichte Samen, die der Wind weit tragen kann. Außerdem wachsen diese Pflanze schnell, vertragen die pralle Sonne problemlos und erobern auf diese Art offene Böden in Windeseile. Allerdings leben sie nicht sehr lange und werfen nur wenig Schatten. Unter diesem lichten Blätterdach keimen dann die Bäume der nächsten Runde. Arten wie die Rotbuche kommen gut mit dem leichten Schatten der Pionierarten zurecht und schieben sich langsam, aber unaufhaltsam nach oben. Eine junge Buche kann jahrelang im Halbdunkel ausharren, bis sie genau in dem Moment durchstartet, in dem ein alter Pionierbaum stirbt und eine rettende Lücke ins Kronendach reißt. Am Ende bildet sich in weiten Teilen Mitteleuropas eine sogenannte <strong><mark style="background-color: rgb(222, 244, 220); color: inherit">Schlusswaldgesellschaft</mark></strong>, und die Buche beherrscht diesen Wald. Sie verdrängt ihre Konkurrenz, weil ihr dichtes Laubdach so wenig Licht durchlässt, dass am Boden kaum noch eine andere Pflanze hochkommt.</p><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/95a27057-6869-49e6-bc1a-b1f244e2d05a/uploads/images/w4rpm7swbc/D4EB687C-CC61-4AFD-A870-B0A4007F7397_1_105_c.jpeg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><p>Welcher Wald am Ende genau entsteht, entscheiden Standortfaktoren wie Klima, Bodenart, Wasserangebot und Lichtverhältnisse. Auf trockenen Sandböden setzt sich eher die Kiefer durch, in Mooren und Auen übernehmen andere Arten wie Birken, Erlen oder Eichen, und im Hochgebirge dominiert die Fichte, weil sie dort von Natur aus hingehört. Das erklärt übrigens auch, warum so viele Fichtenforste im Flachland heute solche Probleme haben: Dort wächst ein Gebirgsbaum einfach am falschen Platz, wovon ich ja schon im letzten Artikel über Borkenkäfer erzählt habe.</p><hr aria-hidden="true"/><p><em>Das hier ist die kostenlose Ausgabe von SCHREIBERS NATURARIUM, die alle 2 Wochen erscheint. Sie wechselt sich mit der kostenpflichtigen Ausgabe für Unterstützerinnen und Unterstützer ab. Wenn ihr die Kolumne wöchentlich haben und mich und meine Umtriebe in der Natur unterstützen könnt und Lust auf Goodies wie eBooks oder Post habt, könnt ihr das hier machen:</em></p><p><a href="https://steady.page/de/jasminschreiber/about">Mitglied werden</a></p><hr aria-hidden="true"/><h3>Die Stockwerke des Waldes</h3><p>Beim Fluss haben wir den Aufbau von der Quelle bis zur Mündung und im Querschnitt betrachtet. Beim Wald lohnt sich vor allem eine eher vertikale Perspektive, denn ein Wald ordnet sich in Etagen, fast wie ein Haus, und jedes Stockwerk hat eigene Lichtverhältnisse, ein eigenes Klima und eigene Bewohner.</p><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/95a27057-6869-49e6-bc1a-b1f244e2d05a/uploads/images/l5q2bcddle/Stockwerke_des_Waldes.png?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><p>Ganz unten liegt die <strong><mark style="background-color: rgb(222, 244, 220); color: inherit">Wurzel- und Bodenschicht</mark></strong>, das dunkle, feuchte Reich der Zersetzer, das wir uns gleich noch genauer anschauen. Hier verlaufen die Wurzeln der Bäume, verflochten mit ihren Pilzpartnern, und hier werden das herabgefallene Laub, tote Tiere und sonstiges organisches Material in Nährstoffe zurückverwandelt, die anschließend wieder nach oben in die Kronen wandern. Im Boden und in der Streu jagen Laufkäfer und Spinnen, Spitzmäuse durchwühlen die Streu, Regenwürmer ziehen welke Blätter in die Tiefe und durchmischen die Erde, während Mikroorganismen die Nährstoffe pflanzenverfügbar machen.</p><p>Darüber folgt dann die <strong><mark style="background-color: rgb(222, 244, 220); color: inherit">Krautschicht</mark></strong> mit Farnen, Gräsern, Moosen und Blühpflanzen wie Buschwindröschen oder Waldmeister. Diese Frühblüher haben ihre große Stunde im zeitigen Frühjahr, solange die Bäume noch kahl sind und Licht bis zum Boden fällt. Sobald sich das Laubdach über ihnen schließt, ist ihre Saison vorbei, und sie ziehen sich in Zwiebeln, Knollen und Wurzelstöcke zurück, um im nächsten Jahr erneut vorzupreschen. Diese Schicht ernährt eine Menge Tiere: Schnecken und Insekten knabbern an den Blättern, Wildbienen und Schmetterlinge sammeln Nektar und Pollen, und am Boden finden Amphibien wie der Feuersalamander und Reptilien wie die Waldeidechse Deckung und Nahrung.</p><p>Die <strong><mark style="background-color: rgb(222, 244, 220); color: inherit">Strauchschicht</mark></strong> aus Haselnuss, Heidelbeeren, Holunder und anderen Gehölzen bietet Deckung und Nahrung in mittlerer Höhe. Sie ist auch so eine Art Kinderstube des Waldes, denn hier wachsen die Jungbäume heran, die später einmal eine Lücke im Kronendach füllen werden. Ihre Beeren und Nüsse sind im Herbst eine wichtige Nahrungsquelle, an der sich Vögel, Mäuse, Siebenschläfer und Eichhörnchen bedienen, die dadurch Samen aber auch zu anderen Orten verschleppen und damit beim Verjüngen und bei der Ausbreitung des Waldes helfen. Im dichten Geäst brüten Vögel wie die Mönchsgrasmücke oder das Rotkehlchen geschützt vor Fressfeinden und neugierigen Blicken.</p><p>Den Abschluss bildet die <strong><mark style="background-color: rgb(222, 244, 220); color: inherit">Baumschicht</mark></strong>, das Kronendach, das wie ein grünes Zelt über allem liegt. Hier findet der Großteil der Fotosynthese statt, und von hier hängt fast alles andere ab, denn dort wird quasi entschieden, wie viel Licht in die unteren Etagen fällt. Je dichter das Dach, desto schattiger und kühler ist es darunter, und desto stärker müssen sich die Pflanzen am Boden auf die wenigen hellen Wochen im Frühjahr verlassen. Oben in den Wipfeln spielt sich ein eigenes Leben ab: Vögel brüten und jagen Insekten in der Luft, Eichhörnchen springen von Ast zu Ast, und der Mäusebussard wacht in den höchsten Gabeln, so wie bei mir ums Eck. Stirbt einer dieser Riesen schließlich und stürzt um, reißt er eine Lücke ins Dach, Licht flutet herein, und der Kreislauf aus Verjüngung und Wettbewerb um den frei gewordenen Platz beginnt von vorn.</p><hr aria-hidden="true"/><p><a href="https://steady.page/de/jasminschreiber/newsletter/sign_up"><em>💌 Neu hier? Jetzt diese Naturkolumne kostenlos abonnieren!💌</em></a></p><hr aria-hidden="true"/><h3>Am Rand</h3><p>Spannend wird es auch an den Rändern. Der Waldrand ist ein Übergangsbereich zwischen Wald und Offenland, ein sogenanntes <em>Ökoton</em>, und solche Säume sind oft sogar artenreicher als das Innere des Waldes. Dass an der Grenze zweier Lebensräume mehr Arten leben als in jedem der beiden für sich, hat einen eigenen Namen: Ökologinnen und Ökologen sprechen vom <strong><mark style="background-color: rgb(222, 244, 220); color: inherit">Randeffekt</mark></strong> oder <em>Kanteneffekt</em>. Diese höhere Biodiversität liegt daran, dass sich hier die Bewohner beider Welten begegnen. Am Waldrand findest du sowohl Arten aus dem geschlossenen Waldinneren als auch vom offenen Grasland, und obendrein auch noch die Spezialisten, die genau diesen Übergang brauchen und sonst nirgendwo vorkommen. Dazu kommt, dass sich auf engstem Raum unglaublich viele verschiedene Strukturen und kleine Klimazonen drängen.</p><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/95a27057-6869-49e6-bc1a-b1f244e2d05a/uploads/images/xgl3jjfqtc/29837AD9-6C58-4381-A77C-E5A93FA06DED_1_102_o.jpeg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><p>Ein intakter Waldrand funktioniert ein wenig wie eine Treppe: Er beginnt mit niedrigen Kräutern, geht über in einen Saum aus Stauden und eine dichte “Stufe” aus Sträuchern, bis schließlich die ersten großen Bäume aufragen. Jede dieser Zonen bietet ganz eigene Nischen. Auf nur wenigen Metern wechseln sich sonnige und schattige, warme und kühle, trockene und feuchte Stellen ab, und durch diese große Abwechslung auf kleinstem Raum können viele Arten mit völlig unterschiedlichen Ansprüchen dicht an dicht zusammenleben. Das siehst du besonders gut an den Blüten und Insekten. Der sonnige, windgeschützte Saum wärmt sich schnell auf und blüht die ganze Saison über in voller Pracht. Das zieht massenhaft Wildbienen, Schmetterlinge, Käfer und Schwebfliegen an, und diese Insekten locken dann wiederum Vögel, Spinnen und Fledermäuse an. Reptilien wie die Zauneidechse tanken in den warmen Säumen ausgiebig Sonne, während Vögel in den dichten Sträuchern sichere Nistplätze bauen und direkt davor freie Flugbahnen für ihre Jagd vorfinden. So zieht sich diese Vielfalt durch das komplette Nahrungsnetz nach oben.</p><p>Auf Lichtungen beobachtest du denselben Mechanismus im Kleinen. Sobald ein alter Baum umstürzt und eine Lücke ins Kronendach reißt, flutet Sonnenlicht auf den Boden und startet das Leben dort quasi neu: Samen, die viel Licht brauchen (also Lichtkeimer sind) und Pionierpflanzen schießen sofort in die Höhe. Den frischen Blüten folgen rasch die Insekten, und so entsteht mitten im schattigen Wald für ein paar Jahre eine helle, blütenreiche Oase. Genau dieses ständige Wechselspiel aus plötzlicher Störung und schneller Wiederbesiedlung hält einen naturnahen Wald so lebendig und vielfältig. Ein monotoner Forst mit seinem dichten, geschlossenen Blätterdach und den harten, abrupten Rändern lässt solche fließenden Übergänge dagegen kaum zu.</p><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/95a27057-6869-49e6-bc1a-b1f244e2d05a/uploads/images/zzhz47n7nw/5A3EB575-A273-47CB-8044-43142866C676_1_102_o.jpeg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><p>Eine Einschränkung gehört dazu: Der Randeffekt steigert die Artenzahl und die Biodiversität jetzt auch nicht grenzenlos. Wo Wälder durch Straßen, Felder und Siedlungen immer stärker zerschnitten werden, wächst zwar die Anzahl von Randbereichen, doch das geht zulasten der Arten, die eben auch ein ungestörtes Waldinneres brauchen, etwa scheue Vögel oder Tiere, die viel Ruhe und große zusammenhängende Flächen benötigen. Viel Rand ist also nicht pauschal gut. Wertvoll ist der breite, gestufte, naturnahe Übergang, problematisch die harte Schnittkante einer durch uns zerstückelten Landschaft.</p><h2>Der Waldboden</h2><p>Jedes Jahr fällt eine gewaltige Menge Laub, Nadeln, Zweige und abgestorbenes Wurzelmaterial zu Boden. Würde das einfach liegen bleiben, läge der Wald binnen weniger Jahrzehnte unter einer meterdicken Streuschicht begraben. Stattdessen arbeitet dort ein Heer aus winzigen Lebewesen, das diese Streu zerlegt und in fruchtbaren Humus verwandelt. Regenwürmer ziehen Blätter in ihre Gänge und durchmischen die Erde, Asseln und Tausendfüßer zerkleinern grobes Material, Springschwänze und Hornmilben verarbeiten die feineren Reste, und Pilze sowie Bakterien erledigen den chemischen Feinabbau bis zu den Mineralstoffen, die die Bäume erneut aufnehmen können. In einer Handvoll gesundem Waldboden leben mehr Organismen, als Menschen auf der Erde wohnen.</p><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/95a27057-6869-49e6-bc1a-b1f244e2d05a/uploads/images/lhnwcpis6b/0D0BD71F-9008-4504-9A24-B271A25D9E40_1_102_o.jpeg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><h3>Mykorrhiza: die Partnerschaft zwischen Pilz und Baum</h3><p>Wenn wir über den Waldboden reden, kommen wir an einer der schönsten Symbiosen der Natur nicht vorbei. Fast alle Bäume gehen eine enge Lebensgemeinschaft mit Pilzen ein, die <strong><mark style="background-color: rgb(222, 244, 220); color: inherit">Mykorrhiza</mark></strong> heißt, übersetzt etwa „Pilzwurzel“. Die feinen Pilzfäden, die <em>Hyphen</em>, legen sich um die Baumwurzeln oder dringen sogar in sie ein und vergrößern die aufnehmende Oberfläche enorm. Über das Pilzgeflecht erreicht ein Baum Wasser und Nährstoffe weit jenseits seiner eigenen Wurzeln. Die hauchdünnen Hyphen wachsen in feinste Bodenporen hinein, die für die vergleichsweise dicken Wurzeln unerreichbar bleiben, und erschließen so ein Bodenvolumen, an das der Baum allein nie herankäme. Natürlich “bezahlt” der Baum auch für diesen Service: Der Pilz liefert dem Baum Wasser und schwer erreichbare Nährstoffe, vor allem Phosphor und Stickstoff, die im Boden oft gebunden vorliegen und ohne Hilfe kaum aufzunehmen wären. Der Baum gibt im Gegenzug Zucker und andere Kohlenhydrate aus seiner Fotosynthese ab, denn der Pilz kann selbst keine Energie aus Licht gewinnen und ist auf diese Lieferung angewiesen. So ist das eine Win-Win-Situation für beide Parteien.</p><p>Diese Lebensgemeinschaft tritt in verschiedenen Formen auf. Bei vielen heimischen Waldbäumen wie Buche, Eiche, Fichte und Kiefer findet sich die sogenannte <em>Ektomykorrhiza</em>, bei der der Pilz die Wurzelspitzen wie ein Mantel umhüllt und sich zwischen die äußeren Wurzelzellen schiebt, ohne in sie einzudringen. Zu dieser Gruppe gehört der Fliegenpilz, aber auch viele der Pilze, die du als Speisepilze kennst, etwa Steinpilz oder Pfifferling, deren Hut über der Erde nur der Fruchtkörper eines weit größeren unterirdischen Geflechts ist. Bei der zweiten großen Form, der <em>arbuskulären Mykorrhiza</em>, dringen die Hyphen in die Wurzelzellen ein und bilden dort fein verästelte Strukturen für den Stoffaustausch; diese Variante ist bei krautigen Pflanzen verbreitet und kommt auch bei einigen Bäumen wie dem Ahorn oder der Esche vor. Die Heidelbeere geht noch einmal eine andere Art der Mykorrhiza ein, die <em>ericoide Mykorrhiza</em>.</p><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/95a27057-6869-49e6-bc1a-b1f244e2d05a/uploads/images/dcvrxwiee2/5474BEAF-2B10-4CAE-8F81-AAE4571EF3C8_1_102_o.jpeg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><p>Dieser Deal zwischen Pflanze und Pilz ist sehr alt. Schon die ersten Landpflanzen vor mehreren hundert Millionen Jahren besaßen vermutlich noch keine richtigen Wurzeln und waren auf Pilzpartner angewiesen, um an Nährstoffe im Boden zu gelangen. Manche Forschende vermuten deshalb, dass die Eroberung des Festlands durch die Pflanzen ohne diese Partnerschaft kaum möglich gewesen wäre. Bis heute zählt die Mykorrhiza zu den am weitesten verbreiteten Symbiosen der Erde, und ein Großteil aller Landpflanzen lebt in irgendeiner Form mit Pilzen zusammen.</p><h3>Die Sache mit dem „Wood Wide Web“</h3><p>Jetzt wird es interessant, und hier musst du aufpassen, denn an dieser Stelle vermischen sich richtige Forschung und hübsche Geschichtchen.</p><p>Du hast bestimmt schon vom „Wood Wide Web“ gehört, dem Bild vom Wald als großem Netzwerk, in dem Bäume über Pilzfäden miteinander reden, einander warnen und füreinander sorgen. Besonders populär gemacht hat diese Erzählung der Förster Peter Wohlleben mit dem Bild vom „Mutterbaum“, der seine Kinder über die Pilzverbindungen mit Zucker … nun, er benutzt das Wort „stillt“. Hüstel. Das ist eine nette Vorstellung. Die Frage ist nur, was davon wirklich belegt ist.</p><p>Eine vielbeachtete Übersichtsarbeit von Jason Karst und Kolleginnen, 2023 in <em>Nature Ecology &amp; Evolution</em> erschienen, hat genau das geprüft und drei verbreitete Behauptungen unter die Lupe genommen. Die erste lautet, dass solche gemeinsamen Pilznetzwerke in Wäldern weit verbreitet seien. Die zweite, dass über sie Ressourcen flössen, die das Wachstum von Keimlingen verbesserten. Und die dritte, dass alte Bäume bevorzugt ihren eigenen Nachwuchs mit Nährstoffen und Warnsignalen versorgten. Das Ergebnis war dann doch eher etwas ernüchternd. Die Forschenden argumentieren, dass die ersten beiden Behauptungen unzureichend belegt seien, weil die Feldstudien zu stark schwankten, die Ergebnisse sich auch durch andere, etablierte Prozesse erklären ließen oder zu begrenzt für allgemeine Aussagen seien. Noch deutlicher fällt das Urteil zur dritten aus, dem Herzstück der Mutterbaum-Erzählung: Für die Idee, dass alte Bäume gezielt Ressourcen und Abwehrsignale an ihre Sämlinge schickten, gebe es keine einzige peer-reviewte, veröffentlichte Studie und auch keinerlei Hinweise dazu. Die Forschenden zeigen außerdem etwas, das mich besonders aufhorchen lässt: In der Fachliteratur selbst habe sich eine Schlagseite entwickelt, positive Effekte solcher Netzwerke häufiger zu zitieren als kritische Befunde. Die schöne Geschichte hat sich also sogar in die Wissenschaft eingeschlichen.</p><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/95a27057-6869-49e6-bc1a-b1f244e2d05a/uploads/images/itg4y4mqqx/7D9CC2FA-A560-422B-9830-1190EA4B0203.jpeg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><p>Gesichert ist zweierlei: Pilze können die Wurzeln mehrerer Bäume miteinander verbinden, das passiert tatsächlich. Und unterirdisch wandert Kohlenstoff von einem Baum zum anderen, das ist mehrfach gemessen worden, etwa mit aufwändigen Isotopenmarkierungen unter echten Waldbedingungen. Offen ist die Frage, auf welchem Weg der Kohlenstoff wandert. Fließt er wirklich gezielt durch das verbindende Pilznetz von Wurzel zu Wurzel? Oder gibt der eine Baum den Stoff einfach an den Boden ab, von wo ihn der andere unabhängig wieder aufnimmt, ganz ohne durchgehende Pilzverbindung? Beide Wege führen zum selben Messergebnis, nämlich Kohlenstoff hier wie dort, und genau das macht den Nachweis so schwierig. Eine Arbeitsgruppe hat 2024 vorgeschlagen, genauer zwischen verschiedenen Stufen solcher Netzwerke zu unterscheiden, vor allem zwischen einer wirklich durchgehenden Pilzverbindung von Wurzel zu Wurzel und einem bloßen Nebeneinander von Pilzfäden, das nur wie ein Netz aussieht. Denn um ein echtes gemeinsames Netzwerk zu belegen, müsste man im Experiment ausschließen, dass der Stoff den Umweg über den Boden nimmt, und dieser strenge Nachweis gelingt im Wald kaum je. Viele Studien, die auf den ersten Blick ein Netzwerk zu zeigen scheinen, könnten den beobachteten Transfer deshalb genauso gut über den Boden oder über getrennte Pilzgeflechte erklären. Heißt: Wir wissen das alles gar nicht so genau und haben uns vielleicht einfach eine Erklärung zusammengeschustert, die so schön und vertraut klingt, weil wir selber Säugetiere sind und uns um unseren Nachwuchs kümmern.</p><p>Aber auch hier gibt es natürlich Widerspruch. Suzanne Simard, die kanadische Forstwissenschaftlerin, deren Arbeiten Wohlleben und andere inspiriert haben, hat 2025 gemeinsam mit Kolleginnen eine ausführliche Erwiderung veröffentlicht und verteidigt darin ihre Befunde zum Kohlenstofftransfer. Diese Antwort erschien allerdings bei <em>Frontiers</em>, einem Verlag, den ich aus verschiedenen Gründen nicht besonders schätze und dessen Begutachtungspraxis immer wieder in der Kritik steht. Das heißt nicht, dass <em>Frontiers</em>-Paper prinzipiell Humbug sind, aber ich frage mich dann doch, wieso es so eine eigentlich bahnbrechende Entdeckung nicht in <em>Nature</em> oder <em>Science</em> geschafft hat. Außerdem ist es nur ein Opinion-Artikel, also generell mit Vorsicht zu genießen.</p><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/95a27057-6869-49e6-bc1a-b1f244e2d05a/uploads/images/enpu55vpes/2AAA81D4-5D3F-4EC6-BEA5-9CB12079D5D7_1_105_c.jpeg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><p>Eine andere Antwort kommt von einer Gruppe um Tamir Klein, erschienen 2023 auf der EU-Plattform <em>Open Research Europe</em>. Bemerkenswert ist, dass an dieser Arbeit unter anderem Jason Hoeksema mitschrieb, einer der Autoren des kritischen <em>Nature</em>-Papers, was zeigt, dass hier über die Lager hinweg argumentiert wird, was ich immer erst einmal gut finde. Die Gruppe räumt ein, dass es angesichts vieler Störfaktoren in Feldexperimenten weit mehr Forschung braucht, hält aber fest, dass die Belege für den Kohlenstofftransfer durch die Pilzverbindungen solide sind und sich mehren, etwa durch eine Isotopenstudie, die den markierten Kohlenstoff direkt im verbindenden Pilz nachwies. Mit der fürsorglichen Mutterbaum-Erzählung hat dieser eng umrissene Befund allerdings nichts zu tun.</p><p>Du merkst, das ist eine offene wissenschaftliche Debatte, und genau so möchte ich sie dir auch präsentieren. Ich persönlich stehe eeeeeher auf der Seite der vorsichtigen Lesart aus dem <em>Nature</em>-Paper: Pilz und Baum sind Partner, Pilze verbinden Wurzeln, und Stoffe wandern unter der Erde. Ob daraus ein fürsorgliches Kommunikationssystem wird, in dem Mutterbäume ihre Kinder umsorgen, halte ich für deutlich überzogen. Ich meine: In einem Sachbuch kann man das durchaus als scherzhaftes Stilmittel verwenden, sowas mache ich ja auch. Das sollte dann aber auch deutlich werden und nicht als Fakt präsentiert werden.</p><p>Das ist meine Einschätzung nach der aktuellen Quellenlage, und du darfst dir gern deine eigene bilden, denn ich habe nicht “Recht” oder sowas, will ich auch gar nicht haben, und du siehst ja, dass das alles noch gar nicht abschließend geklärt ist. Vielleicht kommt ja bald der Beweis, dass Bäume ihre Kinder “stillen”, dann ist ja alles fein. Schauen wir mal.</p><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/95a27057-6869-49e6-bc1a-b1f244e2d05a/uploads/images/rxhn5jn43x/C6FA04B6-D336-4219-8555-B460BCAFF334_1_102_o.jpeg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><h2>Das Totholz</h2><p>Stehende tote Stämme und liegende, vermodernde Stämme gehören zu den artenreichsten Strukturen im Wald überhaupt. Wie wichtig sie sind, zeigt eine einzige Zahl: Schätzungsweise ein Drittel aller Arten, die in mitteleuropäischen Wäldern leben, ist in irgendeiner Phase seines Lebens auf Totholz angewiesen. Solche Arten bezeichnet man als <em>xylobiont</em>, von den griechischen Wörtern für Holz (xylo-) und Leben (-biont). Bei den Käfern ist der Anteil sogar noch höher, mehr als die Hälfte von ihnen lebt zeitweise im oder am toten Holz.</p><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/95a27057-6869-49e6-bc1a-b1f244e2d05a/uploads/images/5miko4hdgr/5B3D31EC-0077-48C5-8B1D-6FA07F51C4A0_1_102_o.jpeg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><p>Ein toter Baumstamm verschwindet nicht einfach, sondern durchläuft über Jahrzehnte mehrere Phasen mit jeweils anderen Bewohnern. Zuerst besiedeln sozusagen Totholz-Pionierinsekten Rinde und frisches Holz. Dann weichen Pilze und Bakterien das harte Material auf, woraufhin weitere Tiere das mürbe Holz zerkleinern. Am Ende entsteht fruchtbarer Humus, der den Boden anreichert und die nächste Baumgeneration nährt. Dieser langsame Abbau gibt Nährstoffe frei und bindet langfristig Kohlenstoff – ein perfektes System!</p><p>Ebenso wichtig sind alte, noch lebende Bäume mit Totholzanteil. In absterbende Äste zimmern Spechte Höhlen, die später Fledermäuse, Käuze oder Kleinsäuger beziehen. Im Inneren mancher Methusalembäume bilden sich über Jahrzehnte Mulmhöhlen voll zersetztem Holzmehl. Darin leben Spezialisten wie der Eremitenkäfer. Weil hier totes und lebendes Holz ineinandergreifen, nennen Fachleute solche wertvollen Exemplare <strong><mark style="background-color: rgb(222, 244, 220); color: inherit">Habitatbäume</mark></strong> oder <em>Biotopbäume</em>.</p><p>Wie viele Arten ein Baum beherbergt, hängt stark von seiner Art ab, und zwar unabhängig davon, ob er noch lebt oder schon abgestorben ist. Ausschlaggebend ist das Holz selbst. Die Eiche ist dabei die unangefochtene Königin der Artenvielfalt, denn an ihrem Holz leben rund 650 holzbewohnende Käferarten. Buchenholz bringt es auf etwa 240, Fichtenholz auf gerade einmal 60. Schon daran siehst du, warum ein vielfältiger Laubwald mit alten Eichen ungleich mehr Leben trägt als ein gleichförmiger Nadelforst. Ein wichtiger Punkt kommt hinzu: Holz allein genügt nicht, es braucht auch Licht. Sonnenbeschienene Stämme an warmen Waldrändern oder auf Lichtungen beherbergen weit mehr Arten als solche im tiefen Schatten, weil viele Käfer die Wärme zur Entwicklung brauchen. Manche Käfer sind bei all dem so anspruchsvoll, dass sie heute nur noch in den letzten ursprünglichen Wäldern überleben. Ihr Vorkommen gilt deshalb als Anzeiger für besonders alte, naturnahe Bestände, und Fachleute nennen sie <em>Urwaldreliktarten</em>. In Deutschland zählen rund 115 Arten dazu.</p><p>Trotz all dieser Argumente räumen Forstbetriebe Totholz oft weg – aus Angst vor “Schädlingen” oder weil es “unordentlich” wirkt. Diese Sorge ist meist unbegründet, da typische Totholzbewohner keine gesunden Bäume befallen. Etwas detaillierter bin ich ja hier drauf eingegangen:</p><a href="https://steady.page/de/jasminschreiber/posts/91486ba3-4bad-494c-b1be-8f50cf1c6b0f">https://steady.page/de/jasminschreiber/posts/91486ba3-4bad-494c-b1be-8f50cf1c6b0f</a><p>Der ständige Aufräumdrang schadet der Artenvielfalt enorm. Belassen Försterinnen und Förster alte Bäume und liegende Stämme hingegen gezielt im Wald, retten sie damit den Lebensraum zahlloser Tiere. Und deshalb schauen wir uns jetzt an, wer da eigentlich wohnt.</p><h3>Wer lebt alles im Wald?</h3><p>Klar, im Wald leben Reh, Fuchs und Wildschwein, das weiß jedes Kind. Spannender wird es, wenn man danach fragt, wer hier mit wem verbandelt ist.</p><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/95a27057-6869-49e6-bc1a-b1f244e2d05a/uploads/images/z23j4nyey6/CF999407-8267-414E-8196-54ADF8ED80B3_1_105_c.jpeg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><p>Den blau-braun gefiederten Eichelhäher hörst du definitiv schon, bevor du ihn überhaupt siehst. Als einer der wichtigsten „Förster des Waldes“ sammelt dieser Rabenvogel im Herbst unzählige Eicheln und Bucheckern, die er einzeln als Wintervorrat im Boden vergräbt. Weil er einen erheblichen Teil dieser Verstecke dann letztlich vergisst oder nicht braucht, wachsen oft hunderte Meter vom Mutterbaum entfernt neue Eichen heran. Sein Verwandter im Gebirge, der Tannenhäher, treibt dieses Zusammenspiel sogar noch auf die Spitze: Er versteckt im Lauf seines Lebens weit über hunderttausend Samen der Zirbelkiefer und spürt rund 80 Prozent davon selbst unter einer dicken Schneedecke wieder auf. Bis heute verstehen Forscher nicht völlig, wie sein außergewöhnliches räumliches Gedächtnis dabei funktioniert. Da die Zirbe ebenfalls schwere, flugunfähige Samen bildet, verlässt sie sich für ihre Ausbreitung fast vollständig auf diesen einen Vogel – verschwindet der Häher aus einer Region, stirbt über kurz oder lang auch der Baum.</p><p>Direkt unter deinen Füßen arbeitet derweil eine gewaltige Recyclinganlage. Hier spielen Pilze die heimlichen Hauptrollen, wobei manche weit mehr leisten, als nur herabgefallenes Laub zu zersetzen. Die mit den Baumwurzeln verflochtenen Mykorrhizapilze, über die ich gerade geschrieben habe, helfen nicht nur den Bäumen, sondern wirken auch wie ein Filter. Sie fangen giftige Schwermetalle wie Blei oder Cadmium in ihrem eigenen Geflecht ab und verhindern so, dass die Schadstoffe überhaupt in den Baum eindringen.</p><p>Und auch im toten und kranken Holz knüpfen die Waldbewohner spannende Allianzen. Manche Borkenkäfer transportieren gezielt Pilzsporen und impfen das Holz regelrecht damit, weil der Pilz die pflanzliche Abwehr bricht und den eigenen Larven später als Nahrung dient. Als eingespielte Komplizen bringen Käfer und Pilz gemeinsam selbst stattliche, aber geschwächte Bäume zu Fall. Diese Holzfresser rufen wiederum sofort spezialisierte Jäger auf den Plan: Während der Ameisenbuntkäfer unter der Rinde direkt Jagd auf die Borkenkäfer macht, bohren die Weibchen der auf die Borkenkäfer spezialisierten Schlupfwespen ihren haarfeinen Legestachel zielsicher durch das feste Holz. Sie spüren die verborgenen Käferlarven auf und funktionieren diese gnadenlos zur lebenden Kinderstube für den eigenen Nachwuchs um.</p><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/95a27057-6869-49e6-bc1a-b1f244e2d05a/uploads/images/tuznwff7ns/4CA7071B-D60D-4E2E-9FD8-BA1EEAC00CE1_1_102_o.jpeg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><p>Ein paar Etagen höher betätigt sich der Specht als fleißiger Architekt. Wenn er eine mühsam gemeißelte Baumhöhle nach nur einer Saison wieder räumt, hinterlässt er eine begehrte Wohnung für all jene, die selbst keine entsprechenden Bau-Skills haben. Ohne sein handwerkliches Geschick säßen Meisen, Hohltauben, Fledermäuse, Siebenschläfer und Käuze sprichwörtlich auf der Straße. Fehlt der Specht, verliert eine ganze tierische Wohngemeinschaft ihr Dach über dem Kopf, weshalb wir Ökolog:innen ihn als <strong><mark style="background-color: rgb(222, 244, 220); color: inherit">Schlüsselart</mark></strong> bezeichnen, von der sehr viele andere Waldbewohner direkt abhängen.</p><p>Obwohl dir die großen Säugetiere vermutlich als Erstes in den Sinn kommen, wenn du an Waldbewohner denkst, halte ich mich bei ihnen kurz, auch wenn sie keineswegs nur eine Nebenrolle spielen. Insbesondere Wolf und Luchs prägen als Schlüsselfiguren und oberste Jäger das gesamte Ökosystem, indem sie die Bestände von Reh und Hirsch regulieren und so verhindern, dass die Pflanzenfresser den empfindlichen Jungwuchs des Waldes kahlfressen. Fehlen diese Räuber, vermehren sich die Rehe und Hirsche ungebremst und schädigen den Waldnachwuchs massiv – was nicht dadurch besser gemacht wird, dass Jäger sie im Winter durchfüttern, um sie dann im Sommer abschießen zu können … während sie sich parallel beschweren, dass man viel mehr abschießen müsste, weil die Rehe den Wald bedrohen. Kann sich keiner ausdenken, die kognitive Dissonanz ist hier echt auf dem Peak. Jedenfalls: Beide Raubtiere kehren nach langer Abwesenheit allmählich wieder zurück, wobei speziell der Luchs genau jene dichten, strukturreichen und deckungsbietenden Wälder braucht, um die es hier die ganze Zeit geht. Und über die nächtlichen Jäger unter den Waldtieren – die Eulen und ihre erstaunlichen Anpassungen – habe ich dir an anderer Stelle ja bereits ausführlicher erzählt:</p><a href="https://steady.page/de/db21f24b-40e6-4c6e-befe-eaa5884eed34/posts/90ad9d70-ed88-4d2a-a5fb-ebf94b1ddab3">https://steady.page/de/db21f24b-40e6-4c6e-befe-eaa5884eed34/posts/90ad9d70-ed88-4d2a-a5fb-ebf94b1ddab3</a><h2>Was der Wald für uns tut</h2><p>Wie schon beim Fluss lohnt sich der Blick auf die Ökosystemleistungen, also auf das, was die Natur für uns Menschen erbringt, ohne dass wir dafür bezahlen. Beim Wald ist diese Liste besonders lang.</p><p><strong><mark style="background-color: rgb(222, 244, 220); color: inherit">Kohlenstoffspeicher und Klimaregulierung.</mark></strong> Bäume binden beim Wachsen Kohlenstoff aus der Luft und legen ihn in Holz und Boden ab. Ein intakter Wald speichert über lange Zeit gewaltige Mengen CO₂ und wirkt damit der Erderwärmung entgegen. Gleichzeitig kühlt er seine Umgebung, weil die Bäume Wasser verdunsten und Schatten werfen, was in heißen Sommern spürbar angenehmer ist als in der ausgeräumten Landschaft drumherum.</p><p><strong><mark style="background-color: rgb(222, 244, 220); color: inherit">Wasserhaushalt.</mark></strong> Der Waldboden arbeitet im Grunde wie ein riesiger Schwamm, der den herabfallenden Regen tief in sich aufsaugt. Indem er das gespeicherte Wasser anschließend nur ganz langsam wieder freigibt, füllt er stetig unsere Grundwasservorräte auf und fängt so gefährliches Hochwasser gut ab. Genau hier schließt sich auch der Bogen zum ersten Teil dieser Reihe, denn solche bewaldeten Einzugsgebiete bestimmen ganz maßgeblich, wie sich das Wasser in riesigen Flusssystemen verhält und am Ende abfließt.</p><p><strong><mark style="background-color: rgb(222, 244, 220); color: inherit">Bodenschutz.</mark></strong> Wurzeln halten den Boden fest und schützen vor Erosion durch Wind und Wasser. An steilen Hängen verhindern Wälder Rutschungen und Lawinen.</p><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/95a27057-6869-49e6-bc1a-b1f244e2d05a/uploads/images/r7e6dcixib/CB18AE47-1F22-4FD4-A0F3-8B16C9DA0FE2_1_105_c.jpeg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><p><strong><mark style="background-color: rgb(222, 244, 220); color: inherit">Luftreinigung.</mark></strong> Blätter und Nadeln filtern Staub und Schadstoffe aus der Luft und fangen Feinstaub ab. Mhhhh, die gute Waldluft!</p><p><strong><mark style="background-color: rgb(222, 244, 220); color: inherit">Rohstoff Holz.</mark></strong> Holz ist ein nachwachsender Baustoff und Brennstoff, und nachhaltige Forstwirtschaft kann ihn liefern, ohne den Wald zu zerstören, sofern sie die ökologischen Grenzen achtet. Das fällt vielen noch schwer, sach ich mal.</p><p><strong><mark style="background-color: rgb(222, 244, 220); color: inherit">Erholung und Kultur.</mark></strong> Der Wald ist ein Ort zum Wandern, Durchatmen und Auftanken. Studien deuten darauf hin, dass schon ein kurzer Aufenthalt unter Bäumen den Stress deutlich (!) senkt. Dazu kommt die kulturelle Bedeutung, von Märchen über Lieder bis zur Malerei der Romantik, die den deutschen Wald geradezu zum Sehnsuchtsort verklärt hat. Hier habe ich ausführlicher darüber geschrieben:</p><a href="https://steady.page/de/jasminschreiber/posts/fafa583d-7239-472e-bdd2-632e9ecac72d">https://steady.page/de/jasminschreiber/posts/fafa583d-7239-472e-bdd2-632e9ecac72d</a><h2>Was den Wald bedroht</h2><p>Seufz, jetzt der schwierige Teil, aber er gehört dazu. Dem deutschen Wald geht es schlecht, und die Zahlen lassen daran keinen Zweifel.</p><p>Laut der <strong><mark style="background-color: rgb(222, 244, 220); color: inherit">Waldzustandserhebung</mark></strong> 2024 zeigen vier von fünf Bäumen Schäden, nur etwa 21 Prozent sind ohne sichtbare Kronenverlichtung. Über einen vierzigjährigen Beobachtungszeitraum hat sich das Bild deutlich verdüstert. Besonders hart trifft es ausgerechnet die Fichte, die in den vergangenen Jahren die höchste Absterberate aller Hauptbaumarten aufwies. Das hat einen einfachen Grund: Die Fichte ist ein Gebirgsbaum, der über Jahrzehnte in tiefen, warmen Lagen als schnell wachsender Holzlieferant gepflanzt wurde, wo er bei Hitze und Trockenheit unter Stress gerät. Geschwächte Bäume werden zur leichten Beute für den Borkenkäfer, und etwa die Hälfte der geschädigten Bäume war 2024 von ihm befallen.</p><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/95a27057-6869-49e6-bc1a-b1f244e2d05a/uploads/images/tglr2neolr/A05DC79A-251E-4966-B594-CF5DC2E6522C_1_102_o.jpeg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><p>Die Ursachen greifen ineinander. Der Klimawandel bringt heißere, trockenere Sommer, die den Bäumen Wasser entziehen und sie anfällig machen. Die trockenen, heißen Sommer der vergangenen Jahre wirken nach, bei vielen Bäumen sind Teile der Kronen abgestorben, und die geschwächten Bäume sind anfällig für “Probleme” wie Borkenkäfer, Pilze und Misteln. Dazu kommen Stürme, die ganze Bestände umwerfen können, vermehrte Waldbrände in trockenen Jahren und hohe Stickstoffeinträge aus Landwirtschaft und Verkehr, die das Nährstoffgleichgewicht der Böden stören. Und schließlich verschärfen die strukturarmen Nadelholz-Reinbestände das Problem, weil eine Monokultur aus einer einzigen Art einem Fraßinsekt oder einer Dürre kaum etwas entgegenzusetzen hat. Yay!</p><p>Damit sind wir wieder bei der Eingangsfrage nach Forst, Wald und Urwald. Ein artenreicher, mehrschichtiger Mischwald steckt Störungen weit besser weg als ein gleichförmiger Forst, und genau hier liegt der Dauerkonflikt zwischen kurzfristiger Holzproduktion und langfristiger Widerstandskraft des Ökosystems. Es tut sich mittlerweile was, aber meiner Meinung nach kann sich das alles etwas schneller tun, sach ich mal.</p><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/95a27057-6869-49e6-bc1a-b1f244e2d05a/uploads/images/ak3pvagjdx/A6DD85B8-30E7-417D-959E-24F9FCAD8CCE_1_102_o.jpeg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><h2>Wie kann man Wälder schützen?</h2><p>Der letzte Abschnitt klang ein bisschen deprimierend, aber es gibt viel zu tun und zum Glück auch viele, die es anpacken. Hier ein paar Ansätze und Projekte.</p><ol><li><p><strong><mark style="background-color: rgb(222, 244, 220); color: inherit">Waldumbau zu Mischwäldern.</mark></strong> Der wichtigste Hebel ist der Umbau der anfälligen Nadelholz-Reinbestände in vielfältige, klimaresiliente Mischwälder mit standortgerechten, teils wärmetoleranten Arten. Das ist mühsam und dauert Jahrzehnte, I know, gilt aber als Schlüssel für die Zukunft.</p></li><li><p><strong><mark style="background-color: rgb(222, 244, 220); color: inherit">Prozessschutz in Nationalparks.</mark></strong> In Nationalparks wie dem Bayerischen Wald oder dem Nationalpark Hainich darf sich der Wald ohne großes menschliches Eingreifen entwickeln. Hier lässt sich beobachten, wie aus Wirtschaftswald über die Jahrzehnte wieder echte Wildnis wird.</p></li><li><p><strong><mark style="background-color: rgb(222, 244, 220); color: inherit">Mehr Wildnis wagen.</mark></strong> Naturschutzstrategien sehen vor, einen kleinen Teil der Waldfläche ganz der natürlichen Entwicklung zu überlassen. Diese Flächen sind Rückzugsräume für all jene Arten, die auf alte Bäume, Totholz und ungestörte Abläufe angewiesen sind.</p></li><li><p><strong><mark style="background-color: rgb(222, 244, 220); color: inherit">UNESCO-Weltnaturerbe Buchenwälder.</mark></strong> Fünf deutsche Buchenwälder tragen seit 2011 diesen Titel: der Grumsiner Forst in Brandenburg, der Nationalpark Kellerwald-Edersee in Hessen, der Nationalpark Jasmund auf Rügen, der Serrahner Buchenwald im Müritz-Nationalpark und der Nationalpark Hainich in Thüringen. Zusammen mit ihren europäischen Partnergebieten in anderen Ländern bewahren sie die letzten naturnahen Reste eines Lebensraums, der einst weite Teile unseres Kontinents bedeckte. Der Titel ist also Schutz und Verpflichtung zugleich.</p></li><li><p><strong><mark style="background-color: rgb(222, 244, 220); color: inherit">Totholz und Habitatbäume erhalten.</mark></strong> Immer mehr Forstbetriebe lassen gezielt alte Bäume und Totholz stehen, um die Artenvielfalt zu fördern. Schon einzelne erhaltene Habitatbäume machen für viele Tiere einen riiiiiiiiesigen Unterschied!</p></li><li><p><strong><mark style="background-color: rgb(222, 244, 220); color: inherit">Aufforstung mit Augenmaß.</mark></strong> Bäume zu pflanzen klingt immer gut, ist aber kein Selbstläufer. Werden die falschen Arten am falschen Standort gepflanzt oder dient die Aktion vor allem dem grünen Image eines Unternehmens, wobei danach niemand mehr guckt, ob die Bäume überhaupt anwachsen, bringt sie wenig. Sinnvoll ist Aufforstung dort, wo standortgerechte, vielfältige Wälder entstehen und langfristig gepflegt werden.</p></li></ol><h2>Verhaltensregeln im Wald</h2><p>Mit meiner Kindergruppe bin ich oft in waldähnlichen Gebieten unterwegs, und jedes Mal frage ich nach den Regeln, die für diese Besuche gelten. Die Kids kennen die mittlerweile echt gut, und vielleicht kannst du sie auch bald auswendig aufsagen:</p><ul><li><p><strong><mark style="background-color: rgb(222, 244, 220); color: inherit">Bleib auf den Wegen.</mark></strong> Abseits der Pfade trittst du Jungpflanzen nieder, verdichtest den Boden und scheuchst Tiere aus ihren Verstecken. Besonders in der Brut- und Setzzeit im Frühjahr und Frühsommer reagieren Rehkitze, Bodenbrüter und Co. empfindlich auf Störung.</p></li><li><p><strong><mark style="background-color: rgb(222, 244, 220); color: inherit">Nimm deinen Müll wieder mit.</mark></strong> Was du hineinträgst, trägst du auch wieder hinaus, und zwar restlos. Auch vermeintlich “Harmloses” wie Obstschalen oder Taschentücher gehört nicht in den Wald, weil es sich langsam zersetzt und Wildtiere anlockt oder fehlleitet. Außerdem braucht der Wald sicherlich nicht die Pestizide, die auf so einer Bananenschale drauf sind.</p></li><li><p><strong><mark style="background-color: rgb(222, 244, 220); color: inherit">Lass Totholz, Laub und Pflanzen liegen.</mark></strong> Der morsche Stamm und das alte Laub sind Lebensraum und Kinderstube für unzählige Arten. Pflück keine geschützten Pflanzen, und nimm keine Tiere mit, auch keine scheinbar verlassenen Jungtiere, deren Eltern meist in der Nähe warten. Abgesehen davon gilt die Handstraußregel, alles darüber hinaus ist verboten, auch, weil das alles Eigentum der Waldbesitzer:innen ist.</p></li><li><p><strong><mark style="background-color: rgb(222, 244, 220); color: inherit">Führe deinen Hund an der Leine.</mark></strong> Das regt mich jedes Mal auf. Frei laufende Hunde jagen Wild, oft ohne dass du es bemerkst, und auch ein verspielter Hund kann ein trächtiges Reh in Panik versetzen. In vielen Wäldern gilt im Frühjahr ohnehin Leinenpflicht. Ich empfehle dringend, deine Hunde das ganze Jahr über im Wald an der Leine zu führen, so mache ich das auch. Bisschen Respekt, bitte.</p></li><li><p><strong><mark style="background-color: rgb(222, 244, 220); color: inherit">Sei leise.</mark></strong> Lautes Rufen, Musik aus der Box oder stundenlange Drohnengeräusche vertreiben Tiere weiträumig. Wer still unterwegs ist, sieht und hört obendrein selbst viel mehr. Es sei denn, du weißt, dass da gerade Wildschweine mit ihren Kids unterwegs sind, dann gerne mal ein Liedchen anstimmen (heißt aber dennoch weder brüllen noch gröhlen), damit die Mutter nicht denkt, du schleichst dich an.</p></li><li><p><strong><mark style="background-color: rgb(222, 244, 220); color: inherit">Sammle Pilze und Beeren nur mit Maß und Kenntnis.</mark></strong> Für den Eigenbedarf ist das vielerorts erlaubt, in Schutzgebieten aber oft untersagt. Ja, ich spreche die Leute drauf an, wenn ich die im Moor Pilze sammeln sehe. Nimm nur, was du sicher bestimmen kannst, und lass genug für die Tiere stehen, die darauf angewiesen sind.</p></li><li><p><strong><mark style="background-color: rgb(222, 244, 220); color: inherit">Verzichte auf offenes Feuer und das Rauchen.</mark></strong> Gerade in trockenen Sommern genügt ein Funke. Feuer ist im Wald grundsätzlich nur an ausgewiesenen Stellen erlaubt. Wer sowas macht, dem ist eh nicht mehr zu helfen.</p></li><li><p><strong><mark style="background-color: rgb(222, 244, 220); color: inherit">Respektiere Sperrungen und Schutzzonen.</mark></strong> Abgesperrte Bereiche dienen meist der Sicherheit oder dem Schutz besonders empfindlicher Lebensräume. Halte sie ein, auch wenn der Grund nicht auf den ersten Blick ersichtlich ist. Wenn ich zB Leute erwische, wie sie an den Betreten-Verboten-Schildern während der Brut- und Setzzeit vorbeigehen und die Bereiche betreten, werde ich sehr unangenehm.</p></li><li><p><strong><mark style="background-color: rgb(222, 244, 220); color: inherit">Parke nur auf ausgewiesenen Flächen.</mark></strong> Zugewachsene Waldwege müssen für Forst- und Rettungsfahrzeuge frei bleiben. Ja, das sage ich den Kindern natürlich nicht, zwischen 7 und 12 bist du eher weniger mit dem Auto auf eigene Faust unterwegs. Aber gilt ja auch für die Eltern.</p></li></ul><hr aria-hidden="true"/><p>So, das war es erst einmal. Ich hoffe, du bist jetzt motiviert und planst schon deinen nächsten Waldspaziergang!</p><p>Bis zum nächsten Mal</p><p>Jasmin</p><hr aria-hidden="true"/><p><strong><mark style="background-color: rgb(222, 244, 220); color: inherit">Das hier war die kostenlose Ausgabe von SCHREIBERS NATURARIUM, die alle 2 Wochen erscheint. Sie wechselt sich mit der kostenpflichtigen Ausgabe für Unterstützerinnen und Unterstützer ab. Wenn ihr die Kolumne wöchentlich haben und mich und meine Umtriebe in der Natur unterstützen könnt und Lust auf Goodies wie eBooks oder Post habt, könnt ihr das hier machen:</mark></strong></p><p><a href="https://steady.page/de/jasminschreiber/about">Mitglied werden</a></p><hr aria-hidden="true"/><p>🌿 Gärtnern für die Artenvielfalt? <a href="https://steady.page/de/hortarium/newsletter/sign_up">Abonniere meine kostenfreie Gartenkolumne, in der wir auf Balkonen, im Garten und auf der Fensterbank naturnah gärtnern»</a></p><p>🎙️ Höre meinen Biologie-Podcast <a href="https://bugtales.fm/">beim Podcastanbieter deiner Wahl</a>»</p><p><strong>Ich würde mich auch freuen, wenn du mir auf Social Media folgst:</strong><br/>👩🏻‍🌾 Garten-Updates: <a href="https://www.instagram.com/insektengarten">Mein Garten-Account auf Instagram</a>»<br/>📗 Mein normaler <a href="https://www.instagram.com/lavievagabonde">Instagram-Account als Autorin»</a><br/>🌤️ <a href="https://bsky.app/profile/schreibersnaturarium.de">Mein Account auf Bluesky</a>»<br/>🦣 <a href="https://chaos.social/@lavievagabonde">Mein Account auf Mastodon</a>»</p>]]></content:encoded>
      <category><![CDATA[Heimische Natur]]></category>
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      <pubDate>Sun, 14 Jun 2026 08:01:00 +0000</pubDate>
    </item>
    <item>
      <title><![CDATA[Wie hungrige Bestäuber Pflanzen zum Blühen zwingen]]></title>
      <description><![CDATA[🐝 Hummeln knabbern im Gewächshaus Löcher in Blätter, fressen diese aber gar nicht auf und schleppen sie auch nicht weg. Was steckt dahinter? 🧐]]></description>
      <content:encoded><![CDATA[<p><strong>Hummeln knabbern im Gewächshaus Löcher in Blätter, fressen diese aber gar nicht auf und schleppen sie auch nicht weg. Was steckt dahinter? Forschende der ETH Zürich sind dem Rätsel nachgegangen und haben etwas ziemlich Unerwartetes herausgefunden.</strong></p><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/942fdd3b-f5f3-4c19-a793-9f6adbf7e088/uploads/images/qj5kaoomtb/562DCDC1-4E8C-4575-9A1C-91BC76944E69_1_105_c.jpeg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><p>An einem gewöhnlichen Arbeitstag in einem Gewächshaus der ETH Zürich fiel den Forschenden etwas Merkwürdiges auf. Die Blätter ihrer Versuchspflanzen trugen kleine halbmondförmige Löcher. Eigentlich untersuchte das Team, wie Hummeln auf Pflanzendüfte reagieren, und hatte die Tiere dafür ins Gewächshaus gesetzt. Nun knabberten diese Hummeln an den Blättern herum. Was ging hier vor sich?</p><p>Die naheliegende Vermutung lautete natürlich erst einmal: Die Insekten fressen die Blätter … also warum auch immer. Doch dafür blieben sie viel zu kurz an einer Stelle und schienen das Blattmaterial auch nicht herunterzuschlucken. Auch trugen sie kein Blattmaterial zurück in ihren Stock, um vielleicht das Nest zu verbessern oder ähnliches. Die Hummeln schnitten einfach nur die Löcher in die Blätter und flogen dann weiter, um in der nächsten Pflanze Löcher reinzuschneiden. Aus dieser zufälligen Beobachtung wurde eine Studie, die 2020 in der Fachzeitschrift <em>Science</em> erschien und zeigt: Hummeln verfügen über eine raffinierte Strategie, um sich aus einer Notlage zu befreien. Und sie verändern damit womöglich das Verhältnis zwischen Pflanze und Bestäuber, das wir bisher nur in eine Richtung dachten.</p><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/942fdd3b-f5f3-4c19-a793-9f6adbf7e088/uploads/images/tlwzuo5vzq/C6345FC5-327E-4DE0-A86F-1D58ED19A96A_1_105_c.jpeg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><h2>Eine Frage des richtigen Zeitpunkts</h2><p>Um all das besser nachvollziehen zu können, lohnt ein kurzer Blick auf den Lebenszyklus der Hummel.</p><p>Den Winter verbringt die Königin allein und im Boden vergraben in der sogenannten <em>Diapause</em>. In dieser Kältestarre fährt sie ihren Stoffwechsel und ihre Entwicklung fast komplett herunter, um den Frost unbeschadet zu überstehen. Wenn sie im Frühjahr erwacht, gründet sie ein neues Volk. Im Gegensatz zu Bienenstöcken, die viele Jahre überdauern, fängt eine Hummelkolonie jedes Jahr wieder ganz von vorn an, und das ist auch ihr wunder Punkt. Ist die Königin nämlich zu früh dran, blüht noch fast nix. Ohne Nektar und den proteinreichen Pollen, von dem sich die Larven ernähren, fehlt ihr dann aber die Basis, um das Volk aufzubauen, die junge Kolonie kommt in dem Fall nicht in die Gänge. Die Wissenschaft nennt das Problem <em>phänologische Asynchronie</em>. Wenn der jahreszeitliche Rhythmus von Lebewesen – also etwa der Zeitpunkt der Blüte und des Schlüpfens der Tiere – nicht mehr im Takt und auf einander abgestimmt ist, passiert genau das: Das Insekt ist startklar, aber die Nahrungsquelle fehlt. Weil Pflanzen und Insekten unterschiedlich stark auf wärmere Temperaturen reagieren, bringt der Klimawandel ihre ehemals perfekten Zeitpläne immer weiter durcheinander. Wenn du im Frühling eine Hummel beobachtest, die suchend über noch kahle Beete brummt, erlebst du womöglich gerade mit, wie sie in genau dieser Notsituation steckt. Und das ist der Punkt, an dem das ungewöhnliche Verhalten ins Spiel kommt, das die Zürcher Forschungsgruppe beobachtet hat.</p><p>Um der Sache systematisch auf den Grund zu gehen, beobachteten die Forschenden im Labor Arbeiterinnen der Dunklen Erdhummel (<em>Bombus terrestris</em>), die hier in Europa sehr verbreitet ist. Mit Rüssel und Mandibeln – also mit ihren kräftigen Greif- und Beißwerkzeugen – schnitten die Hummeln gezielt diese kleinen Löcher in die Blätter noch blütenloser Pflanzen. Ein einzelner Schnitt dauerte dabei nur wenige Sekunden. Dann prüfte das Team die entscheidende Frage, die ihnen so langsam gekommen war: Beeinflusst diese Beschädigung vielleicht, wann die Pflanze blüht?</p><p><a href="https://steady.page/db21f24b-40e6-4c6e-befe-eaa5884eed34/posts/942fdd3b-f5f3-4c19-a793-9f6adbf7e088">Auf Steady weiterlesen</a></p>]]></content:encoded>
      <category><![CDATA[Heimische Natur]]></category>
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      <pubDate>Sun, 07 Jun 2026 07:01:00 +0000</pubDate>
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      <title><![CDATA[Vogelupdate April]]></title>
      <description><![CDATA[Hallihallo! Ich hänge mit meinen Vogelupdates etwas hinterher, weil eine Buchabgabe und zwei Unfälle mit meinem Knie dazwischen kamen (man gönnt sich ja sonst nichts),…]]></description>
      <content:encoded><![CDATA[<p><strong>Hallihallo! Ich hänge mit meinen Vogelupdates etwas hinterher, weil eine Buchabgabe und zwei Unfälle mit meinem Knie dazwischen kamen (man gönnt sich ja sonst nichts), aber jetzt geht’s weiter. Ich habe erst überlegt, April und Mai zusammenzufassen, aber das würde dann wohl zu lang werden. Deshalb jetzt erst einmal der April. Los geht’s!</strong></p><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/3a7289b1-b8fa-4962-912f-4c7ddc15b181/uploads/images/4eociiiqxf/Unbenanntes_Projekt_2.png?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><p>Ich dachte erst, dass ich im April gar nicht so viele Arten entdeckt habe, aber ich hatte einfach total vergessen, dass ich in der Heimat UND auf einer Exkursion war. Fangen wir mal mit meinem Heimatbesuch in Hessen an, da war ich bei meiner Mutter in der Wetterau; und wenn es eine Sache in der Wetterau gibt, dann sind das Störche. Und das in Massen:</p><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/3a7289b1-b8fa-4962-912f-4c7ddc15b181/uploads/images/apzncwix6g/452A3035.jpg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><p>Wir haben hier auf echt kleiner Fläche bei 30 Störchen und ihren Nestern aufgehört zu zählen. Das ist eine kleine Naturschutzfläche in der Nähe des Hauses meiner Mutter und meines Stiefvaters, und teilweise waren da drei bis vier Nester PRO BAUM. Absolutes Mayhem für alle Reptilien, Amphibien und Mäuse, lol.</p><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/3a7289b1-b8fa-4962-912f-4c7ddc15b181/uploads/images/4xrwipxwnp/452A3019.jpg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/3a7289b1-b8fa-4962-912f-4c7ddc15b181/uploads/images/vrrmspk5gu/04EEBDBF-DBE7-4917-B2B3-D00EC550CF39_1_105_c.jpeg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/3a7289b1-b8fa-4962-912f-4c7ddc15b181/uploads/images/fd6zq2h3xs/603789CC-172D-46EB-AFA2-C0D1410A2D04_1_105_c.jpeg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/3a7289b1-b8fa-4962-912f-4c7ddc15b181/uploads/images/d5urb3vudj/DFEDB979-02D1-4477-90FF-EBD978D6ADB2_1_105_c.jpeg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/3a7289b1-b8fa-4962-912f-4c7ddc15b181/uploads/images/m35r72ivdd/7D419D5F-9905-42A3-A40C-C664F18A0F29_1_105_c.jpeg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/3a7289b1-b8fa-4962-912f-4c7ddc15b181/uploads/images/nyjkzabuwf/8832B6F4-E883-4DFA-BF13-F37C1F7759B9_1_105_c.jpeg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/3a7289b1-b8fa-4962-912f-4c7ddc15b181/uploads/images/lgrwv7ahxi/18CB5E93-6DDC-4AED-A205-627FE308B4B2_1_105_c.jpeg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/3a7289b1-b8fa-4962-912f-4c7ddc15b181/uploads/images/t3rzb2n53i/5E67521B-8BED-4F6E-B52E-F117F810758C_1_105_c.jpeg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><p>Nebenan hatte es sich noch ein Kormoran gemütlich gemacht:</p><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/3a7289b1-b8fa-4962-912f-4c7ddc15b181/uploads/images/gbjcoqqhnb/D4852AF6-A7C0-42BF-A7A2-AEB74906BC8A.jpeg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/3a7289b1-b8fa-4962-912f-4c7ddc15b181/uploads/images/wvaw75o75n/C8C21D0A-013C-4CE9-8F69-0D2E976C246C_1_105_c.jpeg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><p>Und über der ganzen Szene kreisten ein Turmfalke …</p><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/3a7289b1-b8fa-4962-912f-4c7ddc15b181/uploads/images/k4u3e4lvb6/DD68BF41-6025-42BB-8FD0-3F979CD17206_1_105_c.jpeg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><p>… und ein Rotmilan:</p><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/3a7289b1-b8fa-4962-912f-4c7ddc15b181/uploads/images/5zl56iq22o/26F593FE-0A9E-4F94-882F-DB9214BB8B77_1_105_c.jpeg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><p>Neben dem Gebiet gab es eine ziemlich lange Hecke, die auch an so einer Vogelbeobachtungsstation entlang führte. Die war komplett “gespickt” mit Bluthänflingen:</p><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/3a7289b1-b8fa-4962-912f-4c7ddc15b181/uploads/images/nkrn6l3jnq/C9C37B32-76A2-4F97-AC6A-745488B9EA29_1_105_c.jpeg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><p>Feldlerchen gab es auch zahlreich, wobei mir da keine Fotos gelungen sind … im Mai dafür aber umso schönere 🥹.</p><p>Als wir wieder am Haus angekommen sind, wurden wir von dieser neugierigen Türkentaube abgecheckt:</p><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/3a7289b1-b8fa-4962-912f-4c7ddc15b181/uploads/images/alyedzq4qb/4EEC322F-B350-4210-A29F-CEB7168323EC_1_102_o.jpeg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><p>Wie süß sind die bitte?! Ich finde Tauben ja so toll, habe auch hier schon einmal länger drüber geschrieben:</p><a href="https://steady.page/de/jasminschreiber/posts/69303e3a-2068-4c93-86f2-bda3fac34342">https://steady.page/de/jasminschreiber/posts/69303e3a-2068-4c93-86f2-bda3fac34342</a><p>Hab da noch ein paar einzelne Arten auf meiner Life-Liste abgehakt (die ganze April-Liste kommt zum Schluss), unter anderem die Mönchsgrasmücke, die ich aber erst hier in Hamburg in schön vor die Linse bekam:</p><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/3a7289b1-b8fa-4962-912f-4c7ddc15b181/uploads/images/32amto3omd/2DC80838-640C-49B0-8246-83AE87975EBE_1_102_o.jpeg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/3a7289b1-b8fa-4962-912f-4c7ddc15b181/uploads/images/ut6cul7itv/4AB15644-F674-41D8-91F2-7FAD4A6BB6B6_1_102_o.jpeg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><p>Wir sind dann von meiner Familie weiter zu der von Lorenz, und dort am Stausee Dachwig gab es auch einiges zu sehen. Unter anderem konnte ich die Goldammer abhaken:</p><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/3a7289b1-b8fa-4962-912f-4c7ddc15b181/uploads/images/ahl3pz37c4/7C8796E8-5571-403E-9455-2CE48823ACEA_1_102_o.jpeg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><p>Außerdem habe ich einen Rotmilan bei der Jagd beobachtet:</p><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/3a7289b1-b8fa-4962-912f-4c7ddc15b181/uploads/images/w5ksdgbv5r/31889E1E-B398-4EF8-9176-967C156D0B0B.jpeg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><p>Und ich habe noch ein paar andere Vögel abgehakt.</p><p>Wieder in Hamburg habe ich zwei sehr schöne Sachen festhalten können. Erstens haben die Gänse Nachwuchs:</p><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/3a7289b1-b8fa-4962-912f-4c7ddc15b181/uploads/images/yph5yjyopa/5383D94C-EA5C-4681-A1CE-E900255B40B0_1_102_o.jpeg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/3a7289b1-b8fa-4962-912f-4c7ddc15b181/uploads/images/u5xq245m4m/4F0A89F8-64FF-4670-8A73-E5618E0A53FE_1_102_o.jpeg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/3a7289b1-b8fa-4962-912f-4c7ddc15b181/uploads/images/ypouyztzkw/8FDCF776-02C6-44DF-99F9-2A136080E7C1_1_102_o.jpeg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><p>Die Grauganseltern waren den Kanadagänsen gegenüber sehr misstrauisch und haben sie immer wieder laut zischend verscheucht:</p><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/3a7289b1-b8fa-4962-912f-4c7ddc15b181/uploads/images/rmqcjtdl44/36F0088B-A47B-48F5-9C13-19C094CC01D5_1_102_o.jpeg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><p>Bei der Krähe jedoch, die es definitiv auf die Küken abgesehen und sehr lang versucht hatte, sich eins zu holen, waren die Eltern absolut tiefenentspannt … wieso auch immer.</p><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/3a7289b1-b8fa-4962-912f-4c7ddc15b181/uploads/images/gmvkmqadh6/A309D2C7-D5A6-459E-85BE-0080EBBFC6D5_1_102_o.jpeg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/3a7289b1-b8fa-4962-912f-4c7ddc15b181/uploads/images/z4uwkv32v6/B7325FD5-0920-4A41-A234-56D3FBBEFEB9_1_102_o.jpeg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><p>Als ich da saß, sind die Gänse ganz nah an mir vorbeigelaufen, da ich anscheinend als “nicht gefährlich” eingestuft und geduldet wurde. Ein Küken ist sogar über meinen Schuh geklettert.</p><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/3a7289b1-b8fa-4962-912f-4c7ddc15b181/uploads/images/5xtlhcb2fv/64A72153-31B4-4FB0-9A4C-E46CFDB6C56B_1_102_o.jpeg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><p>Dann bin ich ein paar Meter weiter gelaufen und habe dann fast eine Stunde lang einen Graureiher bei der Jagd begleitet. Dabei habe ich endlich mal coole Fotos machen können:</p><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/3a7289b1-b8fa-4962-912f-4c7ddc15b181/uploads/images/riluvryaek/9E01DBBF-B4E8-4809-BEB4-F5DF75043093.jpeg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/3a7289b1-b8fa-4962-912f-4c7ddc15b181/uploads/images/yv7g55krri/2C546516-F391-4C2F-BC54-6BD308B86F72_1_102_o.jpeg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><figure><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/3a7289b1-b8fa-4962-912f-4c7ddc15b181/uploads/images/atvhrty42i/118BC9C5-E270-4C4E-BD27-3373B9407FF3.jpeg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><figcaption>Ich finde, hier hat der Reiher schon irgendwie etwas Dinosaurierhaftes. Könnte auch ein Velociraptor sein ...</figcaption></figure><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/3a7289b1-b8fa-4962-912f-4c7ddc15b181/uploads/images/7prvgo7lzu/7575E093-F742-4761-A517-C0B1AB1B293C_1_102_o.jpeg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/3a7289b1-b8fa-4962-912f-4c7ddc15b181/uploads/images/z5erx3hygg/9935DF5E-594A-4F15-84EF-DFE1F729390F_1_102_o.jpeg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><hr aria-hidden="true"/><p><a href="https://steady.page/de/jasminschreiber/newsletter/sign_up"><em>💌 Neu hier? 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Lorenz und ich saßen ewig da und haben sie beobachtet, Liebmauslevel auf jeden Fall &gt; 5000.</p><p>Mitte April waren Lorenz und ich auf einer Vogelführung in der Fischbeker Heide, wo es eine Menge Schwalben, Pieper und andere typische “Heidevögel” gab.</p><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/3a7289b1-b8fa-4962-912f-4c7ddc15b181/uploads/images/37dhxesljh/7DBC4979-790F-4E06-A4B9-FACCE9A6DBF1_1_102_o.jpeg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><figure><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/3a7289b1-b8fa-4962-912f-4c7ddc15b181/uploads/images/va7ug677fj/526B725A-705F-4800-9A12-205DC762B266.jpeg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><figcaption>Eine angeknabberte Rauchschwalbe</figcaption></figure><figure><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/3a7289b1-b8fa-4962-912f-4c7ddc15b181/uploads/images/elqku5ojya/D1899465-AEBD-4979-BBEC-5E417D1BF09A.jpeg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><figcaption>Kleiber</figcaption></figure><figure><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/3a7289b1-b8fa-4962-912f-4c7ddc15b181/uploads/images/pwpurnnfbo/1583678E-B8D8-4EBD-B4F8-249C689036E1.jpeg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><figcaption>Baumpieper</figcaption></figure><figure><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/3a7289b1-b8fa-4962-912f-4c7ddc15b181/uploads/images/hbavoxxnfb/2DA86168-D1A1-4B6D-AA5C-0EACB157E203.jpeg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><figcaption>Schwarzkehlchen</figcaption></figure><p>Dort fiel mir auch diese Kollegin auf, ein Weibchen des Schwarzblauen Ölkäfers (<em>Meloe proscarabaeus</em>). Viele reagieren auf diese Insekten ziemlich nervös, weil sie Cantharidin enthalten, ein starkes Reizgift. In den Medien wird deren Gefährlichkeit gern mal hochgepusht, dabei gibt es bei uns keine dokumentierten Fälle einer Vergiftung … aber wen interessieren schon Fakten, nech? Die stören ja nur beim Clickbait.</p><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/3a7289b1-b8fa-4962-912f-4c7ddc15b181/uploads/images/zdwyhhunkp/13FDBC74-4606-4629-A5BA-4D63B13335BD_1_102_o.jpeg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><p>Berühmt geworden ist das Gift jedenfalls durch die Spanische Fliege (<em>Lytta vesicatoria</em>), einen metallisch grünen Ölkäferverwandten, der früher getrocknet und zermahlen als angebliches Potenzmittel verkauft wurde. Das war eine ziemlich bekloppte Idee, denn das Zeug reizt Haut, Schleimhäute, Magen, Darm, Nieren und Harnwege. Beim Schwarzblauen Ölkäfer sitzt der Stoff ebenfalls im Körper und tritt bei Gefahr als gelblicher Tropfen an den Beingelenken aus. Für uns heißt das vor allem: anschauen, fotografieren, in Ruhe lassen. Wirklich problematisch wird es, wenn jemand auf die absurde Idee käme, mehrere dieser Käfer zu essen. Und ehrlich: Warum sollte irgendwer das tun? Das Zeug ist so bitter, das kriegt man gar nicht runter. </p><figure><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/3a7289b1-b8fa-4962-912f-4c7ddc15b181/uploads/images/izyn5ucx4i/452CDB1D-9CDE-4906-A26B-71152A6D10A3_1_102_o.jpeg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><figcaption>Suchbild Waldbaumläufer. Entdeckt du ihn?</figcaption></figure><p>Ganz in der Ferne flog auch wieder ein Kolkrabe vorbei:</p><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/3a7289b1-b8fa-4962-912f-4c7ddc15b181/uploads/images/rqaoz4v47c/D02FA7AA-97B0-4125-9B50-9DEA11D7A488.jpeg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><p>Ich muss endlich mal ein richtiges Bild schaffen … na ja, eines Tages!</p><p>So, hier auf jeden Fall mal meine vollständige Liste der Vögel, die im April neu dazugekommen waren:</p><ul><li><p>Bergpieper</p></li><li><p>Baumpieper</p></li><li><p>Bachstelze</p></li><li><p>Schwarzkehlchen</p></li><li><p>Rauchschwalbe</p></li><li><p>Tannenmeise</p></li><li><p>Sperber</p></li><li><p>Dohle</p></li><li><p>Goldammer</p></li><li><p>Löffelente</p></li><li><p>Mönchsgrasmücke</p></li><li><p>Sumpfmeise</p></li><li><p>Nilgans</p></li><li><p>Türkentaube</p></li><li><p>Bluthänfling</p></li><li><p>Feldlerche</p></li><li><p>Turmfalke</p></li><li><p>Weißstorch</p></li><li><p>Mandarinente</p></li><li><p>Rotmilan</p></li></ul><p>Im Mai waren wir in Dänemark, und da ging es richtig ab. Lorenz ist mittlerweile auch Feuer und Flamme, hat jetzt sogar auch eine entsprechende Kamera und ein gutes Tele-Objektiv.</p><p>Bis zum nächsten Mal</p><p>Jasmin</p><hr aria-hidden="true"/><p><strong><mark style="background-color: rgb(222, 244, 220); color: inherit">Das hier war die kostenlose Ausgabe von SCHREIBERS NATURARIUM, die alle 2 Wochen erscheint. Sie wechselt sich mit der kostenpflichtigen Ausgabe für Unterstützerinnen und Unterstützer ab. Wenn ihr die Kolumne wöchentlich haben und mich und meine Umtriebe in der Natur unterstützen könnt und Lust auf Goodies wie eBooks oder Post habt, könnt ihr das hier machen:</mark></strong></p><p><a href="https://steady.page/de/jasminschreiber/about">Mitglied werden</a></p><p><strong><mark style="background-color: rgb(242, 221, 236); color: inherit">Du kannst aber auch einfach die kostenfreie Version der Kolumne hier abonnieren:</mark></strong></p><p><a href="https://steady.page/de/jasminschreiber/newsletter/sign_up">Kostenlos abonnieren</a></p><hr aria-hidden="true"/><p>🌿 Gärtnern für die Artenvielfalt? <a href="https://steady.page/de/hortarium/newsletter/sign_up">Abonniere meine kostenfreie Gartenkolumne, in der wir auf Balkonen, im Garten und auf der Fensterbank naturnah gärtnern»</a></p><p>🎙️ Höre meinen Biologie-Podcast <a href="https://bugtales.fm/">beim Podcastanbieter deiner Wahl</a>»</p><p><strong>Ich würde mich auch freuen, wenn du mir auf Social Media folgst:</strong><br/>👩🏻‍🌾 Garten-Updates: <a href="https://www.instagram.com/insektengarten">Mein Garten-Account auf Instagram</a>»<br/>📗 Mein normaler <a href="https://www.instagram.com/lavievagabonde">Instagram-Account als Autorin»</a><br/>🌤️ <a href="https://bsky.app/profile/schreibersnaturarium.de">Mein Account auf Bluesky</a>»<br/>🦣 <a href="https://chaos.social/@lavievagabonde">Mein Account auf Mastodon</a>»</p><p><mark style="background-color: rgb(222, 244, 220); color: inherit">Du magst keine Abos, möchtest aber dennoch zeigen, dass dir guter Content etwas wert ist? </mark><a href="https://ko-fi.com/lavievagabonde"><mark style="background-color: rgb(222, 244, 220); color: inherit">Dann schick mir für den Artikel über Ko-Fi ein Trinkgeld. Danke! &lt;3</mark></a></p>]]></content:encoded>
      <category><![CDATA[Heimische Natur]]></category>
      <media:content type="image/jpeg" url="https://assets.steadyhq.com/production/post/3a7289b1-b8fa-4962-912f-4c7ddc15b181/uploads/images/4eociiiqxf/Unbenanntes_Projekt_2.png?auto=format&amp;h=787&amp;w=1400&amp;fit=fill&amp;fm=jpg&amp;crop=faces" medium="image"/>
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      <pubDate>Fri, 05 Jun 2026 09:18:13 +0000</pubDate>
    </item>
    <item>
      <title><![CDATA[Wallpaper Mai 26]]></title>
      <description><![CDATA[Wenn du eine Elch-, Sperling- oder Wal-Mitgliedschaft hast, findest du hier das Hintergrundbild für den aktuellen Monat! ❤️]]></description>
      <content:encoded><![CDATA[<p>Wenn du eine Elch-, Sperling- oder Wal-Mitgliedschaft hast, findest du hier die Hintergrundbilder für Desktop und Handy für den aktuellen Monat! ❤️ </p><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/e6cb0ea1-5ca6-4805-82bf-b80a37fac4cd/uploads/images/bh4457rf7w/Desktop2.png?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><p><a href="https://steady.page/db21f24b-40e6-4c6e-befe-eaa5884eed34/posts/e6cb0ea1-5ca6-4805-82bf-b80a37fac4cd">Auf Steady weiterlesen</a></p>]]></content:encoded>
      <category><![CDATA[Wallpaper & E-Goodies]]></category>
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      <pubDate>Fri, 05 Jun 2026 08:18:30 +0000</pubDate>
    </item>
    <item>
      <title><![CDATA[Wallpaper April 26]]></title>
      <description><![CDATA[Wenn du eine Elch-, Sperling- oder Wal-Mitgliedschaft hast, findest du hier das Hintergrundbild für den aktuellen Monat! ❤️]]></description>
      <content:encoded><![CDATA[<p>Wenn du eine Elch-, Sperling- oder Wal-Mitgliedschaft hast, findest du hier die Hintergrundbilder für Desktop und Handy für den aktuellen Monat! ❤️ </p><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/0dd5f140-1fd2-4115-a0bf-eb869b299668/uploads/images/vvi7wspzu7/Desktop.png?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><p><a href="https://steady.page/db21f24b-40e6-4c6e-befe-eaa5884eed34/posts/0dd5f140-1fd2-4115-a0bf-eb869b299668">Auf Steady weiterlesen</a></p>]]></content:encoded>
      <category><![CDATA[Wallpaper & E-Goodies]]></category>
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      <pubDate>Fri, 05 Jun 2026 08:09:32 +0000</pubDate>
    </item>
    <item>
      <title><![CDATA[Was hat der Borkenkäfer je für uns getan?!]]></title>
      <description><![CDATA[💀 Der Wald wächst so vor sich hin, dann kommt der Borkenkäfer, jetzt ist der Wald tot. … so ähnlich geht die Erzählung. Aber stimmt die überhaupt? 🪲]]></description>
      <content:encoded><![CDATA[<p><strong><em>Der Wald wächst so vor sich hin, dann kommt der Borkenkäfer, jetzt ist der Wald tot. </em>… so ähnlich geht die Erzählung, die gern durch die Medien geistert. Aber ist das wirklich so? Und wieso waren die Borkenkäfer 100 Millionen Jahre kein Problem und sind es aber jetzt? Steigen wir ein!</strong></p><figure><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/91486ba3-4bad-494c-b1be-8f50cf1c6b0f/uploads/images/nezpmydfbw/Ips_typographus_%28female%29.jpg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><figcaption>Das Weibchen eines Buchdruckers. Gilles San Martin für Wikimedia Commons. CC BY-SA 2.0</figcaption></figure><p>Wenn heute über den Zustand der deutschen Wälder gesprochen wird, dauert es meistens nicht lange, bis der Begriff <em>Borkenkäfer</em> fällt. Fast immer schwingt dabei ein bestimmtes Bild mit: kahle Hänge im Harz, braunrote Fichtenbestände im Sauerland, tonnenweise Schadholz am Wegesrand, alles nicht sehr schön. Der Käfer erscheint in diesen Erzählungen oft wie ein Angreifer, wie ein Monster, das plötzlich über einen gesunden und hübschen Wald herfällt. <em>Da haben wir ihn, den Täter!</em> … oder vielleicht auch nicht.</p><p>Wenn man etwas über Borkenkäfer (erstes Learning: Es gibt nicht <em>den</em> Borkenkäfer, sondern etliche Arten) herausfinden will, ist das gar nicht so leicht, wenn man eine neutrale Sichtweise haben will, die nicht direkt durch die menschliche Perspektive kontaminiert ist. Auf der Webseite der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald lautet der erste Satz (!) in einem <a href="https://www.sdw.de/ueber-den-wald/gefahren-fuer-den-wald/wald-und-baumschaedlinge/borkenkaefer/">Artikel über diese Tiere</a> so:</p><blockquote><p>Der Borkenkäfer ist einer der gefährlichsten Schädlinge in der Forstwirtschaft.</p></blockquote><p>Schädling, Schädling, Schädling. Ich dachte, dass das in erster Linie ein Käfer ist, aber gut, wenn die das sagen … So geht das übrigens reihenweise, wenn man nach dem Tier im Internet sucht:</p><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/91486ba3-4bad-494c-b1be-8f50cf1c6b0f/uploads/images/olx2udwqwo/Bildschirmfoto_2026-05-26_um_20.28.20.png?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><p>Also: Wir machen das jetzt besser, würde ich sagen. </p><h2>Was ist ein Borkenkäfer?</h2><p>Borkenkäfer gehören erst einmal ganz normal zu unseren mitteleuropäischen Waldökosystemen. Sie leben hier seit Millionen von Jahren, gemeinsam mit den Bäumen, an denen sie sich entwickeln, gemeinsam mit Pilzen, die abgestorbenes Holz zersetzen, und gemeinsam mit Spechten oder parasitischen Wespenarten, die wiederum von den Käfern profitieren. Wichtig für Borkenkäfer ist Totholz, was zu den zentralen Bausteinen eines naturnahen Waldes gehört. Das ganze Ökosystem profitiert davon: Abgestorbene Stämme speichern Wasser und kühlen damit die Umgebung herunter, geben Nährstoffe langsam zurück in den Boden und schaffen Lebensräume für Tausende von Arten. </p><p>Borkenkäfer beschleunigen diese Abbauprozesse, indem sie das tote Holz oder den schon fast toten Baum mit ihren Fraßgängen öffnen und damit Feuchtigkeit, Pilzen, Bakterien und anderen Zersetzern Zugang zum Inneren der Stämme verschaffen. Viele Pilzarten könnten frisches Holz allein deutlich langsamer besiedeln, doch Borki regelt! Diese Tiere sind also einfach ein Teil natürlicher Störungsdynamiken europäischer Wälder, die Biodiversität fördern und Strukturvielfalt erzeugen können: Wo einzelne Bäume absterben, gelangt wieder Licht bis auf den Waldboden. Dort keimen junge Bäume, Kräuter und Sträucher, die in geschlossenen, dunklen Wirtschaftswäldern oft kaum Chancen haben. Dadurch entstehen kleinräumige Mosaike aus alten, jungen, offenen und dichten Bereichen, von denen wiederum zahlreiche Tier- und Pflanzenarten profitieren.</p><p>Außerdem dienen Borkenkäfer als eine wichtige Nahrungsquelle innerhalb des Waldökosystems. Spechte ziehen ihre Jungen häufig in Jahren mit hohen Borkenkäferzahlen besonders erfolgreich groß, weil unter der Rinde enorme Mengen proteinreicher Larven verfügbar sind. Die von Spechten geschlagenen Höhlen werden später von Fledermäusen, Meisen, Kleibern oder Siebenschläfern genutzt. Selbst abgestorbene Käferbäume bleiben daher oft über viele Jahre biologisch hochproduktive Lebensräume.</p><p>Viele Borkenkäferarten besiedeln außerdem bevorzugt bereits geschwächte oder verletzte Bäume, etwa nach Sturmwurf, Trockenheit, Blitzschäden oder Schneebruch – und dieser Fakt wird gleich noch wichtig, denn der erklärt so einiges. So helfen sie jedenfalls dabei, geschädigtes Holz schneller in den Stoffkreislauf zurückzuführen. Statt jahrzehntelang langsam zu verfallen, wird die Biomasse innerhalb deutlich kürzerer Zeit wieder für Bodenorganismen, Pflanzen und Pilze verfügbar. In naturnahen Wäldern läuft dieser Prozess seit sehr langer Zeit ab, gemeinsam mit Windwurf, Überschwemmungen, Feuer oder Lawinen. Wälder waren evolutionär nie starre, gleichförmige Systeme, es ist auch nicht normal, dass in einem “Wald” alle Bäume gleich alt sind, so wie wir es heute oft kennen. Wälder sind eigentlich vielfältige, dynamische Lebensräume mit Phasen von Wachstum, Zerfall und Neubeginn. </p><p>Für viele Menschen ist das heutzutage schwer nachzuvollziehen, weil sie oft gar keine Wälder, sondern nur Forste kennen. Wenn du an einem Hang voller grauer Fichten vorbeifährst, denkst du vermutlich nicht sofort an Artenvielfalt und <em>ach wie schön, der Borkenkäfer</em>. Schon klar, ich auch nicht.</p><figure><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/91486ba3-4bad-494c-b1be-8f50cf1c6b0f/uploads/images/doalnloqte/AE3886C5-0125-4906-BFC5-AB490565613A_1_102_o.jpeg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><figcaption>Ausblick aus dem Auto, als ich 2021 durch den Harz gefahren bin.</figcaption></figure><h2>Wieso haben wir denn jetzt so Probleme mit den Borkenkäfern?</h2><p><a href="https://steady.page/db21f24b-40e6-4c6e-befe-eaa5884eed34/posts/91486ba3-4bad-494c-b1be-8f50cf1c6b0f">Auf Steady weiterlesen</a></p>]]></content:encoded>
      <category><![CDATA[Biodiv., Klima, Umwelt]]></category>
      <media:content type="image/jpeg" url="https://assets.steadyhq.com/production/post/91486ba3-4bad-494c-b1be-8f50cf1c6b0f/uploads/images/nezpmydfbw/Ips_typographus_%28female%29.jpg?auto=format&amp;h=787&amp;w=1400&amp;fit=fill&amp;fm=jpg&amp;crop=faces" medium="image"/>
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      <pubDate>Sun, 31 May 2026 06:46:00 +0000</pubDate>
    </item>
    <item>
      <title><![CDATA[Der Wald und wir: Eine kleine Kulturgeschichte]]></title>
      <description><![CDATA[🌳 Warum berührt uns der Wald so tief? Kulturgeschichte, Mythen, Romantik, Propaganda und Alltag verflechten sich zu unserer komplizierten Waldbeziehung. 🦌]]></description>
      <content:encoded><![CDATA[<p><strong>Du gehst in Deutschland keine zehn Minuten, ohne irgendwo an Wald zu stoßen und trotzdem ist es nicht immer so klar, was wir da eigentlich betreten. Ein Sehnsuchtsort, ein Wirtschaftsraum, ein politisches Symbol, eine Projektionsfläche für Märchen, Romantik und ziemlich dunkle Ideologien? Heute wird’s kulturgeschichtlich und etwas länger, eine kürzere Version habe ich schon im Podcast erzählt, aber finde, dass es auch hier ins Naturarium gehört. Also schnapp dir einen Tee, wir gehen rein.</strong></p><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/fafa583d-7239-472e-bdd2-632e9ecac72d/uploads/images/2nppklac35/7E9FC07E-BD7C-4472-B039-08EAD2B7F1A2_1_102_o.jpeg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><p>Bevor es losgeht, hier ein paar Fragen zum Mitraten und Schätzen. Die Auflösung findest du am Ende des Artikels.</p><ol><li><p>Wie viel Prozent der Fläche Deutschlands ist bewaldet?</p></li><li><p>Welcher Baum ist der häufigste in Deutschland?</p></li><li><p>Wie alt ist der älteste Baum Deutschlands?</p></li><li><p>Wie viele Tierarten leben schätzungsweise in einem Hektar naturnahem Buchenwald?</p></li><li><p>Wie viel Wasser kann ein großer Laubbaum an einem heißen Sommertag verdunsten?</p></li><li><p>Wie tief können Baumwurzeln reichen?</p></li><li><p>Welcher deutsche Wald ist der größte zusammenhängende?</p></li></ol><p>So, genug gerätselt. Jetzt geht&#39;s los:</p><h2>Was ist eigentlich ein Wald?</h2><p>Die Antwort auf diese Frage führt uns zu einem der faszinierendsten Ökosysteme überhaupt und gleichzeitig zu einer überraschend komplizierten Definition. Im Alltag wissen wir intuitiv, wann wir einen Wald betreten: Das Licht verändert sich, die Luft riecht anders, über uns schließen sich die Kronen zu einem Dach, und plötzlich befinden wir uns in einer anderen Welt. Aber ab wann genau wird eine Ansammlung von Bäumen zum Wald? Das deutsche Bundeswaldgesetz definiert Wald als eine mit Forstpflanzen bestockte Fläche, wobei die Mindestgröße je nach Bundesland zwischen 0,1 und 0,5 Hektar schwankt.</p><blockquote><p>§ 2 Wald</p><p>(1) Wald im Sinne dieses Gesetzes ist jede mit Forstpflanzen bestockte Grundfläche. Als Wald gelten auch kahlgeschlagene oder verlichtete Grundflächen, Waldwege, Waldeinteilungs- und Sicherungsstreifen, Waldblößen und Lichtungen, Waldwiesen, Wildäsungsplätze, Holzlagerplätze sowie weitere mit dem Wald verbundene und ihm dienende Flächen. – BWaldG</p></blockquote><p>International setzt die FAO, die Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen, die Grenze bei 0,5 Hektar, einer Mindesthöhe der Bäume von fünf Metern und einem Kronenschluss von mindestens zehn Prozent. Diese Zahlen erfassen das Wesen eines Waldes aber nur unzureichend. Klar, ein Wald ist weit mehr als eine Ansammlung von Bäumen, die bestimmte Mindestmaße erfüllen.</p><p><mark style="background-color: rgb(222, 244, 220); color: inherit">Stell dir den Wald als Hochhaus vor: ein dreidimensionaler Lebensraum, der sich vom Grundwasser bis in die Baumkronen erstreckt. </mark>Jedes Stockwerk hat eigene Bewohnerinnen und Bewohner, eigene Lichtverhältnisse, eigene Temperaturen. Vom dunklen, feuchten Waldboden über die Krautschicht mit ihren Frühblühern, die Strauchschicht mit Hasel und Holunder bis hinauf ins Kronendach, wo Spechte ihre Höhlen zimmern: Jede Etage funktioniert nach eigenen Regeln und ist doch mit allen anderen verbunden. Wenn wir den Wald verstehen wollen, müssen wir ihn als Ganzes betrachten, als System, in dem Bäume, Sträucher, Kräuter, Pilze, Tiere und Mikroorganismen miteinander in Beziehung stehen.</p><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/fafa583d-7239-472e-bdd2-632e9ecac72d/uploads/images/6rnf2lsskb/8BDBA28C-689F-4F61-9D0B-8104ED96CEB8_1_105_c.jpeg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><p><mark style="background-color: rgb(222, 244, 220); color: inherit">Der Begriff </mark><em><mark style="background-color: rgb(222, 244, 220); color: inherit">Forst</mark></em><mark style="background-color: rgb(222, 244, 220); color: inherit"> dagegen bezeichnet einen bewirtschafteten Wald, der gezielt angelegt und gepflegt wird. </mark>Historisch entstand diese Unterscheidung, als Menschen begannen, Wälder systematisch zu nutzen und zu gestalten, und diese Geschichte ist eng mit der Geschichte Deutschlands verwoben.</p><h2>Die Anfänge der deutschen Wälder</h2><p>Über die Geschichte unserer Wälder habe ich ja schon einen längeren Artikel geschrieben:</p><a href="https://steady.page/de/jasminschreiber/posts/5fd71a55-be83-41f1-b87e-ff97625b1baa">https://steady.page/de/jasminschreiber/posts/5fd71a55-be83-41f1-b87e-ff97625b1baa</a><p>Deshalb hier nur eine kurze Auffrischung.</p><p>Vor etwa 20.000 Jahren, auf dem Höhepunkt der letzten Eiszeit, hätte niemand Deutschland als „Waldland&quot; bezeichnet. Gletscher bedeckten Skandinavien und die Alpen, und dazwischen erstreckte sich eine Landschaft, die der heutigen sibirischen Tundra ähnelte: Permafrostboden, Gräser, Kräuter, vereinzelte Zwergsträucher, dazu Wollhaarmammuts, Rentiere und Moschusochsen. Die Bäume hatten sich in wärmere Refugien zurückgezogen, vor allem auf die Balkanhalbinsel, nach Südfrankreich, Spanien und Italien. Dort überdauerten sie die Kälte in isolierten Populationen. Als das Klima sich vor etwa 12.000 Jahren zu erwärmen begann, starteten sie ihre Rückeroberung.</p><p>Birken und Kiefern machten den Anfang. Diese genügsamen Arten kamen mit kargen Böden, starken Temperaturschwankungen und kurzen Vegetationsperioden zurecht. Pollenfunde aus Seesedimenten zeigen uns heute, wie diese Rückeroberung ablief: Zuerst tauchen die Birkenpollen auf, dann die der Kiefern, dann folgen weitere Arten in einer typischen Abfolge. Die Birken bereiteten den Boden vor, denn ihr Laub zersetzte sich, reicherte den Boden mit Nährstoffen an und schuf Humus, in dem anspruchsvollere Pflanzen keimen konnten. In ihrem Schatten siedelte sich die nächste Generation an. Bis heute sind Birken übrigens solche Pionierbäume! <mark style="background-color: rgb(222, 244, 220); color: inherit">Wenn irgendwo ein Wald gerodet wird oder abgebrannt ist, tauchen danach zuerst Birken, Pappeln, Weiden und ähnliche Pioniergehölze auf.</mark></p><p>Vor etwa 9.000 Jahren übernahm dann die Hasel die Vorherrschaft, und die Pollenkurven aus dieser Zeit zeigen einen regelrechten Boom. Die Haselnuss war für die Menschen der Mittelsteinzeit eine wichtige Nahrungsquelle, und archäologische Fundstellen aus dieser Epoche enthalten oft riesige Mengen an Haselnussschalen. Die Wälder dieser Zeit müssen ganz anders ausgesehen haben als heute: lichte, strauchreiche Landschaften mit viel Unterwuchs, durchzogen von Lichtungen und Feuchtgebieten.</p><hr aria-hidden="true"/><p><a href="https://steady.page/de/jasminschreiber/newsletter/sign_up">💌 Neu hier? Jetzt diese Naturkolumne kostenlos abonnieren!💌</a></p><hr aria-hidden="true"/><figure><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/fafa583d-7239-472e-bdd2-632e9ecac72d/uploads/images/d27qvnipe4/CFD39231-BCCE-4F47-B2CA-01D9B2AE1C4C_1_102_o.jpeg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><figcaption>Die Blätter meiner Korkenzieherhasel im Waldgarten</figcaption></figure><p>Die große Veränderung kam vor etwa 6.000 Jahren, als die Rotbuche Mitteleuropa erreichte. <mark style="background-color: rgb(222, 244, 220); color: inherit">Die Buche wanderte langsam von ihren eiszeitlichen Refugien im Südosten Europas nach Norden und Westen, etwa 300 Meter pro Jahr. Wo sie einmal Fuß gefasst hatte, veränderte sie alles. </mark>Die Buche ist eine Schattenbaumart: Ihre Keimlinge können im Schatten des eigenen Kronendachs wachsen, während lichtbedürftige Arten wie Eichen und Kiefern dort keine Chance haben. Buchenwälder sind deshalb oft Hallenwälder. Unter dem geschlossenen Kronendach ist es so dunkel, dass kaum etwas wächst, und die mächtigen grauen Stämme tragen das grüne Dach wie Säulen eine Kathedrale. Der mitteleuropäische Urwald, wenn wir ihn so nennen wollen, bestand zu großen Teilen aus Buchen, durchsetzt mit Eichen, Linden, Ulmen und Eschen an Standorten, die der Buche zu nass, zu trocken oder zu nährstoffarm waren.</p><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/fafa583d-7239-472e-bdd2-632e9ecac72d/uploads/images/xdoq42ow46/803F07EC-1B58-4FC2-811B-6855A13822C0_1_105_c.jpeg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><p>Schon kurz vorher, also vor etwa 7.500 Jahren begannen die ersten Bäuerinnen und Bauern der Jungsteinzeit, dem Wald auf die Pelle zu rücken. Sie kamen aus dem Nahen Osten, hatten Getreide und Haustiere im Gepäck und brauchten Platz für Felder und Weiden. Mit Steinäxten und Feuer schufen sie Lichtungen, wobei das Feuer die Hauptarbeit erledigte. Brandrodung ging schnell: Das Feuer räumte die Vegetation ab, und die Asche düngte den Boden mit Mineralstoffen. Ein paar Jahre lang trugen die Felder reiche Ernte, dann waren die Nährstoffe erschöpft, die Erträge sanken, und die Menschen zogen weiter. Sie rodeten die nächste Fläche und ließen die alte brachfallen. Der Wald wuchs auf den verlassenen Äckern nach, wurde nach einigen Jahrzehnten erneut gerodet, wuchs wieder nach. <mark style="background-color: rgb(222, 244, 220); color: inherit">Diese Wanderfeldwirtschaft (auch Brandrodungswirtschaft genannt) prägte die Landschaft über Jahrtausende und hinterließ ein Mosaik aus Wäldern in verschiedenen Altersstadien.</mark></p><figure><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/fafa583d-7239-472e-bdd2-632e9ecac72d/uploads/images/wwxavi3mrg/LBK-Pottery.jpg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><figcaption>Bandkeramische Gefäße aus Mitteldeutschland im Bestand der ur- und frühgeschichtlichen Sammlung der Universität Jena, die Friedrich Klopfleisch 1882 zur Definition der bandkeramischen Kultur benutzte.</figcaption></figure><p>Die <em>Linearbandkeramiker</em> gelten als die ersten bäuerlichen Gemeinschaften Mitteleuropas. Ihren Namen haben sie von den linearen Mustern auf ihren Tongefäßen, doch prägender als ihre Keramik war ihre Art, Landschaft zu verstehen und gezielt zu nutzen. Ab etwa 5500 v. Chr. siedelten sie entlang großer Flusssysteme wie Rhein, Main und Donau. Als Forschende ihre Siedlungsräume rekonstruierten, fiel ihnen auf, wie einheitlich sie aufgebaut waren. Fast immer wählten die Menschen Lössböden, meist an flachen Talhängen oberhalb der Auen.</p><figure><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/fafa583d-7239-472e-bdd2-632e9ecac72d/uploads/images/jnhahrlmke/2006_Dirmstein-Loesswand3.jpg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><figcaption>Dirmsteiner Lösswand. Mundartpoet für Wikimedia Commons.</figcaption></figure><p><em>Löss</em> ist ein feines, vom Wind abgelagertes Sediment aus der letzten Eiszeit. Es bildet tiefgründige, nährstoffreiche Böden, die Wasser gut halten und sich mit einfachen Werkzeugen bearbeiten lassen. Diese Eigenschaften bestimmten, wo Ackerbau überhaupt möglich war und damit auch, wo Dörfer entstanden. Der Biologe Hansjörg Küster (1956–2024) hat in seinen vegetationsgeschichtlichen Arbeiten gezeigt, dass bandkeramische Siedlungen fast ausschließlich auf solchen Böden lagen. Der Wald spielte dabei von Anfang an eine zentrale Rolle: An den höher gelegenen Hängen wuchsen Eichenmischwälder, die Holz in erreichbarer Nähe lieferten. Ackerflächen, Wasser und Wald lagen nah beieinander und griffen wie Zahnräder ineinander.</p><p>Aus diesem Gefüge heraus entstanden die <em>Langhäuser</em> der Bandkeramiker. Lange Pfostenreihen aus Eichenholz trugen Dächer, unter denen Menschen, Vorräte und Nutztiere Platz fanden. Der Bedarf an Bauholz, Brennholz und Weideflächen griff direkt in die Waldstruktur ein: Rodungen öffneten den Bestand, das Vieh hielt die Flächen offen, und die wiederholte Nutzung verhinderte, dass dichter Wald zurückkehrte. So entstand rund um die Siedlungen ein Mosaik aus Feldern, Weiden, Gehölzen und Restwald.</p><figure><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/fafa583d-7239-472e-bdd2-632e9ecac72d/uploads/images/7bqbvlwhkd/AMK_-_Linearbandkeramik_Modell_Hienheim_1.jpg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><figcaption>Rekonstruktion einer Siedlung der LBK aus Hienheim mit typischer Nähe zu einem Gewässer (Archäologisches Museum der Stadt Kelheim). Wolfgang Sauber für Wikimedia Commons.</figcaption></figure><h2>Die Germanen und ihr Wald – ein Mythos entsteht</h2><p>Im Jahr 98 n. Chr. verfasste der römische Geschichtsschreiber Tacitus (ca. 58-120) seine ethnographische Schrift <em>Germania</em>, die das Bild der Germanen und ihres Waldes für Jahrhunderte prägen sollte. Er beschreibt ein Land mit hässlichen Landschaften und rauem Klima, bedeckt von Wäldern und Sümpfen. Insgesamt findet er es etwas giddelich:</p><blockquote><p>Und wer hätte denn auch, ungerechnet die Gefahr auf dem schauerlichen, unbekannten Meere, Asien, Afrika oder Italien verlassen und nach Germanien ziehen mögen, in ein ungestaltes Land unter rauhem Himmel, wüst zu bewohnen und anzuschauen für alle, die da nicht heimisch sind? (…) Das Land sieht wohl nicht überall gleich aus; doch allenthalben starrt schrecklicher Urwald, dehnen sich häßliche Sümpfe. Es ist feuchter gegen Gallien hin, windiger gegen Noricum und Pannonien: Saatgut trägt es, Fruchtbäume gedeihen nicht, Vieh ist häufig, aber meist unansehnlich.– Auszug aus der Germania von Tacitus</p></blockquote><p>Chill, Tacitus. Er selbst hatte sogar niemals einen Fuß nach Germanien gesetzt, er stützte sich ausschließlich auf ältere Quellen, auf die Berichte zurückkehrender Soldaten, auf die Schriften von Vorgängern wie Plinius dem Älteren (23 oder 24 - 79) und dessen verlorene <em>Bella Germaniae</em>. Was er schrieb, war eine Mischung aus Fakten, Hörensagen und literarischer (und propagandistischer) Konstruktion. Kam halt damals gut an, auf Germanien zu schimpfen. Ich komme später nochmal auf ihn zurück.</p><hr aria-hidden="true"/><p><strong><mark style="background-color: rgb(222, 244, 220); color: inherit">🌿 Du willst zeigen, dass dir meine Arbeit was wert ist und möchtest gleichzeitig noch tiefer in die Natur einsteigen? Dann werde Mitglied und sichere dir tolle Goodies und Vorteile! 💕</mark></strong></p><p><a href="https://steady.page/de/jasminschreiber/about">Mitglied werden</a></p><hr aria-hidden="true"/><figure><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/fafa583d-7239-472e-bdd2-632e9ecac72d/uploads/images/mwpyoostxf/GermanenAD50.png?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><figcaption>Karte der germanischen Stämme um 100 n. Chr. (ohne Skandinavien), also zur Zeit, als Tacitus lebte. Ziegelbrenner für Wikimedia Commons.</figcaption></figure><h2>Der deutsche Wald im Mittelalter</h2><p>Im Mittelalter wurde der Wald noch intensiver genutzt, und damit begann eine Geschichte, die bis heute nachwirkt. Die Menschen lebten mit dem Wald und von ihm, und wie sie ihn nutzten, prägte sein Aussehen. Da war zunächst die Waldweide: <mark style="background-color: rgb(222, 244, 220); color: inherit">Im Herbst trieben die Bäuerinnen und Bauern ihre Schweine in den Wald, wo diese sich an Eicheln und Bucheckern satt fraßen.</mark> Diese Schweinemast (auch <em>Eichelmast</em> genannt) war so wichtig, dass der Wert eines Waldes oft in der Anzahl der Schweine angegeben wurde, die er ernähren konnte. Die Waldweide formte offene, parkartige Wälder mit weit ausladenden Eichen und wenig Unterwuchs, denn die Schweine fraßen natürlich auch die jungen Bäumchen weg. Solche Hutewälder, wie sie heute noch im Reinhardswald in Hessen oder im Urwald Sababurg erhalten sind, zeigen uns, wie viele deutsche Wälder vor einigen Jahrhunderten ausgesehen haben.</p><figure><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/fafa583d-7239-472e-bdd2-632e9ecac72d/uploads/images/oea3n4wf5a/Kohler_um_1930.jpg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><figcaption>Köhler im Pfälzerwald (um 1930). Im Hintergrund siehst du den Kohlemeiler. Grenzlandstern für Wikimedia Commons.</figcaption></figure><p>Daneben gab es die Köhlerei, ein Gewerbe, das heute fast vergessen ist, das den Wald aber über Jahrhunderte prägte. Köhlerinnen und Köhler lebten wochenlang bei ihren Meilern im Wald und verkohlten dort Holz zu Holzkohle. Die brennt heißer als Holz und war für die Eisenverhüttung, die Glasherstellung und viele andere Gewerbe unverzichtbar. Der Bedarf war enorm: Um eine Tonne Eisen zu verhütten, brauchte man etwa fünf Tonnen Holzkohle, und um die herzustellen, etwa zehn Tonnen Holz. Die Glasherstellung verschlang noch mehr, denn neben dem Brennstoff brauchte sie Pottasche, die aus Buchenholz gewonnen wurde. Ganze Regionen wie der Schwarzwald oder der Thüringer Wald wurden durch diese Industrien geprägt und teilweise entwaldet.</p><figure><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/fafa583d-7239-472e-bdd2-632e9ecac72d/uploads/images/5dpecjqz35/Artikel_45651_bilder_value_5_wald5.jpg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><figcaption>Schloss Zeil mit Umgebung, alles ist gerodet. Undatierter Kupferstich, Augsburg, Verleger Wolff, 17. Jh. (Waldburg-Zeil&#39;sches Gesamtarchiv Schloß Zeil)</figcaption></figure><p>Der mittelalterliche Wald war kein einheitlicher Naturraum, sondern ein Flickenteppich aus Rechten, Verboten und Zuständigkeiten. Im frühen Mittelalter durfte noch so ziemlich jeder den Wald nutzen: Holz sammeln, Vieh weiden lassen, Wild jagen.<mark style="background-color: rgb(222, 244, 220); color: inherit"> Der Begriff </mark><em><mark style="background-color: rgb(222, 244, 220); color: inherit">Forst</mark></em><mark style="background-color: rgb(222, 244, 220); color: inherit"> bezeichnete damals übrigens keinen Wald im heutigen Sinn, sondern rechtlich ausgegrenztes Land. Das lateinische „forestis&quot; meinte Flächen, die aus der allgemeinen Nutzung herausgenommen waren. </mark>Im Lauf des Mittelalters änderte sich das. Herrschende begannen, bestimmte Waldgebiete zu „forestieren&quot;, also einzelne Nutzungen zu verbieten. Zuerst traf es die Jagd. Über solche Gebiete wurde der Wildbann verhängt, der das Jagdrecht exklusiv dem König oder dem Grundherrn vorbehielt. Diese Bannwälder standen unter besonderem Schutz, und wer erwischt wurde, hatte wenig zu lachen: Je nach Schwere des Vergehens drohten das Abhacken der Hand, das Ausstechen der Augen, Ausweiden oder Ähnliches. Es gab da einige unschöne Begebenheiten.</p><p>An den Waldgerichten, die in manchen Regionen bis in die Neuzeit bestanden, wurde über Nutzungsrechte und Verstöße verhandelt. Die Markgenossenschaften der Bäuerinnen und Bauern pochten auf ihre angestammten Rechte: Waldweide, Holzeinschlag, Streu- und Laubnutzung. Die Landesherren dagegen versuchten, genau diese Rechte einzuschränken und die Wälder unter ihre Kontrolle zu bringen. <mark style="background-color: rgb(222, 244, 220); color: inherit">Dieser Streit zog sich über Jahrhunderte und schlug sich in zahllosen Waldordnungen, Weistümern und Prozessen nieder. </mark>Und auch heute geht es da an den Gerichten teilweise noch hoch her. Ausgeweidet wird aber zum Glück niemand mehr.</p><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/fafa583d-7239-472e-bdd2-632e9ecac72d/uploads/images/rklhnba55j/07FAEBB7-BD01-4355-A6E0-8CD60355BF19_1_105_c.jpeg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><h2>Die Erfindung der Nachhaltigkeit</h2><p>Im späten 17. Jahrhundert stand der Wald im Erzgebirge im Zentrum der sächsischen Wirtschaft. Der Silberbergbau um Freiberg verschlang riesige Mengen Holz: Grubenbauten brauchten Stämme, Schächte brauchten Konstruktionen für Wasserhaltung und Transport. Hüttenwerke setzten Holzkohle ein, genauso Glashütten, Hammerwerke und Salinen. Dieselbe Ressource versorgte fast alle Produktionsbereiche, und der Holzeinschlag übertraf das Nachwachsen der Bäume bei Weitem. Kahlschläge breiteten sich aus, die Böden verloren an Fruchtbarkeit, auf vielen Flächen wuchsen keine jungen Bäume mehr nach. Die Transportwege wurden länger, Preise stiegen, und Versorgungsengpässe gefährdeten den Bergbau. Für den sächsischen Staat wurde der Wald zur strategischen Größe: Seine Leistungsfähigkeit entschied über Einnahmen, Beschäftigung und politische Stabilität, deshalb war es wichtig, die Karre irgendwie aus dem Dreck zu ziehen.</p><p>Hans Carl von Carlowitz (1645–1714) erlebte diese Zusammenhänge hautnah. Als Oberberghauptmann war er für das Bergwesen verantwortlich und damit indirekt auch für die Holzversorgung. Sein familiärer Hintergrund prägte seinen Blick: Mehrere Generationen seiner Familie hatten im Forst- und Jagdwesen gearbeitet, sein Vater war Oberforstmeister gewesen. Der Wald erschien ihm früh als gestaltbarer Wirtschaftsraum. Auf seiner mehrjährigen Bildungsreise (der feine Herr, lol) vertiefte er diese Perspektive. In den Niederlanden und in England beobachtete er agrarische Reformen, frühe Formen rationaler Landnutzung und staatlichen Ressourcenmanagements. England galt damals als Vorbild für landwirtschaftliche Innovationen. In Frankreich studierte er die Forstgesetzgebung unter Jean Baptiste Colbert (1619–1683). Die große <em>Ordonnance</em> von 1669 ordnete die königlichen Wälder, regelte Nutzung, Wiederbewaldung und Verwaltung und zielte auf langfristige Sicherung der Holzversorgung. Diese Regelwerke zeigten ihm, wie eng Waldpolitik mit Staatsinteressen verflochten war.</p><p>Zurück in Sachsen verband von Carlowitz diese Eindrücke mit seinen eigenen Beobachtungen aus den Bergrevieren. 1713 veröffentlichte er die <em>Sylvicultura oeconomica</em>. Das Werk richtete sich an Verwaltungsbeamte, Grundherren und alle, die über Waldnutzung bestimmten. Es behandelte Baumarten, Standortfragen, Saat und Pflanzung, Pflege von Jungbeständen, Holznutzung, Energieeinsparung und Ersatzstoffe wie Torf (ja, I know, next problem incoming …).</p><figure><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/fafa583d-7239-472e-bdd2-632e9ecac72d/uploads/images/e3zlooourk/Carlowitz_Sylvicultura.jpg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><figcaption>Titelblatt der Sylvicultura oeconomica (von Hans Carl von Carlowitz), oder haußwirthliche Nachricht und Naturmäßige Anweisung zur wilden Baum-Zucht von 1713.</figcaption></figure><p>Einen Gedanken führte von Carlowitz konsequent durch das gesamte Buch: <mark style="background-color: rgb(222, 244, 220); color: inherit">Die Nutzung des Waldes sollte sich am Nachwachsen orientieren. Wer Holz entnimmt, muss zugleich für Aufforstung sorgen.</mark> Er sprach von einer „beständigen und <em>nachhaltenden</em> Nutzung&quot; und verwendete den Begriff damit erstmals in einem ökonomischen und administrativen Sinn. <em>Nachhaltigkeit</em> bedeutete für ihn: langfristige Funktionsfähigkeit des Waldes für Staat und Wirtschaft.</p><p>Aus diesem Ansatz entwickelte sich im 18. Jahrhundert eine ganz neue Praxis. Um zu wissen, wie viel nachwächst, begannen Förster jetzt, Waldflächen zu vermessen, Bestände einzuteilen und Erträge zu berechnen. Sie ordneten die Nutzung räumlich und zeitlich, legten Umtriebszeiten fest und planten die Wiederbewaldung systematisch. Der Förster wurde vom Aufseher zum Fachbeamten mit Schreibtisch und Aktenordner. Forscher wie Georg Ludwig Hartig (1764–1837) und Heinrich Cotta (1763–1844) griffen von Carlowitz&#39; Ideen auf und spannen sie weiter. Nachhaltigkeit bekam jetzt auch eine Formel: Der jährliche Einschlag sollte dem jährlichen Zuwachs entsprechen, nicht mehr und nicht weniger. Aus dieser Logik entstand die Forstwirtschaft als eigenständige Wissenschaft. Forstakademien bildeten Fachpersonal aus, Verwaltungen standardisierten Verfahren, der Wald wurde zur Rechenaufgabe.</p><p>Das prägte auch die Wälder selbst. Gleichaltrige Bestände und wenige Baumarten machten die Planung einfacher. <mark style="background-color: rgb(222, 244, 220); color: inherit">Nachhaltigkeit zielte vor allem auf Versorgungssicherheit und wirtschaftliche Stabilität, ökologisches Gleichgewicht stand noch nicht auf dem Zettel. </mark>Der Gedanke, der aus der Holzkrise des Erzgebirges hervorging, wurde so zu einem Grundprinzip staatlicher Ressourcenverwaltung. Später wanderten die Ideen in andere Bereiche weiter.</p><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/fafa583d-7239-472e-bdd2-632e9ecac72d/uploads/images/ma4lxkpdd7/4F366665-7D59-4029-945A-BAEEA7A9403A_1_105_c.jpeg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><h2>Der Wald in Mythos und Imagination</h2><p>Die Beziehung der Menschen zum Wald ist älter als jede schriftliche Überlieferung und hat sich in Mythen, Märchen und Ritualen niedergeschlagen, die bis heute nachwirken. Gerade die Deutschen und der Wald, das ist ja so eine Sache für sich, was man auch in unserer Kunst und Kultur sieht. Der Wald war für unsere Vorfahren ein Ort der Ambivalenz: Er lieferte Nahrung, Brennholz und Baumaterial, aber er war auch dunkel, unübersichtlich und voller Gefahren. Wölfe und Bären lebten dort, Räuber lauerten an den Wegen, und wer sich verirrte, konnte tagelang umherirren, ohne einen Ausweg zu finden. Diese Erfahrungen verdichteten sich zu Geschichten, die von Generation zu Generation weitergegeben wurden.</p><figure><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/fafa583d-7239-472e-bdd2-632e9ecac72d/uploads/images/swxfxl4ttw/Sacred_Grove_(1882)_-_Arnold_Bocklin_(Kunstmuseum_Basel).jpg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt="Heiliger Hain. Arnold Böcklin, 1882."/><figcaption>Heiliger Hain. Arnold Böcklin, 1882.</figcaption></figure><p>Die germanische und keltische Mythologie kannte heilige Haine, Orte, an denen die Götter verehrt wurden und in denen strenge Regeln galten. Unser Kumpel Tacitus berichtet in seiner <em>Germania</em> von einem Hain der Semnonen, eines germanischen Stammes. Der Hain war so heilig, dass ihn niemand betreten durfte, ohne gefesselt zu sein, als Zeichen der Unterwerfung unter die dort wohnende Gottheit. Auch Menschenopfer sollen hier dargebracht worden sein. Ob Tacitus hier zuverlässig berichtet oder römische Vorstellungen auf die Germanen projiziert, darüber streiten sich Historikerinnen und Historiker bis heute. Aber der Text zeigt jedenfalls: Der Wald wurde als Ort des Schaurigen wahrgenommen, als Raum, in dem andere Gesetze galten als in der Welt der Menschen.</p><blockquote><p>Zu bestimmten Zeiten sind in einem Walde, den Zeichen aus Vätertagen und Schauer der Vorzeit weihten, alle Völker vom gleichen Blut durch Abordnungen vertreten, und ein feierliches Menschenopfer der Gemeinschaft eröffnet des barbarischen Dienstes entsetzliche Stiftung. Noch eine andere Verehrung gilt dem Hain: keiner darf ihn anders als in Fesseln betreten, gleichsam als Untertan, und um von der Macht des Gottes zu zeugen. Fällt einer zu Boden, so darf er sich nicht erheben noch aufrichten lassen, sondern muß sich auf der Erde hinauswälzen. – Auszug aus der Germania von Tacitus</p></blockquote><p>Die Eiche hatte in vielen europäischen Kulturen eine besondere Bedeutung. Sie war dem Donnergott geweiht: bei den Germanen <em>Donar</em> (du kennst ihn vielleicht eher als <em>Thor</em>), bei den Kelten Taranis, bei den Griechen Zeus. Die sogenannten Donareichen (gesprochen: Donar-Eichen) waren Kultorte, an denen Opfer dargebracht wurden. Als der angelsächsische Missionar Bonifatius im Jahr 723 die Donareiche bei Geismar fällte, war das eine bewusste Provokation: Er wollte zeigen, dass der Gott der Christen mächtiger war als die alten Götter und dass deren heilige Orte keine Macht mehr hatten. <mark style="background-color: rgb(222, 244, 220); color: inherit">Die Fällung wurde zum Symbol für die Christianisierung Germaniens und zeigt, wie eng der Wald mit religiösen Vorstellungen verknüpft war.</mark> Tatsächlich gibt es hier auch noch so eine kleine Story aus den letzten Jahren: In Fritzlar protestierten im Jahr 2012 Anhänger:innen von Naturreligionen gegen ein Denkmal von Bonifatius. Er wurde auf dem Stumpf der Donareiche stehend dargestellt, in der Hand die stumpfe Axt. Keine Ahnung, in Anbetracht der Tatsache, wie blutig die Christianisierung war, und wie viel Zwang da auch ausgeübt wurde, hätte man sich halt vielleicht wirklich ein anderes Motiv einfallen lassen können, aber gut.</p><figure><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/fafa583d-7239-472e-bdd2-632e9ecac72d/uploads/images/6oxanc5nyd/Donareiche2.jpg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><figcaption>Alois Dirnberger: Bonifatius lässt die Donareiche fällen. 1737</figcaption></figure><p>Im Mittelalter wurde der Wald in den Köpfen der Menschen zum Reich des Teufels und seiner Dämonen. Die Kirche bekämpfte die alten Kulte weiterhin, und was einst heilig gewesen war, wurde nun zum Ort der Finsternis umgedeutet. In den Legenden dieser Zeit wimmelt es von Einsiedlern, die in der Wildnis gegen Versuchungen kämpfen, von Heiligen, die Drachen und Dämonen besiegen, von Wäldern, in denen Hexen ihr Unwesen treiben. <mark style="background-color: rgb(222, 244, 220); color: inherit">Der Wald wurde zum Gegenbild der christlichen Zivilisation, ein Ort, den man lieber mied, an dem das Böse hauste und dem man sich nur mit Gottes Hilfe stellen konnte.</mark></p><h2>Die Brüder Grimm und der dunkle Wald</h2><p>In den Märchen, die die Brüder Jacob (1785–1863) und Wilhelm Grimm (1786–1859) im 19. Jahrhundert sammelten, spielt der Wald eine zentrale Rolle, und die ist fast immer zwiespältig. Hänsel und Gretel werden von ihren Eltern im Wald ausgesetzt und geraten in die Fänge einer menschenfressenden Hexe. Rotkäppchen begegnet dem Wolf auf dem Weg durch den Wald zur Großmutter. Schneewittchen flieht in den Wald und findet dort bei den sieben Zwergen Zuflucht vor ihrer mordlustigen Stiefmutter. Der Jäger im Wald entscheidet über Leben und Tod, die Hexe lauert in der Tiefe des Gehölzes, der rettende Königssohn muss sich durch Dornenhecken kämpfen.</p><figure><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/fafa583d-7239-472e-bdd2-632e9ecac72d/uploads/images/ixxm73u66h/Bildschirmfoto_2025-12-14_um_11.21.36.png?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><figcaption>Warwick Goble: The Fairy Book, ed. Dinah Craik, McMillan, 1913. Illustration zum Froschkönig.</figcaption></figure><p><mark style="background-color: rgb(222, 244, 220); color: inherit">Die Sammlung der Grimms, die zwischen 1812 und 1815 erstmals erschien und danach in zahlreichen erweiterten Auflagen herausgegeben wurde, prägte das deutsche Waldbild nachhaltig.</mark> Die Brüder verstanden ihre Arbeit als Rettungsversuch: Sie glaubten, die Märchen seien Überreste einer alten, vom Untergang bedrohten Volkskultur, die es zu bewahren galt. Tatsächlich bearbeiteten sie die gesammelten Geschichten erheblich, strichen anstößige Passagen, verschärften die Moral, fügten Details hinzu. Das Bild vom düsteren deutschen Wald, in dem Gefahren und Erlösung gleichermaßen warten, ist zu einem guten Teil ihr Werk, auch wenn sie die Geschichten selbst nicht erfunden haben.</p><p>Die Auswahl war dabei alles andere als zufällig. Als Sprachwissenschaftler und frühe Germanisten waren sie von der romantischen Bewegung geprägt und suchten in den Volksmärchen Überreste einer angeblich, ehem, “ursprünglichen” deutschen Kultur. Der Wald passte perfekt in dieses Programm: Er war das Andere, das Ungezähmte, der Raum jenseits der bürgerlichen Ordnung. In den Märchen markiert der Wald die Grenze zwischen der geordneten menschlichen Welt und dem Wilden, Unkontrollierbaren, dem Schaurigen. Diese Grenze zu überschreiten bedeutet, sich auf das Unbekannte einzulassen, auf das vielleicht richtig schlimm Gruselige, und auch Kontrolle abzugeben. Wer den Wald betritt, kommt verändert wieder heraus: gereift, geläutert oder auch schwer gezeichnet, je nach Märchen.</p><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/fafa583d-7239-472e-bdd2-632e9ecac72d/uploads/images/pv75yw36uv/3AEDEAF0-340B-4AF3-98A4-494AFA350F6C_1_105_c.jpeg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><h2>Die Romantik und die Erfindung des „deutschen Waldes&quot;</h2><p>In der Romantik des 19. Jahrhunderts wurde der Wald neu entdeckt: als Gegenmodell zur zunehmend industrialisierten, rationalisierten Gesellschaft. Die Dichter:innen und Maler:innen dieser Epoche suchten im Wald, was die moderne Welt zu zerstören drohte: Ursprünglichkeit, Tiefe, Geheimnis, Verbindung mit der Natur. Joseph von Eichendorff (1788–1857) besang das Waldesrauschen in Gedichten, die noch heute zum Kanon der deutschen Lyrik gehören.</p><blockquote><p>O Täler weit, o Höhen,<br/>O schöner, grüner Wald,<br/>Du meiner Lust und Wehen<br/>Andächt′ger Aufenthalt!<br/>Da draußen, stets betrogen,<br/>Saust die geschäft′ge Welt,<br/>Schlag noch einmal die Bogen<br/>Um mich, du grünes Zelt!</p><p></p><p>Wenn es beginnt zu tagen,<br/>Die Erde dampft und blinkt,<br/>Die Vögel lustig schlagen,<br/>Daß dir dein Herz erklingt:<br/>Da mag vergehn, verwehen<br/>Das trübe Erdenleid,<br/>Da sollst du auferstehen<br/>In junger Herrlichkeit!</p><p></p><p>Da steht im Wald geschrieben,<br/>Ein stilles, ernstes Wort<br/>Von rechtem Tun und Lieben,<br/>Und was des Menschen Hort.<br/>Ich habe treu gelesen<br/>Die Worte, schlicht und wahr,<br/>Und durch mein ganzes Wesen<br/>Ward′s unaussprechlich klar.</p><p></p><p>Bald werd ich dich verlassen,<br/>Fremd in der Fremde gehn,<br/>Auf buntbewegten Gassen<br/>Des Lebens Schauspiel sehn;<br/>Und mitten in dem Leben<br/>Wird deines Ernsts Gewalt<br/>Mich Einsamen erheben,<br/>So wird mein Herz nicht alt.<br/><br/>Eichdorff: Abschied (vom Walde)</p></blockquote><p>Caspar David Friedrich (1774–1840) malte einsame Wanderer vor düsteren Baumkulissen, Mönche in verschneiten Eichenwäldern, Kreuze im Gebirge. Ludwig Tieck (1773–1853) ließ seine Figuren im Wald das Schauerliche und das Erhabene erleben. <mark style="background-color: rgb(222, 244, 220); color: inherit">Der Wald der Romantiker war wunderschön, edel und bedrohlich zugleich. Ein Raum, in dem man sich verlieren und finden konnte.</mark> Die Dunkelheit des Waldes spiegelte die Tiefen der Seele, die sie so gerne ergründen wollten. Wer sich in den Wald wagte, ging auf innere Reise, stellte sich dem Grusel, dem Verdrängten, dem Unkontrollierbaren. Ich erschauere beim Gedanken an die Deutsch-Klausuren, in denen wir das dann immer interpretieren mussten.</p><figure><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/fafa583d-7239-472e-bdd2-632e9ecac72d/uploads/images/6xql4qlznm/Caspar_David_Friedrich_-_Wolfe_im_Wald_vor_einer_Hohle.jpg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><figcaption>Caspar David Friedrich: Wölfe im Wald vor einer Höhle, 1798.</figcaption></figure><p>Für diese politische Aufladung des Waldes war unter anderem ein Mann verantwortlich, den heute kaum noch jemand kennt: der Kulturhistoriker Wilhelm Heinrich Riehl (1823–1897). In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts war er einer der meistgelesenen Autoren überhaupt. In seinem vierbändigen Werk <em>Die Naturgeschichte des Volkes als Grundlage einer deutschen Social-Politik</em> (ja, der Titel ist ein Brocken) verknüpfte er den Nationalcharakter der europäischen Völker direkt mit ihrer Umwelt. Riehl gilt als einer der Begründer der Volkskunde, und sein methodischer Ansatz, Land und Leute zu „erwandern&quot;, beeinflusste Generationen von Forschenden. Der Mann wanderte also durch die Gegend und leitete daraus Theorien ab. Klingt gediegen, finde ich.</p><p>Riehl sah im Wald ein zentrales Element der deutschen Identität. Die Engländer und Franzosen hätten als charakteristische Landschaften den gezähmten Park und das gerodete Feld, schrieb er. Der französische Bauer habe seinen Wald längst in Ackerland verwandelt, der englische Adlige ihn zum Park kultiviert. Nur der Deutsche pflege noch den echten, wilden Wald, zugänglich für alle Stände. <mark style="background-color: rgb(222, 244, 220); color: inherit">Deutschland: Waldnation. So ungefähr die These.</mark></p><blockquote><p>Deutschland hat eine größere Zukunft der socialen Freiheit als England, denn es hat sich den freien Wald gerettet. Den Wald ausrotten könnte man vielleicht in Deutschland, aber ihn sperren, das würde eine Revolution hervorrufen. Aus dieser deutschen Waldfreiheit, die so fremdartig aus unsern übrigen modernen Zuständen hervorlugt, strömt tieferer Einfluß auf Sitte und Charakter aller Volksschichten als mancher Stubensitzer sich träumen läßt. Unserm großstädtischen Leben merkt man es andererseits freilich auch in tausend Zügen an, wie weit sich der ächte Wald von diesen Städten zurückgezogen hat, wie entfremdet ihre Insassen dem Wald geworden sind. – Wilhelm Heinrich Riehl, Land und Leute (1854/61)</p></blockquote><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/fafa583d-7239-472e-bdd2-632e9ecac72d/uploads/images/dmf734crhi/8C7EDCB4-605B-41AC-8F59-A895EC537B49_1_105_c.jpeg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><p>Dass man in Deutschland die Wälder frei betreten darf, war damals tatsächlich viel liberaler als in anderen europäischen Ländern. Für Riehl war das ein Grundpfeiler der deutschen Gesellschaft. Das Recht, durch die Wälder zu streifen, sei demokratischer als alle politischen Verfassungen, schrieb er. Der gemeinheitliche Wald, in dem alle Bürgerinnen und Bürger Zutritt hätten, sichere eine Verbindung zur Natur, die in den eingezäunten Privatgütern Englands längst verloren gegangen sei. Riehl forderte das „Recht der Wildnis&quot; neben dem „Recht des Ackers&quot; und gilt damit als einer der Vordenker des Naturschutzes. So weit, so sympathisch. Gleichzeitig verknüpfte er seine Naturbetrachtung aber mit einem konservativen Gesellschaftsbild: Die bäuerliche Bevölkerung war für ihn das Rückgrat der Nation, städtische Entwicklungen beäugte er mit Argwohn. Seine Ideen wirkten weit über seine Zeit hinaus und lieferten späteren Generationen Versatzstücke für ganz unterschiedliche ideologische Projekte, von denen manche ziemlich unappetitlich wurden.</p><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/fafa583d-7239-472e-bdd2-632e9ecac72d/uploads/images/qouugvjucr/87C34D31-3542-4DC0-BD38-2E5341326F55_1_105_c.jpeg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><h2>Die düstere Seite der Waldromantik</h2><p>Aaaaand here we are. Die romantische Aufladung des Waldes hatte eine problematische Seite, die im 20. Jahrhundert deutlich wurde, wie du sicher weißt. Der Wald als Symbol deutscher Identität, als Ort der Tiefe und Verwurzelung, wurde nationalistisch vereinnahmt bis zum Gehtnichtmehr. Schon im 19. Jahrhundert stilisierte man die Schlacht im Teutoburger Wald (auch bekannt als Varusschlacht), in der germanische Stämme im Jahr 9 n. Chr. drei römische Legionen vernichtet hatten, zum Gründungsmythos einer deutschen Nation. Hermann der Cherusker, der Anführer der Germanen, wurde zur nationalen Identifikationsfigur, und 1875 weihte man ihm bei Detmold ein riesiges Denkmal ein.</p><p>Klingt alles noch halbwegs harmlos, wurde dann aber deutlich düsterer. Die Nationalsozialisten griffen diese Mythologie auf, verzerrten und radikalisierten sie. Der Wald war für sie von zentraler Bedeutung: für ihren Kulturbegriff, ihre Propaganda, ihr Selbstverständnis. Er wurde zum Symbol für das Germanentum, für Blut und Boden, für die organische Verbundenheit des Volkes mit seinem Land. Die Parteiideologen schwärmten vom „deutschen Wald&quot; als Ausdruck der deutschen Seele. <mark style="background-color: rgb(222, 244, 220); color: inherit">Reichsforstmeister Hermann Göring propagierte einen „nachhaltigen deutschen Waldbau&quot;, der die „undeutschen&quot; Monokulturen durch naturnahe Mischwälder ersetzen sollte. </mark>Ja, so habe ich auch geguckt, wusste ich auch vor dieser Recherche nicht.</p><blockquote><p>Aus dem Streben nach höchstem Geldertrag, aber auch aus der Notwendigkeit, so schnell wie möglich leistungsfähige Bestände an die Stelle ausgeholzter oder verwüsteter Wälder zu setzen, entstanden mit den damaligen Mitteln der Waldbautechnik weite Strecken eintöniger, naturwidriger, dem Volksempfinden fremder Nadelholzbestände, wo vordem Laubholz oder Mischbestand gedieh. Spät erst zeigten sich die Folgen. Die Bodenkraft ging zurück, der Wald verödete und die Gefahr eines Rückganges der Holzerträge rückte in bedrohliche Nähe. </p><p></p><p>– Hermann Göring: Ewiger Wald - Ewiges Volk. Rede auf der Tagung des Deutschen Forstvereins am 17. August 1936</p></blockquote><p>Dieses Thema kennen wir auch heute sehr gut, weil es viel diskutiert wird, und Mischwälder statt Monokulturen macht absolut Sinn, nur kommt das hier eben mit der absolut beschissensten ideologischen Begründung, die man sich vorstellen kann. Hier wird eben nicht wissenschaftlich/ökologisch argumentiert, sondern völkisch. Die Monokulturen sind nicht einfach nur schädlich fürs Ökosystem, sondern sie sind für die Nazis in erster Linie erst einmal <em>undeutsch</em>. Alles, was bei Drei nicht auf den Bäumen war, wurde damals halt in Grund und Boden ideologisiert und war immer kombiniert mit Antisemitismus, Rassismus und allgemeiner Menschenfeindlichkeit. Muss ich dir ja nicht erzählen. </p><p>1936 erschien dann auch der Propagandafilm <em>Ewiger Wald</em>, der die Verbindung von deutschem Volk und deutschem Wald in monumentalen Bildern feierte. Der Film erzählt eine Pseudogeschichte, die von den Germanen bis in die Gegenwart reicht und den Wald als mystischen Ursprungsort des Deutschtums inszeniert. <a href="https://digitaler-lesesaal.bundesarchiv.de/video/22284/689077">Auf der Webseite des Bundesarchivs kannst du ihn dir anschauen</a>, sollte dich das propagandageschichtlich interessieren.</p><figure><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/fafa583d-7239-472e-bdd2-632e9ecac72d/uploads/images/leuwxm5qne/Bildschirmfoto_2025-12-14_um_15.36.26.png?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><figcaption>Screenshot aus dem Film. https://digitaler-lesesaal.bundesarchiv.de/video/22284/689077</figcaption></figure><h2>Das große Waldsterben</h2><p>Nach dem Krieg kamen Heimatfilme extrem in Mode, und Berge und Wälder spielten dabei die Hauptrollen. Die Deutschen liebten den Wald zwar immer noch, auch aus ideologischen Gründen, als Symbol für das Deutsche. Nur bemühte man sich jetzt, den nationalsozialistischen Mief loszuwerden und andere Blickwinkel darauf zu finden. Parallel dazu begann das Wirtschaftswunder: Produktion und Wohlstand stiegen, aber eben auch die Umweltbelastung. Und schon bald sah sich der von den Deutschen so innig geliebte Wald einer neuen Bedrohung gegenüber, die sich in den folgenden Jahrzehnten immer weiter verschärfte.</p><p>Am 16. November 1981 erschien im <em>Spiegel</em> die erste Folge einer dreiteiligen Serie mit dem Titel <em>Der Wald stirbt</em>. Auf dem Cover: Bäume, überragt von rauchenden Schornsteinen. <mark style="background-color: rgb(222, 244, 220); color: inherit">Die Artikel warnten vor einer Umweltkatastrophe von unvorstellbarem Ausmaß. Was folgte, war eine der wirkungsmächtigsten Umweltdebatten der deutschen Geschichte.</mark></p><figure><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/fafa583d-7239-472e-bdd2-632e9ecac72d/uploads/images/m7rbc3co3u/Bildschirmfoto_2025-12-14_um_15.42.01.png?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><figcaption>Screenshot von der Spiegel-Webseite. https://www.spiegel.de/spiegel/print/index-1981-47.html</figcaption></figure><p>Die Kulturhistorikerin Birgit Metzger von der Universität des Saarlandes hat diese Debatte in ihrer preisgekrönten Dissertation <em>Erst stirbt der Wald, dann du!</em> analysiert. Sie zeigt, wie das Waldsterben zum Politikum wurde, das quer durch alle Milieus und politischen Lager Anknüpfungspunkte bot. Von Konservativen bis zu Grünen, von Forstleuten bis zu Umweltaktivistinnen und -aktivisten: Alle reagierten auf die Bedrohung des Waldes mit einer Intensität, die im europäischen Vergleich einzigartig war. Ich kann mir das heute kaum noch vorstellen, so wie Konservative oft Schnappatmung bekommen und die Kommentarspalten vor Hass überquellen, sobald jemand nur „E-Auto&quot; oder „CO₂&quot; schreibt.</p><p>Metzger rekonstruiert in ihrem Werk, wie die Debatte entstand und sich entwickelte. Forstwissenschaftler:innen hatten schon Jahre vor dem <em>Spiegel</em>-Artikel auf Waldschäden hingewiesen, ohne größere öffentliche Resonanz zu finden. Erst das Zusammenspiel von Wissenschaft, Medien, Umweltbewegung und politischen Akteuren machte das Thema zum Massenphänomen. Die Umweltorganisation Robin Wood plakatierte „Erst stirbt der Wald, dann stirbt der Mensch&quot; durch die ganze Republik. Lokale Bürgerinitiativen organisierten Protestwanderungen durch sterbende Wälder. <mark style="background-color: rgb(222, 244, 220); color: inherit">Im Bundestagswahlkampf 1983 gehörte das Waldsterben zu den wichtigsten Themen, und die Grünen zogen erstmals ins Parlament ein. </mark>Der Begriff „Waldsterben&quot; wurde zum deutschen Exportschlager, in anderen Sprachen als Lehnwort übernommen. In Frankreich sprach man von „le Waldsterben&quot; und beäugte die Aufregung der Nachbarn mit einer Mischung aus Verwunderung und Belustigung. Warum reagierten ausgerechnet die Deutschen so emotional, obwohl vergleichbare Waldschäden auch anderswo auftraten? Metzgers Analyse macht deutlich: Die Intensität der deutschen Reaktion ist ohne die kulturgeschichtliche Tiefe des Waldsymbols nicht zu verstehen. Der Wald war eben mehr als ein Ökosystem. Er war ein Identitätsanker, ein nationales Symbol (ja, immer noch), ein Ort kollektiver Erinnerungen. Wenn der Wald starb, dann starb ein Teil des deutschen Selbstverständnisses mit.</p><p>Als politische Reaktion auf den öffentlichen Druck führte die Regierung umfangreiche Umweltstandards ein. Kraftwerke mussten Filteranlagen einbauen, bleifreies Benzin und Katalysatoren wurden eingeführt. Die Schadstoffbelastung sank tatsächlich drastisch. Ob das prophezeite Massensterben der Wälder ohne diese Maßnahmen eingetreten wäre, darüber streiten Forschende bis heute. 2003 erklärte die damalige Bundeslandwirtschaftsministerin Renate Künast das Waldsterben für beendet. Die Situation habe sich stabilisiert. Doch damit war die Geschichte des deutschen Waldes und seinen Problemen noch lange nicht zu Ende. Wer schon einmal im Harz war, kennt diesen Anblick:</p><figure><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/fafa583d-7239-472e-bdd2-632e9ecac72d/uploads/images/u6kar55xtw/83C2866A-ACB3-4AED-AA5E-CEEC06DC881C_1_105_c.jpeg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><figcaption>Tote Bäume säumen die Straßen durch den Harz. Habe ich 2022 aufgenommen.</figcaption></figure><p>Dazu gleich mehr.</p><h2>Die Wiederentdeckung des Waldes</h2><p>2015 erschien ein Buch, das zum Überraschungserfolg wurde: <em>Das geheime Leben der Bäume</em> des Försters Peter Wohlleben. Der Förster aus der Eifel erzählte von Bäumen, die miteinander kommunizieren, die für ihre Nachkommen sorgen, die so etwas wie Freundschaften pflegen. Don&#39;t get me started on this, denn viel davon ist … na ja. Jedenfalls so, dass mich internationale Kolleginnen und Kollegen mal darauf angesprochen haben, ob es in der deutschen Verlagslandschaft kein Fachlektorat mit Fact-Checking gebe, bei ihnen sei das Pflicht. Räusper. Das Buch verkaufte sich dennoch allein in Deutschland über eine Million Mal, wurde in mehr als 40 Sprachen übersetzt und kam 2019 als Dokumentarfilm ins Kino. Wohllebens Erfolg traf einen Nerv. In einer digitalisierten, beschleunigten Welt sehnten sich viele Menschen nach dem langsamen, beständigen Leben der Bäume. Die Vermenschlichung der Bäume, die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler an Wohlleben kritisieren, machte sein Buch gerade so erfolgreich: Wer den Bäumen menschliche Eigenschaften zuschreibt, kann sie als Wesen begreifen, zu denen eine Beziehung möglich ist.</p><p>Parallel dazu erlebt das Waldbaden, auf Japanisch Shinrin Yoku (森林浴), einen ordentlichen Aufschwung. Die Praxis wurde in den 1980er Jahren vom japanischen Forstamt entwickelt, um gestresste Großstädter:innen zur Natur zurückzuführen, und ist inzwischen auch in Deutschland angekommen. Therapeutinnen und Therapeuten bieten geführte Waldaufenthalte an, Krankenkassen überlegen, ob sie die Kosten übernehmen sollen, und Studien belegen positive Effekte auf Blutdruck, Immunsystem und psychisches Wohlbefinden. Der Reimport einer Praxis, die ihrerseits auf der deutschen romantischen Waldliebe aufbaut: eine nette Pointe der Globalisierungsgeschichte.</p><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/fafa583d-7239-472e-bdd2-632e9ecac72d/uploads/images/2owsyjo234/D09808A0-553D-42AC-971C-2C7CD4A99E26_1_105_c.jpeg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><h2>Klimawandel, Borkenkäfer, Dürre</h2><p>Während Wohllebens Bücher Millionenauflagen erreichen und Waldbaden zum Trend wird, stirbt der deutsche Wald. Ja, sorry Renate, schon wieder, war vielleicht ‘n büschn vorschnell damals. Die Dürrejahre 2018 bis 2021 haben Spuren hinterlassen, die noch jahrzehntelang sichtbar sein werden. Der Borkenkäfer, unter normalen Umständen ein wichtiger Akteur im Ökosystem und jetzt leider ziemlich verschrien (wenn ich dazu nochmal eine eigene Ausgabe machen soll, schreibt es mir in die Kommentare), hat unter den geschwächten Fichten verheerend gewütet. Ganze Hänge im Harz, im Sauerland, im Thüringer Wald stehen kahl oder sind mit toten Stämmen übersät. Die Zahlen sind erschütternd: <mark style="background-color: rgb(222, 244, 220); color: inherit">Zwischen 2018 und 2022 gingen in Deutschland etwa 500.000 Hektar Wald verloren, eine Fläche größer als das Saarland.</mark> Der Schadholzanfall erreichte Rekordwerte, die Holzpreise brachen ein, weil der Markt mit Schrottholz überschwemmt wurde. Forstbetriebe, die über Generationen gewirtschaftet hatten, standen vor dem Ruin.</p><p>Laut der Waldzustandserhebung 2023 sind von den verbreitetsten Baumarten (Fichte, Kiefer, Eiche, Buche) vier von fünf Bäumen krank. Das heißt: Sie weisen Kronenverlichtungen von mehr als 25 Prozent auf. Dem Wald geht es heute sogar schlechter als in den 1980er Jahren, zur Hochzeit der Waldsterben-Debatte. Und doch bleibt die große öffentliche Aufregung aus. Vielleicht ist die Bedrohung zu abstrakt, zu langsam, zu komplex, um dieselbe emotionale Wucht zu entfalten wie damals das Bild der verregneten toten Fichten. Vielleicht sind die Menschen auch erschöpft von Krisen, von Pandemie und Krieg und Inflation, und haben keine Kapazität mehr für das langsame Sterben der Bäume. Ich meine ernsthaft … man verliert langsam wirklich den Überblick.</p><p>Die Fichte, über Jahrhunderte der wichtigste Nutzbaum der deutschen Forstwirtschaft, wird in weiten Teilen des Landes keine Zukunft mehr haben. Diese Baumart, die schnell wächst und gerade Stämme liefert, die sich leicht verarbeiten lassen, war schon immer eine Kompromisslösung: Sie wurde oft dort angepflanzt, wo von Natur aus Buchen oder Eichen wachsen würden, weil sie schneller Ertrag brachte. Jetzt zeigt sich, dass dieser Kompromiss seine Grenzen hat. Die Fichte stammt ursprünglich aus den kühlen, feuchten Regionen unserer Gebirge und Skandinaviens. In den wärmeren, trockeneren Bedingungen des Klimawandels wird sie zum Auslaufmodell.</p><p>Die Forstverwaltungen haben inzwischen mit dem Waldumbau begonnen. Die Fichtenmonokulturen, die nach dem Zweiten Weltkrieg als schnellwachsende Holzlieferanten angelegt wurden, sollen klimaresilienten Mischwäldern weichen. Eichen, Buchen, aber auch bisher seltene Arten wie die Elsbeere oder eingeführte Bäume wie die Douglasie sollen die Lücken füllen.</p><p>Der Wald der Zukunft wird anders aussehen als der, den wir kennen. Hoffen wir, dass er uns erhalten bleibt. &lt;3</p><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/fafa583d-7239-472e-bdd2-632e9ecac72d/uploads/images/bahc4b2hjo/4F80C173-925B-4719-8502-3C3AB281EF51_1_105_c.jpeg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><p>Bis zum nächsten Mal und viel Spaß beim nächsten Waldspaziergang</p><p>Jasmin</p><hr aria-hidden="true"/><h2>Auflösung der Fragen</h2><ol><li><p><strong>Wie viel Prozent der Fläche Deutschlands ist bewaldet?</strong> Etwa 33 Prozent, knapp ein Drittel. Das ist mehr als je zuvor in den letzten drei Jahrhunderten, aber deutlich weniger als zu Beginn der menschlichen Besiedlung.</p></li><li><p><strong>Welcher Baum ist der häufigste in Deutschland?</strong> Die Fichte, noch. Sie macht laut NABU 26 Prozent der Waldfläche aus, aber ihr Anteil sinkt durch die Klimaschäden rapide. Auf Platz zwei folgt die Kiefer, auf Platz drei die Buche.</p></li><li><p><strong>Wie alt ist der älteste Baum Deutschlands?</strong> Mutmaßlich die Sommerlinde von Schenklengsfeld in Hessen. Sie wird auf etwa 1.200 Jahre geschätzt, verschiedene Eichen erreichen ähnliche Alter. Exakte Datierungen sind bei so alten Bäumen schwierig, da der Kernbereich oft verrottet ist.</p></li></ol><figure><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/fafa583d-7239-472e-bdd2-632e9ecac72d/uploads/images/3ahjbyum4e/Schenklengsfelder_Linde__1.jpg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><figcaption>Schenklengsfelder Linde mit Gerüst. Rainer Lippert für Wikimedia Commons.</figcaption></figure><ol><li><p><strong>Wie viele Tierarten leben in einem Hektar naturnahem Buchenwald?</strong> In unseren Buchenwäldern leben round about 18% aller Pflanzen- und Pilzarten und 14% all unserer Tierarten. Schätzungen gehen von 6.000 bis 10.000 Tierarten aus, wenn man Insekten, Spinnen, Milben und Mikroorganismen mitzählt. Die meisten davon sind winzig und wissenschaftlich kaum erforscht.</p></li><li><p><strong>Wie viel Wasser kann ein großer Laubbaum an einem heißen Sommertag verdunsten?</strong> Bis zu 400 Liter. Das Wasser wird von den Wurzeln aufgenommen und verdunstet über die Blätter, wodurch der Baum sich kühlt und Wasser in die Atmosphäre abgibt.</p></li><li><p><strong>Wie tief können Baumwurzeln reichen?</strong> Bei Eichen können Wurzeln 10, vielleicht auch mal 20 Meter tief werden. Fichten dagegen wurzeln flach, meist nur 30 bis 40 Zentimeter tief, weshalb sie bei Sturm leicht umkippen. Rekordhalter ist die Südafrikanische Feige, die kann in über 100 Metern Tiefe mit ihren Wurzeln nach Wasser suchen.</p></li><li><p><strong>Welcher deutsche Wald ist der größte zusammenhängende?</strong> Der Pfälzerwald, der zusammen mit den angrenzenden französischen Nordvogesen das größte zusammenhängende Waldgebiet Westeuropas bildet, mit etwa 180.000 Hektar auf deutscher Seite.</p></li></ol><hr aria-hidden="true"/><p><strong>🌿 Du willst zeigen, dass dir meine Arbeit was wert ist und möchtest gleichzeitig noch tiefer in die Natur einsteigen? Dann werde Mitglied und sichere dir tolle Goodies und Vorteile! 💕</strong></p><p><a href="https://steady.page/de/jasminschreiber/about">Mitglied werden</a></p><hr aria-hidden="true"/><p>🌿 Gärtnern für die Artenvielfalt? 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Dezember 2025. <a href="https://digitaler-lesesaal.bundesarchiv.de/video/22284/689077">https://digitaler-lesesaal.bundesarchiv.de/video/22284/689077</a>.</p><p>Blank-Sangmeister, Ursula, Tacitus und Andreas Fahrmeir. <em>Germania. Lateinisch/Deutsch: Tacitus – zweisprachige Ausgabe; Originalversion mit deutscher Übersetzung</em>. Neuübersetzung. Stuttgart: Reclam, 2022.</p><p>BMEL. „Waldzustand: Nur jeder fünfte Baum ist gesund“. 13. Mai 2024. <a href="https://www.bmleh.de/SharedDocs/Archiv/Pressemitteilungen/2024/043-waldzustandserhebung.html">https://www.bmleh.de/SharedDocs/Archiv/Pressemitteilungen/2024/043-waldzustandserhebung.html</a>.</p><p>Bundesrepublik Deutschland. <em>Bundeswaldgesetz vom 2. Mai 1975 (BGBl. I S. 1037), zuletzt geändert durch Artikel 112 des Gesetzes vom 10. August 2021 (BGBl. I S. 3436).</em> <a href="https://www.gesetze-im-internet.de/bwaldg/BJNR010370975.html">https://www.gesetze-im-internet.de/bwaldg/BJNR010370975.html</a>.</p><p>Carlowitz, Hannß Carl von. <em>Sylvicultura oeconomica. Hausswirthliche Nachricht und Naturmäßige Anweisung zur Wilden Baum Zucht</em>. Leipzig 1713. Faksimile der Erstausgabe. Mit einer Einführung von Jürgen Huss und Friederike von Gadow. Remagen: Verlag Kessel, 2012.</p><p>Dalitz, Christiane, Robert Gliniars und Helmut Dalitz. „Hohenheimer Gärten: Die Pflanzen der Hohenheimer Gärten“. Zugegriffen 12. Dezember 2025. <a href="https://virtuelle-gaerten.uni-hohenheim.de/4DAction/W_Init/HG_Essay_de?EssayID=34">https://virtuelle-gaerten.uni-hohenheim.de/4DAction/W_Init/HG_Essay_de?EssayID=34</a>.</p><p>Der Spiegel. „Le Waldsterben“. <em>Der Spiegel</em>, Politik, 14. Oktober 1984. <a href="https://www.spiegel.de/politik/le-waldsterben-a-4181f207-0002-0001-0000-000013512098">https://www.spiegel.de/politik/le-waldsterben-a-4181f207-0002-0001-0000-000013512098</a>.</p><p>Der Spiegel. „‚Wenn der Wald stirbt, stirbt der Mensch‘“. <em>Der Spiegel</em>, Politik, 8. Januar 1984. <a href="https://www.spiegel.de/politik/wenn-der-wald-stirbt-stirbt-der-mensch-a-7968a20d-0002-0001-0000-000013508433">https://www.spiegel.de/politik/wenn-der-wald-stirbt-stirbt-der-mensch-a-7968a20d-0002-0001-0000-000013508433</a>.</p><p>„Renate Künast sieht den Trend zum Waldsterben gestoppt“. <em>WELT</em>. Zugegriffen 11. Dezember 2025. <a href="https://www.welt.de/print-welt/article246142/Renate-Kuenast-sieht-den-Trend-zum-Waldsterben-gestoppt.html">https://www.welt.de/print-welt/article246142/Renate-Kuenast-sieht-den-Trend-zum-Waldsterben-gestoppt.html</a>.</p><p>Deutsche Welle. „Verstehen Sie Wald? Nazis und Märchen: Der deutsche Wald und seine mythische Geschichte“. 9. August 2018. Zugegriffen 11. Dezember 2025. <a href="https://www.dw.com/de/nazis-und-m%C3%A4rchen-der-deutsche-wald-und-seine-mythische-geschichte/a-45015263">https://www.dw.com/de/nazis-und-m%C3%A4rchen-der-deutsche-wald-und-seine-mythische-geschichte/a-45015263</a>.</p><p>Food and Agriculture Organization of the United Nations. <em>Terms and Definitions: FRA 2025</em>. Global Forest Resources Assessment Working Paper 194. Rom: FAO, 2023.</p><p>German History in Documents and Images. „Deutsche Wälder als nationale Institution: Wilhelm Heinrich Riehl, Land und Leute (1854/61)“. Zugegriffen 11. Dezember 2025. <a href="https://germanhistorydocs.org/de/reichsgruendung-bismarcks-deutschland-1866-1890/deutsche-waelder-als-nationale-institution-wilhelm-heinrich-riehl-land-und-leute-1854-61">https://germanhistorydocs.org/de/reichsgruendung-bismarcks-deutschland-1866-1890/deutsche-waelder-als-nationale-institution-wilhelm-heinrich-riehl-land-und-leute-1854-61</a>.</p><p>Hallenwald – Themenarchiv. o. J. Zugegriffen 13. Dezember 2025. <a href="https://www.natur-erforschen.net/themenarchiv/themen/oekosystem-laubwald/beziehungen-biotop-biozoenose/hallenwald.html">https://www.natur-erforschen.net/themenarchiv/themen/oekosystem-laubwald/beziehungen-biotop-biozoenose/hallenwald.html</a>.</p><p>Hermann Göring. <em>Reden und Aufsätze</em>. Herausgegeben von Erich Gritzbach. München: Zentralverlag der NSDAP, 1941. <a href="http://digital.ub.uni-paderborn.de/ihd/7576632">http://digital.ub.uni-paderborn.de/ihd/7576632</a>.</p><p>HNA. „Vertreter von Naturreligionen protestieren gegen Bonifatius-Denkmal“. 17. Juni 2012. <a href="https://www.hna.de/lokales/fritzlar-homberg/traenen-vorm-bonifatius-denkmal-2356325.html">https://www.hna.de/lokales/fritzlar-homberg/traenen-vorm-bonifatius-denkmal-2356325.html</a>.</p><p>Küster, Hansjörg. „Pflanzenreste der bandkeramischen Siedlung von Murr, Gemeinde Wang, Landkreis Freising“. <em>Archäologie im Landkreis Freising</em> 3 (1992): 42–45.</p><p>Landkreis Limburg-Weilburg. „Die Deutschen und ihr Wald: Themenwanderung zum Mythos ‚Deutscher Wald‘“. 12. August 2021. <a href="https://www.landkreis-limburg-weilburg.de/politik-verwaltung/presse-oeffentlichkeitsarbeit/pressemitteilungen/details/die-deutschen-und-ihr-wald-themenwanderung-zum-mythos-deutscher-wald">https://www.landkreis-limburg-weilburg.de/politik-verwaltung/presse-oeffentlichkeitsarbeit/pressemitteilungen/details/die-deutschen-und-ihr-wald-themenwanderung-zum-mythos-deutscher-wald</a>.</p><p>NABU – Naturschutzbund Deutschland e. V. „Die Fichte“. Zugegriffen 14. Dezember 2025. <a href="https://www.nabu.de/tiere-und-pflanzen/pflanzen/pflanzenportraets/wildpflanzen/gehoelze/21371.html">https://www.nabu.de/tiere-und-pflanzen/pflanzen/pflanzenportraets/wildpflanzen/gehoelze/21371.html</a>.</p><p>NABU – Naturschutzbund Deutschland e. V. „Waldverlust 2022“. Zugegriffen 09. Dezember 2025. <a href="https://www.nabu.de/news/2022/02/31174.html">https://www.nabu.de/news/2022/02/31174.html</a>.</p><p>SDW – Schutzgemeinschaft Deutscher Wald. „Bäume in der Stadt“. Zugegriffen 12. Dezember 2025. <a href="https://www.sdw.de/ueber-den-wald/waldwissen/baeume-in-der-stadt/">https://www.sdw.de/ueber-den-wald/waldwissen/baeume-in-der-stadt/</a>.</p><p>soonteam. „Biodiversität in Buchenwäldern“. Initiative Soonwald. 18. März 2020. <a href="https://soonwald.de/biodiversitaet-in-buchenwaeldern/">https://soonwald.de/biodiversitaet-in-buchenwaeldern/</a>.</p><p>Stadt Fritzlar. „Heiliger Bonifatius“. Zugegriffen 14. Dezember 2025. <a href="https://www.fritzlar.de/leben-wohnen/stadtportrait/stadtgeschichte/heiligen-bonifatius/">https://www.fritzlar.de/leben-wohnen/stadtportrait/stadtgeschichte/heiligen-bonifatius/</a>.</p><p><a href="http://tageblatt.de/">Tageblatt.de</a>. „30 Jahre alte Platane vergiftet“. Zugegriffen 14. Dezember 2025. <a href="https://www.tageblatt.de/Nachrichten/30-Jahre-alte-Platane-vergiftet-221372.html">https://www.tageblatt.de/Nachrichten/30-Jahre-alte-Platane-vergiftet-221372.html</a>.</p><p>Uni Kiel. „Pollen für die Geschichtsforschung“. 14. Dezember 2025. <a href="https://www.uni-kiel.de/de/unizeit/uz/news/pollen">https://www.uni-kiel.de/de/unizeit/uz/news/pollen</a>.</p><p>Wikipedia. „Baumfrevel“. 26. Oktober 2025. <a href="https://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Baumfrevel&amp;oldid=260929824">https://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Baumfrevel&amp;oldid=260929824</a>.</p><p>Wikipedia. „Donareiche“. 23. Januar 2025. <a href="https://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Donareiche&amp;oldid=252561228">https://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Donareiche&amp;oldid=252561228</a>.</p><p>Wikipedia. „French forestry ordinance of 1669“. 20. Oktober 2025. <a href="https://en.wikipedia.org/w/index.php?title=French_forestry_ordinance_of_1669&amp;oldid=1317808097">https://en.wikipedia.org/w/index.php?title=French_forestry_ordinance_of_1669&amp;oldid=1317808097</a>.</p><p>Wikipedia. „Heiliger Hain“. 21. Juli 2025. <a href="https://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Heiliger_Hain&amp;oldid=258179740">https://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Heiliger_Hain&amp;oldid=258179740</a>.</p><p>Wikipedia. „Linearbandkeramische Kultur“. 25. November 2025. <a href="https://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Linearbandkeramische_Kultur&amp;oldid=261861707">https://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Linearbandkeramische_Kultur&amp;oldid=261861707</a>.</p><p>Wikipedia. „Semnonenhain“. 26. August 2025. <a href="https://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Semnonenhain&amp;oldid=259214415">https://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Semnonenhain&amp;oldid=259214415</a>.</p>]]></content:encoded>
      <category><![CDATA[Heimische Natur]]></category>
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      <pubDate>Tue, 26 May 2026 06:11:10 +0000</pubDate>
    </item>
    <item>
      <title><![CDATA[Sie sind wieder da]]></title>
      <description><![CDATA[🌿 Auf einem Spaziergang habe ich meine liebsten Pflanzen entdeckt! ]]></description>
      <content:encoded><![CDATA[<p><strong>Auf einem Spaziergang habe ich meine liebsten Pflanzen entdeckt.</strong></p><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/a6f27dfa-4aaa-40bf-a418-6059cc37111d/uploads/images/5hqu2mrjjw/169A0023.jpg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><p>Heute habe ich sie endlich wiedergesehen, nachdem ich sie so lange vermisst habe. Am Ufer, zwischen den freigespülten Wurzeln einer alten Erle, standen die ersten: leuchtend grün, noch ein bisschen aufgerollt, sodass die feinbehaarten Spitzen aussahen wie Bischofsstäbe im Miniaturformat. Farne. </p><p>Ich war heute wieder am kleinen Fluss unterwegs (technisch gesehen ist es ein größerer Bach), an dessen Ufer ich wohne und den ich seit Jahren beobachte und auch kartiere, und überall arbeitet sich gerade alles extrem motiviert nach oben. Der Giersch schiebt seine Triebe durch das feuchte Erdreich und bedeckt die noch vor drei oder vier Wochen kahle Erde, der Wiesen-Bärenklau steht schon kniehoch und zeigt mir hier und da einen kleinen Blütenansatz, Löwenzahn und ein paar Glockenblumen setzen zwischen den Gräsern Farbakzente, der Ampfer breitet seine großen Blätter aus, die jetzt schon – noch ganz jung! – von Sauerampferkäfern durchlöchert sind. Bald geht bei diesen kleinen grünen Kerlchen die Paarungszeit los. Ich hab das Gefühl, die Büsche und auch schon die ersten Bäume haben über Nacht Blätter bekommen. Wie lange habe ich geschlafen, den wievielten haben wir heute, hallo, hallo?</p><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/a6f27dfa-4aaa-40bf-a418-6059cc37111d/uploads/images/gngyulcy3j/169A9901.jpg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><figure><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/a6f27dfa-4aaa-40bf-a418-6059cc37111d/uploads/images/sqtu74jxqb/169A0069.jpg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><figcaption>Eine weiße Taubnessel in Blüte</figcaption></figure><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/a6f27dfa-4aaa-40bf-a418-6059cc37111d/uploads/images/gyndbljcev/169A0014.jpg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><p>Die jungen Wedel meiner geliebten Farne entrollen sich in einer logarithmischen Spirale. Ein Fraktal, das sich langsam ausfaltet, erst die Hauptachse, dann die Seitenfiedern, dann die Fiederchen, eine Ordnung innerhalb der Ordnung. Wenn du dir  einmal die Zeit nimmst, so einen Wedel beim Aufgehen zu beobachten (also immer wieder besuchen kommen), bekommst du eine Ahnung davon, wie tief die Evolution diese Form eingeschliffen hat. Der Move ist schon uralt.</p><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/a6f27dfa-4aaa-40bf-a418-6059cc37111d/uploads/images/wj63nhkdbe/169A0032.jpg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><p>Farne gehören zu den sehr alten Linien der Gefäßpflanzen. Fossilien eindeutig farnartiger Formen stammen aus dem Devon, besonders aus dem späten Devon vor rund 370 Millionen Jahren. Molekulare Daten legen nahe, dass sich die Linie bereits früher entwickelte, möglicherweise schon vor etwa 400 bis 430 Millionen Jahren. Zum Vergleich: Die ersten Dinosaurier erschienen vor rund 230 Millionen Jahren, also im späten Trias. Als an den stickig-warmen und feuchten Ufer des Devon die ersten Farne wuchsen, gab es weder Samenpflanzen noch Gräser, es gab keine Blüten, keine modernen Bäume, und auf dem Festland waren die Arthropoden (also Gliederfüßer) die alles dominierenden Tiere. Die Welt, in die der erste Farnwedel sich hineinentrollte, kannte weder Vögel noch Säugetiere, und die Wälder waren deshalb sehr leise.</p><p><a href="https://steady.page/db21f24b-40e6-4c6e-befe-eaa5884eed34/posts/a6f27dfa-4aaa-40bf-a418-6059cc37111d">Auf Steady weiterlesen</a></p>]]></content:encoded>
      <category><![CDATA[Heimische Natur]]></category>
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      <pubDate>Sun, 19 Apr 2026 14:57:05 +0000</pubDate>
    </item>
    <item>
      <title><![CDATA[Vogel-Update März]]></title>
      <description><![CDATA[Im März ist einiges los, unter anderem war ich bei einer Bussard-Paarung dabei. Wir gehen rein!]]></description>
      <content:encoded><![CDATA[<p><strong>Soooo, hier kommt das Vogel-Update für den letzten Monat. Da war echt EINIGES los, und es hat echt ne Weile gedauert, bis ich alle Bilder gesichtet und alles zusammengeschrieben habe. Aber im März geht es eben so richtig los, und diese Entwicklung setzt sich jetzt auch im April fort. Im heutigen Update habe ich nestbauende Kleiber, knatternde Mäusebussarde und eine Menge Wasservögel für dich!</strong></p><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/fcd50a9b-f5f8-4663-9a48-b4255763c80c/uploads/images/o7wiqvhdh3/Unbenanntes_Projekt_14.png?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><p>März = Frühling, and it shows! Die Blüten schlüpfen, die ersten Bienen und Hummeln taumeln durch die Luft, und hier und da wachen immer mehr Schmetterlinge auf und stärken sich das erste Mal im neuen Jahr mit Nektar.</p><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/fcd50a9b-f5f8-4663-9a48-b4255763c80c/uploads/images/xoaeigo7wi/2Y4A2657.jpg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><figure><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/fcd50a9b-f5f8-4663-9a48-b4255763c80c/uploads/images/a2xmreusjp/2Y4A2553.jpg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><figcaption>My face wenn&#39;s so richtig schmeckt.</figcaption></figure><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/fcd50a9b-f5f8-4663-9a48-b4255763c80c/uploads/images/3cr2ixx4jr/2Y4A1975.jpg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><p>Natürlich findet man ab März auch überall Vögel, die ihre Balzgesänge zum Besten geben, man will ja einen potenziellen Partner oder eine Partnerin beeindrucken.</p><p>Lange galt das Vogelgezwitscher im Frühling übrigens als reine Männerdomäne, doch Forscherinnen und Forscher haben in den letzten Jahrzehnten ein viel komplexeres Bild herausgearbeitet: Auch Weibchen singen, und das wohl häufiger, als lange angenommen. Eine große vergleichende Studie aus dem Jahr 2014 legte nahe, dass das gemeinsame Vorfahrenpaar der Singvögel wahrscheinlich beide Geschlechter als Sänger kannte, und dass der Gesang der Weibchen in vielen Linien einfach übersehen wurde, weil die Forschung sich historisch auf nordamerikanische und europäische Arten konzentriert hatte, bei denen Weibchen tatsächlich seltener (<em>aber nicht gar nicht!</em>) singen. In tropischen Regionen dagegen singen Weibchen sehr regelmäßig. Was sie dabei kommunizieren, wird noch erforscht: Revierkämpfe, Paarbindung, Koordination mit dem Partner, das alles kommt vor.</p><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/fcd50a9b-f5f8-4663-9a48-b4255763c80c/uploads/images/nqjup2pwq7/2Y4A1900.jpg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><p>Das Schöne, wenn man anfängt, Vögel zu beobachten: Irgendwann weiß man, wer wo Ansitz macht und singt. Dieses Rotkehlchen hier sitzt immer an der Brücke am Fluss neben meinem Haus entweder auf dem Weißdorn, der Hasel oder der Esche, alles in einem Radius von 20 oder 30 Metern. Wenn ich gucken will, wie es ihm geht, gehe ich einfach da hin und voilà, da ist es!</p><p>Ich hatte ja auch erzählt, dass ich gar nicht wusste, wie viele Gimpel (Dompfaffe) hier leben. Jetzt weiß ich, wo die sich am liebsten herumtreiben und kann sie einfach besuchen gehen.</p><figure><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/fcd50a9b-f5f8-4663-9a48-b4255763c80c/uploads/images/aayxxenipz/2Y4A0056.jpg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><figcaption>Ein Gimpel-Weibchen mit dem Schnabel voll Haselblüten.</figcaption></figure><figure><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/fcd50a9b-f5f8-4663-9a48-b4255763c80c/uploads/images/rqggbk7cml/2Y4A0100.jpg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><figcaption>Ein Gimpel-Männchen.</figcaption></figure><p>Direkt am 01. März haben Lorenz und ich (den ich mittlerweile auch mit Birding und Vogelfotografie angesteckt habe, dazu aber mehr im nächsten Update!) eine Vogelführung auf der Elbinsel Kaltehofe mitgemacht. Das machen wir jetzt gern häufiger, und es hatte sich sehr gelohnt! Insgesamt habe ich im März 20 neue Arten beobachtet, was meinen Zähler auf 54 verschoben hat.</p><figure><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/fcd50a9b-f5f8-4663-9a48-b4255763c80c/uploads/images/2eec3zn5bu/2Y4A4946.jpg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><figcaption>Die alten Gebäude der Wasserfilterungsanlagen sind sehr hübsch anzusehen.</figcaption></figure><p>Kaltehofe ist ein interessanter Ort: Die Insel entstand Ende des 19. Jahrhunderts, als man die Norderelbe begradigte und das Gebiet dabei vom Festland abtrennte. Ab 1893 filterte hier ein Wasserwerk fast hundert Jahre lang Elbwasser für Hamburg, bis die Anlage 1990 stillgelegt wurde. Danach blieb die Insel rund zwei Jahrzehnte sich selbst überlassen, und genau das hat sie zu dem gemacht, was sie heute ist: Tiere und Pflanzen haben das Gelände zurückerobert, die alten Filterbecken wurden zu Brut- und Rastgewässern, es ist wirklich toll und einen Ausflug wert!</p><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/fcd50a9b-f5f8-4663-9a48-b4255763c80c/uploads/images/3yam4aplpy/2Y4A3529.jpg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><p>Inzwischen brüten dort 44 Vogelarten, dazu kommen natürlich noch viele Zugvögel, die an den Becken Päuschen machen. Ein Teil der Insel ist Naturschutzgebiet und bleibt vollständig gesperrt, seit 2011 ist der Rest aber öffentlich zugänglich, so richtigmit Naturlehrpfad, Vogelbeobachtungsplattform und regelmäßigen Führungen, wie der, die wir mitgemacht haben.</p><figure><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/fcd50a9b-f5f8-4663-9a48-b4255763c80c/uploads/images/2vzidsfi5a/2Y4A4168.jpg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><figcaption>Eine Graugans im Flug</figcaption></figure><p>Natürlich habe ich da viele Vögel gesehen, die ich schon getrackt hatte. Die Graugänse waren sehr damit beschäftigt, sich zu Paaren zusammenzufinden und auch zu versuchen, hier und da mal zu prüfen, ob man vielleicht die ein oder andere Gänsedame ausspannen kann, so wie hier. Der Partner der weiblichen Gans fand das nicht so gut und hat den Nebenbuhler direkt verscheucht:</p><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/fcd50a9b-f5f8-4663-9a48-b4255763c80c/uploads/images/wkw4drcczp/2Y4A5505.jpg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><p>Es gibt schön dichtes Schilf, in denen sich Gänse und viele andere Vögel ausruhen, in dem sie aber auch ihre Nester bauen können. Diese Gans hier war mit bloßem Auge fast nicht zu sehen:</p><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/fcd50a9b-f5f8-4663-9a48-b4255763c80c/uploads/images/rbf3ok64fy/2Y4A4111.jpg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><p>Auch Schwäne gab es da …</p><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/fcd50a9b-f5f8-4663-9a48-b4255763c80c/uploads/images/iosuh3odim/2Y4A4041.jpg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><p>… Stockenten, Meisen, und, und, und. Direkt am Anfang der Tour haben wir große Gruppen von Enten gesehen, in denen sich unterschiedliche Arten gemischt haben. Neu dabei waren für mich und meine 2026-Liste auf der Insel:</p><ul><li><p>Brandgans</p></li><li><p>Reiherente</p></li><li><p>Höckerschwan (ja, habe ich echt da erst dieses Jahr protokolliert)</p></li><li><p>Schellente</p></li><li><p>Tafelente</p></li><li><p>Lachmöwe</p></li><li><p>Haubentaucher</p></li><li><p>Austernfischer</p></li><li><p>Kolkrabe</p></li><li><p>Krickente</p></li><li><p>Schnatterente</p></li><li><p>Zwergsäger</p></li><li><p>Blässhuhn</p></li><li><p>Seeadler (den hab ich ja letztes Jahr in Dänemark “freigeschaltet” und sehe ihn seitdem dauernd?!)</p></li><li><p>Zilpzalp</p></li></ul><p>Brandgänse finde ich hier recht interessant, denn sie sieht aus wie eine Ente, doch sie gehört zu den sogenannten Halbgänsen, einer eigenen Unterfamilie der Entenvögel, die tatsächlich irgendwo zwischen Gans und Ente herumeiert. Halbgänse haben die Körperhaltung und Langbeinigkeit von Gänsen, aber gleichzeitig auch typische Entenmerkmale – als die da lang schwammen, dachte mein Hirn direkt: Ah, eine Ente! Ging wohl nicht nur mir so, denn früher hieß die Brandgans in der Literatur deshalb auch noch Brandente.</p><figure><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/fcd50a9b-f5f8-4663-9a48-b4255763c80c/uploads/images/sib33swepy/2Y4A6232.jpg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt="Eine Brandgans beim Start auf dem Wasser"/><figcaption>Eine Brandgans beim Start auf dem Wasser</figcaption></figure><p>Ihr Gefieder ist weiß mit schwarzem Kopf, schwarzen Flügelbändern und einem rostbraunen Brustband, das ihr vermutlich auch den Namen gegeben hat. An der Elbe fühlt sie sich aus gutem Grund wohl: Brandgänse lieben Küsten, Flussmündungen und Wasserbecken mit ruhigem Wasser, und an der Elbe liegt mit dem Großen Knechtsand zwischen Weser- und Elbmündung sogar das weltweit wichtigste Mauserzentrum (ja, sowas gibt’s!) dieser Vogelart. Dorthin pilgern jeden Sommer fast alle Brandgänse der gesamten europäischen Population, weil sie während der Mauser gleichzeitig alle Schwungfedern verlieren und vorübergehend flugunfähig sind. Dann brauchen sie geschützte, nahrungsreiche Flächen, und die gibt es eben dort. Falls du zum Beispiel bei Dithmarschen wohnst, kannst du dir das Spektakel dann anschauen.</p><hr aria-hidden="true"/><p><a href="https://steady.page/de/jasminschreiber/newsletter/sign_up">💌 Neu hier? 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Musste da übertrieben viel rancroppen.</figcaption></figure><figure><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/fcd50a9b-f5f8-4663-9a48-b4255763c80c/uploads/images/gwkpzepmgg/2Y4A6370.jpg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><figcaption>Ein junger Haubentaucher</figcaption></figure><figure><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/fcd50a9b-f5f8-4663-9a48-b4255763c80c/uploads/images/x6vbdurqal/L1021554.jpg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><figcaption>Auch ein Marienkäfer kam zu Besuch, um die Sache mit dem Frühling nochmal deutlich zu unterstreichen</figcaption></figure><figure><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/fcd50a9b-f5f8-4663-9a48-b4255763c80c/uploads/images/pytvrlfboz/2Y4A8327.jpg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><figcaption>Ein Kolkrabe lässt sich auf einem sehr weit entfernten Strommast nieder</figcaption></figure><p>Über den Kolkraben habe ich mich besonders gefreut, denn in weiten Teilen Deutschlands war er lange komplett verschwunden: Als angeblicher “Schädling” (du weißt ja, ich hasse dieses Wort) der Jagd und Landwirtschaft wurde er über Jahrhunderte systematisch verfolgt, mit Schrot, Fallen und Gift ausgerottet, bis um 1940 bei uns in Mitteleuropa fast kein Bestand mehr aufzufinden war. Restbestände gab es nur noch in Schleswig-Holstein, dem Alpenraum und in Teilen Polens. Dass man ihn so gründlich ausrotten wollte, hatte auch mit seinem Ruf zu tun: Der Kolkrabe galt als Unglücksbote, als Begleiter von Tod und Verderben, und sein pechschwarzes Gefieder hat ihm jetzt nicht gerade bei den Vorurteilen der Leute geholfen. Diese Symbolik zieht sich durch Mythen und Sagen quer durch Europa und Nordamerika, von Odins Raben Hugin und Munin bis zum Tower of London, dessen Raben angeblich den Untergang des Königreichs ankündigen, sollten sie je wegfliegen.</p><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/fcd50a9b-f5f8-4663-9a48-b4255763c80c/uploads/images/nojpwtrqay/giphy_%281%29.gif?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><p>Man kennt’s. Mit nachlassender Verfolgung nach dem Zweiten Weltkrieg und gezielten Wiederansiedlungsprojekten in NRW, Thüringen und dem Böhmerwald erholten sich die Bestände langsam auch bei uns. Heute hat der Kolkrabe größere Teile Deutschlands zurückerobert, mit Schwerpunkten im Nordosten, in Mecklenburg-Vorpommern und Brandenburg, aber auch in den Mittelgebirgen und den Alpen. Im Westen und Südwesten gibt es noch Lücken, die Ausbreitung läuft aber weiter, also kannst du dieses super coole Tier vielleicht auch bald wieder beobachten.</p><p>Vielleicht fragst du dich gerade: Okay, wie unterscheide ich eine Krähe von einem Raben? Nun, wir hatten ab und zu einen Raben in einem meiner Gärten als Gast, und ich hab sofort gemerkt, dass es ein Rabe ist, denn die Viecher sind GROSS. Also wirklich richtig groß, sodass man direkt merkt: okay, keine Krähe. Außerdem haben sie diese langen Federn an der Kehle, die so runterhängen, und auch der Schnabel ist massiver als bei den Krähen. Solltest du also mal eine “Krähe” sehen, die irgendwie ungewöhnlich … äh, mächtig? Überwältigend? Verdächtig groß? wirkt: Ist ein Rabe.</p><figure><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/fcd50a9b-f5f8-4663-9a48-b4255763c80c/uploads/images/6o6iahmgy5/2Y4A6735.jpg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><figcaption>Eine angepixelte Lachmöwe auf dem Wasser (war zu weit weg und musste schlimm zuschneiden)</figcaption></figure><figure><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/fcd50a9b-f5f8-4663-9a48-b4255763c80c/uploads/images/eszhcd45ut/2Y4A7498.jpg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><figcaption>Ein verpixeltes Krickentenpärchen (selbes Problem)</figcaption></figure><figure><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/fcd50a9b-f5f8-4663-9a48-b4255763c80c/uploads/images/lvfhfz5geb/2Y4A7674.jpg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><figcaption>Zwei Krickentenmännchen im Flug</figcaption></figure><figure><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/fcd50a9b-f5f8-4663-9a48-b4255763c80c/uploads/images/isknwyybyh/2Y4A8785.jpg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><figcaption>Das war cool: Vorn schwamm ein Stockentenpaar, und im Schlepptau hatten die eine komplett schwarz aussehende Stockente (I guess?). Alles war schwarz, sogar der Schnabel! Man sah darunter auch die typische Stockentenmusterung. Hybrid? Mutation? Beides ein bisschen? Ich fand es auf jeden Fall cool.</figcaption></figure><figure><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/fcd50a9b-f5f8-4663-9a48-b4255763c80c/uploads/images/ovdhu32dmw/2Y4A9245.jpg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><figcaption>Dieser Zwergsäger hat seinen Kopf nach hinten auf dem Rücken abgelegt</figcaption></figure><p>Dass das mit den Vogelfotos nicht so einfach ist, wie es oft scheint, habe ich ja schon öfter erwähnt. Manchmal sind die Tiere einfach zu weit weg oder kommen nicht aus dem Geäst hervor, drehen sich nicht um, fliegen sofort weg, etc. Das sieht man ja auch an einigen der Bilder oben. Manchmal schafft man so einen Shot:</p><figure><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/fcd50a9b-f5f8-4663-9a48-b4255763c80c/uploads/images/wwl2ilqfwv/2Y4A3570.jpg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><figcaption>Ein Blässhuhn hinter einer Schilfrispe</figcaption></figure><p>Oder eben so ein scharfes Portrait:</p><figure><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/fcd50a9b-f5f8-4663-9a48-b4255763c80c/uploads/images/alwnt5rzqs/2Y4A2813.jpg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><figcaption>Ein Teichhuhn</figcaption></figure><p>… und dann kommt man eben nur mit sowas nach Hause, was eher als Beleg denn als irgendwie ansprechendes Foto taugt:</p><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/fcd50a9b-f5f8-4663-9a48-b4255763c80c/uploads/images/lb7bc6mx6n/2Y4A8227.jpg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><p>Das da vorn ist ein Austernfischer. Daneben saß noch ein zweiter. Problem:</p><ol><li><p>Er war sehr sehr sehr weit weg</p></li><li><p>… hinter einem Hügel</p></li><li><p>… und hinter Schilf.</p></li></ol><p>Der Austernfischer be like:</p><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/fcd50a9b-f5f8-4663-9a48-b4255763c80c/uploads/images/nx4kquwkxe/daenerys-mean-girl-face-game-of-thrones.webp?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><p>Cool, thanks, I guess.</p><p>Mit meiner ersten Staren-Sichtung des Jahres lief es ähnlich, der Kollege hat sich ums Verrecken nicht umgedreht und ist dann weggeflogen:</p><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/fcd50a9b-f5f8-4663-9a48-b4255763c80c/uploads/images/43hkp4bn2o/2Y4A6998.jpg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><p>Ok danke.</p><p>Dafür hat sich dieser Kerl endlich gezeigt:</p><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/fcd50a9b-f5f8-4663-9a48-b4255763c80c/uploads/images/xe72kagpym/2Y4A3968.jpg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><p>Vor einigen Jahren (ich glaube, es war im Frühjahr 2022), sprach mich ein älterer Herr beim Vogelbeobachten an und erklärte mir, dass es hier ja den Grünspecht gebe. Ich: Ach super, dann halte ich mal Ausschau!</p><p>Ich hielt also 2022 Aussschau.</p><p>Und 2023.</p><p>Und 2024.</p><p>Und 2025.</p><p>Und 2026 erbarmte er sich und tauchte quasi direkt neben mir an einem Baum auf, so als sei nix gewesen. Ich habe ihn zuerst gehört und dann gesehen, und er saß geduldig da und rief ein bisschen, während ich ihn komplett übertrieben aufgeregt circa drölftausendmal fotografierte. Das war sowieso ein wilder Morgen, denn das war der Morgen, an dem ich das Bussard-Nest fand.</p><p>Ein Mäusebussard-Pärchen brütet einfach am Fluss, wo ich wohne, und ich kann das Nest von meiner Standard-Route aus sehen, bin total ausgeflippt. Joah, und als sei das noch nicht genug, konnte ich sie beim Bau beobachten, und dann haben sie sich VOR MEINER KAMERALINSE GEPAART! Bin fast in Ohnmacht gefallen.</p><figure><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/fcd50a9b-f5f8-4663-9a48-b4255763c80c/uploads/images/gjsbzw5tty/2Y4A1555.jpg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><figcaption>Hier sitzt das Weibchen noch allein auf dem Ast</figcaption></figure><figure><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/fcd50a9b-f5f8-4663-9a48-b4255763c80c/uploads/images/7njvsxomju/2Y4A1608.jpg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><figcaption>... dann kommt er angeflogen und landet auf ihr ...</figcaption></figure><figure><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/fcd50a9b-f5f8-4663-9a48-b4255763c80c/uploads/images/qpx764wplw/2Y4A1619.jpg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><figcaption>&quot;Babe, bist du in Stimmung?&quot;
&quot;Ja, let&#39;s go&quot;</figcaption></figure><figure><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/fcd50a9b-f5f8-4663-9a48-b4255763c80c/uploads/images/opkualazxb/2Y4A1633.jpg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><figcaption>Dann hat er sie bestiegen, und damit hier nicht noch 20 Step-by-Step-Bilder folgen: Sie hat sich dann mit ihm ausgerichtet und ihren Bürzel angehoben, er hat dann das Sperma abgegeben (sieht bisschen aus, wie wenn er kackt), das dann bei ihr hinten über die hochgestreckte Kloake läuft, Zack, Befruchtung!</figcaption></figure><p>Mittlerweile haben wir Nachwuchs (haha, “wir”, aber es sind auch irgendwie meine Küken, oder????), doch: Ich muss mal gucken, ob ich die Jungtiere überhaupt gut ablichten kann. Aber nicht im Nest, denn ich zeige Nester nicht gerne, weil das oft Leute motiviert, loszuziehen und die “süßen Babyvögel” anzugucken und das Nest zu stören.</p><p><strong>Deshalb eine kurze Nestetiquette, wenn wir schon beim Thema sind:</strong></p><ol><li><p>Wir halten Abstand.</p></li><li><p>Und zwar so viel Abstand, dass wir die Eltern nicht aufscheuchen, am besten beobachten wir aus mindestens 20–30 Metern mit dem Fernglas oder dem Teleobjektiv. Wenn ein Altvogel anfängt, uns zu beobachten oder unruhig wird, sind wir schon zu nah. Dann einfach rückwärts und ruhig zurückziehen.</p></li><li><p>Außerdem halten wir unser Maul ums Nest herum. Nein, wir brüllen nicht “JOCHEN, JOCHEN JETZT KOMM DOCH MAL, HIER IST EIN AMSELNEST!!! JO-CHEEEEN! KOMM!”</p></li><li><p>Wir vermeiden mehrfache Besuche, denn selbst kurze Störungen summieren sich. Jedes Mal, wenn ein Elternteil vom Nest wegfliegt, kühlen die Eier aus oder die Küken verlieren Körperwärme. Wenn ein Elternteil jedes Mal aufschreckt, wenn du “mal kurz guckst”, denkt es irgendwann, dass die Stelle nicht sicher ist und kommt nicht mehr wieder.</p></li><li><p>Wir halten Abstand.</p></li><li><p>Wir schneiden kein Geäst frei, um einen besseren Blick zu bekommen, und verändern nichts in der Umgebung des Nests.</p></li><li><p>Wir halten Abstand.</p></li><li><p>Wir erzählen nicht herum, wo man Nester finden kann.</p></li><li><p>Wir posten keine Fotos von aktiven Nestern und von Küken auf Social Media.</p></li><li><p>Wir halten übrigens Abstand.</p></li><li><p>Auf keinen Fall und unter keinen Umständen öffnen wir Nistkästen oder gehen nah ran und fotografieren mit dem Handy durch das Einflugloch. Ich hab da mal so ein Posting auf Reddit gesehen, ich melde sowas in Grund und Boden, damit durch diese absolut enthirnten Aktionen keine anderen Leute motiviert werden, das auch zu tun. Du tötest damit Babyvögel. Willst du Babyvögel töten, um 13 Likes auf Social Media zu kriegen? Nein? Dann mach das nicht.</p></li><li><p>Wir halten verdammt nochmal Abstand.</p></li></ol><p>Was passiert, wenn das Nest zu oft gestört wird: Viele Arten geben das Nest auf, manchmal mitten in der Brutphase. Die Eier oder Küken sterben dann, weil niemand mehr brütet oder füttert. Außerdem lenken häufige Besuche die Eltern von der Nahrungssuche ab, was die Jungen schwächt. Und du gibst halt auch Krähen und anderen Prädatoren mit deinem dauernden Auftauchen an einer Stelle nen guten Tipp, wo man mal nach Küken suchen könnte. Gut für die Krähen, aber vermutlich nicht unbedingt das, was du im Sinn hattest, oder?</p><p>Ein Nest fotografieren ist in Deutschland übrigens auch rechtlich heikel. Vögel während der Brutzeit zu stören ist nach Bundesnaturschutzgesetz verboten, und das gilt ausdrücklich auch für Fotografierende. Das bedeutet: Viel Abstand (habe ich das eigentlich schon erwähnt?) und Teleobjektiv.</p><p>So.</p><p>Ich habe auf jeden Fall eine Menge an Nestern in meiner Umgebung gefunden, unter anderem konnte ich ein Kleiberpärchen dabei beobachten, wie sie ein Nest in einer Baumhöhle mit Rindenstückchen ausgekleidet haben:</p><figure><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/fcd50a9b-f5f8-4663-9a48-b4255763c80c/uploads/images/rixkjebsna/2Y4A4903.jpg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><figcaption>&quot;Hans, kannst du noch mehr Rinde?&quot; - &quot;Okay, Marlies.&quot;</figcaption></figure><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/fcd50a9b-f5f8-4663-9a48-b4255763c80c/uploads/images/xfnetls5hn/2Y4A5291.jpg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><figure><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/fcd50a9b-f5f8-4663-9a48-b4255763c80c/uploads/images/k6woft7o7a/2Y4A5554.jpg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><figcaption>&quot;Was ist denn, Marlies?&quot; - &quot;Kannst du noch ...&quot; - &quot;ja, ja, noch ein bisschen Rinde, schon klar.&quot;</figcaption></figure><figure><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/fcd50a9b-f5f8-4663-9a48-b4255763c80c/uploads/images/pibe7offjg/2Y4A4778.jpg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><figcaption>Never enough Rinde.</figcaption></figure><p>Ich hab auch mehrere Meisennester entdeckt, Ringeltaubennester, Entennester, Schwanennester, Gänsenester, noch mehr Nester, Nester, Nester, und einen Eichhörnchenkobel. Hier siehst du Mama Eichhorn auf Nahrungssuche, sie hat einen festen Weg, den ich mittlerweile kenne:</p><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/fcd50a9b-f5f8-4663-9a48-b4255763c80c/uploads/images/mgnmto3akh/2Y4A8092.jpg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><p>Sehr gefreut habe ich mich dann auch noch über die Sichtung der Singdrossel:</p><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/fcd50a9b-f5f8-4663-9a48-b4255763c80c/uploads/images/scas532i3g/2Y4A7554.jpg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><p>Im April geht es genau so munter weiter, ich habe schon viele tolle neue Arten entdeckt.</p><p>Zusätzlich zu Kaltehofe waren also diese Arten im März noch neu dabei:</p><ul><li><p>Hausrotschwanz</p></li><li><p>Wintergoldhähnchen (das hatte ich ja Ende Dezember in Dänemark gesehen)</p></li><li><p>Grünspecht</p></li><li><p>Singdrossel</p></li><li><p>Star</p></li><li><p>Nebelkrähe</p></li><li><p>Felsentaube</p></li></ul><p>Zum Abschluss noch ein Bild von Liebmaus Lorenz im Café auf Kaltehofe. In diesem Moment weiß er noch nicht, dass er einen Monat später mit Kamera und Teleobjektiv mit mir im Wald stehen und stundenlang einen Grünspecht für seine Life-List im Geäst suchen wird:</p><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/fcd50a9b-f5f8-4663-9a48-b4255763c80c/uploads/images/33furudspy/L1021575.jpg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><p><strong>Bis zum nächsten Vogelupdate!</strong></p><p><strong>Jasmin</strong></p><hr aria-hidden="true"/><p><mark style="background-color: rgb(222, 244, 220); color: inherit">💌 Du willst zeigen, dass dir meine Arbeit etwas wert ist und möchtest gleichzeitig noch tiefer in die Natur einsteigen? Dann werde Mitglied und sichere dir tolle Goodies und Vorteile! 💌</mark></p><p><a href="https://steady.page/de/jasminschreiber/about">❤️ Mitglied werden ❤️</a></p><hr aria-hidden="true"/><p>🌿 Gärtnern für die Artenvielfalt? 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      <category><![CDATA[Heimische Natur]]></category>
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      <pubDate>Wed, 08 Apr 2026 09:32:44 +0000</pubDate>
    </item>
    <item>
      <title><![CDATA[Wasser, Wald und ein neues Gesetz]]></title>
      <description><![CDATA[🌳 Schon einmal von der Wiederherstellungsverordnung gehört? Nein? Say no more, ich erkläre dir, was das ist, und wieso eine Lobby dagegen Stimmung macht! 🌲]]></description>
      <content:encoded><![CDATA[<p><strong>Es gibt ein Gesetz, von dem die meisten Leute noch nie gehört haben, gegen das jedoch abseits vom Blick der Öffentlichkeit ganz schön Stimmung gemacht wird, und zwar durch verschiedene Lobbyverbände. Schauen wir uns an, was da los ist!</strong></p><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/f23c2283-4474-4970-a714-cec4c50cfa85/uploads/images/qbcivshvwm/219BFD4B-0B27-493D-A0FB-E7C680EA0CD4_1_105_c.jpeg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><p>Heute, am 22. März 2026, ist Weltwassertag. Seit 1993 erinnern die Vereinten Nationen an diesem Datum daran, wie kostbar sauberes Wasser ist und wie eng unser Leben an funktionierende Wasserkreisläufe geknüpft ist. Doch unsere Flüsse, Auen und Feuchtgebiete geraten durch die Klimakrise immer mehr unter Druck: längere Hitzeperioden und Dürren, sowie steigendes Hochwasserrisiko machen uns zu schaffen.</p><p>Und genau hier kommt ein europäisches Gesetz ins Spiel, über das in Deutschland gerade eher hinter den Kulissen heftig gestritten wird: die <em>EU-Wiederherstellungsverordnung</em>, kurz <em>W-VO</em>, auf Englisch <em>Nature Restoration Law</em>. Sie betrifft Moore, Flüsse und Agrarlandschaften, und ganz besonders betrifft sie den Wald, denn: Der Wald ist unser größter natürlicher Wasserspeicher. Er filtert Grundwasser, hält Niederschläge in der Landschaft, puffert Hochwasserspitzen ab und schützt vor Erosion. Und da wir in den Medien recht wenig von diesem Gesetz mitbekommen und die Agrar- und Waldbesitzerlobby aber ganz schön viel Aufstand dagegen macht, dachte ich mir, ich erzähle dir heute mal davon.</p><h2>Was die Wiederherstellungsverordnung will</h2><p>Die W-VO trat im August 2024 in Kraft. Ihr Ziel: Geschädigte Ökosysteme in Europa sollen wieder in einen guten Zustand gebracht werden, und zwar verbindlich und ohne fadenscheinige Ausreden, wieso man ja gern würde, das aber nicht gehe und ach, bald bestimmt, ganz bald, bla bla. Bis 2030 sollen die EU-Mitgliedstaaten auf mindestens 20 Prozent ihrer Land- und Meeresflächen Wiederherstellungsmaßnahmen beginnen, und bis 2050 soll das auf alle geschädigten Ökosysteme ausgeweitet werden. Die Verordnung adressiert Wälder, Moore, Flüsse, Agrarlandschaften, Meere und auch Städte, denn auch hier finden wir eine Menge Natur. Und dass das Gesetz kommt, ist wirklich bitter nötig.</p><p>In der Europäischen Union befanden sich 2018 bereits 81 Prozent der geschützten Lebensräume in einem miesen Zustand. In Deutschland sind über 60 Prozent der Wälder nicht naturnah, denn das meiste ist Wirtschaftswald, also Forst. Die vierte Bundeswaldinventur von 2022 zeigt ziemlich klar, was schief läuft: Gerade mal 38 Prozent unserer Wälder haben eine naturnahe oder sehr naturnahe Baumarten-Zusammensetzung. Der Rest ist mehr oder weniger stark vom Menschen geprägt. Statt Buchen und Eichen, die hier von Natur aus wachsen würden, stehen auf fast der Hälfte der Fläche Kiefern und Fichten, die irgendwann mal gepflanzt wurden, weil sie schnell wachsen und gutes Bauholz liefern. Die Fichte hat seit 2012 rund 17 Prozent ihrer Fläche verloren, weil ihr Hitze, Dürre und dadurch dann auch der Borkenkäfer seit 2018 ordentlich zusetzen. Und seit 2017 gibt der deutsche Wald sogar mehr CO₂ ab, als er aufnimmt. Er ist damit von der Kohlenstoffsenke zur Kohlenstoffquelle geworden. Es gibt also viel zu tun, und dieses neue Gesetz soll da anpacken.</p><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/f23c2283-4474-4970-a714-cec4c50cfa85/uploads/images/nh43h7ag6d/F9A397DC-26B4-4F0E-B9D6-AA8F3B50CF96_1_105_c.jpeg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><p>Die Verordnung gehört zum <em>EU Green Deal</em> und setzt völkerrechtliche Verpflichtungen um, die die EU und ihre Mitgliedstaaten aus dem Pariser Klimaschutzabkommen 2015 und dem Globalen Biodiversitätsrahmen von Kunming-Montreal 2022 eingegangen sind. Ihre Ziele überraschen also wenig. Dass sie verbindlich sind, ist aber neu, denn vorher war das alles eher so Wischiwaschi.</p><h2>Was das neue Gesetz für unseren Wald bedeutet</h2><p>Für den Wald verfolgt die W-VO drei zentrale Ziele:</p><ol><li><p><strong><mark style="background-color: rgb(222, 244, 220); color: inherit">Erstens sollen die bestehenden Wald-Schutzgebiete verbessert werden.</mark></strong> Viele der Vorgaben gelten für die sogenannten <em>Natura-2000-Gebiete</em>. Das ist ein europaweites Netz aus Schutzgebieten, das die EU seit den 1990er-Jahren aufgebaut hat, um bedrohte Lebensräume und Arten zu schützen. Die Grundlage dafür liefert die <em>Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie</em> (kurz <em>FFH-Richtlinie</em>), die festlegt, welche Lebensraumtypen und Tier- und Pflanzenarten in Europa geschützt werden müssen. In Deutschland liegen rund 17 Prozent der Waldfläche in solchen FFH-Gebieten.</p></li><li><p><strong><mark style="background-color: rgb(222, 244, 220); color: inherit">Zweitens sollen Wälder klimafester werden.</mark></strong> Naturnahe und artenreiche Wälder können der Klimakrise besser trotzen. Indikatoren wie das Vorkommen von Waldvögeln, der Totholzanteil oder der Vernetzungsgrad von Waldflächen zeigen, wie vital ein Wald ist und wie gut er mit den sich verändernden Bedingungen klarkommt.</p></li><li><p><strong><mark style="background-color: rgb(222, 244, 220); color: inherit">Drittens soll das Artensterben aufgehalten werden.</mark></strong> Arten wie die Mopsfledermaus, der Luchs und der Schwarzstorch und Zehntausende andere brauchen genug Lebensraum, Fortpflanzungs- und Ruhestätten, um langfristig zu überleben.</p></li></ol><p>In Deutschland unterscheidet man 19 verschiedene Waldtypen, die unter europäischem Schutz stehen. Wie eben schon erwähnt machen sie knapp 17 Prozent der Waldfläche aus, also rund 1,8 Millionen Hektar. Über 70 Prozent davon gehören dem Bund, den Ländern oder den Kommunen. Gut drei Viertel dieser geschützten Waldfläche sind Buchenwälder, und denen geht es vergleichsweise gut: Laut dem Bundesamt für Naturschutz haben sie entweder schon einen guten Zustand erreicht oder bewegen sich in die richtige Richtung. Anders sieht es bei Eichen-, Moor- und Auwäldern aus, die dringend Hilfe brauchen.</p><p>Vielleicht fragst du dich gerade: Wie misst man überhaupt, ob es einem Wald gut geht? Die W-VO greift dafür auf Werkzeuge zurück, die in Deutschland schon lange im Einsatz sind: die Bundeswaldinventur, von der ich die obigen Zahlen habe, die Bodenzustandserhebung und das Vogelmonitoring des Dachverbands Deutscher Avifaunisten. Durch gemeinsame Anstrengungen sollen die Werte bei diesen Messgrößen bis 2030 nach oben gehen. Die gute Nachricht: In vielen Regionen tut sich bereits etwas. Der Totholzanteil steigt, die Baumartenvielfalt wächst, und auch der Waldvogelindex zeigt nach oben, wir sind also auf dem richtigen Weg – müssen den aber eben auch durchhalten.</p><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/f23c2283-4474-4970-a714-cec4c50cfa85/uploads/images/cj3akk4yty/1B0E5599-F721-46CD-A25E-54E00F32976C_1_105_c.jpeg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><h2>Der Aufstand der Forst- und Agrarlobby</h2><p>Wer die Debatte um die W-VO verfolgt, stößt auf heftige Kritik aus der Land- und Forstwirtschaft, picture me shocked. Im Januar 2026 starteten die <em>AGDW</em> (<em>Arbeitsgemeinschaft Deutscher Waldbesitzerverbände</em>) und die <em>Familienbetriebe Land und Forst</em> die Kampagne #LandschafftZukunft! mit einer klaren und kompromisslosen Botschaft, die mich so gar nicht überrascht: „No Deal zur W-VO.&quot;</p><p>Der AGDW-Präsident sagte zum Kampagnenstart sinngemäß, die Verordnung gehe von einem verfehlten Ansatz aus, weil sie den Klimawandel und die dynamischen Veränderungen an den Standorten zu wenig berücksichtige und ein „Zurück zu historischen Lebensräumen&quot; verordne. Der Bundesvorsitzende der Familienbetriebe Land und Forst sprach von einem „unkontrollierbaren Bürokratiemonster&quot; und warnte vor Flächenstilllegungen, praxisfernen Auflagen und steigenden Preisen für Verbraucher:innen. Elf Bundesländer meckerten auf der Agrarministerkonferenz im Herbst 2025 über unter anderem fehlende finanzielle Ausstattung, unrealistische Zeitvorgaben und kontraproduktive Folgen für Klimaanpassungsmaßnahmen im Wald. Ebenfalls wenig überraschend: Unionsgeführte Landwirtschaftsressorts der Länder setzen sich auch auf europäischer Ebene für eine komplette Aufhebung der Verordnung ein. Der NABU vergab dafür Ende 2025 den Schmähpreis „Dinosaurier des Jahres&quot; an die Agrarministerinnen und -minister der Union. Zu Recht.</p><p>Aber schauen wir uns die Kritik mal genauer an.</p><hr aria-hidden="true"/><p><a href="https://steady.page/de/jasminschreiber/newsletter/sign_up">💌 Neu hier? Jetzt diese Naturkolumne kostenlos abonnieren!💌</a></p><hr aria-hidden="true"/><h2>Der Faktencheck: Wie starr ist die Verordnung wirklich?</h2><p>Ein vom NABU beauftragtes Rechtsgutachten, das gerade veröffentlicht worden ist, kommt zu einem differenzierten Ergebnis. Ich gehe jetzt im Einzelnen auf die Vorwürfe ein, let’s go:</p><ul><li><p><strong>Es geht um Zwang und Kontrolle!</strong><br/>Es wird gezeigt, dass die W-VO als sogenanntes „Politikplanungsrecht&quot; konstruiert ist. Das bedeutet: Sie gibt verbindliche Ziele vor, überlässt den Mitgliedstaaten aber die Wahl der Mittel. <mark style="background-color: rgb(222, 244, 220); color: inherit">Deutschland kann selbst entscheiden, ob es auf Förderprogramme, freiwillige Teilnahme, Vertragsnaturschutz oder ordnungsrechtliche Instrumente setzt. </mark>Das ist ganz wichtig, zu wissen, denn ich finde, gerade hier gibt es so viele Missverständnisse – gewollt oder ungewollt? Vermutlich beides, denke ich.</p></li><li><p><strong>Die W-VO verhindert den Waldumbau!</strong><br/><mark style="background-color: rgb(222, 244, 220); color: inherit">Äh … ne … also das finde ich komplett absurd, denn das Gegenteil trifft zu, Waldumbau ist ja gerade das </mark><em><mark style="background-color: rgb(222, 244, 220); color: inherit">Ziel</mark></em><mark style="background-color: rgb(222, 244, 220); color: inherit">! </mark>Was für ein Gaslighting von der Lobby, kann man sich nicht ausdenken. Die Entwicklung naturnaher und stabiler Mischwälder ist ausdrücklicher Bestandteil der Verordnung. Sie beschreibt konkrete Zielsysteme und Indikatoren dafür auf nationaler Ebene, und Waldbesitzende behalten ihre Entscheidungsspielräume, an den gesetzlichen Rahmenbedingungen auf Betriebsebene ändert sich durch die Verordnung erst mal nix.</p></li><li><p><strong>Es geht um eine total unrealistische Rückkehr zu historischen Zuständen, und die durch den Klimawandel aufgetretene Veränderung der natürlichen Ökosysteme wird nicht berücksichtigt!</strong><br/>Die W-VO berücksichtigt den Klimawandel natürlich, die Leute, die das Gesetz entworfen haben, sind ja nicht umnachtet. <mark style="background-color: rgb(222, 244, 220); color: inherit">Das Gesetz existiert ja genau wegen der Klimakrise und des Klimawandels überhaupt erst, und es gibt Ausnahmen von den Wiederherstellungszielen, wenn diese aufgrund „unvermeidbarer Veränderungen des Lebensraums&quot; durch die Klimakrise unerreichbar sind.</mark> Außerdem müssen die Mitgliedstaaten bei der Planung prognostizierte Veränderungen der Umweltbedingungen einbeziehen. Die Verordnung erweitert den Rechtsrahmen für die Verschiebung von Lebensraumtypen sogar. Bestehende Lebensräume können also zu den Ökosystemen weiterentwickelt werden, die sich mit der Klimaerwärmung an einem Standort etablieren. Gleichzeitig gilt: Die Vergrößerung und Vernetzung von Lebensräumen bleibt die wirksamste Absicherung gegen die Klimakrise.</p></li><li><p><strong>Man darf nur heimische Baumarten verwenden, die aber hier teilweise nicht mehr gut zurechtkommen!</strong><br/>Die Definition von „heimischen Baumarten&quot; in der Verordnung ist weit gefasst. Sie umfasst Arten, die natürlicherweise oder potenziell in einem Gebiet vorkommen. <mark style="background-color: rgb(222, 244, 220); color: inherit">Damit berücksichtigt sie, dass sich Verbreitungsgebiete durch die Klimakrise verändern können. </mark>Die Verordnung misst den Fortschritt beim Waldschutz unter anderem am Indikator „Anteil der Wälder mit überwiegend heimischen Baumarten&quot;. Damit ein Waldbestand in diese Kategorie fällt und positiv in die nationale Bilanz eingeht, reichen bereits 50 Prozent heimische Baumarten. Momentan liegt der Anteil nicht-heimischer Baumarten in Deutschlands Wäldern laut Bundeswaldinventur bei etwa 5 Prozent. Hier ist ein Punkt kritikwürdig: Ein Wald, in dem jeder zweite Baum gebietsfremd ist, gelte nach der Verordnung noch als „Wald mit überwiegend heimischen Baumarten&quot;. Das ist absurd, und auch der NABU sagt, das sei zu großzügig. Aus wissenschaftlicher Sicht schwächt eine so starke Durchmischung mit gebietsfremden Arten die Resilienz von Waldökosystemen, weil Pilze, Insekten und andere Organismen auf heimische Baumarten angewiesen sind und mit den ganzen fremden Bäumen oft nichts anfangen können.</p></li><li><p><strong>Das neue Gesetz ist ein Bürokratiemonster!</strong></p><p>Chill. Die Verordnung verpflichtet in erster Linie die Mitgliedstaaten. Für Waldbesitzende entstehen aus der nationalen Pflicht, sich ein bisschen mehr anzustrengen, keine direkten Pflichten oder Berichtspflichten. Wie einfach oder kompliziert die konkreten Angebote werden, hängt davon ab, wie Bund, Länder und Kommunen die Umsetzung gestalten, also wäre es sinnvoll, da zu lobbyieren, statt direkt die Abschaffung zu fordern. Denn Bürokratie entsteht vor allem bei den Behörden, die den Nationalen Wiederherstellungsplan erarbeiten und das Monitoring durchführen. Dort ist der Aufwand real, aber nötig, um europäische Vergleichbarkeit und Transparenz zu gewährleisten, aber als Waldbesitzerin (die ich nicht bin, lol) hätte ich damit eh nix zu tun.</p></li></ul><p>Dieser Beißreflex ist so typisch und so nervig, und wie so oft gibt es einen Hotspot an Kritik nicht nur in den unionsgeführten Gebieten, sondern ganz konkret Bayern mit der CSU macht da immer Probleme, egal, um welches Naturschutzthema es gibt. Das muss ich mal so konkret aussprechen, <a href="https://steady.page/de/jasminschreiber/posts/b5fbcb61-38ad-4def-922e-56b0d5eb0799">und wir haben das Drama ja schon beim Otter gesehen</a>. Es ist vor allem so unlogisch, denn Naturschutz ist eben auch Heimatschutz, und Letzteren schreibt sich die CSU doch so gern auf die Fahne. I don’t get it.</p><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/f23c2283-4474-4970-a714-cec4c50cfa85/uploads/images/zbyyf2aclr/EF1F7651-1F43-44A5-A5B0-FB1E868F31E9_1_105_c.jpeg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><h2>Welche Chancen die Verordnung bietet</h2><p>Wenden wir uns von den Meckerern ab und schauen mal, welches Potenzial in dem neuen Gesetz liegt. Die Wissenschaft ist sich mittlerweile weitgehend einig: Biodiversität erhöht die ökologische Stabilität und Klimaresilienz von Wäldern, reduziert damit eeeeben auch wirtschaftliche/betriebliche Risiken und zahlt sich mittel- bis langfristig dadurch auch ökonomisch aus. Das ist wichtig für Leute, denen die Natur am Arsch vorbeigeht, die aber Geld richtig lieb haben, deswegen erwähne ich das hier. Wälder, die vielfältig an Strukturen, Arten und genetischer Ausstattung sind, widerstehen Schadfaktoren besser und halten unter hoher klimabedingter Unsicherheit mehr Zukunftspfade offen. Sie bieten der Forstwirtschaft also wertvolle Handlungsoptionen, und Leute, die Rendite, die Rendite!! Denkt denn niemand an die Rendite, die dadurch möglich wird?</p><p>Die W-VO bietet Waldbesitzerinnen und Waldbesitzern die Chance, die notwendige Weiterentwicklung ihrer Wälder und deren nachhaltige Bewirtschaftung im Klimawandel über Jahrzehnte hinweg aktiv mitzugestalten, statt irgendwas Top-Down verordnet zu bekommen. Sie schafft die bislang fehlende gesetzliche Grundlage für einen jahrzehntelangen gesellschaftlichen Planungsfokus, bei dem die forstliche Produktivität eben ausdrücklich als Ökosystemleistung zählt, und mit der man dann natürlich verantwortungsvoll umgehen sollte. Und es gibt ja so viele neue Förderprogramme, es gibt ökologische Leistungen, die finanziell belohnt werden, Man kriegt Kohle für CO2-Speicherung, und, und, und. Waldbesitzende lassen sich von ihren ewiggestrigen Verbänden so dermaßen an der Nase herumführen, dass die gar nicht raffen, wie viel mehr Kohle die machen könnten, das ist echt traurig. Naturnähe zahlt sich langfristig aus, weil Wälder widerstandsfähiger werden und Erträge stabiler ausfallen, und will man seinen Nachkommen nicht einen Wald im guten Zustand hinterlassen? Denn ein größeres Spektrum an künftigen Nutzungsoptionen sichert auch die Freiheit nachfolgender Generationen.</p><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/f23c2283-4474-4970-a714-cec4c50cfa85/uploads/images/xsitf37fls/5622A564-9E51-42BC-81C6-D497DB117302_1_102_o.jpeg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><h2>Wo es gerade hakt</h2><p>So weit die Theorie. In der Praxis steckt die Umsetzung fest, ja, ich weiß, du bist jetzt bestimmt sehr überrascht, vielleicht ist die ja mit der Deutschen Bahn unterwegs. Mega Brüller, I know.</p><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/f23c2283-4474-4970-a714-cec4c50cfa85/uploads/images/t65uzfpw3w/Bildschirmfoto_2026-03-22_um_17.58.11.png?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><p>Der vom Bundesumweltministerium vorgelegte Entwurf eines nationalen Durchführungsgesetzes kommt im Kabinett nicht voran, weil das Bundeslandwirtschaftsministerium eine Befassung blockiert. Die Vorarbeiten für den Nationalen Wiederherstellungsplan, den Deutschland bis September 2026 bei der EU-Kommission vorlegen muss, laufen zwar irgendwie, aber ein auch nur ansatzweise konstruktiver Dialog zwischen Naturschutz- und Landwirtschaftsseite findet bisher leider kaum statt.</p><p>Und auch auf Länderebene bekleckern wir uns nicht mit Ruhn. Einzelne Bundesländer verschimmeln in Passivität, Brandenburg etwa erklärte im Dezember 2025, ohne einen fertigen Nationalen Wiederherstellungsplan und ohne Finanzierungszusagen von EU und Bund keine eigene Planung entwickeln zu können. Diese Haltung verkennt, so das Rechtsgutachten des NABU, den Kern der Verordnung: Sie ist ja als „Work in Progress&quot; konstruiert, nicht als fertiges Klein-Klein-Regelwerk. Die Etappenziele für 2030, 2040 und 2050 müssen schrittweise erreicht werden, und die Kontrolle darüber, wie wir dahinkommen, liegt eben bei uns. Ist leider so ein bisschen das Behördendrama: Wenn niemand genau sagt, was wie exakt in jedem Detailschritt gemacht werden muss und wer dafür zuständig ist, passiert nüscht.</p><p>Dennoch: Sollte ein kooperativer Prozess scheitern, müssen die Mitgliedstaaten laut Gutachten trotzdem Wiederherstellungsflächen festlegen, komme was wolle. Dann allerdings <em>ohne</em> Mitsprache der Forstwirtschaft und mit höherem Konfliktpotenzial. Klassischer Fall von: Wenn du nicht aktiv wirst beginnst, eine Lösung zu suchen, wird dir irgendwann eine Lösung vorgesetzt, und die Wahrscheinlichkeit, dass die dir dann wirklich gar nicht gefällt, ist sehr hoch.</p><h2>Wasser, Wald und Zukunft</h2><p>Ob die Verordnung ihr Potenzial entfaltet, hängt davon ab, wie wir als Land die Umsetzung über die Bühne bringen. Die Spielräume sind da. Die Fördermöglichkeiten sind da. Was fehlt, ist der politische Wille, den Prozess konstruktiv aufzunehmen, und die Bereitschaft aller Beteiligten, eigene Vorschläge einzubringen … und auch etwas mehr Gelassenheit, denn durch all das Geschrei, das die Verbände von sich geben, merken die gar nicht, dass das eigentlich auch für die eine gute Sache wäre, denn die EU-Wiederherstellungsverordnung ist kein Angriff auf die Forstwirtschaft, sondern die (vielleicht sogar einzige?) Chance, auch in 50 Jahren noch etwas den Kindern vererben zu können, das nicht einfach ein Haufen Schadholz ist.</p><p>Vielleicht checken sie es ja noch.</p><p>Bis zum nächsten Mal</p><p>Jasmin</p><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/f23c2283-4474-4970-a714-cec4c50cfa85/uploads/images/nhbeq6mwi5/9D466EBA-8E3C-4CC4-9C68-64155CA1DF6F_1_105_c.jpeg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><hr aria-hidden="true"/><p>🌿 Wenn dir meine Arbeit etwas gibt – sei es Wissen über Natur, neue Perspektiven oder einfach Freude an kleinen Beobachtungen – dann kannst du mich mit einer Mitgliedschaft unterstützen! Als Selbstständige gibt&#39;s kein Gehalt pünktlich am 1. des Monats und auch keinen Inflationsausgleich. Schreibers Naturarium lebt davon, dass ich Zeit in Recherche, ins Zeichnen und Schreiben stecke. Als Mitglied hilfst du mir, das langfristig weiterzumachen. Und je nach Paket gibt&#39;s kleine Extras, digitale Goodies oder sogar echte Post! ☺️💌</p><p><a href="https://steady.page/de/jasminschreiber/about">Mitglied werden</a></p><hr aria-hidden="true"/><p>🌿 Gärtnern für die Artenvielfalt? Abonniere meine kostenfreie Gartenkolumne, <a href="https://steadyhq.com/de/hortarium/about">in der wir auf Balkonen, im Garten und auf der Fensterbank naturnah gärtnern»</a></p><p>🎙️ Höre meinen Biologie-Podcast <a href="https://bugtales.fm/">beim Podcastanbieter deiner Wahl</a>»</p><p><strong>Ich würde mich auch freuen, wenn du mir auf Social Media folgst:</strong><br/>👩🏻‍🌾 Garten-Updates: <a href="https://www.instagram.com/insektengarten">Mein Garten-Account auf Instagram</a>»<br/>📗 Mein normaler <a href="https://www.instagram.com/lavievagabonde">Instagram-Account als Autorin»</a><br/>🌤️ <a href="https://bsky.app/profile/schreibersnaturarium.de">Mein Account auf Bluesky</a>»<br/>🦣 <a href="https://chaos.social/@lavievagabonde">Mein Account auf Mastodon</a>»</p><hr/><p>Quellen</p><p>ARD-aktuell. „Umweltnegativpreis für Agrarminister der Union.“ <a href="http://tagesschau.de/"><em>tagesschau.de</em></a>, 29. Dezember 2025.</p><p>Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL), <em>Der Wald in Deutschland: Ausgewählte Ergebnisse der vierten Bundeswaldinventur</em> (Bonn: BMEL, 2024).</p><p>Ionis, Alexander. <em>Zum Rollout der EU-Wiederherstellungsverordnung: Mitgliedstaatliche Umsetzungs-Governance und Zusammenspiel von Rechtspflicht und Gestaltungsoffenheit</em>. Rechtsgutachten im Auftrag des Naturschutzbundes Deutschland e.V. (NABU). Würzburg: Baumann Rechtsanwälte, 2026.</p><p>Ministerium für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft Baden-Württemberg. „EU-Verordnung zur Wiederherstellung der Natur.“ 8. Oktober 2025.</p><p>NABU Bundesverband. <em>Zukunft für Waldnatur und Wirtschaft: Die Wiederherstellungsverordnung: Chance für unsere Wälder und den ländlichen Raum</em>. Policy Brief, März 2026. Berlin: NABU, 2026.</p><p>Unser Green Deal. „Land- und Forstwirtschaft appelliert an die Bundesregierung: Sichere Versorgung, stabile Preise und Klimaschutz in Gefahr / Verbände starten gemeinsame Kampagne zur Wiederherstellungsverordnung.“ <em>Süddeutsche Zeitung (</em><a href="http://sz.de/"><em>SZ.de</em></a><em>)</em>, 16. Januar 2026. <em>ACHTUNG, für dich zur Info, falls du das hier liest: Das ist eine bezahlte Anzeige gewesen und kein redaktioneller Artikel. Habe das für die Gegenargumente der Lobby recherchiert.</em></p>]]></content:encoded>
      <category><![CDATA[Biodiv., Klima, Umwelt]]></category>
      <media:content type="image/jpeg" url="https://assets.steadyhq.com/production/post/f23c2283-4474-4970-a714-cec4c50cfa85/uploads/images/qbcivshvwm/219BFD4B-0B27-493D-A0FB-E7C680EA0CD4_1_105_c.jpeg?auto=format&amp;h=787&amp;w=1400&amp;fit=fill&amp;fm=jpg&amp;crop=faces" medium="image"/>
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      <pubDate>Sun, 22 Mar 2026 17:41:21 +0000</pubDate>
    </item>
    <item>
      <title><![CDATA[Vogelupdate Februar]]></title>
      <description><![CDATA[🪿 Im Februar kam eine neue Art dazu, doch der März hat schon seinen Schatten voraus geworfen ...! 🦅]]></description>
      <content:encoded><![CDATA[<p><strong>Willkommen zum Vogelupdate im Februar, das ich erst nicht machen wollte, dann aber doch. Ha. Also: Los geht’s!</strong></p><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/3b813d63-1073-4c2a-a397-eb9e3f4f7db9/uploads/images/dhkfwx3atl/Unbenanntes_Projekt.png?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><p>Das Vogelupdate kommt jetzt mit Verspätung, weil ich viel auf Tour bin und im Februar deshalb gar nicht zum Birden kam … Deshalb dachte ich: Mann, das interessiert dann doch niemanden, aber dann dachte ich: Ha, ne Quatscht, eigentlich ja voll gut. Denn daran sieht man, dass es eben so ein Auf und Ab ist! Seit März geht es vogelmäßig bei mir wieder richtig ab, aber im Februar war alles eher ruhiger.</p><p>Ich war ja wieder eine Woche im Wald, und da habe ich eigentlich nur bekannte Gesichter gesehen. Meisen, Rotkehlchen, Amseln, Krähen, der Bussard – all die üblichen Verdächtigen eben. Doch eine Art habe ich neu entdeckt, und die hatte ich zuvor noch nie gesehen. Gleich mehr dazu!</p><p><a href="https://steady.page/db21f24b-40e6-4c6e-befe-eaa5884eed34/posts/3b813d63-1073-4c2a-a397-eb9e3f4f7db9">Auf Steady weiterlesen</a></p>]]></content:encoded>
      <category><![CDATA[Heimische Natur]]></category>
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      <pubDate>Tue, 10 Mar 2026 07:55:21 +0000</pubDate>
    </item>
    <item>
      <title><![CDATA[Wallpaper März 26]]></title>
      <description><![CDATA[Wenn du eine Elch-, Sperling- oder Wal-Mitgliedschaft hast, findest du hier das Hintergrundbild für den aktuellen Monat! ❤️]]></description>
      <content:encoded><![CDATA[<p>Wenn du eine Elch-, Sperling- oder Wal-Mitgliedschaft hast, findest du hier normalerweise die Hintergrundbilder für Desktop und Handy für den aktuellen Monat! ❤️ Dieses Mal gibt es die aber für alle, denn ab und zu kriegen ja auch Nicht-Mitglieder das ein oder andere Goodie. Viel Spaß!</p><p><a href="https://www.dropbox.com/scl/fo/x2ruhbdidir0p2xwkh32o/AB2yHxfPbHPQBMu71dJkLeg?rlkey=hhvvyf6vizmqei2701qdod7en&amp;dl=0">Wallpaper herunterladen</a></p><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/5667b30a-95f9-45bc-a55a-e73ed94033b2/uploads/images/knwyl2zocg/Desktop1.png?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/>]]></content:encoded>
      <category><![CDATA[Wallpaper & E-Goodies]]></category>
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      <pubDate>Tue, 10 Mar 2026 07:08:11 +0000</pubDate>
    </item>
    <item>
      <title><![CDATA[Pflanze des Monats Februar 2026]]></title>
      <description><![CDATA[🌿 Die Pflanze des Monats Januar 2026 ist das Schneeglöckchen! 🌸]]></description>
      <content:encoded><![CDATA[<p><strong>Das Schneeglöckchen ist die Pflanze des Monats! Wusstest du, dass britische Soldaten im Krimkrieg die Schneeglöckchen-Zucht ins Rollen brachten und dass die Zwiebel einen Wirkstoff enthält, der gegen Alzheimer hilft? Das und mehr erfährst du hier.</strong></p><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/0124dab2-b6e0-47eb-8f1f-2ebdb84d9823/uploads/images/ak7k2larbu/IMG_0730.PNG?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><p><strong>Bild in verschiedenen Versionen (unter anderem zum Ausmalen in schwarz-weiß) herunterladen:</strong></p><p><a href="https://www.dropbox.com/scl/fo/kv7ao9cnurbvdo2qxmn5c/AIw5RKPKWCNdrgTPgOQE6eI?rlkey=uvfhrj92udjllgpx1k4vv7rfp&amp;dl=0">Herunterladen</a></p><p><em>Hinweis: Erstens habe ich vergessen, dass der Februar nur 28 Tage hat, deshalb war die Pflanze des Monats für heute, Sonntag terminiert … leider der erste März, ähem.</em></p><p><em>Und da ich versehentlich heute den Beitrag über die Parthenogenese mit Paywall verschickt habe und heute eigentlich ein kostenfreier Beitrag drangewesen wäre, gibt es dafür jetzt eben die Pflanze des Monats für alle und nicht nur für Mitglieder (ist normalerweise eine Rubrik für Unterstützer:innen).</em></p><hr aria-hidden="true"/><p><strong>Name:</strong></p><p>Schneeglöckchen (<em>Galanthus nivalis</em>)</p><p><strong>Lebensraum:</strong></p><ul><li><p>Liebt Halbschatten unter Laubbäumen</p></li><li><p>Braucht feuchte, humusreiche Böden</p></li><li><p>Muss seinen Lebenszyklus abgeschlossen haben, bevor die Bäume ihre Blätter austreiben</p></li></ul><p><strong>Verbreitung:</strong></p><ul><li><p>Ursprünglich in Südwestdeutschland, Österreich, der Schweiz, Frankreich, Italien und auf dem Balkan heimisch</p></li><li><p>In Norddeutschland und England eine eingebürgerte Stinsenpflanze, oft aus Obst- und Klostergärten verwildert</p></li></ul><p><strong>Lebensweise und besondere Skills:</strong></p><ul><li><p>Enthält das Alkaloid Galantamin, einen zugelassenen Wirkstoff gegen Alzheimer-Demenz</p></li><li><p>Lässt sich von Ameisen verbreiten, die seine Samen verschleppen</p></li></ul><hr aria-hidden="true"/><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/0124dab2-b6e0-47eb-8f1f-2ebdb84d9823/uploads/images/qol4uv7uga/47472037-B516-4E26-BF80-DE0337559478_1_201_a.jpeg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><p>Das Schneeglöckchen gehört zu den ersten Pflanzen, die sich im Februar aus dem Boden schieben, oft noch durch letzte Schneereste hindurch. Die Zwiebel speichert über den Sommer Energie in Form von Kohlenhydraten. Im zeitigen Frühjahr treibt die Pflanze damit aus, noch bevor die Laubbäume ihre Blätter entfalten. In diesem kurzen Zeitfenster, in dem Licht ungehindert auf den Wald- oder Gartenboden fällt, muss es seinen gesamten Lebenszyklus durchziehen: austreiben, blühen, bestäuben lassen, Samen bilden, Vorräte einlagern. Wenn im Juni das Blätterdach der Bäume sich schließt, ist das Schneeglöckchen längst wieder verschwunden. Diese Strategie teilt es mit vielen Frühblühern, und sie erklärt, warum du es fast ausschließlich unter Laubgehölzen findest.</p><p>In eher milden Jahren dauert es meist nicht all zu lange, bis die ersten Honigbienen auftauchen. Diese Bienen gehören zu den frühesten Bestäuberinnen des Jahres und nutzen jede milde Phase, um Nahrung zu sammeln. Für unser Auge wirken die Blüten schlicht weiß. Für Bienen zeigen sie jedoch mehr: Die Kronblätter werfen ultraviolettes Licht zurück, das Insekten wahrnehmen können. So heben sich die Blüten selbst dann deutlich vom Hintergrund ab, wenn drum herum noch Schnee liegt. Viel Nektar finden die Tiere dort eher nicht. Schneeglöckchen investieren sparsam in Zuckerwasser, stellen jedoch Pollen bereit. Für die Honigbienen zählt dieser Pollen als wertvolle Eiweißquelle, mit der sie ihre erste Brut versorgen können.</p><p>An wärmeren Tagen besuchen auch gern überwinternde Schmetterlinge die Blüten. Arten wie der Zitronenfalter, der Kleine Fuchs oder das Tagpfauenauge verbringen den Winter als erwachsene Tiere und starten bei den ersten Sonnenstrahlen in die neue Saison. Bisher habe ich noch keine gesehen, das dürfte aber auch nur noch eine Frage der Zeit sein!</p><h2>Wenn es zur Obsession wird …</h2><p>Das Kleine Schneeglöckchen, <em>Galanthus nivalis</em>, ist die einzige in Mitteleuropa heimische Art. Sein natürliches Verbreitungsgebiet erstreckt sich von Südwestdeutschland über Österreich und die Schweiz bis nach Frankreich, Italien und den Balkan. Dort wächst es in lichten Auwäldern und feuchten Laubmischwäldern, bevorzugt auf eher kalkhaltigen Böden.</p><p>Hier bei uns im Norden erzählt sein Vorkommen eine ähnliche Geschichte wie die der <a href="https://steady.page/de/jasminschreiber/posts/dca71ddc-2e30-4333-aba5-b95ef9c89895">Schachblume</a>: Im nördlichen Mitteleuropa ist <em>Galanthus nivalis</em> ein Neophyt, also eine Pflanze, die ursprünglich dort gar nicht wächst. Wo du in Norddeutschland große Schneeglöckchenbestände findest, standen früher oft Herrenhäuser, Gutshöfe, Pastorate oder Klöster mit ihren Gärten. In der Botanik gelten solche verwilderten Zierpflanzen als <em>Stinsenpflanzen</em>, was wir uns bei der Schachblume ja schon genauer angeschaut hatten: lebende Kulturrelikte, die verraten, wo einst jemand einen Garten pflegte. In England, wo Schneeglöckchen außerhalb der Gärten erst ab 1770 nachgewiesen sind, verwilderten sie vermutlich speziell aus Klostergärten. Dort galt die Pflanze als Symbol für Reinheit und Hoffnung, verbunden mit der Jungfrau Maria. Im Englischen heißt sie deshalb auch „Candlemas Bell&quot;, weil sie traditionell um Lichtmess am 2. Februar blüht.</p><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/0124dab2-b6e0-47eb-8f1f-2ebdb84d9823/uploads/images/wjbexzs2bn/273F0838-C28A-4D99-9810-EC4684A953C4_1_105_c.jpeg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><p>Einen Wendepunkt für die Schneeglöckchenwelt markierte ausgerechnet ein Krieg. Nach dem Krimkrieg (1853 bis 1856) brachten britische Soldaten Zwiebeln von <em>Galanthus plicatus</em> von der Halbinsel Krim mit nach England. Dort kreuzten sich die mitgebrachten Pflanzen mit dem bereits eingeführten <em>Galanthus nivalis</em> und dem türkischen <em>Galanthus elwesii</em>. Aus diesen Kreuzungen entstand eine Vielfalt, die bis heute Sammlerinnen und Sammler komplett eingenommen hat.</p><p>Uuuuund damit sind wir bei der <em>Galanthomanie</em> (= “Schneeglöckchen-Obsession”). So nennen die Brit:innen das Phänomen, dass Menschen Hunderte Euro für eine einzige Schneeglöckchenzwiebel ausgeben. Die Liebhaberinnen und Liebhaber dieser Pflanze bezeichnen sich selbst als <em>Galanthophile</em>, also “Schneeglöckchen liebende”, und ihre Leidenschaft hat durchaus etwas Obsessives. Über 500 registrierte Sorten existieren mittlerweile, manche schätzen die Gesamtzahl auf bis zu 2.000. Wenn du auf Schneeglöckchenbörsen und Auktionen unterwegs bist (ja, sowas gibt es), begegnest du Zwiebeln mit gefüllten Blüten, solchen mit gelben Zeichnungen oder pokalförmigen Blütenblättern, bei denen innere und äußere Blätter gleich groß sind, sie sind gekräuselt, kleiner, größer, leicht angefärbt, und, und, und. 2011 wechselte eine einzige (!) Zwiebel der Sorte <em>Galanthus plicatus</em> &#39;E. A. Bowles&#39; auf eBay für 350 Pfund die Besitzerin. Das erinnert an die niederländische Tulpenmanie der Renaissance, nur dass es hier eben um Schneeglöckchen geht. Um die Unterschiede zwischen den Sorten zu erkennen, musst du übrigens auf die Knie gehen und den Glöckchen unter die Blütenblätter schauen. Die feinen grünen Muster auf den inneren Kronblättern unterscheiden sich von Sorte zu Sorte, und auch der Look der Blütenblätter selber kann variieren.</p><figure><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/0124dab2-b6e0-47eb-8f1f-2ebdb84d9823/uploads/images/yqbypq5lib/004058D8-32C7-4E0D-95DD-D3D506F5CDFC_1_102_o.jpeg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><figcaption>Bei uns am Fluss sind Schneeglöckchen definitiv Rudeltiere.</figcaption></figure><h2>Odysseus und die Pflanze gegen das Vergessen</h2><p>Das Schneeglöckchen kann aber noch mehr als nur schön aussehen. In der Zwiebel des Schneeglöckchens steckt ein Alkaloid namens <em>Galantamin</em>. Es ist giftig, und wenn du an der Zwiebel knabberst, bekommst du das mit Übelkeit, Erbrechen und Krämpfen zu spüren. Bei Kindern reichen schon geringe Mengen. Also: bewundern ja, essen nein. Gleichzeitig gehört Galantamin zu den wichtigsten Wirkstoffen in der Behandlung von leichter bis mittelschwerer Alzheimer-Demenz. Es hemmt den Abbau des Botenstoffs <em>Acetylcholin</em> im Gehirn und verbessert so Gedächtnisleistung und Orientierung bei Betroffenen. Seit dem Jahr 2000 ist es als Medikament zugelassen, vertrieben unter dem Namen <em>Reminyl</em>.</p><p>Die Geschichte dieser Entdeckung führt in den Kalten Krieg. In den 1950er Jahren untersuchten bulgarische und sowjetische Forscherinnen und Forscher das Kaukasische Schneeglöckchen (<em>Galanthus woronowii</em>). Im Kaukasus aßen ältere Menschen traditionell die Zwiebeln gegen Gedächtnisschwäche, und Kinder mit Kinderlähmung wurden mit einem Tee aus den Zwiebeln behandelt. Aus diesen Beobachtungen isolierten Wissenschaftler:innen den Wirkstoff Galantamin. Zunächst setzten Ärztinnen und Ärzte in Osteuropa ihn gegen die Symptome der Poliomyelitis ein. Erst Jahrzehnte später erkannten westeuropäische Pharmaunternehmen sein Potenzial gegen Alzheimer. Die belgische Firma Janssen stellte den Wirkstoff in den 1990er Jahren synthetisch her, weil die natürlichen Vorkommen bei weitem nicht ausreichten, um den Bedarf zu decken.</p><figure><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/0124dab2-b6e0-47eb-8f1f-2ebdb84d9823/uploads/images/ojo2vjuza2/Arula_Kirke_Louvre_CA5956.jpg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><figcaption>Ein Gefährte des Odysseus wird von Kirke in ein Schwein verwandelt (rechte Seite eines kleinen Altars, „Arula“, Sizilien, 6. Jh. v. Chr., Louvre in Paris). Bibi Saint-Pol für Wikimedia Commons (Gemeinfrei).</figcaption></figure><p>Und dann gibt es da noch eine Hypothese, die Forschende und Mythologiebegeisterte gleichermaßen fasziniert. In Homers Odyssee erzählt der Held, wie die Zauberin Kirke seinen Gefährten eine giftige Pflanze ins Essen mischte. Die Männer verloren ihr Gedächtnis und verwandelten sich in Schweine. Odysseus selbst entkam dem Zauber, weil der Götterbote Hermes ihm eine geheimnisvolle Pflanze namens Moly überreichte. Homer beschreibt sie so: „Ihre Wurzel war schwarz, und milchweiß blühte die Blume.&quot; Also: Milchweiße Blüte, dunkle Zwiebel, ein Mittel gegen das Vergessen: Die Neurowissenschaftler Plaitakis und Duvoisin vermuteten 1983, dass es sich bei Moly um ein Schneeglöckchen handelte. Kirkes Zaubertrank enthielt vermutlich Bilsenkraut oder Alraune, also Pflanzen voller halluzinogener Tropan-Alkaloide. Und Galantamin, der Wirkstoff aus dem Schneeglöckchen, hebt genau die Wirkung dieser Alkaloide auf. Ein Gegenmittel gegen Gift und Vergessen, schon vor fast 3.000 Jahren in einem Epos verewigt. Ob Homer tatsächlich das Schneeglöckchen meinte, wissen wir natürlich nicht. Die Vorstellung hat trotzdem etwas für sich, findest du nicht?</p><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/0124dab2-b6e0-47eb-8f1f-2ebdb84d9823/uploads/images/re5hmrg7pb/9B2FDC0A-3516-4B64-A7D0-D776067B6A76_1_102_o.jpeg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><h2>Ameisen als Postboten</h2><p>Wie die Schachblume hat auch das Schneeglöckchen eine besondere Art der Samenverbreitung. Nachdem die Blüte bestäubt wurde, entwickeln sich Kapselfrüchte, die 18 bis 36 Samen enthalten. An jedem Samen sitzt ein fleischiger Nährkörper, ein sogenanntes <em>Elaiosom</em>. Ameisen finden dieses schmackhafte Anhängsel unwiderstehlich und schleppen die Samen in ihren Bau. Manchmal fressen sie den Nährkörper schon unterwegs ab und lassen den eigentlichen Samen liegen. So verbreiten die Ameisen das Schneeglöckchen in der Umgebung. Diese Art der Ausbreitung heißt <em>Myrmekochorie </em>(“Ameisen” und “sich verbreiten”), und sie erklärt, warum sich Schneeglöckchen an einem guten Standort über die Jahre langsam, aber stetig ausbreiten.</p><p>Daneben bildet das Schneeglöckchen natürlich auch Tochterzwiebeln, aus denen die charakteristischen dichten Horste entstehen. Wenn du eine solche Ansammlung im Garten teilen möchtest, machst du das am besten direkt nach der Blüte, wenn die Pflanze noch grün ist, sobald die Blätter im Juni eingezogen sind, will die Zwiebel nämlich in Ruhe gelassen werden. Wenn du im Sommer dort herumgräbst, riskierst du, dass im nächsten Frühjahr nichts mehr kommt.</p><h2>Schneeglöckchen aus dem Handel sind immer okay … oder?</h2><p>Echte Naturstandorte des Schneeglöckchens sind in Deutschland selten. In Süddeutschland findest du sie in lichten Auwäldern und feuchten Laubmischwäldern, bevorzugt auf kalkhaltigen Lehmböden. Die Art steht unter besonderem gesetzlichen Schutz gemäß der Bundesartenschutzverordnung. In der freien Natur darf sie weder gepflückt noch ausgegraben werden, also bitte nicht denken: Cool, hier stehen so viele, die hätte ich auch gern im Garten, nehme ich dann mal mit! Nein. Nein, nein.</p><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/0124dab2-b6e0-47eb-8f1f-2ebdb84d9823/uploads/images/orehnhvguv/CDD5BB8C-8946-40C7-BCB9-CB16A837D1D7_1_102_o.jpeg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><p>Was du vielleicht noch nicht wusstest: <mark style="background-color: rgb(242, 221, 236); color: inherit">Für den Handel werden manche Schneeglöckchenarten, vor allem </mark><em><mark style="background-color: rgb(242, 221, 236); color: inherit">Galanthus elwesii</mark></em><mark style="background-color: rgb(242, 221, 236); color: inherit">, an ihren Naturstandorten in der Türkei in großen Mengen gesammelt.</mark> Dieser Raubbau hat in einigen Regionen bereits zum Verschwinden ehemals weit verbreiteter Bestände geführt. Die Zwiebeln landen als Billigangebote im Gartenhandel. Wenn du also Schneeglöckchen kaufst, achte darauf, dass sie aus gärtnerischer Vermehrung stammen. Sie kosten etwas mehr, dafür wächst dein Bestand mit gutem Gewissen.</p><p>Und wenn du einmal Schneeglöckchen im Garten hast: Lass sie einfach in Ruhe, es sei denn, du willst den Horst teilen und sie woanders hin versetzen. Lass das Laub auch stehen, bis es von alleine verwelkt, damit die Pflanze genug Energie für das nächste Jahr sammeln kann. In ein paar Jahren hast du einen Teppich aus weißen Glöckchen, der jedes Frühjahr aufs Neue den Vorfrühling einläutet.</p><p>Bis zum nächsten Mal</p><p>Jasmin</p><hr aria-hidden="true"/><h2><mark style="background-color: rgb(222, 244, 220); color: inherit">Was war zuletzt im Naturarium los?</mark></h2><h4>Für alle</h4><ul><li><p>Es gab <a href="https://steady.page/de/jasminschreiber/posts/ea1e08db-9a33-4644-80a1-ca942375a299">eine Postkarte aus dem Wald, in der ich von einem Buchfink erzählt habe</a>, den ich kurz gepflegt habe.</p></li><li><p>Ich habe erzählt, <a href="https://steady.page/de/jasminschreiber/posts/47b95fd3-a325-4bb2-8808-6086347aa8a6">was KI mit meinem (und vielleicht deinem?) Hirn macht</a>, und wieso ich lieber wieder mehr raus gehe.</p></li><li><p>Es ging um <a href="https://steady.page/de/jasminschreiber/posts/aeeb9971-7910-44cd-bc65-ba2ba6705fa6">Treue im Tierreich</a>.</p></li></ul><h4>Für Mitglieder</h4><ul><li><p>Wir haben uns <a href="https://steady.page/de/jasminschreiber/posts/54f1534b-b2c9-4d32-bb4f-c90ea3df3c74">die Parthenogenese angeschaut</a>, also quasi Kinder ohne Väter.</p></li><li><p>Das <a href="https://steady.page/de/jasminschreiber/posts/c36aa96a-4151-4b3b-a709-7aa6065dbbd8">Tier des Monats Februar ist die Blaumeise</a> gewesen.</p></li><li><p>In <a href="https://steady.page/de/jasminschreiber/posts/31a7852d-fe53-4cde-b7f4-f0875b820a04">der letzten Sprachnachricht ging es unter anderem um den Buchfink</a>, den ich aufgepäppelt habe.</p></li><li><p>Das <a href="https://steady.page/de/jasminschreiber/posts/72b14378-a703-43e7-98d2-196620fcad7a">Februar-Wallpaper</a> kam raus.</p></li></ul><hr aria-hidden="true"/><p><mark style="background-color: rgb(222, 244, 220); color: inherit">🌿 Gärtnern für die Artenvielfalt? 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Duvoisin. „Homer’s Moly Identified as Galanthus Nivalis L.: Physiologic Antidote to Stramonium Poisoning“. Clinical Neuropharmacology 6, Nr. 1 (1983): 1. <a href="https://doi.org/10.1097/00002826-198303000-00001">https://doi.org/10.1097/00002826-198303000-00001</a>.</p><p>Raskind, M. A., E. R. Peskind, T. Wessel, W. Yuan, und the Galantamine USA- Study Group. „Galantamine in AD“. <em>Neurology</em> 54, Nr. 12 (2000): 2261–68. <a href="https://doi.org/10.1212/WNL.54.12.2261">https://doi.org/10.1212/WNL.54.12.2261</a>.</p><p>Tariot, P. N., P. R. Solomon, J. C. Morris, u. a. „A 5-month, randomized, placebo-controlled trial of galantamine in AD“. <em>Neurology</em> 54, Nr. 12 (2000): 2269–76. <a href="https://doi.org/10.1212/WNL.54.12.2269">https://doi.org/10.1212/WNL.54.12.2269</a>.</p><p></p>]]></content:encoded>
      <category><![CDATA[Wallpaper & E-Goodies]]></category>
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      <pubDate>Sun, 01 Mar 2026 08:30:42 +0000</pubDate>
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      <title><![CDATA[Kinder ohne Väter: die Parthenogenese]]></title>
      <description><![CDATA[🐝 Blattläuse klonen sich durch den Sommer, Komodowarane starten ganze Populationen im Alleingang, und Bienenmännchen entstehen ohne Vater. Wie geht das? 👀]]></description>
      <content:encoded><![CDATA[<p><strong>Blattläuse klonen sich durch den Sommer, Komodowarane starten ganze Populationen im Alleingang, und Bienenmännchen entstehen ohne Vater. Heute zeige ich dir, wie Parthenogenese funktioniert, warum sie so erfolgreich ist, doch auch, wieso sie den Sex evolutionär nicht ersetzt hat.</strong></p><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/54f1534b-b2c9-4d32-bb4f-c90ea3df3c74/uploads/images/373sbnl7ey/Bildschirmfoto_2026-02-07_um_21.48.34.png?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><p>Wenn du im Frühling durch den Garten gehst und an Rosentrieben Blattläuse entdeckst, beobachtest du etwas wirklich Erstaunliches, ohne es in diesem Moment zu realisieren. Diese kleinen, oft grünlichen Tiere mit ihren runden Körpern und den zarten Beinen sitzen da in dichten Gruppen, eine neben der anderen, Generation um Generation. In dieser Phase besteht eine Blattlauspopulation vollständig aus Weibchen.</p><p>Das funktioniert so: Blattläuse bringen im Frühling und Sommer lebende Junge zur Welt, ohne sich jemals gepaart zu haben. Jede einzelne Tochter ist ein genetisches Abbild ihrer Mutter, und jede Tochter trägt bereits die nächste Generation in sich, bevor sie selbst geboren wurde. Ja, genau: Das Kind im Bauch seiner Mutter trägt schon direkt die eigenen Kinder in sich, absolut abgefahren. Ein bisschen so, wie diese russischen Puppen, die ineinandergesteckt sind. Durch diesen Trick ist eine rasante Vermehrung möglich, bis zu 40 Generationen schaffen manche Arten in einem einzigen Sommer.</p><p>Dieses System bleibt jedoch zeitlich begrenzt. Wenn Tage kürzer werden, Temperaturen sinken und die Qualität der Wirtspflanzen sich verändert, ändert sich auch die Fortpflanzungsweise der Blattläuse. Aus denselben Linien entstehen dann Männchen. Es kommt zur Paarung, befruchtete Eier entstehen und überdauern den Winter als widerstandsfähige Dauerformen. Im folgenden Frühjahr schlüpfen aus ihnen wieder Weibchen, die den Zyklus der parthenogenetischen Vermehrung erneut starten. Blattläuse verbinden auf diese Weise schnelle Ausbreitung durch Klone mit gelegentlicher sexueller Durchmischung, angepasst an die Jahreszeiten.</p><p>Wir Biologinnen und Biologen nennen dieses Phänomen Parthenogenese – aus dem Griechischen: <em>parthenos</em> für Jungfrau und <em>genesis</em> für Entstehung. Jungfernzeugung also, Fortpflanzung ohne Befruchtung. Was bei Blattläusen besonders anschaulich wirkt, tritt jedoch in vielen Tiergruppen auf. Wasserflöhe nutzen diese Strategie, ebenso Stabheuschrecken, Komodowarane, manche Haie, einzelne Schlangenarten und sogar Truthühner. Die Liste wächst, und mit ihr wachsen die Fragen, die diese Fortpflanzungsform aufwirft.</p><h2>Was passiert da eigentlich in der Zelle?</h2><p>Um zu verstehen, was bei der Parthenogenese passiert, hilft ein kurzer Blick auf das, was normalerweise bei der Fortpflanzung geschieht. Bei der sexuellen Vermehrung verschmelzen in der Regel zwei fremde Keimzellen miteinander: eine Eizelle und ein Spermium. Jede dieser Keimzellen enthält den <em>halben</em> Chromosomensatz, also den halben Bauplan des Lebewesens, von dem es stammt – denn damit der Nachkomme nicht zu viele Chromosomen hat, durchlaufen die Zellen vorher die Meiose, eine spezielle Zellteilung, die den Chromosomensatz halbiert.</p><p>Bei der Parthenogenese fehlt jetzt aber das Spermium, die Eizelle muss allein klarkommen. Und je nachdem, welche Art wir uns anschauen, löst die Natur dieses Problem auf unterschiedliche Weisen.</p><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/54f1534b-b2c9-4d32-bb4f-c90ea3df3c74/uploads/images/2s53u4tapc/Blattlause.jpg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><p>Der erste Weg führt zu genetisch identischen Klonen. Die Eizelle behält den vollständigen Chromosomensatz der Mutter, entweder weil die Meiose komplett ausfällt oder weil sie so abgewandelt abläuft, dass am Ende trotzdem ein vollständiger Satz übrig bleibt. Das Ergebnis ist in beiden Fällen dasselbe: Die Nachkommen sind genetisch identische Kopien der Mutter. So machen es unter anderem Rüsselkäfer und Blattläuse.</p><p><a href="https://steady.page/db21f24b-40e6-4c6e-befe-eaa5884eed34/posts/54f1534b-b2c9-4d32-bb4f-c90ea3df3c74">Auf Steady weiterlesen</a></p>]]></content:encoded>
      <category><![CDATA[Allgemein]]></category>
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      <pubDate>Sun, 01 Mar 2026 00:00:01 +0000</pubDate>
    </item>
    <item>
      <title><![CDATA[Tier des Monats Februar 2026]]></title>
      <description><![CDATA[🪶 Das Tier des Monats Februar ist die Blaumeise! Heute schauen wir uns an, wieso in England Blaumeisen-Banden auf die Milchmänner gelauert haben. 👀]]></description>
      <content:encoded><![CDATA[<p><strong>Das Tier des Monats Februar ist die Blaumeise! Heute schauen wir uns an, ob Männchen und Weibchen wirklich gleich aussehen, wieso in England große Banden von Blaumeisen gierig auf den Milchmann gewartet haben und wieso nicht nur wir es während der letzten Pandemie schwer hatten …</strong></p><p><a href="https://steady.page/db21f24b-40e6-4c6e-befe-eaa5884eed34/posts/c36aa96a-4151-4b3b-a709-7aa6065dbbd8">Auf Steady weiterlesen</a></p>]]></content:encoded>
      <category><![CDATA[Wallpaper & E-Goodies]]></category>
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      <pubDate>Wed, 18 Feb 2026 05:01:00 +0000</pubDate>
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      <title><![CDATA[Sprachnachricht #3 | Der Buchfink in meinem Bad]]></title>
      <description><![CDATA[Heute erzähle ich, wie es dem Buchfink geht, den ich aufgenommen habe. Außerdem berichte ich, was ich im Wald so getrieben habe!]]></description>
      <content:encoded><![CDATA[<img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/31a7852d-fe53-4cde-b7f4-f0875b820a04/uploads/images/536t7pg7dm/Unbenanntes_Projekt_13.png?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><p>Hallo!</p><p>Normalerweise gibt es hier nur die Sprachnachricht für alle Mitglieder, doch ich dachte mir, ich schicke das an alle und gebe ein Update zu Buchi für alle, um nicht endlos viel Mails herumschicken und euch damit nerven zu müssen. Das heißt: Die Sprachnachricht und die dazugehörigen Bilder etc. finden sich am Ende dieses Beitrags hinter der Paywall.</p><p>Also direkt einmal: Buchi geht es gut!</p><p>Er hat die Nacht gut überstanden und hat heute früh resolut klargemacht, dass er bereit ist, rausgelassen zu werden. Also habe ich ihn mir geschnappt, bin direkt raus mit ihm, und als ich die Hand geöffnet habe, ist er auch schon sofort los. Hab das in einem Video festgehalten:</p><a href="https://bsky.app/profile/schreibersnaturarium.de/post/3mev24cm5ek2r">https://bsky.app/profile/schreibersnaturarium.de/post/3mev24cm5ek2r</a><p>Bin wirklich sehr erleichtert, hab mir schon irgendwie Sorgen gemacht und die Nacht auch schlecht geschlafen (bin oft aufgewacht), weil ich mir Gedanken gemacht habe, ob ich heute früh ins Bad komme und einen toten steifen Vogel finde. Sachen, die mir als jemand, die ab und zu verletzte Wildtiere aufnimmt und pflegt, durchaus schon passiert sind. Hier ist aber alles gut gelaufen, und ich war richtig froh! :)</p><p>So. Und jetzt kommen wir zum Mitglieder-Podcast. In der heutigen Sprachnachricht erzähle ich noch etwas mehr von Buchi und auch, was ich hier im Wald wieder einmal so treibe. Und nicht vergessen: <a href="https://steady.page/de/jasminschreiber/posts/72b14378-a703-43e7-98d2-196620fcad7a">Die Februar-Wallpaper sind online»</a></p><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/31a7852d-fe53-4cde-b7f4-f0875b820a04/uploads/images/rupfvzqgbo/L1021101.jpg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><h2><mark style="background-color: rgb(222, 244, 220); color: inherit">Hier kannst du die Sprachnachricht anhören:</mark></h2><p><a href="https://steady.page/db21f24b-40e6-4c6e-befe-eaa5884eed34/posts/31a7852d-fe53-4cde-b7f4-f0875b820a04">Auf Steady weiterlesen</a></p>]]></content:encoded>
      <category><![CDATA[Sprachnachrichten]]></category>
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      <pubDate>Sun, 15 Feb 2026 19:10:06 +0000</pubDate>
    </item>
    <item>
      <title><![CDATA[Postkarte aus dem Wald]]></title>
      <description><![CDATA[🌿☀️ Ich bin wieder im Wald und bringe euch einige Eindrücke mit. Außerdem erzähle ich, wieso ein Buchfink in meinem Badezimmer sitzt. 🐦‍⬛]]></description>
      <content:encoded><![CDATA[<p><strong>Diesen Winter ziehe ich mich sehr oft mit den Hunden für einige Tage in den Wald zurück. Heute bin ich wieder angekommen und dachte mir, ich nehme dich mal auf einen kleinen Spaziergang mit und erzähle dir ein paar Fakten über das, was sich hier gerade in der Natur abspielt und wieso ein Buchfink hier im Badezimmer sitzt. Los geht’s!</strong></p><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/ea1e08db-9a33-4644-80a1-ca942375a299/uploads/images/ypufeolckp/L1021031-2.jpg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><p>Als ich vor zwei Wochen zuletzt hier war, hat man bei den Schneeglöckchen erst die Spitzen aus dem Schnee ragen sehen, doch jetzt hängen einige besonders Vorwitzige schon ihre Knospen in die eiskalte Februarluft.</p><p>Und vielleicht fragst du dich: Wieso blüht irgendein Gewächs freiwillig im Februar? Die Antwort steckt unter der Erde. Schneeglöckchen gehören zu den sogenannten <em>Geophyten</em>, also Pflanzen, die ihre Energie in unterirdischen Speicherorganen lagern, bei Schneeglöckchen ist das die kleine Zwiebel. Den ganzen Herbst und Winter über ruht da unten ein fertiges Paket aus Nährstoffen und wartet auf seinen Einsatz.</p><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/ea1e08db-9a33-4644-80a1-ca942375a299/uploads/images/d5hm2cw6tw/L1021041.jpg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><p>Sobald die Tage ein winziges bisschen länger werden und der Boden sich auf wenige Grad über null erwärmt, legen die Geophyten los. Sie zapfen ihren Vorrat an und treiben aus, noch bevor die Bäume über ihnen auch nur daran denken, Blätter auszupacken. Das ist der Trick: Im kahlen Wald fällt jetzt Licht bis auf den Boden. Ab Mai, wenn das Blätterdach sich schließt, wird es dort unten so dunkel, dass sich Blühen und Wachsen kaum noch lohnen. Die Frühblüher nutzen also genau dieses Zeitfenster zwischen Schneeschmelze und Laubaustrieb, um richtig durchzustarten.</p><p>Schneeglöckchen sind in vielen Regionen die ersten Frühblüher und bestens vorbereitet: Ihre Blätter produzieren eine Art biologisches Frostschutzmittel, das die Zellen vor dem Einfrieren schützt. Deshalb können sie sich durch gefrorenen Boden und Schneedecken schieben, ohne Schaden zu nehmen.</p><p>Wenn die Blütezeit vorbei ist, streichen sie wieder die Segel. Sie blühen ab, die Blätter sammeln noch ein paar Wochen Sonnenlicht, füllen die Zwiebel für das nächste Jahr mit Nährstoffen auf, und dann verschwindet alles Oberirdische. Den Rest des Jahres existiert das Schneeglöckchen praktisch unsichtbar unter der Erde und machen sich nen Lenz, während über ihnen alles um Licht und Platz kämpft. Smart.</p><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/ea1e08db-9a33-4644-80a1-ca942375a299/uploads/images/6h7vrv3ipp/L1020961.jpg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/ea1e08db-9a33-4644-80a1-ca942375a299/uploads/images/wvxlkd6n2w/L1020956.jpg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><p>Ich weiß, vielleicht gehörst du zu denen, die keinen Schnee mehr sehen können. Doch gerade hier oben im Norden haben wir so selten echte Schneejahre, dass ich gar nicht genug davon kriegen kann. Ich bin Schnee-Ultra und vermisse das hier oben echt.</p><p>Und Schnee kann auch ganz schön praktisch in der Natur sein, denn: Er isoliert. Unter einer Schneedecke bleibt die Temperatur relativ stabil bei knapp unter null Grad, auch wenn es darüber zweistellig friert. Für Pflanzen, Insekten und kleine Tiere im Boden wirkt Schnee wie eine Daunendecke. Die Luft zwischen den Schneekristallen leitet Wärme schlecht, und genau das schützt alles darunter vor zu extremem Frost. Die Schneeglöckchen von eben profitieren davon übrigens direkt: Ihre Zwiebeln liegen unter dieser Isolierschicht sicher und geschützt, während über der Oberfläche die Temperaturen verrücktspielen.</p><p>Schnee funktioniert außerdem wie ein Fahrtenbuch. Du siehst plötzlich, wer nachts alles unterwegs war, was dir ohne Schnee verborgen bleibt. Fuchs, Reh, Hase, Maus, die Nachbarskatze, Hunde, alle hinterlassen ihre Signaturen. Und wenn du genau hinschaust, kannst du an den Abständen und Verwerfungs-Mustern sogar erkennen, ob ein Tier gemütlich geschlendert oder gerannt ist.</p><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/ea1e08db-9a33-4644-80a1-ca942375a299/uploads/images/5l7f2lk3wg/L1020964.jpg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/ea1e08db-9a33-4644-80a1-ca942375a299/uploads/images/2maqg3gthp/L1020989.jpg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/ea1e08db-9a33-4644-80a1-ca942375a299/uploads/images/pzq6vttzrc/L1020986.jpg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/ea1e08db-9a33-4644-80a1-ca942375a299/uploads/images/j6dh2l4sla/L1021025.jpg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><p>Wenn du im Winter durch den Wald gehst, fällt Efeu besonders auf, weil er zu den wenigen Pflanzen gehört, die jetzt noch grün sind. Und gerade jetzt im Februar trägt er seine Beeren: kleine, dunkle Kugeln, die in Dolden zusammenstehen. Für uns sind sie giftig, aber für Vögel wie Amseln, Rotkehlchen und Mönchsgrasmücken sind Efeubeeren im späten Winter eine wichtige Nahrungsquelle, wenn sonst kaum noch Früchte hängen.</p><figure><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/ea1e08db-9a33-4644-80a1-ca942375a299/uploads/images/wsd44oqeoq/L1020901.jpg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><figcaption>Efeubeeren</figcaption></figure><p>Efeu hat einen ungewöhnlichen Rhythmus. Die meisten Pflanzen blühen im Frühling oder Sommer, Efeu blüht im Herbst, zwischen September und Oktober. Dann brummt es in den Efeuwänden, weil Bienen, Wespen und Schwebfliegen dort eine der letzten Nektarquellen des Jahres finden, finde das immer wieder ganz fantastisch. Die Früchte reifen anschließend über den Winter und sind genau dann verfügbar, wenn das Nahrungsangebot am knappsten ist. Dieses Timing macht Efeu ökologisch wertvoll, auch wenn er im Garten oft als lästig gilt. Ich selber verteile den Efeu selber in meinen Gärten, weil ich ihn so toll finde.</p><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/ea1e08db-9a33-4644-80a1-ca942375a299/uploads/images/ruau6knhsv/L1020919.jpg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><p>Bis Efeu überhaupt blüht, vergehen allerdings viele Jahre, oft acht bis zehn, je nach Lage auch mal bis zu zwanzig. In seiner Jugendphase klettert er mit seinen typischen gelappten und gemaserten Blättern an Bäumen und Mauern hoch. Irgendwann wechselt er in die sogenannte Altersform: Die Blätter werden oval, die Triebe verholzen und wachsen vom Stamm weg ins Licht, und erst jetzt bildet er Blüten und Früchte. Der „Strauchefeu&quot;, den du in Gärtnereien als buschige, freistehende Pflanze kaufen kannst, ist genau das: Stecklinge aus dieser Altersform. Die Gärtnerinnen und Gärtner vermehren einfach die reifen Triebe, und weil die Pflanze sich ihre Entwicklungsstufe merkt, wächst sie weiter als kompakter Strauch, statt zu klettern. Ich hab mir einige davon in den Garten geholt.</p><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/ea1e08db-9a33-4644-80a1-ca942375a299/uploads/images/xihj7mves5/L1020897.jpg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/ea1e08db-9a33-4644-80a1-ca942375a299/uploads/images/4ohh432r5a/L1020938.jpg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/ea1e08db-9a33-4644-80a1-ca942375a299/uploads/images/5fdmmdmhcv/L1020922.jpg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/ea1e08db-9a33-4644-80a1-ca942375a299/uploads/images/fy4kodxl6j/L1020936.jpg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><figure><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/ea1e08db-9a33-4644-80a1-ca942375a299/uploads/images/u3dbaz3yt3/L1020942.jpg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><figcaption>Wilde Heidelbeeren</figcaption></figure><p>Das Unterholz hier besteht zu großen Teilen aus Heidelbeeren, also der Wildform. Im Winter erkennst du sie an ihren kantigen, grünen Stängeln, die kniehoch aus dem Waldboden ragen. Die Blätter haben sie jetzt abgeworfen, aber die Triebe betreiben selbst Photosynthese und bleiben deshalb grün. Wenn du bei deinem Spaziergang auf große Flächen dieser eckigen Stängel stößt, stehst du vermutlich auf saurem, nährstoffarmen Boden, denn Wildheidelbeeren zeigen dir etwas über ihren Standort: Hier wächst der Wald auf magerem Grund.</p><p>Was viele überrascht: Wildheidelbeeren sind innen komplett durchgefärbt, das Fruchtfleisch ist dunkelrot bis violett. Die dicken Kulturheidelbeeren aus dem Supermarkt stammen von einer nordamerikanischen Art ab und haben weißes Fruchtfleisch. Ich kenne echt einige Leute, die da ganze erstaunt sind und das nicht wussten. Deshalb färben Waldheidelbeeren dir Zunge und Finger blau, während Kulturheidelbeeren das nur wenig tun.</p><figure><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/ea1e08db-9a33-4644-80a1-ca942375a299/uploads/images/ozie75v5mx/L1020945.jpg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><figcaption>Wilde Heidelbeeren</figcaption></figure><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/ea1e08db-9a33-4644-80a1-ca942375a299/uploads/images/f6gaqhyays/L1020953.jpg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/ea1e08db-9a33-4644-80a1-ca942375a299/uploads/images/prl2a37qr4/L1021002.jpg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/ea1e08db-9a33-4644-80a1-ca942375a299/uploads/images/vjxoss2oem/L1020962.jpg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/ea1e08db-9a33-4644-80a1-ca942375a299/uploads/images/2ikvzngo6b/L1020992.jpg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><figure><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/ea1e08db-9a33-4644-80a1-ca942375a299/uploads/images/nl2w37uioa/L1021006.jpg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><figcaption>Die Galle der Eichengallwespe</figcaption></figure><p>Wenn du im Winter unter Eichen spazierst, fallen dir vielleicht kleine Kugeln an herabgefallenen Blättern auf. Das sind Gallen, und dahinter steckt ein Insekt: die Eichengallwespe. Diese winzigen Wespen, oft nur wenige Millimeter groß, legen ihre Eier in das Gewebe des Blattes. Die Larve schüttet dann Stoffe aus, die den Baum dazu bringen, um sie herum eine Art Kapsel wachsen zu lassen. Die Eiche baut also unfreiwillig ein Kinderzimmer, das natürlich vollausgestattet ist mit Nahrung, denn die Larve ernährt sich von dem Gewebe im Inneren der Galle.</p><figure><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/ea1e08db-9a33-4644-80a1-ca942375a299/uploads/images/44my4gxq3e/L1021008.jpg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><figcaption>Die Galle der Eichengallwespe</figcaption></figure><p><a href="https://steady.page/de/jasminschreiber/newsletter/sign_up">💌 Neu hier? 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Forschende haben Jahrhunderte gebraucht, um zu verstehen, dass diese unterschiedlichen Gallen zur selben Art gehören und nicht zwei Arten sind.</p><p>Der Eiche schadet das Ganze in der Regel kaum. Sie hat genug Reserven, um eine ganze Menge solcher Untermieter zu verkraften. Und die Gallen selbst werden wiederum von anderen Insekten besiedelt: Parasitische Wespen bohren sich hinein und legen ihre Eier in die Larve der Gallwespe. Ein ganzes Ökosystem an einem einzigen Eichenblatt, über so einen Fall habe ich ja mal in meinem Buch “Schreibers Naturarium” geschrieben.</p><p>Direkt dahinter lag ein Ast auf dem Weg, und zwei Meter davon entfernt ein kleiner Zweig, an dem ich etwas Rotes schimmern sah. Ich dachte direkt: Marienkäfer! Dann: Neeee, kann nicht sein, ist ja nocf Februar und wir haben -3 Grad oder so.</p><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/ea1e08db-9a33-4644-80a1-ca942375a299/uploads/images/jfvz6o5ehr/L1021017.jpg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><p>Doch: Es war wirklich einer, vermutlich wurde er bei dem Absturz des Astes mit runtergeschleudert. Habe ihn, weil der Ast bestimmt bald geräumt wird, in einen Laubhaufen gelegt, damit er noch ein wenig ausharren kann, bis die Temperaturen wieder käferfreundlicher werden.</p><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/ea1e08db-9a33-4644-80a1-ca942375a299/uploads/images/emtu2s3gin/L1021019.jpg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><p>Vielleicht bringt er mir ja dieses Jahr Glück?</p><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/ea1e08db-9a33-4644-80a1-ca942375a299/uploads/images/x5wlfav47h/L1020987.jpg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/ea1e08db-9a33-4644-80a1-ca942375a299/uploads/images/6a2q6b5jyh/L1021059.jpg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><p>Aktuell habe ich hier einen kleinen Gast, denn heute ist dieser Buchfink gegen eine Fensterscheibe des Ferienhauses geflogen. Das Fiese: Vor allem der Schnee spiegelt sich halt extrem in den Fenstern, und dann sieht es für die Vögel so aus, als ob es da einfach normal weitergeht:</p><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/ea1e08db-9a33-4644-80a1-ca942375a299/uploads/images/tte23wherf/9ECC6A77-E8EF-4A21-ABC7-32450FD68BE8_1_105_c.jpeg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><p>Kein Wunder, dass der da reingedonnert ist. Ich bin sofort rausgerannt und habe ihn gesichert, das heißt: reingetragen und direkt erstmal in irgendein Behältnis, alles innerhalb von Sekunden, weil es natürlich nochmal doppelt stressig ist, angefasst und herumgetragen zu werden. Am Anfang dachte ich echt, dass er die erste Stunde nicht überlebt, er war wirklich elend und lag flach auf der Seite und hat ganz schnell geatmet:</p><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/ea1e08db-9a33-4644-80a1-ca942375a299/uploads/images/u25hrdati3/5ADBF4E8-F82A-4D5B-B017-FD40A8F12C88_1_102_o.jpeg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><p>Statt da noch groß ruzumachen, habe ich den Wäschekorb (der hat sehr große Schlitze an jeder Seite, ist also gut belüftet) mit einem Handtuch abgedeckt und bin raus aus dem Zimmer. Habe das Licht ausgemacht, damit der Vogel absolute Ruhe hat (das Zimmer hat kein Fenster). Wenn er eine Gehirnerschütterung hat, tut ihm bestimmt der Schädel ordentlich weh, und Licht und Geräusche sind da natürlich Gift. Nach einer Stunde habe ich reingeguckt und hab schon damit gerechnet, dass er verstorben ist, aber er saß aufrecht und sah auch sonst recht gut beisammen und orientiert aus. Habe ihn dann auf meine Hand genommen und ihn testweise rausgetragen um zu schauen, ob er schon bereit ist, wegzufliegen:</p><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/ea1e08db-9a33-4644-80a1-ca942375a299/uploads/images/cnpks5yvuw/L1021083.jpg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><p>War er aber noch nicht, hat sich nur an meinem Finger festgehalten, also habe ich ihn reingebracht, seine Kiste jetzt aber dick mit Küchenrolle ausgelegt und ihm eine Holzwäscheklammer reingelegt als kleinen “Ansitz”, bei dem es nicht schlimm ist, wenn er runterfällt, da kann er sich nicht wehtun. Die hat er auch direkt angenommen, sich draufgesetzt und erstmal Kot abgesetzt.</p><p>Nach einer weiteren Stunde habe ich es noch einmal versucht, er war dann auch schon munterer, hat mit den Flügel geschlagen, als ich ihn aufgenommen habe, aber draußen hatte er wieder kein Interesse daran, loszufliegen. Also war klar, dass er die Nacht hier bleibt, weil ich ihn nicht in er Nacht aussetzen möchte. Seine Reflexe scheinen gut, er hält seinen Kopf normal und wirkt sehr aufgeweckt, aber braucht wohl noch etwas Erholung. Ich schaue alle 2 Stunden nach ihm und gleich geht es ins Bett. Hoffe, dass er die Nacht übersteht. Kann natürlich immer sein, dass er ne kleine Hirnblutung hat und dann doch verstirbt, das weiß man natürlich nicht.</p><p>Vogelhilfe war hier nicht erreichbar, also hoffe ich, dass er und ich es hier zusammen hinkriegen. Bei meinem letzten Aufenthalt hat schon eine kleine Blaumeise sein Schicksal geteilt, die hat sich aber schneller wieder gerappelt und war nach ner Stunde wieder einsatzfähig. Der Buchfink ist es jetzt vielleicht auch schon, aber will ihn wie gesagt nicht in die Nacht rausjagen.</p><p>Frage mich, wie er sich gerade fühlt. Auch, weil das ja seine ersten warmen Stunden seit MONATEN sind, das muss man sich ja mal reinziehen. Vielleicht zieht er es deshalb auch etwas in die Länge ;). Na ja, morgen gibt’s auf jeden Fall erstmal artgerechtes Frühstück für ihn (also falls er die Nacht gut übersteht), ein bisschen Wasser und dann den nächsten Auswilderungsversuch.</p><p>Ich hab jetzt eine wirklich krasse Zahl für dich, die du vielleicht erst einmal unglaublich findest:</p><h2><mark style="background-color: rgb(222, 244, 220); color: inherit">Jedes Jahr sterben allein in Deutschland rund 110 Millionen Vögel an Glasscheiben.</mark></h2><p>Damit dir und den Vögeln in deiner Umgebung sowas erspart bleibt, gibt es ein paar Tricks, die wirklich helfen. Am einfachsten funktionieren sogenannte Vogelschutzstreifen oder Aufkleber auf der Außenseite der Scheibe, wobei der Abstand entscheidend ist: Die Markierungen müssen eng genug sitzen, damit die Vögel sie als Hindernis wahrnehmen, also maximal eine Handbreit auseinander. Einzelne Greifvogelsilhouetten, wie man sie oft sieht, bringen leider wenig, weil die Vögel einfach “dran vorbei” fliegen.</p><p>Noch wirksamer sind Außenrollos, halbdurchlässige Folien oder Fliegengitter, die du vor dem Fenster anbringst. Die nehmen den Vögeln die Illusion, dass es da weitergeht, und wenn sie doch dagegen fliegen, federn Fliegengitter den Aufprall ab.</p><p>Wenn du gerade keine Aufkleber zur Hand hast: Fenster von außen mit abwaschbarem Marker oder Seife bemalen funktioniert als Sofortmaßnahme auch erstmal. Neonfarben oder UV-reflektierende Stifte sind ideal, weil Vögel UV-Licht sehen können, das für uns kaum sichtbar ist.</p><p>Hier findest du eine gute Übersicht über verschiedene Muster, die erprobt sind:</p><p><a href="https://wua-wien.at/images/stories/publikationen/wua-vogelanprall-muster-2022.pdf">Anschauen</a></p><p>Und: Vogelfutterstellen bitte nie direkt am Fenster aufstellen, damit die nicht beim Wegfliegen diese fatale Richtung einschlagen.</p><p>Falls es bei dir trotz aller Hilfsmaßnahmen passiert: Den Vogel schnell sichern, in einen dunklen, ruhigen, gut belüfteten Behälter setzen, und dann vor allem in Ruhe lassen. Kein Futter und kein Wasser in den ersten Stunden, damit der Vogel sich vom Schock erholen kann, ohne sich zu verschlucken. Vögel, die den Aufprall überleben und nach einer Stunde aufrecht sitzen, haben gute Chancen, so wie mein Buchfink. Sollte er nach 2h noch nicht gut aussehen, bitte Hilfe bei einer Vogelstation/Tierärzt:in suchen.</p><p>Wichtig ist: Niemals, also wirklich <strong>niemals!</strong>, Wasser in den Vogelschnabel träufeln. Weder bei gefundenen Jungvögeln, noch bei erwachsenen Tieren. Bei Vögeln kann das in die Lunge laufen und sie können dadurch regelrecht ertrinken oder aber Lungenentzündungen entwickeln, die sie dann ebenfalls töten.</p><p>Hoffen wir mal, dass Buchi (so nenne ich ihn gerade) die Nacht gut übersteht. Ich halte dich auf dem Laufenden.</p><p>Bis morgen</p><p>Jasmin</p><hr aria-hidden="true"/><p>Update: Wie es mit Buchi weiterging, kannst du hier nachlesen! </p><a href="https://steady.page/de/db21f24b-40e6-4c6e-befe-eaa5884eed34/posts/31a7852d-fe53-4cde-b7f4-f0875b820a04">https://steady.page/de/db21f24b-40e6-4c6e-befe-eaa5884eed34/posts/31a7852d-fe53-4cde-b7f4-f0875b820a04</a><hr aria-hidden="true"/><p><strong>🌿 Du willst zeigen, dass dir meine Arbeit was wert ist und möchtest gleichzeitig noch tiefer in die Natur einsteigen? Dann werde Mitglied und sichere dir tolle Goodies und Vorteile! 💕</strong></p><p><a href="https://steady.page/de/jasminschreiber/about">Mitglied werden</a></p><hr aria-hidden="true"/><p><strong>Lieber die kostenfreie Variante? Dann hol dir die Kolumnen für alle ins Postfach:</strong></p><p><a href="https://steady.page/de/jasminschreiber/newsletter/sign_up">Newsletter abonnieren</a></p><hr aria-hidden="true"/><p>🌿 Gärtnern für die Artenvielfalt? 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Danke! &lt;3</mark></a></p>]]></content:encoded>
      <category><![CDATA[Heimische Natur]]></category>
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      <pubDate>Sat, 14 Feb 2026 22:45:35 +0000</pubDate>
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    <item>
      <title><![CDATA[Wallpaper Februar 26]]></title>
      <description><![CDATA[Wenn du eine Elch-, Sperling- oder Wal-Mitgliedschaft hast, findest du hier das Hintergrundbild für den aktuellen Monat! ❤️]]></description>
      <content:encoded><![CDATA[<p>Wenn du eine Elch-, Sperling- oder Wal-Mitgliedschaft hast, findest du hier das Hintergrundbild für den aktuellen Monat! ❤️</p><p><a href="https://steady.page/db21f24b-40e6-4c6e-befe-eaa5884eed34/posts/72b14378-a703-43e7-98d2-196620fcad7a">Auf Steady weiterlesen</a></p>]]></content:encoded>
      <category><![CDATA[Wallpaper & E-Goodies]]></category>
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      <pubDate>Sat, 14 Feb 2026 20:23:55 +0000</pubDate>
    </item>
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      <title><![CDATA[Nein, danke, ich denke noch selbst]]></title>
      <description><![CDATA[🌿 Die Suchmaschine will mir mit KI das Denken abnehmen. Als Biologin weiß ich: Die besten Funde macht man auf Umwegen. Warum ich wieder öfter rausgehe.]]></description>
      <content:encoded><![CDATA[<img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/47b95fd3-a325-4bb2-8808-6086347aa8a6/uploads/images/dnajy27fwx/C3246134-4B21-4872-88E8-6A9A5CDF44DC_1_102_o.jpeg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><p>Eigentlich wollte ich eine andere Kolumne schreiben, ich hatte mir ein anderes Thema überlegt. Und wie immer zu Beginn eines Themas mache ich eins: Ich recherchiere. Nach sechs oder sieben Minuten fragte mich die vierte KI auf irgendeiner Webseite, ob ich einfach direkt eine Zusammenfassung wolle, da hatte ich dann keine Lust mehr, und dachte mir: Stattdessen schreibe ich jetzt diesen Außer-der-Reihe-Text.</p><p>Ich komme mir im Internet mittlerweile so vor, als würde man mir dauernd den sich gerade erst formenden Satz aus dem Mund nehmen. Noch bevor ich etwas fertig in eine Suchmaschine getippt habe, wird schon vervollständig und eine KI-Antwort erscheint. Hast du nicht das gemeint? Hier ist sicherheitshalber die Antwort. Nein, habe ich nicht.</p><p>Es macht mich fertig, dieser dauernde Griff nach meinem Kopf, meinem Gehirn, meinen Gedanken, nach etwas, das mir gehört, mir aber abgenommen werden soll – angeblich, um mir mein Leben und meinen Arbeitsalltag “leichter” zu machen. Als sei ich nicht kompetent genug, einzuschätzen, was ich gerade brauche, als sei ich nicht in der Lage, den Text selber zu erschließen. Die Gesellschaft im Optimierungswahn greift nach meiner Langsamkeit und meinen Umwegen. Nach meinem Recht, in der Recherche eine Abzweigung zu nehmen und dabei auf etwas zu stoßen, das ich gar nicht gesucht habe, darauf, ein wenig abzuschweifen und umherzustreunen und ein wenig zu suchen. So ist es ja auch, wenn ich im Wald bin: Ich gehe raus, um einen bestimmten Vogel zu sehen, und komme mit einer Frage über Flechten zurück. Niemand geht im Wald spazieren, um möglichst schnell ans Ziel zu kommen.</p><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/47b95fd3-a325-4bb2-8808-6086347aa8a6/uploads/images/vjx64nkehp/2585E22D-00CD-43ED-95E5-4443D70162BA_1_102_o.jpeg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><p>Es gibt eine Parallele in der Ökologie zu all dem. Wer einen Wald „optimiert&quot;, also Totholz entfernt, den Boden begradigt, alles schön stutzt und schnellwachsende, effiziente Pflanzen setzt, bekommt einen aufgeräumten Forst. Der scheint erstmal total effizient, klar, aber das Ökosystem verarmt, und eine Monokultur ist nicht mehr selbsterhaltend sondern in absoluter Abhängigkeit von außen. Das war es dann mit der Effizienz. Totholz ist Lebensraum für Hunderte von Arten, von Käferlarven bis zu Pilzen, die wiederum Tiere und Pflanzen ernähren. Das Unaufgeräumte hält den Wald am Laufen. Ob das für menschliche Köpfe ähnlich gilt, ist eine Frage, die mich gerade umtreibt. Ich denke: Ja. Ohne Abschweifung keine Idee, keine Kreativität. Wenn ich nur noch effiziente Gedanken pflanze, eine uninspirierte Monokultur aus Worten, um Informationen einfach schnell zu verarbeiten und auch euch zu übermitteln, brauche ich irgendwann immer Hilfe von außen, da meine Kreativität absterben würde. Nachdenken braucht Übung und Zeit, das ist der Kern dieser ganzen Kür, das geht nicht von jetzt auf gleich. Nachdenken, überlegen, ein bisschen herumträumen und grübeln ist wichtig, das ist das, was uns Menschen ausmacht.</p><p>Es gibt diesen Moment beim Schreiben, den wahrscheinlich alle kennen, die regelmäßig Texte verfassen müssen: Man sitzt vor einem leeren Dokument und es passiert erst mal gar nichts. Die Gedanken kreisen, man trinkt Kaffee, starrt aus dem Fenster, schreibt einen Satz und löscht ihn wieder. Das fühlt sich an wie Zeitverschwendung, und rein technisch betrachtet ist es das vielleicht auch. Aber in dieser Leere formt sich etwas, in diesen Wörtern, die man eintippt und bei denen man sich dann denkt: Wow, was für ein Schrott. Der gute Gedanke, der am Ende hoffentlich auf dem Papier steht, hat diese Phase gebraucht, hat die Unordnung gebraucht, das Chaos, diese etwas verkrachten Umwege über eine oder zwei wirklich schlechte Ideen. Ich musste Marianengraben einmal in sehr schlecht schreiben, um zu sehen, wie ich es nicht machen will. Und wieder. Und wieder. Wenn mir ein Programm anbietet, diesen Prozess zu überspringen, wenn es mir direkt drei Varianten eines Gedankengangs für meinen Text liefern will, bevor ich überhaupt weiß, was ich sagen will, was das für ein Text werden soll, dann ist das eine perfekte Technik, um zu scheitern.</p><p>Mich macht das alles so müde.</p><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/47b95fd3-a325-4bb2-8808-6086347aa8a6/uploads/images/frcfoulkxi/0F21E754-1F68-4A41-AD48-494938892F28_1_102_o.jpeg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><p>„Effizienz&quot; ist inzwischen Maßstab für Dinge geworden, die gar keine Effizienz brauchen. Wir denken: Ein Spaziergang wird effizienter, wenn ich ihn tracke, Essen wird effizienter, wenn es möglichst schnell möglichst wenig nervig zuzubereiten ist, Recherche wird effizienter, wenn eine KI mir das Suchen abnimmt. Das Paradoxe daran: Je mehr mir abgenommen wird, desto erschöpfter bin ich. Vielleicht, weil die Entlastung sofort neue Räume für neue Optimierungen schafft. Die freigesparte Zeit füllt sich mit den nächsten Mails, der nächsten Aufgabe, es gibt immer was zu erledigen, nie gibt es Pause, kennt man ja. Außerdem wird mir der Spaß an der Sache genommen, ich verzettel mich nämlich recht gerne. Ich liebe es, bei Wikipedia zum Thema Symbiose einzusteigen und nach zwei Stunden auf der Wiki-Seite über Beechey Island wieder rauszukommen.</p><p>Und vielleicht ist das alles auch der Grund, warum ich in letzter Zeit wieder öfter rausgehe. Länger draußen bleibe. Dinge anfasse. Baumrinde, Moos, die rissige Oberfläche eines Feldsteins, die kleinen Knubbel eines alten Astes. Meine Finger suchen etwas, das Widerstand hat, vielleicht ein bisschen kratzt, das eine Geschichte in seiner Textur trägt und die ich nachspüren kann. Ich merke, wie sehr mir das fehlt: Oberflächen, die eine Struktur haben. Fast alles, was wir im Alltag berühren, ist glatt. Die Geräte, die Küchenschubladen, das Waschbecken, die Autos, Tastaturen, die Maus, das Trackpad, ein Thermosbecher, der Kugelschreiber, der Tablet-Pencil. Das fällt mir immer auf, wenn ich über die geschuppte Rinde eines Nadelbaums streiche, wenn ich barfuß im Garten stehe und wie so ein Hippie die Grashalme an meinen Füßen kitzeln spüre. Es fällt mir auf, wenn ich all die glatten Sachen ansehe, den Bildschirm anstarre wie jetzt gerade und mich eigentlich nach dem Anblick von Rinde, Kruste, von Nadeln und vielen kleinen Blättern regelrecht verzehre, wenn ich mich danach sehne, den Blick in die Ferne schweifen zu lassen und Bienen zu hören, fließendes Wasser, Vogelrufe und das leise Gemurmel von Menschen, die sich beim Spaziergang unterhalten. Und immer denke ich dabei: Uns wurde etwas genommen.</p><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/47b95fd3-a325-4bb2-8808-6086347aa8a6/uploads/images/t4psjcevzg/0A0EEE49-D9D9-43EB-81EA-9DEDD595E773_1_105_c.jpeg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><p>Mir fehlen auch die Farben. Ich bin Biologin, ich weiß, was Farbe in der Natur bedeutet: Lockruf, Warnung, Tarnung, Temperaturregulation. Farbe ist Information, Kommunikation, sie hat eine Funktion, sie ist Ergebnis von Millionen Jahren Selektion. Und dann schaue ich mich um in der Stadt. Die Autos sind grau, schwarz, weiß. Die Gebäude beige oder anthrazit. Die Jacken der Passantinnen und Passanten dunkelblau oder schwarz. Es ist, als hätten wir uns alle darauf geeinigt, dass Farbe etwas Unseriöses hat, ein bisschen peinlich und altmodisch ist. Dass visuelle Zurückhaltung (=Langeweile) gleichbedeutend mit Geschmack ist, dass nichts unser Auge mal so richtig interessieren und neugierig machen darf. Bloß nicht innehalten, bloß nicht stehenbleiben und etwas länger betrachten, es ist nicht effizient, hast du nichts zu erledigen, hast du es nicht eilig? Unser Kanzler sagt, wir seien alle faul, also lauf, lauf, schneller, schneller, s c h n e l l e r!</p><p>Ich kann das alles nicht mehr.</p><p>Es macht mich fertig. Ich sehne mich nach mehr Einfachheit, allerdings nicht nach Trad-Wife-Ästhetik mit Kittelschürze und weniger Rechten und Freiheiten. Das ist auch so eine Spielart der Überforderung vieler Menschen: Man sehnt sich nach etwas weniger Komplexität, nimmt die falsche Abzweigung und lässt sich auf TikTok oder Instagram erzählen, wieso man sich dem richtigen Mann, der es gut mit einem meint, durchaus unterordnen könne. Das meine ich nicht mit Einfachheit. Ich will meine eigenen Entscheidungen treffen, mein eigenes Leben führen, aber ich will nicht, dass mir die ganze Zeit jemand dabei in meinen Kopf bohrt und da reinbrüllt, und ja, es brüllt von allen Seiten. Ich hab das Gefühl, ich brauch mal ne Pause, muss mal richtig nachdenken, muss aufhören zu rennen und Mails zu beantworten und mir Sachen zusammenfassen zu lassen und Artikel zu lesen und zu hören und Bluesky zu scrollen und Instagram zu posten und Whatsapp zu antworten und alles zu tun, außer mir selbst mal zuzuhören.</p><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/47b95fd3-a325-4bb2-8808-6086347aa8a6/uploads/images/t5fr7ab3gd/7A9FD273-E4AA-487D-AF66-B1822C3827F6_1_102_o.jpeg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><p>Ich hab auch keine Lösung dafür parat, für … &lt;gestikuliert unsicher in die Ferne&gt; … all das. Diese gnadenlose (Post-)Moderne, die ihre Klauen in uns schlägt und uns verrückt macht. Ich kann nichts anderes tun als rausgehen, mich hinhocken und wie in Rebellion gegen diese ganze Optimierung eine Flechte betrachten, sie anstupsen und ihre Struktur an meinen Fingerspitzen fühlen, kann mich einfach nur drei Stunden draußen an den Fluss stellen und den Eisvogel beobachten, obwohl ich eigentlich anderes zu tun hätte, und gerade ist das okay für mich. Da kann ich keine KI sehen oder hören, die mich fragt: Soll ich das für dich zusammenfassen?</p><p>Nein danke, ich denke noch selbst.</p><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/47b95fd3-a325-4bb2-8808-6086347aa8a6/uploads/images/ya2fu7wics/86E65DE0-05FB-4989-88F2-431F8A4F2B39_1_105_c.jpeg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><p>Bis zum nächsten Mal</p><p>Jasmin</p><hr aria-hidden="true"/><p><em>Du möchtest mehr solcher Texte kostenlos ins Postfach? 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      <category><![CDATA[Allgemein]]></category>
      <media:content type="image/jpeg" url="https://assets.steadyhq.com/production/post/47b95fd3-a325-4bb2-8808-6086347aa8a6/uploads/images/dnajy27fwx/C3246134-4B21-4872-88E8-6A9A5CDF44DC_1_102_o.jpeg?auto=format&amp;h=787&amp;w=1400&amp;fit=fill&amp;fm=jpg&amp;crop=faces" medium="image"/>
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      <pubDate>Thu, 12 Feb 2026 15:49:13 +0000</pubDate>
    </item>
    <item>
      <title><![CDATA[Treue im Tierreich]]></title>
      <description><![CDATA[❤️ Eulen sind treuer als Schimpansen, Meisen gehen fremd und Bonobos lösen Konflikte mit Sex. Wie Tiere ihre Beziehungen führen. 🐦‍⬛]]></description>
      <content:encoded><![CDATA[<p><strong>Wusstest du, dass drei von vier vermeintlich treuen Vogelarten fremdgehen? Oder dass Bonobos Sex als Konfliktlösung nutzen und See-Elefanten-Bullen als „Strandmeister“ über ihre Harems herrschen? Schauen wir uns ein paar Liebesmodelle im Tierreich an!</strong></p><figure><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/aeeb9971-7910-44cd-bc65-ba2ba6705fa6/uploads/images/4yutaz6chb/wolfgang-hasselmann-TwLGzTFFFio-unsplash.jpg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><figcaption>Wolfgang Hasselmann für Unsplash.</figcaption></figure><p>Zwischen Biber und Schimpanse liegt ein Abgrund, das zeigt eine Studie, die Mark Dyble von der Universität Cambridge im Dezember 2025 veröffentlichte. Der Evolutionsanthropologe hat anhand von Geschwisterverhältnissen einen Monogamie-Index für verschiedene Säugetierarten errechnet: Je mehr Vollgeschwister in einer Population vorkommen (also Tiere mit denselben beiden Eltern), desto treuer lebt die Art. Biber führen die Rangliste mit 72 Prozent an. Menschen folgen mit 66 Prozent, knapp vor Erdmännchen mit 60 Prozent. Am anderen Ende der Skala: Berggorillas mit sechs Prozent, Schimpansen mit vier, Rhesusaffen mit gerade mal einem Prozent, die kleinen versexten Kerlchen. Wir Menschen stecken also mitten in der “Premier League der Monogamie”, wie Dyble es nennt.</p><p>Diese Zahlen werfen aber auch ein paar Fragen auf: Was bedeutet Monogamie im Tierreich überhaupt? Wie verliebt sich ein Albatros, wie hält ein See-Elefant seinen Harem zusammen, und warum haben Bonobos so viel Sex miteinander? Die Evolution hat ein Kaleidoskop an Paarungssystemen hervorgebracht, die jeweils eigenen Regeln folgen. Schauen wir uns doch mal ein paar der Konzepte an.</p><h2>Sex als Sozialverhalten: Die Bonobos</h2><p>Um zu verstehen, wie weit das Spektrum reicht, lohnt sich ein Blick auf unsere nächsten Verwandten. Bonobos (<em>Pan paniscus</em>) teilen über 98 Prozent ihres Genoms mit uns, doch ihr Beziehungsleben sieht völlig anders aus. In ihren Gruppen gehen mehrere Männchen und Weibchen langfristige Bindungen in verflochtenen Netzwerken ein, wir Biolog:innen sprechen da von <em>Polygynandrie</em>. Das Besondere: Die Menschenaffen haben Sex teilweise vom Fortpflanzungsakt entkoppelt. Sexuelle Interaktionen dienen der Konfliktlösung, dem Aufbau von Allianzen und der sozialen Kommunikation. Der Primatologe Frans de Waal (1948-2024) prägte dafür den Begriff »Versöhnungssex«. Nach Streitigkeiten paaren sich Bonobos häufig, um Spannungen abzubauen und die Wogen zu glätten.</p><figure><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/aeeb9971-7910-44cd-bc65-ba2ba6705fa6/uploads/images/ctpnr2ipsb/michael-kelso-9Xl_YCfMesE-unsplash.jpg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><figcaption>Michael Kelso für Unsplash.</figcaption></figure><p>Eine Studie an der Bonobo-Gemeinschaft im Rahmen des LuiKotale Bonobo Projekts im Kongo hat gezeigt, dass Weibchen untereinander besonders enge Bindungen pflegen. Sie reiben ihre Genitalien aneinander, was die Ausschüttung von Oxytocin steigert. Nach diesem gleichgeschlechtlichen Sex wiesen die Weibchen höhere Oxytocin-Werte auf als nach heterosexuellem Kontakt mit Männchen … das kennt man ja auch von Menschen, Stichwort Gender Orgasm Gap in Hetero-Beziehungen. Die hormonelle Reaktion jedenfalls festigt die Bindungen zwischen den Weibchen und ermöglicht die für Bonobos typischen weiblichen Koalitionen, die in der Rangordnung eine zentrale Rolle spielen. Sex ist bei dieser Art also ein Werkzeug der Diplomatie, ein … Schmiermittel ;))) … für den sozialen Zusammenhalt.</p><p><a href="https://steady.page/de/jasminschreiber/newsletter/sign_up"><em>💌 Neu hier? Jetzt diese Naturkolumne kostenlos abonnieren!💌</em></a></p><h2>Zwei Arten von Treue</h2><p>Bonobos bilden einen Pol des Spektrums. Am anderen Ende stehen Arten, die feste Paarbindungen eingehen. Forschende unterscheiden zwei Formen: soziale und sexuelle Monogamie. Bei der sozialen Monogamie teilen sich zwei Individuen die Aufgaben des Alltags, sie bauen gemeinsam Nester, verteidigen ihr Revier und ziehen den Nachwuchs groß. Ein eingespieltes Team also. Sexuelle Exklusivität gehört dabei häufig nicht zum Arrangement, da wird auch mal das Angebot außerhalb des heimischen Schlafzimmers … <em>exploriert</em>. Die sexuelle Monogamie dagegen definiert sich über die ausschließliche Paarung mit einem einzigen Partner, und die ist im Tierreich tatsächlich sehr selten: Bei Säugetieren leben weniger als fünf Prozent in festen Paarbindungen. Bei Vögeln sieht das anders aus: Über 90 Prozent aller Arten galten jahrelang als monogam und absolut treu. Doch eine Übersichtsstudie von Brouwer und Griffith aus dem Jahr 2019 hat das Bild zurechtgerückt. Die Forscher:innen fanden heraus, dass bei 76 Prozent der untersuchten angeblich monogamen Vogelarten Fremdvaterschaften vorkommen. Das heißt: Drei von vier vermeintlich treuen Vogelarten nutzen gern mal die Gunst der Stunde, wenn der Partner oder die Partnerin kurz beschäftigt ist, und schnackselt fremd. Sie sind also sozial monogam, aber eben nicht sexuell.</p><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/aeeb9971-7910-44cd-bc65-ba2ba6705fa6/uploads/images/q2o7hpx3ef/E7D7F6FA-6C90-4967-8A6E-F93EAA8FFCAD_1_105_c.jpeg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><p>Bei Blaumeisen (<em>Cyanistes cerulaeus</em>) haben Forscherinnen und Forscher des Max-Planck-Instituts für Ornithologie in Seewiesen sechs Jahre lang das Paarungsverhalten dokumentiert. Das Ergebnis: In jedem zweiten Nest ist mindestens ein Küken dabei, das genetisch von einem anderen Männchen stammt. Die Forschenden stellten auch fest, dass unverpaarte Männchen besonders von Seitensprüngen profitieren, weil die Küken aus fremden Nestern oft ihre einzigen Nachkommen sind.</p><p>Bei den australischen Prachtstaffelschwänzen (<em>Malurus cyaneus</em>) haben Forschende ein Muster entdeckt, das die Funktion von Seitensprüngen beleuchtet. Diese kleinen Singvögel mit dem auffällig blauen Gefieder der Männchen leben sozial monogam, doch genetisch sieht die Sache anders aus. Wenn ein Weibchen zufällig mit seinem eigenen Sohn in einer Partnerschaft lebt (was bei dieser Art gelegentlich vorkommt … 🫠), paart es sich ausnahmslos mit anderen Männchen (thank god). Die Inzuchtvermeidung funktioniert hier instinktiv und absolut zuverlässig. Über 26 Jahre Daten aus einer australischen Population zeigen: Mutter-Sohn-Beziehungen führen zu hundertprozentiger “Untreue”. Das Weibchen scheint genau zu wissen, wann genetische Vielfalt wichtiger ist als soziale Treue. Auch wenn es aus Menschenperspektive erstmal mega seltsam wirkt, dass Mutter und Sohn ein Paar bilden, aber es ist eben nur ein <em>soziales</em> Paar.</p><figure><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/aeeb9971-7910-44cd-bc65-ba2ba6705fa6/uploads/images/34k2pkezi6/Male_and_female_superb_fairy_wren.jpg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><figcaption>Pärchen des Prachtstaffelschwanzes, das Männchen links im Prachtkleid. benjamint444 für Wikimedia Commons.</figcaption></figure><h2>Die wirklich Treuen</h2><p>Es gibt sie aber, die Arten, die dem romantischen Disney-Ideal der sexuellen Monogamie nahekommen. Schneeeulen (<em>Bubo scandiacus</em>) zählen beispielsweise dazu: Männchen und Weibchen bleiben während ihrer Beziehung exklusiv beieinander, oft ein Leben lang. Doch auch hier spielen Umweltbedingungen eine Rolle. In Jahren, in denen Lemmingpopulationen explodieren und Nahrung im Überfluss vorhanden ist, teilen sich manchmal zwei Weibchen einen männlichen Partner. Der Grund: Ein Männchen kann dann zwei Gelege versorgen und doppelten Paarungserfolg erzielen, ohne sich zu verausgaben, und für beide Ladies ist das in Ordnung, solang sie nicht vernachlässigt werden.</p><p>Auch die Familie der Albatrosse leben ein Konzept der absoluten treuen Fernbeziehung. Diese Meeresvögel verbringen den Großteil ihres Lebens allein über dem offenen Ozean und treffen ihre Partner nur zur Fortpflanzung an den Brutkolonien. Vor der ersten Brut durchlaufen sie eine lange Verlobungsphase, in der sie synchron tanzen, sich gegenseitig das Gefieder putzen und ihre Rufe aufeinander abstimmen. Dieser aufwendige Kennenlernprozess schafft das Vertrauen, das bei einem Lebensmodell unverzichtbar ist, bei dem man sich monatelang aus den Augen verliert und aber drauf bauen muss, dass der andere am Treffpunkt auf einen wartet.</p><p>Höckerschwäne (<em>Cygnus olor</em>) gelten ebenfalls als Symbole der Treue, doch auch bei ihnen kommen Seitensprünge vor. Besonders während der Brutzeit, wenn das Weibchen auf dem Nest sitzt, flirtet das Männchen gelegentlich mit anderen Schwänen, interessanterweise ohne Präferenz für ein bestimmtes Geschlecht. Da werden auch mal Robert aus dem Bowlingteam Avancen gemacht, wieso auch nicht.</p><figure><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/aeeb9971-7910-44cd-bc65-ba2ba6705fa6/uploads/images/a64ahgfql6/sarka-krnavkova-5E0JOTXFVco-unsplash.jpg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><figcaption>Šárka Krňávková für Unsplash.</figcaption></figure><h2>Saisonehen und einvernehmliche Trennungen</h2><p>Manche Arten praktizieren Monogamie auf Zeit. Amseln (<em>Turdus merula</em>) finden sich zu Beginn der Brutsaison als Paare zusammen, kooperieren beim Nestbau, beim Brüten und bei der Aufzucht der Jungen. Wenn die Küken flügge sind, löst sich das Band, und im nächsten Frühjahr beginnt das Spiel von vorn, meist mit anderen Partnern. Rotkehlchen (<em>Erithacus rubecula</em>) verhalten sich ähnlich: Sie gehen Saisonehen ein, bringen zwei bis drei Gelege durch und trennen sich dann ohne Drama. Eine Studie an einer städtischen Amselpopulation in Polen ergab, dass Fremdvaterschaften hier seltener vorkommen als bei Artgenossen auf dem Land. Offenbar wachen die städtischen Männchen intensiver über ihre Partnerinnen, was diesen weniger Gelegenheiten für Seitensprünge lässt.</p><p>Serielle Monogamie macht evolutionär Sinn, wenn Ressourcen wie Nahrung und Nistplätze saisonalen Schwankungen unterliegen. Durch den jährlichen Partnerwechsel können sich die Vögel Territorien mit günstigeren Bedingungen erschließen und sich immer wieder upgraden. Gleichzeitig fördert der Wechsel die genetische Vielfalt des Nachwuchses und hält den Genpool durchmischt, was die Anpassungsfähigkeit der Art stärkt.</p><h2>Harems, Kämpfe und Strandmeister</h2><p>Am anderen Ende des Spektrums stehen Arten mit polygamen Systemen, bei denen ein Individuum mehrere Partner hat. Bei der <em>Polygynie</em> konkurrieren Männchen um Zugang zu Weibchen. See-Elefanten (<em>Mirounga</em>), die größten Robben der Welt, liefern ein Beispiel dafür. Während der Paarungszeit versammeln sich die sonst einzelgängerischen Tiere an den Stränden zu Kolonien. Ein dominanter Bulle kontrolliert einen Harem von zehn bis zwanzig Kühen. Biologen und Biologinnen nennen ihn den »Strandmeister«, und ich finde den Namen ganz fabelhaft. Um diese Position zu halten, tragen die Bullen Kämpfe aus, bei denen sie sich mit ihren massigen Körpern rammen und mit den Hauern verletzen. Jüngere und schwächere Männchen werden an den Rand der Kolonie gedrängt, wo sie unter schlechteren Bedingungen auf ihre Chance warten. Sie versuchen immer wieder, sich den Kühen zu nähern, was über Wochen zu wiederholten, oft blutigen Auseinandersetzungen führt. Unter dem Schutz des Strandmeisters bringen die Kühe ihren Nachwuchs zur Welt, und nach einigen Wochen der Aufzucht paaren sie sich erneut mit den dominanten Bullen.</p><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/aeeb9971-7910-44cd-bc65-ba2ba6705fa6/uploads/images/hp6qlsqyzu/97_-_strandmeister.jpg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><h2>Rollentausch beim Drosseluferläufer</h2><p>Die <em>Polyandrie</em>, bei der sich ein Weibchen mit mehreren Männchen paart, kommt seltener vor, aber es gibt sie. Beim Drosseluferläufer (<em>Actitis macularius</em>) kann man das beispielsweise gut beobachten. Bei diesen adretten Watvögeln kehren die Weibchen als Erste zu den Brutplätzen zurück und kämpfen erbittert um die besten Reviere am Ufer. Sobald die Männchen eintreffen, wechseln die Weibchen von der Rivalität zum Werben. Sie nähern sich den Männchen und präsentieren ihr geflecktes Gefieder, das auffälliger gemustert ist als das der Männchen. Diese schüchternen Junggesellen verhalten sich eher zurückhaltend und warten darauf, dass die Weibchen die Initiative ergreifen. Die Umkehr der klassischen Geschlechterrollen geht mit einer hormonellen Besonderheit einher: Während der Balz weisen die Weibchen erhöhte Testosteronspiegel auf, die ihr konkurrenzbetontes Verhalten unterstützen. Nach der Paarung legt das Weibchen seine Eier in ein vom Männchen vorbereitetes Nest. Manchmal entwickelt sich daraus eine monogame Beziehung, häufiger aber zieht das Weibchen weiter zum nächsten Männchen, während der erste Vater allein brütet und die Kinder aufzieht. Das nenne ich mal female empowerment!</p><figure><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/aeeb9971-7910-44cd-bc65-ba2ba6705fa6/uploads/images/mizcmemdot/26_-_drosseluferlaufer.jpg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><figcaption>Ein Drosseluferläuferweibchen</figcaption></figure><p>Der Vorteil der Polygamie liegt auf der Hand: Sie steigert den Fortpflanzungserfolg, weil ein Tier mehr Nachkommen zeugen kann. Die genetische Vielfalt wächst, was Populationen widerstandsfähiger gegen Krankheiten und Umweltveränderungen macht. Wo polygame Strukturen existieren, ohne dass soziale Bindungen entstehen, spricht die Wissenschaft jedoch von Promiskuität … das wäre dann sowas wie ein One-Night-Stand. Der Begriff ist hier jedoch wertneutral gemeint und beschreibt lediglich ein Paarungssystem mit wechselnden Partnern.</p><p>Wenn du also das nächste Mal Schwäne am Teich beobachtest, wirst du das Geschehen jetzt vielleicht mit anderen Augen sehen: Hinter jedem Balzritual, hinter jedem Revierkampf steckt eine ganz eigene evolutionäre Logik, und vielleicht gar nicht so viel Disney, wie wir es uns wünschen würden. Das ist aber auch besser so.</p><p>Bis zum nächsten Mal</p><p>Jasmin</p><hr aria-hidden="true"/><h2><mark style="background-color: rgb(247, 227, 225); color: inherit">Doku-Tipps zum Thema</mark></h2><ul><li><p>Erlebnis Erde: <a href="https://www.ardmediathek.de/video/erlebnis-erde/wilder-fruehling-tierische-liebe-zwischen-oberrhein-und-zugspitze/swr/Y3JpZDovL3N3ci5kZS9hZXgvbzIwMjY1Mjc">Wilder Frühling - Tierische Liebe zwischen Oberrhein und Zugspitze»</a></p></li><li><p><a href="https://www.ardmediathek.de/video/erlebnis-erde/wilde-eltern-mit-leidenschaft-zum-nachwuchs/das-erste/Y3JpZDovL3dkci5kZS9CZWl0cmFnLXNvcGhvcmEtMjljMDMwYTMtNDBmYy00M2YzLTk2ODMtZDU4ZTdmOWIyMzc3">Wilde Eltern: Mit Leidenschaft zum Nachwuchs»</a></p></li><li><p><a href="https://www.youtube.com/watch?v=CdrNtCXUjHE">Das Liebesspiel der Krabbeltiere»</a></p></li></ul><h2><mark style="background-color: rgb(250, 232, 214); color: inherit">Buch-Tipp</mark></h2><p>GANZ UNEIGENNÜTZIG, haha! Das Buch von meinem Mann Lorenz und mir zum Thema Liebe und Sex bei Mensch und Tier: Liebe, Sex und Erblichkeit, erschienen im Herbst 2024</p><p><a href="https://shop.autorenwelt.de/products/liebe-sex-und-erblichkeit-von-jasmin-schreiber-lorenz-adlung-und-dr-lorenz-adlung?srsltid=AfmBOooj6UyYK2X-JMIsBLFq-WaSs6GtkIjCS96lw5l2gIkA32zIc2LN">Hier autor:innenfreundlich bestellen»</a></p><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/aeeb9971-7910-44cd-bc65-ba2ba6705fa6/uploads/images/xq5f6drcxd/lse-cover.PNG?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><hr aria-hidden="true"/><p>🌿 Gärtnern für die Artenvielfalt? Abonniere meine kostenfreie Gartenkolumne, <a href="https://steadyhq.com/de/hortarium/about">in der wir auf Balkonen, im Garten und auf der Fensterbank naturnah gärtnern»</a></p><p>🎙️ Höre meinen Biologie-Podcast <a href="https://bugtales.fm/">beim Podcastanbieter deiner Wahl</a>»</p><p><strong>Ich würde mich auch freuen, wenn du mir auf Social Media folgst:</strong><br/>👩🏻‍🌾 Garten-Updates: <a href="https://www.instagram.com/insektengarten">Mein Garten-Account auf Instagram</a>»<br/>📗 Mein normaler <a href="https://www.instagram.com/lavievagabonde">Instagram-Account als Autorin»</a><br/>🌤️ <a href="https://bsky.app/profile/schreibersnaturarium.de">Mein Account auf Bluesky</a>»<br/>🦣 <a href="https://chaos.social/@lavievagabonde">Mein Account auf Mastodon</a>»</p><p><em>Falls du es kannst und willst und findest, dass dieser Content etwas wert ist, würde ich mich sehr freuen, wenn auch du mich auf Steady mit einer Mitgliedschaft unterstützt. &lt;3</em></p><p><a href="https://steady.page/de/jasminschreiber/about">Mitglied werden</a></p><hr/><p>QUELLEN</p><p>Brouwer, Lyanne, und Simon C. Griffith. 2019. „Extra Pair Paternity in Birds.“ <em>Molecular Ecology</em> 28, Nr. 22: 4864–4882. <a href="https://doi.org/10.1111/mec.15259">https://doi.org/10.1111/mec.15259</a>.</p><p>Cockburn, Andrew. 2003. „Divorce, Dispersal and Incest Avoidance in the Cooperatively Breeding Superb Fairy Wren <em>Malurus cyaneus</em>.“ <em>Journal of Animal Ecology</em> 72, Nr. 2: 189–202. <a href="https://besjournals.onlinelibrary.wiley.com/doi/10.1046/j.1365-2656.2003.00694.x">https://besjournals.onlinelibrary.wiley.com/doi/10.1046/j.1365-2656.2003.00694.x</a>.</p><p>Dyble, Mark. 2025. „Human Monogamy in Mammalian Context.“ <em>Proceedings of the Royal Society B: Biological Sciences</em> 292, Nr. 2060: 20252163. <a href="https://doi.org/10.1098/rspb.2025.2163">https://doi.org/10.1098/rspb.2025.2163</a>.</p><p>Schlicht, Lisa, Arne H. Møller, Philipp Heeb, und Michael Wink. 2013. „Effects of Social and Extra Pair Mating on Sexual Selection in Blue Tits (<em>Cyanistes caeruleus</em>).“ <em>Evolution</em> 67, Nr. 6: 1701–1713. <a href="https://onlinelibrary.wiley.com/doi/10.1111/evo.12073">https://onlinelibrary.wiley.com/doi/10.1111/evo.12073</a>.</p><p>Moscovice, Liza R., Martin Surbeck, Barbara Fruth, Gottfried Hohmann, Adrian V. Jaeggi, und Tobias Deschner. 2019. „The Cooperative Sex: Sexual Interactions among Female Bonobos Are Linked to Increases in Oxytocin, Proximity and Coalitions.“ <em>Hormones and Behavior</em> 116 (November): 104581. <a href="https://doi.org/10.1016/j.yhbeh.2019.104581">https://doi.org/10.1016/j.yhbeh.2019.104581</a>.</p><p>Petrosky, Anna L. 2018. „Digest: Extra Pair Mating and Inbreeding Avoidance in a Socially Monogamous Fairy Wren.“ <em>Evolution</em> 72, Nr. 7: 1535–1536. <a href="https://doi.org/10.1111/evo.13526">https://doi.org/10.1111/evo.13526</a>.</p><p>Wysocki, D., M. Cholewa, A. Gwiazdowska, K. Halupka, R. Rutkowski, und M. Szenejko. 2023. „Low Level of Extra Pair Paternity in an Urban Population of Blackbirds.“ <em>The European Zoological Journal</em> 90, Nr. 1: 307–312.</p>]]></content:encoded>
      <category><![CDATA[Allgemein]]></category>
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      <pubDate>Sun, 08 Feb 2026 07:46:00 +0000</pubDate>
    </item>
    <item>
      <title><![CDATA[Vogelupdate Januar]]></title>
      <description><![CDATA[🐦‍⬛ Willkommen zum ersten Vogelupdate im Januar! Wir schauen uns an, wie mein obsessiver Start (hüstel) in die Vogelbeobachtung so läuft. 🦅]]></description>
      <content:encoded><![CDATA[<p><strong>Willkommen zum ersten Vogelupdate im Januar! Wir schauen uns an, wie mein obsessiver Start (hüstel) in die richtige Vogelbeobachtung so läuft, welche Arten ich im Januar getroffen habe und was mir leicht fiel, was aber auch schwierig war. Ich schicke es jetzt schon ab, da ich in den nächsten 2 Tagen sowieso nicht mehr zum Birding komme, sehe den Januar also als abgeschlossen an. Gehen wir rein!</strong></p><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/40e20bd2-e5c3-4511-941e-6ec531f0ba57/uploads/images/2eanudqpwg/Unbenanntes_Projekt_9.png?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><p>Ich sag wie’s ist: Lange Zeit existierten Vögel für mich nur am Rand meiner Wahrnehmung. Während meines Biologiestudiums zogen meine Kommilitoninnen und Kommilitonen bei den Sommerexkursionen mit wuchtigen Ferngläsern und Spektiven durch die Landschaft, keuchend unter dem Gewicht ihrer Ausrüstung. Ich trug nur eine Taschenlupe um den Hals, den Blick auf Insekten gerichtet. Was größer als eine Zwei-Euro-Münze war, hat mich einfach echt nicht interessiert. Mein Fokus lag allein auf allem, das Fühler hatte.</p><p>Es heißt, das Älterwerden verschiebe die Vorlieben. In den Dreißigern entdecke man Dinge, die einen mit zwanzig noch gleichgültig ließen. Man beginne, gutes Olivenöl zu schätzen, rede übers Wetter, entwickle eine Vorliebe für bequeme Schuhe. In dem Sinne entwickle ich mich altersgerecht und schreibe diese Ausgabe, während ich meine Birkenstock-Latschen trage. Ich hab mittlerweile auch Birkenstock-Winterschuhe und ja, anscheinend bin ich mit nun 38 Jahren gut on track, mich in meine Mutter zu verwandeln. Niemand hat mir aber erzählt, dass ich eines morgens aufwachen und mich für Botanik interessieren würde. Diese Obsession begleitet mich jetzt seit drei Jahren, und es wird immer schlimmer. Ich dachte eigentlich, dass ich damit meinen Part von “entwickelt komischen Hyperfokus auf irgendwas in der Natur” erledigt hätte, doch dann fing das mit den Vögeln an. Wie das zustande kam, und was ich dabei empfand, hab ich hier schon einmal in einem Essay aufgeschrieben:</p><a href="https://steady.page/de/jasminschreiber/posts/53285896-aaee-43b7-a083-1c5ddec55511">https://steady.page/de/jasminschreiber/posts/53285896-aaee-43b7-a083-1c5ddec55511</a><p>Und nun sind wir hier. Irgendwie hatte ich erwartet, dass sich das irgendwann wieder legt, aber nein. Mittlerweile renne ich draußen dauernd mit meiner Bazooka von Vogelobjektiv herum und kann kaum ein normales Gespräch führen, ohne plötzlich innezuhalten und Sachen zu sagen wie “Moment, ich glaub ich hör was”, oder “Achtung, da ist ein Trupp Gimpel im Anmarsch” oder “war das eine Schwanzmeise?”.</p><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/40e20bd2-e5c3-4511-941e-6ec531f0ba57/uploads/images/wzkczvfovy/spoiler-this-first-exchange-is-the-perfect-way-it-could-v0-9z8l9odp81391.png?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><p>JEDENFALLS … ist es jetzt so, wie es ist. Und jetzt schauen wir erst einmal, welche Vögel ich im Januar alles getroffen habe.</p><p>Mein Januar-Zähler steht aktuell bei <strong>31 Arten</strong>. Stockenten, Kormorane, Blaumeisen, Kohlmeisen, Rotkehlchen, die üblichen Verdächtigen eben, die ich auch vorher schon kannte. Ich lebe in der Großstadt, aber eben direkt an einem Fluss, und ich dachte lange, diese Vögel wären im Grunde alles, was hier so rumfliegt. Amseln, Meisen, Tauben, fertig.</p><p><strong>Dass ich so falsch lag, ist mein größtes Learning aus den letzten Wochen.</strong></p><p>Denn neben den Arten, die mir sowieso täglich begegneten, habe ich plötzlich Vögel entdeckt, bei denen ich keine Ahnung hatte, dass sie direkt vor meiner Haustür leben. Schwanzmeisen zum Beispiel, die so winzig sind und so schnell von Ast zu Ast springen, dass sie im Geäst vor meinen Augen fast verschwimmen. Gimpel, die ganz oben in der Baumkrone sitzen, wo ich nie hingeschaut hätte, weil unsere alten Bäume in meinem Viertel so hoch sind, dass man die Vögel mit bloßem Auge kaum erkennt, wenn man nicht gezielt danach sucht. Kleiber und Gartenbaumläufer, die ich vorher schlicht übersehen habe. Und den Eisvogel, der direkt bei mir am Haus jagt, was ich erst weiß, seit ich angefangen habe, wirklich hinzuschauen.</p><p>Diese Arten waren ja schon immer da. Ich bin seit Jahren an diesem Fluss entlanggelaufen, habe auf derselben Bank gesessen, mich da ins Gras gekauert und nach Insekten geguckt, habe Pflanzen kartiert. Die Vögel haben die ganze Zeit über meinem Kopf gelebt, und ich habe sie einfach nicht wirklich wahrgenommen. Man muss anders gucken, wenn man Vögel wirklich entdecken will, man muss den Blick nach oben richten (Neuland für mich Insektenfan, ich guck halt eher runter), auf die Bewegung im Geäst achten, Rufe zuordnen lernen (das ist mein größtes Problem: Ich kann mir keine Vogelstimmen merken. Ging früher okay, seit Covid geht’s aber gar nicht mehr, keine Ahnung, welche Sicherung da in meinem Hirn gegrillt wurde). Sich auf die Vogelbeobachtung einzulassen öffnet eine komplett neue Wahrnehmungsebene, und das versuche ich Leuten ja auch immer bei Insekten zu erklären. Die Welt ist voller Lebewesen, die wir einfach übersehen, weil wir nie gelernt haben, sie zu beachten und irgendwie auch zu priorisieren.</p><p>So sieht es jedenfalls aktuell bei mir aus:</p><figure><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/40e20bd2-e5c3-4511-941e-6ec531f0ba57/uploads/images/7rdpnnlmmj/IMG_8707.jpg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><figcaption>Screenshot aus eBird, wo ich meine Beobachtungen für mich tracke.</figcaption></figure><p>ABER! Dass mein Zähler im ersten Monat so hoch ist, liegt natürlich nicht daran, dass ich jetzt vier Wochen im Schilf gelegen habe oder einfach besonders geil begabt in der Vogelbeobachtung bin, eine Art Vogelflüsterin. Ha ha – nein. Die Zahl hat sich stattdessen einfach dadurch ergeben, dass ich zum ersten Mal systematisch beobachte und jede Art “neu” ist, wenn ich anfange, sie aufzuschreiben. Die kommenden Monate werden anders aussehen, die Kurve wird massiv absacken, dann wieder ansteigen, wenn die Zugvögel zurückkommen, und insgesamt ziemlich unregelmäßig verlaufen – je nachdem, wie oft ich es rausschaffe, denn ich bin gerade ab Februar auf Buchtour und Reisen und habe Monate, in denen ich insgesamt vielleicht eine Woche zu Hause bin. Und selbst wenn ich dann mal in meiner eigenen Wohnung aufwache, heißt das noch lange nicht, dass ich Zeit habe, mit dem Fernglas und/oder der Kamera durch die Gegend zu ziehen. Manchmal reicht es gerade so, die Krähen vom Dachgarten aus zu grüßen und das als Vogelbeobachtung zu verbuchen. Na ja.</p><h2><mark style="background-color: rgb(222, 244, 220); color: inherit">Die Liste</mark></h2><p>Das ist meine Januar-Liste, sortiert einfach in der Reihenfolge, in der ich die Vögel aufgezeichnet habe:</p><h3>Buchfink (<em>Fringilla coelebs</em>)</h3><figure><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/40e20bd2-e5c3-4511-941e-6ec531f0ba57/uploads/images/jbgmpycdmq/169A7785.jpg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><figcaption>Ein Buchfinkweibchen</figcaption></figure><p>Fun Fact zum Buchfink: Im Winter sieht man hier meistens mehr Männchen, weil viele der Weibchen lieber in den Süden ziehen und ihre Partner allein im Kalten sitzen lassen. Carl von Linné fand das so amüsant, dass er dem Buchfink den lateinischen Namen <em>coelebs</em> gab, was so viel heißt wie „Junggeselle&quot; oder “frauenlos”.</p><figure><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/40e20bd2-e5c3-4511-941e-6ec531f0ba57/uploads/images/kzkwnvau3w/2Y4A2421.JPG?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><figcaption>Das Männchen erkennt man an der kräftig gefärbten Brust. Weibchen und Jungtiere sind unauffälliger gefärbt.</figcaption></figure><h3>Kohlmeise (<em>Parus major</em>)</h3><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/40e20bd2-e5c3-4511-941e-6ec531f0ba57/uploads/images/g6puohqdja/75B668C3-63B2-4079-91F2-2BB310CE292B_1_102_o.jpeg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/40e20bd2-e5c3-4511-941e-6ec531f0ba57/uploads/images/etuirsm6bf/2Y4A5928.jpg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><h3>Blaumeise (<em>Cyanistes caeruleus</em>)</h3><p>Not so fun fact: Vielleicht erinnerst du dich: Im Frühjahr 2020 raffte das Bakterium <em>Suttonella ornithocola</em> massenhaft Blaumeisen dahin, die dadurch eine tödliche Lungenentzündung entwickelten. Die Bestände brachen damals um über zwanzig Prozent ein. Aber: Inzwischen scheint sich die Population erholt zu haben, und ich sehe bei mir wieder regelmäßig Blaumeisen durch die Äste turnen.</p><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/40e20bd2-e5c3-4511-941e-6ec531f0ba57/uploads/images/wg2pjrangr/2Y4A4766-2.jpg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/40e20bd2-e5c3-4511-941e-6ec531f0ba57/uploads/images/j36pjfacz2/2Y4A0127.jpg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><h2>Gimpel (<em>Pyrrhula pyrrhula</em>)</h2><figure><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/40e20bd2-e5c3-4511-941e-6ec531f0ba57/uploads/images/43d6h3fuqh/96EE8927-B17F-4098-8251-2D72F89FA64D_1_102_o.jpeg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><figcaption>Weibchen und Jungvögel erkennt man am braunen schlichten Federkleid.</figcaption></figure><figure><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/40e20bd2-e5c3-4511-941e-6ec531f0ba57/uploads/images/xulaq62bs7/2Y4A1504.jpg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><figcaption>Die Männchen sind kräftig rot gefärbt.</figcaption></figure><h3>Amsel (<em>Turdus merula</em>)</h3><figure><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/40e20bd2-e5c3-4511-941e-6ec531f0ba57/uploads/images/z7ijx75vr5/2Y4A1196.jpg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><figcaption>Auch hier erkennt man das Weibchen am braunen Federkleid.</figcaption></figure><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/40e20bd2-e5c3-4511-941e-6ec531f0ba57/uploads/images/qehny5mhwq/169A8215.jpg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><figure><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/40e20bd2-e5c3-4511-941e-6ec531f0ba57/uploads/images/rcl3rhamt4/2Y4A7468-2.jpg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><figcaption>Das schwarzgefärbte Männchen fällt durch seinen leuchtend gelben Schnabel auf.</figcaption></figure><h3>Elster (<em>Pica pica</em>)</h3><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/40e20bd2-e5c3-4511-941e-6ec531f0ba57/uploads/images/6lbwdpxduu/2Y4A2914.jpg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/40e20bd2-e5c3-4511-941e-6ec531f0ba57/uploads/images/c3imw5rxhq/169A8382.jpg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><h3>Eichelhäher (<em>Garrulus glandarius</em>)</h3><p>Die Kerlchen verstecken jedes Jahr mehrere tausend Eicheln, um einen schönen Vorrat anzulegen. Ein gar nicht so kleiner Teil davon gerät in Vergessenheit und keimt. Deshalb ist er auch als “Förster des Waldes” bekannt, denn kaum ein anderes Tier “pflanzt” so viele Bäume wie er.</p><p><a href="https://steady.page/de/jasminschreiber/newsletter/sign_up">💌 Neu hier? 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Dennoch erkennt man im reingecroppten Pixelmatsch die interessante Färbung der Rotdrosseln:</p><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/40e20bd2-e5c3-4511-941e-6ec531f0ba57/uploads/images/kyyh7cpb32/Bildschirmfoto_2026-01-29_um_11.27.52.png?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><h3>Baumläufer (<em>Certhia sp.</em>)</h3><p>Die sind schwer auseinanderzuhalten, ich vermute hier einen Waldbaumläufer (<em>Certhia familiaris</em>).</p><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/40e20bd2-e5c3-4511-941e-6ec531f0ba57/uploads/images/kyimauknvn/169A6095.JPG?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><p>Ich finde, die sind echt gut getarnt. Vor allem, wenn man eine Perspektive hat, in der man den weißen Bauch nicht so sehr sieht.</p><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/40e20bd2-e5c3-4511-941e-6ec531f0ba57/uploads/images/orubtojwqr/169A6093.JPG?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><h3>Kernbeißer (<em>Coccothraustes coccothraustes</em>)</h3><p>Bei dem habe ich kein Foto geschafft, ich habe ihn rufen gehört, bin in seine Nähe und hab ihn kurz gesehen, bevor er aufgeflogen und weggeflattert ist, weil eine Krähe kam und der Meinung war, dass sie jetzt genau da sitzen will, wo er sitzt. Seufz. Das gehört eben auch dazu, nicht? Vielleicht kriege ich noch eine Chance.</p><h3>Heckenbraunelle (<em>Prunella modularis</em>)</h3><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/40e20bd2-e5c3-4511-941e-6ec531f0ba57/uploads/images/qmcj5rwg4e/2Y4A3237.jpg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><p>Leider kein so gutes Foto. Ich habe bessere aus dem Sommer, aber meine Regel ist ja: Nur Fotos aus dem Monat, in dem ich den Vogel im Rahmen dieses Projektes gesehen und dokumentiert habe, also muss das reichen.</p><h3>Rotkehlchen (<em>Erithacus rubecula</em>)</h3><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/40e20bd2-e5c3-4511-941e-6ec531f0ba57/uploads/images/laa4eykzfl/2Y4A6057.jpg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/40e20bd2-e5c3-4511-941e-6ec531f0ba57/uploads/images/pw5w77icqt/2Y4A6425.jpg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><p>Ich finde hier sieht man besonders gut, wie sich die Federn &quot;spreizen&quot;, sodass das Rotkehlchen sich aufplustern kann, um nicht zu frieren.</p><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/40e20bd2-e5c3-4511-941e-6ec531f0ba57/uploads/images/dbdm44qqes/2Y4A9706.jpg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><h3>Zaunkönig (<em>Troglodytes troglodytes</em>)</h3><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/40e20bd2-e5c3-4511-941e-6ec531f0ba57/uploads/images/5bfg6wfbhm/2Y4A5951.JPG?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><h3>Kleiber (<em>Sitta europaea</em>)</h3><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/40e20bd2-e5c3-4511-941e-6ec531f0ba57/uploads/images/jjadqu7syy/169A7959.jpg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/40e20bd2-e5c3-4511-941e-6ec531f0ba57/uploads/images/mttfzjvvsk/169A7926.jpg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><h3>Buntspecht (<em>Dendrocopos major</em>)</h3><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/40e20bd2-e5c3-4511-941e-6ec531f0ba57/uploads/images/uu7mjd3eyc/169A7628.jpg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/40e20bd2-e5c3-4511-941e-6ec531f0ba57/uploads/images/lp3pjj4dbr/_A7R6533.jpg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><h3>Stockente (<em>Anas platyrhynchos</em>)</h3><figure><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/40e20bd2-e5c3-4511-941e-6ec531f0ba57/uploads/images/qtengylfrd/C274CF52-3116-41F6-BBB2-D52F89D903DF_1_102_o.jpeg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><figcaption>Hier siehst du ein Männchen und zwei Weibchen beim Mittagsschlaf.</figcaption></figure><p>Im Prachtkleid ist der Stockenten-Erpel unverwechselbar: grün schillernder Kopf, weißer Halsring, gelber Schnabel. Das Weibchen trägt das ganze Jahr über ein braun gesprenkeltes Tarnkleid mit orangefarbenem Schnabel. Im Sommer allerdings mausern die Männchen in ein Schlichtkleid und sehen den Weibchen plötzlich zum Verwechseln ähnlich. Wer dann am Teich steht und nur braune Enten sieht, könnte meinen, alle Erpel seien verschwunden. Das Unterscheidungsmerkmal bleibt aber der Schnabel: Der ist beim Männchen auch im Schlichtkleid leuchtend gelb, während das Weibchen einen orange-grauen Schnabel mit dunklen Flecken oder Farbverläufen hat.</p><figure><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/40e20bd2-e5c3-4511-941e-6ec531f0ba57/uploads/images/t4ezn5okzf/169A7745.jpg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><figcaption>Bei den Stockenten mit dabei war diese fehlfarbige Ente. Vielleicht ein Hybrid aus einer weißen Hausente und Stockente.</figcaption></figure><h3>Schwanzmeise (<em>Aegithalos caudatus</em>)</h3><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/40e20bd2-e5c3-4511-941e-6ec531f0ba57/uploads/images/p77wlsrykl/Bildschirmfoto_2026-01-29_um_11.02.09.png?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><p>Fun Fact bei denen: Schwanzmeisen bauen elastische Nester aus Moos, Spinnseide und Flechten. Das Material federt Wind und Bewegung ab und ist dadurch recht stabil und widerstandsfähig. Ich hab noch nie so ein Nest gesehen, aber werde zur Brutzeit echt mal die Augen offen halten, würde sowas nämlich gern mal sehen (aus der Ferne mit dem langen Objektiv, kommt bitte bloß niemals auf die Idee, nach irgendwelchen Nestern zu “suchen” und zu kruscheln.)</p><h3>Rabenkrähe (<em>Corvus corone</em>)</h3><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/40e20bd2-e5c3-4511-941e-6ec531f0ba57/uploads/images/qzuof2fafi/1863FE65-03B9-4D9B-891F-3B7D21F87AD7_1_102_o.jpeg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/40e20bd2-e5c3-4511-941e-6ec531f0ba57/uploads/images/x34x4dizxs/169A5508.jpg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><h3>Eisvogel (<em>Alcedo atthis</em>)</h3><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/40e20bd2-e5c3-4511-941e-6ec531f0ba57/uploads/images/cfol5ga3d5/86E65DE0-05FB-4989-88F2-431F8A4F2B39.jpeg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><p>Ein Fun Fact zu den Farben: Das leuchtende Blau des Eisvogels ist eine Illusion! In seinen Federn steckt kein eiiiiinziges blaues Pigment, und wenn man eine Feder zerreibt, verschwindet die Farbe komplett. Stattdessen entsteht dieser wunderhübsche Farbeindruck durch winzige Strukturen in den Federn, die das einfallende Licht brechen und reflektieren. Je nach Lichteinfall schimmert der Rücken mal türkis, mal kobaltblau, mal fast grünlich. Die orange Brust hingegen verdankt ihre Farbe tatsächlich Pigmenten, und zwar den Carotinoiden.</p><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/40e20bd2-e5c3-4511-941e-6ec531f0ba57/uploads/images/ahg2kbdlr6/D70F640A-EC36-4B30-BCBA-D83E112C1E72_1_102_o.jpeg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><h3>Mäusebussard (<em>Buteo buteo</em>)</h3><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/40e20bd2-e5c3-4511-941e-6ec531f0ba57/uploads/images/5jdfkqgesc/169A8038.jpg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><p>Der chillt einfach morgens gern auf der anderen Seite des Flusses auf einem Sonnenschirm. Seit ich das weiß, sehe ich den Mäusebussard regelmäßig dort. Von Frühjahr bis Herbst fliegt der recht zuverlässig zwischen 11:30 und 13 Uhr über meinem Dachgarten herum.</p><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/40e20bd2-e5c3-4511-941e-6ec531f0ba57/uploads/images/bgo6zyt3oa/2Y4A8845_Kopie.jpg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><h3>Silbermöve (<em>Larus argentatus</em>)</h3><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/40e20bd2-e5c3-4511-941e-6ec531f0ba57/uploads/images/2bl7izgzt5/514BA478-188C-4A8F-A128-784D3B20470B_1_105_c.jpeg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><h3>Teichhuhn (<em>Gallinula chloropus</em>)</h3><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/40e20bd2-e5c3-4511-941e-6ec531f0ba57/uploads/images/aww3xyx6ee/2Y4A6662.jpg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><p>Ich finde bei den Teichhühnern sieht man an den Füßen irgendwie besonders deutlich, dass das irgendwie auch Dinosaurier sind, oder?</p><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/40e20bd2-e5c3-4511-941e-6ec531f0ba57/uploads/images/srt4ujxlpk/Bildschirmfoto_2026-01-29_um_11.34.03.png?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><h3>Ringeltaube (<em>Columba palumbus</em>)</h3><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/40e20bd2-e5c3-4511-941e-6ec531f0ba57/uploads/images/inwuugygul/A6556E22-59F1-49C1-BCA0-7F866A572B2C_1_102_o.jpeg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/40e20bd2-e5c3-4511-941e-6ec531f0ba57/uploads/images/kgq52gehb6/ACB4F25C-1B4B-47D8-97F3-B06E6C25FCAD_1_102_o.jpeg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><h3>Stieglitz (<em>Carduelis carduelis</em>)</h3><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/40e20bd2-e5c3-4511-941e-6ec531f0ba57/uploads/images/2vm4dd2jgi/2Y4A2852.jpg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/40e20bd2-e5c3-4511-941e-6ec531f0ba57/uploads/images/wslkbu7vxi/2Y4A3296.jpg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><h3>Kormoran (<em>Phalacrocorax carbo</em>)</h3><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/40e20bd2-e5c3-4511-941e-6ec531f0ba57/uploads/images/7sf7t2uxfq/A2731EA7-935F-4556-9923-6D16F97678CD.jpeg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><p>Was der Kollege hier am Fluss treibt, habe ich ja schon in meinem <a href="https://steady.page/de/jasminschreiber/posts/b82e251f-5726-4c99-9f6e-21d2a256d908">Beitrag über die Stunde der Wintervögel festgehalten</a>.</p><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/40e20bd2-e5c3-4511-941e-6ec531f0ba57/uploads/images/moehgd7ws3/26D73877-4B64-4998-8649-2C5BE7E1D3D0_1_102_o.jpeg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><h3>Kanadagans (<em>Branta canadensis</em>)</h3><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/40e20bd2-e5c3-4511-941e-6ec531f0ba57/uploads/images/cgsuinracr/169A7230.jpg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/40e20bd2-e5c3-4511-941e-6ec531f0ba57/uploads/images/6ysguk2jbr/2Y4A4630.jpg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><h3>Silberreiher (<em>Ardea alba</em>)</h3><p>Auch hier habe ich kein Foto, weil ich den dieses Jahr schon sehr oft gesehen habe, aber IMMER aus dem Auto raus, und mit dem Handy konnte ich da einfach kein anständiges Bild machen. Dafür gibt’s hier eine Seite aus dem Nature Journal für diesen Tag:</p><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/40e20bd2-e5c3-4511-941e-6ec531f0ba57/uploads/images/d6alkdonkt/Bildschirmfoto_2026-01-29_um_12.03.59.png?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><h3>Grünfink (<em>Chloris chloris</em>)</h3><p>Auch hier hatte ich noch kein Glück mit der Kamera. Im Frühjahr schieße ich immer so schöne Bilder von denen, hier dauert es wohl noch etwas. Was man bei der Vogelbeobachtung echt viel braucht, ist: Geduld! Heute habe ich wieder welche gesehen, aber natürlich immer dann, wenn ich keine Kamera zur Hand habe. Na ja, spätestens im April fallen die wieder in Horden im Waldgarten ein.</p><h3>Graugans (<em>Anser anser</em>)</h3><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/40e20bd2-e5c3-4511-941e-6ec531f0ba57/uploads/images/o6fmwkw3xg/2Y4A6906.jpg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/40e20bd2-e5c3-4511-941e-6ec531f0ba57/uploads/images/qsh5ub2kdo/2Y4A6966.jpg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><h3>Erlenzeisig (<em>Spinus spinus</em>)</h3><p>Wie schon in der Sprachnachricht erwählt: Wie Sie sehen, sehen Sie (fast) nichts. Ich kam da einfach nicht an die ran, sie waren sehr weit weg, und ich verlasse keine Wege, um die Tiere nicht zu stressen. Das Foto ist das Beste, das ich herausholen konnte (sieht man hier nicht, aber es war auch krass dunkel; hab die Helligkeit hochgezogen). Aber eines Tages …!</p><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/40e20bd2-e5c3-4511-941e-6ec531f0ba57/uploads/images/cdmzo5x2fn/2Y4A7661.jpg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><h3>Haussperling (<em>Passer domesticus</em>)</h3><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/40e20bd2-e5c3-4511-941e-6ec531f0ba57/uploads/images/p4fzwtwyi3/2Y4A0177.jpg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><p>Mir ist erst jetzt aufgefallen, dass es bei mir im Wohnviertel keine Spatzen gibt. Nirgends. Bei uns ist alles fest in Meisenhand, aber mal schauen, ob sich das in Frühjahr und Sommer ändert. Hab noch nie bewusst drauf geachtet.</p><figure><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/40e20bd2-e5c3-4511-941e-6ec531f0ba57/uploads/images/md7f2wbcjg/2Y4A4854.jpg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><figcaption>Das Weibchen ist auch hier schlichter gefärbt.</figcaption></figure><h2><mark style="background-color: rgb(242, 221, 236); color: inherit">Was war leicht, was war schwer?</mark></h2><p>Geholfen hat mir auf jeden Fall die Merlin App, um einen Überblick darüber zu bekommen, wer gerade in meinem Umkreis singt und wen ich potenziell entdecken könnte. Ich wünschte, ich könnte mir Vogelstimmen merken, aber leider geht das nicht (mehr). Was interessant ist, denn als Kind hat man im Musikunterricht bei mir festgestellt, dass ich ein absolutes Gehör habe. Ich kann mir auch jede Tonfolge merken und sie auf nem Klavier direkt nachklimpern. Und dennoch: Vogelstimmen sind mein Endgegner, wobei das erst seit Covid so richtig schlimm geworden ist. Na ja, ich erkenne zumindest nen Mäusebussard, ne Amsel, Tauben und die Haubenmeise … 🫠.</p><p>Ich benutze generell gern Apps: eBird, Merlin und die NABU Vogelwelt App, die allerdings kostenpflichtig ist. Es ist auch gut, Beobachtungen auf <a href="https://www.ornitho.de/">Ornitho.de</a> zu melden.</p><p>Beim Fotografieren war es natürlich dann schwierig, wenn die Vögel weit weg waren und es dann auch noch so düster war. Das packt mein Objektiv dann nur so mittel, obwohl es wirklich ein sehr gutes Objektiv ist. Muss mich hier immer entscheiden zwischen nah ran, was jedoch eine Blende von 7.1 ohne Konverter oder sogar 10 am langen Ende mit Telekonverter mit sich bringt; oder aber Lichtstärke bei der Anfangsblende von 4.5 oder meinetwegen auch bis 5.6, allerdings komme ich dann nicht so nah ran. Hier muss ich einerseits kreativ werden, andererseits eben akzeptieren, dass es nur ein mittelgutes Bild zu Dokumentationszwecken wird. Viele der obigen Bilder sind auch nicht ideal: Äste im Weg, Vogel leicht weggedreht, Hintergrund zu unruhig, Belichtung nicht gut möglich, dies, das. Aber die dienen hier hauptsächlich zur Dokumentation. Es sind immer auch mal sehr schöne dabei, die lege ich mir immer noch mal gesondert beiseite, um irgendwann mal eine Übersicht der Foto-Highlights zu machen.</p><p>Na ja und manchmal (=oft, lol) hat man eben das Problem, dass der Vogel sich nicht umdreht, dass er so sitzt, dass Zweige das Bild stören, und so weiter. Ein Großteil der Bilder, die ich mit nach Hause bringe, sehen dann eben so aus:</p><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/40e20bd2-e5c3-4511-941e-6ec531f0ba57/uploads/images/kw4p2hany6/169A7714.jpg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><p>Und auch das gehört dazu.</p><h2><mark style="background-color: rgb(230, 243, 251); color: inherit">Erweiterung meines Projekts</mark></h2><p>Ich dokumentiere die Vögel jedoch nicht nur fotografisch, ich hab mir vorgenommen, alle Vogelarten, die ich treffe, zu illustrieren. Das sieht dann so aus:</p><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/40e20bd2-e5c3-4511-941e-6ec531f0ba57/uploads/images/fpz2mnb6tm/Cc_cozy_illustrator_canvas_8.png?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/40e20bd2-e5c3-4511-941e-6ec531f0ba57/uploads/images/xqddsnsies/Cc_cozy_illustrator_canvas_8_5.png?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/40e20bd2-e5c3-4511-941e-6ec531f0ba57/uploads/images/4vmohukdfx/Cc_cozy_illustrator_canvas_8_1.png?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><p>Ich hab mir einen Stil überlegt, der schnell zu zeichnen geht, damit das alles auch nicht ewig dauert. Mal schauen, wie das so klappt, es macht auf jeden Fall schonmal Spaß! Ein bisschen mehr von meinen Illustrationen <a href="https://www.instagram.com/dreamingmegafauna?igsh=YWQ5bXVzNW42aXZx">könnt ihr auf Instagram auf meinem Kunstaccount sehen»</a>.</p><hr aria-hidden="true"/><p>Ich bin gespannt, wie es im Frühjahr/Sommer dann so läuft. Da habe ich ja schon Erfahrung mit Vogelbeobachtung/-fotografie, und weiß, dass es teilweise echt schwer wird, die kleinen Kerlchen zwischen den Blättern zu entdecken und auch zu erwischen. Und ob sich im Februar jetzt an der Artenliste groß was ändert – ich denke eher nicht. Ab März habe ich dann ein paar Vogelexkursionen, mal sehen, was es dann noch so gibt.</p><p>Also: Bis zum nächsten Vogelupdate!</p><p>Jasmin</p><figure><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/40e20bd2-e5c3-4511-941e-6ec531f0ba57/uploads/images/qbor6io7wv/ME8A1147.JPG?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><figcaption>Fotografiert von Lorenz. Waren vor 4 Tagen an einem See, der eine Aussichtsplattform hat.</figcaption></figure><h2><mark style="background-color: rgb(250, 241, 211); color: inherit">Was gab es noch so?</mark></h2><ul><li><p>Ich habe eure Fragen rund um mein <a href="https://steady.page/de/jasminschreiber/posts/ea6cadc7-ba4a-422e-869d-07f6613124ca">Setup für Naturfotografie endlich ausführlich beantwortet; außerdem gebe ich da Tipps für dein Einstieg, wenn ihr euch dafür interessiert »</a></p></li><li><p>Die <a href="https://steady.page/de/jasminschreiber/posts/dca71ddc-2e30-4333-aba5-b95ef9c89895">Pflanze des Monats Januar ist die Schachblume gewesen »</a></p></li><li><p><strong>Unser Podcast ist zurück! </strong>Bugtales über Wissenschaft und Natur erscheint jetzt immer jeden zweiten Montag, ist über den Podcastanbieter eurer Wahl kostenlos abonnierbar <a href="https://www.bugtales.fm/">und die ersten beiden neuen Folgen sind schon draußen (auf der Seite nach unten scrollen) »</a></p></li><li><p>Im <a href="https://steady.page/de/hortarium/newsletter/sign_up">Hortarium</a> habe ich einen langen Artikel über Schmetterlinge geschrieben, und <a href="https://steady.page/de/hortarium/posts/bd0ad96e-41dd-4c01-8859-e28c6a684b95">wie man sie in den eigenen Garten oder auf den eigenen Balkon lockt »</a></p></li><li><p>Am Ende des Artikels gab es für Mitglieder zusätzlich noch ein ausführliches eBook mit vielen Zeichnungen, das sich Mitglieder des Naturariums ebenfalls <a href="https://steady.page/de/jasminschreiber/posts/203cd745-3a29-4375-9bf3-38c7303898a5">hier herunterladen können »</a></p></li><li><p>Naturarium-Mitglieder haben <a href="https://steady.page/de/jasminschreiber/posts/1bfa706b-1f09-4f19-9bbd-0814b20e5c12">die zweite Sprachnachricht erhalten »</a></p></li><li><p>Elche, Sperlinge und Wale <a href="https://steady.page/de/jasminschreiber/posts/ba7240fa-7ab9-4760-b546-9c770fe92901">können sich hier das Wallpaper des Monats Januar herunterladen »</a></p></li></ul><hr aria-hidden="true"/><p><em><mark style="background-color: rgb(234, 228, 247); color: inherit">Wichtig: Das Vogelupdate ist eigentlich nur für Mitglieder gedacht. Da aber auch kostenlose Subscriber immer mal Goodies und Artikel aus den Bezahlpaketen kriegen, gibt es das erste Vogelupdate für alle. :)</mark></em></p><hr aria-hidden="true"/><p><strong>🐦‍⬛ Du willst zeigen, dass dir meine Arbeit was wert ist und möchtest gleichzeitig noch tiefer in die Natur einsteigen? Dann werde Mitglied und sichere dir tolle Goodies und Vorteile! 💌</strong></p><p><a href="https://steady.page/de/jasminschreiber/about">Mitglied werden</a></p><hr aria-hidden="true"/><p>🌿 Gärtnern für die Artenvielfalt? 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      <category><![CDATA[Heimische Natur]]></category>
      <media:content type="image/jpeg" url="https://assets.steadyhq.com/production/post/40e20bd2-e5c3-4511-941e-6ec531f0ba57/teaser_image/1769691488?auto=format&amp;h=787&amp;w=1400&amp;fit=fill&amp;fm=jpg&amp;crop=faces" medium="image"/>
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      <pubDate>Thu, 29 Jan 2026 13:04:47 +0000</pubDate>
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    <item>
      <title><![CDATA[🎙️ Sprachnachricht #2 | Vögel beobachten lernen]]></title>
      <description><![CDATA[Heute spreche ich wieder einmal über Vögel, aber auch über meine anstehenden Touren, Nature Journaling und unsere Demokratie, weil ich natürlich wieder abschweife. 🫠]]></description>
      <content:encoded><![CDATA[<h1>🎙️ Sprachnachricht #2 | Vogeltouren &amp; Nature Journaling</h1><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/1bfa706b-1f09-4f19-9bbd-0814b20e5c12/uploads/images/qwjyxsqyj3/Unbenanntes_Projekt_8.png?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><p>Hallihallo!</p><p>Heute gibt es wieder einmal eine Sprachnachricht – danke für euer Feedback!</p><p>Jemand hat gefragt, ob es dafür Transkripte geben wird: Leider nein, dafür müsste ich schon wieder Bezahldienste abonnieren, damit das auch gut wird, außerdem ist das dann wieder so überproduziert und das hat ja schon beim letzten Mal nicht geklappt. So wie jetzt funktioniert das am Besten für mich, und im Naturarium gibt es ja echt viel Text-Content parallel. Ich werde in den Sprachnachrichten auch nichts sooooo Geheimes und Wichtiges erzählen, das ich nirgendwo anders erwähne, also spannende News, Termine oder so. Das wäre ja nicht sehr inklusiv (vielleicht gibt es unter euch ja auch Leute, die hörbeeinträchtigt sind). In dem Sinne verpasst ihr “nix”, es ist nur etwas, das zusätzlich dazugekommen ist hier im Naturarium.</p><p>In der Umfrage habt ihr euch irgendwas zwischen wöchentlich und vierzehntägig gewünscht, was den Veröffentlichungsrhythmus angeht, und so wird es wohl auch ablaufen. Ich denke, ihr kriegt so 2-3 Mal pro Monat was von mir auf die Ohren, je nachdem, wie viel gerade los ist.</p><p><strong>So. In der heutigen Sprachnachricht geht es darum, wie mein Vogelprojekt läuft (da kommt ja jetzt auch bald das erste Vogelupdate im Januar), was ich für Touren plane und ein paar Gedanken zur Demokratie, weil ich natürlich wieder gottlos abgeschweift (wieso will ich immer “abgeschwiffen” sagen???) bin.</strong></p><p>Viel Spaß beim Hören!</p><p>Jasmin</p><p><a href="https://steady.page/db21f24b-40e6-4c6e-befe-eaa5884eed34/posts/1bfa706b-1f09-4f19-9bbd-0814b20e5c12">Auf Steady weiterlesen</a></p>]]></content:encoded>
      <category><![CDATA[Sprachnachrichten]]></category>
      <media:content type="image/jpeg" url="https://assets.steadyhq.com/production/post/1bfa706b-1f09-4f19-9bbd-0814b20e5c12/teaser_image/1769600404?auto=format&amp;h=787&amp;w=1400&amp;fit=fill&amp;fm=jpg&amp;crop=faces" medium="image"/>
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      <pubDate>Wed, 28 Jan 2026 11:40:05 +0000</pubDate>
    </item>
    <item>
      <title><![CDATA[Mein Kamera-Setup für Naturfotografie]]></title>
      <description><![CDATA[📸 Ihr fragt sehr oft, welche Kamera ich habe und welche ihr euch holen sollt, um Makro und Vögel fotografieren zu können. Mein Setup & meine Empfehlungen! 🐞]]></description>
      <content:encoded><![CDATA[<h1>Mein Kamera-Setup für Makro und Vögel</h1><p><strong>Ich glaube eine der häufigsten Fragen, die mir hier und auf Instagram gestellt werden ist, welches Kamera-Setup ich für meine Naturfotos benutze und was ich empfehlen kann, und seit 2 Jahren sage ich: Ich mach da mal was drüber … und mach’s dann doch nicht. Aber say no more, jetzt habe ich mich mal aufgerafft und erläutere euch, mit welcher Ausrüstung ich Makros und Wildlife mache. Let’s go!</strong></p><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/ea6cadc7-ba4a-422e-869d-07f6613124ca/uploads/images/isewzpgvnv/2A4A3E51-2134-47C1-A102-C60857870694_1_105_c.jpeg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><p>Wie viele Fotograf:innen habe ich chronisch viele Kameras und Objektive, weil ich eben auch super gern experimentiere. Ich beschränke mich hier jetzt aber auf zwei Aspekte: Auf Vögel/Wildlife und auf Makrofotografie, das wird so schon lang genug. Zuerst stelle ich dir mein Setup dafür vor, danach folgen ein paar Tipps, welches (deutlich budgetfreundlichere) Setup ich Einsteiger:innen empfehle. Das wird etwas länger, also scroll ruhig zu den Punkten oder Kameraherstellern, die für dich interessant sind und überspring das, was sowieso nicht für dich in Frage kommt.</p><h2><mark style="background-color: rgb(222, 244, 220); color: inherit">Mein Setup</mark></h2><p>Ich habe so richtig angefangen zu fotografieren, als mir die Mutter meines ersten Freundes ihre alte Canon AE-1 und 3 Objektive geschenkt hat. Ich war 16, es war 2004 und damals gab es schon Digitalkameras (ich hatte auch eine, stolze 1,3 Megapixel bitte sehr!), aber so eine fähige Kamera wie diese analoge Spiegelreflex hatte ich definitiv nicht. Hier siehst du diese Veteranin, die immer noch gute Dienste verrichtet (ihr Batteriefach ist seit ich sie habe kaputt, normalerweise klebe ich das mit schwarzem Tape ab, aber da hatte ich gerade nur weißes):</p><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/ea6cadc7-ba4a-422e-869d-07f6613124ca/uploads/images/dv2eqt5wtr/2020-07-07_17.45.36.jpg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><p>Ich bin sogar noch 2010 damit auf Exkursionen gegangen. Alle hatten schon digitale Spiegelreflex-Kameras, mich mussten Kommilitonen vom Berg runter zum Dorfladen fahren, damit ich da noch die letzten abgelaufenen 35 mm Kleinbildfilme kaufen konnte, die es da noch in ner Kruschelecke neben den Postkarten gab.</p><p>2012 hatte ich dann meine erste digitale Spiegelreflex, eine Canon 600 D (APS-C). Was für ein Gamechanger! Darauf folgten Vollformat-Canons, und seit 2021 bin ich spiegellos unterwegs. Damals bin ich auf Sony umgestiegen, mittlerweile fahre ich Sony und Canon parallel im Bezug auf meine “Arbeitskameras”.</p><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/ea6cadc7-ba4a-422e-869d-07f6613124ca/uploads/images/l7qnhutr5t/Fullmaterial_Jasmin_Foto.jpg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><p>Breche ich mein Setup auf Makro und Vogelfotografie herunter, konzentriert sich das alles auf das hier: Die Canon R5, Die R5 Mark II und die Sony A7R5. Das sind professionelle und hochpreisige Bodys (wobei man beispielsweise die R5 auf dem Gebrauchtmarkt schon zu Preisen kriegt, bei denen schon eine 1 vorn steht, bei der A7RV zumindest eine 2), und bevor du denkst: Oh Gott, muss ich so viel Geld ausgeben? NEIN. Aber zu dem, was ich für dein Einstieg empfehle, kommen wir gleich noch. Gehen wir erstmal durch.</p><figure><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/ea6cadc7-ba4a-422e-869d-07f6613124ca/uploads/images/rmmqxs2j5q/DSC03704.jpg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><figcaption>Von links nach rechts: Cygnustech Blittzdiffuser für Makro (diese Haube), Canon R5 MII mit dem 100-500 RF, Canon R5 mit dem 100 mm RF Makro, Sony A7RV mit dem 50-400 Tamron, daneben das 100 mm GM Makro. Vorn liegt ein auf zwei Slots erweiterter Spider Kameragürtel.</figcaption></figure><figure><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/ea6cadc7-ba4a-422e-869d-07f6613124ca/uploads/images/6b54edg53b/DSC03708.jpg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><figcaption>Die Sony A7RV mit dem 50-400 f4.5-6.3 Tamron Objektiv. Ein absoluter Gamechanger, erkläre dir gleich, wieso.</figcaption></figure><figure><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/ea6cadc7-ba4a-422e-869d-07f6613124ca/uploads/images/xe3c3q3fpf/DSC03705.jpg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><figcaption>Das Sony 100 mm 2.8 GM Makro, das vor Kurzem neu herauskam. Es hat mein Sony 90 mm 2.8 Makro abgelöst, das schon 10 Jahre oder so auf dem Buckel hatte.</figcaption></figure><figure><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/ea6cadc7-ba4a-422e-869d-07f6613124ca/uploads/images/6ndvtzyta7/DSC03707.jpg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><figcaption>Hier hängt das Canon RF100-500mm f4.5-7.1 L IS USM an meiner Canon R5 Mark II. Die R5 Mark II ist (logischerweise) der Nachfolger der R5, die 2020 auf den Markt kam und die ich mir dann im Dezember 2021 zugelegt habe.</figcaption></figure><figure><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/ea6cadc7-ba4a-422e-869d-07f6613124ca/uploads/images/pybw5riml5/DSC03706.jpg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><figcaption>Hier hängt das Canon RF100mm F2.8 L MACRO IS USM am Body meiner R5.</figcaption></figure><figure><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/ea6cadc7-ba4a-422e-869d-07f6613124ca/uploads/images/eqmmtue6ss/DSC03785.jpg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><figcaption>Ich bin jemand, der erstens viel gebraucht kauft und zweitens nicht immer auf den neusten Kram setzt. Das obige RF-Makro habe ich erst seit Kurzem, bis dahin war ich laaaange mit diesem Canon EF 100mm f/2.8L Macro IS USM unterwegs, und ja, ich benutze es immer noch, vor allem besonders gern für Flechten. Neu ist nicht immer besser, und man muss nicht immer ne Shitload of Money ausgeben. Was ich bei alten Objektiven besonders mag: Sie haben oft mehr Charakter, und je nachdem, was ich fotografieren will, ist mir das wichtiger als die neusten tollen Funktionen und 10000 % Schärfe. An dem Objektiv hängt hinten ein Adapter, damit dieses EF-Objektiv (das war das Bajonett (also der Anschluss) der Canon-Spiegelreflex-Kameras) an meine spiegellosen R-Kameras mit RF-Bajonett passt. Ich habe zwei Adapter, einmal den hier ohne Kontrollring, dann aber noch einen mit Kontrollring, damit ich die Blende darüber einstellen kann.</figcaption></figure><figure><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/ea6cadc7-ba4a-422e-869d-07f6613124ca/uploads/images/b64dafelwq/DSC03784.JPG?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><figcaption>Wenn ich in Sachen Wildlife unterwegs bin, versuche ich oft, nicht so auffällig zu sein. Es gibt viele Tiere (darunter auch viele Vögel), die eine hohe Fluchtdistanz haben, also schnell abhauen, obwohl man noch nicht so nah ist. Ich tarne dann mich und die Kamera, damit ich etwas näher ran kann.</figcaption></figure><p>Bei meinem Setup mischt sich Neu mit Alt. Eine meiner meistgenutzten Linsen außerhalb der Bereiche Makro und Vögel ist meine EF 50mm 1.2 L USM, also auch eine mit dem alten Anschluss für die Spiegelreflexkameras. Das Teil hat fast 20 Jahre auf dem Buckel, aber ich würde es niemals gegen die moderne Version mit RF-Anschluss austauschen, denn dagegen sprechen zwei Gründe: 2700 Euro Neupreis (gebraucht zumindest schon etwas günstiger, aber dennoch weit außerhalb meines Budgets dafür), aber vor allem: Die EF-Variante hat mehr Charakter. Die macht wunderschöne Flares, rendert total weich, die neue Version ist mir einfach zu scharf. Sowas würde bei ihr eben ganz anders aussehen:</p><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/ea6cadc7-ba4a-422e-869d-07f6613124ca/uploads/images/w7weovdcdf/169A4915.jpg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/ea6cadc7-ba4a-422e-869d-07f6613124ca/uploads/images/cdozq5tpzr/169A4929.jpg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/ea6cadc7-ba4a-422e-869d-07f6613124ca/uploads/images/xcjjjjepee/169A4972.jpg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><p>Wenn jemand zu dir kommt und dich davon überzeugen will, ein teures neues Objektiv zu kaufen mit dem Argument “das ist aber so viel schärfer”, solltest du kurz innehalten und überlegen, ob du das eigentlich brauchst und willst, also so viel Schärfe. Denn <em>neu</em> und <em>scharf</em> bedeutet nicht automatisch <em>besser</em> und <em>muss man deshalb haben</em>.</p><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/ea6cadc7-ba4a-422e-869d-07f6613124ca/uploads/images/24noz44ykz/169A4601.jpg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><p>Was man auch sagen muss: Meine Kameras und Objektive sind in dieser Preisklasse zum großen Teil sozusagen ein Profi-Setup, weil ich mit Fotos Geld verdiene. Sie landen in Büchern, hier oder ich mach auch mal Portrait-Shootings, beispielsweise für Autor:innenfotos. Ich werde also dafür bezahlt, sie finanzieren sich gewissermaßen selbst.</p><p><a href="https://steady.page/de/jasminschreiber/newsletter/sign_up"><em>💌 Neu hier? 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Alles klar, dann guck mal hier:</p><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/ea6cadc7-ba4a-422e-869d-07f6613124ca/uploads/images/a2rxgerbj7/1F339FE3-6331-443B-A213-003235F4E95F_1_102_o.jpeg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/ea6cadc7-ba4a-422e-869d-07f6613124ca/uploads/images/b7uf6ympru/702AB762-1F91-403E-8361-42CF17E32E68_1_102_o.jpeg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/ea6cadc7-ba4a-422e-869d-07f6613124ca/uploads/images/fwufrdw3oq/holzpilze.JPG?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/ea6cadc7-ba4a-422e-869d-07f6613124ca/uploads/images/r4vvlcky3s/48E62C44-153B-4EBE-A467-5B46BAE653DD_1_102_o.jpeg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/ea6cadc7-ba4a-422e-869d-07f6613124ca/uploads/images/c752z4pk6e/ACC6351C-AB48-49EC-A685-63F57F1D5651.jpeg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/ea6cadc7-ba4a-422e-869d-07f6613124ca/uploads/images/xgm44j3qnq/D54FFC7C-5890-4A9B-94FD-4414A3685C0D.jpeg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><p>Ein schönes Foto erkennst du nicht daran, dass es mit teurem Equipment gemacht wurde. Ein schönes Foto erkennst du daran, dass es halt gut aussieht, egal, womit du es gemacht hast. Und ein Foto muss nicht immer perfekt scharf oder sonstwas sein, um schön, spannend oder inspirierend zu sein. Viele Handykameras haben heutzutage eine Art “Makromodus”, damit kannst du auch bei Insekten schon viel erreichen. Gute Fotos erreicht man vor allem durch gute Komposition. Wenn du das nicht übst, kann dich auch kein 10000 Euro Setup retten.</p><p>Wenn du dir anschaust, mit was für Kameras und Objektiven die großen Fotograf:innen der letzten Jahrzehnte ihre ikonischen Bilder gemacht haben, checkst du das schnell. Würde man die Specs vergleichen, also die ganzen Eigenschaften auf Papier, stinken die Profi-Kameras von 2007 komplett ab gegen die günstigen Einsteiger-Kameras aus den letzten 5 Jahren. Und dennoch haben die Leute damit Bilder gemacht, bei denen man sich gar nicht fragt, mit welcher Kamera die gemacht worden sind, weil die einfach super aussehen. Bedeutet: Wenn jemand nicht so gute Fotos macht, wird es in den seltensten Fällen helfen, sich einfach eine teurere und neuere Kamera zu holen.</p><h2><mark style="background-color: rgb(222, 244, 220); color: inherit">Meine Empfehlungen</mark></h2><p>Damit kommen wir so langsam zu dem, was ich dir empfehle. Wichtig: ich werde hier hauptsächlich Gebrauchtpreise angeben, da ich absolut fest daran glaube, so viel wie möglich gebrauchtes Equipment zu kaufen. Es spart dir massiv Geld und der Umwelt auch ne Menge Belastung. Die Neupreise kannst du ja ggf. selbst recherchieren.</p><p><strong><mark style="background-color: rgb(242, 221, 236); color: inherit">Die Preise sind auch Stand Januar 2026, die werden in nem halben Jahr natürlich anders aussehen.</mark></strong></p><p>Ich kann dir mal eins meiner “Downgrades” zeigen. Ich hatte jahrelang das Sony FE 100-400mm F4.5-5.6 GM Objektiv. Ein absolutes Biest, unglaubliche Bildqualität, Einführungspreis lag glaube ich bei rund 2900 Euro. Damit habe ich Bilder wie diese hier geschossen:</p><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/ea6cadc7-ba4a-422e-869d-07f6613124ca/uploads/images/ia4osdgaad/9898AAE8-F449-4BA6-93BD-FC141AA5FE76.jpeg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/ea6cadc7-ba4a-422e-869d-07f6613124ca/uploads/images/rrwn3xc2h3/4EACDFB9-7D35-40D9-8A35-646434C4EFEC_1_102_a.jpeg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/ea6cadc7-ba4a-422e-869d-07f6613124ca/uploads/images/5eo73ozmxb/6DA9145F-5D28-44B7-A5EB-7AA28A8A9ACE_1_201_a.jpeg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><p>Ich kann über die Qualität nicht klagen, und dennoch habe ich es verkauft. Wieso? Nun, ich habe damals nicht so viel Wildlife sondern mehr Makro gemacht (ja, das hat sich jetzt geändert), und ich hatte da kurz nur diese eine Arbeitskamera, denn: Ich hatte meine R5 verkauft, da ich dachte, ich brauch sie nicht (Fehleinschätzung), da ich ja sicher auch mit nur einer Kamera klarkommen würde (lol, nein). Letztlich habe ich nach nem Jahr eingeknickt und hab sie mir wieder gebraucht geholt. Ich hatte also eine Weile nur eine, und was mich dabei so richtig richtig RICHTIG abgenervt hat war es, dauernd das verdammte Objektiv zu wechseln. Denn das musste ich, da ich eben viele Nahaufnahmen und Makrofotos mache, aber auch gern mal die Umgebung festhalte. Das heißt, wenn ich durch den Wald gelaufen bin: Alle 3 Meter (keine Übertreibung) Objektivwechsel, es hat mich in den Wahnsinn getrieben. Und dann habe ich durch Zufall dieses Objektiv entdeckt: <strong><mark style="background-color: rgb(222, 244, 220); color: inherit">Das Tamron 50-400 mm F4.5-6.3. </mark>Aktuell erhält man es für rund 700 Euro auf dem Gebrauchtmarkt, gibt es für Sony und Nikon</strong>, und es ist die verdammte eierlegende Wollmilchsau. Diese Fotos habe ich auf einem Spaziergang mit diesem Objektiv gemacht, ich hatte kein anderes dabei:</p><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/ea6cadc7-ba4a-422e-869d-07f6613124ca/uploads/images/vdfanwturz/02CE609A-0308-4490-B234-179AC50AAC5E_1_102_o.jpeg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/ea6cadc7-ba4a-422e-869d-07f6613124ca/uploads/images/4bqani7xxg/908AFCFD-9D4A-4B4B-AF30-E336F086FCF3_1_102_o.jpeg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/ea6cadc7-ba4a-422e-869d-07f6613124ca/uploads/images/stn7a77jto/5E787334-3179-4B0F-85F3-70D0006532D1_1_105_c.jpeg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/ea6cadc7-ba4a-422e-869d-07f6613124ca/uploads/images/scpylayrpa/A145F5A7-3C3C-4A17-A6BA-75F6EE144C59_1_105_c.jpeg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><figure><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/ea6cadc7-ba4a-422e-869d-07f6613124ca/uploads/images/cmbw5h3dwt/C82A1F69-A67F-4D59-93A9-E852B6072ED9_1_102_o.jpeg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><figcaption>Der Baumläufer war unfassbar weit weg und es war echt düster da, wo er saß (hab das Bild hinterher aufgehellt), Gott sei Dank hatte ich das Objektiv dabei, um ihn immerhin dokumentieren zu können.</figcaption></figure><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/ea6cadc7-ba4a-422e-869d-07f6613124ca/uploads/images/mqdpataadi/4CAB7490-76A8-40ED-AF64-F4CEA49B5978_1_102_o.jpeg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/ea6cadc7-ba4a-422e-869d-07f6613124ca/uploads/images/cy7biwynit/29C32E5A-CC87-4E6A-8554-F5F1CF6656FE_1_105_c.jpeg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><p>Auf einem Spaziergang mit einem Objektiv kann ich also alles machen: Die Landschaft, kleine Strukturen wie Flechten in Nahaufnahme, und eben Vögel. Das ist nämlich das Besondere an Tamron-Objektiven: Die haben meistens eine ganz ganz kleine Naheinstellgrenze, sodass man viele von ihnen für Nahaufnahmen verwenden kann.</p><p>Hätte ich mit dem Makro und dem Sony 100-400 noch bessere Bilder machen können? Vielleicht. Allerdings hätte ich halt beides nicht dabei gehabt, dementsprechend hätte ich keins dieser Bilder mit nach Hause gebracht. Deshalb ist es wirklich am wichtigsten zu verstehen: <strong>Die besten Objektive und die bestes Kameras sind einfach immer die, die du dabei hast. </strong>Darum habe ich das 100-400 verkauft, und gerade vor einer Woche auch mein Sony 200-600 G. Ich hab es einfach nie benutzt, weil es mir zu schwer zum Herumschleppen und zu unhandlich mit meinen kleinen Händen war. Ich hab immer so viel gezittert, und da ich Stative mit der Glut von Tausend Sonnen hasse, war das einfach nicht mein Objektiv. Das hat dann einen Teil des Preises für mein Canon 100-500 RF finanziert.</p><p>Ich kann dir also dieses Tamron-Objektiv absolut empfehlen, wenn du einsteigen und erstmal ausprobieren willst, was dir überhaupt Spaß macht. Das Objektiv kannst du beispielsweise sehr gut mit einer <strong><mark style="background-color: rgb(222, 244, 220); color: inherit">Sony Alpha 6700</mark></strong> verbinden. Die kostet aktuell auf dem Gebrauchtmarkt rund <strong>1200 Euro</strong>. Wichtig zu wissen ist, dass es eine APS-C Kamera ist, also kein Vollformat. Vollformatsensoren haben oft einen lichtstärkeren Sensor und APS-C ein Cropformat. Falls dir das alles nichts sagt, solltest du dazu ein paar Youtube-Videos schauen, das würde hier jetzt den Rahmen sprengen. Aber: Der Crop-Faktor ist im Bezug auf Vögel etc. ein Vorteil, denn damit bist du “näher dran”, und das oben erwähnte Tamron 50-400 würde an der A6700 abbilden wie ein 75-600 Objektiv.</p><p><strong>Falls dich hier der Umstand, dass es keine Vollformatkamera ist, abschreckt, weil du mal gehört hast, dass “Profis” kein APS-C verwenden: Es ist sehr wichtig, dass du nicht auf diese Leute hörst, denn das ist absoluter Unsinn.</strong> Solltest du das bei Tech-Youtubern gehört haben, empfehle ich dir hier, die alle zu de-abonnieren. Viele dieser Kamera- und Technik-Youtuber verdienen ihren Lebensunterhalt ausschließlich mit der Bewertung von Kameras und haben kaum ernstzunehmende Erfahrung damit, Kameras kreativ und künstlerisch einzusetzen. Da geht es nur um Specs, um Zahlen und Daten, die aber nichts darüber aussagen, wie gut man mit einer Kamera Bilder machen kann. Es gibt Ausnahmen, James Popsys schaue ich beispielsweise sehr gerne, oder Amazing Nature Alpha, da es da immer um die Praxis geht. Aber gibt leider sehr viele, bei denen das eher alles Theorie ist. Das wird dir nicht weiterhelfen, erst Recht nicht, wenn du gerade noch am Anfang stehst und dich nicht gut auskennst.</p><p>Natürlich kannst du auch überlegen, dir eine neue Vollformat-Kamera zuzulegen. Die haben alle einen super Autofokus, was vor allem bei kleinen schnellen Singvögeln echt hilft. Allerdings hatte ich ganz zu Anfang meiner Sony-Karriere auch die <strong><mark style="background-color: rgb(222, 244, 220); color: inherit">Sony A7 III</mark></strong>, das ist eine Vollformat-Kamera, die du aktuell <strong>auf dem Gebrauchtmarkt um rund 700-800 Euro</strong> erwerben kannst. Und die macht tolle Fotos! Es muss also auch hier nichts das Neuste dein, denn:<strong> Nur, weil neuere Kameras rauskommen, wird die Kamera, die man hat, nicht automatisch schlecht. Die ist auch nach Erscheinen des Nachfolgers genau so gut wie vorher auch.</strong></p><p>Bei Sony kann ich dir generell diese Produkte für Makro und Vögel hier empfehlen (nein, ich krieg kein Geld dafür, niemand sponsort mich, und ja, das sind alles Produkte, die ich mal hatte/noch habe):</p><h3><mark style="background-color: rgb(222, 244, 220); color: inherit">Sony Kamerabodys:</mark></h3><ul><li><p><strong>A6500 (APS-C)</strong>, gebraucht um rund <strong>500-700 Euro</strong>, ältere Autofokus-Technik, dennoch eine tolle Kamera, die ich sehr empfehle.</p></li><li><p><strong>A6700 (APS-C)</strong>, gebraucht um rund <strong>1100-1300 Euro</strong>, seeeehr fähige Kamera und auch sehr gut für Wildlife, wie ich finde.</p></li><li><p><strong>A7 III (Vollformat)</strong>, gebraucht um rund <strong>700-800</strong> Euro, ältere Autofokus-Technik, dennoch eine tolle Kamera, mit der du weit kommst. Wichtig jedoch: Anders als die Nachfolger oder die A7000 hat sie keinen dedizierten Vogel-Autofokus, sondern nur allgemein “Tiere”. Dennoch habe ich damit auch tolle Vogelfotos gemacht!</p></li><li><p><strong>A7IV (Vollformat)</strong>, wurde kürzlich durch die A7V abgelöst, gebraucht um rund <strong>1500 Euro (Tendenz fallend)</strong>, richtig tolle Kamera, taugt auch sehr gut für Video.</p></li><li><p><strong>A7RIV</strong> (Vollformat), Vorgänger meiner A7RV, die auch schon einiges auf dem Buckel hat. Gebraucht um rund <strong>1700 Euro</strong>. Hat ein altes Autofokus-System, allerdings hat sie, wie meine auch, 60 Megapixel. Das ist insofern mega, dass du einfach sehr weit reincroppen, also zuschneiden kannst. Das wiederum bedeutet, dass du gar nicht sooo eine unendlich lange Brennweite brauchst, bei den Linsen also auch etwas sparen kannst.</p></li><li><p><strong>A7RV (Vollformat)</strong>: Das ist natürlich meine Kamera, und die ist sehr fähig. Neues Autofokus-System, rund 60 Megapixel, Bildschirm, den man in alle möglichen Richtungen klappen kann. Alles, was ich mir für Makro wünschen kann. Sie hat auch einen speziellen Insekten-Autofokus, der ist ein bisschen Hit and Miss, finde ich, kommt sehr auf das Insekt an (also wie abenteuerlich es gebaut ist und ob er es dann erkennt). Schmetterlinge und Bienen klappen gut, bei stark gepunkteten Wanzen und Käfern rafft der nicht wirklich konsequent, wo das Auge ist. Deshalb habe ich den meistens aus und fokussiere selber per mobilem Fokuspunkt. Kostenpunkt: Gebraucht aktuell irgendwo stark schwankend zwischen <strong>2500 und 2800 Euro</strong>.</p></li></ul><h3><mark style="background-color: rgb(222, 244, 220); color: inherit">Objektive für Sony:</mark></h3><ul><li><p>Das <strong>Tamron 70-300mm f4,5-6,3</strong> ist mit den 70 mm etwas näher an allem dran, eignet sich also nur bedingt für Landschaft, allerdings kriegst du das schon gebraucht <strong>ab 370 Euro</strong>. Das ist eine gute Brennweite, um in die Vogelfotografie einzusteigen, und es macht gute Bilder.</p></li><li><p>Das <strong>Tamron 28-200mm F/2.8-5.6 Di III RXD</strong> hat den Vorteil, dass es mit der 2.8er Blende startet und dass du mit 28 mm auch echt gut Landschaft abdecken kannst. Mit den 200 mm hast du vor allem an einer APS-C-Kamera schon eine gute Reichweite, was Vögel angeht, denn da ist das eher 350 mm. Gebraucht kriegst du das ab rund <strong>550 Euro</strong>.</p></li><li><p>Das weiter oben erwähnte <strong>Tamron 50-400</strong> gibt es gebraucht ab rund <strong>700 Euro</strong>. Ich liebe es so sehr! Es gibt es auch für das aktuelle Nikon-Bajonett. Du kannst dir das und vielleicht noch ein 24 mm holen, um zusätzlich ein bisschen mehr Landschaft machen zu können, dann bist du eigentlich gut ausgestattet und brauchst erstmal nichts anderes.</p></li><li><p>Günstige Makro-Variante mit gutem Autofokus: <strong>Sony 90 mm 2.8 G</strong>, gebraucht aktuell <strong>400-500 Euro</strong>, weil es von dem neuen Makro abgelöst wurde. Guter Autofokus, sehr tolle Abbildungsleistung (über die Hälfte der Makrofotos von <a href="https://www.jasmin-schreiber.de/im-schatten-von-giganten">Im Schatten von Giganten</a> habe ich damit gemacht). War mein wichtigstes Objektiv. Es hat eine Abbildungsleistung von 1:1</p></li><li><p>Der Makro-Nachfolger hier ist das <strong>100 mm f2.8 G Master</strong>, das neu rauskam. Es hat einen Maßstab von 1,4:1 und ist mit den Telekonverter-Ringen kompatibel, sodass du den Abbildungsmaßstab massiv erhöhen und in den Ultramakrobereich vordringen kannst. Kostet aber auch neu heftige <strong>1599 Euro</strong>, es tauchen aber schon die ersten gebrauchten Modelle auf, die um die 100-200 Euro weniger auf den Geldbeutel schlagen.</p></li><li><p>Das <strong>Sony FE 200–600 mm F5,6–6,3 G OSS</strong>. Für mich war es auf Dauer doch zu schwer und unhandlich für meine stundenlangen Wanderungen, sodass ich es viel zu selten mitgenommen und dann eben lauter Shots nicht bekommen habe. Finde es dennoch super, der Autofokus läuft schnell damit und es rendert sehr hübsch. Kriegst du auf dem Gebrauchtmarkt schon <strong>ab 1100 Euro</strong>.</p></li><li><p>Das auch schon erwähnte <strong>Sony 100-400 GM</strong>. Aktuell findest du es auf dem Gebrauchtmarkt für rund <strong>1500-1800 Euro</strong>. Superschneller Autofokus, kompaktes Maß, deshalb leicht zu halten, guter Blendenbereich von 4.5-5.6, um auch im etwas dunkleren Wald gut zurechtzukommen. Wenn du das Geld hast, empfehle ich dir das auf jeden Fall.</p></li></ul><p>Wenn du also sanft einsteigen, aber dennoch ne gute Autofokus-Performance haben willst, kannst du dir die <strong>Sony A6700 und das Tamron 50-400 Euro holen und hättest dann mehrere Bereiche mit rund 1700-1800 Euro abgedeckt.</strong> Das ist immer noch ganz schön viel Geld. Startest du lieber günstiger und hast nicht den Anspruch, alles mit einem Objektiv abzudecken, kommst du auch schon mit einer <strong>Sony A7 III und dem Tamron 28-200 weit und bist mit zusammengerechnet 1000-1100 Euro dabei</strong>, je nachdem, wo du fündig wirst. Billig ist das auch nicht, aber machbarer.</p><p>Wichtig: Hier geht es wie gesagt um Tele- und Makro, beides Bereiche, in denen es oft schnell teurer wird. Für “normale” Fotos von Urlaubserinnerungen bist du schon deutlich, also <em>deutlich</em>, günstiger dabei. Da kommst du mit einem Gesamtbudget von 500 Euro schon viel weiter.</p><p>Ebenfalls wichtig ist zu beachten, dass das hier meine Erfahrungswerte sind. Es sind definitiv nicht die einzig empfehlenswerten Kombis, vielleicht haben andere ja noch einen tollen günstigen Tipp zum Einstieg, die könnt ihr gern in die Kommentare posten. Mit Nikon und Wildlife habe ich beispielsweise keine Erfahrung, kann hier deshalb nichts empfehlen. Ich weiß aber, dass Nikon ganz toll in dem Bereich ist, solltest du dich also für Nikon interessieren, erkundige dich da unbedingt genauer! Ich empfehle nur eben keine Sachen, die ich nicht selber schonmal ausprobiert habe, und da ich keine Tech-Youtuberin bin und jedes Jahr 10 Kameras und 20 Objektive bei mir durchreisen, ist das eben nur eine begrenzte Auswahl.</p><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/ea6cadc7-ba4a-422e-869d-07f6613124ca/uploads/images/es2atwj3cf/95F5DF72-B249-42C4-9A17-77A6A0BECEDC_1_105_c.jpeg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><h2><mark style="background-color: rgb(222, 244, 220); color: inherit">Die Sache mit Canon</mark></h2><p>Nun zum Thema Canon, das ist so eine Sache. Seufz. Ich bin ja eigentlich seit rund 20 Jahren Canon-Girl, aber als die den RF-Mount eingeführt haben und dann Drittherstellern den Anschluss nicht freigegeben haben, ist mir die Hutschnur gerissen. Das bedeutet, dass man aktuell im Canon-Vollformat-RF-System nur Canon-Objektive nutzen kann, und eben keine nativen von anderen Herstellern, die eben oft günstiger sind und eben auch mal so seltsame Objektive wie mein heißgeliebtes Tamron 50-400 anbieten. Ja, man kann alte EF-Objektive anderer Hersteller adaptieren, allerdings gehen die auf die Kosten von Autofokus-Geschwindigkeit, und wenn ich halt gerade eine Haubenmeise verfolge, brauch ich da eben die beste Performance, weil die Viecher schnell sind. Sehr schnell.</p><p>Dementsprechend war ich wütend, hab meine R5 und alle Objektive verkauft und bin komplett zu Sony gewechselt und war dann tatsächlich auch seit Ende 2022, als ich die A7RV vorbestellt habe, weg von Canon. Und wer kam Ende letzten Jahres nach 3 Jahren leise und erbärmlich zu Canon zurückgekrochen?</p><p>Japp, ich. Ich kam winselnd angekrochen.</p><p>Das liegt daran, dass ich einfach die Canon-Farben und den Mikrokontrast da viel lieber mag als bei Sony. Viele bevorzugen Sony, weil es gesättigter und lebendiger ist, aber gerade bei Flechtenfotos hasse ich das. Es hat mich drei Jahre unglücklich gemacht, hab ZICH Objektive ausprobiert, an jedem Foto in Lightroom herumgedoktort, aber so richtig exakt lässt sich das nicht abbilden. Außerdem will ich nicht für jedes Foto massiv an Lightroom-Reglern schieben müssen. Bei Canon sind die Farben einfach direkt so, wie ich sie haben will, muss nur ggf. Helligkeit oder Kontrast noch optimieren, bisschen nachschärfen und das war es. Da muss ich an keinem Farbregler ziehen, die Bilder sehen dann eben so aus, wie ich es haben will:</p><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/ea6cadc7-ba4a-422e-869d-07f6613124ca/uploads/images/mlyx4fk3eq/F5014335-EBA3-4A52-B7C0-A7774631FE99_1_105_c.jpeg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/ea6cadc7-ba4a-422e-869d-07f6613124ca/uploads/images/aoxn7c5ar2/709EFF34-A6B2-43E8-9EC8-860CD60636E0_1_105_c.jpeg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><p>Das ist total Geschmachssache, ich mag halt diesen neutralen, etwas erdigen (???) Farblook, meine Augen seufzen da einfach wohlig und das ist es, wie ich meine Fotos haben will. Deshalb habe ich mir jetzt wieder gebraucht die R5 und die R5 Mark II gekauft, weil ich sowieso immer zwei Bodies an mir habe. Ich trag die mit meinem Spidergürtel, sodass ich die Hände frei habe und keine schweren Objektive dauernd gegen meine Hüfte am Kameragurt hauen oder mir die Brüste halb abschneiden, denn das ist halt auch so ein Ding, wenn man Brüste hat: Die sind da echt im Weg. Außerdem muss ich so kein Objektiv wechseln, und gerade bei Wildlife-Fotografie muss man halt mal schnell hin und her wechseln, immer und immer wieder. Trage deshalb immer rechts meine Kamera mit Tele, rechts eine mit ner Makrolinse. Mit einem Kameragürtel sehe ich zwar aus wie ein Vater aus einer 90er Sitcom, ich finde aber, ich kann es tragen:</p><figure><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/ea6cadc7-ba4a-422e-869d-07f6613124ca/uploads/images/wnffenco3p/456EF8AD-556E-4E29-9E9E-5EE32DCB24BB_1_102_o.jpeg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><figcaption>(In Wahrheit ist mir scheißegal, wie ich beim Fotografieren aussehe, muss halt praktisch sein und ich darf weder frieren noch nass werden, hehe. Und wollte eigentlich auch nur mal meinen Mann zeigen, wie cute ist er bitte?)</figcaption></figure><p>Jetzt ist es aber auch so: Das Canon RF-System ist sowas von teuer, das macht mich halt auch sauer. Deshalb: Wenn du Geld wie Heu hast und auch für deine Hobbys tausende Euros ausgeben kannst, kannst du mir das gern nachkaufen. Die Objektive und Kameras sind absolut top. Ich nutze hier auch nur Objektive aus der L-Serie, also die mit dem roten Ring, und die Qualität ist unmatched, wirklich. Wenn du aber einsteigen willst und kein Budget hast, das andere für Arbeitsgeräte (denn das sind die Kameras bei mir) ausgeben, würde ich dir empfehlen, einen Bogen um das RF-System zu machen. Wäre das einfach nur Hobby, hätte ich das alles nicht, da würde ich einfach mit meiner Fujifilm X100 VI als einzige Kamera herumrennen und würde mich nicht mit meinem Kram abschleppen müssen. Solltest du aber nicht professionell arbeiten oder unendlich viel Geld für Hobbys haben, empfehle ich dir was anderes: <strong>Canon EF, also die “alten” Spiegelreflex-Kameras.</strong></p><p>Früher (2016) war meine Traumkamera die <strong><mark style="background-color: rgb(222, 244, 220); color: inherit">Canon 5D Mark IV</mark></strong>. Damals finanziell absolut unerreichbar. Die kam damals für rund 4000 Euro auf den Markt, heute wären das wohl eher 5100 Euro, und dann kommen ja noch die Objektive dazu. Heutzutage kriegst du dieses absolute Biest von Kamera (man muss sagen, dass digitale Spiegelreflexkameras schwerer und größer als die modernen spiegellosen Systemkameras sind) für <strong>600-700 Euro</strong>, gebrauchte EF-Objektive gibt es ebenfalls schon günstig. Eine DSLR-Kamera wie meine alte <strong><mark style="background-color: rgb(222, 244, 220); color: inherit">Canon 6D</mark></strong>, mit der ich richtig viel fotografiert habe, kriegst du heute für <strong>170-250</strong> <strong>Euro (!)</strong>, Neupreis damals 1.999 Euro. Wichtig ist dabei nur zu wissen, dass die keinen “EVF” haben, also keinen Electronic Viewfinder. Das heißt, durch den Sucher siehst du nicht schon das fertige Bild, wie heute bei den Spiegellosen, sondern einfach die Realität. Umso wichtiger, sich mit der Belichtung von Bildern vertraut zu machen (Blende, Verschlusszeit, ISO).</p><p>Solltest du drauf eingeschossen haben, dich trotz allem ins Canon-RF-System wagen zu wollen, gibt es auch hier günstige Alternativen. Die <strong>R7</strong> ist eine APS-C-Kamera mit sehr gutem Ruf, selber habe ich keine Erfahrungswerte. Die kriegst du gebraucht schon für rund <strong>1000 Euro</strong>. Die günstige Vollformat-Kamera <strong>R8</strong> kriegst du auch schon hier und da gebraucht für nen <strong>Tausender</strong>. Willst du lieber ein etwas “hochpreisigeres” Vollformatsystem, würde ich dir eben die <strong>R5</strong> empfehlen (gebraucht wie gesagt schon unter 2000), oder aber die <strong>R6 Mark II</strong>. Die hat ein neueres Autofokus-System und die macht unfassbar tolle Bilder, hat auch Precapture, was bei Wildlife sehr hilfreich ist. Lorenz hat die sich gerade in einem echt guten Sale-Angebot geholt, die Kamera ist ein Traum. Das Gute ist, dass gerade der Nachfolger rauskam, deshalb sinken hier gerade die Preise. Die <strong>Canon R6 Mark II</strong> kriegst du gebraucht schon für <strong>1500 Euro</strong>, ihre Vorgängerin, die <strong>R6</strong>, für rund <strong>1000 Euro</strong>.</p><figure><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/ea6cadc7-ba4a-422e-869d-07f6613124ca/uploads/images/lsz3owv4bv/1DACD4B5-3868-43F5-A5BB-1604F23E09E5_1_201_a.jpeg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><figcaption>Die Canon R50 mit dem 35 mm Makro 1.8 ist richtig handlich.</figcaption></figure><p>Es gibt aber auch die kleine <strong><mark style="background-color: rgb(222, 244, 220); color: inherit">Canon R50 (APS-C)</mark></strong>, die wohnt erst seit 2 Wochen bei mir. Man macht Abstriche, klar, sie hat aber auch sehr viele Vorteile – sie ist unglaublich klein und leicht, hat das RF-Bajonett, und sie ist vergleichweise günstig. Du kriegst diese APSC-Kamera neu aktuell an vielen Orten als Set: <strong>Canon EOS R50 schwarz + RF-S 18-45mm f4,5-6,3 IS STM für 699 Euro</strong>. Kit-Objektive sind ja so ne Sache, aber ich benutz die, wenn die kompakt sind, gern mal. Mit dem von Fujifilm habe ich einige meiner besten Fotos gemacht, die haben schon ihre Daseinsberechtigung. Gebraucht kannst du die Kamera allein schon um <strong>550 Euro</strong> schießen.</p><p>Wenn du auf Leute triffst, die sagen “haha, mit einem Kit-Objektiv kann man keine guten Fotos machen”: Geh weg von denen. Mit Kamera-Snobs willst du nichts zu tun haben. Es zeigt eher, dass sie so schlechte Fotograf:innen sind, dass sie selber nur mit absolut teurem Equipment annehmbare Fotos machen können (du kannst bei einem großen Teil auch dann davon ausgehen, dass die Bilder langweilig sind und viel zu viele davon Sonnensterne haben). Wenn du übst, kannst du mit <em>allem</em> fotografieren. Ich adaptiere beispielsweise gern alte M42-Objektive (viele aus der DDR) an meine Kameras, die du für 10-15 Euro auf Flohmärkten oder bei eBay findest:</p><figure><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/ea6cadc7-ba4a-422e-869d-07f6613124ca/uploads/images/4h52azcypu/4ED3AEFA-9FCA-4196-B11E-69DAF74F9AFB_1_102_o.jpeg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><figcaption>An der kleinen R50 hängt hier das Pentacon 50 mm 1.8 an einem Adapter. Kostenpunkt für die Linse: 15 Euro, Adapter 17 Euro.</figcaption></figure><p>Die R50 hab ich mir vor allem geholt, weil ich kleine RF-Objektive damit nutzen will. Canon hat nämlich eine Reihe sehr kleiner “Makro”-Objektive – das RF 85 mm ist da zu nennen, aber eben auch das 35 mm 1.8, das ich oben mit der Kamera in der Hand halte. Dieses Setup passt in meine Jacken- oder Bauchtasche, ich kann damit Street und Landschaft machen (beachte, dass 35 mm an einer APS-C Kamera eher 50 mm sind), mit der kleinen Blende auch gut in dunklen Umgebungen zurechtkommen, aber viel besser: Wenn ich tolle Flechten oder ein Insekt sehe, kann ich richtig nah ran. Deshalb habe ich mir das <strong>RF 35mm F1.8 MACRO IS STM</strong> gebraucht gekauft.</p><p>Preislich wärst du bei diesem kleinen fähigen Makro-/Immerdrauf-Setup <strong>für Kamera und Objektiv bei unter 1000 Euro</strong>, wenn du die R50 und das Objektiv gebraucht kaufst. Solltest du dann noch etwas Budget haben, kannst du dir für Vogelambitionen beispielsweise das <strong>Canon RF 100-400mm f/5,6-8 IS USM holen (ca. 650 Euro neu, gebraucht 550-580 Euro).</strong> Das ist eine Linse, die Klasse für den Einstieg ist, außerdem ist sie schön kompakt, sodass du sie gut in einer kleineren Kameratasche herumtragen kannst, ohne, dass dir die Schulter abfällt. Zudem sieht die nicht so absurd an der R50 aus wie mein 100-500er.</p><p>Wichtig: Nicht mit der R50 V verwechseln, die hat nämlich keinen Sucher. Würde ich bei Makro und Wildlife nicht empfehlen. Klar mache ich auch mal Fotos mit dem Display, aber meistens sollte man da schon den Sucher nutzen, da man dann erst sieht, ob der Fokus <em>wirklich</em> sitzt.</p><h2><mark style="background-color: rgb(222, 244, 220); color: inherit">Fujifilm</mark></h2><p>Tja, und nun Fujifilm. Die bieten keine Vollformatkameras an, sondern nur APS-C und Mittelformat. Ich hab mich letztes Jahr einmal durchs ganze System (sowohl APS-C, als auch Mittelformat) probiert, wollte von Vollformat weg und darauf umsteigen. Es gibt Filmsimulationen, die tolle Looks machen, sodass ich tatsächlich viel direkt als JPG geschossen habe, diese hier zum Beispiel:</p><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/ea6cadc7-ba4a-422e-869d-07f6613124ca/uploads/images/x76uvqwpad/9D4BEFB1-5529-4F0A-BF32-A0128ED40AD6.jpeg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/ea6cadc7-ba4a-422e-869d-07f6613124ca/uploads/images/xsr6mpmbfm/20EA3485-2979-407C-9A75-3D2C8779D3EB_1_201_a.jpeg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/ea6cadc7-ba4a-422e-869d-07f6613124ca/uploads/images/5dnpgewerf/A605F882-DBA8-4CF9-B76D-8DDAB9D389DA_1_105_c.jpeg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><p>Die Kameras sind klein und leicht, und das gilt auch für die Objektive. Der Autofokus ist okayish, das war letztlich auch der Grund, wieso ich Fujifilm für Wildlife/Makro wieder verlassen hatte. Bei Menschen, Hunden und so weiter sitzt der super, aber bei sich schnell bewegenden Insekten, Vögeln und Co. kämpft er massiv. Ich brauche nicht den besten Autofokus der Welt, aber er soll bitte aufhören, die Kloake des Vogels zu fokussieren und stattdessen bitte den VERDAMMTEN KOPF anvisieren oder mir die Entscheidung überlassen, danke schön … ja, hier wurde ich leider nicht glücklich, OBWOHL ich lieber diese Kameras nutzen würde, weil die so so so viel leichter sind! Aber ich hab dann eben immer manuell fokussiert und mich dann irgendwann gefragt, wieso ich eigentlich so teure Autofokus-Objektive habe, wenn ich es dann doch lieber “selber mache”. Ich benutze Fujifilms immer noch gern “nur so”, oder eben mit manuellen Objektiven, doch habe ich das meiste aus dem Setup verkauft und renne eigentlich nur noch mit der X100 VI herum.</p><p>Folgende Kameras kann ich hier empfehlen (wie gesagt, geht mir hier um Makro und Wildlife, also lege ich den Fokus darauf):</p><ul><li><p><strong>Fujifilm X-T5.</strong> Die eignet sich super als Hauptkamera. Sie ist wetterfest, hat ein cooles Display und liegt fantastisch kompakt in der Hand. Gebraucht kriegst du sie aktuell ab <strong>1200 Euro</strong>.</p></li><li><p><strong>Fujifilm X-E5.</strong> Die kam neu raus, ist wie so eine X-T5 (allerdings ohne Wetterschutz) im Körper einer X100 VI. Gebraucht kriegst du die für rund <strong>1200-1300 Euro</strong>.</p></li><li><p>Wenn du nicht planst, sich schnell bewegende Tiere zu fotografieren, solltest du dir die alten Fujis anschauen. Eine <strong>X-E2 </strong>(gebraucht rund <strong>250 Euro</strong>), <strong>X-E3</strong> (gebraucht rund <strong>400 Euro</strong>), <strong>X-T4</strong> (<strong>700-800 Euro</strong> gebraucht) kriegst du schon recht günstig. Allerdings schwanken die Preise bei Fuji massiv, weil die immer wieder gehyped werden, das heißt, wenn der Artikel raus ist, können die Kameras schon wieder teurer oder deutlich günstiger sein.</p></li></ul><p>Bei Objektiven für Wildlife gibt es hier eine tolle Auswahl, die ich getestet habe, die ist aber nicht sehr groß:</p><ul><li><p><strong>Fujifilm XF 70-300 mm F4-5.6 R LM OIS WR</strong>. Juuuuunge, ist das ein Objektiv!!! Es ist absolut KLEIN, durch den APS-C Crop erreichst du damit eher 400. Ein Traum, wirklich. Es fiel mir unendlich schwer, das zu verkaufen, aber ich hab das Geld meiner Fujifilm-Ausrüstung gebraucht, um wieder zu Canon zurückkehren zu können. Ich kann dieses Objektiv gar nicht genug empfehlen. <strong>Gebraucht kriegst du es ab 620 Euro</strong>.</p></li><li><p><strong>Fujifilm XF 150-600 mm F5.6-8 R LM OIS WR</strong>. Auch dieses Objektiv ist ein Traum, damit erreicht man natürlich eher 750 mm durch den APS-C-Crop. Es ist zwar lang, aber super leicht, ich hatte absolut keine Probleme, es zu halten. Es ist aber deutlich teurer und haut <strong>ab 1500 Euro</strong> <strong>gebraucht</strong> rein und strapaziert das Budget. Wenn du das Geld aber hast: machen.</p></li><li><p><strong>Fujifilm XF 80 mm F2.8 R LM OIS WR Macro</strong>: Das hab ich auch sehr geliebt, wirklich. Es macht wunderschöne Fotos, klackert ein bisschen, wenn man es hin und her neigt, da muss man sich erstmal dran gewöhnen. Gebraucht schlägt das aber auch mit <strong>800 Euro</strong> ganz schön zu Buche.</p></li></ul><p>Es gibt noch einige andere Makro-Linsen, die ich auch getestet habe, die aber alle kein 1:1 aber deutlich günstiger sind. Nur finde ich es jetzt nicht sinnvoll, das alles aufzulisten, denn: Die obigen Linsen kann ich eben uneingeschränkt empfehlen, die anderen dürften dich vielleicht enttäuschen, wenn du wirklich ein 1:1 Makro willst. Dasselbe gilt für Teleobjektive: Hier lohnt es sich echt, nochmal selber ordentlich zu recherchieren, da ich da echt nur die obigen Teles ausprobiert habe, das Angebot aber gerade über Dritthersteller viel größer ist!</p><h2><mark style="background-color: rgb(222, 244, 220); color: inherit">Was ist denn nun das beste Setup?</mark></h2><p>Puh, bin jetzt ganz schön erschöpft, du wahrscheinlich auch. So viele Infos, oder? Ich hab diesen Artikel auch als Referenz geschrieben, um den Link schicken zu können, wenn jemand fragt: <em>Jasmin, womit machst du deine Fotos und eignet sich das auch für mich als Anfänger:in?</em></p><p>Vielleicht sitzt du jetzt hier und denkst dir: Okay, aber ich bin erschlagen, welches ist denn nun das beste Setup, das du empfiehlst?</p><p>Nun. Erst einmal ist es wichtig zu verstehen, dass du, wenn du dich für ein System entscheidest, dich eher an die Objektive als an den Body bindest. Es heißt ja: <strong>Date the body, marry the lens. </strong>Irgendwann kommen neue Kamera-Bodys raus, und vielleicht haben die Funktionen, die du dringend brauchst. Man wechselt eher Bodys durch, als dass man Objektive dauernd kauft und verkauft. Deshalb meine erste Empfehlung: Investiere mehr Geld in die Objektive, als in den Body. Dein Budget reicht nicht für die affengeile R5 Mark II UND eine tolle Vogel-Linse? Gut, dann kauf das geile Vogelobjektiv und hängt den Body dran, für den du gerade Geld hast. Und wenn das eben nur die R50 ist, dann ist das eben erstmal so. Und irgendwann hast du vielleicht etwas gespart und hängst dann eine bessere Kamera an dein geiles Vogel-Objektiv, and so on. Dass ich Kamera-Objektive habe, die bei mir schon so lange wohnen, dass die jetzt in der Pubertät wären, zeigt: Es stimmt.</p><p>Dann: Kaufe gebraucht, wo es nur geht, und du brauchst nicht immer das neuste (Die R5 kam 2020 raus, jetzt haben wir 2026 und ich habe sie mir wie gesagt gerade nochmal gekauft). Gerade bei den Spiegellosen Systemkameras sind Auslösezahlen nicht mehr so wichtig wie bei den Digitalen Spiegelreflex-Kameras. Zudem fotografiere ich beispielsweise viel mit dem Elektronischen Auslöser, das heißt, dass ich Kameras habe, bei denen der mechanische Auslöser (das ist der Part, der sich abnutzen könnte) vielleicht 100 oder 200 Mal ausgelöst hat. Auslösezahlen können dir einen Indiz geben, wie viel mit der Kamera gearbeitet wurde und wie sie vielleicht generell in Schuss ist (sind die Knöpfe schon ausgeleiert, ja, nein, vielleicht), aber wirklich feste Aussagekraft hat das nicht.</p><p>Wenn du bei Händlern wie Calumet, Foto Mundus oder ähnliches gebraucht kaufst, hast du noch die Gewährleistung und natürlich hauen die dich nicht übers Ohr. Kaufst du bei eBay: Schau, dass der Verkäufer ein älteres Profil als irgendwie 6-12 Monate oder so hat, und dass er einiges an positiven Bewertungen als Verkäufer (!) erhalten hat. Zahle per Paypal, damit du das Geld im Zweifelsfall zurückholen kannst. Versuche nie, den Kauf außerhalb von eBay abzuwickeln, sende keine Daten wie Ausweisfotos oder ähnliches. Wenn du das befolgst, sollte es keine Probleme geben.</p><p>Du kannst die Sachen natürlich auch neu kaufen, aber ehrlich: Ich mach das kaum. Wenn, dann vielleicht bei neu angekündigen Bodys (da bestelle ich auch mal vor), Objektive kaufe ich wirklich in 90 Prozent der Fälle auf dem Gebrauchtmarkt. Die haben keinen eingebauten Akku, der sich irgendwann verabschiedet, kein Betriebssystem, das irgendwann nicht mehr aktualisiert wird. Alte Objektive sind toll, und du sparst teilweise wirklich <em>extrem viel</em> Geld.</p><p>Und dann: Hör auf keinen Fall auf Tech-Youtuber. Hör auch nicht auf mich. Hör dir viele Meinungen an und achte auf die Sachen, die dir besonders wichtig sind. Robustheit und sehr guter Wetterschutz? Schau bei Canon, Nikon, Sony vorbei. Kompaktheit und Flexibilität? Schau mal bei Fujifilm, Panasonic oder OM-Systems. Ein Reviewer sagt aber, du musst sofort die neue Canon R6 Mark III kaufen, weil die so viele bessere Funktionen hat? Ach ja? Zähle sie auf und erkläre mir, was die machen, ohne zu spicken. Kannst du nicht? Dann sind diese tollen mega geilen neuen Funktionen nicht relevant für dich. Man muss nicht die beste und teuerste Kamera kaufen, um dazuzugehören. Man muss sie nicht kaufen, um endlich eine “richtige Fotografin” oder ein “richtiger Fotograf” zu sein. Wenn jemand mit nem Canon RF 600mm f4 L IS USM für schlappe 15000 Euro (ja, drei Nullen) ne Meise im Flug in der Dämmerung fotografiert, denke ich: <em>Nettes Foto</em>. Wenn jemand mit ner Flohmarkt-Canon AE-1 und nem analogen Teleobjektiv ein 35 mm Kleinbildfilm-Foto von ner Meise im Flug macht, denke ich: <em>Ach du scheiße, ist das krass!</em></p><p>Ausrüstung, bei der man Abstriche machen muss, ist nicht immer ein Nachteil. Sie kann dich motivieren, nach kreativen Lösungen zu suchen. Hätte ich nicht angefangen analog zu fotografieren und nicht direkt gelernt, dauernd um irgendwelche Hindernisse herumarbeiten zu müssen, wäre ich jetzt eine deutlich beschissenere Fotografin. Sieh ein “schwächeres” Setup nicht als Makel an, sondern als Herausforderung und Möglichkeit, eine sehr steile Lernkurve zu erreichen. Und wenn du das beherrschst, bist du so viel besser im Fotografieren als all die Tech-Youtuber mit toll ausgeleuchteten Studios (Schreibtisch, buntes Licht im Hintergrund, Holzregal mit verschwommen zu sehenden Kameras, Pflanzen und Büchern drin) jemals sein werden. Kein Witz.</p><p>Also, mein Schlussfazit ist dieses hier:</p><p><strong>Das beste Setup ist das, das du dir leisten kannst, ohne Schulden zu machen oder deine Rücklagen aufzubrauchen. Das beste Setup ist das, das gut in deiner Hand liegt und das du angenehm herumtragen kannst. Das beste Setup ist das, was du gern mitnimmst, weil es leicht und kompakt genug in deinen Augen ist. Das beste Setup ist das, das aus einem System kommt, das vielleicht schon Freund:innen oder Familienmitglieder haben, sodass du dir Objektive auch mal ausleihen kannst. Man muss nicht immer alles selber kaufen. Das beste Setup ist das, das dich motiviert, rauszugehen und zu fotografieren, das dir hilft, die Natur aus einem neuen Blickwinkel zu betrachten. Das beste Setup ist das, das dich inspiriert, neue Dinge auszuprobieren, das dir ein gutes Gefühl beim Fotografieren gibt.</strong></p><p>That’s it. So einfach ist das.</p><p>Viel Spaß und immer gut Licht,</p><p>Jasmin</p><figure><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/ea6cadc7-ba4a-422e-869d-07f6613124ca/uploads/images/u3n5u2aet6/C5A78120-B5A1-4896-8BC5-C101DE2AE22A_1_105_c.jpeg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><figcaption>Das Foto hat Lorenz von mir mit seiner R6 Mark II und meinem 24-105 f4 L geschossen.</figcaption></figure><hr aria-hidden="true"/><p><em>🌿 Du willst zeigen, dass dir meine Arbeit was wert ist und möchtest gleichzeitig noch tiefer in die Natur einsteigen? 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Danke! &lt;3</mark></a></p>]]></content:encoded>
      <category><![CDATA[Allgemein]]></category>
      <media:content type="image/jpeg" url="https://assets.steadyhq.com/production/post/ea6cadc7-ba4a-422e-869d-07f6613124ca/uploads/images/isewzpgvnv/2A4A3E51-2134-47C1-A102-C60857870694_1_105_c.jpeg?auto=format&amp;h=787&amp;w=1400&amp;fit=fill&amp;fm=jpg&amp;crop=faces" medium="image"/>
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      <pubDate>Fri, 23 Jan 2026 14:08:58 +0000</pubDate>
    </item>
    <item>
      <title><![CDATA[Der große Schmetterlingsguide]]></title>
      <description><![CDATA[Hey, die Mitglieder in meinem Gartenprojekt “Schreibers Hortarium” haben heute den großen Schmetterlingsguide bekommen, doch ich habe ihn gleich so angelegt, dass ich…]]></description>
      <content:encoded><![CDATA[<img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/203cd745-3a29-4375-9bf3-38c7303898a5/uploads/images/crr5z7am33/IMG_3141.png?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><p>Hey,</p><p>die Mitglieder in meinem Gartenprojekt “Schreibers Hortarium” haben heute den großen Schmetterlingsguide bekommen, doch ich habe ihn gleich so angelegt, dass ich ihn auch hier allen Mitgliedern schicken kann.</p><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/203cd745-3a29-4375-9bf3-38c7303898a5/uploads/images/dkzyeluamg/Grosser_Frostspanner.png?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><p>Ich finde es wichtig, Schmetterlingen Trittsteine anzubieten, also Gärten, Terrassen und Balkone. Sie stehen enorm unter Druck und die Bestände gehen immer weiter zurück, umso wichtiger, dass wir im Rahmen unserer Möglichkeiten etwas für sie tun.</p><p>Der Artikel in der Gartenkolumne mit vielen Tipps für einen schmetterlingsfreundlichen Garten oder Balkon ist hier frei für alle zu lesen:</p><a href="https://steady.page/de/3524a672-de36-42e1-af36-4b547fc79f5b/posts/bd0ad96e-41dd-4c01-8859-e28c6a684b95">https://steady.page/de/3524a672-de36-42e1-af36-4b547fc79f5b/posts/bd0ad96e-41dd-4c01-8859-e28c6a684b95</a><p>Du kannst den kostenlosen Gartennewsletter auch gern hier abonnieren, damit du nichts verpasst:</p><p><a href="https://steady.page/de/hortarium/newsletter/sign_up">zum Gartennewsletter</a></p><p>In meiner Gartenkolumne geht es auch immer um Anbau, Ernte und Co., aber eben besonders viel auch um eine Gestaltung von Garten und Balkon, die heimischen Arten (seien es Pflanzen, Pilze oder Tiere) einen Vorteil bringt und sie unterstützt. Viele Leute haben sich bei der letzten Naturarium-Umfrage ja mehr zu dem Thema gewünscht. Ich hatte nach 3 Jahren das Hortarium erstellt, weil es natürlich für Leute, die weder Garten noch Balkon haben, auf Dauer komisch (und vielleicht etwas frustrierend/schmerzhaft) zu lesen ist, was für tolle Sachen man in einem Garten machen kann, wenn man keinen hat. Falls du dich also für das Thema interessierst, das ist der Weg!</p><h2><mark style="background-color: rgb(222, 244, 220); color: inherit">Der Guide zum Download</mark></h2><p>Nun zum Schmetterlingsguide. Da du mich mit einer Mitgliedschaft unterstützt und solche aufwändigen Projekte überhaupt erst möglich machst, kannst du ihn dir auch herunterladen. &lt;3 DANKE! In diesem eBook habe ich über 30 Schmetterlingsarten für dich illustriert, außerdem stelle ich dir rund 90 Pflanzen vor, die Raupen und ausgewachsene Falter versorgen. Mit der Checkliste sorgst du zudem dafür, dass du in deinem Garten oder auf deinem Balkon nichts vergessen hast, um für unsere kleinen flattrigen Freunde ein Paradies zu erschaffen.</p><p>Du findest den Guide einmal in der normalen Variante und einmal in einer druckfreundlicheren Variante ohne Hintergrundfarben:</p><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/203cd745-3a29-4375-9bf3-38c7303898a5/uploads/images/nbhovgbd3g/Schmetterlingsguide_banner.png?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><p><a href="https://steady.page/db21f24b-40e6-4c6e-befe-eaa5884eed34/posts/203cd745-3a29-4375-9bf3-38c7303898a5">Auf Steady weiterlesen</a></p>]]></content:encoded>
      <category><![CDATA[Wallpaper & E-Goodies]]></category>
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      <pubDate>Thu, 22 Jan 2026 11:24:56 +0000</pubDate>
    </item>
    <item>
      <title><![CDATA[Pflanze des Monats Januar 2026]]></title>
      <description><![CDATA[🌿 Die Pflanze des Monats Januar 2026 ist die Schachblume! 🌸]]></description>
      <content:encoded><![CDATA[<p><strong>Die Schachblume ist die erste Pflanze des Monats! Wusstest du, dass sie ursprünglich gar nicht hier heimisch ist? Das, was eine Stinsenpflanze ist und wieso du nicht von ihr naschen solltest, erfährst du hier.</strong></p><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/dca71ddc-2e30-4333-aba5-b95ef9c89895/uploads/images/jxdm4wzx6i/Pflanze_des_Monats_Jan_26_Schachblume_gruen_rot.png?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><p><em>Diese Rubrik ist für Mitglieder, aber ich dachte mir, ich kann ja mal die erste Ausgabe der Pflanze des Monats für alle schicken, einfach so als kleines Goodie. Die Pflanze und das Tier kommen immer in unterschiedlichen Wochen im Laufe des Monats.</em></p><p><a href="https://www.dropbox.com/scl/fo/gez5weu2vcdmbqq3mmhwf/AC02MKCThoDrCum1YUxmn_s?rlkey=u8ipglwc9nggvsjxevkmhb4tx&amp;dl=0">✨ Goodie herunterladen ✨</a></p><hr aria-hidden="true"/><p><strong>Name:</strong></p><p>Schachblume (<em>Fritillaria meleagris</em>)</p><p><strong>Lebensraum:</strong></p><ul><li><p>Mag nasse Füße</p></li><li><p>Braucht Licht, Licht, Licht</p></li><li><p>Mag es mager und nährstoffarm, reagiert quasi allergisch auf Dünger</p></li><li><p>Findet frühe Mahd ziemlich uncool</p></li></ul><p><strong>Verbreitung:</strong></p><ul><li><p>Ursprünglich aus Südosteuropa</p></li><li><p>Seit dem 16. Jahrhundert als Gartenpflanze nach Mitteleuropa gekommen und hier eingebürgert und als sogenannte Stinsenpflanze verwildert</p></li></ul><p><strong>Lebensweise und besondere Skills:</strong></p><ul><li><p>Überdauert die meiste Zeit undercover als Zwiebel und startet dann im Frühjahr durch</p></li><li><p>Spätzünder: braucht sechs Jahre bis zur ersten Blüte</p></li><li><p>Zwiebel enthält das Herzgift Imperialin</p></li></ul><hr aria-hidden="true"/><figure><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/dca71ddc-2e30-4333-aba5-b95ef9c89895/uploads/images/d6iiyyefvd/liv-cashman-oJAM9h0158c-unsplash.jpg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><figcaption>Liv Cashman für Unsplash.</figcaption></figure><p>Im späten Mittelalter und in der frühen Neuzeit waren Steinhäuser in Norddeutschland Luxus. Die meisten Menschen konnten sie sich schlicht nicht leisten, wer doch in Stein wohnte, gehörte zur Oberschicht: Adlige, Klöster, Pastorate, wohlhabende Kaufleute. Im Friesischen nannte man diese Häuser <em>Stins</em>. Zu einem Stins gehörte selbstverständlich ein Garten, und in diesen Gärten pflanzten die Besitzer:innen alles, was Rang und Weltgewandtheit zeigte: exotische Gewächse, importiert von so weit weg wie es nur geht. Einige dieser Pflanzen hielten nicht viel von Sesshaftigkeit und begaben sich auf “Wanderschaft”, aka: Sie verwilderten, breiteten sich auf den umliegenden Wiesen aus und blieben auch noch dann dort, lange nachdem die Steinhäuser selbst verschwunden waren. Die Botanik kennt sie heute als <em>Stinsenpflanzen</em>: lebende Kulturrelikte, die verraten, wo einst jemand mit Geld und Geschmack wohnte.</p><p>Die Schachblume ist eine von ihnen. Ihr ursprüngliches Verbreitungsgebiet liegt in Südosteuropa, vom Balkan über Ungarn bis nach Rumänien. Dort wächst sie in lichten Auwäldern oberhalb der Grundwasserlinie. Nach Mitteleuropa kam sie in der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts und tauchte 1572 erstmals in der botanischen Literatur auf. Im 17. Jahrhundert wurde sie zum Star der Barockgärten. Ein Stillleben des holländischen Malers Jakob de Gheyn II. aus den Jahren 1600 bis 1603 zeigt sie selbstbewusst neben Rosen, Akelei und Maiglöckchen. Im 19. Jahrhundert war der Ruhm vorbei. Die Mode wechselte, die Gärten auch. Zurück blieben verwilderte Populationen auf feuchten Wiesen, die niemand mehr pflegte.</p><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/dca71ddc-2e30-4333-aba5-b95ef9c89895/uploads/images/feesabg5s7/Bildschirmfoto_2025-12-13_um_17.02.17.png?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><h2>Ein ganzes Blumenmeer</h2><p>Wer die Schachblume in der Nähe von Hamburg sehen will, fährt Ende April nach Hetlingen in die Haseldorfer Marsch. Auf den Elbwiesen stehen dort rund 80.000 Exemplare, eines der größten Vorkommen Deutschlands. Das jährliche Schachblumenfest zieht Tausende Besucher:innen an, die am Rand der freigegebenen Wiesen stehen und den Anblick genießen. Früher wuchsen die Schachblumen hier so dicht, dass man sie körbeweise pflückte und als Schnittblumen auf Hamburger Wochenmärkten verkaufte. Das ist lange vorbei. Heute steht die Art auf der Roten Liste und unter Schutz der Bundesartenschutzverordnung.</p><figure><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/dca71ddc-2e30-4333-aba5-b95ef9c89895/uploads/images/p6ak7uvi2h/Bildschirmfoto_2025-12-13_um_20.59.53.png?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><figcaption>Die Schachbrettblume ist auch im Wappen der Gemeinde Hetlingen abgebildet. Lothar Leissner für Wikimedia Commons.</figcaption></figure><p>Ihr Überleben auf nassen, nährstoffarmen Wiesen verdankt die Schachblume einer recht effektiven Strategie, die viele Frühblüher machen. Ihre Zwiebel speichert Energie, mit der sie im zeitigen Frühjahr schneller austreibt als die Gräser um sie herum. Schon im April blüht sie und lässt sich von Hummeln und Bienen bestäuben. Wenn im Juni die Gräser endgültig die Oberhand gewinnen, ist sie längst fertig: Wachstum abgeschlossen, Vorräte eingelagert, Saison beendet, ciao Kakao; sie ist also schon wieder im Boden. Auf gedüngten oder entwässerten Flächen geht dieser Plan nicht mehr auf. Dort wachsen die Gräser so schnell, dass die Schachblume schlicht untergeht, weshalb man sie dort nicht antrifft. Dass unser Grünland durch Überdüngung immer nährstoffreicher wird, ist da natürlich ein Problem.</p><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/dca71ddc-2e30-4333-aba5-b95ef9c89895/uploads/images/rwgp7don65/Bildschirmfoto_2025-12-13_um_17.04.39.png?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><p>Auch ihre Fortpflanzung ist nichts für Ungeduldige. Anders als viele andere Zwiebelgewächse bildet sie kaum Tochterzwiebeln. Sie setzt fast ausschließlich auf Samen, kleine Leichtgewichte mit Hohlräumen, die im Hochwasser treiben können. An der Elbe ist das ein Vorteil, denn die Tide transportiert das Wasser nicht nur seewärts, sondern bei Flut auch stromaufwärts. Aus einem Samen wächst im ersten Jahr kaum mehr als ein grünes Zipfelchen. Bis zur ersten Blüte vergehen sechs (!) Jahre. Und selbst danach legt die Pflanze gelegentlich eine Pause ein und man denkt, sie ist weg. War das Jahr hart oder wurde sie abgefressen, reichen die Reserven nicht, und im Folgejahr erscheint vielleicht nur ein Blatt, wenn überhaupt. Warum die Bestände von Jahr zu Jahr so stark schwanken, ist bis heute nicht vollständig geklärt.</p><p>Die Wiesen bei Hetlingen wurden 1999 als Ausgleichsfläche für die Elbvertiefung gesichert. Landwirte bewirtschaften sie seitdem unter Naturschutzauflagen: keine Düngung, keine Pferdebeweidung, erste Mahd frühestens Ende Juni, damit die Samen ausreifen können. Der frühere Pächter einer der Hauptwiesen hatte nie auf Silage umgestellt und immer spät gemäht, ohne zu wissen, dass er damit ein botanisches Erbe bewahrte. Seit die Flächen geschützt sind, haben sich die Bestände erholt. Die Schachblume hat sogar begonnen, auf benachbarte Wiesen überzuspringen.</p><p>Auch bei uns in Hamburg selbst gibt es noch kleine Vorkommen, im Naturschutzgebiet Heuckenlock an der Süderelbe, im Duvenstedter Brook und in Wittenbergen. Sie sind Reste einer Zeit, in der die Elbwiesen unterhalb der Stadt ein durchgehendes Band aus Schachblumen bildeten. Und in meinem Garten, ja, da gibt es sie auch viel, da ich sie dort angesiedelt habe. Finde sie einfach wunderschön!</p><p>Die Zwiebel der Schachblume ist übrigens nichts zum Essen. Sie enthält Alkaloide, darunter <em>Fritillin</em> und das Herzgift <em>Imperialin</em>. In hohen Dosen kann es zu Kreislaufbeschwerden, Erbrechen und Krämpfen führen, bei Kindern schon recht schnell zum Herzstillstand. Deshalb: Lieber nur bewundern, ansonsten in Ruhe lassen.</p><p>Bis zum nächsten Mal</p><p>Jasmin</p><hr aria-hidden="true"/><h2><mark style="background-color: rgb(222, 244, 220); color: inherit">Was war zuletzt im Naturarium los?</mark></h2><h4>Für alle</h4><ul><li><p><a href="https://steady.page/de/jasminschreiber/posts/4ea918e0-f2d2-4289-8084-3b6ca12e5426">In einem Artikel haben wir die Reise der Muschel Martha durch die Jahrhunderte verfolgt »</a></p></li><li><p>Ich habe die erste Sprachnachricht für den Mitglieder-Podcast aufgenommen. Da ich eine Chaos-Maus bin, habe ich die versehentlich an alle geschickt (leider mit der Paywall drin, obwohl es gar nicht hinter einer Paywall ist … dieses neue Steady-Interface und ich, wir können noch nicht so miteinander), <a href="https://steady.page/de/jasminschreiber/posts/d3be8694-cf58-462f-af86-6777a0ef99be">also ist die erste Folge eben für alle frei »</a></p></li><li><p>Es gibt jetzt eine <a href="https://steady.page/de/jasminschreiber/posts/9cb12ab8-e38a-4084-930c-3d627ac58f79">Anleitung für’s Naturarium »</a></p></li><li><p>Ich habe von meiner <a href="https://steady.page/de/jasminschreiber/posts/b82e251f-5726-4c99-9f6e-21d2a256d908">Stunde der Wintervögel erzählt, inklusive Vogelfotos »</a></p></li></ul><h4>Für Mitglieder</h4><ul><li><p>Der Podcast ist an den Start gegangen. In der Anleitung erfährst du, <a href="https://steady.page/de/jasminschreiber/posts/9cb12ab8-e38a-4084-930c-3d627ac58f79">wie du ihn auch als RSS-Feed abonnieren kannst »</a></p></li><li><p>Wir haben uns angeschaut, <a href="https://steady.page/de/jasminschreiber/posts/2d351207-705a-4f86-9c43-0fa29b046812">ob Raben eine echte Theory of Mind haben »</a></p></li><li><p><a href="https://steady.page/de/jasminschreiber/posts/ba7240fa-7ab9-4760-b546-9c770fe92901">Das Januar-Wallpaper wurde veröffentlicht »</a></p></li><li><p>Die <a href="https://steady.page/de/jasminschreiber/posts/a01f24d8-32d7-4a1c-b23a-1956241bcec8">Natur-Rallye 2026 ist gestartet »</a></p></li></ul><hr aria-hidden="true"/><p><mark style="background-color: rgb(222, 244, 220); color: inherit">🌿 Gärtnern für die Artenvielfalt? Abonniere meine kostenfreie Gartenkolumne, </mark><a href="https://steadyhq.com/de/hortarium/about"><mark style="background-color: rgb(222, 244, 220); color: inherit">in der wir auf Balkonen, im Garten und auf der Fensterbank naturnah gärtnern»</mark></a></p><p>🎙️ Höre meinen Biologie-Podcast <a href="https://bugtales.fm/">beim Podcastanbieter deiner Wahl</a>»</p><p><strong>Ich würde mich auch freuen, wenn du mir auf Social Media folgst:</strong><br/>👩🏻‍🌾 Garten-Updates: <a href="https://www.instagram.com/insektengarten">Mein Garten-Account auf Instagram</a>»<br/>📗 Mein normaler <a href="https://www.instagram.com/lavievagabonde">Instagram-Account als Autorin»</a><br/>🌤️ <a href="https://bsky.app/profile/schreibersnaturarium.de">Mein Account auf Bluesky</a>»<br/>🦣 <a href="https://chaos.social/@lavievagabonde">Mein Account auf Mastodon</a>»</p><p><a href="https://steady.page/de/jasminschreiber/about"><em>🌿 Du willst zeigen, dass dir meine Arbeit was wert ist und möchtest gleichzeitig noch tiefer in die Natur einsteigen? Dann werde hier Mitglied und sichere dir tolle Goodies und Vorteile! » 💕</em></a></p><hr aria-hidden="true"/><p>Hast du Themenwünsche? Die kannst du gern hier hinterlassen:</p><p><a href="https://docs.google.com/forms/d/e/1FAIpQLSeI0uF2-uwO-o-vAG1BLG5DOIgssZyTX-LyUY4qTRCMti_Ixg/viewform?usp=dialog">Themen wünschen</a></p><p></p>]]></content:encoded>
      <category><![CDATA[Wallpaper & E-Goodies]]></category>
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      <pubDate>Wed, 21 Jan 2026 07:31:00 +0000</pubDate>
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      <title><![CDATA[🎙️ Sprachnachricht #1 | Vögel beobachten lernen]]></title>
      <description><![CDATA[In der ersten Sprachnachricht geht es um diese neue Kategorie, das Vögel beobachten lernen und die zwischenmenschlichen Begegnungen, die ich beim Fotografieren habe!]]></description>
      <content:encoded><![CDATA[<img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/d3be8694-cf58-462f-af86-6777a0ef99be/uploads/images/apamnu6v35/Unbenanntes_Projekt_4.png?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><p>Hallihallo!</p><p>Viele haben sich schon länger gewünscht, dass es im Naturarium auch wieder einen Podcast gibt (den gab es ja mal), und ich hab ein bisschen gebraucht, um einen Weg zu finden, wie ich das umsetze. Danke an die zwei Mitglieder, die mir geschrieben haben: “Mach einfach Sprachnachrichten mit dem Handy”, und weißt du was? Genau das mache ich jetzt auch! Hab mir ein kleines Mikro besorgt und los geht’s.</p><p>Viel Spaß beim Hören!</p><p>Jasmin</p><p><em>P.S.: Da ich ein kleiner Trottel bin und die Nachricht an alle geschickt habe, ist die erste also für alle frei. Ehem. Ich übe das hier noch alles, ok? Das Steady-Interface hat leider die Angewohnheit, manche Einstellungen zu resetten, deshalb ist das beim Bearbeiten passiert. :’) Sorry für den Spam, ich flipp hier echt noch aus, na jaaa …</em></p><p><a href="https://steady.page/db21f24b-40e6-4c6e-befe-eaa5884eed34/posts/d3be8694-cf58-462f-af86-6777a0ef99be">Auf Steady anhören</a></p><p></p><p>Hier in der Anleitung zum Naturarium unter Punkt 3 findest du noch einmal Infos, wie du die Nachrichten auch über dein Mitglieder-RSS-Feed hören kannst:</p><p><a href="https://steady.page/de/db21f24b-40e6-4c6e-befe-eaa5884eed34/posts/9cb12ab8-e38a-4084-930c-3d627ac58f79">Zur Anleitung</a></p>]]></content:encoded>
      <category><![CDATA[Sprachnachrichten]]></category>
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      <pubDate>Thu, 15 Jan 2026 22:09:26 +0000</pubDate>
    </item>
    <item>
      <title><![CDATA[💌 Neu dabei? Dann starte hier!]]></title>
      <description><![CDATA[🌿 Hier gibt's eine Anleitung, wie der kostenlose Newsletter, die Mitgliedschaften und Dankeschöns, der Mitglieder-Podcast & das ganze Naturarium funktionieren! 🐦‍⬛]]></description>
      <content:encoded><![CDATA[<h1>Neu dabei? Dann starte hier!</h1><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/9cb12ab8-e38a-4084-930c-3d627ac58f79/uploads/images/y7xer7lrn3/Neu_hier_2.png?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><p>Hi, schön, dass du dabei bist und vielen Dank, dass du meine Arbeit unterstützt! Damit du dich im Naturarium etwas besser orientieren kannst, gibt es hier eine kleine Anleitung für dich!</p><h2><mark style="background-color: rgb(250, 241, 211); color: inherit;">1) Die kostenlose Mitgliedschaft</mark></h2><p>Wenn du kostenlos dabei bist, bekommst du einmal im Monat zum Monatsanfang eine Naturgeschichte zusammen mit ausgewählten guten Nachrichten aus Natur und Umwelt direkt in dein Postfach. Jeder Monat steht unter einem anderen Thema. Begleite außerdem unsere Grasmücke Oliver live auf seinem Vogelzug!</p><p>Zu einem <mark style="background-color: rgb(250, 241, 211); color: inherit;">Archiv aller Texte</mark> kommst du hier, da kannst du dich auch durch die entsprechenden Kategorien klicken. Das Archiv enthält aber sowohl die kostenlosen Artikel, als auch die für Mitglieder. Die Letzteren erkennst du dann an der Paywall im Text.</p><p><a href="https://steady.page/de/jasminschreiber/posts">Zum Archiv</a></p><hr aria-hidden="true"/><h2><mark style="background-color: rgb(222, 244, 220); color: inherit;">2) Die bezahlten Mitgliedschaften und ihre Dankeschöns</mark></h2><h3>Was der Zielbalken unter den Mitgliedschaften bedeutet</h3><p>Auf der <a href="https://steady.page/de/jasminschreiber/about">Startseite des Naturariums</a> sehst du unter den Mitgliedschaftspaketen einen Balken, der sich durch eure Bezahlmitgliedschaften füllt. Sobald ein Ziel erreicht ist, schaltet ihr gemeinsam eine besondere Reportage frei! Ich mache mich für euch auf den Weg und bringe innerhalb von drei Monaten eine ausführliche, aufwendig recherchierte Geschichte mit. Was wir als Nächstes gemeinsam möglich machen können, steht direkt beim aktuellen Ziel. 💚</p><figure><a href="https://steady.page/de/jasminschreiber/about"><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/9cb12ab8-e38a-4084-930c-3d627ac58f79/uploads/images/7qvoslwtkp/Bildschirmfoto_2026-11-02_um_23.19.42.png?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/></a><figcaption>So kann das aussehen</figcaption></figure><hr aria-hidden="true"/><h3>Die Mitgliedschaften</h3><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/9cb12ab8-e38a-4084-930c-3d627ac58f79/uploads/images/fk3hnobiyk/Bildschirmfoto_2026-01-17_um_00.12.56_2.jpg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><p>Hier findest du die aktuellen kostenpflichtigen Mitgliedschaften. Die Pakete bauen aufeinander auf:</p><h3><mark style="background-color: rgb(222, 244, 220); color: inherit;">Farn 🌿</mark></h3><ul><li><p>Naturgeschichten für deine kleine Auszeit, mit allen neuen Texten und dem ganzen Archiv</p></li><li><p>Einmal im Monat erzähle ich dir im Podcast von meinen Entdeckungen und Recherchen</p></li><li><p>Deine monatliche Beobachtungsliste lädt dich draußen auf Entdeckungstour ein</p></li><li><p>Du stimmst mit ab, welches Thema wir als Nächstes erkunden</p></li><li><p>Schreibers Kalendarium wartet gleich zum Einstieg auf dich</p></li></ul><hr aria-hidden="true"/><h3><mark style="background-color: rgb(230, 243, 251); color: inherit;">Elch 🫎</mark></h3><ul><li><p><mark style="background-color: rgb(222, 244, 220); color: inherit;">Alles, was in der Farn-Mitgliedschaft enthalten ist</mark></p></li><li><p>Jeden Monat neue Naturmotive als Wallpaper für deine Bildschirme</p></li><li><p>Freu dich auf zusätzliche digitale Goodies zu unseren Monatsthemen</p></li><li><p>Archivzugriff auf alle vergangenen digitalen Goodies</p></li><li><p>Lade einen Lieblingsmenschen ein, das Naturarium mit dir zu entdecken</p></li></ul><hr aria-hidden="true"/><h3><mark style="background-color: rgb(243, 232, 224); color: inherit;">Sperling 🐦</mark></h3><ul><li><p><mark style="background-color: rgb(222, 244, 220); color: inherit;">Alles, was in der Farn-Mitgliedschaft enthalten ist</mark></p></li><li><p><mark style="background-color: rgb(230, 243, 251); color: inherit;">Alles, was in der Elch-Mitgliedschaft enthalten ist</mark></p></li><li><p>Lade insgesamt zwei Lieblingsmenschen ins Naturarium ein</p></li><li><p>Vier Mal im Jahr bekommst du Post von mir! Zum Beispiel kleine Kunstdrucke, Briefe und andere kleine Überraschungen.</p></li><li><p>Versand nur innerhalb der Europäischen Union</p></li></ul><h4>Damit deine Sperlingspost ankommt 💌</h4><p>Die Post verschicke ich zu gemeinsamen Terminen an alle Sperlinge. Überprüfe bitte einmal deine Versandadresse bei Steady und halte sie auch bei einem Umzug aktuell. So findest du sie:</p><ol><li><p>Wenn du bei Steady eingeloggt bist, klicke oben rechts auf dein Profilbild oder dein Namenskürzel.</p></li><li><p>Klicke im aufgeklappten Menü auf deinen eigenen Namen. Dort werden auch deine E-Mail-Adresse und gegebenenfalls dein Profilbild angezeigt.</p></li><li><p>Wähle im linken Menü „Account“.</p></li><li><p>Klicke anschließend links auf „Versandadresse“.</p></li><li><p>Überprüfe deine Adresse und ergänze oder aktualisiere sie bei Bedarf.</p></li></ol><hr aria-hidden="true"/><p><strong>Hier findest du noch einmal einen Überblick über die Mitgliedschaften:</strong></p><p><a href="https://steady.page/de/jasminschreiber/about">Pakete anschauen</a></p><hr aria-hidden="true"/><h3>Die digitalen Goodies der Elche und Sperlinge</h3><p><strong>Zu deinen <mark style="background-color: rgb(242, 221, 236); color: inherit;">digitalen Goodies</mark> kommst du als Elch oder Sperling hier! </strong>Die neuen Wallpaper für Smartphone und Rechner erscheinen jeden Monat direkt dort. Schau einmal im Monat vorbei, ich verschicke die Wallpaper nicht per E-Mail. Zusätzliche digitale Goodies zu unseren Monatsthemen findest du ebenfalls dort:</p><p><a href="https://steady.page/de/jasminschreiber/topics/wallpaper-goodies">Zum Goodie-Archiv</a></p><hr aria-hidden="true"/><h3><strong>Gäste einladen</strong></h3><p><strong>Wenn du Elch bist, kannst du eine Person kostenlos einladen. Als Sperling kannst du insgesamt zwei Personen einladen. </strong>Deine Gäste erhalten jeweils einen eigenen Gastzugang. Hier erklärt Steady, wie du deine Einladungen verschickst:</p><p><a href="https://help.steady.page/de/articles/6265646-so-vergibst-du-als-mitglied-gastzugange">Gastzugänge aktivieren</a></p><p>Wichtig: Physische Post erhalten ausschließlich die zahlenden Sperling-Mitglieder. Deine Gäste nutzen die digitalen Leistungen des Pakets, zu dem sie eingeladen wurden, und dürfen bei den Monatsthemen mit abstimmen! :)</p><hr aria-hidden="true"/><h2><mark style="background-color: rgb(234, 228, 247); color: inherit;">3) Sprachnachrichten für Mitglieder</mark></h2><p>Am Monatsende erzähle ich dir in einer persönlichen Sprachnachricht von meinen Entdeckungen und Recherchen zum Themenmonat.</p><p>Die Sprachnachrichten findest du hier in dieser Kategorie, wo du sie natürlich alle einzeln abhören kannst:</p><p><a href="https://steady.page/de/jasminschreiber/topics/sprachnachrichten">Zu den Sprachnachrichten</a></p><p>Du kannst die Sprachnachrichten auch in deiner Podcast-App abonnieren. Dafür gibt es einen persönlichen RSS-Feed, also einen Link, über den neue Folgen automatisch in deiner App ankommen. Dieser Link gehört zu deinem Zugang und ist ausschließlich für dich bestimmt.</p><p>Um den Podcast einzurichten, öffne deine Mitgliedschaften in deinem Steady-Konto und wähle beim Naturarium den Button zum Podcast. Suche anschließend deine Podcast-App aus. Falls deine App in der Auswahl fehlt, kannst du dir den RSS-Link anzeigen lassen und ihn in deiner App einfügen. Das musst du nur einmal einrichten.</p><p>Von Steady gibt es hier auch eine Anleitung:</p><p><a href="https://help.steady.page/de/articles/6265636-exklusive-podcasts-via-rss-abonnieren-oder-auf-spotify-anhoren">Anleitung lesen</a></p><hr aria-hidden="true"/><h2><mark style="background-color: rgb(242, 221, 236); color: inherit;">4) Themenwünsche</mark></h2><p>Wenn du Themenwünsche für das Naturarium hast, kannst du sie mir gerne über dieses Formular schicken:</p><p><a href="https://docs.google.com/forms/d/e/1FAIpQLSeI0uF2-uwO-o-vAG1BLG5DOIgssZyTX-LyUY4qTRCMti_Ixg/viewform?usp=publish-editor">Thema wünschen</a></p><hr aria-hidden="true"/><p>Viel Spaß im Naturarium, toll, dass du dabei bist!</p><p>Jasmin</p><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/9cb12ab8-e38a-4084-930c-3d627ac58f79/uploads/images/iispc7zwdw/Kohlmeise.png?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/>]]></content:encoded>
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      <pubDate>Thu, 15 Jan 2026 21:52:14 +0000</pubDate>
    </item>
    <item>
      <title><![CDATA[Die Reise einer Muschel durch die Jahrhunderte]]></title>
      <description><![CDATA[🐚 Die Flussperlmuschel Martha lebt seit 1925 im selben Bach. Ihr Leben zeigt, wie sich die Welt gewandelt hat und welchen Bedrohungen sie sich stellen muss. 💧]]></description>
      <content:encoded><![CDATA[<p><strong>Ich möchte dir jemanden vorstellen: Die Flussperlmuschel Martha. In diesem Artikel schauen wir uns an, wie ihr Jahrhundertleben Deutschlands Gewässergeschichte nachzeichnet, welche Belastungen sich angesammelt haben und warum ihr Überleben so unsicher geworden ist. Let’s go!</strong></p><figure><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/4ea918e0-f2d2-4289-8084-3b6ca12e5426/uploads/images/ldnnhrwdvh/Group_of_Margaritifera_margaritifera.jpg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><figcaption>I, Boldie/Joel Berglund für Wikimedia Commons.</figcaption></figure><p>Stell dir eine Muschel vor, die 1925 geboren worden ist, in einem Bach im Bayerischen Wald, irgendwo zwischen Passau und Regensburg, wo das Wasser kalt und sauber über Granitgestein fließt. Sie – nennen wir sie Martha – hätte den Zweiten Weltkrieg erlebt, das Wirtschaftswunder, die Mondlandung, den Mauerfall, die Erfindung des Internets, und sie wäre heute über 100 Jahre alt. Marta ist eine Flussperlmuschel (<em>Margaritifera margaritifera</em>), eines der langlebigsten Tiere der Welt, von dem in Schweden sogar Exemplare nachgewiesen worden sind, die über 280 Jahre alt waren – obwohl die meisten ihrer Artgenossinnen dieses Alter nie erreichen werden, weil der europäische Bestand in den letzten 90 Jahren um über 90 Prozent eingebrochen ist. Und da sind wir auch schon mitten im Thema, hallihallo. Die Muschel, die 1925 geschlüpft ist, hat mitbekommen, wie ihre Art fast verschwand, und sie ist bei weitem nicht die einzige Süßwassermuschel in deutschen Gewässern, der es so ergeht.</p><p><a href="https://steady.page/de/jasminschreiber/newsletter/sign_up"><em>💌 Neu hier? 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Fast alle von ihnen stehen auf der Roten Liste gefährdeter Arten, die meisten in der höchsten Kategorie: vom Aussterben bedroht.</p><figure><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/4ea918e0-f2d2-4289-8084-3b6ca12e5426/uploads/images/nhbxxd7svy/fabian-kleiser-GFp1rdtY_Bc-unsplash.jpg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><figcaption>Ohne saubere Fließgewässer gibt es bald keine Muscheln mehr. Und ohne Muscheln keine sauberen Fließgewässer. Fabian Kleiser für Unsplash.</figcaption></figure><h3>Eine Kindheit in den Kiemen einer Forelle</h3><p>Zurück zu unserer Flussperlmuschel. Im Spätsommer 1924 gab irgendwo im Oberlauf eines Baches ein Männchen seine Spermien ins Wasser ab, und ein Weibchen, das einige Meter flussabwärts im Sediment steckte, filterte sie mit dem Atemwasser ein, denn Muscheln filtern alles ein, was das Wasser mit sich bringt, Nahrung ebenso wie, na ja … Sperma eben. In den Kiemen des Weibchens befruchteten die Spermien die Eier, und dort, in speziellen Brutkammern, entwickelten sich über den Winter die Larven: winzige Glochidien, kaum 0,05 Millimeter groß, mit einer zweiklappigen Schale und kleinen Häkchen an den Rändern. Im Frühjahr 1925 stieß das Weibchen bis zu vier Millionen dieser Larven ins Wasser, eine Zahl, die sich bei einer einzigen Muschel pro Jahr auf diese Größenordnung belaufen kann, weil die Überlebenschancen jeder einzelnen Larve so gering sind, dass nur die schiere Masse das Überleben der Art sichert. It’s tough out there.</p><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/4ea918e0-f2d2-4289-8084-3b6ca12e5426/uploads/images/ozuz3ctsbu/Glochidium.png?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><p>Die allermeisten von Marthas Geschwister-Glochidien starben innerhalb von Stunden, sanken auf den Bachgrund oder wurden von der Strömung davongetragen, ohne jemals einen Wirtsfisch zu finden. Aber eine von ihnen, unsere Muschel, hatte Glück, denn eine junge Bachforelle schwamm vorbei und die Larve klammerte sich mit ihren Haken an den Kiemenblätter des Fisches fest. Das Immunsystem des Fischs ist jetzt natürlich etwas pikiert darüber, doch statt die Parasiten abzustoßen, umhüllt das Kiemengewebe die Larven mit einer schützenden Kapsel, in der sie sich weiterentwickeln können. Zehn Monate lang lebte Martha in ihrer Kindheit so als blinder Passagier, ernährte sich von den Nährstoffen des Fisches und wuchs langsam heran, während die Forelle durch den Bach schwamm und dabei, ohne es zu wissen, die Muschellarve an Orte trug, die diese allein im Leben nicht erreicht hätte!</p><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/4ea918e0-f2d2-4289-8084-3b6ca12e5426/uploads/images/w75czlnzqc/Forelle.png?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><p>Diese enge Bindung an einen bestimmten Wirtsfisch macht die Flussperlmuschel natürlich besonders anfällig – genau wie andere Muschelarten, deren Larven ebenfalls parasitisch leben, jedoch jeweils auf andere Fische angewiesen sind. Die Bachmuschel nutzt zum Beispiel Döbel, Elritzen und Rotfedern, Teichmuscheln bevorzugen Barsche und Stichlinge. Jede Art hat sich über sehr lange Zeit an ihre Wirte angepasst, für die Flussperlmuschel kommen neben der Bachforelle nur der Atlantische Lachs und manchmal auch der Huchen infrage.</p><p>Diese Spezialisierung wurde im 19. Jahrhundert zum Problem für Marthas Vorfahren. Fischereibetriebe setzten Regenbogenforellen aus Nordamerika aus, weil sie schneller wachsen und robuster gegen Krankheiten sind, und sie verdrängten vielerorts unsere heimische Bachforelle. Die Larven der Flussperlmuschel können sich zwar an den Kiemen der Regenbogenforelle anheften, werden dort aber vom Immunsystem abgestoßen und sterben, bevor sie sich entwickeln können. Wo Regenbogenforellen überwiegen, bricht die Fortpflanzung der Flussperlmuschel also zusammen, selbst wenn noch erwachsene Tiere vorhanden sind. Das Ergebnis ist ein deutlicher Nachwuchsmangel.</p><h3>Fünf Jahre unter der Erde</h3><p>Im Frühjahr 1926 war unsere Muschel Martha rund 0,4 Millimeter groß, eine vollständig entwickelte Jungmuschel mit zwei Schalenklappen. Zeit, die geschützte Kinderstube zu verlassen, dachte sie sich und löste sich von den Kiemen ihrer Wirtsforelle. Die Forelle stieß sie aus, Martha sank zu Boden und grub sich sofort in das Sediment ein. Dort begann die riskanteste und zugleich verborgenste Lebensphase. Fünf Jahre lang blieb sie im feinen Lückensystem zwischen Kies und Sand verborgen, nur wenige Zentimeter tief. Sie filterte Bakterien und organische Partikel aus dem Wasser und hoffte, unentdeckt zu bleiben. Dafür brauchte sie sauberes, sauerstoffreiches Wasser, das bis in die Tiefe des Bachbetts vordringt, und ein lockeres Sediment, durch das diese Strömung hindurchfließen kann.</p><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/4ea918e0-f2d2-4289-8084-3b6ca12e5426/uploads/images/udyo5fywwc/IMG_1957.jpeg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><p>Genau hier beginnt das zentrale Problem für den Muschelnachwuchs von heute, und es betrifft alle Arten. Feinsedimente aus der Landwirtschaft, abgeschwemmte Gülle und Kunstdünger oder der Schlamm aus abgefischten Teichen gelangen in die Bäche und verstopfen das einst lockere Lückensystem. Forschende sprechen dabei von Kolmation. Für junge Muscheln bedeutet das den Erstickungstod, denn unter einer dichten Schlammschicht erreicht sie kaum noch Sauerstoff. Erwachsene Tiere überleben länger, weil sie an der Sedimentoberfläche sitzen und ihre Atemöffnung ins freie Wasser strecken können. Von außen wirkt ein Bach dann oft unversehrt, man findet sogar erwachsene Muscheln. Doch Nachwuchs bleibt aus, der Bestand altert und irgendwann sterben die letzten Tiere. Erst in diesem Moment wird sichtbar, wie grundlegend das Problem war.</p><figure><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/4ea918e0-f2d2-4289-8084-3b6ca12e5426/uploads/images/e2a5jns2wb/Margaritifera_margaritifera.jpg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><figcaption>Die Flussperlmuschel aus Brehms Tierleben // Wikimedia Commons</figcaption></figure><h2>Für Muscheln wird’s bei uns richtig eng</h2><p>Als Martha 1931 aus dem Sediment auftauchte und zu filtrieren begann, taumelte Deutschland durch die Weltwirtschaftskrise. Drei Zentimeter groß, halb eingegraben im kalten Bach, spürte unsere Muschel von all dem jedoch nichts. Während oben die Weimarer Republik zerbrach und kurz darauf das NS-Regime herrschte, lief ihr Tagesprogramm unverändert weiter. Die Muschel filterte enorme Wassermengen, klärte die Strömung und schuf mit dem sauberen, lichtdurchlässigen Wasser die Grundlage für Pflanzenwachstum. So trug sie zu einem funktionierenden Gewässer bei. In den Bächen des Bayerischen Waldes lebten damals unzählige Muscheln, Relikte aus einer Zeit, in der ganze Muschelbänke den Grund bedeckten. Kann man sich heute gar nicht mehr vorstellen.</p><p>Der Krieg kam und ging, die junge Republik formte sich neu. Martha wuchs langsam weiter, Jahresring für Jahresring, und blieb an genau diesem Ort gebunden. Was sie brauchte, blieb über Jahrzehnte gleich: kaltes, sauerstoffreiches Wasser und ein stabiles Sediment. Doch um sie herum setzte sich ab den fünfziger Jahren ein Wandel in Gang, der ihre Welt Schritt für Schritt veränderte. Mit dem Wirtschaftswunder, während dem Fabriken wie Pilze aus dem Boden schossen, stiegen die Nährstoffeinträge in die Flüsse, Kläranlagen kamen kaum hinterher, und durch die intensivere Landwirtschaft gelangte immer mehr Nitrat ins Grundwasser. Für erwachsene Muscheln war das noch machbar, doch die nächste Generation starb im belasteten Sediment. Zugleich tauchten eingeschleppte Bisamratten auf, später auch Nutrias, die Muscheln gezielt fraßen. Martha blieb verschont, viele ihrer Geschwister nicht.</p><p>In den sechziger Jahren wurde quer durch die Republik an den Gewässern gebaut. Bäche wurden begradigt, Ufer befestigt, Wehre errichtet, und damit verschwanden die wandernden Bachforellen aus vielen Abschnitten. Ohne sie konnten Marthas Muschellarven jedoch keine Wirte mehr finden. Aus durchgehenden Lebensräumen wurden Bruchstücke. An anderen Orten kam hohe Salzfracht aus dem Kalibergbau hinzu, was ganze Muschelfaunen verschwinden ließ und die Gewässer leerfegte.</p><figure><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/4ea918e0-f2d2-4289-8084-3b6ca12e5426/uploads/images/irk7c2egmp/Heringen_-_Monte_Kali_cropped.jpg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><figcaption>Heringen (Werra) – Monte Kali, im Hintergrund die Halde bei Philippsthal. Reste des Kalibergbaus. // Wolkenkratzer für Wikimedia Commons.</figcaption></figure><p>Als 1990 in der Südlichen Regnitz noch zehntausende Flussperlmuscheln gezählt wurden, war Martha bereits eine alte Dame von fünfundsechzig Jahren. Ihr eigener Bestand im Bayerischen Wald wirkte damals stabil, doch heute sind vielerorts nur noch kümmerliche Reste übrig. Die Populationen altern, Nachwuchs bleibt aus, und im Sediment liegen fast nur noch Tiere aus Marthas Generation. Wenn sie sterben, endet nicht nur die jeweilige Gruppe, sondern auch jene lokale Anpassung, die Muscheln in jedem Bach über Jahrtausende aufgebaut haben.</p><p>Wie empfindlich solche Systeme sind und wie schnell alles kippen kann, zeigte die Oderkatastrophe im Sommer 2022. Die giftige Brackwasseralge <em>Prymnesium parvum</em> fand perfekte Bedingungen durch Salzeinträge, Hitze, Niedrigwasser und viele Nährstoffe. Fische starben, Muscheln ebenso. Forschende schätzten später, dass die Biomasse der Muscheln sich halbierte. Sie konnten ja nicht fliehen, sie filterten also die eklige Suppe weiter durch ihre Körper, bis sie eben an dem Gift zugrunde gingen. Absolut tragisch.</p><figure><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/4ea918e0-f2d2-4289-8084-3b6ca12e5426/uploads/images/qdiqnolt45/Fischsterben-Oder-1.jpg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><figcaption>Tote Fische in der Oder. Hanno Böck für Wikimedia Commons</figcaption></figure><h3>Hoffnung für Martha und ihre Freunde</h3><p>Dennoch gibt es Hoffnung, und interessanterweise gibt es einen unerwarteten Verbündeten der Flussperlmuschel. Dort, wo der Fischotter nach seiner fast vollständigen Ausrottung wiederkehrt, frisst er bevorzugt Regenbogenforellen, weil sie leichter zu erbeuten sind als die heimischen Bachforellen. Diese profitieren dadurch, ihre Bestände erholen sich, und damit steigen auch die Chancen der Flussperlmuschel, geeignete Wirtsfische zu finden. Otter meiden zudem große Muscheln und fressen lieber kleinere Arten. Das verdeutlicht, wie eng Artenschutz mit funktionierenden ökologischen Beziehungen verknüpft ist, und wie der Otter als Schirmart fungiert, <a href="https://steady.page/de/jasminschreiber/posts/b5fbcb61-38ad-4def-922e-56b0d5eb0799">was wir ja schon in einer der letzten Ausgaben besprochen haben.</a></p><figure><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/4ea918e0-f2d2-4289-8084-3b6ca12e5426/uploads/images/eejvkk3inv/Bachforelle_Stadtbach.jpeg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><figcaption>Eine gut getarnte Bachforelle. Stefan Weigel für Wikimedia Commons.</figcaption></figure><p>2018 nahm der BUND Naturschutz in der Huschermühle bei Hof eine Muschelaufzuchtstation in Betrieb, unterstützt von EU und bayerischem Umweltministerium. Ihr Ziel lautet, innerhalb von zehn Jahren hunderttausend Jungmuscheln zu züchten und auszusetzen. Dafür fangen Fachleute im Spätsommer trächtige Weibchen, gewinnen die Glochidien und infizieren im Labor eigens gezüchtete junge Bachforellen. Diese wachsen unter kontrollierten Bedingungen heran, bis sich die Jungmuscheln nach etwa zehn Monaten lösen und in speziellen Behältern mehrere Jahre weiterwachsen, bevor sie in geeignete Bäche kommen. Seit 2021 bündelt das Projekt <em>MARA</em> die Anstrengungen in Bayern, Sachsen und Nordrhein-Westfalen zu einem großen, gemeinsamen Projekt. Sieben Partnerinstitutionen arbeiten zusammen, das Bundesumweltministerium stellt 5,8 Millionen Euro bereit. Bereits 2018 wurden erste nachgezüchtete Tiere in die Kleine Ohe bei Passau ausgesetzt. 2024 zeichnete die UN Dekade zur Wiederherstellung von Ökosystemen das Vorhaben in der Kategorie Gewässer und Auen als Projekt des Jahres aus.</p><p>Parallel zur Nachzucht verbessern Wasserwirtschaftsämter und Naturschutzbehörden die Lebensräume. Wehre werden geöffnet oder für Fische passierbar gemacht, Abwässer an Kläranlagen angeschlossen, Uferrandstreifen angelegt und Ufergehölze gepflanzt. Solche Maßnahmen reduzieren Nährstoffeinträge, kühlen das Wasser und verhindern starke Verschlammung.</p><p>In Mittelfranken läuft seit 2008 ein vergleichbares Programm für die Bachmuschel. Sie galt dort in den frühen neunziger Jahren als verschwunden, bis kleine Restbestände entdeckt wurden. Seither arbeiten Behörden und Verbände gemeinsam daran, die Bäche zu renaturieren und die Wirtsfische zu fördern. An mehreren Stellen haben sich Bachmuscheln inzwischen wieder angesiedelt. Das zeigt, dass koordiniertes und langfristiges Engagement gefährdeten Muschelarten tatsächlich helfen kann.</p><figure><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/4ea918e0-f2d2-4289-8084-3b6ca12e5426/uploads/images/hivpi6ey3s/Bildschirmfoto_2025-12-10_um_15.57.57.png?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><figcaption>Anatomie einer Großen Teichmuschel. Doc Taxon für Wikimedia Commons.</figcaption></figure><h3>Eine offene Frage</h3><p>Martha aus dem Bayerischen Wald lebt seit 1925 im selben Bach und filtert noch immer täglich etwa vierzig Liter Wasser. Trotz ihres hohen Alters und ihrer robusten Schale hat sie miterlebt, wie ihre Population weiter geschrumpft ist und kaum Nachwuchs entsteht, weil Nitratbelastung, Sedimenteinträge und fehlende Wirtsfische die Jugendstadien sterben lassen. Nachzuchtprogramme setzen inzwischen Tausende junge Muscheln aus. Einige überstehen die ersten Jahre im Freiland, doch ob sie sich später selbst fortpflanzen, bleibt offen. Flussperlmuscheln brauchen zwölf bis fünfzehn Jahre bis zur Geschlechtsreife, und erst wenn die Gewässer kühler und sauberer werden und genug Bachforellen vorhanden sind, können ihre Larven überleben.</p><p>Rund neunzig Prozent der deutschen Bestände liegen in Bayern. Weitere kleine Vorkommen gibt es im Vogtland, im Perlenbach in Nordrhein Westfalen und in Heidebächen der Lüneburger Heide. Direkt hinter der Grenze bestehen in Tschechien genetisch eng verwandte Bestände, und auch dort laufen Schutzprojekte.</p><p>Ob unsere Muschelbänke in Zukunft wieder Bachbetten bedecken, ist ungewiss. Für unsere Gewässer wäre das Verschwinden der Muscheln ein großes Problem, und auch das der Wasserschnecken, die ja ebenfalls Mollusken und ähnlich empfindlich wie Martha und ihre Freunde sind. Hoffen wir, dass wir es nicht komplett in den Sand setzen.</p><p>Ich wünsche dir einen guten Start ins neue Jahr!</p><p>Bis zum nächsten Mal</p><p>Jasmin</p><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/4ea918e0-f2d2-4289-8084-3b6ca12e5426/uploads/images/6nah73vcsk/Muschel_Comic.png?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><hr aria-hidden="true"/><p>🌿 Gärtnern für die Artenvielfalt? 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Dezember 2025. <a href="https://neobiota.naturschutzinformationen.nrw.de/neobiota/de/arten/tiere/6541/invasivitaet">https://neobiota.naturschutzinformationen.nrw.de/neobiota/de/arten/tiere/6541/invasivitaet</a>.</p><p>Oder Katastrophe 2022. So schädigte die Giftalge die Fische. IGB. 2. Oktober 2025. <a href="https://www.igb-berlin.de/news/oder-katastrophe-2022-so-schaedigte-die-giftalge-die-fische">https://www.igb-berlin.de/news/oder-katastrophe-2022-so-schaedigte-die-giftalge-die-fische</a>.</p><p>Olofsson, P. Regional Monitoring of Freshwater Pearl Mussel Margaritifera margaritifera in the County of Norrbotten Sweden. Biology Bulletin 44, Nr. 1 (2017): 74–80. <a href="https://doi.org/10.1134/S1062359017010095">https://doi.org/10.1134/S1062359017010095</a>.</p><p>Sie waren jahrzehntelang verschwunden. Süßwassermuscheln in Gewässern im Werra Meißner Kreis entdeckt. 10. Oktober 2024. <a href="https://www.werra-rundschau.de/lokales/suesswassermuscheln-gewaesser-werra-meissner-kreis-niederhoner-feld-muschelschalen-natur-tiere-93345818.html">https://www.werra-rundschau.de/lokales/suesswassermuscheln-gewaesser-werra-meissner-kreis-niederhoner-feld-muschelschalen-natur-tiere-93345818.html</a>.</p><p>Wikipedia. Flussperlmuschel. 30. November 2025. <a href="https://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Flussperlmuschel&amp;oldid=262015173">https://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Flussperlmuschel&amp;oldid=262015173</a>.</p><p></p>]]></content:encoded>
      <category><![CDATA[Heimische Natur]]></category>
      <media:content type="image/jpeg" url="https://assets.steadyhq.com/production/post/4ea918e0-f2d2-4289-8084-3b6ca12e5426/uploads/images/ldnnhrwdvh/Group_of_Margaritifera_margaritifera.jpg?auto=format&amp;h=787&amp;w=1400&amp;fit=fill&amp;fm=jpg&amp;crop=faces" medium="image"/>
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      <pubDate>Thu, 15 Jan 2026 10:13:53 +0000</pubDate>
    </item>
    <item>
      <title><![CDATA[Meine Stunde der Wintervögel 2026]]></title>
      <description><![CDATA[🐦‍⬛ Die Stunde der Wintervögel bei -13 °C: Ich war zählen, hab Kormorane und einen Eisvogel entdeckt und erkläre, wie kleine Vögel eisige Nächte überstehen. 🧊]]></description>
      <content:encoded><![CDATA[<p><strong>Moin, da ihr euch ja sehr doll gewünscht habt, auch mal öfter so “zwischendrin” ein paar unkomplizierte Eindrücke in mein Draußen-Herumstapfen zu kriegen, hab ich hier mal ein paar der Vögel für euch, die mir heute beim Zählen für die Stunde der Wintervögel begegnet sind:</strong></p><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/b82e251f-5726-4c99-9f6e-21d2a256d908/uploads/images/7lsu2qj6f7/2Y4A3913.jpg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><p>Dieses Wochenende war ja die Stunde der Wintervögel, und das lief ja unter schwierigen Voraussetzungen. Hier in Hamburg hat es heute -13 °C gehabt, Freitag war Schneesturm und gestern war es auch kalt, aber die Vögel waren zumindest aktiv … nur hab ich es nicht rausgeschafft.</p><p>Ich dachte auch, heute wird das nichts, weil kein Vogel draußen zu sehen war (wobei ich das dann auch gemeldet hätte, auch Nullmeldungen sind wichtig!), doch mittags kam die Sonne raus, und schon entdeckte ich aus dem Fenster ein paar Ringeltauben, die sich aus den Tannen rausgewagt haben:</p><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/b82e251f-5726-4c99-9f6e-21d2a256d908/uploads/images/wurn3ytpjz/2Y4A3779.jpg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><p>Also hab ich meine Sachen geschnappt und mich in diesem absoluten BANGER von Dad-Outfit rausgewagt zu der Stelle, an der ich immer Vögel für den NABU zähle, weil ich es gut finde, selber auch einen Vergleich zu haben. Ich hab also erst eine Stunde Wintervögel gezählt, und dann bin ich den Fluss entlang.</p><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/b82e251f-5726-4c99-9f6e-21d2a256d908/uploads/images/zkom3fbhw2/0FF0C855-788B-4827-90FF-D8619CF9B26D.JPG?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><p>Wenn ich mit den Kameras unterwegs bin (ja, da kommt bald ein Beitrag, ich weiß, viele wünschen sich das), werde ich total oft angesprochen, aber heute ist auch für mich Rekord gewesen. Locker 30 Mal wurde ich von Pärchen, Familien und Kindern angesprochen, was ich da mache. Ganze zwanzig Minuten saß ich mit zwei siebenjährigen Mädchen auf einer Treppenstufe und hab mir ihre Haustierwünsche angehört und ihnen meine Kamera erklärt. Manchmal kann das etwas stressig sein, in der Regel finde ich es aber toll zu sehen, wie die Leute sich halt doch für Natur interessieren, und wenn sie weggehen, beobachte ich sie immer noch eine Weile. Sie laufen dann anders den Weg entlang, die Gesichter zu den Bäumen gerichtet, wollen auch entdecken, was ich entdecke. Das finde ich toll.</p><figure><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/b82e251f-5726-4c99-9f6e-21d2a256d908/uploads/images/nt6ikjqeh2/2Y4A3951.jpg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><figcaption>Diese Amsel hat auf dem Boden nach heruntergefallenem Vogelfutter gepickt.</figcaption></figure><p><a href="https://steady.page/de/jasminschreiber/newsletter/sign_up"><em>💌 Neu hier? Abonniere den kostenlosen Newsletter und bekomme solche Kolumnen direkt in dein Postfach! 💌</em></a></p><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/b82e251f-5726-4c99-9f6e-21d2a256d908/uploads/images/uspxjh2w5e/2Y4A4068.jpg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt="Eine Heckenbraunelle, die sich gegen die wirklich fies tiefen Temperaturen aufgeplustert hat."/><p>Heute wurde ich auf Bluesky gefragt: Wie halten Singvögel eigentlich diese Kälte aus? Bei minus dreizehn Grad sitzen die ja einfach draußen auf den Ästen, ohne Heizdecke, ohne dicken Wintermantel und Schal. Das Geheimnis steckt in ihrer Fähigkeit, den Stoffwechsel hochzufahren wie einen kleinen Ofen. Singvögel zittern beispielsweise die ganze Nacht. Die Muskeln kontrahieren dabei so schnell, dass Wärme entsteht, eine Art Dauersport im Schlaf. Gleichzeitig plustern sie ihr Gefieder auf, sodass zwischen den Federn isolierende Luftpolster entstehen. Manche Arten senken zusätzlich ihre Körpertemperatur um ein paar Grad ab, um Energie zu sparen.</p><p>Und dann ist da noch die Sache mit den Beinchen: Die meisten Vögel haben ja nackte Füße und Beine, und natürlich fragt man sich da: Warum frieren die nicht ab? Nun, im Vogelkörper arbeitet ein Wärmetauschsystem, bei dem das warme Blut auf dem Weg nach unten seine Wärme an das zurückfließende Blut abgibt. Die Beine kühlen dadurch auf fast null Grad runter, während der Rumpf warm bleibt. So frieren Enten nicht am Eis fest und Meisen nicht am Ast. An sonnigen Wintertagen nutzen Vögel außerdem ihre dunklen Federpartien als Solarpanels. Die absorbieren über achtzig Prozent der Sonnenstrahlen und wärmen den Körper ordentlich auf. Deshalb haben sich heute, als die Sonne rauskam, so viele Vögel aufgeplustert in die Sonne gesetzt.</p><p>Das alles kostet aber natürlich trotz allen Kniffen enorm viel Kraft. An besonders kalten Nächten verlieren kleine Singvögel bis zu fünfzehn Prozent (!) ihres Körpergewichts, weil sie ihre Fettreserven verbrennen, um warm zu bleiben. Das erklärt auch, warum sie morgens so hektisch nach Futter suchen: Die verlorene Energie muss vor der nächsten Nacht wieder aufgefüllt werden. Deshalb hilft Winterfütterung gerade an solchen Eistagen wirklich sehr viel. Das Futter sollte fettreich sein (also Sonnenblumenkerne, Erdnüsse, Fettfutter) und idealerweise schon am frühen Morgen bereitstehen, damit die Vögel direkt nach Sonnenaufgang loslegen können.</p><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/b82e251f-5726-4c99-9f6e-21d2a256d908/uploads/images/67rfqc2qkx/2Y4A3913.jpg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/b82e251f-5726-4c99-9f6e-21d2a256d908/uploads/images/jfwslv6pzg/2Y4A3848.jpg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/b82e251f-5726-4c99-9f6e-21d2a256d908/uploads/images/do5bnqyxru/2Y4A4005.jpg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><p>Ich habe eine Menge Ringeltaubenfotos geschossen, weil ich die halt wirklich zauberschön finde. Hast du eigentlich meinen Beitrag über Tauben gelesen? Darin siehst du, dass die weder doof noch dreckig sind, im Gegenteil: Sie sind super intelligent und haben viele Fähigkeiten, von denen wir Menschen nur träumen können:</p><a href="https://steady.page/de/jasminschreiber/posts/69303e3a-2068-4c93-86f2-bda3fac34342">https://steady.page/de/jasminschreiber/posts/69303e3a-2068-4c93-86f2-bda3fac34342</a><p>Ich zeige hier jetzt nicht alle Fotos von heute, das kommt ja alles im monatlichen Vogel-Update Ende Januar, aber zwei habe ich noch am Start für dich. Denn als ich gerade fertig mit den Tauben war, fiel mir dieser Kollege auf, und ich ihm auch, wie man sieht:</p><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/b82e251f-5726-4c99-9f6e-21d2a256d908/uploads/images/zvwtugmbno/2Y4A4490.jpg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><p>Das ist ein Kormoran. Aktuell haben wir einige von denen hier am Fluss, die wandern vom Norden herab und verbringen hier manchmal als Wintergäste die besonders kalten Monate, manchmal ziehen sie jedoch auch weiter. Ich bin dann zur Brücke gegangen und hab sie überquert, um mir den Kollegen genauer anzuschauen.</p><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/b82e251f-5726-4c99-9f6e-21d2a256d908/uploads/images/oavzqxx6vu/169A8489.jpg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/b82e251f-5726-4c99-9f6e-21d2a256d908/uploads/images/yrsehf23rb/2Y4A5223.jpg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><p>Besonders cool finde ich, wie Kormorane sich einmuckeln: Sie legen den Kopf nach hinten um und stecken ihn DA zwischen die Flügel. Das wirkt so unendlich kompliziert, ich liebe das. Hab ihn sogar dabei fotografiert, wie er seinen eigenen Hals als Schal trägt:</p><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/b82e251f-5726-4c99-9f6e-21d2a256d908/uploads/images/63ztzkfoqu/2Y4A5321.jpg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/b82e251f-5726-4c99-9f6e-21d2a256d908/uploads/images/ozglaowg6m/2Y4A5314.jpg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><p>Find ich ziemlich witzig. Dann hat er noch etwas posiert, was ich dann doch nett von ihm fand:</p><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/b82e251f-5726-4c99-9f6e-21d2a256d908/uploads/images/zr5seeztji/2Y4A5625.jpg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/b82e251f-5726-4c99-9f6e-21d2a256d908/uploads/images/vstnqfsizx/2Y4A5629.jpg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><p>Und immer, wenn ich weitergehen wollte und ihn nur aus dem Augenwinkel gesehen habe, hat er einen Fisch gefangen. Frech, aber gut, vielleicht wollte er nicht beim Essen fotografiert werden.</p><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/b82e251f-5726-4c99-9f6e-21d2a256d908/uploads/images/x2hdyfgzxp/2Y4A4880.jpg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><p>Und dann ist halt einfach der Kollege hier direkt gegenüber von mir auf einem Ast gelandet:</p><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/b82e251f-5726-4c99-9f6e-21d2a256d908/uploads/images/asp2o44pgm/2Y4A5798.jpg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><p>Von diesem Eisvogel erzähle ich aber im Vogel-Update, und da gibt’s auch dann die Fotos von näher dran, he he.</p><p>Bis zum nächsten Mal!</p><p>Jasmin</p><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/b82e251f-5726-4c99-9f6e-21d2a256d908/uploads/images/nuhn46qvup/JPEG-Bild-417E-9F0B-EA-0.jpeg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><p><em>P.S.: Danke an die Mitglieder, die das Naturarium finanziell tragen! Dadurch kann ich mir das notwendige Equipment kaufen, als nächstes spare ich auf den passenden Zwischenring, dann kommen wir im Frühjahr noch näher ran. Freu mich schon! &lt;3</em></p><hr aria-hidden="true"/><p>🌿 Gärtnern für die Artenvielfalt? 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      <category><![CDATA[Heimische Natur]]></category>
      <media:content type="image/jpeg" url="https://assets.steadyhq.com/production/post/b82e251f-5726-4c99-9f6e-21d2a256d908/uploads/images/7lsu2qj6f7/2Y4A3913.jpg?auto=format&amp;h=787&amp;w=1400&amp;fit=fill&amp;fm=jpg&amp;crop=faces" medium="image"/>
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      <pubDate>Sun, 11 Jan 2026 19:05:09 +0000</pubDate>
    </item>
    <item>
      <title><![CDATA[Im Kopf des anderen]]></title>
      <description><![CDATA[🧠 Raben wissen, was andere sehen könnten, schmieden Allianzen & sabotieren Freundschaften. Wie das mit einem 20-Gramm-Gehirn funktioniert, erfährst du in diesem Artikel.]]></description>
      <content:encoded><![CDATA[<p><strong>Können sich Raben vorstellen, was andere denken? In diesem Artikel nehme ich dich mit in ein Wiener Labor, in dem Raben durch Gucklöcher spähen, erzähle dir von gefiederten Intriganten, die Allianzen sabotieren, und erkläre, warum ein 20-Gramm-Gehirn es locker mit einem Schimpansen aufnehmen kann. Steigen wir ein!</strong></p><figure><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/2d351207-705a-4f86-9c43-0fa29b046812/uploads/images/23p7tlcu6q/Alan_Vernon_wiki_Corvus_corax_head_profile.webp?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><figcaption>Alan Vernon für Wikimedia Commons.</figcaption></figure><p>Ein Rabe sitzt allein in einem Raum. Vor ihm liegt ein Stück Hundefutter, das er gleich verstecken will. Nebenan liegt ein zweiter Raum, getrennt durch eine Wand mit einem kleinen Guckloch, das man öffnen und schließen kann. Der Rabe kennt dieses Loch. Er hat selbst schon hindurchgespäht und dabei begriffen, dass man da durchgucken kann. Plötzlich hört er Geräusche, das Krächzen eines Artgenossen aus dem Nebenraum! Dabei stellt er fest: Oh nein, Guckloch steht offen! Der Rabe zögert kurz, dann versteckt er schnell sein Futter und geht dabei besonders vorsichtig vor, so wie er es auch in Gegenwart eines ranghöheren Beobachters tun würde.</p><p>Nun ist es so: Raben verstecken Futter, und sie gehen dabei vorsichtiger vor, wenn Artgenossen in der Nähe sind. Ein Rabe, der sich beobachtet fühlt, beeilt sich, wählt andere Verstecke, kehrt seltener zu Orten zurück, die er schon benutzt hat, um sich nicht selbst zu verraten. Raben reagieren also auf die Anwesenheit anderer – das wusste man schon. Aber reagieren sie auf die anderen selbst, oder auf das, was die anderen sehen könnten? Der Rabe in dem Raum hatte keinen anderen Raben <em>gesehen</em>, nur <em>gehört</em>. Er konnte also nicht auf einen direkten visuellen Reiz, auf einen “Beweis” reagieren. Trotzdem kombinierte er zwei Informationen – seine eigene Erfahrung, dass man durch das Guckloch schauen kann, und das akustische Signal eines Artgenossen. Daraus schloss er, dass er zumindst beobachtet werden <em>könnte</em>.</p><p>Diese Szene stammt aus einem Experiment, das Forschende der Universität Wien 2016 im Fachjournal <em>Nature Communications </em>veröffentlichten. Die Ergebnisse sorgten in der Kognitionsforschung für Aufsehen, denn sie legten nahe, dass Raben über eine Fähigkeit verfügen, die lange als Alleinstellungsmerkmal des Menschen galt: die <em>Theory of Mind</em>. Ich weiß nicht, ob du schon einmal davon gehört hast, aber dieser Begriff bezeichnet die Fähigkeit, sich in andere hineinzuversetzen, ihre Perspektive einzunehmen und zu verstehen, was sie wissen, sehen oder beabsichtigen könnten. Die Frage, ob Tiere dazu in der Lage sind, beschäftigt Philosoph:innen und Biolog:innen seit Jahrzehnten, und jetzt scheint die Antwort bei unseren schwarzen gefiederten Freunden immer klarer zu werden.</p><hr aria-hidden="true"/><p><em><mark style="background-color: rgb(230, 243, 251); color: inherit">Wichtige Zwischeninfo: Gerade läuft noch bis morgen die Aktion </mark></em><strong><em><mark style="background-color: rgb(230, 243, 251); color: inherit">„Stunde der Wintervögel“ vom NABU</mark></em></strong><em><mark style="background-color: rgb(230, 243, 251); color: inherit">. Nimm dir eine Stunde, geh in deinen Garten, auf den Balkon oder in den nächsten Park und zähle die Vögel, die du siehst. Deine Meldung ergänzt tausende weitere Beobachtungen zu einem aussagekräftigen Bild der Wintervogelwelt, und du hilfst der Forschung! </mark></em><strong><em><mark style="background-color: rgb(230, 243, 251); color: inherit">Wissenschaftler:innen greifen nämlich auf diese Daten zurück, erkennen Verschiebungen und leiten daraus Schutzmaßnahmen ab. </mark></em></strong><em><mark style="background-color: rgb(230, 243, 251); color: inherit">Mach mit, solange das Zeitfenster offen ist, und verwandle deine Beobachtungen direkt in wirksame Naturschutzarbeit, plus du verbringst ein bisschen Zeit draußen. Win-win, oder?</mark></em></p><p><a href="https://www.nabu.de/tiere-und-pflanzen/aktionen-und-projekte/stunde-der-wintervoegel/index.html">jetzt mitmachen &gt;&gt;</a></p><hr aria-hidden="true"/><h2>Was bedeutet es, sich in andere hineinzuversetzen?</h2><p>1978 stellten die Psychologen David Premack (1925-2015) und Guy Woodruff eine Frage, die Forschende seither beschäftigt: Besitzt der Schimpanse eine <em>Theory of Mind</em>? Dieser Begriff beschreibt die Fähigkeit, sich vorzustellen, was in anderen vorgeht. Was wissen sie? Was wollen sie? Was glauben sie? Wenn du beim Versteckspiel überlegst, wo dein Gegenüber wohl zuerst suchen wird, nutzt du genau diese Fähigkeit. Und wenn du verstehst, dass jemand an einem falschen Ort suchen wird, weil er nicht mitbekommen hat, dass das Versteck gewechselt wurde, dann hast du begriffen, dass andere Menschen Überzeugungen haben können, die von der Realität abweichen. Das ist <em>Theory of Mind</em> in ihrer ausgereiftesten Form.</p><figure><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/2d351207-705a-4f86-9c43-0fa29b046812/uploads/images/mer3aruxdo/francesco-ungaro-O4A-zGH8u-Y-unsplash.jpg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><figcaption>Francesco Ungaro für Unsplash.</figcaption></figure><p>Bei uns Menschen entwickelt sich diese Fähigkeit etwa mit vier Jahren. Vorher haben Kinder tatsächlich noch ziemliche Schwierigkeiten zu begreifen, dass andere etwas glauben können, das schlicht falsch ist. Forschende testen das mit einem einfachen Szenario, dem sogenannten <em>False-Belief-Test</em> (auch <em>Sally-Anne-Test</em> genannt): Ein Kind schaut zu, wie eine Puppe einen Ball in eine Schachtel legt und dann den Raum verlässt. Während die Puppe weg ist, wird der Ball heimlich in eine andere Schachtel gelegt. Jetzt die Frage: Wo wird die Puppe suchen, wenn sie zurückkommt? Kinder unter vier sagen fast immer: dort, wo der Ball jetzt wirklich liegt. Sie können sich noch nicht vorstellen, dass die Puppe etwas Falsches glaubt und deshalb am falschen Ort suchen wird.</p><p>Bei Tieren, die nicht sprechen können, wird es knifflig. Woher weiß man, ob ein Tier wirklich versteht, was ein anderes denkt, oder ob es einfach auf Verhaltensweisen reagiert, die es beobachten kann? Wenn ein Schimpanse sein Futter versteckt, sobald ein anderer Schimpanse in seine Richtung schaut, gibt es zwei Möglichkeiten. Entweder er begreift: Der andere kann mich sehen. Oder er hat gelernt: Kopf zeigt in meine Richtung, Futter ist in Gefahr. Die erste Erklärung setzt voraus, dass er versteht, dass da ein “anderer” ist, und sich dann auch in ihn reinversetzt. Die zweite kommt ohne das Drumherum aus. Zwischen diesen beiden Möglichkeiten zu unterscheiden, ist überraschend schwierig und hält die Forschung ganz schön auf Trab, und lange dachte man, dass so “einfache” Tiere wie Vögel das sicher nicht können. Nun weit gefehlt, wie wir gleich sehen werden.</p><p><a href="https://steady.page/db21f24b-40e6-4c6e-befe-eaa5884eed34/posts/2d351207-705a-4f86-9c43-0fa29b046812">Auf Steady weiterlesen</a></p>]]></content:encoded>
      <category><![CDATA[Allgemein]]></category>
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      <pubDate>Sat, 10 Jan 2026 07:31:00 +0000</pubDate>
    </item>
    <item>
      <title><![CDATA[Wallpaper Januar 26]]></title>
      <description><![CDATA[Wenn du eine Elch- oder Wal-Mitgliedschaft hast, findest du hier das Hintergrundbild für den aktuellen Monat! ❤️]]></description>
      <content:encoded><![CDATA[<p>Wenn du eine Elch- oder Wal-Mitgliedschaft hast, findest du hier das Hintergrundbild für den aktuellen Monat! ❤️</p><p><a href="https://steady.page/db21f24b-40e6-4c6e-befe-eaa5884eed34/posts/ba7240fa-7ab9-4760-b546-9c770fe92901">Auf Steady weiterlesen</a></p>]]></content:encoded>
      <category><![CDATA[Wallpaper & E-Goodies]]></category>
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      <pubDate>Tue, 06 Jan 2026 10:11:16 +0000</pubDate>
    </item>
    <item>
      <title><![CDATA[Tier des Monats Januar 2026]]></title>
      <description><![CDATA[🪲 Frohes Neues! <3 Ab sofort gibt es eine neue Kategorie in Schreibers Naturarium: Das Tier des Monats! Los geht es mit dem Eremiten! 🎁]]></description>
      <content:encoded><![CDATA[<p><strong>Frohes Neues! &lt;3 Ab sofort gibt es eine neue Kategorie in Schreibers Naturarium: Das Tier des Monats und die Pflanze des Monats! Inklusive digitalem Goodie!</strong></p><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/b9c505c3-b5db-461a-a93e-127a6581001e/uploads/images/wysfvbut7k/Eremit_bordeaux.png?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><p><em>Diese Rubrik ist für </em><a href="https://steady.page/de/jasminschreiber/about#js-publication_plans"><em>Farne, Elche und Wale</em></a><em>, aber ich dachte mir, ich kann ja mal die erste Ausgabe des Tier des Monats für alle schicken, einfach so als kleines Goodie. Auch kostenlose Mitglieder kriegen ja ab und zu mal eins der E-Goodies, und das ist eins davon!</em></p><p>Kurz ein bisschen Hausmeisterei:</p><p>Jedes Tier und jede Pflanze des Monats bekommt eine gezeichnete Karte von mir, die du dir auch ausdrucken kannst. Ich habe sie so konzipiert, dass du sie ausmalen kannst oder sie dir einfach als bunten Druck aufhängst, sie als Tablet Hintergrund nutzt, was auch immer. Die Pflanze und das Tier erscheinen in unterschiedlichen Wochen im Laufe des Monats. Hier findest du die Dateien:</p><p><a href="https://www.dropbox.com/scl/fo/ynxtmpot76rz7hc47p753/AIzlRtFt6FmUxYnAxaPiAPc?rlkey=mm30m9t70cjwumijjct367e0j&amp;dl=0">✨ Goodies downloaden ✨</a></p><p>Wenn du noch kostenloses Mitglied bist und auch regelmäßiger Lust auf solche Extras hast, kannst du dir hier eine Mitgliedschaft aussuchen. Damit kriegst du schöne Goodies, außerdem unterstützt du meine Arbeit und hilst mir, Miete und Krankenkasse zu zahlen. Denn als Selbstständige gibt’s natürlich weder festes Gehalt, noch Gehaltserhöhungen und Inflationsanpassungen, ehem. Danke &lt;3.</p><p><a href="https://steady.page/de/jasminschreiber/about">Mitglied werden</a></p><p>So, aber genug Vorgeplänkel, widmen wir uns jetzt mal dem Tier des Monats: Dem Eremiten, <em>Osmoderma eremita</em>.</p><h2><mark style="background-color: rgb(230, 243, 251); color: inherit">Steckbrief: Eremit</mark></h2><p><strong>Name: </strong>Eremit (<em>Osmoderma eremita</em>)</p><p><strong>Lebensraum:</strong></p><ul><li><p>Dunkle Altbauwohnungen mit Geschichte: Höhlen alter, lebender Laubbäume mit feuchtem Holzmulm</p></li><li><p>Bevorzugt Eichen und Linden, akzeptiert auch Rotbuchen, Eschen, Weiden und Obstbäume</p></li><li><p>Steht auf Panoramablick, Bruthöhlen meist in luftigen sechs bis zwölf Metern Höhe</p></li><li><p>Typische Wohnlagen: lichte Laubwälder, Auwälder, historische Parkanlagen, Alleen, Streuobstwiesen</p></li></ul><p><strong>Verbreitung:</strong></p><ul><li><p>Grundsätzlich ganz Europa, kommt aber nur selten und nur hier und da vor</p></li><li><p>In Deutschland Schwerpunkt im Osten, im Westen nur vereinzelte Vorkommen</p></li><li><p>Europaweit zwischen 1990 und 2005 nur 919 dokumentierte Fundorte</p></li></ul><p><strong>Lebensweise und besondere Skills:</strong></p><ul><li><p>Extremer Couchpotatoe: Verbringt sein gesamtes Leben in einer einzigen Baumhöhle, verlässt diese nur in etwa 15 Prozent seiner Lebenszeit</p></li><li><p>Larvenentwicklung dauert drei bis fünf Jahre</p></li><li><p>Männchen riechen nach Aprikosen</p></li><li><p>Kann denselben Baum über Jahrhunderte besiedeln</p></li></ul><hr aria-hidden="true"/><p>Wenn du im Hamburger Jenischpark an einem heißen Julitag unter alten Eichen und Linden stehst und plötzlich einen süßlichen Hauch wahrnimmst, der an reife Aprikosen erinnert, könnte es sein, dass irgendwo über dir ein Eremit sitzt. Ich lebe seit Jahren in dieser Stadt, streife regelmäßig durch den Park, habe an alten Bäumen in einem Unikurs schon die zylindrischen Kotkrümel der Larven gefunden und am Fuß mancher Stämme die typischen Chitinreste entdeckt. Den Käfer selbst habe ich noch nie gesehen. Das liegt in der Natur der Sache.</p><p>Der Eremit macht seinem Namen alle Ehre. Er verbringt sein gesamtes Leben in den Höhlen alter Laubbäume und verlässt sie nur in etwa 15 Prozent aller Fälle, ist also nicht so der Socializer un definitiv undercover unterwegs.</p><p>Seine Larven fressen sich drei bis vier Jahre lang durch den Mulm im Inneren des Baumes, dieses schwarze, feuchte Gemisch aus zersetztem Holz, Pilzgeflechten und den Hinterlassenschaften früherer Käfergenerationen. Eine einzige Larve verbraucht während ihrer Entwicklung etwa einen Liter Mulm. Am Ende baut sie sich aus Kot und Mulmpartikeln einen Kokon, ungefähr so groß wie ein kleines Überraschungsei, und verpuppt sich darin. Im Frühsommer des folgenden Jahres schlüpft der fertige Käfer.</p><figure><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/b9c505c3-b5db-461a-a93e-127a6581001e/uploads/images/ci3rv3ndh2/Osmoderma_eremita_larver.jpg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><figcaption>Eremit-Larven. Magne Flåten für Wikimedia Commons.</figcaption></figure><p>Der wissenschaftliche Name <em>Osmoderma</em> bedeutet so viel wie Dufthaut und bezieht sich auf das Pheromon, das die Männchen an heißen Sommertagen produzieren, um Weibchen anzulocken. Der Duftstoff heißt γ-Decalacton und kommt auch in reifen Pfirsichen, Aprikosen oder Maracujas vor. Der zweite deutsche Name Juchtenkäfer geht auf eine andere Assoziation zurück. Juchtenleder hat seinen Ursoprung in Russland, ist mit Birkenteeröl behandeltes Rindsleder und verströmt ebenfalls einen süßlich-rauchigen Geruch. Heute kennt kaum noch jemand diesen Duft, weshalb immer wieder vorgeschlagen wird, den Käfer Aprikosenkäfer zu nennen, was ich deutlich sinnvoller finde, just saying.</p><p>Fühlt sich ein Männchen ein wenig sexy und balzbereit, sitzt es am Rand der Höhlenöffnung, streckt alle sechs Beinchen von sich und wartet. Entomolog:innen nennen dieses Verhalten <em>Posing</em>. So kann sich der Duft optimal in der Luft verteilen und meldet sich bei allen Weibchen im Umkreis von fünf bis zehn Metern an. Folgt ein Weibchen dem Geruch und findet die richtige Höhle, paaren sich beide im Inneren des Baumes. Das Weibchen legt seine Eier tief im Mulm ab und der Kreislauf beginnt von vorn.</p><figure><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/b9c505c3-b5db-461a-a93e-127a6581001e/uploads/images/gdhkjaiike/Osmoderma_eremita_female_(1).jpg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><figcaption>Das Eremit-Weibchen, auf dem meine Zeichnung basiert. Siga für Wikimedia Commons.</figcaption></figure><p>Die Sesshaftigkeit des Eremiten hat Konsequenzen. Wenn eine Population einen Baum besiedelt, bleibt sie dort, solange der Baum lebt, was durchaus auch mal Jahrhunderte sein können, vor allem bei alten Eichen. Forschende haben Populationen dokumentiert, die nachweislich seit über 200 Jahren denselben Baum bewohnen! Die Kehrseite: Wenn der Baum stirbt oder gefällt wird, stirbt auch die Population. Der Eremit fliegt so ungern und so, nun, wirklich gottlos schlecht, dass er einen neuen geeigneten Baum praktisch nur findet, wenn dieser in unmittelbarer Nähe steht. Seine maximale Flugdistanz beträgt etwa 150 Meter, und selbst die legen nur die abenteuerlustigsten 10 Prozent zurück. Der Rest nimmt sein Ende einfach hin und sagt quasi “na ja”. That’s the spirit, sag ich als Depri, lol.</p><p>Unser Käferfreund ist heute auf jeden Fall sehr selten geworden und ist auf der Roten Liste als “stark gefärdet” vertreten. Im 19. Jahrhundert galt der Eremit als weit verbreitet, die damalige Kulturlandschaft bot ihm ja auch reichlich Lebensraum: Hudewälder, in denen Schweine zur Mast getrieben wurden, enthielten viele alte, von Vieh beschädigte Bäume mit großen Baumhöhlen. Kopfweiden an Feldrändern, die regelmäßig beschnitten wurden, entwickelten ebenfalls Hohlräume. Streuobstwiesen, Parkanlagen des Adels und viele Alleen säumten die Landschaft. Mit der Industrialisierung der Landwirtschaft verschwanden diese Strukturen. Moderne Forstwirtschaft erntet Bäume lange bevor sie das Alter erreichen, in dem sie Höhlen ausbilden. Verkehrssicherungspflichten führen dazu, dass alte Bäume mit Höhlen in Parks gefällt werden, weil von ihnen Gefahr ausgehen könnte.</p><p>Im Jahr 2010 wurde der Eremit sogar zum unfreiwilligen Protagonisten einer politischen Auseinandersetzung, vielleicht hast du das ja sogar mitbekommen. Im Stuttgarter Schlossgarten sollten für das Bahnprojekt Stuttgart 21 Bäume gefällt werden, in denen Juchtenkäfer lebten. Der BUND erstattete Anzeige, das Eisenbahnbundesamt verfügte einen Baustopp. Die Bahn musste einen Schutzplan vorlegen, die EU-Kommission wurde eingeschaltet. Ein Käfer, der praktisch nie seine Höhle verlässt, hatte ein Milliardenprojekt ins Wanken gebracht. Er wurde zur Symbolfigur des Widerstands, bekam einen Button mit Superheldenumhang und dem Schriftzug „Super Juchti&quot; gewidmet. Die Kosten für die Artenschutzmaßnahmen, Ersatzpflanzungen und Polizeieinsätze summierten sich auf mehrere Millionen Euro, weil die Bäume über einem geplanten Tunnel stehen und sie sich jetzt von der Seite drunter durchbuddeln müssen, statt den Boden aufzureißen und so zu bauen. Das kostet rund 20 Millionen Euro mehr, und ich find’s richtig.</p><p>Bis zum nächsten Mal</p><p>Jasmin</p><hr aria-hidden="true"/><p>🌿 Gärtnern für die Artenvielfalt? Abonniere meine kostenfreie Gartenkolumne, <a href="https://steadyhq.com/de/hortarium/about">in der wir auf Balkonen, im Garten und auf der Fensterbank naturnah gärtnern»</a></p><p>🎙️ Höre meinen Biologie-Podcast <a href="https://bugtales.fm/">beim Podcastanbieter deiner Wahl</a>»</p><p><strong>Ich würde mich auch freuen, wenn du mir auf Social Media folgst:</strong><br/>👩🏻‍🌾 Garten-Updates: <a href="https://www.instagram.com/insektengarten">Mein Garten-Account auf Instagram</a>»<br/>📗 Mein normaler <a href="https://www.instagram.com/lavievagabonde">Instagram-Account als Autorin»</a><br/>🌤️ <a href="https://bsky.app/profile/schreibersnaturarium.de">Mein Account auf Bluesky</a>»<br/>🦣 <a href="https://chaos.social/@lavievagabonde">Mein Account auf Mastodon</a>»</p>]]></content:encoded>
      <category><![CDATA[Wallpaper & E-Goodies]]></category>
      <media:content type="image/jpeg" url="https://assets.steadyhq.com/production/post/b9c505c3-b5db-461a-a93e-127a6581001e/teaser_image/1766137240?auto=format&amp;h=787&amp;w=1400&amp;fit=fill&amp;fm=jpg&amp;crop=faces" medium="image"/>
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      <pubDate>Sat, 03 Jan 2026 14:16:20 +0000</pubDate>
    </item>
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      <title><![CDATA[🇩🇰 Postkarte aus Dänemark #2]]></title>
      <description><![CDATA[Noch mehr Vögel, Zauberlicht im Wald und Eindrücke von meinen Naturspaziergängen.]]></description>
      <content:encoded><![CDATA[<img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/e4d97851-a6d5-4292-aa62-19d3690262f1/uploads/images/zgmercv4cb/169A4869.jpg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><p>Hallo,</p><p>erst einmal: Danke für die viiiiielen lieben Mails, die als Antwort auf die letzte Postkarte kamen. Deshalb gibt es hier auf euren Wunsch die zweite Postkarte – und zahlende Mitglieder kriegen am Ende noch ein kleines Video mit Bewegtbildern von den Tieren und der Landschaft.</p><p>Aktuell werde ich oft von der Amerikanischen Kieferwanze (<em>Leptoglossus occidentalis</em>) begrüßt, sobald ich aus der Tür trete. Die ist schon seit einigen Jahren bei uns in Europa eingewandert, und jetzt im Winter findet man die hier öfter mal im Haus, weil die sich natürlich auch lieber hier einmuckeln wollen, als draußen in der Kälte zu frieren. Da die recht groß sind, erschrecken viele Leute vor ihnen, die sind aber für uns Menschen harmlos. Die saugen nur gern an Kiefernzapfen, that’s it.</p><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/e4d97851-a6d5-4292-aa62-19d3690262f1/uploads/images/64s7zrfw6b/_A7R6129.jpg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/e4d97851-a6d5-4292-aa62-19d3690262f1/uploads/images/6zbstyf7eq/_A7R6127-2.jpg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><p>Was ich hier besonders mag, ist die tolle Lichtstimmung im Winter. Bin tatsächlich am liebsten im Herbst/Winter hier in Dänemark, da stimmt die Atmosphäre für mich am meisten. Da von euch auch die Frage kam, mit welchem Equipment man so schöne Lichtbilder wie das untere machen kann: Das habe ich mit meiner Canon R5 und einer fast 20 Jahre alten Canon EF 50 mm 1.2 L Linse geschossen. Die hat einfach so ein besonderes Rendering, die modernen Linsen sind mir für solche Situationen alle zu scharf. Also: Neu und teuer ist nicht immer besser!</p><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/e4d97851-a6d5-4292-aa62-19d3690262f1/uploads/images/jqryiyuzke/_A7R7467.jpg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/e4d97851-a6d5-4292-aa62-19d3690262f1/uploads/images/yje2xurdl5/76012B9D-E5AE-4390-B3F3-FACE119DF700.JPG?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><p>Ich bin so durch die gefrorene Landschaft marschiert, plötzlich fiel ein ganzer Schwung Kiefernzapfen auf mich. Als ich hochgeschaut habe, habe ich direkt diesen Frechdacht entdeckt: Ein Fichtenkreuzschnabel (<em>Loxia curvirostra</em>)!</p><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/e4d97851-a6d5-4292-aa62-19d3690262f1/uploads/images/ek2gjl5oop/169A5799-2.jpg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><figure><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/e4d97851-a6d5-4292-aa62-19d3690262f1/uploads/images/pg6mctvt5f/169A5608.jpg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><figcaption>Hier sitzt ein Teil der Gang auf einer Kiefer,</figcaption></figure><figure><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/e4d97851-a6d5-4292-aa62-19d3690262f1/uploads/images/feppd7er7y/169A5578.jpg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><figcaption>Fand ich witzig: Könnte ein Schwarm Fische sein, ist aber tatsächlich ein Teil des Trupps Fichtenkreuzschnäbel.</figcaption></figure><p>Diese Vögel brauchen definitiv keine Nussknacker zu Weihnachten. Ihr namensgebender Schnabel, bei dem Ober- und Unterschnabel überkreuzt sind, funktioniert wie ein perfektes Werkzeug zum Aufbrechen von Nadelholzzapfen. Sie klemmen den Zapfen fest, schieben den Schnabel zwischen die Schuppen und hebeln sie mit einer Drehbewegung auseinander. Dann angeln sie mit der Zunge die Samen heraus. Dabei fällt natürlich einiges herunter, sehr zur Freude von Mäusen und anderen Bodenbewohnern.</p><p>Fichtenkreuzschnäbel leben nomadisch. Sie folgen den Zapfenernten und tauchen manchmal jahrelang nicht an einem Ort auf, um dann plötzlich in großen Schwärmen einzufallen, so wie es hier gerade der Fall ist. Wenn die Fichten oder Kiefern gut tragen, können sie ab Dezember brüten. Die fettreichen Samen liefern genug Energie für Eltern und Küken.</p><p>Die Männchen leuchten in kräftigem Ziegelrot bis Orange, die Weibchen sind grünlich-grau gefärbt, wie du auf dem unteren Foto siehst.</p><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/e4d97851-a6d5-4292-aa62-19d3690262f1/uploads/images/p3zqyfm4sw/169A5268.jpg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><p>Zuerst dachte ich, das seien Kernbeißer, bis ich mir die Fotos mal genauer angeguckt und den gekreuzten Schnabel entdeckt habe. Die Männchen waren zudem super rot, weshalb ich Fichtenkreuzschnabel sagen würde. Könnte natürlich auch Kiefernkreuzschnabel sein, dafür fand ich das Gefieder der Männchen jedoch zu farbsatt und die Weibchen zu gelb. Ich bin beim Thema Vögel jedoch noch Anfängerin und gar nicht sattelfest, doch das will ich im nächsten Jahr ändern. Dazu später mehr. Solltest du dir jedoch sicher sein: <em>Jasmin, das ist ein Kiefernkreuzschnabel, ich kenne die schon mein Leben lang und bin mir 100 Prozent sicher!!</em>, sag mir das gern.</p><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/e4d97851-a6d5-4292-aa62-19d3690262f1/uploads/images/uix2qjgal3/169A5289.jpg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><p>Im Wald habe ich auch wieder meine Kumpel, die Wintergoldhähnchen (<em>Regulus regulus</em>) gefunden. Die sind wirklich schwer zu entdecken, da die sich unglaublich schnell bewegen. Ich stand bestimmt 20 Minuten vor dem Reisighaufen, in dem das unterwegs war, und hab gewartet, bis mal nicht 100 Zweige vor ihm waren. Uff. War direkt die erste Herausforderung, die ich meinem neuen Teleobjektiv gestellt habe. Mit meiner alten Möhre konnte ich denen nicht gut folgen, aber künftig gibt es dann mit dem Neuen hoffentlich mehr Vogelfotos und -videos, auch, wenn das finanziell sehr geschmerzt hat. Aber ich hatte das schon so lange geplant und jetzt war es endlich Zeit. Kennen bestimmt einige von euch.</p><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/e4d97851-a6d5-4292-aa62-19d3690262f1/uploads/images/oqgk542lgd/169A5037.jpg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><figure><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/e4d97851-a6d5-4292-aa62-19d3690262f1/uploads/images/i6t7te64co/169A5047.jpg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><figcaption>Hier wurde ein Käfer entdeckt und eiskalt weggesnackt.</figcaption></figure><p>Natürlich findet man auch eins hier viel: Möwen. Vögel haben generell oft Routinen, das bedeutet: Wenn du an einer Stelle Vögel beobachtest, kann es sehr gut sein, dass sie auch immer wieder da auftauchen, manchmal auch in bestimmten Rhythmen. Hier über das Haus ziehen aktuell jeden Tag zwischen 15 und 15:45 riesige Schwärme Möwen vom Meer ins Landesinnere, um sich ein geschütztes Schlafplätzchen zu suchen, das nicht so windgebeutelt ist wie die Küste. Auch die Seeadler treten jeden Tag zwischen 14:30 und 15:30 den gleichen Weg an. Ist praktisch, wenn man das einmal rausgefunden hat!</p><figure><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/e4d97851-a6d5-4292-aa62-19d3690262f1/uploads/images/odq2fkwqmf/169A5080.jpg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><figcaption>Eine Sturmmöwe (Larus canus) auf dem Heimweg.</figcaption></figure><p>Ich habe die letzten Tage erfolglos versucht, eine Haubenmeise (<em>Lophophanes cristatus</em>) zu fotografieren. Ich habe sie oft gehört und stundenlang im Wald verfolgt, jedoch ohne Erfolg. Haubenmeisen sind super schüchtern und hüpfen gern 40 Meter über mir durch die Fichten, um mich zu quälen. Ich hoffe, ihnen mit dem neuen Objektiv jetzt noch in den nächsten 2-3 Tagen zu Leibe rücken zu können, aber mal sehen, ob das was wird. Fand es jedenfalls lieb und tröstlich, dass stattdessen die Blaumeisen (<em>Cyanistes caeruleus</em>) für mich ihre kleinen Hauben aufgestellt haben:</p><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/e4d97851-a6d5-4292-aa62-19d3690262f1/uploads/images/eckoaekrer/_A7R7551.jpg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/e4d97851-a6d5-4292-aa62-19d3690262f1/uploads/images/4sf3owoyuf/_A7R7543.jpg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/e4d97851-a6d5-4292-aa62-19d3690262f1/uploads/images/yddakvwusd/169A5065.jpg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/e4d97851-a6d5-4292-aa62-19d3690262f1/uploads/images/5d7ccnzqgc/_A7R7504.jpg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><p>Hier in diesem Waldstück habe ich bei Gefrierschranktemperaturen stundelang auf die Haubenmeise gelauert. Schade, dass ich sie nicht vor die Linse kam (ein Grund ist auch, dass ich immer auf den Wegen bleibe und nicht durchs Unterholz trample), dennoch hat sich der Ausflug gelohnt. Wenn man ganz früh losgeht und es ein sonniger Wintertag ist, hat man das Glück, ganz besondere Lichtstimmungen einzufangen, die man sonst verpassen würde.</p><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/e4d97851-a6d5-4292-aa62-19d3690262f1/uploads/images/jyujqhhzzf/_A7R7491.jpg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/e4d97851-a6d5-4292-aa62-19d3690262f1/uploads/images/bopbp7ovje/_A7R7478.jpg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/e4d97851-a6d5-4292-aa62-19d3690262f1/uploads/images/mopt7ighm3/169A4962.jpg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/e4d97851-a6d5-4292-aa62-19d3690262f1/uploads/images/yqx7a2hwk3/_A7R7457.jpg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><p>Hier geht der Mond immer schon kurz nach Mittag auf. Finde das passt optisch immer sehr gut zum Bodenfrost.</p><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/e4d97851-a6d5-4292-aa62-19d3690262f1/uploads/images/j5dabxxwuh/169A5404.jpg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/e4d97851-a6d5-4292-aa62-19d3690262f1/uploads/images/upgplvca6q/_A7R7453.jpg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/e4d97851-a6d5-4292-aa62-19d3690262f1/uploads/images/yvvxzorczs/photo.jpeg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><p>Zu diesem Gewässer habe ich mich auf der Suche nach der Haubenmeise verlaufen, und das war ein Glück. Tatsächlich passieren mir so ziemlich alle meiner cooleren Fotos durch irgendeinen Zufall oder Fehler. Jedenfalls bin ich da herumgestolpert (bin falsch abgebogen) und habe plötzlich einen Reiher aufgeschreckt, was mir total leid getan hat, hatte ihn nicht gesehen. Der Reiher wiederum hatte ein Entenpärchen aufgeschreckt, das DIREKT vor mir hochgeflogen ist, sodass ich mich super erschreckt habe und mich wie eine Comicfigur auf den Hodenboden gesetzt habe. Die Enten hatte ich nämlich auch nicht auf dem Schirm.</p><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/e4d97851-a6d5-4292-aa62-19d3690262f1/uploads/images/snxmpe43xz/DSC03536.jpg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/e4d97851-a6d5-4292-aa62-19d3690262f1/uploads/images/rt2ohtrp4d/_A7R6637-topaz-focus-sharpen.jpg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><p>Wer mich aber auf dem Schirm hatte, war dieser Kollege hier: Ein Mäusebussard beobachtete mein Herumwinden in meiner erbärmlichen menschlichen Existenz, während er auf Beute lauerte. Gnädig ließ er sich (da leider noch mit meinem alten Objektiv und viel zu weit weg) von mir bewundern, bis er dann doch der Meinung war, dass er mich würdelos hinter einem Busch kauernden Menschling dann doch satt hat und machte sich vom Acker.</p><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/e4d97851-a6d5-4292-aa62-19d3690262f1/uploads/images/kuoajaqoi5/_A7R6805-topaz-focus.jpg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/e4d97851-a6d5-4292-aa62-19d3690262f1/uploads/images/3baasdsov7/_A7R6898.jpg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><p><a href="https://steady.page/de/jasminschreiber/newsletter/sign_up"><em>💌 Neu hier? 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Und vorgestern gab es davon so viel, dass ich nicht gerade, sondern so schräg in den Wind gelehnt laufen musste, da es mich sonst umgehauen hätte. Teleobjektiv geradehalten war unmöglich, dabei wollte ich euch doch die Vögel der Salzwiesen mitbringen. Die haben sich bei dem Wetter aber auch nicht gezeigt, keine einzige Möwe war am Himmel oder am Strand, die blieben alle landeinwärts eingekuschelt in kleinen Tälern zwischen den Dünen und in Wäldern.</p><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/e4d97851-a6d5-4292-aa62-19d3690262f1/uploads/images/4bzqp2jmzq/169A4840.jpg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/e4d97851-a6d5-4292-aa62-19d3690262f1/uploads/images/hreuwuwoa2/_A7R7292.jpg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><p>Die Mitglieder sehen es ja im Video, das sah in Live aus, als sei ich auf Dune. Die Leute sind mit Händen vor den Augen und komplett zugezogenen Kapuzen blind umhergeirrt, es war absolut wild. Konnte auch kaum gucken und war sehr froh, dass meine Kamera und die Objektive gut abgedichtet sind.</p><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/e4d97851-a6d5-4292-aa62-19d3690262f1/uploads/images/sx426e4omr/_A7R7293.jpg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/e4d97851-a6d5-4292-aa62-19d3690262f1/uploads/images/4jaft4t4qu/169A4836.jpg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/e4d97851-a6d5-4292-aa62-19d3690262f1/uploads/images/oegzggt24y/169A4815.jpg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><p>Muss aber sagen, dass das optisch natürlich alles 12/10 war, auch, wenn ich noch Stunden später auf Sand herumgekaut habe.</p><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/e4d97851-a6d5-4292-aa62-19d3690262f1/uploads/images/kjhlivprqa/169A4792.jpg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><figure><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/e4d97851-a6d5-4292-aa62-19d3690262f1/uploads/images/y5ylfi5lxa/169A4830.jpg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><figcaption>Das Wintermeer war sehr stürmisch, da hätte ich als Möwe auch keine Lust drauf gehabt.</figcaption></figure><figure><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/e4d97851-a6d5-4292-aa62-19d3690262f1/uploads/images/2uxiwlcugh/_A7R7187.jpg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><figcaption>Keine Haubenmeise, aber dennoch toll: Die Tannenmeise!</figcaption></figure><p>Wer hier immer mit den Blaumeisen und Wintergoldhähnchen unterwegs ist, sind die Tannenmeisen (<em>Periparus ater</em>). Die Tannenmeise ist die kleinste der auch bei uns heimischen Meisen und Nadelwaldbewohner. Mit ihrer schwarzen Kopfplatte, den weißen Wangen und dem auffälligen weißen Nackenfleck sieht sie etwas aus wie eine Kohlmeise, dieser helle Streifen im Nacken und die Größe unterscheiden sie aber auf den zweiten Blick von ihr. Das Gefieder ist insgesamt auch dezenter als das der bunteren Verwandten: oberseits bläulich-grau, unterseits rahmfarben ohne das gelbe Leuchtfeuer der Kohlmeise. Was ihr an Farbe fehlt, macht sie durch Lebhaftigkeit wett. Rastlos turnt sie durch Fichten und Kiefern, oft kopfüber an den Zweigspitzen hängend, um Insekten und Spinnen zwischen den Nadeln rauszupicken.</p><p>Im Herbst und Winter sind dann aber Samen ihre Hauptnahrung. Dabei zeigt die Tannenmeise ein besonderes Verhalten: Sie legt Vorräte an! Einzelne Samen versteckt sie in Rindenritzen, unter Flechten oder zwischen Nadeln, um sie später wiederzufinden. Ihr räumliches Gedächtnis ist dabei deutlich besser als meins.</p><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/e4d97851-a6d5-4292-aa62-19d3690262f1/uploads/images/caguopi2k3/_A7R7178.jpg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/e4d97851-a6d5-4292-aa62-19d3690262f1/uploads/images/d5iegza5wl/_A7R7141.jpg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/e4d97851-a6d5-4292-aa62-19d3690262f1/uploads/images/qgpuezlzz2/169A4725.jpg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/e4d97851-a6d5-4292-aa62-19d3690262f1/uploads/images/p4jst6a3x5/_A7R6564.jpg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><p>So, das war die zweite Postkarte, und mein Winterurlaub neigt sich auch bald dem Ende zu. Fürs nächste Jahr habe ich mir vorgenommen, das Thema “Birding”, also die Vogelbeobachtung, endlich mal ernsthaft anzugehen. Hab jetzt die Ausstattung, um mal herauszufinden, wer da so alles in meiner Gegend (und auch woanders) wohnt. Meine Spezialisierung liegt ja bei den Gliederfüßern, ich bin quasi Baby im Bereich Vogelkunde, aber ich bin gespannt, was ich alles lernen werde. Natürlich nehme ich dich hier im Naturarium mit auf die Reise.</p><p>Jetzt, wo PostCovid zu 90 Prozent weg ist (über die nervigen 10 Prozent reden wir mal nicht, ne), kann ich wieder häufiger raus und das machen, was ich ja mit dem Naturarium eigentlich viel mehr machen wollte: Die heimische Natur von draußen rein in dein Postfach holen. Und je mehr Leute das hier auf Steady unterstützen, umso mehr kann ich das auch machen. Daher: Wenn dir meine Arbeit etwas gibt – sei es Wissen über Natur, neue Perspektiven oder einfach Freude an kleinen Beobachtungen – dann kannst du mich mit einer Mitgliedschaft unterstützen! Und bevor du sagst <em>iiih, neee, nicht noch ein Abo</em>: Als Selbstständige gibt&#39;s kein Gehalt pünktlich am 1. des Monats und auch keinen Inflationsausgleich. Schreibers Naturarium lebt davon, dass ich Zeit in Recherche, ins Draußen-Herumstiefeln, ins Zeichnen und Schreiben stecke. Als Mitglied hilfst du mir, das langfristig weiterzumachen, und ich krieg Planungssicherheit. Denn nichts killt Kreativität und befeuert Depression mehr als Existenzängste, ask me how I know, hust. Das Naturarium sorgt dafür, dass ich unabhängig das machen kann, was ich will, und dass ich mich nicht hinstellen und jeden Post hier sponsorn lassen muss, damit das mit der Miete klappt. Und je nach Paket gibt&#39;s für dich auch kleine und große Extras, digitale Goodies und manchmal sogar Post! ☺️💌 Ist also ein Win-Win:</p><p><a href="https://steady.page/de/jasminschreiber/about">Mitgliedschaften ansehen</a></p><p>Also, ich hoffe, dass ich dich bald als Mitglied begrüßen kann. Und falls du schon ein Farn, ein Elch oder ein Wal bist, kommt jetzt hier gleich für dich das Video.</p><p>Bis zum nächsten Mal</p><p>Jasmin ❤️</p><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/e4d97851-a6d5-4292-aa62-19d3690262f1/uploads/images/6sps3iesnp/F7B42878-CDDE-412F-B116-CAE6F52DE748.JPG?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><h2><mark style="background-color: rgb(222, 244, 220); color: inherit">Hier kommt jetzt das Video, bin gespannt, wie du das findest:</mark></h2><p><a href="https://steady.page/db21f24b-40e6-4c6e-befe-eaa5884eed34/posts/e4d97851-a6d5-4292-aa62-19d3690262f1">Auf Steady weiterlesen</a></p>]]></content:encoded>
      <category><![CDATA[Heimische Natur]]></category>
      <media:content type="image/jpeg" url="https://assets.steadyhq.com/production/post/e4d97851-a6d5-4292-aa62-19d3690262f1/teaser_image/1767051018?auto=format&amp;h=787&amp;w=1400&amp;fit=fill&amp;fm=jpg&amp;crop=faces" medium="image"/>
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      <pubDate>Tue, 30 Dec 2025 06:17:22 +0000</pubDate>
    </item>
    <item>
      <title><![CDATA[🇩🇰 Postkarte aus Dänemark]]></title>
      <description><![CDATA[Ich bin gerade in Dänemark und habe neben zauberhaften Flechten auch Europas größten und kleinsten Vogel gesehen!]]></description>
      <content:encoded><![CDATA[<p>Hallo!</p><p>Ich hoffe, du hast ein paar entspannte Tage, egal, ob du Weihnachten feierst oder nicht. Ich bin ja über Weihnachten und Neujahr immer in Dänemark, und wie immer schicke ich dir von hier ein paar Eindrücke. Los geht’s:</p><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/cda6cf94-dde0-4205-ab2f-57a3a4c3a6d0/uploads/images/2ik2pbovlt/_A7R6217.jpg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><figure><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/cda6cf94-dde0-4205-ab2f-57a3a4c3a6d0/uploads/images/zti45o5nnv/_A7R6265.jpg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><figcaption>Die Bäume werden hier meist nicht sehr hoch.</figcaption></figure><p>Wir sind unterhalb des Ringkøbing Fjords, und hier fahre ich schon seit meiner Kindheit hin. Viele Stellen in Dänemark sind Deutschland sehr ähnlich, aber hier ist es dann doch sehr anders. Kleine hutzelige Kiefer-, Lorbeer- und Eichenwälder ducken sich unter dem Küstenwind, der über sie hinwegzieht und sie in Form biegt.</p><p>Hier gibt es auch weitläufige Heiden, Sümpfe und Moore:</p><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/cda6cf94-dde0-4205-ab2f-57a3a4c3a6d0/uploads/images/xfecbyhstg/_A7R6299.jpg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/cda6cf94-dde0-4205-ab2f-57a3a4c3a6d0/uploads/images/x4ilyjcbjp/_A7R6409.jpg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><p>Heute früh bin ich aufgewacht und direkt mit der Kamera losgezogen, weil alles gefroren und mit Kristallen überzogen war, und das alles bei wunderschönem Licht.</p><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/cda6cf94-dde0-4205-ab2f-57a3a4c3a6d0/uploads/images/omfawyrdsr/169A4527.jpg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/cda6cf94-dde0-4205-ab2f-57a3a4c3a6d0/uploads/images/ojo6wsrvl4/169A4549.jpg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><hr aria-hidden="true"/><p><a href="https://steady.page/de/jasminschreiber/newsletter/sign_up"><em>💌 Neu hier? 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Man denkt eigentlich gar nicht, dass die noch schöner aussehen können als ohnehin schon, und dann sieht man sie mit Kristallen überzogen und denkt sich: Ah, doch, geht.</p><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/cda6cf94-dde0-4205-ab2f-57a3a4c3a6d0/uploads/images/4c2fb26m36/169A4560-2.jpg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/cda6cf94-dde0-4205-ab2f-57a3a4c3a6d0/uploads/images/pzksfnf45x/169A4393.jpg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><figure><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/cda6cf94-dde0-4205-ab2f-57a3a4c3a6d0/uploads/images/rfv57xh2gl/169A4572.jpg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><figcaption>Das Rote sind die Sporenkörper, über die sich die Flechten fortpflanzen.</figcaption></figure><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/cda6cf94-dde0-4205-ab2f-57a3a4c3a6d0/uploads/images/h3ttc2vv5v/_A7R6395-2.jpg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/cda6cf94-dde0-4205-ab2f-57a3a4c3a6d0/uploads/images/56kb3dugoy/169A4562.jpg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt="Der Formenreichtum innerhalb einer Art ist so ausgeprägt, dass man die meisten Flechten unterm Mikroskop bestimmen muss, um sich wirklich sicher zu sein."/><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/cda6cf94-dde0-4205-ab2f-57a3a4c3a6d0/uploads/images/a7n6nhzldt/_A7R6332.jpg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/cda6cf94-dde0-4205-ab2f-57a3a4c3a6d0/uploads/images/texetcbrwk/169A4632.jpg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/cda6cf94-dde0-4205-ab2f-57a3a4c3a6d0/uploads/images/gthkyiuyoo/169A4596-2.jpg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><p>Ich bin dann mit Lorenz in mein Lieblingswaldstück hier in der Nähe des Hauses gegangen. Dort gibt es Bäume, die wirklich komplett von Flechten überzogen sind:</p><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/cda6cf94-dde0-4205-ab2f-57a3a4c3a6d0/uploads/images/luk35z5ple/_A7R6181-2.jpg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><p>Und da hat mich Lorenz dann so abgelichtet:</p><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/cda6cf94-dde0-4205-ab2f-57a3a4c3a6d0/uploads/images/di7nzimjov/ME8A0697.jpg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><p>Denn ich habe das hier im Geäst entdeckt:</p><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/cda6cf94-dde0-4205-ab2f-57a3a4c3a6d0/uploads/images/x4pmtldq2e/_A7R6431.jpg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><p>Und das musste ich mir recht lange so anschauen. Bis der Inhaber dieses kleinen Flausch-Popos dann doch mal nach hinten geguckt hat:</p><figure><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/cda6cf94-dde0-4205-ab2f-57a3a4c3a6d0/uploads/images/aqqlupuurp/_A7R6447.jpg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><figcaption>&quot;Momendemal ....&quot;</figcaption></figure><figure><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/cda6cf94-dde0-4205-ab2f-57a3a4c3a6d0/uploads/images/hcb2opvooj/_A7R6467.jpg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><figcaption>&quot;Haben Sie mich gerade in den Arsch gefilmt?? SIE DÜRFEN DAS NISCHHH&quot;</figcaption></figure><p>Ein Wintergoldhähnchen hatte sich mit anderen seiner Art und ein paar Blau-, Kohl- und Tannenmeisen zu einem kleinen Trupp vergesellschaftet und sich über die Spinnen und Insekten zwischen den Flechten an den Unterseiten der Äste hergemacht.</p><p>Das Wintergoldhähnchen ist Europas kleinster Vogel und wiegt gerade einmal fünf bis sechs Gramm, etwa so viel wie ein Stück Würfelzucker! Denkt man nicht, wenn man den kleinen aufgepufften Kerl sieht, oder?</p><p>Wintergoldhähnchen leben fast ausschließlich in Nadelwäldern, besonders zwischen Fichten und Kiefern, so wie hier. Dort huschen sie rastlos durch die Zweige und suchen nach winzigen Insekten, Spinnen und deren Eiern. Sie sind ständig in Bewegung, denn ihr schneller Stoffwechsel verlangt kontinuierliche Nahrungsaufnahme. An kalten Wintertagen müssen sie praktisch den ganzen Tag fressen, um nicht zu erfrieren. Nachts muckeln sich mehrere Vögel eng aneinander, um Wärme zu sparen.</p><p>Hier in Dänemark sind sie ganzjährig anzutreffen, wobei im Herbst und Winter zusätzlich Vögel aus Skandinavien durchziehen. Find sie aber tatsächlich schwer zu entdecken, weil sie gut getarnt und eben unfassbar winzig sind, und da sie so schnell von Zweig zu Zweig huschen, muss man ganz schön fix mit der Kamera sein.</p><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/cda6cf94-dde0-4205-ab2f-57a3a4c3a6d0/uploads/images/4pjdp2nx5d/169A4627.jpg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><p>Was hier auch toll ist, ist, wie viel Totholz es gibt, was für Flechten, Pilze, Insekten und dadurch auch Vögel natürlich eine super Nachricht ist. Vor allem meine Lieblingsflechtenarten findet man hier, <em>Cladonia</em> sehen teilweise so aus, als hätte jemand ein Miniaturkorallenriff am Waldrand abgestellt.</p><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/cda6cf94-dde0-4205-ab2f-57a3a4c3a6d0/uploads/images/x32xtstp6x/169A4611.jpg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/cda6cf94-dde0-4205-ab2f-57a3a4c3a6d0/uploads/images/mpuckbi4tp/169A4444.jpg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/cda6cf94-dde0-4205-ab2f-57a3a4c3a6d0/uploads/images/d5zbbqbq2m/_A7R6397.jpg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/cda6cf94-dde0-4205-ab2f-57a3a4c3a6d0/uploads/images/j7mdrahpcp/_A7R6322.jpg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><p>Flechten besiedeln Oberflächen, an denen andere Lebewesen scheitern: Nackter Fels, verwittertes Holz, Glasscheiben, Metallgeländer. Sie brauchen weder Erde noch Wurzeln, oft erreichen sie einen Lebensraum als Erste und bereiten ihn für nachfolgende Organismen vor. Um zu verstehen, was Flechten ausmacht, lohnt ein Blick auf das Prinzip, das sie erst ermöglicht: die Symbiose. Viele Organismen durchlaufen ihr Leben in Kooperation mit anderen, denn Einzelkämpfer:innen haben es in der Natur oft schwer (mittelfreundliche Grüße an Friedrich Merz an dieser Stelle). Lebewesen schließen sich zusammen, tauschen Ressourcen, teilen Aufgaben. Die Partnerinnen und Partner in einer Flechtengemeinschaft machen genau das: Gemeinsam erschließen sie Lebensräume, die für jeden von ihnen allein unerreichbar wären.</p><p>Symbiotische Beziehungen lassen sich grob in drei Formen unterteilen. Beim <strong>Mutualismus</strong> gewinnen beide Seiten. Mykorrhizapilze verbinden sich mit Pflanzenwurzeln und erschließen Nährstoffe aus dem Boden, während die Pflanze, häufig ein Baum, dafür Zucker liefert. Ameisen halten Blattläuse wie Nutztiere, verteidigen sie gegen Fressfeinde und erhalten im Gegenzug Honigtau. Die Blattläuse allerdings haben wenig Mitsprache in dieser Beziehung. Solche Grenzfälle zeigen, dass symbiotische Verhältnisse selten eindeutig in eine Kategorie fallen. Beim <strong>Kommensalismus</strong> profitiert eine Seite, die andere bleibt unbeeinflusst. Aufsitzer wie Orchideen oder Moose wachsen auf Bäumen und nutzen sie als Standort, ohne ihnen zu schaden. Geier fressen die Überreste von Beutetieren anderer Jägerinnen und Jäger, den ursprünglichen Räubern fehlt dadurch nichts und getötet wurde auch niemand. Beim <strong>Parasitismus</strong> gewinnt eine Seite auf Kosten der anderen. Zecken saugen Blut und übertragen dabei möglicherweise Krankheitserreger wie Borrelien oder FSME-Viren, Misteln zapfen den Nährstoffstrom ihrer Wirtsbäume an, Viele Pilze zersetzen ihre Wirte von innen. Der Unterschied zum Mutualismus: Der Wirt erhält keine Gegenleistung.</p><p>Flechten entstehen aus einer symbiotischen Verbindung. In der klassischen Beschreibung beteiligen sich ein Pilz, der <strong>Mycobiont</strong>, und ein photosynthesefähiger Partner, der <strong>Photobiont</strong>. Bei diesem handelt es sich entweder um eine <mark style="background-color: rgb(222, 244, 220); color: inherit">Alge</mark>, den <mark style="background-color: rgb(222, 244, 220); color: inherit">Phycobiont</mark>, oder um ein <mark style="background-color: rgb(230, 243, 251); color: inherit">Cyanobakterium</mark>, den <mark style="background-color: rgb(230, 243, 251); color: inherit">Cyanobiont</mark>. Der Pilz liefert Schutz, speichert Feuchtigkeit und gibt der Flechte ihre Struktur. Die Alge oder das Bakterium produziert durch Photosynthese Nährstoffe. Je nach Art profitiert eine Seite stärker als die andere, und mittlerweile erweitern Forschende dieses “es gibt zwei Partner und fertig”-Bild. Viele Flechten enthalten nämlich, wie man jetzt weiß, zwei oder mehr Pilzarten. Darunter finden sich häufig Hefen, die den äußeren Look prägen. Dazu kommt eine diverse Bakteriengemeinschaft, deren Funktion teils ungeklärt ist. Manche dieser Bakterien stellen vermutlich Vitamine bereit, andere produzieren möglicherweise Abwehrstoffe, das ist noch nicht so gut erforscht. Die Flechte erscheint jedenfalls als Gemeinschaft verschiedener Organismen, die sich wechselseitig beeinflussen, zeitweise kooperieren und gelegentlich auch parasitieren, und das finde ich eben total spannend.</p><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/cda6cf94-dde0-4205-ab2f-57a3a4c3a6d0/uploads/images/5lg2vlsi2e/169A4605.jpg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><p>Ich war gerade fotografisch mit den Meisen beschäftigt, da sah ich was am Himmel. Ich hatte nicht die passenden Kameraeinstellungen, habe aber trotzdem draufgehalten, weil ich so eine Ahnung hatte …</p><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/cda6cf94-dde0-4205-ab2f-57a3a4c3a6d0/uploads/images/6qtrrlj2l4/_A7R6506.jpg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><p>Und ja, es stellte sich heraus, dass ich zum ersten Mal einen Seeadler festgehalten habe:</p><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/cda6cf94-dde0-4205-ab2f-57a3a4c3a6d0/uploads/images/g2yws444vo/_A7R6505.jpg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><p>Leider nicht so schön scharf und präzise, wie ich es mir gewünscht hätte, aber da es ein Zufallsshot war, nahm ich es olympisch: Dabei sein ist alles!</p><p>Eben hatten wir den kleinsten Vogel, den man auch bei uns in Deutschland finden kann, jetzt haben wir hier einen der Größten. Der Seeadler ist einer der größten Greifvögel bei uns in Europa mit einer Flügelspannweite von bis zu zweieinhalb Metern, was ordentlich ist. In Dänemark hat sich die Population in den letzten Jahrzehnten stark erholt, nachdem die Art durch Jagd und Pestizide fast ausgerottet war.</p><p>Die Vögel leben bevorzugt in der Nähe von Gewässern, sei es an Küsten, Fjorden oder größeren Seen. Dort finden sie ihre Hauptnahrung: Fische, die sie geschickt von der Wasseroberfläche greifen. Aber sie sind keine wählerischen Esser. Wasservögel, Aas und gelegentlich auch kleinere Säugetiere stehen ebenfalls auf dem Speiseplan, ich habe heute auch welche auf einer Wiese sitzen und Mäuse jagen sehen. Im Winter versammeln sich manchmal mehrere Adler an ergiebigen Futterplätzen, deshalb war es nicht ungewöhnlich, dass da gleich zwei von ihnen waren. Vorhin habe ich aus dem Fenster geschaut und direkt 4 vorbeifliegen sehen, anscheinend habe ich die jetzt für mich freigeschaltet. Sweet.</p><p>Hier ist jetzt die erste Dänemarkwoche rum, eine sind wir noch hier. Ich werde die nächsten Tage mal in die Salzwiesen und an den Strand und dort in die Dünen gehen. Wenn du von den Lebewesen dort auch gern eine Postkarte kriegen willst, sag mir gern Bescheid, am besten hier als Kommentar, aber auch gern als Antwort auf meine Mail. :)</p><p><strong>Liebe Grüße &amp; bis zum nächsten Mal</strong></p><p><strong>Jasmin</strong></p><hr aria-hidden="true"/><p><em>🌿 Wenn dir meine Arbeit etwas gibt – sei es Wissen über Natur, neue Perspektiven oder einfach Freude an kleinen Beobachtungen – dann kannst du mich mit einer Mitgliedschaft unterstützen! Als Selbstständige gibt&#39;s kein Gehalt pünktlich am 1. des Monats und auch keinen Inflationsausgleich. <mark style="background-color: rgb(222, 244, 220); color: inherit">Schreibers Naturarium lebt davon, dass ich Zeit in Recherche, ins Zeichnen und Schreiben stecke. Als Mitglied hilfst du mir, das langfristig weiterzumachen! </mark>☺️ Und je nach Paket gibt&#39;s kleine Extras, digitale Goodies und manchmal sogar Post! 💌 Gerade haben die Elche und Wale beispielsweise ein kleines eBook über Wintervögel bekommen:</em></p><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/cda6cf94-dde0-4205-ab2f-57a3a4c3a6d0/uploads/images/fp5rwkhdnb/wintervogel_banner.png?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><p><a href="https://steady.page/de/jasminschreiber/about">Mitglied werden</a></p><hr aria-hidden="true"/><p>🌿 Gärtnern für die Artenvielfalt? Abonniere meine kostenfreie Gartenkolumne, <a href="https://steadyhq.com/de/hortarium/about">in der wir auf Balkonen, im Garten und auf der Fensterbank naturnah gärtnern»</a></p><p>🎙️ Höre meinen Biologie-Podcast <a href="https://bugtales.fm/">beim Podcastanbieter deiner Wahl</a>»</p><p><strong>Ich würde mich auch freuen, wenn du mir auf Social Media folgst:</strong><br/>👩🏻‍🌾 Garten-Updates: <a href="https://www.instagram.com/insektengarten">Mein Garten-Account auf Instagram</a>»<br/>📗 Mein normaler <a href="https://www.instagram.com/lavievagabonde">Instagram-Account als Autorin»</a><br/>🌤️ <a href="https://bsky.app/profile/schreibersnaturarium.de">Mein Account auf Bluesky</a>»<br/>🦣 <a href="https://chaos.social/@lavievagabonde">Mein Account auf Mastodon</a>»</p>]]></content:encoded>
      <category><![CDATA[Heimische Natur]]></category>
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      <pubDate>Thu, 25 Dec 2025 17:43:36 +0000</pubDate>
    </item>
    <item>
      <title><![CDATA[🎁 Goodie: 20 Wintervögel im Portrait als eBook! 🐦‍⬛]]></title>
      <description><![CDATA[Elche und Wale können sich hier das kleine eBook herunterladen, das 20 unserer Wintervögel im Portrait zeigt.]]></description>
      <content:encoded><![CDATA[<img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/9384f269-9429-4b84-bc0e-560f34d08572/uploads/images/kxkjiducky/Gimpel.png?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><p>Hallo und frohe Weihnachten!</p><p>Draußen ist es eisig, und doch kann man immer noch Tiere entdecken, die ihrem daily business nachgehen. Ganz vorn dabei: Vögel! Deshalb habe ich den Zeichenstift geschwungen und als Weihnachtsüberraschung dieses eBook für dich erstellt, das 20 Wintervögel im Portrait zeigt.</p><p>Viel Spaß beim Lesen und entdecken!</p><p>Jasmin</p><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/9384f269-9429-4b84-bc0e-560f34d08572/uploads/images/xdnz34egyv/wintervogel_banner.png?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><p><a href="https://steady.page/db21f24b-40e6-4c6e-befe-eaa5884eed34/posts/9384f269-9429-4b84-bc0e-560f34d08572">Auf Steady weiterlesen</a></p>]]></content:encoded>
      <category><![CDATA[Wallpaper & E-Goodies]]></category>
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      <pubDate>Wed, 24 Dec 2025 06:00:01 +0000</pubDate>
    </item>
    <item>
      <title><![CDATA[Das Ringen um den Fischotter]]></title>
      <description><![CDATA[🦦 Der Fischotter ist wieder da, aber längst nicht überall. Warum er verschwand, was zu seiner Erholung führte und wo es weiterhin hakt, schauen wir uns hier an! ]]></description>
      <category><![CDATA[Heimische Natur]]></category>
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      <pubDate>Fri, 19 Dec 2025 08:01:00 +0000</pubDate>
    </item>
    <item>
      <title><![CDATA[Emotional-Support-Ausgabe: Gute Neuigkeiten 2025!]]></title>
      <description><![CDATA[❤️ Alles ist so anstrengend, da muss man sich auch mal auf gute Neuigkeiten konzentrieren, oder? Schauen wir uns an, was dieses Jahr gut lief! 🐌]]></description>
      <category><![CDATA[Allgemein]]></category>
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      <pubDate>Fri, 12 Dec 2025 17:18:07 +0000</pubDate>
    </item>
    <item>
      <title><![CDATA[✨ Goodie: Natur-Rallye 2026 ✨]]></title>
      <description><![CDATA[🌿 Hier kannst du das eBook zur Natur-Rallye herunterladen! Endlich mehr Gründe, das Haus zu verlassen, yay! 🥾]]></description>
      <category><![CDATA[Wallpaper & E-Goodies]]></category>
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      <pubDate>Thu, 11 Dec 2025 12:37:29 +0000</pubDate>
    </item>
    <item>
      <title><![CDATA[Kleine Tiere im Winter: Ein Naturspaziergang]]></title>
      <description><![CDATA[🐌 Sind Insekten und andere kleine Tiere im Winter wirklich weg? Was machen sie, und wie kann man sie vielleicht doch entdecken? Ein Naturspaziergang. 🌿]]></description>
      <category><![CDATA[Heimische Natur]]></category>
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      <pubDate>Tue, 09 Dec 2025 09:52:08 +0000</pubDate>
    </item>
    <item>
      <title><![CDATA[Wallpaper Dezember 25]]></title>
      <description><![CDATA[Wenn du eine Elch- oder Wal-Mitgliedschaft hast, findest du hier das Hintergrundbild für den aktuellen Monat! ❤️]]></description>
      <category><![CDATA[Wallpaper & E-Goodies]]></category>
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      <pubDate>Tue, 09 Dec 2025 08:22:28 +0000</pubDate>
    </item>
    <item>
      <title><![CDATA[Bionik: Die Natur als Ingenieurin]]></title>
      <description><![CDATA[🤖 Ob Spinnennetze oder Schwarmbewegungen, in der Natur finden wir überall technische Eleganz. Bionik nutzt diese Ideen und verwandelt sie in Alltagshilfen für uns! 🦾]]></description>
      <category><![CDATA[Allgemein]]></category>
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      <pubDate>Sun, 23 Nov 2025 10:19:37 +0000</pubDate>
    </item>
    <item>
      <title><![CDATA[Wallpaper November 25]]></title>
      <description><![CDATA[Wenn du eine Elch- oder Wal-Mitgliedschaft hast, findest du hier das Hintergrundbild für den aktuellen Monat! ❤️]]></description>
      <category><![CDATA[Wallpaper & E-Goodies]]></category>
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      <pubDate>Sun, 23 Nov 2025 09:02:25 +0000</pubDate>
    </item>
    <item>
      <title><![CDATA[Die Natur, die wir vergessen, zu vermissen]]></title>
      <description><![CDATA[🪶 Feldlerchen, Kiebitze, Insekten: Vieles verschwindet, ohne dass wir es merken oder vermissen. Ein Text über schleichenden Verlust und unsere verschobene Wahrnehmung. ]]></description>
      <category><![CDATA[Biodiv., Klima, Umwelt]]></category>
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      <pubDate>Sun, 21 Sep 2025 18:32:15 +0000</pubDate>
    </item>
    <item>
      <title><![CDATA[Was zum Geier …]]></title>
      <description><![CDATA[🪶 Geier halten Landschaften sauber, schützen vor Seuchen und sind Teil von Ritualen. Doch Gift, Klimakrise und Aberglaube bedrohen ihr Überleben weltweit.]]></description>
      <category><![CDATA[Biodiv., Klima, Umwelt]]></category>
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      <pubDate>Tue, 26 Aug 2025 15:03:38 +0000</pubDate>
    </item>
    <item>
      <title><![CDATA[Wallpaper Juli 25]]></title>
      <description><![CDATA[Wenn du eine Elch- oder Wal-Mitgliedschaft hast, findest du hier das Hintergrundbild für den aktuellen Monat! ❤️]]></description>
      <category><![CDATA[Wallpaper & E-Goodies]]></category>
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      <pubDate>Tue, 12 Aug 2025 08:24:46 +0000</pubDate>
    </item>
    <item>
      <title><![CDATA[Genies der Lüfte]]></title>
      <description><![CDATA[🕊️Tauben erkennen Picassos, diagnostizieren Krebs und hören Infraschall. Warum wir eines der klügsten Tiere unserer Städte als "Ratten der Lüfte" verachten.]]></description>
      <category><![CDATA[Heimische Natur]]></category>
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      <pubDate>Mon, 11 Aug 2025 22:08:20 +0000</pubDate>
    </item>
    <item>
      <title><![CDATA[Die Erfolgsgeschichte der Säuger, Teil 2: Leben im Schatten der Dinos]]></title>
      <description><![CDATA[ 🐨 Sie waren winzig, flink und lebten im Verborgenen – Säugetiere im Erdmittelalter. Wie sie neben Dinos überlebten, erfährst du in diesem zweiten Teil der Reihe!]]></description>
      <category><![CDATA[Erdgeschichte & Paläo]]></category>
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      <pubDate>Mon, 07 Jul 2025 18:02:11 +0000</pubDate>
    </item>
    <item>
      <title><![CDATA[Schreibers Kalendarium]]></title>
      <description><![CDATA[Wenn du eine Mitgliedschaft abschließt, bekommst du direkt Zugriff auf Schreibers Kalendarium. Das kannst du dir hier immer wieder herunterladen:]]></description>
      <category><![CDATA[Wallpaper & E-Goodies]]></category>
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      <pubDate>Mon, 07 Jul 2025 11:51:30 +0000</pubDate>
    </item>
    <item>
      <title><![CDATA[Wallpaper Juni 25]]></title>
      <description><![CDATA[Wenn du eine Elch- oder Wal-Mitgliedschaft hast, findest du hier das Hintergrundbild für den aktuellen Monat! ❤️]]></description>
      <category><![CDATA[Wallpaper & E-Goodies]]></category>
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      <pubDate>Mon, 07 Jul 2025 11:49:28 +0000</pubDate>
    </item>
    <item>
      <title><![CDATA[Wallpaper Mai 25]]></title>
      <description><![CDATA[Wenn du eine Elch- oder Wal-Mitgliedschaft hast, findest du hier das Hintergrundbild für den aktuellen Monat! ❤️]]></description>
      <category><![CDATA[Wallpaper & E-Goodies]]></category>
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      <pubDate>Mon, 07 Jul 2025 11:33:54 +0000</pubDate>
    </item>
    <item>
      <title><![CDATA[Wallpaper April 25]]></title>
      <description><![CDATA[Hier findest du das Wallpaper für April.]]></description>
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    </item>
    <item>
      <title><![CDATA[Wallpaper März 25]]></title>
      <description><![CDATA[Hier findest du das Wallpaper für März.]]></description>
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    </item>
    <item>
      <title><![CDATA[Wallpaper Februar 25]]></title>
      <description><![CDATA[Hier findest du das Wallpaper für Februar.]]></description>
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      <pubDate>Mon, 07 Jul 2025 11:13:42 +0000</pubDate>
    </item>
    <item>
      <title><![CDATA[Wallpaper Januar 25]]></title>
      <description><![CDATA[Hier findest du das Wallpaper aus Januar zum Download.]]></description>
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      <pubDate>Mon, 07 Jul 2025 11:12:36 +0000</pubDate>
    </item>
    <item>
      <title><![CDATA[Wie Lichtverschmutzung der Natur und uns schadet]]></title>
      <description><![CDATA[💡 Was Pflanzen, Insekten, Vögel & Menschen gemeinsam haben? Sie brauchen Dunkelheit. Doch künstliches Licht bringt alles aus dem Gleichgewicht. Schauen wir es uns an! 🦟]]></description>
      <category><![CDATA[Biodiv., Klima, Umwelt]]></category>
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      <pubDate>Tue, 03 Jun 2025 11:58:23 +0000</pubDate>
    </item>
    <item>
      <title><![CDATA[Wie Frauen im Naturschutz ihr Leben riskieren]]></title>
      <description><![CDATA[👩🏽 Frauen kämpfen weltweit für den Naturschutz – oft unter Lebensgefahr. Warum Ökosystemschutz ohne Geschlechtergerechtigkeit nicht klappt, liest du hier.]]></description>
      <category><![CDATA[Biodiv., Klima, Umwelt]]></category>
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      <pubDate>Sun, 25 May 2025 21:14:30 +0000</pubDate>
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      <title><![CDATA[Lebensraum am Limit: Fleischfressende Pflanzen]]></title>
      <description><![CDATA[🌿🪰 Venusfliegenfalle und Co. leben an extremen Standorten. Wie Karnivoren überleben, warum sie Tiere fangen und wie du sie gesund hältst, erfährst du hier!]]></description>
      <category><![CDATA[Heimische Natur]]></category>
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      <pubDate>Sat, 17 May 2025 22:14:19 +0000</pubDate>
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      <title><![CDATA[Mähfreier Mai: Gute oder schlechte Idee?]]></title>
      <description><![CDATA[☘️ Rasenmäher aus, Wildblumen an? Der „No Mow May“ will Insekten helfen – doch reicht ein mähfreier Monat? Ich verrate dir, wie dein Rasen wirklich artenreich wird!]]></description>
      <category><![CDATA[Biodiv., Klima, Umwelt]]></category>
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      <pubDate>Sat, 03 May 2025 19:43:19 +0000</pubDate>
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    <item>
      <title><![CDATA[Wallpaper Januar-April]]></title>
      <description><![CDATA[Hallo liebe Elche und Wale, da ja ein paar von euch geschrieben haben, dass sie das Wallpaper aus Januar oder März nicht bekommen haben, hier nochmal alle Wallpaper…]]></description>
      <category><![CDATA[Wallpaper & E-Goodies]]></category>
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      <pubDate>Tue, 22 Apr 2025 14:41:22 +0000</pubDate>
    </item>
    <item>
      <title><![CDATA[Ein kleiner Naturspaziergang]]></title>
      <description><![CDATA[🌿 In der heutigen Ausgabe gehen wir raus und schauen uns an, was die Natur im Frühling zu bieten hat.]]></description>
      <category><![CDATA[Heimische Natur]]></category>
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      <pubDate>Mon, 14 Apr 2025 10:59:55 +0000</pubDate>
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      <title><![CDATA[Nachtblühende Pflanzen]]></title>
      <description><![CDATA[🌼 Einige Pflanzen öffnen ihre Blüten erst nach Sonnenuntergang. Die Frage ist: wieso? Die Antwort erfährst du in diesem Artikel; und auch, was ein Mondbeet ist.]]></description>
      <category><![CDATA[Allgemein]]></category>
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      <pubDate>Sun, 30 Mar 2025 20:39:58 +0000</pubDate>
    </item>
    <item>
      <title><![CDATA[Die Erfolgsgeschichte der Säugetiere, Teil 1: Die Katastrophe]]></title>
      <description><![CDATA[🐭 Massenaussterben, Hitze, Chaos, und mittendrin: unsere winzigen Vorfahren. Wie sie überlebten und warum es uns heute gibt, erfährst du in Teil 1 der neuen Serie!]]></description>
      <category><![CDATA[Erdgeschichte & Paläo]]></category>
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      <pubDate>Sun, 23 Mar 2025 21:40:34 +0000</pubDate>
    </item>
    <item>
      <title><![CDATA[Der Wert der Natur]]></title>
      <description><![CDATA[🌿 Wem gehört die Welt – uns oder sich selbst? Warum es radikal, unbequem und unverhandelbar sein muss, die Natur endlich als Akteurin ernst zu nehmen.]]></description>
      <category><![CDATA[Biodiv., Klima, Umwelt]]></category>
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      <pubDate>Sun, 16 Mar 2025 15:47:12 +0000</pubDate>
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    <item>
      <title><![CDATA[Wieso kokainsüchtige Haie zum Problem werden]]></title>
      <description><![CDATA[🦈 Haie auf Kokain und Forellen auf Meth? Unsere Medikamente und Drogen landen im Wasser – und gefährden Tiere und Ökosysteme massiv. ]]></description>
      <category><![CDATA[Allgemein]]></category>
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      <pubDate>Sun, 09 Mar 2025 17:20:42 +0000</pubDate>
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    <item>
      <title><![CDATA[Warum träumen Tiere?]]></title>
      <description><![CDATA[🐙💤 Warum dein Hund im Bett Eichhörnchen jagt, Tintenfische im Schlaf ihre Farbe wechseln und wie Zebrafinken ihre Gesänge üben – über Schlaf und Träume im Tierreich. ]]></description>
      <category><![CDATA[Allgemein]]></category>
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      <pubDate>Sun, 02 Mar 2025 08:20:59 +0000</pubDate>
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    <item>
      <title><![CDATA[Phänologie: Die Natur lesen lernen]]></title>
      <description><![CDATA[🌿 Frühling, Sommer, Herbst, Winter? Die Natur hat ihren eigenen Plan: nicht 4, sondern 10 Jahreszeiten gibt es zu entdecken. Erfahre, wie du sie erkennen kannst!]]></description>
      <category><![CDATA[Heimische Natur]]></category>
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      <pubDate>Sun, 23 Feb 2025 19:37:12 +0000</pubDate>
    </item>
    <item>
      <title><![CDATA[Wie ein Vogel mich weckte und meine Perspektive auf die Welt änderte]]></title>
      <description><![CDATA[🐦‍⬛ Ich interessierte mich nie für Vögel – bis mich eines Morgens ein Kuckuck weckte. Lies hier, was das geändert hat und wie auch du in die Vogelbeobachtung einsteigst!]]></description>
      <category><![CDATA[Heimische Natur]]></category>
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      <pubDate>Sun, 16 Feb 2025 08:19:36 +0000</pubDate>
    </item>
    <item>
      <title><![CDATA[Wir haben den Anfängen nicht gewehrt]]></title>
      <description><![CDATA[Das Naturarium wird ausnahmsweise politisch: Ich finde, wir müssen uns klar gegen die aktuellen gesellschaftlichen Entwicklungen positionieren – gerade vor der Wahl.]]></description>
      <category><![CDATA[Allgemein]]></category>
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      <pubDate>Mon, 27 Jan 2025 14:22:44 +0000</pubDate>
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    <item>
      <title><![CDATA[Der älteste Witz der Welt]]></title>
      <description><![CDATA[😀 Lachen verbindet – seit Millionen Jahren. Wie Humor soziale Bindungen stärkt und warum Menschen nicht die einzigen Spaßvögel der Evolution sind.]]></description>
      <category><![CDATA[Allgemein]]></category>
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      <pubDate>Fri, 24 Jan 2025 16:46:16 +0000</pubDate>
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    <item>
      <title><![CDATA[Emotional-Support-Ausgabe: Gute Neuigkeiten!]]></title>
      <description><![CDATA[❤️‍🩹 Die Nachrichten sind mies, ich weiß. Vielleicht muntert dich das hier etwas auf, wenngleich es Schlimmes auch nicht verschwinden lassen kann. ]]></description>
      <category><![CDATA[Allgemein]]></category>
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      <pubDate>Tue, 21 Jan 2025 09:28:36 +0000</pubDate>
    </item>
    <item>
      <title><![CDATA[Lucy und die Geschichte der Menschheit]]></title>
      <description><![CDATA[🐵 Ein 3,2 Millionen Jahre altes Fossil veränderte unser Bild der menschlichen Evolution. Entdecke, wie Lucy gelebt hat und warum sie bis heute so bedeutsam ist!]]></description>
      <category><![CDATA[Erdgeschichte & Paläo]]></category>
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      <pubDate>Mon, 20 Jan 2025 16:52:33 +0000</pubDate>
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    <item>
      <title><![CDATA[Ökosysteme Teil 1: der Fluss]]></title>
      <description><![CDATA[🐟 Der Beginn einer Reise durch Ökosysteme! Im ersten Teil: Der Fluss – von Quellen und Auen bis hin zu seinen pflanzlichen und tierischen Bewohnern. Lass dich mitreißen!]]></description>
      <category><![CDATA[Heimische Natur]]></category>
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      <pubDate>Mon, 13 Jan 2025 13:43:14 +0000</pubDate>
    </item>
    <item>
      <title><![CDATA[1,5 °C-Ziel zum ersten Mal überschritten]]></title>
      <description><![CDATA[Die Erde erwärmt sich schneller als gedacht. Was die überschrittene 1,5-°C-Marke bedeutet und wie auch du aktiv werden kannst.]]></description>
      <category><![CDATA[Biodiv., Klima, Umwelt]]></category>
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      <pubDate>Fri, 10 Jan 2025 17:08:21 +0000</pubDate>
    </item>
    <item>
      <title><![CDATA[Stellen wir uns Dinosaurier falsch vor?]]></title>
      <description><![CDATA[Federn, Lippen oder Panzer – wie realistisch sind die uns heute bekannten Darstellungen von Dinosauriern eigentlich? Tauche ein in neueste Entdeckungen!]]></description>
      <category><![CDATA[Erdgeschichte & Paläo]]></category>
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      <pubDate>Sat, 04 Jan 2025 21:06:47 +0000</pubDate>
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    <item>
      <title><![CDATA[Die Tiere, Pflanzen, Böden etc. des Jahres!]]></title>
      <description><![CDATA[Wer sind die „Lebewesen des Jahres“ 2025? Von Vogel bis Boden – entdecke die spannendsten Fakten zu den frisch gekrönten Arten, Pflanzen und Landschaften! 🦉🌳]]></description>
      <category><![CDATA[Allgemein]]></category>
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      <pubDate>Wed, 01 Jan 2025 15:16:24 +0000</pubDate>
    </item>
    <item>
      <title><![CDATA[Von antiker Elektroschocktherapie bis hin zu Stromerzeugung:…]]></title>
      <description><![CDATA[⚡🐟 Elektrische Fische: Antike Heilmethoden, brutale Experimente und nachhaltige Energien der Zukunft – tauche ein in die faszinierende Welt dieser lebenden Kraftwerke!]]></description>
      <category><![CDATA[Kuriositätenkabinett]]></category>
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      <pubDate>Fri, 27 Dec 2024 16:50:43 +0000</pubDate>
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    <item>
      <title><![CDATA[Sonderausgabe: Spaziergang mit Flechten]]></title>
      <description><![CDATA[Zauberhafte Mini-Welten auf Baumstümpfen und Tautropfen – begleitet mich auf einen Spaziergang voller Flechten, Spinnen und überraschender Entdeckungen! ]]></description>
      <category><![CDATA[Heimische Natur]]></category>
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      <pubDate>Thu, 26 Dec 2024 15:54:15 +0000</pubDate>
    </item>
    <item>
      <title><![CDATA[Woran forsche ich eigentlich?]]></title>
      <description><![CDATA[Was macht Kurzflügler so besonders, dass ich an ihnen forsche? Tauche ein in ihre Lebensräume, Strategien und faszinierenden Anpassungen. Ein Käferuniversum wartet 🪲✨]]></description>
      <category><![CDATA[Allgemein]]></category>
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      <pubDate>Fri, 20 Dec 2024 18:29:29 +0000</pubDate>
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    <item>
      <title><![CDATA[Wie eine Frau die Paläontologie revolutionierte: Mary Anning]]></title>
      <description><![CDATA[Mary Anning entdeckte die ersten Ichthyosaurier und revolutionierte die Wissenschaft – in einer Zeit, in der Frauen EIGENTLICH unsichtbar bleiben sollten. ]]></description>
      <category><![CDATA[Erdgeschichte & Paläo]]></category>
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      <pubDate>Sun, 15 Dec 2024 19:49:24 +0000</pubDate>
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    <item>
      <title><![CDATA[Die Geschichte unserer Wälder]]></title>
      <description><![CDATA[Wie entstand das Leben im Wald? Eine Reise durch Milliarden von Jahren – von Sauerstoffkatastrophen, Steinkohlewäldern bis hin zu den Wäldern, die wir heute lieben. 🌲🌍]]></description>
      <category><![CDATA[Erdgeschichte & Paläo]]></category>
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      <pubDate>Fri, 06 Dec 2024 14:11:26 +0000</pubDate>
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    <item>
      <title><![CDATA[Das Judas-Kamel und unser Umgang mit invasiven Arten]]></title>
      <description><![CDATA[Satelliten-Tracker, Abschüsse und globale Artenverschleppung: Wie wir versuchen, die Fehler der Vergangenheit zu korrigieren – und welchen Preis wir dafür zahlen. ]]></description>
      <category><![CDATA[Biodiv., Klima, Umwelt]]></category>
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      <pubDate>Sat, 30 Nov 2024 15:51:57 +0000</pubDate>
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    <item>
      <title><![CDATA[Wo kommen wir her und sind wir allein im Universum?]]></title>
      <description><![CDATA[Wie könnte das Leben auf der Erde begonnen haben? Und gibt es noch mehr da draußen? Entdecke spannende Theorien und komm mit auf die Suche nach Signalen aus dem All. 🔬🌌]]></description>
      <category><![CDATA[Allgemein]]></category>
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      <pubDate>Fri, 22 Nov 2024 04:01:00 +0000</pubDate>
    </item>
    <item>
      <title><![CDATA[Bunte Blätter und Dachse, die Erdgeschichte schreiben: Natur im Herbst]]></title>
      <description><![CDATA[Über die Farbenpracht des Herbstes und über Dachse, die das Klima der Eiszeit dokumentieren – entdecke die Geschichten hinter dieser faszinierenden Jahreszeit! 🍃🍂]]></description>
      <category><![CDATA[Heimische Natur]]></category>
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      <pubDate>Fri, 15 Nov 2024 03:01:00 +0000</pubDate>
    </item>
    <item>
      <title><![CDATA[Wieso Orcas niemals auf die Idee von Hexenverfolgungen gekommen wären]]></title>
      <description><![CDATA[🐋✨ Orcas wissen, dass ältere Frauen das Rückgrat ihrer Gemeinschaft sind. Was wir von Schwertwalen über Weisheit, Respekt und Evolution lernen können. ]]></description>
      <category><![CDATA[Allgemein]]></category>
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      <pubDate>Sat, 09 Nov 2024 12:07:49 +0000</pubDate>
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    <item>
      <title><![CDATA[Norddeutsche Landschaft Teil 3: die Dünen]]></title>
      <description><![CDATA[Wie entstehen Dünen? Welche Pflanzen und Tiere leben dort? Und warum sind sie bedroht? Der Abschluss meiner Trilogie über norddeutsche Lebensräume. 🌊✨]]></description>
      <category><![CDATA[Erdgeschichte & Paläo]]></category>
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      <pubDate>Sat, 02 Nov 2024 22:33:27 +0000</pubDate>
    </item>
    <item>
      <title><![CDATA[Norddeutsche Landschaft Teil 2: das Moor]]></title>
      <description><![CDATA[Was macht Moore so einzigartig? Wie helfen sie dem Klima, und können wir zerstörte Moore wiederherstellen? Willkommen zum 2. Teil der Reihe über Norddeutsche Landschaften]]></description>
      <category><![CDATA[Erdgeschichte & Paläo]]></category>
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      <pubDate>Mon, 28 Oct 2024 09:11:12 +0000</pubDate>
    </item>
    <item>
      <title><![CDATA[Norddeutsche Landschaft Teil 1: Eiszeiten und Salzwiesen]]></title>
      <description><![CDATA[Wie formten Eiszeiten und Gletscher unsere Landschaft? Und warum sind Salzwiesen so faszinierend? Der erste Teil einer neuen Reihe! ]]></description>
      <category><![CDATA[Erdgeschichte & Paläo]]></category>
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      <pubDate>Tue, 01 Oct 2024 15:15:37 +0000</pubDate>
    </item>
    <item>
      <title><![CDATA[☝🏼Finger raus: Über Zeigerpflanzen]]></title>
      <description><![CDATA[Von Heidelbeeren bis Torfmoos – entdecke, wie du die Natur „lesen“ kannst und was Pflanzen über ihre Umwelt verraten. 🪴🔍 ]]></description>
      <category><![CDATA[Heimische Natur]]></category>
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      <pubDate>Wed, 07 Aug 2024 12:42:47 +0000</pubDate>
    </item>
    <item>
      <title><![CDATA[Ecological Grief, oder: das Unfassbare fassbar machen.]]></title>
      <description><![CDATA[Vom Verlust der Biodiversität und dem Gefühl der Ohnmacht – wie wir das Unvorstellbare greifbar machen können. 🌍💔]]></description>
      <category><![CDATA[Biodiv., Klima, Umwelt]]></category>
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      <pubDate>Sat, 21 Oct 2023 07:33:39 +0000</pubDate>
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      <title><![CDATA[Warum die Sterne lügen]]></title>
      <description><![CDATA[Die Sterne sind großartig, aber sie haben keinen Einfluss auf dein Leben. Wie Astrologie gefährlich wird und warum kritisches Denken wichtiger ist denn je. ]]></description>
      <category><![CDATA[Allgemein]]></category>
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      <pubDate>Fri, 29 Sep 2023 14:05:34 +0000</pubDate>
    </item>
    <item>
      <title><![CDATA[Ganz schön nass: Leben in Feuchtgebieten]]></title>
      <description><![CDATA[Warum Feuchtgebiete so wichtig für die Natur und unser Klima sind – von Mangroven bis Mooren, inklusive spannender Ausflugsziele und Dokus. 🌱🌊]]></description>
      <category><![CDATA[Heimische Natur]]></category>
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      <pubDate>Sat, 15 Jul 2023 20:35:23 +0000</pubDate>
    </item>
    <item>
      <title><![CDATA[Die bedrohten Wälder der Meere]]></title>
      <description><![CDATA[Unterwasserwälder aus Seetang speichern CO₂, bieten Lebensraum und schützen das Klima. Erfahre, warum sie so wichtig sind und wie wir sie retten können. 🌊✨]]></description>
      <category><![CDATA[Allgemein]]></category>
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      <pubDate>Wed, 31 May 2023 13:06:34 +0000</pubDate>
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    <item>
      <title><![CDATA[Der lautlose Flug der Eule]]></title>
      <description><![CDATA[🌙🪶🦉Lautlos durch die Nacht: Eulen sind beeindruckende Jäger. Doch ihr leiser Flug bringt auch Risiken mit sich. Ein spannender Blick auf evolutionäre Kompromisse. ]]></description>
      <category><![CDATA[Heimische Natur]]></category>
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      <pubDate>Thu, 30 Mar 2023 05:16:00 +0000</pubDate>
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    <item>
      <title><![CDATA[Extraausgabe: Insektenfreundliches, unkompliziertes Gärtnern mit…]]></title>
      <description><![CDATA[Naturnah gärtnern mit heimischen Pflanzen: So schaffst du Lebensräume für Insekten, Vögel & Co. – selbst auf kleinstem Raum. Einfach, nachhaltig, effektiv. 🌱🌼]]></description>
      <category><![CDATA[Heimische Natur]]></category>
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      <pubDate>Sun, 26 Mar 2023 10:19:42 +0000</pubDate>
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    <item>
      <title><![CDATA[Der größte Baum der Welt ... stirbt.]]></title>
      <description><![CDATA[Der größte und älteste Baum der Welt: Pando, ein 14.000 Jahre alter Espenhain, stirbt. Warum dieses lebende Wunder so bedroht ist. 🌲]]></description>
      <category><![CDATA[Allgemein]]></category>
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      <pubDate>Thu, 23 Mar 2023 05:16:00 +0000</pubDate>
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      <title><![CDATA[Putzstation im Meer]]></title>
      <description><![CDATA[🐠 Im Korallenriff gibt’s Wellness: Putzerfische bieten Reinigung für Haie, Barsche & Co. Entdecke, wie diese kleinen Kerlchen das Ökosystem am Laufen halten. ]]></description>
      <category><![CDATA[Allgemein]]></category>
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      <pubDate>Fri, 17 Mar 2023 22:48:28 +0000</pubDate>
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    <item>
      <title><![CDATA[Atmen mit dem Pobbes.]]></title>
      <description><![CDATA[Atmen mit dem Hintern? Manche Tiere können es wirklich! Erfahre, wie diese ungewöhnliche Technik funktioniert und warum sie evolutionär sinnvoll ist.]]></description>
      <category><![CDATA[Allgemein]]></category>
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      <pubDate>Wed, 18 Jan 2023 16:44:18 +0000</pubDate>
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    <item>
      <title><![CDATA[Mein schleimiges neues Haustier]]></title>
      <description><![CDATA[Schleimpilze: faszinierende Wesen ohne Hirn, die trotzdem Probleme lösen. Warum mein neues Haustier genial ist – und was wir von ihm lernen können. 🧫✨]]></description>
      <category><![CDATA[Allgemein]]></category>
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      <pubDate>Sun, 20 Nov 2022 16:33:23 +0000</pubDate>
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    <item>
      <title><![CDATA[Tiere in meiner Nachbarschaft & Winterschlaf]]></title>
      <description><![CDATA[Vom Winterschlaf bis zum Vogelzug: Wie sich Tiere und Pflanzen auf den Winter vorbereiten und welche faszinierenden Anpassungen dahinterstecken. 🌳❄️]]></description>
      <category><![CDATA[Heimische Natur]]></category>
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      <pubDate>Sun, 16 Oct 2022 19:20:49 +0000</pubDate>
    </item>
    <item>
      <title><![CDATA[Audiofolge: Schlafende Tiere]]></title>
      <description><![CDATA[Hallo liebe Elche und Wale, passend zur aktuellen Ausgabe SCHREIBERS NATURARIUM & auch zu der Kids-Version hier eure Audiofolge! Ich exploriere das Thema "Schlafende…]]></description>
      <category><![CDATA[Allgemein]]></category>
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      <pubDate>Tue, 11 Oct 2022 14:24:01 +0000</pubDate>
    </item>
    <item>
      <title><![CDATA[Die Träume der Spinnen]]></title>
      <description><![CDATA[Träumen Spinnen? Neue Forschung zeigt, dass Springspinnen im Schlaf Zuckungen und Augenbewegungen haben – ähnlich wie unser REM-Schlaf. 🕷️💭]]></description>
      <category><![CDATA[Allgemein]]></category>
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      <pubDate>Tue, 11 Oct 2022 09:19:51 +0000</pubDate>
    </item>
    <item>
      <title><![CDATA[Pandabären, oder auch: die Champions auf der Toilette]]></title>
      <description><![CDATA[Pandas: Gemütliche Nischentiere und Weltmeister im Klo-Gang. Warum ihre Anpassung an Bambus sie so faszinierend macht – und welche Herausforderungen das mit sich bringt. ]]></description>
      <category><![CDATA[Allgemein]]></category>
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      <pubDate>Sun, 24 Jul 2022 14:29:14 +0000</pubDate>
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    <item>
      <title><![CDATA[Alle 17 Jahre...]]></title>
      <description><![CDATA[Alle 17 Jahre schlüpfen Millionen Zikaden gleichzeitig. Warum sie so synchronisiert sind und wie ihr Leben nach dem langen Warten aussieht. 🕰️🦗]]></description>
      <category><![CDATA[Allgemein]]></category>
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      <pubDate>Sat, 16 Jul 2022 21:24:31 +0000</pubDate>
    </item>
    <item>
      <title><![CDATA[Pilze: Die Fortsetzung ]]></title>
      <description><![CDATA[Hallo liebe Elche und Wale, hier kommt die Fortsetzung des Artikels über Pilze. Ich bin gesundheitlich noch etwas angeschlagen (Corodies,…]]></description>
      <category><![CDATA[Allgemein]]></category>
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      <pubDate>Sun, 10 Jul 2022 15:20:23 +0000</pubDate>
    </item>
    <item>
      <title><![CDATA[Superhelden und Aliens]]></title>
      <description><![CDATA[Pilze: Überlebenskünstler und Netzwerkgenies. Ob Kunststoffabbau, Waldnetzwerke oder Symbiosen – diese unscheinbaren Wesen managen die Welt. 🌍🍄]]></description>
      <category><![CDATA[Allgemein]]></category>
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      <pubDate>Sat, 09 Jul 2022 21:26:17 +0000</pubDate>
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    <item>
      <title><![CDATA[Auf den Hund gekommen]]></title>
      <description><![CDATA[Vom Wolf zum Familienmitglied: Die Geschichte der Hunde und und warum rassetypisches Verhalten oft überschätzt wird. 🐾🌍]]></description>
      <category><![CDATA[Allgemein]]></category>
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      <pubDate>Mon, 04 Jul 2022 21:54:27 +0000</pubDate>
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    <item>
      <title><![CDATA[Prehistoric Planet, oder auch: die perfekte Doku]]></title>
      <description><![CDATA[🦕 Dinosaurier in Perfektion: Warum Prehistoric Planet beeindruckt, aber zugleich eine arrangierte Illusion von Natur zeigt – und was das für uns bedeutet. ]]></description>
      <category><![CDATA[Erdgeschichte & Paläo]]></category>
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      <pubDate>Tue, 07 Jun 2022 23:28:36 +0000</pubDate>
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    <item>
      <title><![CDATA[Parasiten, oder auch: Resistance is futile]]></title>
      <description><![CDATA[Wusstest du, dass rund die Hälfte aller Lebewesen parasitisch lebt? Erfahre, warum Parasiten unverzichtbare Bausteine unserer Ökosysteme sind. 🌿🪲]]></description>
      <category><![CDATA[Allgemein]]></category>
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      <pubDate>Sun, 22 May 2022 20:21:43 +0000</pubDate>
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    <item>
      <title><![CDATA[Wie finde ich eigentlich kleine Tiere in der Natur?]]></title>
      <description><![CDATA[Auf Insektenpirsch: Wie du kleine Tiere in Pflanzen versteckt entdeckst und mit Apps wie iNaturalist herausfindest, was du gefunden hast. 🕵️‍♀️🐞]]></description>
      <category><![CDATA[Heimische Natur]]></category>
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      <pubDate>Sun, 15 May 2022 16:56:55 +0000</pubDate>
    </item>
    <item>
      <title><![CDATA[Bienenschutz ist Greenwashing]]></title>
      <description><![CDATA[Honigbienen retten? Klingt gut, bringt aber oft Wildbienen in Bedrängnis. Warum „Bienenschutz“ oft Greenwashing ist – und was echte Hilfe ausmacht. 🐝✨]]></description>
      <category><![CDATA[Biodiv., Klima, Umwelt]]></category>
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      <pubDate>Sun, 08 May 2022 17:17:12 +0000</pubDate>
    </item>
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      <title><![CDATA[Ich suchte Asseln unter Steinen und fand dort mich selbst]]></title>
      <description><![CDATA[Mit Dreck unter den Nägeln zurück ins Leben. Wie ich durch Käfer, Asseln und Naturfotografie meine Depression nicht besiegte, aber erträglicher machte. 🪱🌳]]></description>
      <category><![CDATA[Allgemein]]></category>
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      <pubDate>Sun, 01 May 2022 16:15:39 +0000</pubDate>
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      <title><![CDATA[Interview mit dem Insektenforscher Thomas Hörren]]></title>
      <description><![CDATA[„Mehr als 75 % der Insektenmasse sind verschwunden“ – Thomas Hörren spricht über Biodiversität, Naturschutz und die Zukunft unserer Landschaften. 🐜🌍]]></description>
      <category><![CDATA[Biodiv., Klima, Umwelt]]></category>
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      <pubDate>Sat, 23 Apr 2022 21:33:52 +0000</pubDate>
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      <title><![CDATA[Streuobstwiesen und Osterstörche]]></title>
      <description><![CDATA[Streuobstwiesen bieten Lebensraum für über 5.000 Arten – doch ihr Rückgang bedroht diese Vielfalt und das fragile Gleichgewicht unserer Kulturlandschaft.]]></description>
      <category><![CDATA[Heimische Natur]]></category>
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      <pubDate>Tue, 19 Apr 2022 11:09:02 +0000</pubDate>
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      <title><![CDATA[Brusthaare und David Bowie]]></title>
      <description><![CDATA[🐛🦀 Brustbehaarte Krabben, schicke Schnecken und ein Käfer, der Leonardo DiCaprio ehrt: Die Namenswelt der Biologie ist wild – und manchmal sehr witzig.]]></description>
      <category><![CDATA[Allgemein]]></category>
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      <pubDate>Sat, 09 Apr 2022 16:56:36 +0000</pubDate>
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      <title><![CDATA[Leuchtende Pilze]]></title>
      <description><![CDATA[Hallihallo liebe Elche und Wale, hier kommt die erste Ausgabe des Audioformats von Schreibers Naturarium! Heute geht es, begleitend zur aktuellen Kolumne über…]]></description>
      <category><![CDATA[Allgemein]]></category>
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      <pubDate>Sun, 27 Mar 2022 12:23:33 +0000</pubDate>
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      <title><![CDATA[Das Leuchten der Natur]]></title>
      <description><![CDATA[💡 Biolumineszenz 101: Mückenlarven, die leuchten, Meeresfeuer, das strahlt, und Glühwürmchen, die die Nacht erobern. Lass dich verzaubern!]]></description>
      <category><![CDATA[Allgemein]]></category>
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      <pubDate>Sun, 27 Mar 2022 01:35:00 +0000</pubDate>
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    <item>
      <title><![CDATA[Das letzte Bild unseres Lebens]]></title>
      <description><![CDATA[🕵️‍♂️ Mord, Totschlag und eine gewagte Idee: Wie Forschende glaubten, die letzten Augenblicke eines Lebens auf der Netzhaut sichtbar machen zu können.]]></description>
      <category><![CDATA[Kuriositätenkabinett]]></category>
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      <pubDate>Sun, 20 Mar 2022 00:09:05 +0000</pubDate>
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      <title><![CDATA[Wildblumenwiesen-Mischungen wegwerfen & Natur schützen]]></title>
      <description><![CDATA[🌼 Gutes tun für die Natur? Wieso Baumarkt-Wildblumenmischungen keine gute Idee sind und wie du stattdessen heimische Pflanzen und Insekten richtig unterstützt. 🐝🌱]]></description>
      <category><![CDATA[Heimische Natur]]></category>
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      <pubDate>Sat, 12 Mar 2022 22:06:24 +0000</pubDate>
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      <title><![CDATA[Kannibalen-Kinder im Regenwald]]></title>
      <description><![CDATA[Brutpflege extrem: Warum Ringelwühlen-Mütter sich von ihren Jungen die Haut abfressen lassen und wieso das perfekt für sie funktioniert. 🦎✨]]></description>
      <category><![CDATA[Allgemein]]></category>
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      <pubDate>Sun, 06 Mar 2022 12:01:37 +0000</pubDate>
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      <title><![CDATA[Die Schnapsnasen unter den Insekten]]></title>
      <description><![CDATA[🥂 Schnapsnasen unter Insekten? Schmetterlinge und Fruchtfliegen zeigen, wie Alkohol ihre Liebesleben und Stimmung beeinflusst. 🪰]]></description>
      <category><![CDATA[Allgemein]]></category>
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      <pubDate>Tue, 01 Mar 2022 10:42:27 +0000</pubDate>
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      <title><![CDATA[Die Bestien des Mittelalters]]></title>
      <description><![CDATA[🌿 Naturnahe Gärten retten Artenvielfalt – und Schnecken! Warum wir diese kleinen Zersetzer lieben und schützen sollten, erzähle ich dir heute. 🐌✨]]></description>
      <category><![CDATA[Kuriositätenkabinett]]></category>
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      <pubDate>Mon, 21 Feb 2022 09:52:19 +0000</pubDate>
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      <title><![CDATA[Positive Beziehungen in der Natur]]></title>
      <description><![CDATA[🤝 Symbiosen: Wie Pflanzen, Tiere und Mikroben zusammenarbeiten, um die Natur am Laufen zu halten – und was wir davon lernen können. ]]></description>
      <category><![CDATA[Allgemein]]></category>
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      <pubDate>Tue, 15 Feb 2022 10:22:21 +0000</pubDate>
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      <title><![CDATA[Schreibers Naturarium, Auftakt]]></title>
      <description><![CDATA[Das Gute an Natur ist: Sie ist so ziemlich überall. Um Natur zu erfahren, muss man keine Wanderstiefel kaufen und eine teure Outdoorjacke, man muss nicht von…]]></description>
      <category><![CDATA[Heimische Natur]]></category>
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      <pubDate>Mon, 14 Feb 2022 21:17:27 +0000</pubDate>
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