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    <title>Maria Herzog - Fotografie &amp; Illustration</title>
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    <description>Mein Herz schlägt für den Naturschutz und besonders für&apos;s Meer - mein Wissen und Illustrationen teile ich hier mit euch auf Steady.</description>
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      <title>Maria Herzog - Fotografie &amp; Illustration</title>
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      <title><![CDATA[Blue Mind - Warum zieht es mich zum Wasser?]]></title>
      <description><![CDATA[Der Track “Irische Küste” hilft beim Einschlafen und die Rehaplätze am Meer sind heiß begehrt. Viele von fühlen sich wie magisch vom Meer angezogen. Ich selbst schließe…]]></description>
      <content:encoded><![CDATA[<h1>Meer-Montag #75 Blue Mind - Warum zieht es mich zum Wasser?</h1><p>Der Track “Irische Küste” hilft beim Einschlafen und die Rehaplätze am Meer sind heiß begehrt. Viele von fühlen sich wie magisch vom Meer angezogen. Ich selbst schließe mich an: ohne Meer, ohne mich. Ich kann mir kaum etwas Schöneres vorstellen, als einen warmen Tag am Strand zu verbringen. Am liebsten mag ich das Meer spiegelglatt oder leicht gekräuselt, denn von starkem Wind und lautem Wellenrauschen bekomme ich leider Migräneattacken. Aber die visuelle Stimulation von Wasser ist für mich und mein Nervensystem angenehm beruhigend. Stundenlang kann ich auf das Meer schauen und den Farbwechsel des Wassers und den darüber schwebenden Wolken verfolgen. An jedem Tag sind es andere Schattierungen und Formen, die sich stetig verändern und nie lange an einem Ort bleiben. Ich empfinde es als rhythmisches Chaos, als vorhersehbare Unordnung. Wahrscheinlich gleicht das mir und meiner Persönlichkeit sehr und erklärt meine Verbundenheit mit dem Ozean.</p><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/43c9d71d-c1c5-4a99-a632-abc015949a68/uploads/images/hl5sguyhx5/Sommerstrand_hoch.jpg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><p><br/>Für diesen leicht meditativen Zustand, den auch viele andere Menschen erleben, wenn sie sich in der Nähe des Meeres aufhalten, gibt es sogar einen Begriff: Blue Mind. Tatsächlich gibt es mittlerweile immer mehr wissenschaftliche Forschung dazu, wie der Aufenthalt am Meer und in Küstenregionen mit unserer psychischen und körperlichen Gesundheit zusammenhängt. Eine Übersichtsarbeit einer Forschungsgruppe um Mireia Gascon analysierte 35 Studien, die sich mit den potentiellen Vorteilen von Wasserflächen auf die psychische und körperliche Gesundheit befassten. Zwölf dieser Studien wiesen auf positive Auswirkungen auf die psychische Gesundheit und 13 auf eine erhöhte körperliche Aktivität hin. Der Einfluss auf die allgemeine Gesundheit war jedoch weniger einheitlich. [1]</p><p>Auch der Meeresbiologie Wallace J. Nichols beschäftigt sich mit diesem Thema in seinem Buch “Blue Mind” aus dem Jahr 2014. Er analysiert darin ebenfalls mehrere Studien, die untersuchen, ob der Aufenthalt am Wasser einen signifikanten Einfluss auf unsere Gesundheit hat. Eine Übersichtsarbeit im Auftrag der Weltgesundheitsorganisation WHO aus dem Jahr  2021 ergab, dass sich Gewässerlandschaften positiv auf uns auswirken. Zusammenhänge mit einer verbesserten psychischen Gesundheit zeigten sich dabei bei Binnengewässern weniger deutlich als bei küstennahen Wasserflächen. Doch stellen die Autor*innen auch heraus, dass es hier noch Forschungspotential gibt und es bisher keine wirklich klaren Ergebnisse gibt. [2]</p><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/43c9d71d-c1c5-4a99-a632-abc015949a68/uploads/images/ptcxapdy4n/Entwurf1.jpg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><p>Die Forschung in diesem Bereich scheint schwierig, da die gesundheitlichen Vorteile wenig greifbar und sehr individuell sind. Menschen, die bereits ihr ganzes bisheriges Leben am Meer verbracht haben, schätzen ihr eigenes Wohlbefinden vielleicht anders ein als eine Person aus einer Großstadt, die ein paar Wochen pro Jahr Urlaub an der Küste macht. Letztere wird vermutlich einen größeren Erholungseffekt bemerken, da sich die Luft klarer, der Geräuschpegel homogener und das Klima besonders im Sommer kühler anfühlt. Außerdem verknüpft diese Person das Meer mit dem Urlaub, der Auszeit vom Alltag, die allein schon einen großen Einfluss auf die Erholung hat.<br/></p><p>Im Jahr 1992 prägte der Geograf <em>Wilbert Gesler</em> den Begriff “Therapeutische Landschaften”, um zu untersuchen, wie Heilungsprozesse an bestimmten Orten ablaufen. Zu Beginn stellte er außergewöhnliche Orte wie Pilgerstätten, Heilbäder oder Thermalquellen in den Fokus des Konzepts. Er stellte jedoch bald fest, dass die Kriterien, welche Landschaft als therapeutisch wahrgenommen wird, von Person zu Person verschieden sind. Heute umfasst das Konzept auch alltägliche Naturräume  wie Wälder, Berge oder Flüsse sowie von uns Menschen erbaute Umgebungen wie Kliniken, Gärten oder sogar Stadien, die ein Gefühl von Geborgenheit und Zugehörigkeit vermitteln. [3] Dieses Konzept ist also enorm individuell, kann uns aber dabei helfen, solch einen Ort zu finden. Einen Ort, an dem wir uns wohl fühlen und uns erholen können. Typisch für solche Orte ist eine gewisse Faszination, die wir empfinden, wenn wir dort sind. Wenn uns Pflanzen und Tiere begeistern, werden wir uns eher in einem Wald oder am Meer entspannen können. Gilt unsere Liebe dem Sport und fühlen wir uns unter vielen Menschen wohl, dann empfinden wir diesen Effekt eher am Wochenende auf dem Fußballplatz. Wichtig ist, dass wir den Alltag hinter uns lassen können und unser Blick schweifen kann, so dass all die Gedanken und To-Dos weiterziehen. Oft sind therapeutische Landschaften auch mit Kindheitserinnerungen oder besonderen Erlebnissen an diesem Ort verbunden. Sie verknüpfen uns eng mit ganz bestimmten Plätzen. Selbst wenn diese sich über die Jahre hinweg äußerlich verändern, zieht es uns immer wieder dorthin.</p><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/43c9d71d-c1c5-4a99-a632-abc015949a68/uploads/images/o5xclepwd3/Strand_2.jpg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><p>Bei mir ist das definitiv einer der Gründe, weshalb ich mich zwischen Wald und Meer so wohl fühle. Ich bin in einem kleinen Dorf direkt am Wald aufgewachsen, zum nächsten Strand waren es nur knapp zwanzig Kilometer. In den meisten Erinnerungen aus meiner Kindheit und Jugend gibt es hohe Bäume oder leises Wellenplätschern. Mit diesem Wissen kann ich einen heutigen Ausflug ans Meer oder einen langen Spaziergang im Wald mit anderen Augen betrachten. Es fühlt sich nicht mehr als dekadenter Luxus an, mir die Zeit zu nehmen, einen Ausflug zu unternehmen. Es ist ein Baustein, meine mentale und körperliche Gesundheit zu erhalten und wichtig, um weiterhin fit und funktional zu bleiben. Besonders in Phasen, in denen es mir schlechter geht und ich nicht allen Gedanken, die mein Hirn produziert, glauben sollte, kann ich “Ein Tag am Meer” als Werkzeug und Strategie betrachten, um wieder mehr Licht in mein Leben zu lassen.</p><p><br/>Und in all den Tagen dazwischen versuche ich, diese Gefühle und Empfindungen meiner persönlichen therapeutischen Landschaft, mein Blue Mind in meine Bilder einfließen zu lassen. Ich werde vermutlich nie all die unterschiedlichen Blau- und Grüntöne mischen können und das ist wundervoll. Denn so bleiben mir noch viele Jahre mit dem Meer auf Papier. </p><p>Für ein besonderes Projekt habe ich in diesem Jahr erneut viele Meeresbilder gemalt: Im November erscheint der zweite Band vom Buch <a href="https://ein-leben-fuer-den-ozean.de/shop/">“Ein Leben für den Ozean”</a>. Darin werden zehn Menschen und Projekte vorgestellt, die sich für den Meeresschutz engagieren und die Welt zu einem besseren Ort machen. Meine Illustrationen begleiten diese Geschichten und ich bin dankbar, Teil dessen sein zu dürfen. <br/>Du kannst das Buch noch vorbestellen. In drei Wochen werde ich es dann in Leipzig gemeinsam mit den Autoren in der Hand halten und für dich verpacken.</p><p><a href="https://ein-leben-fuer-den-ozean.de/shop/">Zum Buch</a></p><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/43c9d71d-c1c5-4a99-a632-abc015949a68/uploads/images/ecsupdzfe3/Entwurf2-Panorama.jpg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><p></p><p></p><p></p><p>________________________<br/><br/>[1] Mireia Gascon et al., 2017, Outdoor blue spaces, human health and well-being: A systematic review of quantitative studies</p><p>[2] World Health Organization, 2021, Green and Blue Spaces an Mental Health - New Evidence and Perspectives for Action</p><p>[3] Timo Falkenberg, 2025, Therapeutic Landscapes a concept for PlanetaryHealth<br/></p>]]></content:encoded>
      <category><![CDATA[Meer-Montag]]></category>
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      <pubDate>Mon, 26 Oct 2026 07:25:35 +0000</pubDate>
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    <item>
      <title><![CDATA[Meer-Montag #74 - Der Riesenmaulhai]]></title>
      <description><![CDATA[Der Riesenmaulhai verdankt seinen Namen vor allem seinem auffällig großen, rundlichen Kopf, der durch eine sehr kurze Schnauze und ein großes Maul gekennzeichnet ist. Er…]]></description>
      <content:encoded><![CDATA[<p>Der Riesenmaulhai verdankt seinen Namen vor allem seinem auffällig großen, rundlichen Kopf, der durch eine sehr kurze Schnauze und ein großes Maul gekennzeichnet ist. Er ist oben Dunkelgraubraun, unten hellgrau bis weiß und erreicht vermutlich eine Länge von etwa 5,5 Metern, obwohl möglicherweise auch größere Exemplare existieren. So ganz genau weiß man das nicht, da der Riesenmaulhai sich nur selten blicken lässt.</p><p><a href="https://steady.page/4aff06c7-e216-47cf-b93a-6481cdd8792d/posts/1f6008d7-5f1b-45c6-b15d-0884651cafb4">Auf Steady weiterlesen</a></p>]]></content:encoded>
      <category><![CDATA[Meer-Montag]]></category>
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      <pubDate>Mon, 12 Oct 2026 06:59:05 +0000</pubDate>
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    <item>
      <title><![CDATA[Meer-Montag #73 Unscheinbare Baumeister des Meeres]]></title>
      <description><![CDATA[Der Fokus beim Meer-Montag liegt häufig auf der Megafauna, den großen Tieren in unserem Ozean. Doch heute widmen wir uns den eher unscheinbaren und gleichzeitig so…]]></description>
      <content:encoded><![CDATA[<p>Der Fokus beim Meer-Montag liegt häufig auf der Megafauna, den großen Tieren in unserem Ozean. Doch heute widmen wir uns den eher unscheinbaren und gleichzeitig so wichtigen Muscheln. Im Sediment verborgen oder an Steinen klebend sind sie eine Verbindung zwischen Wasser und Meeresboden. Filtrierende Arten entziehen dem Wasser Schwebstoffe, Phytoplankton und organische Partikel und nehmen einen Teil dieser Biomasse in ihrem eigenen Körper auf. Grabende Muscheln verändern dagegen die Eigenschaften des Meeresbodens, durchmischen Sedimente und beeinflussen den Austausch von Stoffen zwischen Boden und Wasser. In der Ostsee ist ihr ökologischer Einfluss eng an den Salzgehalt gekoppelt. Die Ostsee ist ein Brackmeer, dessen Salzgehalt vom relativ salzreichen Westen zum fast süßwasserähnlichen Norden und Osten stark abnimmt. Viele marine Muschelarten können nur bestimmte Abschnitte als Lebensraum tolerieren. Entsprechend unterscheiden sich Größe, Häufigkeit und Zusammensetzung der Muschelgemeinschaften von Region zu Region. [1] Werfen wir nun einen Blick auf die häufigsten vier Muschelarten in der Ostsee.</p><p></p><h3><strong>Gemeine Herzmuschel - ein kleiner Filtrierer im Meeresboden</strong></h3><p></p><p>Ihren deutschen Namen verdankt die Gemeine Herzmuschel <em>Cerastoderma edule </em>der charakteristischen herzähnlichen Form, die zu erkennen ist, wenn man sie von der Seite betrachtet. Die Schalen sind kräftig gerippt und meist weißlich, gelblich oder bräunlich gefärbt. Erwachsene Tiere erreichen gewöhnlich einige Zentimeter Länge. Die Art besiedelt vor allem sandige bis schlammig-sandige Böden in flachen Küstengewässern und im Wattenmeer. In der Ostsee ist ihre Verbreitung vor allem auf die westlichen, salzreicheren Bereiche beschränkt. Im Süden der Ostsee findet man häufiger die Lagunen-Herzmuscheln <em>Cerastoderma glaucum</em><strong><em>, </em></strong>die toleranter gegenüber Brauchwasser ist. </p><p>Mit ihrem kräftigen Fuß kann sie sich in bis zu zehn Meter tiefem Wasser in den Boden eingraben und dort ihre Position verändern. Muscheln besitzen Siphonen, röhrenförmige Körperöffnungen, mit denen das Tier Wasser aus ihrer Umgebung aufnehmen und wieder abgeben kann. Bei im Sand lebenden Muscheln reicht diese Röhre bis zur Oberfläche des Bodens, sodass sie auch im vergrabenen Zustand mit dem Wasser in Kontakt bleibt. Die Kiemen der Muschel haben dabei eine doppelte Funktion: Sie dienen der Atmung und sind zugleich für die Nahrungsaufnahme zuständig. Auf den Kiemen sitzen feinste Wimpern, deren Bewegungen einen Wasserstrom erzeugen. Nahrungspartikel werden aus dem Wasser herausgefiltert und anschließend zur Mundöffnung transportiert. Die Herzmuschel ernährt sich damit überwiegend von kleinen Partikeln, insbesondere Plankton und anderem organischem Material.</p><p>Die Herzmuschel ist deshalb ein gutes Beispiel dafür, dass ein Tier, das nur wenige Zentimeter groß ist, eine Verbindung zwischen verschiedenen Bereichen des Ökosystems herstellen kann. Das im Wasser schwebende organische Material wird durch die Aufnahme Teil der Muschel und steht später wiederum Fressfeinden, wie Fischen oder Seevögeln zur Verfügung. An Küsten können sie dadurch einen wichtigen Bestandteil der Nahrungskette bilden. Die Muscheln sind somit nicht nur „Filter“, sondern zugleich biologische Vermittler zwischen dem pelagischen Lebensraum des freien Wassers und dem benthischen Lebensraum des Meeresbodens. [2]</p><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/72a89e73-b29a-4eb2-b460-f4e035830215/uploads/images/i4cz32hw5y/Herzmuschel.png?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><h2><strong>Sandklaffmuschel - der tief eingegrabene Filtrierer</strong></h2><p>Eine etwas andere Lebensweise hat die Sandklaffmuschel <em>Mya arenaria</em>. Sie verbringt ihr Leben tiefer im weichen Meeresboden als die Herzmuschel und kann dort bis zu 10, in Ausnahmefällen sogar 20 Zentimeter groß werden. Charakteristisch ist das Gehäuse: Bei ausgewachsenen Tieren schließen die Schalen nicht vollständig, sie klaffen an einer Stelle auseinander. Die langen Siphone reichen bis an den Übergang vom Boden zum Wasser. Über den Einströmsiphon nimmt die Muschel Wasser auf; über den Ausströmsiphon gibt sie es wieder ab. Während das Tier selbst verborgen bleibt, ragen lediglich die Spitzen der Siphonen bis zur Oberfläche. Besonders interessant ist, dass diese Lebensweise den Transport von Wasser und Schwebstoffen zwischen Wassersäule und Sediment beeinflussen kann. Untersuchungen an der südlichen Ostsee haben gezeigt, dass die Populationen von <em>Mya arenaria</em> aufgrund ihrer Filtertätigkeit potenziell beträchtliche Wassermengen bewegen können. [3]</p><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/72a89e73-b29a-4eb2-b460-f4e035830215/uploads/images/g7fb3sf3jl/Sandklaffmuschel.png?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><h2><strong>Baltische Plattmuschel – flexibel zwischen Boden und Wasser</strong></h2><p>Die Baltische Plattmuschel ist eine der charakteristischen Muscheln der Ostsee. Wissenschaftlich wird sie heute meist <em>Limecola balthica</em> genannt; der lange Zeit gebräuchliche Name <em>Macoma balthica</em> ist in der Literatur weiterhin sehr häufig anzutreffen. Die Muschel ist klein, meist nur wenige Zentimeter groß und besitzt ein relativ flaches, oval bis dreieckig wirkendes Gehäuse. Je nach Individuum reichen die Farben der Schalen von Gelb über Braun bis hin zu anderen Tönen.  Wegen ihrer rötlich gefärbten Schaleninnenseite wird sie auch „Rote Bohne“ genannt.</p><p>Die Art lebt eingegraben im weichen Meeresboden. Bemerkenswert ist, dass die Plattmuschel nicht auf eine einzige Ernährungsweise festgelegt ist. Je nachdem, was gerade verfügbar ist, ernährt sie sich entweder von kleinen Schwebstoffen im Wasser oder von organischem Material auf dem Meeresboden. </p><p>Bei Letzterem funktioniert ihr Siphon wie ein beweglicher Staubsauger. Die Muschel kann mit ihm die Oberfläche des Sediments nach geeigneten organischen Partikeln absuchen. Dazu gehören unter anderem Kieselalgen, Bakterien und abgestorbenes organisches Material.</p><p>Die Baltische Plattmuschel ist deshalb auch ein bedeutender Bestandteil der Nahrungsnetze der Ostsee. Gerade weil sie im flachen Sediment lebt und häufig in größeren Dichten vorkommt, kann sie für boden- und küstenlebende Beutegreifer eine wichtige Nahrungsquelle darstellen.</p><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/72a89e73-b29a-4eb2-b460-f4e035830215/uploads/images/ypxpt7dlfj/Plattmuschel.png?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><h2><strong>Gemeine Miesmuschel - die lebende Filteranlage</strong></h2><p>In den flachen Küstengewässern der Ostsee kommen drei Arten von Miesmuscheln vor, die schwer voneinander zu unterscheiden sind: <em>Mytilus edulis</em>, <em>M. trossulus</em> und <em>M. galloprovincialis</em>. Um unkompliziert über sie sprechen zu können, werden sie als <em>Mytilus</em>-Komplex bezeichnet. Ihr blauschwarzes, längliches Gehäuse findet man an Steinen, Pfählen, anderen Muscheln oder künstlichen Strukturen. Mit speziellen Eiweißfäden, den sogenannten Byssusfäden, befestigt sich die Muschel am Untergrund. Wo geeignete Flächen vorhanden sind, können sich sehr viele Individuen dicht nebeneinander ansiedeln und ganze Miesmuschelbänke bilden. In der Ostsee sind solche Bänke vor allem in flacheren, ausreichend salzhaltigen Bereichen von großer Bedeutung.</p><p>Die Miesmuschel filtert ebenfalls kleinste Partikel aus dem Meereswasser. Sie erzeugt mithilfe ihrer Kiemen einen Strom und lässt das Wasser durch ihren Körper beziehungsweise über die Kiemen fließen. Dort werden geeignete Partikel herausgefiltert. Die Nahrungspartikel werden anschließend über Schleim und Wimpernbewegungen zu den Mundwerkzeugen transportiert. Gleichzeitig nehmen die Kiemen Sauerstoff aus dem Wasser auf. </p><p>Wie viel Wasser eine einzelne Miesmuschel tatsächlich filtriert, hängt von ihrer Größe, Temperatur, Salzgehalt, Strömung und der Konzentration von Nahrungspartikeln ab. Deshalb gibt es nicht die eine universelle Zahl. Für Ostsee-Miesmuscheln werden häufig Größenordnungen von etwa einem bis zwei Litern pro Stunde für einzelne ausgewachsene Tiere genannt. Experimente zeigen zudem, dass die Filtrationsleistung mit der Körpergröße zunimmt. Interessanterweise sind die kleinwüchsigen Miesmuscheln der zentralen Ostsee an die dortigen niedrigen Salzgehalte angepasst und können unter diesen Bedingungen dennoch erhebliche Filtrationsleistungen erreichen. [4]</p><p>Auch, wenn die Miesmuschel aus belastetem Ostseewasser kein sauberes Trinkwasser zaubert, kann sie die Wasserqualität spürbar verändern. Besonders dann, wenn viele Miesmuscheln in einer dicht besiedelten Bank leben. Die Entfernung von Phytoplankton kann beispielsweise die Wassertransparenz erhöhen und somit dafür sorgen, dass mehr Sonnenlicht zu den Seegraswiesen dringt. </p><p>Für die Ostsee ist diese Funktion besonders interessant, weil das Meer seit Jahrzehnten mit Eutrophierung, also einem Überangebot an Nährstoffen, zu kämpfen hat. Vor allem Einträge von Stickstoff und Phosphor, die aus der Landwirtschaft über Flüsse in die Ostsee gelangen, fördern das Wachstum von Algen und können dadurch Nahrungsnetze und Sauerstoffverhältnisse verändern. Miesmuscheln nehmen beim Filtern des Wassers Phytoplankton und andere organische Partikel auf und binden die darin enthaltenen Nährstoffe teilweise in ihrer Biomasse. Ein Teil dieser Nährstoffe wird jedoch durch Stoffwechsel und Ausscheidungen wieder an die Umwelt abgegeben. Sollen Stickstoff und Phosphor dauerhaft aus dem Gewässer entfernt werden, müssen die Muscheln deshalb aus dem Ökosystem entfernt werden. Genau aus diesem Grund wird derzeit Muschelzucht als mögliche ergänzende Maßnahme gegen die Eutrophierung der Ostsee untersucht. [5] Sie kann die Verringerung der Nährstoffeinträge vom Land jedoch keinesfalls ersetzen und wirft neue, ethische Fragen auf.</p><p>Weil Miesmuscheln relativ standorttreu leben, weit verbreitet sind und bestimmte Schadstoffe im Gewebe anreichern können, werden sie in der Umweltüberwachung eingesetzt. Die deutsche Umweltprobenbank nutzt Miesmuscheln als sogenannte Monitoringorganismen. Ihr Gewebe kann Aufschluss darüber geben, welchen Schadstoffbelastungen die Küstengewässer ausgesetzt sind. Dabei ist wichtig: Die Aufnahme eines Schadstoffs bedeutet nicht automatisch, dass die Muschel das Wasser dauerhaft von diesem Stoff befreit. Sie kann einen Stoff vielmehr aus dem Wasser beziehungsweise aus Nahrungspartikeln aufnehmen und in ihrem Körper anreichern. [6] </p><p>Spannend ist die Bedeutung der Miesmuschel als Lebensraumerschafferin. Wo sich hunderte oder tausende Muscheln aneinanderheften, entsteht eine dreidimensionale Struktur auf einem ansonsten relativ ebenen Untergrund. Zwischen den Schalen und Byssusfäden finden kleine Krebse, Würmer, Schnecken und andere Tiere Schutz. Damit verändert die Miesmuschel die physische Struktur des Lebensraums und erhöht lokal die Biodiversität des Meeresbodens. Untersuchungen und Naturschutzprojekte beschreiben Miesmuschelbänke als biogene Riffe, also Strukturen, die von Lebewesen selbst aufgebaut werden. </p><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/72a89e73-b29a-4eb2-b460-f4e035830215/uploads/images/wrqecoqfvk/Miesmuschel.png?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><h2><strong>Vier Muscheln, vier ökologische Strategien</strong></h2><p>Die vier Arten beziehungsweise Artengruppen zeigen, wie unterschiedlich Muscheln einen Küstenlebensraum nutzen können. Die Herzmuschel lebt relativ flach im Sediment und filtert Nahrung aus dem Wasser. Die Sandklaffmuschel gräbt sich wesentlich tiefer ein und verbindet über ihre langen Siphonen das Sediment mit der darüberliegenden Wassersäule. Die Baltische Plattmuschel ist besonders flexibel und kann sowohl Schwebstoffe aus dem Wasser als auch organisches Material von der Sedimentoberfläche nutzen. Die Miesmuschel schließlich heftet sich mit Byssusfäden fest und kann in großen Bänken enorme Mengen Wasser filtrieren. </p><p>Gemeinsam zeigen diese Muscheln, dass der Meeresboden keineswegs eine unbelebte Fläche ist, auf der einzelne Tiere liegen oder sich verstecken. Er ist ein hochaktiver Teil des Ökosystems. Muscheln graben, filtrieren, transportieren, verdauen, scheiden aus, werden gefressen und bauen teilweise sogar eigene Lebensräume auf. Ihre Tätigkeiten beeinflussen damit Stoffkreisläufe, Nahrungsnetze, Sedimenteigenschaften und die Struktur ganzer Lebensgemeinschaften. Die Bedeutung eines Organismus lässt sich nicht allein an seiner Größe messen. Ein wenige Zentimeter großes Tier kann, wenn es in großer Zahl vorkommt und eine bestimmte ökologische Funktion ausübt, die Eigenschaften eines ganzen Lebensraums beeinflussen. Wer am Ostseestrand eine Muschelschale findet, hält daher nicht nur ein hübsches Naturstück in der Hand. Die Schale erzählt auch von einem Tier, das Teil eines komplexen Kreislaufs war: vom Plankton im Wasser über die Muschel und ihre Fressfeinde bis hin zu den Nährstoffen im Sediment. </p><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/72a89e73-b29a-4eb2-b460-f4e035830215/uploads/images/5ew2k3vi2z/Muscheln_Steady.png?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><p></p><p></p><p>____________________________________________________<br/></p><p>[1] Umweltbundesamt, 2024, Gewässertyp des Jahres 2024 – Flaches Küstengewässer der Ostsee</p><p>[2] Eva Ehrenstein et al., 2019, Benthic-pelagic coupling in coastal seas – Modelling macrofaunal biomass and carbon processing in response to organic matter supply</p><p>[3] S. Foster, M. L. Zettler, 2004, The capacity of the filter-feeding bivalve Mya arenaria L. to affect water transport in sandy beds </p><p>[4] <a href="https://link.springer.com/article/10.1007/s10152-013-0347-2#auth-H__U_-Riisg_rd-Aff1">H. U. Riisgård</a> et al., 2013, Effect of salinity on filtration rates of mussels <em>Mytilus edulis</em> with special emphasis on dwarfed mussels from the low-saline Central Baltic Sea</p><p>[5] Jonne Kotta et al., 2020, Cleaning up seas using blue growth initiatives: Mussel farming for eutrophication control in the Baltic Sea</p><p>[6] Die Umweltprobenbank, 2013, Umweltbeobachtung mit Proben von Mensch und Umwelt</p><p><br/></p>]]></content:encoded>
      <category><![CDATA[Meer-Montag]]></category>
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      <pubDate>Mon, 28 Sep 2026 07:15:06 +0000</pubDate>
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      <title><![CDATA[Meer-Montag #72 - Der Seeleopard]]></title>
      <description><![CDATA[In der letzten Woche dominierten Meldungen über eine Tierart meinen Newsfeed, die ich dir schon lange vorstellen möchte. Du kennst meine Faszination für die großen…]]></description>
      <content:encoded><![CDATA[<p>In der letzten Woche dominierten Meldungen über eine Tierart meinen Newsfeed, die ich dir schon lange vorstellen möchte. Du kennst meine Faszination für die großen Meerestiere mit den spitzen Zähnen und wendigen, stromlinienförmigen Körpern. Doch anders als Haie hat dieses Tier keine Haut, die aus Zähnen besteht, sondern Fell. Und zwar so dichtes und warmes Fell, dass es in der kältesten Region unseres Planeten leben kann: In der Antarktis. Ich bin schon lange begeistert von diesem Prädator, vor allem, nachdem ich vor einigen Jahren folgende Geschichte las.</p><p><a href="https://steady.page/de/mariaherzog/about">Mitglied werden</a></p><p>Der Fotograf und Meeresbiologe Paul Nicklen begegnete 2006 während einer Reportage für National Geographic in der Antarktis einem großen weiblichen Seeleoparden. Die Robbe kam außergewöhnlich nah und nahm sogar Nicklens Kamera in ihr Maul. Doch anstatt ihn anzugreifen oder zu verletzen, begann sie, ihm Pinguine zu bringen. Zunächst brachte sie lebende Pinguine, später auch tote oder verletzte Tiere. Nicklen interpretierte dieses Verhalten als eine Art „Fütterungsversuch“, weil der Seeleopard offenbar nicht verstand, warum der Mensch keine Beute fangen konnte. Nach Nicklens eigener Schilderung wiederholte sich dieses Verhalten über etwa vier Tage, während er in dem Gebiet arbeitete. Die Geschichte wurde später durch ein National-Geographic-Video im Internet weit verbreitet. Wissenschaftlich ist diese Einschätzung natürlich nicht. Dass das Tier Paul Nicklen tatsächlich füttern wollte, ist eine Interpretation des Beobachters und kein experimentell nachgewiesenes Verhalten. [1] Trotzdem zeigt die Geschichte, dass die großen Beutegreifer unserer Meere viel mehr sind als aggressive Monster.</p><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/8b62fa47-2839-4b57-9927-983003ba4b70/uploads/images/jc4rfpryoz/Seeleopard.jpg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><p></p><p></p><p><a href="https://steady.page/4aff06c7-e216-47cf-b93a-6481cdd8792d/posts/8b62fa47-2839-4b57-9927-983003ba4b70">Auf Steady weiterlesen</a></p>]]></content:encoded>
      <category><![CDATA[Meer-Montag]]></category>
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      <pubDate>Mon, 14 Sep 2026 06:42:42 +0000</pubDate>
    </item>
    <item>
      <title><![CDATA[Meer-Montag #71 - Ein jahrelanges Fest]]></title>
      <description><![CDATA[Wale sind die massigsten Tiere auf unserer Erde und schweben elegant durch unsere Meere. Einige Arten können eine erstaunliche Lebenserwartung erreichen. So wurde nach…]]></description>
      <content:encoded><![CDATA[<p>Wale sind die massigsten Tiere auf unserer Erde und schweben elegant durch unsere Meere. Einige Arten können eine erstaunliche Lebenserwartung erreichen. So wurde nach dem Tod eines Grönlandwals festgestellt, dass er 211 Jahre alt geworden ist. Doch irgendwann stirbt jeder Wal und sinkt auf den Meeresboden hinab. Doch was zunächst wie das Ende eines Lebens aussieht, wird dort zum Beginn eines erstaunlichen Ökosystems.</p><figure><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/cfeed762-0f92-4ddc-998b-8d8fbb9584ed/uploads/images/xefew22yb2/Glattwal_frei.png?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><figcaption>Auch Glattwale können bis zu 150 Jahre alt werden.</figcaption></figure><p><br/>Der Boden der Tiefsee ist oft nährstoffarm, da es dort wenig organisches Material gibt. Ohne Sonnenlicht können Pflanzen nicht wachsen und so erscheint der Grund auf den ersten Blick oft als sandige, leblose Wüste. Doch bei genauerem Hinsehen und dank der Tiefseeforschung zeigen sich die vielen kleinen Tiere und Mikroorganismen, die es selbst hier schaffen, zu überleben. Ein großer Teil der Energie, von der Tiefseetiere leben, stammt letztlich aus pflanzlichem Plankton, das in den oberen Wasserschichten abstirbt und absinkt. Dies wird als Meeresschnee bezeichnet. Doch manchmal kommt es zu einem regelrechten Festessen. Sinkt der Kadaver eines großen Wals auf den Meeresboden, sprechen Meeresbiologen von einem „Whale Fall“ oder Walsturz. Der Kadaver kann dabei der Nahrungsmenge von 2000 Jahren Meeresschnee entsprechen [1] und es kann sich über Jahre eine hoch spezialisierte Lebensgemeinschaft entwickeln.<br/><br/>Zunächst kommen mobile Aasfresser und nutzen das weiche Gewebe. Fische, Krebstiere und andere Tiere können einen erheblichen Teil der Muskulatur und Organe verwerten. Während das Fleisch in den ersten zwei Jahren vertilgt wird, verändert sich die ökologische Funktion des Kadavers. Die Knochen eines Wals enthalten große Mengen an Fetten. Die Knochensubstanz ist extrem schwammartig aufgebaut und die Hohlräume sind vollständig mit Öl gefüllt. Bei ihrer Zersetzung durch Bakterien entstehen unter anderem Schwefelverbindungen, die in den Meeresboden gelangen. Dadurch kann sich in der Umgebung des Skeletts ein chemisch ungewöhnliches Milieu entwickeln. Schwefeloxidierende Tiere (darunter spezialisierte Muscheln und Röhrenwürmer) und Mikroorganismen nutzen diese chemische Energie und werden wiederum zur Grundlage einer spezialisierten Nahrungskette. </p><p></p><figure><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/cfeed762-0f92-4ddc-998b-8d8fbb9584ed/uploads/images/b7imrpyuht/Schleimaale.jpg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><figcaption>Schleimaale finden sich oft an Walkadavern.</figcaption></figure><h4>Damit unterscheidet sich ein Walsturz von einem gewöhnlichen Stück Aas. Er liefert nicht nur Nahrung, sondern schafft gleichzeitig einen neuen Lebensraum und die Voraussetzung für Chemosynthese, wie wir sie sonst von hydrothermalen Quellen in der Tiefsee kennen.</h4><p></p><p>Wie artenreich solche Lebensgemeinschaften sein können, zeigte bereits die Untersuchung natürlicher und experimentell platzierter Walskelette. Walstürze beherbergen nicht nur viele Individuen, sondern auch spezialisierte Arten und evolutionär ungewöhnliche Organismen. Eine Untersuchung eines natürlichen Walsturzes im Südatlantik fand beispielsweise 41 Arten. Die meisten davon waren für die Wissenschaft neu. [2]</p><p></p><p>Nicht nur kaum sichtbare Bakterien und Mikroorganismen ernähren sich von den Walknochen. Der Wurm Osedax aus der Gattung der Bartwürmer hat kein klassisches Verdauungssystem. Eine Mundöffnung oder einen After sucht man hier vergeblich. Die einige Zentimeter großen Weibchen haben stattdessen wurzelartige Strukturen, die sich in die Walknochen eingraben. Um die Oberfläche aufzulösen, können sie diese durch chemische Prozess ansäuern. Um die Proteine und Fette in den Knochen zu verdauen, sind sie auf eine Symbiose mit Bakterien angewiesen. Die männlichen Würmer hingegen verlassen ihr Larvenstadium nie und sind nur maximal einen Millimeter groß. Sie leben in den Wohnröhren der Weibchen auf dem Walskelett.</p><p></p><p>Eine in diesem Sommer in <em>Nature</em> veröffentlichte Untersuchung [3] aus der Diamantina-Zone im südöstlichen Indischen Ozean brachte neue Erkenntnisse über das Leben rund um tote Meeressäuger. Dort entdeckten Forscher<strong> </strong>476 fossile Wale in einem etwa 1.200 Kilometer langen Gebiet. Darunter waren sowohl heute lebende Walarten als auch bereits ausgestorbene Tiefsee-Schnabelwale. Analysen belegen, dass Walstürze in dieser Region seit mindestens 5,3 Millionen Jahren vorkommen. Die untersuchten Lebensgemeinschaften rund um die Skelette umfassten unter anderem Knochenfresserwürmer, schwefelabhängige Muscheln und Schlangensterne.<br/><br/>Ein Walsturz führt eindrucksvoll vor Augen, dass ein Ökosystem nicht nur durch lebende Organismen entsteht. Auch der Tod kann biologische Prozesse in Gang setzen. Ein einziger Kadaver verwandelt sich zunächst in eine gigantische Nahrungsquelle, anschließend in einen Lebensraum und schließlich in ein chemisch geprägtes Mikrosystem, das hoch spezialisierte Organismen ernähren kann. Das Ende des einen sichert in der Natur eben oft das Überleben von anderen. </p><p><br/><br/></p><p>__________________________________________________<br/></p><p>[1]  Nicholes D. Higgs, Crispin T.S. Little, Adrian G. Glover, 2010, <a href="https://pmc.ncbi.nlm.nih.gov/articles/PMC2992730/">Bones as biofuel: a review of whale bone composition with implications for deep-sea biology and palaeoanthropology</a></p><p>[2] Paulo YG Sumida et al, 2016, <a href="https://www.nature.com/articles/srep22139?utm_source=chatgpt.com">Deep-sea whale fall fauna from the Atlantic resembles that of the Pacific Ocean</a></p><p>[3] Xiaotong Peng et al, 2026,<a href="https://www.nature.com/articles/s41586-026-10546-z"> A 5.3-million-year-old deep-sea whale necropolis in the Diamantina Zone</a></p><p><br/><br/><br/><br/><br/><br/></p>]]></content:encoded>
      <category><![CDATA[Meer-Montag]]></category>
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      <pubDate>Mon, 31 Aug 2026 05:46:00 +0000</pubDate>
    </item>
    <item>
      <title><![CDATA[Meer-Montag #70 - Haie der Lüfte]]></title>
      <description><![CDATA[Sowohl Haie als auch Rochen zeigen ein Verhalten, bei dem sie plötzlich aus dem Wasser in die Luft springen und sich zurück auf die Wasseroberfläche fallen lassen.]]></description>
      <content:encoded><![CDATA[<p>Wer während einer Reise eine Whale Watching Tour, also eine Bootsfahrt mit der Chance auf eine Walbeobachtung, bucht, macht das oft mit einem bestimmten Ziel: Zu sehen, wie ein Wal aus dem Wasser springt. Die Kraft, solch einen großen und schweren Körper aus dem Wasser zu katapultieren, erscheint uns einfach unwirklich und so etwas direkt zu sehen, muss atemberaubend sein. Auch springende Delfine begeistern viele Menschen, doch ich würde gern mal etwas ganz anderes sehen: hüpfende Haie. Während dieses Verhalten bei Meeressäugern bereits allgemein bekannt ist, wissen nur wenige Menschen, dass auch die Prädatoren des Ozeans hin und wieder das Wasser verlassen und akrobatische Sprünge zeigen. <br/><br/>Sowohl Haie als auch Rochen zeigen ein Verhalten, bei dem sie plötzlich aus dem Wasser in die Luft springen und sich zurück auf die Wasseroberfläche fallen lassen. Manchmal erscheint nur ein Teil ihres Körpers außerhalb des Wassers, doch auch Sprünge, die mehrere Meter hoch sein können und das gesamte Tier in die Luft bringen, werden immer wieder beobachtet. Ich möchte dir heute ein paar Arten vorstellen und dabei mögliche Gründe für das Verhalten erwähnen.</p><p><br/></p><p><a href="https://steady.page/4aff06c7-e216-47cf-b93a-6481cdd8792d/posts/685ab125-3154-4640-af18-208acc1262e8">Auf Steady weiterlesen</a></p>]]></content:encoded>
      <category><![CDATA[Meer-Montag]]></category>
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      <pubDate>Mon, 17 Aug 2026 05:46:00 +0000</pubDate>
    </item>
    <item>
      <title><![CDATA[Meer-Montag #69 - Hochspezialisierte Raubtiere]]></title>
      <description><![CDATA[Heute widmen wir uns Meeresreptilien, die hier im Meer-Montag bisher noch keine Rolle gespielt haben. Ich gebe zu, dass ich Schlangen allgemein mit gemischten Gefühlen…]]></description>
      <content:encoded><![CDATA[<h1>Meer-Montag #69 - Hochspezialisierte Prädatoren</h1><p>Heute widmen wir uns Meeresreptilien, die hier im Meer-Montag bisher noch keine Rolle gespielt haben. Bitte entschuldigt die kleine Verspätung, mitten in den Sommerferien habe ich den Überblick über die Wochentage verloren. Nun ist es also ein meer-Mittwoch.</p><p>Ich gebe zu, dass ich Schlangen allgemein mit gemischten Gefühlen betrachte. Einerseits finde ich sie unglaublich faszinierend und schön. Andererseits reagiert mein Körper bei Schlangenbegegnungen in der Natur mit absolutem Einfrieren. Ich kann mich dann kaum bewegen, alles krampft sich zusammen. Vor allem, wenn das Zusammentreffen plötzlich geschieht. Ich bin ja schon lange dafür, dass Schlangen kleine Fähnchen tragen sollten, sodass man immer weiß, wo sie sich gerade befinden. Wer startet mit mir eine Petition? Heute geht es aber um jene Schlangen, denen vermutlich nur wenige von uns begegnen werden. Mit ausreichend Abstand möchte ich euch also etwas über Seeschlangen erzählen. <br/><br/>Was wir allgemein als Seeschlangen bezeichnen, sind zwei verschiedene Unterfamilien innerhalb der Familie der Giftnattern. Im warmen und flachen Wasser des Indischen Ozeans und Westpazifiks leben sowohl echte Seeschlangen als auch Plattschwänze. Beide unterscheiden sich in ihrer Lebensweise. Echte Seeschlangen verbringen ihr gesamtes Leben im Meer und bringen hier auch ihre Jungen lebend zur Welt. Im Laufe der Evolution haben sie sogar die großen Schuppen am Bauch verloren, die es den Schlangen ermöglichen, sich an Land fortzubewegen. Plattschwänze dagegen besitzen diese Schuppen noch, verlassen das Wasser gelegentlich und legen ihre Eier an Land. </p><figure><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/cf3bd346-8454-4b9b-be3b-99d1d011d089/uploads/images/pusgyjitmd/Gewohnlicher_Plattschwanz_klein.png?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><figcaption>Der Gewöhnliche Plattschwanz sonnt sich gern auf Felsen im Meer und verlässt das Wasser auch zur Eiablage.</figcaption></figure><p><br/>Viele Seeschlangen werden etwa eineinhalb Meter lang, Die Gelbe Ruderschlange (<em>Hydrophis spiralis</em> ) kann sogar eine Länge von 2,75 Meter erreichen. Die Weibchen werden in der Regel länger als die Männchen. Außerdem besitzen viele Seeschlangen einen ungewöhnlichen Körperbau. Ihr Kopf- und Nackenbereich ist im Vergleich zum restlichen Körper sehr schmal. Diese Besonderheit hilft den Raubtieren bei der Jagd. Sie ernähren sich von Fischen, deren Eiern oder auch Krebstieren. Im offenen Ozean jedoch haben sie wenig Chancen, wendige Fische zu schnappen. Deshalb suchen sie im Korallenriff in schmalen Nischen und kleinen Höhlen nach ihrer Beute. Wenn sie ihren Kopf dort hineinstecken, kann der Fisch nirgendwo entkommen. Manche Arten von Seeschlangen haben sich sogar auf kleine Aale spezialisiert, die sich bei Gefahr in ihre schmalen Höhlen im Sediment zurückziehen. Seeschlangen mit kleinen Köpfen haben hierbei größere Chancen, ihrer Beute folgen zu können. <br/><br/>Das offensichtlichste Merkmal, das beide Familien der Seeschlangen äußerlich von an Land lebenden Schlangen unterscheidet, ist der platte Schwanz. Er dient ihnen als Ruder und macht die schnelle und wendige Fortbewegung unter Wasser möglich. Eine australische Forschungsgruppe um Jenna Crowe-Riddell fand bei drei Seeschlangen-Arten etwas Erstaunliches: Die Schwanzenden der Tiere reagierten auf Licht. [1] Die Forschenden vermuten, dass dies ein Schutzmechanismus vor Fressfeinden sein könnte. Während die Schlange bei der Jagd den Kopf ins Korallenriff steckt, kann sie nicht gleichzeitig Ausschau nach Gefahren halten. Lichtrezeptoren im Schwanz könnten dazu führen, dass dieser sich ebenfalls in dunkle Spalten im Riff zurückzieht und somit weniger sichtbar ist.<br/><br/>Fast alle Seeschlangen sind eng an ihren Lebensraum, die Korallenriffe nahe der Küste, gebunden. Nur die Plättchenseeschlange<em> Hydrphis platurus </em>ist pelagisch, lebt also im offenen Ozean. Dort lässt sie sich von Strömungen um den Globus tragen und lebt von der Ostküste Afrikas bis zur Westküste Mittelamerikas. Hier wird sie auf ihrer Reise jedoch gestoppt. Zwar gab es bereits einzelne Nachweise im Panamakanal, der den Pazifik mit dem Atlantik verbindet, aber eine eigene Population konnte sich noch nicht etablieren. Deshalb gibt es keine Wasserschlangen im Atlantik. Die Plättchenseeschlange jagt im offenen Wasser in der Thermokline, also dem Bereich, in dem kaltes Wasser auf warmes Oberflächenwasser trifft. Hier lockt eine hohe Anzahl von Plankton junge Fische an, die der Schlange als Beute dienen.</p><figure><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/cf3bd346-8454-4b9b-be3b-99d1d011d089/uploads/images/h6ofvfiayw/Plattchenseeschlange.png?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><figcaption>Die Plättchenseeschlange ist die einzige Art, die im offenen Ozean lebt.</figcaption></figure><p><br/></p><p>Seeschlangen müssen zum Atmen an die Oberfläche kommen. Ihr rechter Lungenflügel ist stark vergrößert und so können manche Arten sogar bis zu zwei Stunden unter Wasser bleiben. Und auch zum Trinken steigen sie hinauf: Nach starkem Regen verbleibt Süßwasser auf der Wasseroberfläche des salzigen Ozeans. Dieses Wasser trinken die Seeschlangen, um nicht zu dehydrieren. Plattschwänze, die das Wasser verlassen können, nehmen auch an Land Süßwasser zu sich. Überschüssiges Salz können sie über eine Drüse unter der Zunge ausscheiden.</p><p><br/>Seeschlangen besitzen spitze Zähne, mit denen sie Gift in ihre Beute injizieren können. Dieses wirkt sehr schnell und ist enorm stark. Ohne Gegengift ist es auch für Menschen tödlich, da es die Atemmuskulatur lähmt und die Nieren stark schädigt. Trotz dessen, dass sie kaum zu befürchten haben, von anderen Raubtieren gefressen zu werden, zeigen sie beim Aufeinandertreffen mit Menschen meist Fluchtverhalten. Ein großer Teil der dokumentierten Beißvorfälle mit Seeschlangen hat seine Ursache darin, dass die Tiere von Menschen häufig per Hand gefangen werden, um sie zu essen. Während es von manchen Arten noch viele Individuen gibt, sind andere bedroht. Korallenbleichen, steigende Meerestemperaturen und Ozeanversauerung zerstören die Lebensräume der spezialisierten Seeschlangen. Da viele Arten nur kleine Verbreitungsgebiete haben, können lokale Riffschäden erhebliche Folgen haben. <br/><br/><br/>_______________________________________<br/><br/>[1] Jenna Crowe-Riddell , et. al, 2019, “Phototactic tails: Evolution and molecular basis of a novel sensory trait in sea snakes”<br/><br/></p><p><br/><br/></p><p><br/><br/></p><p><br/></p>]]></content:encoded>
      <category><![CDATA[Meer-Montag]]></category>
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      <pubDate>Wed, 05 Aug 2026 16:15:42 +0000</pubDate>
    </item>
    <item>
      <title><![CDATA[Meer-Montag #68 - Woher kommt die Energie der Tiefsee?]]></title>
      <description><![CDATA[In 3000m Tiefe herrscht absolute Dunkelheit. Hier gibt es keine Pflanzen, kein Phytoplankton und somit auch keine Photosynthese. Und trotzdem gibt es dort Leben...]]></description>
      <content:encoded><![CDATA[<p>1977 war das Forschungsschiff <em>Knorr </em>am Galápagosriff unterwegs, um auseinanderdriftende Kontinentalplatten in der Tiefsee zu erforschen. Mit einem Temperatursensor, den sie hinter ihrem Schiff knapp über dem Meeresboden herzogen, konnten die Wissenschaftler*innen Orte lokalisieren, an denen scheinbar heißes Wasser aus der Erdkruste ins Meer austrat. Diesen Vorgang wollten die Forschenden weiter untersuchen. Überrascht waren sie, als eine in die Tiefsee abgelassene Kamera hunderte weiße Muscheln zeigte. So viele Tiere einer Art auf so engem Raum war eine Sensation und führte zu der Frage: Wovon ernähren sich die Lebewesen in 2500 Meter Tiefe?</p><p></p><p><a href="https://steady.page/4aff06c7-e216-47cf-b93a-6481cdd8792d/posts/c6aeaf0d-c8c9-4dcc-81ae-59c2c321a5f2">Auf Steady weiterlesen</a></p>]]></content:encoded>
      <category><![CDATA[Meer-Montag]]></category>
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      <pubDate>Mon, 20 Jul 2026 05:46:00 +0000</pubDate>
    </item>
    <item>
      <title><![CDATA[Meer-Montag #67 - Gefangen an Land, gezogen zum Meer]]></title>
      <description><![CDATA[Selkies sind Gestalten der nordatlantischen Mythenwelt, bekannt vor allem aus Schottland, Irland, den Orkney- und Shetlandinseln. Der Name stammt vom schottischen Wort…]]></description>
      <content:encoded><![CDATA[<p>Selkies sind Gestalten der nordatlantischen Mythenwelt, bekannt vor allem aus Schottland, Irland, den Orkney- und Shetlandinseln. Der Name stammt vom schottischen Wort “selkie” für Seehund. In den Überlieferungen sind Selkies Wesen, die als Robben im Meer leben, an Land jedoch ihre Haut ablegen und sich in Menschen verwandeln können.</p><p>Die Ursprünge der Selkie-Mythen liegen vermutlich in einer Mischung aus vorchristlichen Naturvorstellungen, Beobachtungen realer Tiere und dem Bedürfnis, so manches menschliche Verhalten zu erklären. Robben waren an den Küsten allgegenwärtig: Sie wurden gejagt, gefürchtet, bewundert und zugleich als fast menschlich wahrgenommen. Ihr Blick, ihre Lautäußerungen und ihr Verhalten an Land wirkten für viele Menschen unheimlich und gleichzeitig vertraut. Mythen boten eine Möglichkeit, diese Nähe zwischen Mensch und Tier erzählerisch zu verarbeiten und moralisch einzuordnen.</p><figure><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/b35e7536-288b-449c-8945-866e43d14c29/uploads/images/mjwidp3jl3/_DSC3321-2.jpg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><figcaption>Ich finde es nicht schwer, menschliche Züge in der Mimik von Kegelrobben zu erkennen und verstehe, weshalb sie solch einen besonderen Platz in der Mythologie bekamen.</figcaption></figure><p>In vielen Geschichten wird eine Selkie-Frau von einem Mann entdeckt, der ihre Robbenhaut an sich nimmt und sie dadurch zwingt, bei ihm zu bleiben. Sie wird Ehefrau und Mutter, oft über Jahre hinweg, bis sie eines Tages ihre Haut wiederfindet und ins Meer zurückkehrt. </p><h4><em>Nicht selten wird sie dadurch gezwungen, ihre Kinder zurückzulassen. Darin spiegelt sich das Leben vieler Frauen in patriarchalen Gesellschaften, in denen Ehen arrangiert waren, weibliche Autonomie stark eingeschränkt war und Mutterschaft als zentrale Rolle galt und auch heute noch gilt.</em></h4><p><br/>Selkie-Mythen funktionieren als soziale Erklärung für Abweichungen von der Norm. Frauen, die als fremd, schweigsam oder melancholisch galten, konnten symbolisch zu „Meereswesen“ gemacht werden. Auch das Verlassen der Familie oder das Aufbegehren gegen gesellschaftliche Zwänge ließ sich durch die Rückkehr ins Meer romantisieren und somit entschärfen. Hinzu kommt ein historischer Aspekt. Es gibt die Vermutung, dass Selkie-Mythen in einigen Regionen auch Begegnungen mit fremden Bevölkerungsgruppen verarbeiteten, etwa mit gestrandeten Seefahrern oder Inuit, deren Kleidung aus Tierhäuten bestand. Ob diese These zutrifft, ist umstritten, zeigt jedoch, wie stark Mythen als Erklärung für reale Erfahrungen gedient haben könnten.Gleichzeitig hatten die Erzählungen Einfluss auf den Umgang mit realen Tieren. Teilweise galten Robben als beseelt oder gar als verwandelte Menschen, was eine Zeit lang zum Verbot führte, sie zu töten. Andererseits wurden Selkies  besonders in späteren, stärker christlich geprägten Versionen auch dämonisiert. Dadurch konnten Grausamkeiten gegenüber Robben gerechtfertigt werden und die Jagd auf sie galt als Kampf gegen „unreine“ Wesen.</p><h3>In der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts entstand eine moderne und feministische Interpretation der alten Mythen. </h3><p>Statt sie als tragische Liebesgeschichten zu romantisieren, rückte nun die Frage nach Macht, Zustimmung und Autonomie in den Mittelpunkt. Die gestohlene Haut wird dabei zur Darstellung für geraubte Selbstbestimmung, das Meer für einen Ort jenseits gesellschaftlicher Zwänge. Die Selkie-Frau wird nicht verführt, sondern festgehalten; ihre Ehe ist kein freiwilliger Bund, sondern basiert auf Besitz und Kontrolle. Dass sie Kinder bekommt, verstärkt die Tragik: Mutterschaft bindet sie emotional an das Land, während ihr Inneres nach dem Meer verlangt.Die Rückkehr der Selkie ins Meer wird oft als unausweichlich dargestellt wird: Sie kann nicht dauerhaft im menschlichen Leben bleiben, ohne sich selbst zu verlieren. Darin liegt kraftvolle Kritik an gesellschaftlichen Strukturen, die die weibliche Identität auf bestimmte Rollen reduzieren. Das Meer ist kein Ort der Gefahr, sondern der Zugehörigkeit und Freiheit. Im Patriarchat wird es jedoch zum Gegenpol der „geordneten“ Welt an Land, die mit Ehe, Haus und Kontrolle verbunden ist. Die Selkie entscheidet sich letztlich für das Chaos, das Fremde. Und für sich selbst. Moderne feministische Interpretationen sehen darin keinen Verrat an Familie oder Kindern, sondern einen Akt der Selbstrettung.</p><p>So zeigen Selkie-Mythen bis heute ihre doppelte Wirkung: Sie haben reale Machtverhältnisse gespiegelt und stabilisiert, zugleich aber Bilder geschaffen, die Widerstand, Sehnsucht und Selbstbestimmung ausdrücken. Gerade in dieser Ambivalenz liegt ihre anhaltende Faszination. Die Selkie ist weder Opfer noch Idealfigur, sondern eine Grenzgängerin. Zwischen Land und Meer, zwischen Anpassung und Freiheit, zwischen den Erwartungen anderer und der eigenen Identität.<br/><br/>Und, wie viel Selkie steckt in dir?<br/><br/>_____________________________<br/><br/>Ich habe heute leider keine passende Illustration für dich, aber einen thematisch passenden Buch-Tipp. Bald erscheint <strong>“TWISTED SEA” von Marika Schultz</strong>. Ich kopiere euch mal den Teaser für diesen maritimen Fantasy-Roman (den ich schon vor einiger Zeit vorbestellt habe): <br/><br/>&quot;Zwei Frauen, die um ihre Freiheit kämpfen. Ein Magier, der alles daran setzt, sie ihnen zu nehmen. Machtspiele, Manipulation und Unterwasserwelten!</p><p>Sienna trifft im Imperium Maro auf einen zwielichtigen Magier, dessen Zirkel die Hauptstadt kontrolliert – und schon bald seine Sogwirkung entfaltet. Auf der anderen Seite des Meeres versucht Alize, den Machenschaften der Magier zu entkommen, und muss dafür auf die Hilfe eines fremden Seehundmenschen vertrauen...”<br/><br/>Die <a href="https://www.startnext.com/twisted-sea">Startnext Kampagne</a> ist bereits beendet und das Buch befindet sich im Druck aber auf Instagram unter @mare-marika gibt es regelmäßig Updates zum finalen Erscheinungstermin. </p><p><br/></p>]]></content:encoded>
      <category><![CDATA[Meer-Montag]]></category>
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      <pubDate>Mon, 06 Jul 2026 14:12:09 +0000</pubDate>
    </item>
    <item>
      <title><![CDATA[Meer-Montag #66 - Was wissen wir über Tiefsee-Haie?]]></title>
      <description><![CDATA[Der Stumpfnasen-Sechskiemerhai ist ein weit verbreiteter, aber wenig erforschter großer Spitzenprädator. Seinen Namen verdankt er einer anatomischen Besonderheit.]]></description>
      <content:encoded><![CDATA[<p>Der Stumpfnasen-Sechskiemerhai <em>Hexanchus griseus</em> ist ein weit verbreiteter, aber wenig erforschter großer Spitzenprädator. Seinen Namen verdankt er einer anatomischen Besonderheit und ist eigentlich selbsterklärend. Während die meisten modernen Haie fünf Kiemenspalten besitzen, hat er sechs. Männchen werden bis zu 3,30 Meter lang, während Weibchen größer werden. Forschende vermuten, dass sie sogar mehr als 6 Meter lang werden können. Ihre dunkle Pupille ist von einem hellen, fluoreszierenden Ring umgeben, der ihnen einen sehr lebendigen, fast menschlichen Blick verleiht.</p><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/3cd141ea-1a67-4080-8bd3-ed4727ecf84c/uploads/images/5u5pxiwtjb/Stumpfnasen-Sechskiemerhai-frei.png?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><p></p><p><a href="https://steady.page/4aff06c7-e216-47cf-b93a-6481cdd8792d/posts/3cd141ea-1a67-4080-8bd3-ed4727ecf84c">Auf Steady weiterlesen</a></p>]]></content:encoded>
      <category><![CDATA[Meer-Montag]]></category>
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      <pubDate>Mon, 22 Jun 2026 05:46:00 +0000</pubDate>
    </item>
    <item>
      <title><![CDATA[Meer-Montag #65 Alles blitzblank: Putzerfische]]></title>
      <description><![CDATA[Sie erledigen wichtige Care-Arbeit, sind sozusagen im Gesundheitssystem tätig und haben eine effiziente und ressourcenschonende Art des Transports entdeckt.]]></description>
      <content:encoded><![CDATA[<p>Wir haben hier auf Steady schon über viele große und bekannte Tierfamilien gesprochen. Wale, Haie und Schildkröten sind uns allen zu großen Teilen bekannt und wir lernen gern Neues über sie. Heute möchte ich dir aber Fische vorstellen, die in fast allen Ozeanfilmen zu sehen sind, aber nur selten im Fokus stehen. Dabei haben sie eine ebenso wichtige Rolle zu erfüllen wie unsere Allstars, die den Dokumentarfilmen ihre Titel geben. Sie erledigen wichtige Carearbeit, sind sozusagen im Gesundheitssystem tätig und haben eine effiziente und ressourcenschonende Art des Transports entdeckt. Es geht um Putzerfische. </p><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/a3af4ecb-5e2f-46af-b3a8-67c0b1337799/uploads/images/k2xi7n5x34/Putzerfische.jpg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><p>Dieser Sammelbegriff steht für mehrere Familien und Arten. Sie haben gemeinsam, dass sie die Haut größerer Tiere von Parasiten oder kranken Hautstellen befreien. Putzerlippfische haben dafür im Riff einen festen Ort, an den die “Kunden” kommen, wenn sie eine Reinigung wünschen. Körpersprachlich wird ausgehandelt, dass der Putzerfisch in diesem Moment nicht als Nahrung dient. Denn auch Raubfische machen von dem Service Gebrauch und einige lassen sich sogar das Innere des Mauls putzen. Für sie liegt der Vorteil ganz klar darin, dass Nahrungsreste und damit gesundheitsgefährdende Bakterien entfernt werden. Der Putzerfisch hingegen findet Nahrung, ohne danach suchen zu müssen. Manche von ihnen bedienen pro Tag über 2000 Fische und vertilgen fast 5 Parasiten pro Minute. [1] Da kommt am Ende eine ganze Menge zusammen. </p><p><br/>Putzerlippfische findet man im tropischen Indo-Pazifik. In der Karibik jedoch haben andere Fische diese spezielle ökologische Nische besetzt: einige Arten von Putzergrundeln (z.B. <em>Elacatinus genie</em>). Diese Grundel ist sogar äußerlich dem Lippfisch ähnlich, was ein Hinweis darauf sein könnte, dass die blau-gelbe Färbung mit dem auffälligen dunklen Streifen entlang der Körpermitte ein Zeichen dafür sein könnte, dass man als Putzkraft wertvoller ist als als Snack. </p><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/a3af4ecb-5e2f-46af-b3a8-67c0b1337799/uploads/images/bcqqij2dan/Putzergrundel.png?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><p>Die Forschung an Putzerfischen hat bereits spannende Erkenntnisse gebracht, die uns erkennen lassen, wie faszinierend und intelligent diese Tiere sind. Sie eignen sich besonders gut, um Symbiosen und Dynamiken in Kooperationen zwischen verschiedenen Spezies besser zu verstehen. Für die Entwicklung einer stabilen Kooperation wird allgemein angenommen, dass Partner wiederholt interagieren und sich an das Verhalten des jeweils anderen erinnern. Doch schafft das ein Putzerfisch, der mehr als 2000 Rifffische pro Tag säubert? Hierfür testete ein Team aus Forschenden 2002 den Putzerfisch <em>L. dimidiatus</em> und seinen pflanzenfressenden Kunden, den Doktorfisch <em>Ctenochaetus striatus</em>, auf ihre Fähigkeit, zwischen einem vertrauten und einem unbekannten Partner zu unterscheiden. Und tatsächlich hielten sich die Putzerlippfische vor allem in der Nähe von ihnen bekannten Doktorfischen auf. Das gilt als Nachweis individueller Wiedererkennung zwischen Arten. [2]</p><p>Neben den Arten, die an einer festen Putzstation arbeiten, gibt es auch jene, die mit größeren Tieren umher reisen. Schiffshalter sind mit den Makrelen verwandt und schlanke Fische, bei denen sich der Vorderteil der Rückenflosse im Laufe der Evolution zu einer Saugplatte umgewandelt hat. Diese Platte besteht aus mehreren Reihen Lamellen, die von einer Hautausstülpung umrundet werden. Schwimmt der Schiffshalter selbst, liegen die Lamellen flach an. Sobald er aber an einer Oberfläche andockt, zieht der Fisch die Muskeln im Saugnapf zusammen, wodurch sich die Lamellen nach oben aufrichten. Es entstehen luftleere Räume zwischen den Lamellen, die einen Unterdruck erzeugen und den Fisch fest an seinem Wirt halten. Mit dieser Technik können Schiffshalter sich von unten an große Meerestiere, wie Wale, Haie oder Rochen anheften und sich energiesparend fortbewegen. Eine detaillierte Analyse zeigte, dass Schiffshalter bevorzugt genau jene Körperstellen ihrer Wirte aufsuchen, an denen der Wasserwiderstand für sie am niedrigsten ist. [3]</p><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/a3af4ecb-5e2f-46af-b3a8-67c0b1337799/uploads/images/d6amaclz4j/Schiffshalter.png?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><p>Auch, wenn Schiffshalter sich von Parasiten auf der Haut ihrer Mitfahrgelgenheit ernähren könnten, geht es sogar einfacher. Bei jeder Mahlzeit, die das große Tier zu sich nimmt, fallen Reste an, die dem Schiffshalter oft direkt ins Maul gespült werden. Außerdem bietet solch ein Hai oder auch ein beeindruckend großer Mantarochen einen gewissen Schutz vor anderen Raubfischen. Lange wurde davon ausgegangen, dass die Beziehung eher einseitig ist und zugunsten des Schiffshalters ausfällt. Doch 2025 filmte ein Team um Toshiaki Mori in einem Aquarium Interaktionen zwischen einem Segelfisch und einem Schiffshalter, die eindeutig als Putzverhalten zu deuten waren. Es handelt sich also vielleicht doch um eine gegenseitige Beziehung. [4]</p><p>Eine neue Studie aus diesem Jahr sorgt derzeit für Aufmerksamkeit und wurde auch mir schon mehrfach in meine Social Media Timeline gespült. Forschende dokumentierten, dass Schiffshalter gelegentlich in die Kloakenöffnung von Mantarochen eindringen. Nachdem ein Taucher das Eindringen zufällig filmte, forschten die Wissenschaftler*innen weiter nach und entdeckten mehrere solcher Beobachtungen. Sie stießen sogar auf eine Dokumentation, laut der ein Schiffshalter in die Kiemenspalten eines Rochens eingedrungen war und mehrere Fälle, in denen Rochen Kiemenverletzungen vorwiesen, die eventuell ebenfalls von Schiffshaltern verursacht wurden. [5]</p><p>Dieser Fisch mit der außergewöhnlichen Saugplatte hat sich in der allgemeinen Ansicht also vom Mitfahrer zum Pfleger zum Parasiten entwickelt und zeigt uns, wie komplex symbiotische Beziehungen sein können. Durch sein Leben im offenen Ozean ist es schwer, ein komplettes Bild seines Verhaltens zu zeichnen. Und mit jedem kleinen Puzzlestück, das neugierige Menschen dem Bild hinzufügen, verstehen wir wieder ein bisschen mehr von dem, was unter der Wasseroberfläche verborgen ist. </p><p></p><p></p><p></p><p></p><p></p><p></p><p></p><p>________________________________</p><p>[1] A. Grutter, 1996, <a href="https://www.int-res.com/articles/meps/130/m130p061.pdf">Parasite removal rates by the cleaner wrasse La broides dimidiatu</a></p><p>[2] S. Tebbich, R. Bshary, A. Grutter, 2002, <a href="https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/12357286/">Cleaner fish Labroides dimidiatus recognise familiar clients</a></p><p>[3] Yunxin Xu <a href="http://et.al/">et.al</a>., 2021, <a href="https://pmc.ncbi.nlm.nih.gov/articles/PMC8295263/">Understanding of remora&#39;s “hitchhiking” behaviour from a hydrodynamic point of view</a></p><p>[4] T. Mori, et. al., <a href="https://link.springer.com/article/10.1007/s10164-025-00852-w?">Symbiotic cleaning relationship between a sailfish (Istiophorus platypterus) and remoras (Remora osteochir)</a></p><p>[5] E. A. Yeager, et. al., 2026, Hiding in Plain Sight: Evidence of Echeneidae Cloacal and Gill Diving Behavior in Manta Ray Hosts</p>]]></content:encoded>
      <category><![CDATA[Meer-Montag]]></category>
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      <pubDate>Mon, 08 Jun 2026 11:56:11 +0000</pubDate>
    </item>
    <item>
      <title><![CDATA[Seevogel-Samstag #6 Der Austernfischer]]></title>
      <description><![CDATA[Heute kommen wir vorerst zum letzten Seevogel-Samstag: Der Austernfischer und warum niemand weiß, weshalb er diesen Namen hat.]]></description>
      <content:encoded><![CDATA[<p>Heute kommen wir vorerst zum letzten Seevogel-Samstag. In den nächsten Woche stehen viele spannende Recherchefahrten in meinem Kalender und es liegen mehrere Auftragsarbeiten auf dem Schreibtisch. So habe ich schon begonnen, die ersten Entwürfe für die zweite Edition des Buches “Ein Leben für den Ozean” zu malen, das im November erscheinen wird. Ihr könnt es schon vorbestellen und damit ein wirklich tolles Projekt unterstützen, das echte Geschichten aus dem Meeresschutz am Europäischen Atlantik erzählt.</p><p><a href="https://ein-leben-fuer-den-ozean.de/">Zum Buch</a></p><p>Ich kann mir gut vorstellen, im Herbst und Winter weitere solcher kleinen Textreihen zu starten. Mit einer Mitgliedschaft hier bei Steady unterstützt ihr also nicht nur mich als Künstlerin, sondern bekommt zusätzliche Texte.</p><p><a href="https://steady.page/de/mariaherzog/about">Mitglied werden</a></p><p>Doch wir beenden die erste Seevogel-Reihe mit einem tollen Produktlaunch! Ab sofort findet ihr mehrere Postkarten und auch ein Poster in DIN A3 mit meinen Seevogel-Illustrationen im Shop. Wie alle anderen Postkarten sind sie auf Recyclingpapier gedruckt und haben auf der Rückseite einen kleinen spannenden Fakt über den jeweiligen Vogel.</p><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/e6309984-6e72-4040-ba47-1b7b545b6c51/uploads/images/xtkjvokxao/Seevogel_Poster.jpg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/e6309984-6e72-4040-ba47-1b7b545b6c51/uploads/images/mbumfbcalf/Seevogeljpg.jpg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><h4></h4><p><a href="https://mariaherzog.de/shop/Kunstdruck-Seevogel-DIN-A3-p838143265">SHOP</a></p><h4><br/><br/>Und nun: Der Austernfischer und warum niemand weiß, weshalb er diesen Namen hat.</h4><p></p><p><a href="https://steady.page/4aff06c7-e216-47cf-b93a-6481cdd8792d/posts/e6309984-6e72-4040-ba47-1b7b545b6c51">Auf Steady weiterlesen</a></p>]]></content:encoded>
      <category><![CDATA[Seevogel-Samstag]]></category>
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      <pubDate>Sat, 30 May 2026 05:46:01 +0000</pubDate>
    </item>
    <item>
      <title><![CDATA[Meer-Montag #64 Wenn das Meer leuchtet]]></title>
      <description><![CDATA[Es war einer von vielen warmen Tagen im Hochsommer 2020. Es hatte seit Tagen (oder waren es Wochen?) nicht geregnet und es wehte nur mäßiger Wind während des Thermometer…]]></description>
      <content:encoded><![CDATA[<p>Meer-Montag #64 Wenn das Meer leuchtet</p><p>Es war einer von vielen warmen Tagen im Hochsommer 2020. Es hatte seit Tagen (oder waren es Wochen?) nicht geregnet und es wehte nur mäßiger Wind während des Thermometer immer wieder über die 30°C-Marke kletterte. Und diese Wetterlage hatte sichtbare Auswirkungen: Der flache Greifswalder Bodden, Teil der Ostseeküste Mecklenburg-Vorpommerns, wurde wärmer und wärmer. Wir wissen, dass die Ostsee, angefeuert von der Klimakrise, allgemein immer weiter erhitzt. Der Temperaturanstieg hat zur Folge, das sich Algen massenhaft vermehren, blühen und anschließend absterben. Bei ihrer Zersetzung verbrauchen Bakterien viel Sauerstoff, der dem Rest des Meeres anschließend fehlt. So gibt es bereits mehrere “Todeszonen” in der Ostsee: Gebiete, in denen aufgrund des Sauerstoffmangels kein Leben möglich ist.</p><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/c5962519-6351-4eb8-b269-31809b7ab67f/uploads/images/tcq7c23khc/_98A7763.jpg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><p>Doch hin und wieder, wirklich sehr sehr selten hat die Hitze einen wunderschönen Effekt. Während das Phänomen in den Tropen sehr bekannt ist und Reiseziele danach ausgewählt werden, erleben wir es hier in unseren Breitengraden fast nie. </p><p><a href="https://steady.page/4aff06c7-e216-47cf-b93a-6481cdd8792d/posts/c5962519-6351-4eb8-b269-31809b7ab67f">Auf Steady weiterlesen</a></p>]]></content:encoded>
      <category><![CDATA[Meer-Montag]]></category>
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      <pubDate>Mon, 25 May 2026 05:31:00 +0000</pubDate>
    </item>
    <item>
      <title><![CDATA[Meer-Montag #63 - Weiße Haie im Mittelmeer]]></title>
      <description><![CDATA[Moin an diesem Meer-Montag. Bevor es mit dem Artikel losgeht, noch ein paar persönliche Worte. Nach den ersten Monaten voller Euphorie über meinen Neustart und darüber,…]]></description>
      <content:encoded><![CDATA[<p>Moin an diesem Meer-Montag. Bevor es mit dem Artikel losgeht, noch ein paar persönliche Worte. Nach den ersten Monaten voller Euphorie über meinen Neustart und darüber, endlich MEIN Kunstthema gefunden zu haben, wurde es in den letzten Wochen immer schwieriger, die Sorgen nicht Überhand nehmen zu lassen. Auf Instagram erreiche ich trotz mehr als 6000 Followies kaum mehr als 200 Menschen, meine Inhalte werde von Tag zu Tag weniger Leuten ausgespielt. Vor Kurzem wurde ein Reel ganzen 15 Personen angezeigt… Zusätzlich sind es wirtschaftlich unsicherere Zeiten. Die Bestellungen im Shop blieben aus, Steady-Mitgliedschaften werden gekündigt, Fotoshootings bei günstigeren Anbietenden gebucht. Und ganz ehrlich: ich verstehe das! Mein erstes selbst geschriebenes und veröffentlichtes Buch wurde allerdings nicht mal von meinen engsten Freund*innen gelesen. Ich würde lügen, wenn mich das nicht beschäftigen würde. An Aufgeben mag ich nach so kurzer Zeit noch nicht denken aber ich muss mir überlegen, wie ich Menschen erreiche, die mehr über die Natur im Allgemeinen und das Meer im Speziellen lernen wollen. Danke, dass du diesen Newsletter abonniert hast und damit offen bist, neue Arten kennen zu lernen und Zusammenhänge im Ökosystem Ozean zu verstehen! Ich verlinke dir noch einmal am Ende des Artikels, wie du mich zusätzlich in meiner Kunst unterstützen kannst. Das fühlt sich sehr nach Betteln an und somit nicht gut aber wenn ich nicht von meinem Angebot erzähle, kann es ja auch niemand kennen. So, das waren viele Worte vor meinem ersten Kaffee, jetzt geht es los mit dem Meer-Montag. Ich wünsche dir ganz viel neugierige Freude beim Lesen. Wenn dir dieser Artikel gefällt, werde gern Steady-Mitglied und erhalte nicht nur mehr digitale Artikel, sondern auch richtig echte Post von mir in deinem Briefkasten.</p><p><a href="https://steady.page/de/mariaherzog/about">Mitglied werden</a></p><h2><br/><br/>Weiße Haie im Mittelmeer<br/><br/></h2><p><br/>Leute, es wird Zeit: Wir brauchen wieder Haie! Ihr wisst, es ist eins meiner liebsten Themen und trotzdem haben sich in den letzten Monaten viel häufiger verschiedene Robben und Seevögel in den Meer-Montag geschlichen. Ein Grund hierfür ist ganz schlicht die Möglichkeit, bestimmte Tiere in Vorpommern beobachten zu können. Und das trifft auf den Weißen Hai leider wirklich nicht zu. Wenn wir an ihn denken, fallen uns vielleicht Orte wie Südafrika oder Australien ein, manche von uns kennen vielleicht Dokumentarfilme, die vor der Insel Guadalupe aufgenommen wurden. Doch tatsächlich sind nicht alle Weißen Haie so weit weg. Es gibt sie auch in Europa. Genauer gesagt: im Mittelmeer.</p><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/86cfc373-f67b-41db-b491-3cc26091a9ac/uploads/images/wpssud5bml/Wei__er_hai_Aqaurell_frei.png?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><p>Es gibt nur zwei Möglichkeiten ins Mittelmeer und wieder hinaus zu gelangen: Einerseits durch die Straße von Gibraltar zwischen Spanien und Marokko und andererseits durch den Suezkanal, der als Verbindung zum Roten Meer dient. Diesen gibt es aber erst seit den 60er Jahren und Weiße Haie wurden bereits vor 150 Jahren im Mittelmeer gesichtet. Man kann also davon ausgehen, dass sie vom Atlantik aus durch die Straße von Gibraltar ins Mittelmeer abgebogen sind. Es wäre also naheliegend, dass im Atlantik lebende Haie irgendwann entschieden haben, mal mit Mittelmeer vorbeizuschauen. Genetische Untersuchungen haben jedoch ergeben, dass die Population im Mittelmeer viel näher verwandt ist mit den Haien im Pazifik rund um Australien und Japan. [1] Wie sind sie also hier gelandet? Forschende fanden heraus, dass das vor etwa 3,2 Millionen Jahren passiert ist. Vor so langer Zeit waren der Nordamerikanische und Südamerikanische Kontinent noch nicht miteinander verbunden. Es gab Weiße Haie im Atlantik und im Pazifik, doch sie konnten durch die offene Verbindung (wo sich heute Panama befindet) von einem Ozean in den anderen wandern. Auf diesem Weg könnten die Pazifischen Weißen Haie bis ins Mittelmeer gelangt sein. Nachdem die Verschiebung der tektonischen Platten die beiden Kontinente miteinander verband, gab es keinen Weg zurück. <br/><br/>Doch seitdem fehlt den Haien im Mittelmeer der genetische Austausch. Sie wandern nicht mehr hin und her, sondern halten sich dauerhaft im Binnenmeer auf. Somit kommt es vermutlich zu Inzucht und einer sehr geringen genetischen Variabilität, was die Population einer Art enorm gefährdet. Das gute Angebot an Beute und passende Habitate für die Fortpflanzung haben bisher verhindert, dass die Weißen Haie hier ausstarben. Doch nicht nur das. Sie werden hier besonders groß, also vermutlich auch besonders alt. Die größten Individuen, die von dieser Art weltweit gefangen wurde, stammen aus dem Mittelmeer.</p><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/86cfc373-f67b-41db-b491-3cc26091a9ac/uploads/images/3i76gmw5zr/Wei__er_Hai_transparent_ohne_Fleck.jpg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><p><br/>Im April 1987 wurde auf Malta ein großer Weißer Hai gefangen. Offizielle Messungen gibt es nicht und so haben Forschende versucht, anhand von Fotos und Perspektiven die Größe abzuschätzen. Dabei kamen sie auf einen Wert zwischen 6,60 und 7,13 Meter! Das ist in etwa so lang wie ein kleiner Bus. In seinem Magen wurde ein etwa zwei Meter langer Blauhai, ein ähnlich großer Delfin und Teile einer Schildkröte gefunden. Wählerisch war dieser Hai in Bezug auf seine Beute also nicht. Auch in anderen Jahren gab es ähnliche spektakuläre Fotos: schon 1925 wurde in Marseilles ein wahrscheinlich 6,5 Meter langes Exemplar gefangen. Um so groß werden zu können, müssen Weiße Haie lange wachsen. Sollten sie nicht gefangen werden, können sie über 70 Jahre alt werden. <br/><br/>Doch auch, wenn im Internet immer wieder kurze Videoclips von großen Weißen Haien auftauchen, ist es erstaunlich, wie selten sie heutzutage gesehen werden. Ein gutes Beispiel hierfür ist die Forschungsarbeit einer Gruppe um Francesco Ferretti. Zwischen 2021 und 2023 unternahmen die Wissenschaftler*innen drei Expeditionen ins Mittelmeer und sammelten Daten: 159 Umwelt-DNA-Proben, insgesamt über 400 Stunden Videoaufnahmen und über 100 Stunden, in denen sie fischten und versuchten, einen Hai zu fangen endeten in keiner einzigen Sichtung eines Weißen Hais. Nur durch der Umweltproben konnten an vier Orten die großen Räuber nachgewiesen werden. [2]<br/><br/>Wissenschaftler*innen vermuten, dass die Anzahl der Weißen Haie in den letzten Jahrzehnten um bis zu 60 Prozent zurück gegangen ist. Grund hierfür ist wie so oft wahrscheinlich die industrielle Fischerei, in deren Netzen nicht nur die Beute, sondern auch oft die Haie selbst landen. Forschende versuchen nun herauszufinden, ob die Zahl weiter sinkt oder ob sich die Tiere nur anders verteilen. Dafür werteten sie Sichtungen und Funde gestrandeter oder gefangener Haie ab dem Jahr 1900 aus. Sie stellten fest, dass die Haie sich immer seltener in küstennahen Gebieten und dafür weiter draußen auf dem Mittelmeer aufhielten. Diese Ergebnisse verglichen sie mit den sich verändernden Oberflächentemperaturen des Meeres und mit der Anwesenheit des Blauflossen-Thunfischs, welcher eine wichtige Nahrungsgrundlage für den Weißen Hai in diesem Gebiet darstellen könnte. Die Muster der Haisichtungen scheinen eng mit Verschiebungen der Thunfisch-Nahrungsgebiete und kühleren Meeresoberflächentemperaturen zusammenzuhängen. [3] Doch letztendlich ist es schwierig, eindeutige Aussagen zu treffen, da vor allem die Sichtungen von Einheimischen oder Fischenden eine zu hohe Fehlerquote aufweisen können und nicht mit systematisch wissenschaftlich erhobenen Daten verglichen werden können. Zahlreiche Sichtungen, sowohl historische als auch aktuelle, wurden ohne verlässliche Beweise gemeldet. Diese Unsicherheiten verhindern, dass geeignete Schutzmaßnahmen, wie zum Beispiel die Einschränkung der Fischerei oder Einrichtung von Meeresschutzgebieten ergriffen werden können und heben noch einmal die Bedeutung von Forschung im Ozean hervor.</p><figure><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/86cfc373-f67b-41db-b491-3cc26091a9ac/uploads/images/dxhx4426z5/Zahn_Wei__er_Hai.png?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><figcaption>Die Zähne des Weißen Hais sind an den Seiten gezackt, um große Stücken aus der Beute herauszureißen.</figcaption></figure><p>Der Weiße Hai spielt auf der ganzen Welt eine entscheidende Rolle als Spitzenprädator in Küsten- und Hochseegebieten, indem er Beutetierpopulationen reguliert. Dies hat erhebliche Auswirkungen auf Küstenseegraswiesen und Kelpwälder, welche wiederum wichtige Lebensräume für unzählige Tierarten bilden und einen großen Beitrag bei der Bindung von Kohlenstoffdioxid aus der Atmosphäre leisten. Nicht ganz so wissenschaftlich ausgedrückt: Haie helfen dabei, dass wir Sauerstoff zum Atmen haben und unser Klima stabil bleibt. Gründe genug, um sich mehr für ihren Schutz einzusetzen, oder? Und das muss gar nicht am Ende der Welt sein, auch hier in Europa können wir etwas bewirken. <br/><br/>_______________________________<br/><br/>Wir schützen das, was uns bekannt ist. Deshalb versuche ich mit meinen Texten, Illustrationen und Fotos die Faszination für die Tierwelt auch in dir zu wecken. In meinem Shop findest du viele Printprodukte, wie Postkarten, Fotoposter oder auch mein Buch mit allen Meer-Montags-Artikeln aus 2025</p><p></p><p><a href="https://mariaherzog.de/shop/">Mein Shop</a></p><p>Einige Motive findest du auch bereits in meinem Spreadshirt Shop auf T-Shirts, Hoodies, Mützen und vielem mehr. Die Produkte werden extra für dich produziert und direkt zu dir nach Hause geliefert. Schau gern mal vorbei!<br/><br/></p><p><a href="https://mariaherzog.myspreadshop.de/">Kleidung &amp; mehr</a></p><p><br/><br/><br/><br/>_______________________________<br/><br/>[1] PubMed, Chrysoula Gubili et.al, 2011, <a href="https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/21084352/">Antipodean white sharks on a Mediterranean walkabout? Historical dispersal leads to genetic discontinuity and an endangered anomalous population</a><br/><br/>[2] Frontiers in Marine Science, Francesco Ferretti, et. al, 2024, <a href="https://www.frontiersin.org/journals/marine-science/articles/10.3389/fmars.2024.1425511/full?utm_source=chatgpt.com">On the tracks of white sharks in the Mediterranean Sea</a><br/><br/>[3] Journal of Marine Scienceand Engineering, Alen Soldo, Cemal Turan, 2025, <a href="https://www.mdpi.com/2077-1312/13/9/1704">Decreasing Trend of Great White Shark Carcharodon carcharias Records in the Mediterranean: A Significant Population Loss or Shifts in Migration Patterns?</a><br/><br/><br/></p>]]></content:encoded>
      <category><![CDATA[Meer-Montag]]></category>
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      <pubDate>Mon, 11 May 2026 06:41:42 +0000</pubDate>
    </item>
    <item>
      <title><![CDATA[Seevogel-Samstag #4 Die Eiderente]]></title>
      <description><![CDATA[Eine Besonderheit macht Eiderenten für Menschen besonders interessant: Diese Enten polstern ihre Nester mit den Bauchdaunen des Weibchens. ]]></description>
      <content:encoded><![CDATA[<p><br/></p><p><a href="https://steady.page/4aff06c7-e216-47cf-b93a-6481cdd8792d/posts/87e37cb8-ecfe-4240-bceb-1051529e0f43">Auf Steady weiterlesen</a></p>]]></content:encoded>
      <category><![CDATA[Seevogel-Samstag]]></category>
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      <pubDate>Sat, 09 May 2026 16:37:53 +0000</pubDate>
    </item>
    <item>
      <title><![CDATA[Seevogel-Samstag #2 Der Seeadler]]></title>
      <description><![CDATA[In der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts litt die Population der Seeadler sehr unter dem Einsatz von Pestiziden, direkter Jagd und auch dem Verschwinden des Lebensraums…]]></description>
      <content:encoded><![CDATA[<p>In der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts litt die Population der Seeadler sehr unter dem Einsatz von Pestiziden, direkter Jagd und auch dem Verschwinden des Lebensraums für Wildtiere und Vögel. Durch starken Schutz breitet sich die Art nun seit den neunziger Jahren wieder aus. Laut WWF gibt es in Deutschland 580 Brutpaare. [1] Vor allem in Norddeutschland ist es möglich, sie zu beobachten. Da die meisten von ihnen Standvögel sind, also im Winter nicht in Richtung Süden ziehen, ist die Beobachtung sogar das ganze Jahr über möglich.</p><figure><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/feaaecd1-e784-4925-83f4-6848d16ab8bb/uploads/images/dnkbttyotp/_DSC0577-2.jpg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><figcaption>Erst ausgewachsene Seeadler haben weiße Schwanzfedern und einen gelben Schnabel.</figcaption></figure><p><br/>Dabei sind sie leicht zu erkennen: Sie wirken wie ein Brett am Himmel. Mit einer Flügelspannweite bis zu 2,5 Metern und den sehr geraden und breit wirkenden Flügeln sind Seeadler unverwechselbar. Vom Boden aus kann man sogar häufig das Alter bestimmen: Während Jungvögel noch braune Schwanzfedern zeigen, verfärben sich bis zum dritten Lebensjahr weiß. Und auch der Schnabel färbt sich erst zu dieser Zeit von einem dunklen Grau zu Gelb.<br/><br/>Seeadler bleiben meist dauerhaft in einer Partnerschaft und besetzen gemeinsam ein Revier. Das Nest wird als Horst bezeichnet und wird von dem Adlerpaar gern aus dem Vorjahr weiter genutzt. Somit sparen sie sich den komplizierten Bau eines solch großen Gebildes und können früher mit dem Brüten beginnen. Solch ein Adlerhorst kann nämlich einen Durchmesser von zwei Metern und ein Gewicht von 600 Kilogramm erreichen. Das Weibchen brütet darin bis zu drei Eier aus während es vom Männchen mit Nahrung versorgt wird. Sobald die Küken geschlüpft sind, heißt es dann für beide Elterntiere Vollzeit-Carearbeit. Den ganzen Tag über sind sie nun mit der Jagd beschäftigt, um die schnell wachsenden Jungtiere zu versorgen.</p><figure><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/feaaecd1-e784-4925-83f4-6848d16ab8bb/uploads/images/66b4nw3n5j/_DSC4978.jpg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><figcaption>Seeadler sind sehr gut an ihrer brettartigen Silhouette zu erkennen.</figcaption></figure><p>Seeadler brüten gern auf hohen, alten Bäumen in der Nähe von Gewässern. Hier jagen sie Wasservögel, Fische und auch Säugetiere. Doch auch Aas steht auf seinem Speiseplan. Im Winter Anfang 2026 sah man häufig eine große Anzahl Seeadler auf der zugefrorenen Ostsee, wo die Greifvögel in der Kälte verstorbene Wasservögel fraßen. In wärmeren Monaten sind Seeadler auch an Überresten von Säugetieren oder Enten zu sehen, die von menschlichen Jägern im Wald zurückgelassen wurden. Deshalb ist es weiterhin ein großes Problem, giftiges Blei als Munition zu verwenden wird. Die Seeadler nehmen dieses Gift in sich auf und es reichert sich - wie bei allen Prädatoren - in ihrem Körper an, bis es zu neurologischen Symptomen kommt und auch nicht selten ein Adler daran stirbt.</p><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/feaaecd1-e784-4925-83f4-6848d16ab8bb/uploads/images/gzrutc2kwx/Seeadler.png?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><p>Auch wenn wir einen Aufwärtstrend in der Population der Seeadler sehen (weiter abwärts ging es eigentlich nicht), müssen die Tiere trotzdem weiter darin unterstützt werden, ihren Lebensraum neu zu besiedeln. Seeadlerhorste werden häufig von Menschen beobachtet und betreut, um Störungen möglichst zu vermeiden. So werden Schutzzonen rund um Nester in Wäldern festgelegt, in denen während der Brutzeit keine Waldarbeiten oder Jagden passieren. </p><p></p><p>Du lernst gern etwas über die Natur und all die Tiere, die darin leben? Dann unterstütze mich gern mit einer Mitgliedschaft und erhalte mehr Artikel und zusätzlich Post mit Postkarten zu dir nach Hause.</p><p></p><p><a href="https://steady.page/de/mariaherzog/about">Mitglied werden</a></p><p><br/>________________________<br/></p><p>[1] <a href="https://www.wwf.de/themen-projekte/artenlexikon/seeadler">https://www.wwf.de/themen-projekte/artenlexikon/seeadler</a><br/></p>]]></content:encoded>
      <category><![CDATA[Seevogel-Samstag]]></category>
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      <pubDate>Sat, 02 May 2026 05:16:00 +0000</pubDate>
    </item>
    <item>
      <title><![CDATA[Meer-Montag #62 - Mein Inselabenteuer Teil 1]]></title>
      <description><![CDATA[Moin zum heutigen Meer-Montag. Meine Zeit auf der Greifswalder Oie begann vor ziemlich genau einem Monat und trotzdem kommt es mir so vor, als stünde ich noch mit einem…]]></description>
      <content:encoded><![CDATA[<p>Moin zum heutigen Meer-Montag. Meine Zeit auf der Greifswalder Oie begann vor ziemlich genau einem Monat und trotzdem kommt es mir so vor, als stünde ich noch mit einem Fuß auf dieser Insel. Die Zeit dort fühlt sich noch so real und gleichzeitig wie ein Paralleluniversum an. Ich habe begonnen, meine Erfahrungen aufzuschreiben. Sie sollen - wie meine Recherchen zuvor - Teil meines Buches über den Naturschutz an der Küste Mecklenburg-Vorpommerns werden. Als Steady-Mitglied dürft ihr heute schon den ersten Teil der Rohfassung lesen. Denn ich möchte euch alle gern mitnehmen an diesen besonderen Ort, an dem man ganz konkret dabei helfen kann, ein Stück wilde Natur mit all ihrer Artenvielfalt zu erhalten. Nehmt euch ein Getränk eurer Wahl, macht es euch gemütlich und genießt die kleine gedankliche Reise auf eine Insel mitten in der Ostsee.<br/><br/>______________________________________</p><h4><br/><br/>Mein Inselabenteuer - Teil 1</h4><p></p><p>Kurz nach meinem Besuch im Naturschutzzentrum Karlshagen bin ich wieder auf dem Weg nach Usedom. Vom Peenemünder Hafen aus werde ich heute mit weiteren Freiwilligen auf die Insel Greifswalder Oie fahren, um dort eine Woche lang bei der Beringungssaison zu helfen. Eigentlich war geplant, dass wir mit dem Fahrgastschiff <em>MS Seeadler</em> fahren, welches das einzige Ausflugsschiff ist, das die Insel anfahren darf. Es befindet sich jedoch noch in der Werft, weshalb uns heute ein Fischer mit seinem Kutter abholt und zur Insel fährt. Ich bin unsicher, wo ich genau hin muss, da es hier mehrere Orte gibt, an denen ein Boot anlegen könnte. Beim Blick auf das Wasser werde ich zusätzlich nervös: Es ist sehr windig und die graugrüne Ostsee ist dunkel und aufgewühlt, die Wellen schlagen hoch an die Kaimauer. Mein Blick bleibt an einem großen Haufen Gepäck und Einkäufen hängen, die dort nahe am Wasser liegen. Daneben stehen zwei Männer, die direkt freundlich grüßen und ich bin beruhigt. Die beiden kommen mit auf die Oie und somit bin ich hier wohl richtig. Kurze Zeit später stoßen auch noch zwei weitere Personen mit großen Rucksäcken, an denen Gummistiefel baumeln, zu uns und unsere heutige Reisegruppe ist komplett. </p><figure><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/a87d67b8-2238-4362-a842-0fc2b1725076/uploads/images/ax6c5hruo7/IMG_20260328_103212_474.jpg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><figcaption>Ich dachte erst, dass eine wasserdichte Reisetasche, Regenhose und Gummistiefel übertrieben wären. Es stellte sich heraus, dass das genau die richtige Ausrüstung für diese Überfahrt war.</figcaption></figure><p><br/>Freiwillige bleiben oft mehrere Wochen auf der Insel. Gewünscht sind mindestens zwei Wochen, um nicht all zu häufig neue Leute einweisen zu müssen und mehr Routinen in den Arbeitsabläufen zu haben. Ich darf ausnahmsweise auch eine einzelne Woche dort sein, da es mein Alltag und meine Verantwortlichkeiten zurzeit nicht länger erlauben. Ein paar Minuten nach der verabredeten Zeit hören wir den Fischkutter näher tuckern, aber er biegt ab und fährt in einen anderen Teil des Hafens. Wir sehen uns schon den Gepäckberg durch die Gegend tragen, aber nach kurzer Kommunikation kommt der Fischer zurück. Doch begeistert wirkt er nicht. Er schimpft darüber, dass er an dieser Wand nicht gut an- und ablegen kann, versucht es aber trotzdem. Es wird nicht lange dauern, bis sich herausstellt, dass dies keine gute Entscheidung war. </p><p></p><p><a href="https://steady.page/4aff06c7-e216-47cf-b93a-6481cdd8792d/posts/a87d67b8-2238-4362-a842-0fc2b1725076">Auf Steady weiterlesen</a></p>]]></content:encoded>
      <category><![CDATA[Meer-Montag]]></category>
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      <pubDate>Mon, 27 Apr 2026 06:36:20 +0000</pubDate>
    </item>
    <item>
      <title><![CDATA[Seevogel-Samstag #3 Der Säbelschnäbler]]></title>
      <description><![CDATA[Für eine Weile werde ich allen Steady-Mitgliedern samstags einen Seevogel vorstellen. Hier, an der Küste rund um Greifswald, finde ich dafür genug Inspirationen. Zurzeit…]]></description>
      <content:encoded><![CDATA[<h1>Seevogel-Samstag #2 Der Säbelschnäbler</h1><p>Für eine Weile werde ich allen Steady-Mitgliedern samstags einen Seevogel vorstellen. Hier, an der Küste rund um Greifswald, finde ich dafür genug Inspirationen. Zurzeit fällt es mir schwer, nicht jeden Tag mit meiner Kamera draußen unterwegs zu sein, sondern so langweilige Erwachsenendinge zu tun wie Marketing oder Buchhaltung. Und immerhin muss ich ja auch irgendwann all das, was ich erlebe und sehe für euch aufschreiben und illustrieren. Also viel Freude mit dem heutigen Seevogel! <br/></p><p><a href="https://steady.page/4aff06c7-e216-47cf-b93a-6481cdd8792d/posts/c7bd3967-42f0-4c55-b1b0-9fd9cfa63e02">Auf Steady weiterlesen</a></p>]]></content:encoded>
      <category><![CDATA[Seevogel-Samstag]]></category>
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      <pubDate>Sat, 25 Apr 2026 05:16:00 +0000</pubDate>
    </item>
    <item>
      <title><![CDATA[Seevogel-Samstag #1 Die Brandgans]]></title>
      <description><![CDATA[Brandgänse sind auffällig und wunderschön gefärbt. Das Besondere an ihnen ist, dass sie sowohl Merkmale von Gänsen als auch von Enten in sich vereinen...]]></description>
      <content:encoded><![CDATA[<p>Moin! Ich kann nicht versprechen, wie viele Wochen ist es schaffe aber mindestens sechs Samstage lange werde ich jeweils einen Seevogel kurz vorstellen. Viel Freude beim Lesen!</p><figure><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/a2dea68c-306e-48bb-a547-1ee980f09a2c/uploads/images/42xolpfqpc/_DSC1288.jpg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><figcaption>Während männliche Tiere einen Schnabelschild am Übergang zum Kopf zeigen (hinten), haben Weibchen einen weißen Saum rund um den Schnabelansatz (vorne).</figcaption></figure><p></p><p><a href="https://steady.page/4aff06c7-e216-47cf-b93a-6481cdd8792d/posts/a2dea68c-306e-48bb-a547-1ee980f09a2c">Auf Steady weiterlesen</a></p>]]></content:encoded>
      <category><![CDATA[Seevogel-Samstag]]></category>
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      <pubDate>Sat, 18 Apr 2026 05:16:00 +0000</pubDate>
    </item>
    <item>
      <title><![CDATA[Meer-Montag #61 - Gegen das Vergessen]]></title>
      <description><![CDATA[ Sie bezeichneten es als “generationsübergreifende Umweltamnesie”. Tatsächlich gibt es einen richtigen wissenschaftlichen Begriff dafür: Shifting Baseline Syndrome. ]]></description>
      <content:encoded><![CDATA[<p>Bevor ich euch heute einen etwas längeren Artikel zusende, möchte ich noch einmal auf das dazu passende Crowdfunding unseres 2. Buches “Ein Leben für den Ozean” aufmerksam machen. Wenn wir die Kosten bis zum 1. Mai zusammenkriegen, können wir loslegen und die zweite Edition schreiben, illustrieren, layouten, drucken, verpacken und an euch senden. Bestellt also gern direkt heute eure Ausgabe und helft damit einem Projekt, das den Meeresschutz sichtbarer macht und Geschichten jener erzählt, die die Welt zu einem besseren Ort machen.</p><p><a href="https://ein-leben-fuer-den-ozean.de/">jetzt vorbestellen</a></p><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/4b9742e7-4c5c-499c-9fe4-b19cd88f03a3/uploads/images/5rpstuanq3/08_ELfdO_Ed2_-_Bundle_rectangle.jpg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><h3>Meer-Montag #61 - Gegen das Vergessen</h3><p></p><p>Vor Kurzem las ich im Buch “Ozeane - die letzte Wildnis unserer Erde” von David Attenborough und Colin Butfield, wie wir uns als Gesellschaft eine “naturentleerte” Welt gewöhnen. Sie bezeichneten es als “generationsübergreifende Umweltamnesie”. [1] Tatsächlich gibt es einen richtigen wissenschaftlichen Begriff dafür: Shifting Baseline Syndrome. Gemeint ist ein sozial- und umweltpsychologisches Phänomen, bei dem sich unsere Wahrnehmung des Zustands von Natur und Umwelt über die Zeit und über Generationen hinweg schrittweise verändert. <br/><br/>Wenn wir heute, im April 2026 draußen stehen, ist die Luft erfüllt von Vogelgesang. Reviere werden verteilt und Partner*innen gesucht. Sperlinge, Finken und Amseln tummeln sich in den Gärten und Parks. Wir haben nicht das Gefühl, dass etwas fehlt. Weil wir uns nicht mehr daran erinnern, wie es vor 40 Jahren aussah. Seitdem gibt es zum Beispiel 55 Prozent weniger Feldlerchen, 91 Prozent weniger Kiebitze und 93 Prozent (!) weniger Rebhühner. Von 1980 bis 2016 sind in der EU rund 56 Prozent, in Deutschland rund 40 Prozent, aller Feldvögel verschwunden. [2] Und wir haben es gar nicht so richtig mitbekommen.</p><p></p><figure><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/4b9742e7-4c5c-499c-9fe4-b19cd88f03a3/uploads/images/57za2c2w5b/Haussperling.png?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><figcaption>Trotz seiner Häufigkeit nimmt auch die Anzahl der Haussperlinge in ganz Deutschland ab. In einigen Bundesländern befindet sich die Art bereits auf der Vorwarnliste der Roten Liste.</figcaption></figure><p><br/>Ähnlich sieht es im Ozean aus. Im Jahr 1986, vor genau 40 Jahren, trat das Walfang-Moratorium der Internationalen Walfangkommission in Kraft. Seitdem ist es weltweit verboten, Großwale kommerziell zu jagen. Norwegen, Island und Japan umgehen das Verbot durch Einsprüche, Sondergenehmigungen oder Austritt aus der IWC und jagen weiterhin. Doch vor allem die Zeit davor hat viele Arten an den Rand des Aussterbens gebraucht. Vor etwa 100 Jahren könnte es noch 250.000 Blauwale gegeben haben, nach der starken Bejagung waren es nur noch 2000 bis 3000 Individuen. Es ist schwierig, ganz genaue Zahlen zu finden, da Anfang des 20. Jahrhunderts kaum jemand Tiere systematisch gezählt und erfasst hat. Und auch, wenn sich der Bestand seit dem Moratorium erholt, leben heute nur 10 Prozent der ursprünglichen Anzahl von Blauwalen in unseren Meeren. Ähnlich sieht es bei anderen Walarten aus. </p><figure><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/4b9742e7-4c5c-499c-9fe4-b19cd88f03a3/uploads/images/2jjvdrhxkj/Blauwal_frei.png?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><figcaption>Der aktuelle Bestand des Blauwals beträgt nur etwa 3 % bis 11 % des Bestandes von 1911.</figcaption></figure><p><br/>Heute ist es ganz normal, dass es spezielle Boots- und Whale Watching-Angebote gibt, mit denen wir mit viel Glück einen dunklen Rücken zwischen den Wellen entdecken können. Natürlich sind Wale selten und wir müssen weit reisen, um den Blick auf einen zu erhaschen, anders kennen wir es nicht. Wir wissen nicht mehr, wie viele Wale es vor 100 Jahren gab und wie häufig es vielleicht war, von der Küste aus das laute Ausatmen der großen Tiere zu hören. Wir denken, dass unser heutiger Zustand der Normalzustand ist und bemühen uns, ihn zu erhalten. Und vielleicht ist es auch eine Art Selbstschutz: würden wir permanent vor Augen haben, was wir an Vielfalt und Fülle bereits verloren haben, würde sich die Motivation, etwas dagegen zu tun, vielleicht vollends verabschieden. Um nicht den Mut zu verlieren, gewöhnen wir uns schnell an die Schäden in unserer Umwelt. Und wir müssen uns in diesem Moment auch eingestehen, dass die aktuellen Ereignisse auf unserer Erde bereits überfordernd sind. Wie sollen wir da noch einen Blick zurück werfen können? Vielleicht, indem wir uns dazu entscheiden, es zu versuchen. Wir lassen die Illusion von Perfektion beiseite und gehen kleinere Schritte, die bei jeder Person unterschiedlich aussehen können. </p><p>Wir haben Zugang zu Bildung und Informationen wie nie zuvor. Wir haben aktiv die Wahl, ob wir uns in unserer Freizeit betäuben, ablenken oder uns gezielt Zeit nehmen, um etwas mehr über die Welt um uns herum erfahren. Ja, wir wissen nicht alles aus der Vergangenheit und ja, wir haben viel vergessen. Gleichzeitig können wir etwas dagegen tun, dasssich die Geschichte wiederholt. Wir müssen die Welt nicht von heute auf morgen allein ändern. Aber wir sollten uns bewusst sein, wie schlecht es ihr geht und dass wir alle gemeinsam die Verantwortung dafür tragen, dass es nicht weiter bergab geht. </p><p><br/>Genau aus diesem Grund gibt es in der Naturwissenschaft - egal, ob für Pflanzen oder Tiere - mittlerweile jede Menge Monitoringprogramme. Forschende zählen also systematisch und organisiert die Individuen unterschiedlicher Arten. So erhalten wir einen Ist-Zustand und - je länger diese Forschung betrieben wird - auch ein Bild vom Wandel in der Biodiversität. In diesem Jahr habe ich schon mehrfach an solchen Zählungen teilgenommen. Ende März bin ich bei 5 °C und Nieselregen vier Stunden lang über die Vogelschutzinsel Koos gestapft und habe mit den dortigen Naturschutzwart*innen Wasservögel gezählt. Das passiert im Winterhalbjahr einmal monatlich, möglichst immer am selben Kalendertag, zur selben Uhrzeit und an den gleichen festgelegten Orten auf der Insel. Somit sind die Daten vergleichbar und sind durch weniger Störungen beeinflusst. Ohne die Zählungen mit einem hochauflösenden Spektiv würde niemand von der Küste aus die dreitausend Enten sehen, die auf dem Greifswalder Bodden ausharren, bis sie zurück in ihre Brutgebiete weiter im Norden ziehen können. Und dann wüssten wir auch nicht, dass dieses Gebiet von besonderer Bedeutung ist und geschützt werden muss. </p><figure><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/4b9742e7-4c5c-499c-9fe4-b19cd88f03a3/uploads/images/2eizey5t4j/_DSC7095.png?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><figcaption>So wie diese Reiherente (rechts) überwintern tausende Wasservögel jedes Jahr vor unserer Ostseeküste.</figcaption></figure><p><br/>Anfang April habe ich auf der Greifswalder Oie, einer Insel in der Ostsee, die Möglichkeit gehabt, jeden Tag Kegelrobben zu zählen. Doch auch abseits meiner persönlichen Begeisterung für diese Tiere werden einmal pro Woche, immer am Dienstag, alle Kegelrobben rund um die Insel gezählt. Wie schon häufig erwähnt, galten Kegelrobben um etwa 1920 in der südlichen Ostsee als ausgestorben. Durch Jagd, Vertreibung und Umweltgifte war es äußerst selten, hier an unserer deutschen Ostseeküste eine Robbe zu entdecken. Nun kehren sie langsam wieder zurück und der Konflikt zwischen Mensch (vor allem den Küstenfischer*innen) und Naturschutz flammt erneut auf. Wir erleben wieder das Shifting Baseline Syndrome: jahrzehntelang galt eine Robbenfreie Ostsee als der Normalzustand. Vergessen war, dass es einst 100.000 Robben in diesem Binnenmeer gab (Nico Nestmann, Klaus Harder, Robben der Ostsee,2014, S.19). Seit ebenfalls etwa 40 Jahren steht die Art nun unter Schutz und die Population erholt sich langsam aber stetig. Doch trotz all der Zeit gibt es heute nicht einmal halb so viele Kegelrobben in der Ostsee wie vor 100 Jahren [3]</p><figure><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/4b9742e7-4c5c-499c-9fe4-b19cd88f03a3/uploads/images/7pbysytwfo/_DSC0946.jpg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><figcaption>An einem Tag konnte ich 218 einzelne Kegelrobbe auf der Greifswalder Oie zählen. Hier können sie friedlich während des Fellwechsels auf den Findlingen rund um die Insel Ruhe finden.</figcaption></figure><p><br/>Und dennoch werden Stimmen laut, unsere Gewässer wären überfüllt von Robben, die jeglichen Fisch vertilgen und nichts übrig lassen würden. Unser kollektives Vergessen hindert uns also nicht nur daran, die Biodiversität ausreichend zu schützen. Sie verzerrt unsere Wahrnehmung auch dahingehend, dass wir Bedrohungen sehen, wo es objektiv betrachtet keine gibt. Sie verschiebt das Bild der Verantwortung. Denn auch die Überdüngung von Gewässern, die zunehmende industrielle Fischerei, den allgegenwärtigen Müll und andere Schäden, die wir als Menschheit der Natur zufügen, nehmen wir schon als normal an. Wir übersehen das, was permanent vor unserer Nase ist und beschuldigen diejenigen, die scheinbar neu dazu kommen. In diesem Fall sind es die Robben, aber wir können diese Dynamik auch beim Wolf, Luchs oder Biber beobachten. Und dabei haben wir noch gar nicht begonnen, über Haie zu sprechen. Bis heute werden geschätzt bis zu einhundert Millionen Haie jährlich getötet. Eine Zahl, die kaum zu begreifen ist. Dadurch ist die gesamte Anzahl von Haie nin den letzten fünfzig Jahren bereits um etwa 71 Prozent weltweit gesunken. [4] Wir hatten also beinahe vier Mal so viele Haie in unseren Meeren wie zurzeit. Wie wunderschön es wäre, dorthin zurück zu kehren! </p><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/4b9742e7-4c5c-499c-9fe4-b19cd88f03a3/uploads/images/qlcufko7c3/Haisammlung.jpg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><p>Die Verschiebung unserer Wahrnehmung zu kennen und uns dessen bewusst zu sein, kann uns dabei helfen, nicht nur den Ist-Zustand zu erhalten, sondern es besser zu machen. Wir müssen also nicht nur Arten unter Schutz stellen und aufhören, sie zu jagen und zu töten. Wir müssen im Fall der Haie, Wale und anderer vom Aussterben bedrohter Arten auch viel größere und zusammenhängende Meeresschutzgebiete einrichten, damit die Populationen überhaupt eine Chance haben, sich zu erholen. Nur, wenn wir Menschen uns zurückziehen, anstatt uns immer weiter auszubreiten, haben wir eine echte Chance, Verlorenes dazu einzuladen, zurückzukommen. Meinen Weg, einen Beitrag dazu zu leisten, liest du genau in diesem Moment. Wir schützen vor allem das, was uns bekannt ist. Also lasst uns etwas über die Welt um uns herum erfahren und verhindern, dass wir vergessen, wie vielfältig und wild unsere Wet einmal war.</p><p></p><p>Werde jetzt Steady-Mitglied und erhalte doppelt so viele Artikel per Mail und außerdem bis zu einmal monatlich eine von mir illustrierte Postkarte!<br/></p><p><a href="https://steady.page/de/mariaherzog/about">Mitglied werden</a></p><p>____________________________________________________<br/>Quellen<br/><br/>[1] D. Attenborough, C. Butfield, Ozeane - Die letzte Wildnis unserer Erde, 2025, S.177</p><p><br/>[2] NABU, <a href="https://www.nabu.de/natur-und-landschaft/landnutzung/landwirtschaft/artenvielfalt/vogelsterben/index.html)">Vogelsterben nimmt dramatische Ausmaße an</a></p><p>[3] WWF,<a href="https://www.wwf.de/themen-projekte/artenlexikon/kegelrobbe?utm_source)"> Kegelrobbe im Artenlexikon, ca. 42000 Tiere, gezählt 2021</a></p><p>[4] World Animal Foundation, A. Laybourne,<a href="https://worldanimalfoundation.org/advocate/shark-attack-statistics/?http://utm_source=chatgpt.com"> Shark Attack Statistics Worldwide in 2026</a>, <a href="https://worldanimalfoundation.org/advocate/shark-attack-statistics/?http://utm_source=chatgpt.com)">2026</a>,</p><p></p><p><br/><br/></p>]]></content:encoded>
      <category><![CDATA[Meer-Montag]]></category>
      <media:content type="image/jpeg" url="https://assets.steadyhq.com/production/post/4b9742e7-4c5c-499c-9fe4-b19cd88f03a3/teaser_image/1775813724?auto=format&amp;h=787&amp;w=1400&amp;fit=fill&amp;fm=jpg&amp;crop=faces" medium="image"/>
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      <pubDate>Mon, 13 Apr 2026 05:46:00 +0000</pubDate>
    </item>
    <item>
      <title><![CDATA[Meer-Montag #60 - Unterschätzte Intelligenz]]></title>
      <description><![CDATA[Eigentlich wäre dieser Artikel nur für alle Steady-Mitglieder lesbar. Da ich aber grad eine Woche auf der Vogelschutzinsel Greifswalder Oie verbringe und nicht online…]]></description>
      <content:encoded><![CDATA[<p>Eigentlich wäre dieser Artikel nur für alle Steady-Mitglieder lesbar. Da ich aber grad eine Woche auf der Vogelschutzinsel Greifswalder Oie verbringe und nicht online bin, möchte ich ihn heute für alle zur Verfügung stellen. Während ich diesen Artikel verfasst haben, fiel mir online eine Schlagzeile auf: &quot;Eltern in Sorge - Möwe Kira klaut Schulkindern in Ribnitz ihr Essen”. Und tatsächlich wird hier von einer “Problemmöwe” erzählt. Doch ist sie wirklich das Problem oder sind es eigentlich die Kinder, die in der Vergangenheit das Tier mit ihrem Pausenbrot angelockt haben? Möwe “Kira” hat nämlich gelernt, dass sie die Kinder mit einem lauten Schrei und Flügelgeflatter dazu bringen kann, direkt das ganze Brot fallen zu lassen, sodass sie es sich schnappen kann. Natürlich wird direkt gefordert, dass die intelligente Möwe entfernt wird und dabei fällt mir wieder einmal auf, wie wenig wir oft über das wissen, was direkt vor unserer Haustür lebt. Widmen wir uns heute als den Möwen1!<br/><br/>Ich möchte dich vorher noch einmal an die Vorbestellung des Buches “Ein Leben für den Ozean” - Edition 2 erinnern. Nur, wenn wir das Projekt bis zum 1. Mai finanzieren können, wird dieses Buch realisiert, zu dem ich wieder Illustrationen beisteuern darf. Du kannst es ganz einfach</p><p><a href="https://ein-leben-fuer-den-ozean.de/shop/">hier vorbestellen</a></p><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/b3270338-1469-4256-b776-9d7ae41889de/uploads/images/d45mtlxqte/08_ELfdO_Ed2_-_Bundle_rectangle.jpg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><p>_______________________________________________<br/><br/>Vor Kurzem hat mein 13jähriges Kind bei mir sein erstes Schülerpraktikum gemacht und somit einen Einblick in meine Arbeit als selbstständige Fotografin und Illustratorin bekommen. Ich wollte ihm einmal den gesamten Prozess, wie Kunst entstehen kann, zeigen und so einigten wir uns schon vorher auf ein Thema: Möwen. Wir begannen damit, in Büchern und online zu recherchieren und suchten ganz allgemein nach Informationen. Welche Arten gibt es und welche kommen hier bei uns vor? Was ist typisches Verhalten oder wo gibt es Unterschiede? Welche Besonderheiten hat so eine Möwe und was macht sie spannend? Um unsere Ergebnisse zu vertiefen waren wir außerdem im Naturschutzzentrum in Karlshagen auf Usedom (auf Instagram findet ihr ein Vlog-Video). Dort haben wir während einer Strandführung nicht nur lebende Möwen beobachtet, sondern auch anschließend Exponate im Ausstellungsraum von Nahem betrachtet und gezeichnet. Wieder Zuhause durfte mein Kind dann eine Postkarte gestalten, die wir in den Druck gegeben haben. Einige wenige Exemplare davon findet ihr jetzt im Shop (selbstverständlich wandern die Einnahmen in die Spardose vom Kind). Außerdem haben wir auch nach sehr langer Zeit mal wieder einen Meer-Montag-Podcast aufgenommen, den ihr jetzt hier hören könnt. Weiter unten findet ihr außerdem ein paar Möwen-Infos, die wir euch herausgesucht haben. Wir wünschen euch ganz viel Freude beim Lesen und Anhören. Lasst gern Feedback da, ob ihr euch wieder häufiger solche Podcastaufnahmen wünscht. <br/></p><h4>PODCAST</h4><p><a href="https://steady.page/4aff06c7-e216-47cf-b93a-6481cdd8792d/posts/b3270338-1469-4256-b776-9d7ae41889de">Auf Steady anhören</a></p><p></p><figure><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/b3270338-1469-4256-b776-9d7ae41889de/uploads/images/th7ggjznpd/IMG_1044.jpg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><figcaption>Mein Praktikant hat nach unserem Ausflug eine eigene Postkarte entworfen, die ihr nun auch bei mir im Shop findet.</figcaption></figure><p><br/><br/>Eine Zeit lang wurden Möwen von Ornithologen größtenteils ignoriert. Vielleicht hat man sie zu oft gesehen oder die Bestimmung der einzelnen Arten in ihrem unterschiedlichen Gefieder war zu komplex. Doch besonders ihre Nähe zum Menschen und ihre geringe Scheu machen es so leicht, sie aus der Nähe genauer zu beobachten.</p><h4>Lachmöwen</h4><p></p><p>Der Name führt oft zu Verwirrung und sorgt für Diskussionen. Tatsächlich kommt er nicht unbedingt vom Humor der Möwe sondern vielleicht von ihrer Vorliebe an flachen Seen zu nisten, die auch Lachen genannt werden. Trotzdem klingt ihr Ruf für uns natürlich nach einem Lachen. Sie ist eine der häufigsten Möwenarten bei uns und ein enger Kulturfolger. Wenn Traktoren ihren Pflug über die Äcker ziehen, sieht man dahinter häufig Lachmöwen nach Würmern picken. Auch an Stränden oder auf Seebrücken tummeln sie sich, um Pommes und Kekse von Tourist*innen zu erbetteln. Ihre kleinen, runden Knopfaugen sind dabei bestimmt eine große Hilfe und lassen sie äußerst niedlich aussehen. Im Schlichtkleid ist ihr Kopf weiß mit einem kleinen schwarzen Punkt nahe der Ohren. Im Prachtkleid zeigt sie sich mit einer dunkelbrauner Gesichtssmaske und ist damit gut zu erkennen.</p><figure><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/b3270338-1469-4256-b776-9d7ae41889de/uploads/images/6nqtr2ooom/_DSC6081.jpg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><figcaption>Diese Lachmöwe wechselt grad ihr Gefieder, ihre dunkle Gesichtsmaske ist teilweise noch erkennbar.</figcaption></figure><h4>Silbermöwe</h4><p></p><p>Die Silbermöwe gehört zu den anpassungsfähigsten Seevögeln. Ihr Erfolg beruht auf ihrer kognitiven Flexibilität und sozialen Intelligenz. Besonders auffällig ist ihre opportunistisches Ernährung. Silbermöwen sind keine spezialisierten Jäger, sondern nutzen ein breites Spektrum an Nahrungsquellen, das von Fischen über wirbellose Tiere bis hin zu menschlichen Abfällen reicht. Diese Anpassungsfähigkeit zeigt sich besonders in urbanen Lebensräumen, wo sie gezielt Müllplätze, Fischmärkte oder sogar belebte Fußgängerzonen aufsuchen. Ein faszinierendes Verhalten ist das sogenannte „Drop Feeding“. Dabei lassen Silbermöwen Beutetiere mit harten Schalen, wie Muscheln, aus großer Höhe auf Felsen oder Asphalt fallen, um sie aufzubrechen. Dieses Verhalten ist nicht rein instinktiv, sondern wird durch Beobachtung erlernt und durch Erfahrung verbessert: Möwen verändern gezielt die Fallhöhe und wählen geeignete Untergründe aus, was auf Lernprozesse und Problemlösefähigkeiten hindeutet.</p><p>Auch im sozialen Kontext zeigen Silbermöwen komplexe Interaktionen. Sie brüten häufig in Kolonien. Innerhalb dieser Gruppen kommunizieren sie über ein differenziertes Repertoire an Lauten und Körperhaltungen.  Vögel, die in Kolonien brüten, haben ein besonders gutes Gehör. Sobald sie von der Suche nach Nahrung zurück zu ihrem Nest kommen, erkennen sie ihren Partner oder die eigenen Küken anhand der Stimme</p><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/b3270338-1469-4256-b776-9d7ae41889de/uploads/images/br4cvg3wvn/Silbermowe_S.png?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><h4>Mantelmöwe</h4><p></p><p>Mantelmöwen fallen durch ihren sehr dunklen Rücken und ihre imposante Größe auf. Ihr Flügelspannweite kann bis 165cm betragen. Sie sind nach etwa dreieinhalb Jahren ausgefärbt und tragen bis dahin ein graubraunes Jugendkleid. Damit sind sie oft nur durch ihre Größe von anderen jungen Möwen zu unterscheiden, das gefleckte Federkleid sieht bei vielen Arten sehr ähnlich aus. Sie brüten einzeln, in Kolonien und auch mit anderen Möwenarten zusammen und sind dabei nicht all zu wählerisch, was das Brutgebiet betrifft. Man findet sie auf Felsen, Klippen, auf kiesigen und sogar auf bewachsenen Ufern, an Flussmündungen oder an küstennahen Binnenseen. Ebenso divers ist ihr Speiseplan: Fische, Krebse, Würmer, Muscheln und sogar Säugetiere, Vögel und Eier gehören dazu. Bei sehr geringer Nahrungsverfügbarkeit können sie sogar entengroße Vogel angreifen und fressen. Einige Möwen haben außerdem eine hoch effiziente Methode entwickelt, an Futter zu gelangen. Sie verfolgen allein oder zusammen ein auserwähltes Opfer, das kurz zuvor etwas gefressen hat. Bei der Verfolgung zwingen sie es, den Inhalt des Kropfes, in dem Vögel ihre Nahrung oft nach dem Verschlucken aufbewahren, zu entleeren. Die Verfolger schnappen sich dann die Beute und verschlingen sie selbst.</p><figure><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/b3270338-1469-4256-b776-9d7ae41889de/uploads/images/sflteibi2y/_DSC6959.jpg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><figcaption>Die Mantelmöwe (links) ist aufgrund ihrer Größe und des dunklen Rückens gut von den anderen Arten zu unterscheiden.</figcaption></figure><p><br/>Im Shop findest du ein Original Silbermöwen-Kunstwerk, das ich mit Passepartout und Echtheitszertifikat versende.<br/><br/></p><p><a href="https://mariaherzog.de/shop/Originalkunstwerk-Mowenkinder-p806361438">Zum Original</a></p><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/b3270338-1469-4256-b776-9d7ae41889de/uploads/images/xrzq347vfh/_DSC2561.jpg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><p>Der Meep-Vogel (über den wir im Podcast reden)<br/></p><a href="https://www.youtube.com/shorts/47AFfqP9s1s">https://www.youtube.com/shorts/47AFfqP9s1s</a><p><br/></p><p><br/></p><p></p>]]></content:encoded>
      <category><![CDATA[Meer-Montag]]></category>
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      <pubDate>Mon, 30 Mar 2026 05:16:00 +0000</pubDate>
    </item>
    <item>
      <title><![CDATA[Schaffen wir gemeinsam “Ein Leben für den Ozean 2”?]]></title>
      <description><![CDATA[Am 26. Juli 2022 landete eine E-Mail in meinem Postfach, die meinen Puls erhöhte und mir wurde kurz schwindelig. Was nach dieser einen Mail alles passieren würde, konnte…]]></description>
      <content:encoded><![CDATA[<p>Am 26. Juli 2022 landete eine E-Mail in meinem Postfach, die meinen Puls erhöhte und mir wurde kurz schwindelig. Was nach dieser einen Mail alles passieren würde, konnte ich da noch gar nicht absehen aber sie war für mich der Impuls, der mich dorthin gebracht hat, wo ich heute stehe. Die Erkenntnis, dass ich mit meinem Interesse für den Ozean und den Meeresschutz nicht allein bin und dass es eine Perspektive sein kann, mich künstlerisch und professionell mit diesen Themen auseinander zu setzen, hatte seinen Ursprung in dieser Mail.</p><p>Im Juli vor vier Jahren fragten mich Christian Weigand und Florian Sturm, ob ich Lust hätte, ihr Buch “Ein Leben für den Ozean” mit Illustrationen zu begleiten. Gemeinsam mit dem Art-Director Stefan Klöpper haben wir dieses Projekt zu viert zu einem ganz besonderen Buch gemacht und zum Erscheinungsdatum gemeinsam in Leipzig etwa 400 Vorbestellungen verpackt. Seitdem begeistern die Geschichten über den Meeresschutz in Nord- und Ostsee jede Menge Menschen und das Feedback war und ist immer noch überwältigend. </p><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/21a6c940-7f8e-48bc-96e0-f861a9e549ae/uploads/images/onbckwlmlg/08_ELfdO_Ed2_-_Bundle_rectangle.jpg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><h3>Nun ist es soweit: Edition 2 ist in Planung und dafür brauchen wir wieder euer Vertrauen und eure Unterstützung. Nur mit ausreichend Vorbestellungen können wir das zweite Buch finanzieren und real werden lassen. </h3><p><a href="https://ein-leben-fuer-den-ozean.de/shop/">jetzt vorbestellen</a></p><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/21a6c940-7f8e-48bc-96e0-f861a9e549ae/uploads/images/j7nis256xd/06_ELfdO_Ed2_-_3D.png?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><p> Insgesamt wird es wieder 10 Geschichten über die Held*innen der Meere geben. Hier schon mal ein paar Einblicke, damit ihr spürt, wohin die Reise gehen wird:</p><ul><li><p>Wir tauchen gemeinsam ab in die <strong>Megafauna vor den Azoren</strong>.</p></li><li><p>Wir nehmen euch mit ins <strong>Haifischbecken Nordspanien</strong> - dort, wo Schutz und Geschäft aufeinandertreffen und die Forschung vermitteln will.</p></li><li><p>Wir treffen die Menschen, die versuchen, die <strong>einst dichteste Seepferdchenpopulation der Welt </strong>zu retten.</p></li><li><p>Wir begleiten ein <strong>Frauenkollektiv</strong>, das ein Flussdelta renaturiert – mit moderner Forschung und traditionellem Handwerk.</p></li><li><p>Wir berichten über die <strong>Schattenseiten des illegalen Haifangs in Europa </strong>und über<strong> Kriminalität auf hoher See</strong>.</p></li><li><p>Außerdem erzählen wir, <strong>wie es mit den Geschichten aus Edition 1 weiterging</strong>.</p></li></ul><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/21a6c940-7f8e-48bc-96e0-f861a9e549ae/uploads/images/cga27p7cly/05_ELfdO_Ed2_-_Seepferdchen.jpg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><p>Wir möchten das neue Buch wieder im Eigenverlag veröffentlichen. <strong>Ohne Amazon, ohne große Lieferketten. </strong>Das macht uns unabhängig. Es heißt aber auch: <strong>Wir können das Buch nur produzieren, wenn bis zum 1. Mai 2026 ausreichend viele Vorbestellungen eingehen.</strong></p><p><a href="https://ein-leben-fuer-den-ozean.de/shop/">zum buch</a></p><h4>So könnt ihr uns unterstützen</h4><p></p><p><strong>1) Vorbestellen</strong> – das ist die wichtigste und direkteste Unterstützung für uns: <a href="http://www.ein-leben-fuer-den-ozean.de/">www.ein-leben-fuer-den-ozean.de</a></p><p><strong>2) Weiterleiten &amp; Teilen</strong><br/>Wenn ihr Menschen kennt, die Meeresreportagen lieben oder den Schutz unserer Ozeane unterstützen: Bitte leitet diese Mail weiter oder <a href="http://www.ein-leben-fuer-den-ozean.de/">teilt den Link zum Buch</a>. Das hilft uns enorm.</p><p><strong>3) Türen öffnen</strong><br/>Vielleicht habt ihr Kontakt zu einer Stiftung/Firma/NGO, die das neue Buch als Team- oder Weihnachtsgeschenk vorbestellen oder uns beispielsweise bei den Druckkosten unterstützen möchte. Dann schreibt uns gern an <a href="mailto:info@ein-leben-fuer-den-ozean.de">info@ein-leben-fuer-den-ozean.de</a>.</p><p><strong>4) Lesungen</strong><br/>Wir kommen auch gern für Lesungen vorbei. Wenn ihr Kontakte zu Buchhandlungen, Vereinen, Schulen, Unis oder Veranstaltern habt: Meldet euch auch da gern per <a href="mailto:info@ein-leben-fuer-den-ozean.de">Mail</a>.</p><p><a href="https://ein-leben-fuer-den-ozean.de/shop/">jetzt vorbestellen</a></p><p>Als Meerescommunity haben wir die erste Edition in ein reales Buch verwandelt und ich glaube ganz fest, dass wir das auch mit Edition 2 schaffen werden. Danke für jede Art der Unterstützung und dass ihr eure Aufmerksamkeit dem Meeresschutz widmet. </p><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/21a6c940-7f8e-48bc-96e0-f861a9e549ae/uploads/images/q42q6ydd4d/02_ELfdO_Ed2_-__Inhalt.jpg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><p></p><p></p><p></p><p></p>]]></content:encoded>
      <media:content type="image/jpeg" url="https://assets.steadyhq.com/production/post/21a6c940-7f8e-48bc-96e0-f861a9e549ae/uploads/images/onbckwlmlg/08_ELfdO_Ed2_-_Bundle_rectangle.jpg?auto=format&amp;h=787&amp;w=1400&amp;fit=fill&amp;fm=jpg&amp;crop=faces" medium="image"/>
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      <pubDate>Tue, 24 Mar 2026 06:55:34 +0000</pubDate>
    </item>
    <item>
      <title><![CDATA[Meer-Montag #59 - Wanderung im Ozean]]></title>
      <description><![CDATA[Falls du wie ich als Kind jede Naturdokumentation, die im linearen Fernsehen lief, aufgesaugt hast wie ein Schwamm, dann bist du vermutlich auch bestens informiert über…]]></description>
      <content:encoded><![CDATA[<p>Falls du wie ich als Kind jede Naturdokumentation, die im linearen Fernsehen lief, aufgesaugt hast wie ein Schwamm, dann bist du vermutlich auch bestens informiert über die großen Tierwanderungen in der afrikanischen Savanne. Millionen Huftiere ziehen jedes Jahr kreisförmig durch das kenianische Naturschutzgebiet Masai Mara und die tansanische Serengeti. Sie folgen dabei dem Regen und dementsprechend der Nahrung. Auch in der Luft sind uns die großen Wanderungen der Zugvögel bekannt. In jedem Herbst sammeln sich riesige Schwärme vieler Vogelarten, um wie auf ein für uns lautloses Kommando in den Süden zu ziehen. Dort verbringen sie den Winter in milderem Klima während uns die Vögel aus Skandinavien für ihren Winterurlaub auswählen. Zum heutigen Meer-Montag widmen wir uns Wanderungen, die unter Wasser stattfinden. Denn auch hier gibt es sich widerholende Bewegungen verschiedener Tierarten, die an Jahreszeiten und das Nahrungsaufkommen gebunden sind.</p><p>Tatsächlich findet jeden Tag im Meer die größte regelmäßige Wanderung von Tieren statt. Jedoch ziehen die Lebewesen hier nicht vom Pol zum Äquator oder von einer Küste zur anderen. Es ist eine vertikale Wanderung, bei der unzählige Organismen, die wir unter dem Begriff Zooplankton beschreiben, nachts zur Wasseroberfläche aufsteigen, um pflanzliches Plankton zu fressen. Noch vor Sonnenaufgang lassen sie sich wieder absinken, um den Fressfeinden am Tag zu entgehen. Für den Nahrungskreislauf hat diese Wanderung eine große Bedeutung: die Meereslebewesen transportieren durch ihr Auf- und Absteigen Kohlenstoff von der Oberfläche in die Tiefe. Außerdem zieht das Zooplankton auch in der Nacht jede Menge Räuber mit sich nach oben. Auch Laternenfische, Kalmare und sogar Riesenmaulhaie vollziehen ähnliche Bewegungen in der Wassersäule. Die Leistung des Planktons ist hierbei enorm: manche tauchen aus 1000 Meter Tiefe auf und sind dabei kaum größer als ein Reiskorn. Spannend ist, dass einige Organismen ihre Wanderung nicht nur am zeitlichen Tagesverlauf ausrichten, sondern auch bei einem wolkigen Himmel oder Vollmond Teilwanderungen unternehmen.[1]</p><figure><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/1e557126-efee-49dd-a795-28ebc2603375/uploads/images/wlvteluuio/Plankton.jpg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><figcaption>Zooplankton setzt sich aus unterschiedlichen Organismen zusammen. Dazu gehören Rädertiere, Fischlarven oder auch Quallen und Krill.</figcaption></figure><p></p><p>Andere Tiere unternehmen saisonale Wanderungen, bleiben also mehrere Wochen oder Monate in einer Region. Die meisten Blauwale halten sich im Sommer in kühlen und nährstoffreichen polaren Gebieten auf. Dort fressen sie so viel Krill, dass ihre Speckschicht unter der Haut wächst und ihnen als Reserven für die anstehende Reise dient. Im Spätherbst machen sich die bis zu 33 Meter langen Tiere auf den Weg in tropische Gewässer, wo die Weibchen ihre Jungen zur Welt bringen. Den genauen Weg der Wale kannst du auf einer interaktiven Karte anschauen, die ich dir unten verlinke. [2] </p><p>Blauwale sind wirklich erstaunlich und gehören zu den größten Tieren, die jemals auf der Erde gelebt haben. Ihr bis zu 20cm dicke Aorta transportiert ca. 7000 Liter Blut! Dass sich solch ein riesiges Lebewesen von solch winzig kleiner Nahrung satt wird, ist für mich nur schwer vorstellbar. Aber ihr großes Körpervolumen verliert weniger Wärme an die Umgebung und ihr stromlinienförmiger Körper ermöglicht eine sehr effiziente Fortbewegung ohne zu viel Energie zu verschwenden. </p><figure><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/1e557126-efee-49dd-a795-28ebc2603375/uploads/images/s3xwknshmd/Blauwal_frei.jpg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><figcaption>Blauwale können über 30 Meter lang werden. Um Plankton aufzunehmen öffnet sich ihre riesiges Maul. Dank der vielen Falten an der Unterseite kann der Wal mit einem Schluck bis zu 40 Tonnen Wasser und Nahrung aufnehmen.</figcaption></figure><p>Auch von manchen Haien sind Wanderungen über weite Strecken bekannt. In jedem Jahr zwischen Februar und April ziehen tausende männliche Schwarzspitzenhaie entlang der Ostküste Floridas nach Norden, um sich mit den dort gebliebenen Weibchen zu paaren. Doch während früher Gruppen von bis zu 15.000 Tieren gemeinsam schwammen, werden es nun von Jahr zu Jahr weniger. Es wird vermutet, dass das am durch die Klimakrise verursachten wärmeren Wasser im Norden liegen könnte. Auch die Nahrung der Haie, die aus verschiedenen Fischarten besteht, verlagert sich immer weiter in den Norden. [3] </p><h4>Doch wie können sich die Tiere im scheinbar unendlichen Blau überhaupt zurecht und ihren richtigen Weg finden? </h4><p><br/>Dafür gibt es viele verschiedene Möglichkeiten. Viele Tiere nutzen das Erdmagnetfeld. Sie haben besondere magnetithaltige Nervenzellen, die das Magnetfeld “lesen” und zur Navigation nutzen können. Eine Gruppe Forschender fand im Jahr 2020 heraus, dass Sonnenstürme, die hohe elektromagnetische Strahlung der Erde nahe bringen, die Wahrnehmung der Tiere stören und zum Beispiel zu Walstrandungen führen können. [4]<br/>Doch auch der Hör-, Seh- und Geruchssinn helfen beim Finden der richtigen Richtung. Jede Bucht und jedes Riff klingen oder riechen anders und lassen die Tiere damit wissen, wo sie sich grad befinden. Zusätzlich können sie sich an Landmarken, wie z.B. Inseln oder Unterwasservulkanen orientieren. Deshalb sieht man dort manchmal große Ansammlungen verschiedenster Tierarten, die nacheinander vorbeiziehen. So ist zum Beispiel die Princess Alice Bank, ein Seeberg im Atlantik, ein beliebtes Ziel für Tauchende und Forschende. Denn hier lassen sich Haie, Wale und Rochen beobachten. </p><p>Wie immer, wenn wir über Meerestiere sprechen, ist vieles noch unerforscht. Es gibt noch so viel zu lernen und selbst, wenn ein paar Mysterien ungelöst bleiben, verhindern sie nicht unser Staunen darüber, wie man sich in einem scheinbar unendlichen Blau zurechtfinden kann. <br/><br/>Wenn du mich in meiner Arbeit als Illustratorin und bei meinen Recherchen über solche Themen unterstützen möchtest, werde gern Mitglied hier bei Steady. Je nach ausgewähltem Paket erhältst du mehrmals im Jahr sogar eine physische Postkarte mit meiner Kunst zu dir nach Hause. </p><p><a href="https://steady.page/de/mariaherzog/about">Mitglied werden</a></p><p><br/>__________________________________________<br/></p><p>[1] Melissa M. Omand, Deborah K. Steinberg, Karen Stamieszkin, 2021,<a href="https://www.pnas.org/doi/abs/10.1073/pnas.2022977118"> Cloud shadows drive vertical migrations of deep-dwelling marine life</a></p><p>[2] Interaktive Karte zur Darstellung von Walwanderungen, <a href="https://bluecorridors.org/explore/species">Blue Corridor </a><br/><br/>[3] National Geographic, Eric Niler, 2025, <a href="https://nationalgeographic.de/tiere/2018/03/immer-mehr-haie-setzen-jaehrliche-wanderung-aus/#:~:text=Die%20Tiere%20%E2%80%93%20allesamt%20M%C3%A4nnchen%20%E2%80%93%20schwimmen,%E2%80%9C">Immer mehr Haie setzen jährliche Wanderung aus</a></p><p>[4] Jesse Granger, Lucianne Walkowicz, Robert Fitak, Sönke Johnson, 2020, <a href="https://www.cell.com/current-biology/fulltext/S0960-9822(20)30028-2">Gray whales strand more often on days with increased levels of atmospheric radio-frequency noise</a><br/><br/></p>]]></content:encoded>
      <category><![CDATA[Meer-Montag]]></category>
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      <pubDate>Mon, 16 Mar 2026 07:01:00 +0000</pubDate>
    </item>
    <item>
      <title><![CDATA[Meer-Montag #58 - Zwischenwesen]]></title>
      <description><![CDATA[Wie du vielleicht weißt, unterscheiden sich die Fische in unseren Meeren anhand ihres Skeletts. Es gibt Knochenfische und Knorpelfische. Zu…]]></description>
      <content:encoded><![CDATA[<p>Moin an diesem Meer-Montag. Wie du vielleicht weißt, unterscheiden sich die Fische in unseren Meeren anhand ihres Skeletts. Es gibt Knochenfische und Knorpelfische. Zu letzteren gehören die Haie und Rochen. Doch es gibt auch eine dritte Klasse, die dazu gezählt wird: die Seekatzen. Sie sind vielen Menschen vollkommen unbekannt, weshalb ich heute mit euch ein wenig in die Tiefsee leuchten möchte, um sie kennen zu lernen. Als Steady-Mitglied kannst du den heutigen Artikel etwas weiter unten entweder lesen oder aber hören, da ich ihn dir auch eingesprochen habe.  </p><p>Für alle Newsletter-Abonnenties habe ich gute Neuigkeiten: nachdem ihr das Malbuch direkt leer gekauft habt, ist die zweite Auflage nun da. Diesmal sogar aus 100% Recyclingpapier. Schaut also gern mal im Shop vorbei:</p><p><a href="https://mariaherzog.de/shop/">ZUM SHOP</a></p><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/f10121c7-c408-44f7-9a46-6d27dd2a1d69/uploads/images/q3jr4d2jmq/Malbuch2.jpg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><p><a href="https://steady.page/4aff06c7-e216-47cf-b93a-6481cdd8792d/posts/f10121c7-c408-44f7-9a46-6d27dd2a1d69">Auf Steady weiterlesen</a></p>]]></content:encoded>
      <category><![CDATA[Meer-Montag]]></category>
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      <pubDate>Mon, 02 Mar 2026 08:24:33 +0000</pubDate>
    </item>
    <item>
      <title><![CDATA[Meer-Montag #57 - Wie ich vor lauter Eis und Tod den Fokus verlor]]></title>
      <description><![CDATA[Der Winter hält die Ostsee in diesem Jahr in einem festen und eisigen Griff. Zum ersten Mal seit vielen Jahren sind große Teile der Küste in Mecklenburg-Vorpommern für…]]></description>
      <content:encoded><![CDATA[<p>Der Winter hält die Ostsee in diesem Jahr in einem festen und eisigen Griff. Zum ersten Mal seit vielen Jahren sind große Teile der Küste in Mecklenburg-Vorpommern für mehrere Wochen zugefroren. Und während die kalte weiße Wüste ungewöhnlich viele Tourist*innen an die Strände lockt, gibt es immer mehr Meldungen von ungewöhnlichem Verhalten aus der Vogelwelt. In mehreren Häfen tummeln sich hunderte Kormorane auf einer dicker werdenden Eisschicht, die sie von ihrer Nahrung trennt. Kormorane tauchen normaler Weise nach ihrer Nahrung in flachem Wasser, das nun in der gesamten Region des Greifswalder Boddens zugefroren und nicht mehr zugänglich ist. Zwischen den Tieren und den Booten im Hafen liegen all jene Vögel, die keine Reserven mehr hatten. Sie werden nun entweder von Raubvögeln gefressen oder vom weiterhin rieselnden Schnee bedeckt.</p><figure><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/d8cbf1c2-bfea-4008-ac3e-41b69d8c98e8/uploads/images/zoo7int4hy/_DSC5794-2.jpg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><figcaption>Die Zugwege der Kormorane verändern sich immer mehr und verkürzen sich.</figcaption></figure><p>Um mir selbst ein Bild zu machen, besuche ich den Greifswalder Ortsteil Eldena. Hier mündet der Fluss Ryck in den Greifswalder Bodden. Am Sperrwerk sind die letzten etwa einhundert Meter eisfrei und ich sehe jede Menge Wasservögel. Auch eine Gruppe von etwa 25 Kormoranen sitzt hier locker verteilt am Rand des Eises. Auf den ersten Blick wirken die Tiere fit aber nach kurzer Beobachtung fällt mir ein Kormoran auf, der scheinbar innere Verletzungen hat und Blut verliert. Auch auf dem Eis zwischen den anderen Vögeln sind überall große rote Lachen. Hier ist etwas ganz und gar nicht in Ordnung. Später erfahre ich, dass dies Anzeichen von Verhungern sein können, da Seevögel sehr aggressive Magensäure besitzen. Bei fehlender Nahrung kommt es zu Verletzungen im Magen-Darm-Trakt.</p><figure><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/d8cbf1c2-bfea-4008-ac3e-41b69d8c98e8/uploads/images/zarizxcm2r/_DSC6359-2.jpg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><figcaption>Auf dem Eis des Ryck sitzen auch verletzte und schwache Kormorane.</figcaption></figure><p>Beim Weitergehen entdecke ich sogar mehrere tote Kormorane im Wasser. Um mich herum sind überall Menschen, die hier spazieren gehen und Fotos vom Eis machen. Eine Frau deutet auf die Kormorane und sagt &quot;Richtig niedlich, wie sie da hocken, oder?&quot; Erst als ich sie auf das verletzte Tier und die großen Blutflecken aufmerksam mache, sieht sie genauer hin, bekundet kurz Mitleid und spaziert dann weiter. Und ich frage mich frustriert, warum ich nicht Diejenige sein kann, die über das Leid einfach hinwegschauen und ihren Alltag unbeirrt fortführen kann.</p><p>Zur selben Zeit werden außerdem jede Menge toter Vögel an den Stränden der Insel Rügen und auf dem Eis gefunden. Ob es sich hierbei um Opfer der Vogelgrippe handelt oder die Vögel tatsächlich verhungert sind, ist schwer zu sagen. Nachdem einige tote Schwäne auf dem Eis von Touristen entdeckt wurden, ruft die Tierrettung der Region dazu auf, nun Futterstellen für geschwächte Schwäne anzulegen und beginnt, Spenden anzunehmen. Einen Tag später raten offizielle Stellen davon ab. Denn zum Einen kommen an solchen zentralen Futterstellen gesunde Tiere mit kranken eng zusammen und könnten sich somit leichter infizieren. Zum Anderen fliegen Schwäne bei gefrorenem Wasser ins Inland auf die Felder und haben die Möglichkeit, sich dort von Gräsern oder Kräutern zu ernähren.</p><p>Hier zeigt sich ganz deutlich, dass durchaus unterschieden wird, wem geholfen wird und wem nicht. Schwäne sind schön, elegant, sind niemandem im Weg. Sie sind gern gesehen in einem Bundesland, das vom Tourismus lebt. Ihnen wird geholfen, obwohl die Not nicht ansatzweise so groß ist, wie bei den Fisch fressenden Vogelarten. Denn Kormorane sind in dieser Region ein Dorn im Auge der fest verankerten Küstenfischerei. Ihr fällt es schwer, die industrielle Überfischung der Ostsee, den Eintrag von Schadstoffen, den menschlichen Müll in den Gewässern und die Klimakrise mit daraus resultierenden verschobenen Laichzeiten als die Ursache für den Rückgang vieler Fischarten anzuerkennen. Die Schuld wird dagegen leider noch viel zu häufig bei Fisch fressenden Tieren wie der Kegelrobbe oder dem Kormoran gesucht. Die am lautesten geforderte Maßnahme: Abschuss. Noch ist der Kormoran EU-weit geschützt, nachdem er eine Zeit lang stark bejagt wurde und sich nun erholt. Die Gesamtpopulation ist auch objektiv betrachtet nicht zu groß und schwankt je nach Nahrungsverfügbarkeit. Doch nun, da sich die Tiere um die letzten verbliebenen offenen Wasserstellen sammeln, wird das öffentliche Bild gezeichnet, es wären zu viele. Als gäbe es so viele Kormorane, dass sie nicht mehr wüssten, wo sie hin sollten und deshalb in die Städte und Häfen kommen.</p><p>Weil vermutlich zu wenig Menschen schon mal eine Kolonie besucht haben und so viele Tiere an einem Ort beobachten konnten, ist die Wahrnehmung von Mengen in der Tierwelt verschoben. Wir sind es nicht mehr gewohnt, ganze Schwärme am Himmel, in den Bäumen oder auf dem Wasser zu sehen. Ich lese in den letzten Tagen immer häufiger Kommentare in den Sozialen Medien, die sich im Wortlaut ähneln: &quot;Der Kormoran frisst uns den gesamten Fischbestand weg. Der Kormoran frisst 500g Fisch am Tag. Der Kormoran frisst mehr, als er benötigt.&quot; Ich wundere mich also nicht, dass mich auch Berichte erreichen von Personen, die bei scheinbar geschwächten Kormoranen die Tierrettung anriefen und keine Hilfe für diese Tiere erhielten. All diese Nachrichten und meine eigenen Beobachtungen lösen jede Menge unterschiedlicher Gefühle in mir aus. Ich bin wütend über den Speziezismus, den wir hier erleben. Dass Leben unterschiedlich bewertet wird, ist ein Konzept, dass ich immer weniger akzeptieren kann. Ich bin außerdem frustriert von der Berichterstattung vieler Medien, die oft nur die laute Stimme der Fischerei wiedergeben. Doch nicht immer sind die lautesten die, die Recht haben. Ich fühle mich verzweifelt, weil es so schwer ist, herauszufinden, ob ich als Privatperson irgendetwas tun kann. Ob es überhaupt notwendig ist, etwas zu tun. Ob es ganz furchtbar wäre, nichts zu tun. Meine Gedanken drehen sich im Kreis und je mehr ich lese, je mehr Meinungen ich dazu höre, desto gelähmter fühle ich mich. Und ich merke, dass ich genau an dem Punkt bin, der mich zum Schreiben gebracht hat.</p><figure><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/d8cbf1c2-bfea-4008-ac3e-41b69d8c98e8/uploads/images/ubwql4jlcl/_DSC6705-2.jpg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><figcaption>Große Teile der Ostseeküste sind zugefroren.</figcaption></figure><p>Das Richtige zu tun und alle retten zu wollen, ist eine Aufgabe, die viel zu groß ist, um sie allein zu bewältigen. Selbst laut zu sein ist etwas, dass nicht allen liegt. Und immer nur negative Nachrichten zu hören und uns an der Tragik aufzureiben ist alles andere als gesund. Also trete ich Anfang Februar einen Schritt zurück von meinem Gedankenkarussel, das pures Gift für meine mentale Gesundheit ist. Ich fahre ein paar Tage auf die Insel Rügen in der Hoffnung, ein wenig Frieden zu finden und neue Energie tanken zu können. Doch als ich in meiner Unterkunft ankomme, ist alles anders als erhofft. Obwohl ich wusste, was mich erwartet, trifft es mich doch.</p><p>Im dritten Jahr übernachte ich nun für ein verlängertes Wochenende in einem Pfahlhaus eines Hotels im Südosten von Rügen. Dieses Haus steht mitten im Wasser und bei meinen vorherigen Besuchen konnte ich vom Bett aus durch die bodentiefen Fenster sowohl jede Menge Seevögel, als auch Kegelrobben beobachten. Egal, wie grau das Wetter war oder wie kalt der Wind pfiff: ich konnte das machen, was mich immer wieder mit Ruhe und einem großen Glücksgefühl erfüllte: die Natur beobachten. Doch nun ist auch hier alles zugefroren und weit und breit ist nur ein einziger Vogel auf dem Eis zu sehen: ein einzelner Singschwan liegt weit ab von seinen Artgenossen und sieht nicht so aus, als würde er demnächst wieder aufstehen.</p><p>Während also jede Menge Tourist*innen an die Ostsee reisen und von der Schönheit des zugefrorenen Meeres schwärmen, sehe ich nur eine karge weiße Wüste und sehr viel Tod. Meine Ankunft hatte ich mir anders vorgestellt. Am nächsten Tag kann ich auf einer aktuellen Karte vom Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie sehen, wo es noch offenes Wasser gibt. Ich mache mich also auf den Weg nach Glowe. Der Ort liegt weiter im Norden und ist weniger geschützt vor Wind und Wellen. Tatsächlich treffen hier große Wogen auf den Strand und auf ihnen tanzen sie: hunderte Entenvögel, die hier bei uns den Winter verbringen. Ich sehe Bergenten, Reiherenten, Mittelsäger und Eisenten. Ich sehe tauchende Kormorane und so viel mehr während mir der Eisregen ins Gesicht peitscht. Ich habe lange nicht mehr so viel Lebendigkeit gespürt! Das hier ist es, was ich gebraucht habe, um weiter zu machen. Ich musste sehen, dass es auch noch etwas anderes gibt als Tod. So viel Leben auf den Wellen zu sehen, rückt alles wieder in das Gleichgewicht, das ich zwischenzeitlich verloren hatte.</p><figure><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/d8cbf1c2-bfea-4008-ac3e-41b69d8c98e8/uploads/images/mp3oba3lpy/_DSC7095.jpg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><figcaption>Im Norden Rügens gibt es offenes Wasser und tausende Seevögel.</figcaption></figure><p>Ich erkenne, dass beides gleichzeitig nebeneinander existieren kann. Die Wut neben dem Glück. Die Verzweiflung neben der Hoffnung. Ich möchte weder das eine, noch das andere ignorieren. Der Frust über das öffentliche Bild der Kormorane motiviert mich, genau mit dem weiter zu machen, was ich bereits in all meine Arbeit einfließen lasse. Ich will die Seite derer zeigen, die nicht sofort die Attribute süß und nützlich zugeschrieben bekommen. Die erst auf den zweiten Blick in diese Kategorien sortiert werden. Oder den dritten. Aber ich kann das nicht tun, in dem ich mich Kopf über in Katastrophen verliere. Ich muss genügend gute Momente sammeln, um weiterhin mit meiner Arbeit zeigen zu können, wieviel Schönheit unsere Küste zu bieten hat. Dass jeder Bestandteil ihrer Natur schützenswert ist und wie wir uns gemeinsam dafür einsetzen können, damit unsere Ostsee heilt. Das kann auf ganz unterschiedliche Weise geschehen und es gibt nicht die eine perfekte Herangehensweise. Ich habe in mir die Bestätigung gefunden, dass mein Weg über Fotografie, Kunst und das Schreiben der ist, der zu mir passt und den ich dauerhaft gehen kann ohne auszubrennen. Nun werde ich mich in diesem Jahr wieder auf die Suche nach Menschen begeben, die andere Wege gewählt haben. Mögen sie wissenschaftlich, ehrenamtlich oder aktivistisch sein: ich freue mich über weitere Einblicke in den Natur- und Umweltschutz an der Küste Mecklenburg-Vorpommerns.</p><figure><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/d8cbf1c2-bfea-4008-ac3e-41b69d8c98e8/uploads/images/vpe74r727w/_DSC7117.jpg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><figcaption>Ein Kormoran trocknet seine Flügel nachdem er im flachen Wasser nach Nahrung getaucht ist.</figcaption></figure>]]></content:encoded>
      <category><![CDATA[Meer-Montag]]></category>
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      <pubDate>Mon, 16 Feb 2026 07:01:00 +0000</pubDate>
    </item>
    <item>
      <title><![CDATA[Meer-Montag #56 - In Zeitlupe durch’s Eis]]></title>
      <description><![CDATA[Am heutigen Meer-Montag befinden wir uns weit im Norden. Im dunklen Wasser des Nordatlantiks und der Arktis verbirgt sich ein geheimnisvolles Wesen: der Grönlandhai.]]></description>
      <content:encoded><![CDATA[<p>Ahoi! Vor zwei Wochen ging es am Meer-Montag hier auf Steady darum, wie Meerestiere eigentlich schlafen. Der Artikel ist für alle Steady-Mitglieder freigeschaltet und ich finde, es ist zu merken, dass ich mehr Zeit für die Recherche und die Illustrationen hatte. Ich liebe das Bild vom Nördlichen See-Elefanten! (Hätte nie gedacht, solch einen Satz mal zu schreiben…) Wenn du ihn und alle 54 vorherigen Artikel (quasi ein Buch über den Ozean) nachlesen möchtest, kannst du das, in dem du eine Mitgliedschaft abschließt.</p><p><a href="https://steady.page/de/mariaherzog/about">Heute Mitglied werden</a></p><p><strong>Nun tauchen wir ab zu den Haien in der Arktis</strong><br/><br/>Am heutigen Meer-Montag befinden wir uns weit im Norden. Im dunklen Wasser des Nordatlantiks und der Arktis verbirgt sich ein geheimnisvolles Wesen: der Grönlandhai (<em>Somniosus microcephalus</em>). Er gehört zur Ordnung der Dornhaiartigen und ist ebenso faszinierend wie rätselhaft. Durchschnittlich wird dieser Hai vier bis fünf Meter lang. Forschende entdeckten erst vor wenigen Jahren, wie außergewöhnlich alt Grönlandhaie werden können. Durch die Analyse der Augenlinsenproteine, deren chemische Zusammensetzung sich im Laufe der Zeit verändert, wurde das Alter einzelner Tiere auf bis zu mindestens 400 Jahre geschätzt. Damit hält der Grönlandhai den Rekord als ältestes bekanntes Wirbeltier der Welt. Ein Exemplar, das heute im Nordatlantik schwimmt, könnte also schon zu Zeiten von Galileo Galilei geboren worden sein. [1]</p><figure><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/3374ea75-7f7d-46d3-b396-d57e5a2978a6/uploads/images/g4auui6s45/Gronlandhai_neu.png?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><figcaption>Grönlandhaie sind graubraun bis olivgrün und haben eine kleine Rückenflosse.</figcaption></figure><p></p><p><strong>Ein Leben in Zeitlupe</strong></p><p>Das Leben des Grönlandhais verläuft in einem unglaublichen Zeitlupentempo. Seine Wachstumsrate liegt bei nur etwa 1 cm pro Jahr und Weibchen werden erst mit ungefähr 150 Jahren geschlechtsreif. Diese extrem langsame Entwicklung ist eine Anpassung an die eisigen Temperaturen von -1 bis +4 °C in seinem Lebensraum. In dieser Kälte ist der Stoffwechsel des Hais derart verlangsamt, dass er nur selten aktiv jagt. [2] Stattdessen frisst er häufig Aas, etwa Kadaver von Robben oder Walen, die auf den Meeresgrund gesunken sind. Trotzdem wurde auch herausgefunden, dass er lebende Beute überrascht, wie zum Beispiel Robben, die an der Oberfläche schlafen. </p><p>Das Fleisch des Grönlandhais enthält hohe Konzentrationen des Stoffes Trimethylaminoxid (TMAO), der im Körper von etwaigen Fressfeinden zu einem neurotoxischen Abbauprodukt wird. Verzehrt man das rohe Fleisch, kann dies zu Rauschzuständen oder Vergiftungen führen, die an Trunkenheit erinnern. In Grönland wird der Hai dennoch gegessen. Allerdings erst nach einer aufwendigen Fermentierung und Trocknung, bei der das Gift abgebaut wird. Das traditionelle Gericht heißt „Hákarl“, bekannt aus der isländischen Küche. [3] Für den Hai selbst hat das das TMAO einen positiven Effekt: es dient als körpereigenes Frostschutzmittel und ermöglicht ein Überleben in den frostigen Gewässern der Arktis.  <br/><em><br/></em>Außer dem TMAO enthalten Kiefer, Haut und Muskelfleisch des Grönlandhais sehr hohe Mengen an Quecksilber. Natürliche Phänomene wie Vulkanausbrüche, Gesteinserosion und Waldbrände setzen immer wieder Quecksilber frei. Doch durch industrielle Aktivitäten, insbesondere die Kohle- und Goldgewinnung, erhöht sich die Belastung in den marinen Ökosystemen. Methylquecksilber, die gefährliche Variante des Quecksilbers, reichert sich in Meeresorganismen an. Der Gehalt solcher giftigen Substanzen erhöht sich im Verlauf einer Nahrungskette: je höher ein Raubtier in dieser Kette steht, desto mehr Gift reichert sich in seinem Körper an. Die extrem lange Lebensdauer des Grönlandhais ist hier ein weiterer Faktor, der ihn anfällig für solche Belastungen macht. [4]</p><figure><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/3374ea75-7f7d-46d3-b396-d57e5a2978a6/uploads/images/z6rxmyleee/Zahn_Gronlandhai_Steady.png?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><figcaption>Zahn eines Grönlandhais</figcaption></figure><p><strong>Selten allein unterwegs</strong></p><p>Auf Aufnahmen von Grönlandhaien ist häufig zu sehen, dass sich auf ihren Augen etwas befindet. Tatsächlich setzen sich dort häufig Ruderfußkrebse der Art <em>Ommatokoita elongata </em> fest. Lange ging man davon aus, dass die Anheftung des Parasiten an die Hornhaut den Hai in seiner Sehkraft einschränken würde. Das Leben in der dunklen Tiefsee würde die These unterstützen, dass Grönlandhaie keinen großen Wert auf ihren Sehsinn legen. </p><p>Forschende konnten jedoch vor Kurzem herausfinden, dass die Hirnregion der Grönlandhaie, welche visuelle Informationen verarbeitet, verglichen mit anderen sehenden Knorpelfische, groß ist. [5] Außerdem besitzt der Hai eine reflektierende Schicht hinter der Netzhaut, die es ihm ermöglicht, auch bei extrem schwachem Licht noch etwas zu erkennen. Untersuchungen zeigten, dass Grönlandhaie trotz ihres langen Lebens in sehr dunkler Umgebung und des Befalls durch Parasiten auch in hohem Alter ein erstaunlich gutes Sehvermögen besitzen.</p><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/3374ea75-7f7d-46d3-b396-d57e5a2978a6/uploads/images/nyxdhennhb/Eisscholle.jpg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><p><br/>Obwohl der Grönlandhai in den kalten Nordmeeren weit verbreitet ist, gilt er nach wie vor als gefährdet. [6] Jahrzehntelang wurde er wegen seines Leberöls gejagt, das als Schmiermittel in Maschinen verwendet wurde, bevor synthetische Alternativen aufkamen. Heute ist Beifang in der Fischerei seine größte Bedrohung. Aufgrund seiner langsamen Fortpflanzung (zur Erinnerung: Weibchen erreichen die Geschlechtsreife erst nach etwa 150 Jahren) hat jede Dezimierung der Population langfristige Folgen. Wissenschaftler*innen fordern daher strengeren Schutz für diese uralte Haiart.</p><p>Der Grönlandhai ein spannendes Mysterium unseres Ozeans. Kaum ein anderes Lebewesen verkörpert so deutlich die Anpassungsfähigkeit an extreme Bedingungen und erinnert uns daran, dass in den dunklen Tiefen unserer Meer noch immer Rätsel warten, die wir kaum begreifen.</p><p><br/><br/>DOKU-Empfehlung: “Geister der Arktis” mit Christina Karliczek in der ARD-Mediathek (verfügbar bis 17.12.2026)</p><a href="https://www.ardmediathek.de/video/geister-der-arktis/eishaie-s01-e01/ndr/Y3JpZDovL25kci5kZS80OTgyXzIwMjQtMDMtMDQtMTgtMDA">https://www.ardmediathek.de/video/geister-der-arktis/eishaie-s01-e01/ndr/Y3JpZDovL25kci5kZS80OTgyXzIwMjQtMDMtMDQtMTgtMDA</a><p></p><h5>An dieser Stelle nochmal ein wenig Eigenwerbung. In meinem Online-Shop sind neue Notizhefte eingezogen und können nun neben all den Postkarten, Fotopostern und Originalkunstwerken bestellt werden.</h5><p><a href="https://mariaherzog.de/shop/">Zum Shop</a></p><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/3374ea75-7f7d-46d3-b396-d57e5a2978a6/uploads/images/b3pnl7czcd/Notizhefte.jpg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><p>Wenn du Lust hast, zwei Mal im Monat solch einen Meer-Montag Artikel zu lesen, werde gern Mitglied hier bei Steady und unterstütze mich in meiner kreativen Arbeit.</p><p><a href="https://steady.page/de/mariaherzog/about">Mitglied werden</a></p><p></p><p><br/>______________________________<br/>QUELLEN</p><p>[1] Nielsen et al., 2016,<a href="https://www.science.org/doi/10.1126/science.aaf1703"> &quot;Eye lens radiocarbon reveals centuries of longevity in the Greenland shark&quot;</a></p><p>[2] Eric Ste-Marie et al., 2022, <a href="https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/35258589/">“Life in the slow lane: field metabolic rate and prey consumption rate of the Greenland shark (Somniosus microcephalus) modelled using archival biologgers”</a></p><p>[3] Nina Wiechers, 2008, <a href="https://www.planet-wissen.de/gesellschaft/essen/gourmetkueche/kuriose-delikatessen-hakarl-100.html">Gourmetkücher Hákarl</a></p><p><br/>[4] Sebastian Biton-Porsmoguer et al., 2024, <a href="https://www.sciencedirect.com/science/article/abs/pii/S1873965224000513">“Mercury levels in tissues (cartilage, skin, and muscle) of the Greenland shark (Somniosus microcephalus): Potential contamination sources and implications for health and conservation”</a></p><p>[5] Lily G. Fogg et al., 2025,<a href="https://pmc.ncbi.nlm.nih.gov/articles/PMC12770505/?utm_source=chatgpt.com"> “The visual system of the longest-living vertebrate, the Greenland shark”</a></p><p>[6]<a href="https://www.iucnredlist.org/ja/species/60213/124452872"> IUCN Red List, 2022 – Somniosus microcephalus </a></p>]]></content:encoded>
      <category><![CDATA[Meer-Montag]]></category>
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      <pubDate>Mon, 02 Feb 2026 06:29:28 +0000</pubDate>
    </item>
    <item>
      <title><![CDATA[Meer-Montag #55 - Wie schläft man Unterwasser?]]></title>
      <description><![CDATA[Schlaf ist lebensnotwendig, um Körper und Gehirn zu regenerieren. Doch nicht alle Tiere führen ein Leben, das lange Schlafphasen ermöglicht. ]]></description>
      <content:encoded><![CDATA[<p>Müdes Moin zum Meer-Montag! Ich habe vor Kurzem das Buch “Where the Seals sing” von Susan Richardson gelesen und darin einen kleinen Absatz über das Schlafverhalten von Kegelrobben entdeckt, der mich neugierig gemacht hat. Schlaf ist lebensnotwendig, um Körper und Gehirn zu regenerieren. Doch nicht alle Tiere führen ein Leben, das lange Schlafphasen ermöglicht. Meerestiere sind auf See besonders schwierigen Schlafbedingungen ausgesetzt: sie müssen zum Atmen an die Oberfläche kommen, dürfen nicht aufhören in Bewegung zu bleiben oder sind sich der permanenten Gefahr durch Raubtiere bewusst. Doch sie alle haben Strategien entwickelt, um Ruhe zu finden und wir schauen uns heute einige davon an.</p><p>____________________________________________________<br/>Dieser Artikel ist nur für Steady-Mitglieder lesbar, die meine Kunst und meine Recherchen unterstützen. Schau dich gern um und werde ein Bärtierchen, Krake oder Hai. Zusätzlich zu den Artikeln gibt es auch Postkarten, die ich dir zusende.</p><p><a href="https://steady.page/4aff06c7-e216-47cf-b93a-6481cdd8792d/posts/b921109c-9d26-4550-9123-b0acb4710d87">Auf Steady weiterlesen</a></p>]]></content:encoded>
      <category><![CDATA[Meer-Montag]]></category>
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      <pubDate>Mon, 19 Jan 2026 07:01:26 +0000</pubDate>
    </item>
    <item>
      <title><![CDATA[Meer-Montag #54 - Ein Blick in die Vergangenheit]]></title>
      <description><![CDATA[Es ist 2026 und während ich noch die Gleiche bin und das Gleiche machen möchte, fühlt sich trotzdem alles anders an. Denn nun bin ich solo unterwegs und zeige meine…]]></description>
      <content:encoded><![CDATA[<p>Es ist 2026 und während ich noch die Gleiche bin und das Gleiche machen möchte, fühlt sich trotzdem alles anders an. Denn nun bin ich solo unterwegs und zeige meine Kunst nicht mehr unter dem Namen wildwasserfarben. Ich habe stattdessen angefangen, meine Fotografie, meine Kunst und meine Texte, die ihr hier bei Steady lest, in ein Gesamtkonzept zu gießen. Auf meiner neuen <a href="https://mariaherzog.de/">Website</a> könnt ihr euch anschauen, wie mir das gelungen ist. Bald öffnet dort auch mein eigener Online-Shop. Vorher müssen aber noch dreitausend bürokratische Dinge geklärt und ähnlich viele Produktfotos gemacht werden. Einiges konnte ich bereits in den Tagen rund um die Feiertage erledigen aber ein bisschen Familienzeit musste natürlich auch sein. Wir haben viele Filmabende hinter uns und einer dieser Filme inspirierte mich zum heutigen Meer-Montag. Ihr könnt ja in den Kommentaren mal raten, welchen Film wir gesehen haben. Also tauchen wir ein in ein Land vor unserer Zeit. (Nein, der gleichnamige Film war es nicht, das wäre zu leicht.) Steady-Mitglieder können sich den Artikel auch als Audio anhören. Den Player findet ihr am Ende des Artikels.</p><p><a href="https://steady.page/de/mariaherzog/about">Mitglied werden</a></p><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/451e8fe6-bf72-494c-959e-28796e342281/uploads/images/6z4rnjcopm/Mosasaurus_frei.png?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><p>Die Meere, wie wir sie heute kennen, sahen vor Millionen von Jahren ganz anders aus. Ebenso anders waren die Lebewesen, die in ihnen lebten. Eines von ihnen war der Mosasaurus, der im späten Abschnitt der Kreidezeit vor etwa 82 bis 66 Millionen Jahren lebte. Er war ein vollständig an das Leben im Meer angepasstes Reptil mit einem langgestreckten und kräftigen Körper. Seine Gliedmaßen hatten sich zu vier starken paddelartigen Flossen entwickelt und auch sein Schwanz glich einer Flosse. Seine Vorfahren waren an Land lebende Echsen, die den heutigen Waranen ähnlich gesehen haben könnten. Sie waren nur etwa einen Meter lang und suchten am Spülsaum der Küsten nach Nahrung. Dort waren sie jedoch ungeschützt und wurden von größeren Räubern schnell entdeckt und gejagt. Dieser Druck könnte sie dazu gebracht haben, sich immer weiter ins Meer zurückzuziehen. Denn hier gab es bessere Bedingungen: keine Konkurrenz, viel Nahrung und keine riesigen Dinosaurier, auf deren Speiseplan die Echsen standen. Nach etwa 10 Millionen Jahren Evolution, also Anpassungen an diesen neuen Lebensraum herrschte der Mosasaurus über den Ozean. Nun an der Spitze der Nahrungskette und ohne natürliche Feinde .</p><p>Es gab etwa 5 Arten von ihnen und manche Fossilien belegen Größen von bis zu 17 Metern Länge. Wie seine Vorfahren atmete er durch Lungen und musste somit zum Atmen an die Oberfläche. Forschende gehen davon aus, dass er bis zu einer Stunde die Luft anhalten und damit in große Tiefen tauchen konnte. Sein Schädel war groß und voller scharfer, kegelförmiger Zähne. Perfekt, um auch große Beutetiere zu packen und festzuhalten. Er jagte Fische, die er im Ganzen verschlang, andere Paddelechsen oder auch Ammoniten. Von ihnen wurden Fossilien gefunden, die Löcher von Zähnen des Mosasaurus in ihren Gehäusen aufwiesen. Wissenschaftler*innen erklären sie sich so: Ammoniten bewegten sich fort, indem sie den Druck aus ihrem Inneren stoßweise abließen. So konnten sie einem von vorn angreifenden Mosasaurus leicht entkommen. Wenn er jedoch von hinten unbemerkt im toten Winkel des Ammoniten-Sichtfelds erschien und ein Loch in die Schale biss, konnte die Beute keinen Druck mehr im Inneren aufbauen. Nun war es ein Leichtes für den Mosasaurus, das weiche Innere des Ammoniten zu packen und zu fressen. Übrig bleib ein schneckenförmiges, durchlöchertes Gehäuse, das auf den Meeresgrund sank.</p><p>Auch andere spannende Versteinerungen erzählen uns vom Leben vor so vielen Millionen Jahren. So wurde ein Fossil eines Mosasaurus gefunden, in dessen Bauchhöhle Embryos zu erkennen waren. Auch andere Echsen aus den Urzeitmeeren legten keine Eier wie ihre Verwandten an Land sondern bekamen ihren Nachwuchs lebend. Bei der Geburtsgröße der Jungtiere vom Mosasaurus geht man sogar davon aus, dass ein plazenta-artiges Organ die Embryos versorgte, damit sie möglichst groß zu Welt kamen. Das bedeutete weniger Gefahr, gefressen zu werden. Vielleicht hatten die Nachkommen sogar eine Bindung zur Mutter und konnten nach der Geburt noch von ihrer Nähe und ihrem Schutz profitieren. Als Beispiel wird hierfür die heute in Australien lebende Tannenzapfenechse erforscht. Auch sie bringt ihre Jungtiere lebend zu Welt und kümmert sich noch etwa ein Jahr lang um sie. <br/><br/>Der Mosasaurus verschwand am Ende der Kreidezeit von unserer Erde. Ein riesiger Asteroid prallte auf die Erde, enorme Mengen Staub und Ruß gelangten in die Atmosphäre und das Sonnenlicht wurde stark reduziert. Hierdurch konnte das Plankton an der Meeresoberfläche nicht mehr genügend Photosynthese betreiben und die Nahrungskette, die auch heute noch auf diesem Plankton basiert, brach zusammen. Somit fehlte auch den Mosasauriern die Nahrungsgrundlage. Zurück blieben ihre Skelette, die von Gesteinen und Ablagerungen zugedeckt wurden und Millionen Jahre später zurück an die Oberfläche kamen, um uns Teile ihrer Geschichte zu erzählen.</p><p><br/>__________________________________________<br/><br/>Wenn du häufiger als einmal im Monat den Meer-Montag in diesem Jahr lesen möchtest, werde gern Mitglied bei Steady. Schon ab 4€ monatlich kannst du meine Kunst unterstützen.</p><p></p><p><a href="https://steady.page/de/mariaherzog/about">Mitglied werden</a></p><p></p><p>_____________________________________________<br/><br/></p><p><a href="https://steady.page/4aff06c7-e216-47cf-b93a-6481cdd8792d/posts/451e8fe6-bf72-494c-959e-28796e342281">Auf Steady weiterlesen</a></p>]]></content:encoded>
      <category><![CDATA[Meer-Montag]]></category>
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      <pubDate>Mon, 05 Jan 2026 09:24:42 +0000</pubDate>
    </item>
    <item>
      <title><![CDATA[Meer-Montag #53 - Ein Jahr am Meer]]></title>
      <description><![CDATA[Ahoi zu diesem Meer-Montag, dem letzten im Jahr 2025. Ich habe es wirklich geschafft: trotz so vielen Hürden und gesundheitlichen Rückschlägen in den letzten 12 Monaten…]]></description>
      <content:encoded><![CDATA[<p>Ahoi zu diesem Meer-Montag, dem letzten im Jahr 2025. Ich habe es wirklich geschafft: trotz so vielen Hürden und gesundheitlichen Rückschlägen in den letzten 12 Monaten konnte ich einmal pro Woche etwas schreiben und an euch versenden. Und auch, wenn es mir manchmal schwer fiel, mich für ein Thema zu entscheiden, so waren diese Artikel oft mein Highlight der ganzen Woche. Ich hoffe, euch ging es ähnlich und dass wir gemeinsam leichter in den Montag starten konnten. Hinterlasst im neuen Jahr gern ein bisschen Feedback, so dass ich weiß, wie euch die jeweiligen Themen gefallen. Entweder direkt als Kommentar hier unter dem Artikel oder bei Instagram.</p><p>Ich habe lange überlegt, wie ich Steady 2026 gestalten möchte. Im Moment lesen die meisten von euch (fast 400 Menschen) die Artikel kostenlos. Im neuen Jahr werden ich es folgendermaßen ändern:</p><ul><li><p><strong>Newsletter-Abonnentis</strong> können weiterhin einen Meer-Montag pro Monat kostenlos lesen. Der Artikel kommt wie immer direkt in euer E-Mail Postfach. Außerdem erfahrt ihr zwischendurch Neuigkeiten über meinen eigenen Online-Shop, der Anfang des Jahres startet, über die Ausstellung, die im März stattfinden wird und viele weitere Neuigkeiten rund um meine Arbeit als Fotografin &amp; Illustratorin. Hab ich schon erwähnt, dass ich im Frühjahr eine ganze Woche auf einer Insel verbringen werde und außerdem grad an zwei Büchern schreibe? Bleibt also gern dran, es wird wild!</p><p></p></li><li><p><strong>Bärtierchen-Mitglieder</strong> bekommen für einen Beitrag ab 4€ pro Monat einen zusätzlichen zweiten Meer-Montag, können also alle zwei Wochen einen Artikel lesen. Außerdem sende ich ihnen - wenn sie ihre korrekte Adresse bei Steady hinterlegt haben - 2 Mal im Jahr eine Postkarte mit einem bis dahin neuen Motiv zu.</p><p></p></li><li><p><strong>Kraken-Mitglieder</strong> sind schon ab 7,50€ pro Monat dabei. Sie erhalten alle zwei Monate, also 6 Mal im Jahr eine Postkarte von mir, manche aus meinem Shop, andere noch komplett neu. Den zweiten Meer-Montag werden sie natürlich auch in ihrem Postfach finden, mindestens einen davon werde ich ihnen sogar als kleinen Podcast vertonen.</p><p></p></li><li><p><strong>Hai-Mitglieder</strong> unterstützen mich mit 11€ pro Monat und erhalten dafür in jedem Monat (!) eine Postkarte. Diese ist entweder aus meinem Sortiment oder mit einem bisher nicht erhältlichen und neuen Motiv. Die zwei Meer-Montag Artikel, von denen mindestens einer zusätzlich vertont ist, sind natürlich im Paket enthalten.</p></li></ul><h5>Ihr könnt also direkt jetzt euer favorisiertes Paket wählen und erhaltet ab Januar euer erstes Goodie.</h5><p></p><p><a href="https://steady.page/de/mariaherzog/about">Heute Mitglied werden</a></p><p></p><p>Und nun tauchen wir ein in den letzten Meer-Montag 2025. ich wünsche euch allen einen entspannten und rutschfesten Start in das neue Jahr!<br/>Vorbild hierfür könnten Pinguine sein. Charakteristisch für diese Südpolbewohner*innen ist nämlich der watschelnde Gang. Das Pendeln von links nach rechts, bei dem die flachen Füße jeweils ein kleines Stück nach vorne geschoben werden, sieht für uns vielleicht unbeholfen aus, ist aber tatsächlich eine sehr effiziente Methode sich fortzubewegen, spart den Tieren jede Menge Energie und sorgt für Stabilität auf Eis und Schnee. Eine Art der Pinguin-Familie möchte ich euch heute kurz vorstellen:<em> Adélie-Pinguine</em></p><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/083ea44b-1955-406a-bc31-39778f3741d7/uploads/images/wvufzrubrk/Adelie_Steady_1.jpg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><p>Vielleicht kennt ihr sie aus verschiedenen Tierdokumentationen. Denn sie eignen sich fantastisch zum Geschichten erzählen. Die etwa 70cm großen Pinguine mit dem auffälligen hellen Ring um die Augen bauen ihre Nester aus Steinen in riesigen Kolonien. Sie sind dafür bekannt, sich beim Nachbarnest die schönsten Steine gegenseitig zu klauen, sollte der Besitzer oder die Besitzerin kurz mal wegschauen. Und dabei zuzusehen ist Unterhalt pur. Die Brutzeit beginnt, wenn die Wassertemperaturen über dem Gefrierpunkt liegen, oft im antarktischen Frühling (Oktober/November). Hierfür suchen die Tiere eisfreie, felsige Küsten, die gut von der Sonne beschienen werden. Denn während des Brütens und der Aufzucht der Jungen müssen die Eltern immer wieder ins Meer, um zu jagen. Kürzere Wege zwischen Brutkolonie und dem Rand des Eises sind hier für den Bruterfolg entscheidend.</p><p>Wie ihre Verwandten sehen sie an Land etwas unbeholfen und tollpatschig für uns aus, im Wasser jedoch scheinen sie zu fliegen. Mit ihren Flossenschlägen erreichen sie hohe Geschwindigkeiten und sind dafür bestens für eine Unterwasserjagd geeignet. Die Nahrung der Adélie-Pinguine besteht zu 90% aus Krill, kleinen Krebstieren, die vor allem in den kalten Gewässern rund um die Antarktis vorkommen. Um genug von ihnen zu erbeuten, tauchen die Pinguine weit hinunter. Es wurden schon Rekordtiefen von bis zu 175 Metern gemessen. Doch auch sie müssen sich nach Gefahren umschauen: Vor allem Seeleoparden lauern an den Stellen, an denen die Pinguine ins Meer springen. Die großen, wendigen Robben sind ausgezeichnete Jäger und haben sie ihr Ziel im Blick, wird es für den Pinguin schwer, zu entkommen. Tolle Aufnahmen hiervon gibt es in der Doku “Penguins” die ihr z.B. auf Disney Plus ansehen könnt.</p><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/083ea44b-1955-406a-bc31-39778f3741d7/uploads/images/4k2i6xsr7f/KEP_Quer_blau.png?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><p>Adélie-Pinguine gelten zurzeit nicht als gefährdet, sind jedoch einerseits vom Klimawandel betroffen und andererseits von der industriellen Fischerei nach Krill. Die Krillfischerei in der Antarktis wird immer größer und rücksichtsloser. Der in Massen gefangene Krill wird hauptsächlich für Fischfutter (als Futter in Aquakulturen), Omega-3-Nahrungsergänzungsmittel und in anderem Tierfutter genutzt. Das ist höchst problematisch. Denn Krill ist eine Schlüsselart im Ökosystem des antarktischen Ozeans: ohne ihn gerät alles aus dem Gleichgewicht. Die kleinen Tiere fressen an der Wasseroberfläche kohlenstoffhaltige Algen, sinken in tiefere Wasserschichten ab und scheiden erst dort den Kohlenstoff als Kot wieder aus. Sie transportieren ihn also in die Tiefe und weg von der Atmosphäre, wodurch sie dem Klimawandel entgegen wirken. Außerdem wird mit der Fischerei in dieser Größenordnung den Walen, Pinguinen und Robben im Antarktischen Ozean die Nahrungsgrundlage genommen. Viele von ihnen ernähren sich fast ausschließlich von Krill.</p><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/083ea44b-1955-406a-bc31-39778f3741d7/uploads/images/asj2mtmmqg/Vorlage_Antarktis1.jpg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><p>Wie immer hängt alles miteinander zusammen und wir können uns nur schwer lustige und Steine klauende Pinguine anschauen, ohne über ihre Rolle im Nahrungsnetz und ihre Verbindung zum gesamten Ökosystem zu reden. Denn wir schützen vor allem das, was wir kennen. Und ich hoffe wirklich sehr, dass ich euch in den vergangenen 12 Monaten nicht nur verschiedene Tierarten vorstellen, sondern auch genau diese Zusammenhänge näher bringen konnte. Begleitet von Illustrationen und Fotos möchte ich euch zeigen, wie wunderschön und faszinierend unsere Erde ist und wie sehr es sich lohnt, ihr eine Bühne zu bieten und sich für ihren Schutz einzusetzen. Und genau da geht es Januar weiter: beim ersten Meer-Montag 2026. Ich freu mich, dass ihr mit dabei seid.</p>]]></content:encoded>
      <category><![CDATA[Meer-Montag]]></category>
      <media:content type="image/jpeg" url="https://assets.steadyhq.com/production/post/083ea44b-1955-406a-bc31-39778f3741d7/uploads/images/wvufzrubrk/Adelie_Steady_1.jpg?auto=format&amp;h=787&amp;w=1400&amp;fit=fill&amp;fm=jpg&amp;crop=faces" medium="image"/>
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      <pubDate>Mon, 29 Dec 2025 06:16:00 +0000</pubDate>
    </item>
    <item>
      <title><![CDATA[Meer-Montag #52 - Wer hat den längsten … Zahn?]]></title>
      <description><![CDATA[Hier geht es heute um das Walross und da wir alle viel zu tun haben, halte ich es kurz: ich habe euch 10 Fakten zusammengetragen, die ihr vielleicht noch nicht wusstet...]]></description>
      <content:encoded><![CDATA[<p>Guten Morgen zum vorletzten Meer-Montag in diesem Jahr. Ich hoffe, dass ihr die nächsten Tage so verbringen könnt, wie es euch entspricht. Ob Kontakt, Verbindung und Trubel oder Rückzug, Alleinzeit und Realitätsflucht. Es gibt kein Richtig oder Falsch und ihr dürft trotz aller Traditionen und Erwartungen von außen eure eigenen Wünsche und Bedürfnisse haben. Und sie realisieren zu können wünsche ich euch von Herzen.<br/><br/>Für alle Steady-Mitglieder gibt es die heutige Folge zum Anhören, ich habe den Artikel für euch eingesprochen. Sozusagen als kleines Weihnachtsgeschenk. Außerdem gebe ich euch wieder ein kleines Update zu meiner Ausstellung. bald ist 2026! Und wer noch kein Mitglied ist, kann es gern noch werden und unterstützt damit meine Arbeit.</p><p><a href="https://steady.page/de/mariaherzog/about">Mitglied werden</a></p><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/ec714131-55be-474f-bd36-90b5e4c18cd6/uploads/images/2kdxgnthls/Walross_frei.png?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><p>Hier geht es heute um das Walross und da wir alle viel zu tun haben, halte ich es kurz: ich habe euch 10 Fakten zusammengetragen, die ihr vielleicht noch nicht über diese große Robbe wusstet. Die Illustration hat mir besonders viel Freude bereitet. Die Farben zu kombinieren und all die Tasthaare zu malen hat meinen Kopf sehr zur Ruhe gebracht. Und damit tauchen wir direkt ab: <br/><br/>1. Der Borstenbart der Tiere besteht aus 400-700 Tasthaaren. Sie sind etwa 3 mm dick und können bis zu 30 cm lang werden. In freier Wildbahn sind sie jedoch oft auf wenige Zentimeter abgenutzt, da die Tiere sie ständig zur Nahrungssuche im Meeresboden einsetzen. Die Borsten sind so feinfühlig, dass ein Walross damit Objekte von der Größe eines Reiskorns finden kann. Anders als viele andere Robben können Walrosse ihre Tasthaare aktiv bewegen und damit nach Nahrung suchen.</p><p>2. Ihre Nahrung finden sie bei Tauchgängen, die bis zu 30 Minuten andauern können, im Meeresboden. Um die Schnecken, Muscheln, Würmer oder Krebstiere aufzuspüren, wühlen sie den Boden auf. Dafür nutzen sie am häufigsten ihre rechte Brustflosse. Die linke kommt nur selten zum Einsatz.<br/><br/>3. Die Männchen haben im Rachen zwei Luftsäcke. Damit können sie z.B. glockenartige Laute erzeugen, die während der Paarungszeit genutzt werden. Außerdem könnten sie dem Auftrieb dienen und es den Walrossen ermöglichen, ohne viel Energieaufwand an der Wasseroberfläche zu treiben. [1]</p><p>4. Die Stoßzähne werden durchschnittlich etwa 50cm lang. Es wurden aber wohl auch schon Exemplare mit einem ganzen Meter Länge gesichtet! Die Länge entscheidet in der Gruppe über den sozialen Status: längere Zähne bedeuten z.B. bessere Liegeplätze. So lösen die Walrosse Konflikte oft (nicht immer), ohne zu kämpfen und Verletzungen zu riskieren.</p><p>5. Übrigens haben sowohl Männchen als auch Weibchen diese langen Stoßzähne. Nur in der Körpergröße und der Masse unterscheiden sie sich äußerlich.</p><p>6. Walrosse sehen zwar nackt aus, sind aber tatsächlich am ganzen Körper von kurzen, stoppeligen Haaren bedeckt. [2]</p><p>7. Anders als bei Kegelrobben, die ihren Nachwuchs nur etwa 3 Wochen lang säugen, ernährt sich ein junges Walross ganze sechs Monate lang ausschließlich von Muttermilch und wird auch danach noch bis zu eineinhalb Jahre weiter versorgt. Manche Kälber bleiben bis zu ihrem fünften Lebensjahr bei ihrer Mutter.</p><p>8. Beide Walross-Unterarten (Pazifisches und Atlantisches Walross) wurden so lang bejagt, bis sie fast ausgestorben waren. Besonders beliebt waren ähnlich wie bei den Elefanten die Stoßzähne. Während sich der Bestand des Pazifischen Walrosses erholt hat, gilt das Atlantische weiterhin als gefährdet. Walrosse bekommen nur etwa alle zwei bis vier Jahre ein einzelnes Kalb, weshalb es lange dauert, bis eine Population wächst.</p><p>9. Das schwindende Eis im Arktischen Meer gefährdet die Walrosse, da sie einen großen Teil ihres Lebens dort ruhend verbringen. Und auch ihre Kälber kommen auf diesem Eis zu Welt. Weibliche Walrosse bevorzugen Meereis gegenüber dem Festland für die Geburt und die anschließende Aufzucht, da es Schutz vor Landräubern bietet und sich oft direkt über flachen, nahrungsreichen Meeresgründen befindet. Denn auch, wenn ein Walross ab der Geburt schwimmen kann, fehlt noch die Energie für lange Aufenthalte im Wasser oder große Strecken. Da weniger Eis zur Verfügung steht, kommt es immer häufiger zu großen Ansammlungen an Land. Doch hier können die Tiere schnell erschreckt werden und in Massenpanik verfallen. Bereits erschöpfte und kleinere Tiere können hier leicht zu Tode kommen. [3]</p><p>10. Walrosse werden auch in Zoos gehalten. Hier versuchen sie entsprechend ihres natürlichen Verhaltens den Boden nach Nahrung zu durchwühlen oder die Wände mit ihren Stoßzähnen zu bearbeiten. Dabei kann es zu Zahnentzündungen kommen. In der Folge dieser Komplikationen werden ihnen die Zähne entfernt und sie werden somit eines wichtigen Werkzeugs und Kommunikationsmittels für den sozialen Status beraubt. Nennt sich Artenschutz. Lassen wir so stehen.</p><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/ec714131-55be-474f-bd36-90b5e4c18cd6/uploads/images/jns4ykt44v/Walross_Skizze.jpg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><p><br/><br/><br/>_______________________________________<br/><br/>[1] ARD Audiothek, Radiowissen, <a href="https://www.ardaudiothek.de/episode/urn:ard:episode:32966ba590c63fb0/">Das Walross - Dickhäutiger Koloss der Arktis</a></p><p>[2] WWF, <a href="https://www.arcticwwf.org/wildlife/walrus/">Walrus</a><br/><br/>[3] WWF, <a href="https://www.worldwildlife.org/resources/explainers/what-is-a-walrus-haulout-and-what-does-it-mean-for-the-planet/#:~:text=Walruses%20spend%20most%20of%20their,rest%20between%20dives%20for%20food.">What is a walrus haulout and what does it mean for the planet?</a><br/><br/>________________________________________</p><p><a href="https://steady.page/4aff06c7-e216-47cf-b93a-6481cdd8792d/posts/ec714131-55be-474f-bd36-90b5e4c18cd6">Auf Steady weiterlesen</a></p>]]></content:encoded>
      <category><![CDATA[Meer-Montag]]></category>
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      <pubDate>Mon, 22 Dec 2025 07:21:37 +0000</pubDate>
    </item>
    <item>
      <title><![CDATA[Meer-Montag #51 - Das Meer ist bunt statt blau]]></title>
      <description><![CDATA[Bereits bei 1500 Tierarten wurde homosexuelles Verhalten beobachtet. Und einige davon leben im Meer, weshalb wir ihnen am heutigen Meer-Montag eine kleine Bühne bieten.]]></description>
      <content:encoded><![CDATA[<p>Der Hass und die Gewalt gegenüber Menschen, die mit ihrer Identität oder ihrer Sexualität aus heteronormativen Mustern ausbrechen, wird immer größer. Gern wird dies mit einem Verweis auf “das Natürliche” begründet. Doch mal abgesehen davon, dass wir in unserer Gesellschaft in anderen Bereichen auch nicht viel Wert auf Natur legen, wäre es im Fall von Queerness sogar anders herum ein Argument: Bereits bei 1500 Tierarten wurde homosexuelles Verhalten beobachtet, bei einem Drittel von ihnen gibt es sogar wissenschaftliche Dokumentation. Und einige davon leben im Meer, weshalb wir ihnen am heutigen Meer-Montag eine kleine Bühne bieten.</p><figure><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/bee8d48f-4faf-45b7-a170-34e1eeb4557c/uploads/images/muyzkfs3vf/Humboldtpinguin_Journal.jpg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><figcaption>Da Humboldtpinguine häufig in Zoos gehalten werden, gibt es von ihnen viele Dokumentationen über gleichgeschlechtliche Paare.</figcaption></figure><p>Eins der bekanntesten Beispiele sind vermutlich die Humboldt-Pinguine. Während sie in der Natur an der Pazifikküste von Peru und Nordchile zu finden sind, machten einige Tiere in verschiedenen Zoos immer wieder Schlagzeilen. Dort wurde beobachtet, wie sich zwei männliche Pinguine als Paar zusammen fanden, balzten und versuchten, Steine auszubrüten. Der Zoo in Bremen schob dieses Verhalten darauf, dass die Gruppe der Pinguine zu einem überwiegenden Teil aus Männchen bestand und holte sich deshalb weibliche Tiere von einem anderen Zoo. Doch auch dann blieben sich die schwulen Pinguine treu. Mehrfach wurde berichtet, dass sie sogar von heterosexuellen Paaren verstoßene Eier ausbrüteten und erfolgreich Jungen aufzogen. Dabei haben sich beide Partner gemeinsam um das Küken gekümmert. In diesem Zusammenhang wird häufig geschrieben, dass einer von fünf Pinguinen homosexuell sei. Dafür konnte ich keine Belege finden und dass hier nicht nach Art differenziert wird, ist ein Indiz dafür, dass das nicht auf Studien, sondern eher einzelnen Beobachtungen basiert. Eine dieser einzelnen Beobachtungen wurde von Forschenden bei Königspinguinen gemacht: hier zeigten etwa 28% der Pinguine Balzverhalten mit Tieren des gleichen Geschlechts.</p><figure><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/bee8d48f-4faf-45b7-a170-34e1eeb4557c/uploads/images/5xynbyxytf/Konigpinguin.jpg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><figcaption>Das Geschlecht von Pinguinen zu bestimmen ist für die Tiere mit großem Stress verbunden. Deshalb gibt es bisher nur wenig Forschung zur Paarbildung bei ihnen.</figcaption></figure><p>Ein weiteres Beispiel sind Große Tümmler, bei denen sowohl Männchen als auch Weibchen Begegnungen mit Artgenossen des gleichen Geschlechts haben. Ein Team des <em>Mandurah Dolphin Research Project </em>in Westaustralien stellte fest, dass die Männchen nach der Paarungszeit begannen, verstärkt Zeit miteinander zu verbringen. Es wird vermutet, dass das Balzverhalten und sexuelle Kontakte zwischen männlichen Delfinen offenbar eine Rolle bei der Entwicklung sozialer Bindungen spielt und ihnen hilft, Dominanz und Allianzen zu etablieren. Bei der untersuchten Gruppe zeigten sich sozial-sexuelle Interaktionen zwischen Männchen häufiger als zwischen Weibchen oder zwischen den Geschlechtern.<br/><br/>Eins meiner Lieblingstiere unter dem Regenbogen ist der Laysan-Albatros auf Hawaii. Hier lebt nur nicht ein Weibchen, dass mit über 70 Jahren immer noch erfolgreich Eier ausbrütet. Laysanalbatros-Paare bilden in der Regel lebenslange monogame Bindungen und kehren jedes Jahr zum selben Brutplatz zurück, wobei sie ihre Partnerschaft pflegen, die oft über Jahrzehnte andauert. Auf Oahu, einer Insel im Bundestatt Hawaii gibt es in der Kolonie der Vögel deutliche mehr Weibchen als Männchen: etwas 30 Prozent der Brutpaare bestehen aus zwei Weibchen, die nicht miteinander verwandt sind. Während die Männchen zwar an der Befruchtung beteiligt sind, erfüllen sie bei diesen gleichgeschlechtlichen Paaren während der Brut und der Aufzucht keinerlei Aufgaben. Forschende der Organisation <em>Pacific Rim Conservation</em> hatten Tiere auf Oahu markiert, ihr Geschlecht bestimmt und über zehn Jahre sowohl die Paarbildung beobachtet als auch den Bruterfolg dokumentiert. Dabei stellten sie fest, dass Paare aus zwei Weibchen im Durchschnitt etwa 80 % weniger flügge Küken im Vergleich zu heterosexuellen Paaren verzeichnen konnten. [1] Und auch die Überlebenschance der brütenden Weibchen sinkt in solch einer Konstellation. In heterosexuellen Paaren übernimmt häufig der männliche Partner den ersten langen Brut- und Fütterungsabschnitt, was die Energiebalance der Eltern und den Erfolg der Brut verbessert. In rein weiblichen Paaren übernimmt unmittelbar nach dem Eierlegen eines der Weibchen die Brut, was zu höheren Belastungen und geringerer Überlebensrate führt. Teilweise hatten die gleichgeschlechtlichen Paare trotzdem Vorteile gegenüber dem Nicht-Brüten. Ihre Chancen, bei Männchenmangel überhaupt Nachwuchs großzuziehen ist immer noch höher als wenn sie allein bleiben würden.</p><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/bee8d48f-4faf-45b7-a170-34e1eeb4557c/uploads/images/udgps63xrz/Laysanalbatross.png?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><p>Doch Queerness beschränkt sich selbstverständlich nicht nur auf Sexualität, sondern bezieht sich auch auf das Geschlecht. Und hier zeigt uns die Tierwelt, dass es ganz natürlich ist, trans* zu sein. Vor allem im Meer wird häufiger das Geschlecht gewechselt, als dass sich ein orangefarbener Straftäter mit zu viel Macht darüber beschweren könnte.</p><p>Es gibt Arten unter den Lippfischen und Papageifischen, die am Anfang ihres Lebens weiblich sind und später männlich werden. Große Männchen sind bei der Fortpflanzung erfolgreicher, es lohnt sich für sie also, erst zu wachsen und dann zum männlichen Geschlecht zu wechseln. Anders ist es bei Meerbrassen und Clownfischen: hier sind die Weibchen das dominante Geschlecht. Stirbt die führende Weibchen einer Gruppe, wird das größte Männchen zum Weibchen und nimmt seine Position ein. Die Blaupunkt-Korallengrundel ist sogar dazu in der Lage, abhängig von der sozialen Situation, ihr Geschlecht in beide Richtungen zu wechseln. Dieser biodirektionale Geschlechtswechsel ist bei Fischen evolutionär wichtig, weil er Individuen erlaubt, flexibel auf Partnerverfügbarkeit zu reagieren. Dies ist vor allem für Arten von Bedeutung, die mit einer niedrigen Populationsdichte, monogamen oder kleinen sozialen Strukturen oder eingeschränktem Zugang zu Geschlechtspartnern konfrontiert sind.</p><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/bee8d48f-4faf-45b7-a170-34e1eeb4557c/uploads/images/uxvfdlcax6/Anemonenfisch.png?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><p>Allein dieser kurze Einblick unter die Oberfläche zeigt uns, dass die Welt um uns herum so bunt ist wie der Regenbogen. Es muss möglich sein, dass wir Menschen aufhören, in frei erfunden Normen zu denken und zu handeln. Es ist höchste Zeit, allen Menschen die gleichen Rechte zuzugestehen und sie so anzunehmen, wie sie sind. Denn genau so sind sie wunderbar und richtig und genug. Wenn das Grundeln können, dann sollten wir das auch schaffen. Und bis es soweit ist, dass das der Konsens in unserer Gesellschaft ist, müssen diejenigen beschützt werden, die von Diskriminierung, Hass und Gewalt betroffen sind. Falls du dich angesprochen fühlst: du bist nicht allein und es ist okay, um Hilfe zu fragen. Wir sind queer und wir sind hier. Ganz viele von uns gemeinsam. <br/><br/><br/><br/>_______________________________<br/><br/>[1] Lindsay C Young , Eric A VanderWerf, 2014, <a href="https://pmc.ncbi.nlm.nih.gov/articles/PMC3866402/?utm_source=chatgpt.com">“Adaptive value of same-sex pairing in Laysan albatross”</a><br/><br/><br/><br/><br/><br/></p>]]></content:encoded>
      <category><![CDATA[Meer-Montag]]></category>
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      <pubDate>Mon, 15 Dec 2025 07:01:00 +0000</pubDate>
    </item>
    <item>
      <title><![CDATA[Meer-Montag #50 - Wenn’s doch nur so einfach wäre!]]></title>
      <description><![CDATA[Im 50. Meer-Montag geht es um Kompromisse im Naturschutz und darum, wie schwierig es häufig ist, sich zwischen Richtung und Falsch zu bewegen...]]></description>
      <content:encoded><![CDATA[<p>Wow, 50 fühlt sich wirklich wie ein kleines Jubiläum an. Wir haben in den letzten 12 Monaten viele Tierarten und Ökosysteme kennen gelernt. Auch Gefahren und Herausforderungen für den Ozean sind uns begegnet und wir haben viel darüber erfahren, wie Naturschutz ganz konkret aussehen kann. Bei meinen Recherchen und dem Kontakt zu Menschen, die sich für den Schutz von Tieren und Biotopen einsetzen, kam ich immer wieder an Punkte, an denen es kein Richtig oder Falsch gab und an denen es schwierig war, die Komplexität aller Faktoren zu überblicken. Einige solcher Fälle möchte ich euch heute vorstellen und zeigen, wie schwierig es ist, sich in diesem Themenfeld zu bewegen und wie oft wir viel zu sehr von unseren eigenen Privilegien im Denken eingegrenzt werden. <br/><br/>Wie ihr wisst, habe ich mich in diesem Jahr sehr viel mit Kegelrobben beschäftigt und Einiges über sie gelesen. Aus Mangel an vielfältiger deutscher Literatur lese ich seit vielen Wochen “Where the Seals sing” von Susan Richardson. Es ist ein großartiger Wissensschatz, allerdings sprachlich eine echte Herausforderung. In diesem Buch las ich zum ersten Mal konkreter von der Stromgewinnung durch Gezeitenkraftwerke bzw. Turbinen, die durch den Tidenhub Strom erzeugen. Diese funktionieren wie Unterwasser-Windräder: anstatt Wind fließt das Wasser im Rhythmus von Ebbe und Flut durch die Turbinen, die diese Energie umwandeln. Grundsätzlich wird dies als nachhaltige Alternative zu zum Beispiel Kernkraft gesehen. Wir nutzen etwas, das sowieso da ist, super! Grüner Strom, voll umweltfreundlich! Zack, Thema erledigt.</p><p><br/>So einfach ist es leider nicht, denn das Wasser des Meeres ist natürlich nicht leer. In ihm tummeln sich Tierarten, von denen wir vielleicht noch gar nicht wissen, dass sie existieren. Unterwasserturbinen können, wenn sie keine entsprechende Schutzvorrichtungen besitzen, zu tödlichen Kollisionen mit Meeressäugern führen. Außerdem sind auch sie nicht völlig störungsfrei. So tragen sie zum Unterwasserlärm bei, der zwar geringer als bei Schiffen ist, aber trotzdem existent. Dieser Lärm kann bei Schweinswalen oder Kegelrobben die Kommunikation und das Jagdverhalten stören. Klare Sache, oder? Sofort verbieten zum Schutz der Tiere. Thema erledigt, oder? Oder?! Nun beginnen wir, uns im Kreis zu drehen. Denn wo ziehen wir die Grenze, wo sind Kompromisse noch auszuhalten und wo beginnen unsere wirtschaftlichen Interessen die Gefahren für einzelne Tiere auszuradieren? Eine Frage, die ich hier heute nicht beantworten kann, die mich ab jetzt aber in all meinen Abwägungen begleiten und für eine gute Prise Realität sorgen wird.</p><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/3b7ed5fb-ce0b-457e-9174-2047a6254f3c/uploads/images/3ymdxx6v65/18.06.2025.jpg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><p>Bei meinem zweiten Beispiel geht es um meine Lieblingstiere: Haie. Dass das Fangen, Töten und Handeln von Haien, bzw. einiger ihrer Körperteile ein weltweites Problem ist, ist bekannt. Wir haben dabei riesige Fischtrawler vor Augen, die tonnenweise Haie aus den Meeren ziehen. Jeden Tag. Auch hier in Europa. Und dass wir dagegen vorgehen müssen, ist selbstverständlich. Doch auch einzelne Fischer, zum Beispiel in Indonesien sind für den Tod unzähliger Tiere verantwortlich und versorgen den die Nachfrage nach Haiflossen in großem Maße. Doch Tierschutz ist oft ganz eng mit Empathie den Menschen gegenüber verknüpft: würde diesen Fischern das Jagen von Haien von einem auf den anderen Tag verboten werden, hätten sie und ihre Familien kein Einkommen mehr. Außerdem würden sie dann Wege finden, auf illegale Weise weiter zu fischen und dabei sich und das Ökosystem noch mehr in Gefahr bringen. An dieser Stelle möchte ich euch das “Project Hiu”, gestartet von Madison Stewart, vorstellen, das exemplarisch für viele Bemühungen steht, die lokale Bevölkerung in einen Wandel mit einzubeziehen und ihnen statt Grenzen zu setzen, Möglichkeiten an die Hand zu geben, selbst aktiv zu werden. Das „Projekt Hiu“ (Hiu ist das indonesische Wort für Hai) ist eine Initiative, die Haifischfangboote und die einheimischen Besatzungsmitglieder anheuert und sie in eine ganz andere Art von Einkommenserwerb einbindet: Tourismus. Neben Tagesausflügen und Wochenreisen werden die Boote und ihre einheimische Crew außerdem an Forschungsaufgaben beteiligt. Bereits in vielen Orten auf der Welt ist die Erkenntnis angekommen, dass ein Hai lebendig wesentlich mehr wert ist als seine toten Flossen. Haitourismus ist ein aufsteigendes Business, bei dem die Community vor Ort den Wert des Ökosystem vor ihrer Haustür und dessen Erhalt immer öfter ökonomisch längerfristig betrachtet.</p><figure><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/3b7ed5fb-ce0b-457e-9174-2047a6254f3c/uploads/images/ogoxyzpm6b/Flossen.png?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><figcaption>Der größte Absatzmarkt  für Haiflossen ist Hongkong, wo sie als Statussymbol gelten. Eine einzige Schale Haifischflossensuppe von manchen Arten kann dort bis zu 400 € kosten.</figcaption></figure><p>Was vielleicht nach einem Happy End klingt, ist aber ein neues Gedankenkarussell rund um den moralischen Kompass. Denn wie viel Tourismus kann ein Ökosystem aushalten? Wie stellt man sicher, dass sich alle Akteure ethisch korrekt verhalten, die Tiere nicht mit Futter anlocken und somit in ihrem natürlichen Verhalten stören oder sie sogar verfolgen und bedrängen, wie es viel zu oft beim Whale Watching der Fall ist? Und wie vermeiden wir es, uns als weiße Helden zu aufzuführen, die den Menschen am anderen Ende der Welt die Welt erklären wollen? Ich glaube, dass einzelne Initiativen wie “Project Hiu” einen guten Weg finden, die Community einzubinden, ohne ihnen etwas aufdrücken zu wollen. Aber das Gesamtproblem des Handels mit Haiflossen wird es nicht lösen. <br/><br/>So schön es wäre, aber es gibt keine einfachen Lösungen für komplexe Probleme. Wir Menschen werden weiterhin mehr und machen uns breit. Unser Bedarf an Nahrung, Energie und Ressourcen steigt und somit auch der Druck auf die Natur. Sie zu schützen, schaffen wir nur mit viel Fingerspitzengefühl, Diplomatie, Zusammenarbeit und vielen vielen Kompromissen. Ich finde das äußerst frustrierend aber merke immer wieder auf neue Weise, dass mein manchmal naives und einfaches Denken nicht mit der Realität des Naturschutzes vereinbar ist. Es gibt noch so viel zu Lernen, also fangen wir besser schnell damit an. Deshalb: danke, dass ihr hier mitlest und hoffentlich in jeder Woche etwas für euch mitnehmen könnt.</p><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/3b7ed5fb-ce0b-457e-9174-2047a6254f3c/uploads/images/gcafwdmbjj/KEP_Quer_blau.png?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><p></p><p>_____________________________________<br/></p><p>Susan Richardson: <a href="https://www.susanrichardsonwriter.co.uk/books/where-the-seals-sing/">Where The Seals Sing</a></p><p><br/>Project Hiu: <a href="https://www.projecthiu.com/">Website</a><br/><br/></p>]]></content:encoded>
      <category><![CDATA[Meer-Montag]]></category>
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      <pubDate>Mon, 08 Dec 2025 07:29:39 +0000</pubDate>
    </item>
    <item>
      <title><![CDATA[Meer-Montag #49 - Vorbild und Pionierin Rachel Carson]]></title>
      <description><![CDATA[Eines meiner Ziele in diesem Jahr war es, mehr nach Frauen im Natur- und Umweltschutz zu suchen und Neues über sie zu erfahren. Natürlich stieß ich schnell auf den Namen…]]></description>
      <content:encoded><![CDATA[<p>Eines meiner Ziele in diesem Jahr war es, mehr nach Frauen im Natur- und Umweltschutz zu suchen und Neues über sie zu erfahren. Natürlich stieß ich schnell auf den Namen Rachel Carson, der mir schon zuvor in einigen Büchern begegnete. Letztendlich habe ich es nicht geschafft, so tief ins Thema einzutauchen wie ich ursprünglich geplant hatte. Trotzdem möchte euch heute etwas über Rachel Carson erzählen und euch dazu einladen, den Fokus auf weiblich sozialisierte Wissenschaftler*innen und Autor*innen zu legen, um ihnen mehr Sichtbarkeit zu verschaffen.</p><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/682098ed-95c8-43e2-8aac-38fccf8f31fb/uploads/images/sty4255uds/PXL_20251201_104559493_(1).jpg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><p>Rachel Carson (1907–1964) war eine US-amerikanische Meeresbiologin, Autorin und eine der wichtigen Stimmen der frühen Umweltbewegung. Sie wuchs in Pennsylvania auf und entwickelte schon früh eine Leidenschaft für die Natur und das Schreiben. Und obwohl sie erst mit Anfang zwanzig zum ersten Mal das Meer sah, war sie schon vorher fasziniert von ihm. Von ihrer Mutter (die nach der Heirat per Gesetz nicht mehr als Lehrerin arbeiten durfte) dazu animiert und darin unterstützt, streifte Rachel als Kind täglich durch die Natur und die Wälder, die ihr eher einfaches Zuhause umgaben. Ihre Erlebnisse verarbeitete sie in eigenen Geschichten und Texten für eine Kinderzeitschrift. Im Gegensatz zu ihren beiden älteren Geschwistern konnte Rachel dank Stipendien eine weiterführende Schule und anschließend sogar das <em>Pennsylvania College for Women</em> besuchen. Ihr Studium zog sich jedoch in die Länge, da sie zeitweise Haupternährerin für ihre Eltern und Geschwister war und mit mehreren Jobs Geld verdienen musste. Diese Pflicht und das gemeinsame Wohnen in einem Haushalt schützten die Studentin allerdings vor Forderungen nach Heirat und Familiengründung und hatten somit wahrscheinlich ihren Anteil daran, dass Rachel Carson berufliche Türen geöffnet blieben.</p><p>Nach ihrem Biologiestudium arbeitete sie zunächst für den <em>U.S. Fish and Wildlife Service (</em>die Aufgabe dieser Behörde ist die Erhaltung der Natur und ihrer Artenvielfalt in den Vereinigten Staaten), wo sie wissenschaftliche Erkenntnisse einer breiten Öffentlichkeit zugänglich machte, indem sie Skripte für eine Radiosendung über das Leben im Ozean schrieb. Sie verband ihr biologisches Wissen, ihre Faszination für das Meer und ihre Leidenschaft für das Schreiben und verfolgte diese Weg immer weiter. Einer ihrer Texte wurde von ihrem Vorgesetzten jedoch abgelehnt: er empfand ihn als zu gut und riet ihr, diesen Text einer Zeitschrift zu senden. Dort wurde er tatsächlich veröffentlicht und erregte das Interesse eines Verlags, der Rachel Carson anbot, ein ganzes Buch zum Thema Ozean zu schreiben. Drei Jahre später, im Jahr 1941 erschien <em>Under the Sea-Wind</em>. Ihm folgten zwei weitere Bücher über das Meer: <em>The Sea Around Us</em> (das in den USA 50 Wochen lang auf der Bestsellerliste der <em>New York Times </em>verweilte) und <em>The Edge of the Sea</em>. Doch weltweite Bekanntheit bis in die heutige Zeit erlangte sie erst 1962 mit ihrem letzten Werk <em>Silent Spring</em> (<em>Der stumme Frühling</em>), einem Buch, das die ökologischen Schäden durch den Einsatz von Pestiziden im Allgemeinen und DDT im Besonderen thematisierte. Carson zeigte, wie diese Chemikalien sich in der Umwelt anreichern, Nahrungsketten stören und sowohl Tiere als auch Menschen gefährden. Trotz heftiger Kritik seitens der Chemieindustrie löste Carson damit einen gesellschaftlichen Umdenkprozess aus und trug wesentlich zur Entstehung moderner Umweltpolitik bei. Sie starb 1964 an Krebs, gilt jedoch bis heute als Pionierin des Naturschutzes und als eine der einflussreichsten Umweltaktivistinnen des 20. Jahrhunderts.<br/></p><p>Rachel Carson ist für mich nicht nur eine spannende Person aufgrund ihrer Bedeutung für den Umweltschutz, ihre Begeisterung für den Ozean und ihren Erfolg, Begeisterung zum Beruf zu machen. Auch ihr Privatleben, über das nur wenig bekannt ist, war ihrer Zeit voraus. Mit Mitte vierzig kaufte sie sich ein Haus mit kleinem Waldgrundstück am Meer und lernte dort die verheiratete Frau Dorothy Freeman kennen. Ab 1953 schrieben sie sich elf Jahre lang Briefe während sie 600km von einander entfernt lebten und verbrachten die Sommer als Nachbarn an der Küste, wo sie ausgedehnte Exkursionen unternahmen. Viele der Briefe wurden noch vor Rachels Tod von den beiden vernichtet. Die Gefahr, dass jemand sie als queer verdächtigen könnte, war zu groß. Doch etwa 750 dieser Briefe, die zwischen 1952 und 1964 geschrieben wurden, wurden von Dorothys Enkeltochter Martha Freeman als Buch unter dem Titel <em>Always, Rachel </em>herausgebracht und zeigen, dass die beiden Frauen wahrscheinlich mehr als Brieffreundinnen waren und auch eine romantische Beziehung miteinander führten.</p><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/682098ed-95c8-43e2-8aac-38fccf8f31fb/uploads/images/kmvy7yu3q3/1764586029579.jpg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><p>Rachel Carson hat nicht das gemacht, was zu ihrer Zeit von Frauen erwartet und gefordert wurde. Sie hat es mit großer Hilfe ihrer Mutter geschafft, trotz Armut einen hohen Grad an Bildung zu erfahren, hat gleichzeitig studiert und für ihre Familie gesorgt. Hat einen Platz gefunden, an dem sie mit ihrem Wissen und ihrem Talent dazu beitragen konnte, wissenschaftliche Erkenntnisse niederschwellig zu verbreiten. Und lebte am Ende mit ihrer Liebe am Meer und konnte vom Schreiben leben. Ich finde diese Lebensgeschichte aus so vielen Perspektiven spannend und inspirierend. Sie zeigt, das ziemlich viel möglich ist, wenn wir uns trauen, von ausgetretenen Wegen abzuweichen. Und vielleicht klingt es kitschig aber für mich ist Rachel Carson ein Vorbild dafür, dass man Begeisterungen nachgehen und Träume auch mit nur wenig Privilegien wahr werden können.</p><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/682098ed-95c8-43e2-8aac-38fccf8f31fb/uploads/images/xlipylswss/1764586063298.jpg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><p>____________________________________________________<br/><br/></p><p><strong>Bücher über Rachel Carson: </strong><br/><br/>Dieter Steiner - Rachel Carson, Pionierin der Ökologiebewegung, 2014</p><p>Charlotte Kerner - We are Volcanoes, Die Ökovisionärinnen Rachel Carson, Lynn Margulis, Donna Haraway, 2024</p><p>Theresia Graw - In uns der Ozean, 2025</p><p>u.v.m.<br/><br/><strong>Rachel Carsons Werke:<br/></strong></p><p>- Under the Sea-Wind (auf deutsch als “Unter dem Meerwind” erschienen)</p><p>- The Sea Around Us (auf deutsch als “Geheimnisse des Meeres” erschienen)</p><p>- The Edge of the Sea (auf deutsch als “Am Saum der Gezeiten” erschienen)</p><p>- Silent Spring (auf deutsch als “Der stumme Frühling” erschienen)</p><p>- Man’s War Against Nature</p><p>- The Sense of Wonder (auf deutsch als “Magie des Staunens” erschienen)<br/></p>]]></content:encoded>
      <category><![CDATA[Meer-Montag]]></category>
      <media:content type="image/jpeg" url="https://assets.steadyhq.com/production/post/682098ed-95c8-43e2-8aac-38fccf8f31fb/uploads/images/sty4255uds/PXL_20251201_104559493_(1).jpg?auto=format&amp;h=787&amp;w=1400&amp;fit=fill&amp;fm=jpg&amp;crop=faces" medium="image"/>
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      <pubDate>Mon, 01 Dec 2025 10:59:45 +0000</pubDate>
    </item>
    <item>
      <title><![CDATA[Meer-Montag #48 - Hier stinkt’s nach Fisch!]]></title>
      <description><![CDATA[Vor Kurzem hörte ich den Spruch “Der Fisch stinkt vom Kopf her”. Damit wollt mein Gegenüber betonen, dass ein Problem im Unternehmen dort entsteht, wo geplant und…]]></description>
      <content:encoded><![CDATA[<p>Vor Kurzem hörte ich den Spruch “Der Fisch stinkt vom Kopf her”. Damit wollt mein Gegenüber betonen, dass ein Problem im Unternehmen dort entsteht, wo geplant und entschieden wird, also in der Führungsebene. Mir fiel es schwer, mich weiterhin auf das Gespräch zu konzentrieren, da ich mich sofort fragte, warum Fische eigentlich so einen besonderen Geruch entwickeln und ob sie wirklich zuerst am Kopf anfangen, zu stinken. Und warum genau hab ich mich das noch nie vorher gefragt? Die Idee zum heutigen Meer-Montag war also da und ich habe angefangen, für euch zu recherchieren. <br/><br/>Lebendige Fische riechen natürlich ganz anders als jene, die tot auf Märkten herum müffeln. Denn wie bei jedem Tod, beginnen sofort nach seinem Eintreten Bakterien, das organische Material zu zersetzen. Bei diesem Prozess entstehen Stoffe, die den typischen Verwesungsgeruch entstehen lassen. Das besondere an Fischen, vor allem an jenen, die in kaltem Wasser leben, ist der Stoff Trimethylamin-N-oxid (TMAO). Die kompliziert klingende Verbindung schützt die Fische vor dem Gefrieren, es ist ihr körpereigenes Frostschutzmittel. Zersetzen die Bakterien es nach dem Tod des Tieres, wird es es zu Trimethylamin (TMA) umgewandelt, das nach Ammoniak riecht und den charakteristischen Fischgeruch hervorruft. [1]</p><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/f468e2ca-a1d5-4660-8a9c-99e8bcbd7e3b/uploads/images/rkwcwziaea/Lachs_frei.png?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><p>Auch andere Zersetzungsprozesse haben hieran ihren Anteil. Enzyme wandeln Aminosäuren, wie beispielsweise Lysin um, woraus das Molekül Kadaverin entsteht, dass genauso riecht wie es klingt. Es gibt auch einen Grund, weshalb Fisch sehr stark riecht: in ihm sind viele ungesättigte Fettsäuren enthalten, die schneller oxidieren als ungesättigte. Sie werden dabei in immer kleinere Zellbausteine zerlegt, bis sie sich verflüchtigen, also als Geruch unsere Nasen erreichen. <br/><br/>Da die Kiemen für Bakterien und Mikroorganismen besonders leicht zugänglich sind, starten hier die Zersetzungsprozesse. Fische stinken also tatsächlich zuerst am Kopf. Dass wir den Geruch als Gestank bezeichnen ist ein evolutionär erlangter Schutz: wir schrecken davor zurück, wenn etwas nach diesen Zersetzungsprozessen riecht, um uns nicht den Magen zu verderben. Unsere Nasen sind darauf trainiert, Stoffe wie Kadaverin oder TMA schnell zu erkennen und lösen in unserem Körper die Emotion Ekel aus. Nunja, vielleicht nicht bei uns allen. Immerhin gilt “Surströmming” in Schweden als Delikatesse. Hierbei handelt es sich um Hering, der durch Milchsäuregärung konserviert wird und beim Verzehr sehr faulig stinkt. Nach monatelanger Lagerung in Fässern wird er kurz vor dem Verkauf in Konserven abgefüllt. Hier hört der Gärungsprozess jedoch nicht auf, wodurch die Dosen häufig wie aufgeblasen wirken. Funfact: Der Transport der Surströmmingdosen wurde wegen der Sorge vor Explosionsgefahr 2006 auf Flügen von British Airways und Air France ausdrücklich verboten. [2]</p><figure><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/f468e2ca-a1d5-4660-8a9c-99e8bcbd7e3b/uploads/images/tqq4cxr43w/HEring__frei.png?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><figcaption>Die Fermentation, die den typischen Geschmack des &quot;Surströmming&quot; entstehen lässt, beginnt durch ein Milchsäureenzym in der Wirbelsäule des Herings. [3]</figcaption></figure><p>Fische sind also keine ekligen Tiere. Sie zersetzen sich nach ihrem Tod nur sehr schnell. Dabei entstehen Stoffe, die unsere Nasen und Gehirne als potentiell verdorben erkennt und deshalb ablehnt. Dagegen gibt es aber ein ganz einfacher Mittel: wir lassen die Fische in Ruhe, sodass sie wohlriechend durch unsere Meere schwimmen und dort ihre wichtigen Aufgaben im Nahrungsnetz gesunder Ökosysteme erfüllen. Eigentlich ganz einfach, 0der? <br/></p><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/f468e2ca-a1d5-4660-8a9c-99e8bcbd7e3b/uploads/images/nltttvyqw4/KEP_Quer_blau.png?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><p></p><p><br/><br/>____________________________________________________<br/>[1] P.M.: <a href="https://pm-wissen.com/stinkt-fisch_24649#:~:text=Au%C3%9Ferdem%20zerfallen%20mit%20der%20Zeit%20die%20vielen,(weniger%20gesunden)%20ges%C3%A4ttigten%20Fetts%C3%A4uren%20in%20anderen%20Fleischsorten.">Stinkt Fisch? Darum riecht er schnell unangenehm</a><br/><br/>[2] BBC News: 2006,<a href="http://news.bbc.co.uk/2/hi/europe/4867024.stm"> Airlines ban &#39;foul&#39; Swedish fish</a><br/><br/>[3] Visit Sweden: 2025, <a href="https://visitsweden.de/aktivitaten/essen-trinken/schwedische-kuche/surstromming/">Gegorener Hering (&#39;Surströmming&#39;)</a><br/><br/>sinexx.de: 2007, <a href="https://www.scinexx.de/news/technik/bakterien-verantwortlich-fuer-fischgeruch/">Bakterien verantwortlich für Fischgeruch</a></p><p><br/></p>]]></content:encoded>
      <category><![CDATA[Meer-Montag]]></category>
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      <pubDate>Mon, 24 Nov 2025 09:42:32 +0000</pubDate>
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    <item>
      <title><![CDATA[Meer-Montag #47 - Der Übergang ist fließend]]></title>
      <description><![CDATA[Bei dem Gedanken an Lebewesen aus dem Meer denken wir schnell an Fische, Kraken oder Haie. Also jene, die ihr gesamtes Leben unter der Wasseroberfläche verbringen und…]]></description>
      <content:encoded><![CDATA[<p>Bei dem Gedanken an Lebewesen aus dem Meer denken wir schnell an Fische, Kraken oder Haie. Also jene, die ihr gesamtes Leben unter der Wasseroberfläche verbringen und perfekt an dieses Ökosystem angepasst sind. Sie haben Kiemen entwickelt, um unter Wasser zu atmen, besitzen spezielle Haut und eine Sinneswahrnehmung, die zu den Eigenschaften des Wasser um sie herum passt. Wenn wir weiterdenken an Wale und Delfine, dann kommen wir den Tieren, die wir an Land kennen, schon etwas näher: Sie müssen zum Atmen auftauchen und nutzen somit Ressourcen aus beiden Welten, über und unter Wasser. Auch Meeresschildkröten sind auf beide Lebensräume angewiesen, da sie nicht nur an der Oberfläche atmen, sondern sogar zur Eiablage einen Strand benötigen. Es gibt in der Tierwelt also nicht nur ein Entweder-Oder, der Übergang vom Land zum Wasser ist keine klare Grenze und ich möchte euch heute ein paar weitere Beispiele näher bringen. Es gibt jede Menge Tiere, deren Beziehung zum Ozean erst auf den zweiten Blick von Bedeutung zu sein scheint Gleichzeitig sind sie ein weiterer Beweis dafür, wie wichtig die Meere für unsere gesamte Welt sind. Sie verbringen nicht ihren Großteil des Lebens im oder unter Wasser und sind trotzdem davon abhängig, dass der Ozean ein gesundes und intaktes Ökosystem bleibt. <br/><br/><strong>Der Eisbär</strong><br/></p><p>Er lebt in den polaren Regionen rund um den Nordpol und hält im Gegensatz zu seinen nahen Verwandten keine Winterruhe, die sich bei den Braunbären durch das geringe Nahrungsangebot im Winter ergibt. Einen Großteil der Nahrung des Eisbären besteht nämlich aus Robben, die er im Winter auf dem arktischen Meereis jagt. Lediglich trächtige Weibchen ziehen sich ab Oktober oder November in eine Höhle zurück. Hier sinken Atemfrequenz und Herzschlag deutlich, während die Körpertemperatur nur leicht herabgesetzt wird. Im nächsten Frühjahr verlässt die Bärenmutter die Höhle mit ihren etwa drei Monate alten Jungtieren die Höhle und bringt ihnen in den nächsten 1,5 bis 2,5 Jahren alles bei, was ein Eisbär wissen muss. Durch die Klimakrise schwindet das Eis in der Arktis und die Eisbären unternehmen immer weitere Wanderungen, um Nahrung zu finden. Eine Studie, die zwischen 2004 und 2009 von Forschenden des Alaska Science Center in Anchorage am Rand der Beaufortsee durchgeführt wurde, zeigte, dass weibliche Eisbären bis zu 150km pro Tag durch offenes Wasser schwimmen. Dabei verlieren sie deutlich mehr Energie und somit auch Gewicht, als wenn sie über das Eis laufen würden. [1]</p><figure><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/194d3315-d394-41a8-9067-63c85c7845d6/uploads/images/r7oi5jf3nq/Eisbar_Scan_neu.png?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><figcaption>Das Genom der Eisbären zeigt Mutationen in Genen, die den Fettstoffwechsel regulieren. Diese Anpassung ermöglicht es, dass sie große Mengen Fett (aus Robbenblubber) fressen können, ohne an Herz-Kreislauf-Erkrankungen zu leiden, wie es bei Menschen mit ähnlicher Ernährung der Fall wäre. [2]</figcaption></figure><p><strong>Der Küstenwolf</strong></p><p>Als Küstenwolf wird eine Unterart des Timberwolfes bezeichnet, die an der kanadischen Pazifikküste in British Columbia vorkommt. Im Gegensatz zu seinem grauen Wolfsverwandten ist der Küstenwolf etwas kleiner und hat ein rötlich gefärbtes Fell. Er ist an das Leben in der Küstenregion angepasst, denn er jagt nicht nur an Land, sondern frisst auch Meerestiere wie Muscheln, Krebse und Aas z.B von gestrandeten Walen. Zu seinem Revier gehören manchmal mehrere Inseln, sodass er die Entfernungen schwimmend zurück legt. Seine Beute trägt er nicht selten in den an die Küste angrenzenden Wald. Zurückgelassene Reste sowie Kot und Urin der Wölfe ernähren hier andere Organismen und düngen das Ökosystem Küstenwald.</p><p></p><p><strong>Die Seevögel</strong></p><p>Ich habe sie euch schon oft im einzelnen vorgestellt, da sie mich so sehr begeistern: Seevögel. Tordalken (“Tord-Alken”), Eisenten (“Eis-Enten”), Pinguine und viele mehr hatten bereits ihren Auftritt hier beim Meer-Montag und zeigen, wie sehr ein großer Teil der Avifauna mit dem Meer verwoben ist. Tatsächlich gibt es mehr als 250 Arten, die in ihrer Lebensweise eng mit dem Ozean in Verbindung stehen. Manche von ihnen haben vergrößerte Nasenlöcher und die Fähigkeit, dadurch überschüssiges Salz, die sie mit der Nahrung aufnehmen, auszuscheiden. Andere haben einen Körperbau, der es ihnen ermöglicht, den Großteil ihres Lebens in der Luft über dem Meer zu verbringen und nur zum Brüten an die Küsten zurück zu kehren. Sie ernähren sich von Fisch, den sie von der Meeresoberfläche oder aber von weit oben in der Luft erspähen und durch einen Sturzflug mit anschließendem Eintauchen ins Wasser jagen. Dabei können viele von ihnen tauchen und wirken auf Videoaufnahmen, als würden sie einfach unter Wasser weiter fliegen.</p><figure><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/194d3315-d394-41a8-9067-63c85c7845d6/uploads/images/4jvo2wz5hn/Tordalk2-frei.png?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><figcaption>Tordalken verbringen den Großteil ihres Lebens auf dem offenen Meer und kommen nur zum Brüten an Land.</figcaption></figure><p><strong>Die Tangfliege</strong><br/><br/>Nach den großen Räubern wollen wir auch den Fokus auf die Kleinen legen: Tangfliegen, wie z.B. die Art <em>Coelopa frigida</em> leben typischerweise in Spülsäumen, wo Algen und Seetang am Übergang zum Wasser zurückbleiben. Indem die Tiere abgestorbenen Seetang fressen, tragen sie wesentlich zur Zersetzung organischen Materials bei und helfen dabei, Nährstoffe in die Strandökosysteme zurückzuführen. Außerdem sind sie Nahrung für Vögel und andere Lebewesen an der Küste und somit ein wichtiger Bestandteil im Nahrungsnetz.</p><p></p><p><strong>Die Meerechse</strong></p><p>Die Meerechse kommt endemisch auf den Galápagos-Inseln vor und gehört zu den Leguanen. Sie ist die einzige Echsenart, die im Meer auf Nahrungssuche nach Algen und Tang geht. Dabei kann sie bis zu einer halben Stunde und 15 Meter tief tauchen. Doch dabei kühlt sie schnell aus und muss sich anschließend aufwärmen. Deshalb sieht man Meerechsen häufig auf den Felsen an der Küste in der Sonne liegen, ihre sehr dunkle Farbe hilft ihnen dabei, die Wärme schnell und effektiv aufzunehmen. Mittlerweile wurden 11 Unterarten der Meeresechse klassifiziert und eine hat einen Namen, der ihrem Aussehen angemessen ist: Amblyrhynchus cristatus godzilla.</p><figure><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/194d3315-d394-41a8-9067-63c85c7845d6/uploads/images/utb7eoyzck/Meerechse.png?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><figcaption>Die Meerechse wird Teil vom &quot;Malbuch der Meerestiere&quot;, das ich im nächsten Jahr in meinem Shop anbieten werde.</figcaption></figure><p>Das Meer verbindet mehr, als wir denken. Viele Nahrungsketten haben ihren Ursprung im Wasser, wie wir an den Eisbären oder Küstenwölfen sehen und an den Küsten, also dort, wo sich Meer und Land treffen, finden wir eine enorm hohe Biodiversität. Damit wird deutlich, dass das Meer ein grundlegender Faktor für die Lebensräume und ökologischen Prozesse an Land ist. Darum sollten wir das Meer schützen und mit ihm auch das Leben an Land bewahren.</p><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/194d3315-d394-41a8-9067-63c85c7845d6/uploads/images/sihhk422ru/KEP_Quer_blau.png?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><p>Unterstütze meine Arbeit mit einer Steady-Mitgliedschaft schon ab wenigen Euro pro Monat.</p><p><a href="https://steady.page/de/mariaherzog/about">Mitglied werden</a></p><p><br/><br/><br/><br/>_________________________________<br/>Quellen &amp; Weiterlesen<br/><br/>[1] Studie <a href="https://cdnsciencepub.com/doi/10.1139/z2012-033#tab2">“Long-distance swimming by polar bears (Ursus maritimus) of the southern Beaufort Sea during years of extensive open water”</a>, A.M. Pagano, G.M. Durner, S.C. Amstrup, K.S. Simac, and G.S. York, 2012</p><p>[2] UC Berkeley Research: Robert Sanders, <a href="https://vcresearch.berkeley.edu/news/polar-bear-genome-gives-new-insight-adaptations-high-fat-diet?utm_source=chatgpt.com">“Polar bear genome gives new insight into adaptations to high-fat diet”</a>, 2014<br/><br/>Mehr zum Küstenwolf: <a href="https://chwolf.org/woelfe-kennenlernen/unterarten-vorkommen/unterarten-timberwolf">CHWolf.org</a><br/><br/>Mehr zu Meerechsen: <a href="https://galapagos-pro.com/tiere/galapagos-meerechsen/">Galapagos-Pro</a></p><p></p><p></p>]]></content:encoded>
      <category><![CDATA[Meer-Montag]]></category>
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      <pubDate>Mon, 17 Nov 2025 06:52:55 +0000</pubDate>
    </item>
    <item>
      <title><![CDATA[Meer-Montag #46 - Wasservogelzählung am Bodden]]></title>
      <description><![CDATA[Es ist Herbst und ich bin erneut auf dem Weg in die Karrendorfer Wiesen bei Greifswald. Seit ich im Sommer an einer Führung durch dieses Vogelschutzgebiet mitgemacht…]]></description>
      <content:encoded><![CDATA[<p>Es ist Herbst und ich bin erneut auf dem Weg in die Karrendorfer Wiesen bei Greifswald. Seit ich im Sommer an einer Führung durch dieses Vogelschutzgebiet mitgemacht habe, übt dieser Ort eine Art magische Anziehungskraft auf mich aus. Meine Faszination für Seevögel leistet hier einen großen Beitrag. Und genau das ist auch das Thema dieses Tages: die beiden Naturschutzwartinnen Johanna und Lara der Michael Succow Stiftung haben mich eingeladen, den Tag mit ihnen zu verbringen und bei der wöchentlichen Wasservogelzählung dabei zu sein. Wir werden heute also viele Stunden draußen unterwegs sein und sowohl auf der Insel Koos als auch auf den umliegenden Wiesen Vögel zählen.</p><p>Mit dem Erscheinen des Werkes “&quot;Naturgeschichte der Land- und Wasservögel des nördlichen Deutschlands und angränzender Länder&quot; von Johann Andreas Neumann zwischen 1797 und 1803 startete hier in Deutschland das Monitoring der Vogelwelt, auch avifaunistische Forschung genannt. Anfang des 20. Jahrhunderts bildeten sich immer mehr Netzwerke, die begannen, sich über ihre Beobachtungen auszutauschen. Mit der Gründung des Dachverbandes Deutscher Avifaunisten (DDA) im Jahr 1970 ist eine zentrale Sammelstelle entstanden, die mehrere Erfassungsprogramme in Deutschland organisiert und koordiniert. Dazu gehören das Monitoring der häufigen Brutvögel, gefährdeten und geschützten Brutvögel sowie das Monitoring der rastenden Wasservögel. Auch das Portal ornitho, in das wir Hobby-Beobachtenden unsere Entdeckungen eintragen können, wird von diesem Verband betrieben. All diese Daten werden gesammelt, zusammengeführt und ausgewertet. Sie fließen beispielsweise in Berichte zur Roten Liste und in den Vogelindikator, der zeigt, wie es um die Natur in Deutschland steht. Während die Wasservögel im Sommer mit Paarung, Nestbau, Brüten und der Aufzucht ihrer Küken beschäftigt sind - oft versteckt im Schilf, in Höhlen oder ähnlichem - sammeln sie sich im Herbst und Winter an unseren Küsten. Dort sind sie gut zu beobachten und zu zählen. Ich bin gespannt, wen wir heute entdecken werden.<br/></p><p>Als ich an der kurzen Brücke, die hinüber auf die Insel Koos führt, ankomme, sage ich Bescheid, dass ich da bin. Vor mir ist nämlich ein großes verschlossenes Tor, das verhindert, dass sowohl Menschen, als auch Raubtiere auf die Insel gelangen. Passenderweise wird es auch &quot;Prädator&quot; genannt. Die Insel Koos ist eine für die Öffentlichkeit nicht zugängliche Vogelschutzinsel, auf der die Naturschutzwart*innen leben. Hier weiden außerdem Schafe und Rinder, die durch das Abfressen der Pflanzen die Landschaft offen halten und somit bessere Bedingungen für bodenbrütende Vogelarten schaffen. Nachdem ich einen kurzen Blick in das gemütliche Wohnhaus werfen darf, starten wir am Südhaken der Insel mit unserer Zählung. Hier steht ein hoher Beobachtungsturm, von dem aus wir einen guten Blick auf den Strand haben, an dem jede Menge Vögel rasten. Während ich mit Fernglas und dem Teleobjektiv meiner Kamera versuche, etwas zu erkennen, sind Johanna und Lara mit ihrem Spektiv geübte Beobachterinnen. Während eine von ihnen nach und nach den Strandabschnitt absucht, notiert die andere die Anzahl der Vögel. Hierfür nutzen sie zwei Handzähler, können also zwei bis drei Arten gleichzeitig zählen und kommen somit zügig voran. Ich sehe hier zum ersten Mal Sturmmöwen. Die verschiedenen Möwen zu unterscheiden fällt mir noch schwer, aber ich kann gut erkennen, dass diese kleiner sind im Vergleich zu den Silbermöwen, die man so häufig sieht. Auch unterscheidet sich ihre Augenfarbe: während die Silbermöwe helle Augen hat, sind die Sturmmöwe dunkelbraun und von einem roten Ring umgeben. Sie ist sehr anpassungsfähig, wenn es um den Lebensraum geht: Meist findet man ihre Brutgebiete an der Küster, aber sie kommt auch gelegentlich  an Binnengewässern, in Sümpfen oder Hochmooren vor. Die bisher älteste Sturmmöwe hieß Marta und wurde im Jahr 2015 bereits 34 Jahre alt. Sie lebte auf der Insel Kakrarahu in Estland, leider habe ich keine aktuellen Meldungen über ihren Verbleib finden können.</p><figure><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/5e930746-2e5f-4293-9280-2b0a0b0fbd57/uploads/images/z5msqxaro7/2025-09-23-Karrendorfer-Wiesen-1.jpg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><figcaption>Der Südhaken der Insel Koos erscheint bei normalem Wasserstand als kleine Insel. Bei Niedrigwasser ist die schmale Verbindung zur Hauptinsel zu erkennen.</figcaption></figure><p><br/><strong><br/>Bevor es gleich mit dem Artikel weitergeht, möchte ich dir die Möglichkeit vorschlagen, mich hier in meiner Arbeit zu unterstützen und mich unabhängig von Algorithmen kreativ sein zu lassen. Eine Mitgliedschaft bei Steady beginnt bei 4,50€ im Monat und hilft mir, solche Recherchen zu finanzieren. Danke an alle, die bereits dabei sind.</strong><br/></p><p><a href="https://steady.page/de/mariaherzog/about">Jtzt Mitglied werden</a></p><p><br/>Nachdem alle Vögel am Südhaken erfasst sind (neben den Sturmmöwen gibt es Mantelmöwen, Zwergseeschwalben und Schnatterenten), gehen wir weiter zur nächsten Station auf der Brücke vor der Insel. Die Orte, an denen die Vögel alle zwei Wochen gezählt werden, bleiben immer gleich, um vergleichbare Daten zu erheben. Auch die Uhrzeit wird notiert und möglichst gleichbleibend eingehalten. Doch warum werden die Vögel gezählt? Die Bestandszahlen verraten uns viel über den Zustand unserer Umwelt. Ziel ist es, herauszufinden, wie sich die Populationen verschiedener Arten über die Jahre entwickeln, um bei ungewöhnlichen Veränderungen möglichst schnell zu reagieren oder nach Ursachen zu suchen. So könnte ein plötzlicher Rückgang einer Population auf ein Pestizidproblem oder andere Umweltgifte hinweisen. Außerdem kann die erfasste Anzahl der Vögel dazu führen, dass Gebiete als wichtig für die Population (z.B. als Brut- oder Rastgebiet) angesehen und somit unter Schutz gestellt werden.</p><figure><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/5e930746-2e5f-4293-9280-2b0a0b0fbd57/uploads/images/gepzzyqggh/2025-09-23-Karrendorfer-Wiesen-3.jpg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><figcaption>Von der Brücke zählen die Naturschutzwartinnen Wasservögel auf dem schmalen Strom zwischen der Insel Koos (rechts) und dem Festland (links).</figcaption></figure><p>Wir gehen weiter von Station zu Station durch die Karrendorfer Wiesen und sind insgesamt über drei Stunden unterwegs. Manchmal glaube ich, auf dem Wasser, das durch die Sonne glitzert und funkelt, keinen einzigen Vogel zu sehen. Aber Johanna schaut durch ihr Spektiv und meldet “124 Pfeifenten und 3 Haubentaucher”. Seit einem Jahr gehört diese Zählung zu ihren wiederkehrenden Aufgaben und sie wirkt sehr routiniert in ihrer Arbeit. Trotzdem sind da noch jede Menge Begeisterung und Faszination und hier und da schlagen wir im Buch nach, wenn wir uns unsicher sind, um welche Vogelart es sich handelt. Und wie wunderschön ist es, immer wieder Neues dazuzulernen? Am Ende unserer Zählung mache ich sogar noch eine Entdeckung: im flachen Wasser stehen zwei Pfuhlschnepfen und suchen nach Futter.Der Unterschied zur Uferschnepfe ist manchmal schwer zu sehen, aber ihr Schnabel ist ein wenig nach oben gebogen. Wir waren nicht weit entfernt und als die Tiere ihren Kopf aus dem Wasser heben, können wir sie gut bestimmen. Während diese Tiere bereits im Schlichtkleid sind und beide hellbraunes, mit vielen kleinen hellen Tupfen versehenes Gefieder tragen, sind die Männchen im Prachtkleid intensiv rostrot. Sie sind hier Durchzügler und kommen aus ihren Brutgebieten in der arktischen Tundra und der moorigen Taiga. Sie sind Langstreckenzieher und überwintern in Westeuropa, an der Atlantikküste Afrikas oder sogar in Neuseeland. 2015 wurde die Art als weltweit bestandsgefährdet in die Internationale Rote Liste aufgenommen. Der Klimawandel und das damit einhergehende Verschwinden der für sie geeigneten Lebensräume setzt diese Vogelart unter großen Druck. Umso mehr Bedeutung erhält unsere Beobachtung an diesem Tag und ich hoffe, sie finden im nächsten Frühjahr einen perfekten Brutplatz im kalten Norden.</p><figure><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/5e930746-2e5f-4293-9280-2b0a0b0fbd57/uploads/images/4ah6yfzli7/_DSC4344-2.jpg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><figcaption>Zwei Pfuhlschnepfen suchen im flachen Wasser nach Nahrung.</figcaption></figure><p>Mit dieser letzten Entdeckung geht es für uns die 2 km zurück zur Insel Koos. Unterwegs erfahre ich ein bisschen mehr über den Bundesfreiwilligendienst (BFD), über den Johanna und Lara bei der Michael Succow Stiftung angestellt sind. Der Bundesfreiwilligendienst wurde 2011 als Ersatz für den Zivildienst eingeführt und steht Menschen aller Altersgruppen offen. Hierin unterscheidet sich das Angebot vom Freiwilligen Ökologischen Jahr, das sich vor allem an junge Menschen bis 27 Jahre richtet und sich auf den Natur- und Umweltschutz fokussiert. Im Bundesfreiwilligendienst können die umgangssprachlich genannten BufDis sich in ganz unterschiedlichen Bereichen, wie sozialen Einrichtungen, kulturellen Projekten oder im Natur- und Umweltschutz engagieren. Organisiert wird der BFD vom Bund. Er bietet eine Möglichkeit, sich gesellschaftlich einzubringen und gleichzeitig neue Erfahrungen zu sammeln. Gleichzeitig gibt es durch solche Programme immer wieder junge Menschen, die sich um Naturschutzgebiete wie die Insel Koos kümmern, Aufgaben im Monitoring übernehmen und direkt lernen, wie Umweltschutz konkret aussehen kann. Seit 2019 bietet die Michael Succow Stiftung zwei solcher Plätze auf der Insel Koos an. Während ihrer Zeit auf der Insel übernehmen die Freiwilligen ein breites Spektrum an Aufgaben. So mähen sie z.B. das Schilf an einigen Stellen der Karrendorfer Wiesen, sodass die jungen Austriebe wieder von den Rindern gefressen und somit die seltene Salzwiesenvegetation gefördert wird. Neben der Zählung verschiedener Wasservögel werden Brutkästen kontrolliert, 360°-Fotos an festgelegten Orten gemacht und öffentliche Führungen angeboten. Genau über diese Führung habe ich die Karrendorfer Wiesen kennengelernt und bin dankbar für all die Einblicke des heutigen Tages. Ich werde auch in naher Zukunft häufiger hierherkommen und freue mich bereits auf die Kraniche, die hier im späten Herbst übernachten während sie sich für ihre Reise in den Süden sammeln. </p><figure><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/5e930746-2e5f-4293-9280-2b0a0b0fbd57/uploads/images/7iyr6p3p6d/Pfuhlschnepfe.png?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><figcaption>Eine männliche Pfuhlschnepfe im Prachtkleid</figcaption></figure><p><br/></p>]]></content:encoded>
      <category><![CDATA[Meer-Montag]]></category>
      <media:content type="image/jpeg" url="https://assets.steadyhq.com/production/post/5e930746-2e5f-4293-9280-2b0a0b0fbd57/teaser_image/1762699444?auto=format&amp;h=787&amp;w=1400&amp;fit=fill&amp;fm=jpg&amp;crop=faces" medium="image"/>
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      <pubDate>Mon, 10 Nov 2025 06:30:01 +0000</pubDate>
    </item>
    <item>
      <title><![CDATA[Meer-Montag #45 - Carcharhinus longimanus]]></title>
      <description><![CDATA[Heute möchte ich euch einen weiteren vorstellen, der seit meiner Kindheit zu meinen Favoriten gehört: der Weißspitzen-Hochseehai (Carcharhinus longimanus) . ]]></description>
      <content:encoded><![CDATA[<p>Bevor ich heute etwas über den Weißspitzen-Hochseehai und die Körpersprache von Haien erzähle, gibt es allgemeine Neuigkeiten rund um wildwasserfarben. Vielleicht habt ihr es schon gelesen: Franzi und ich werden ab 2026 getrennte Wege gehen. Allerdings nur im Business, nicht in unserer Freundschaft. Mehr über die Hintergründe könnt ihr in unserem Instagram-Feed nachlesen. Der Hauptgrund ist der, dass ich mich immer mehr von unseren anfänglichen Themen entfernt habe. Familie, Kinder und das Lettering sind ja schon eine Weile nicht mehr das, womit ich mich beschäftige(n möchte). Und so sehr ich fand, dass wir uns sehr lang toll ergänzt haben, möchte ich nun gern versuchen, wie es ist, meiner eigenen Themennische, dem Naturschutz, nachzugehen und damit sichtbar zu sein. Ich möchte mich journalistisch weiterentwickeln und das Schreiben, die Fotografie und das Illustrieren zu einem stimmigen Gesamtpaket schnüren.<br/><br/>Daher auch die wichtigste Info für alle Steady-Mitglieder und euch Meer-Montag Enthusiast*innen: hier auf Steady bleibt alles wie es ist. Genau das hier will ich machen und ausbauen. <br/><br/>Franzi und ich werden beide jeweils einen Onlineshop ab nächstem Jahr haben und für diesen Neustart gibt es in unserem Shop grad einen großen Sale. Viele Artikel sind bis zu 80% reduziert, um unser Lager zu leeren. Falls ihr also noch auf der Suche nach Weihnachtsgeschenken seid, sind wir eine passende Adresse. <br/></p><p><a href="https://www.wildwasserfarben.de/">ZUM SALE</a></p><p>____________________________________________________</p><h3>Meer-Montag #45</h3><p></p><p>Wir haben hier beim Meer-Montag bereits mehrere Haie kennengelernt. Heute möchte ich euch einen weiteren vorstellen, der seit meiner Kindheit zu meinen Favoriten gehört: der Weißspitzen-Hochseehai (<em>Carcharhinus longimanus) </em>. Der Name passt perfekt, denn mit seinen leuchtend weißen Spitzen an den auffallend großen und runden Flossen ist er leicht zu erkennen. Er gehört zu den Requiemhaien und lebt im offenen Ozean in den tropischen, subtropischen und warm-gemäßigten Regionen. Dort ist die Nahrungsdichte relativ gering und Raubtiere müssen sehr weit schwimmen, um ihre Beute zu finden. Außerdem ist die Biodiversität nicht so hoch wie beispielsweise an einem Korallenriff. Es gibt wenige ökologische Nischen zu füllen und der Weißspitzen-Hochseehai ist nicht besonders wählerisch, was seine Mahlzeiten betrifft. So gehören mehrere große Fischarten, Meeresschildkröten, Tintenfische, Meeresvögel und sogar Schwertfische und Delfine zu seinem Speiseplan. Er nimmt, was zur Verfügung steht. Das führt dazu, dass er einer der (wenigen) Haie ist, die als für den Menschen gefährlich eingestuft werden. Immer wieder gibt es Berichte von Angriffen und auch Videos, in denen Taucher von diesem Hai gebissen werden. Genau diese Videos sind allerdings nützlich, um zu sehen, wie es zu solch einem Angriff kommt und wie man ihn verhindern kann. Bevor ein Hai zubeißt, signalisiert er nämlich vorher oft durch seine Körpersprache, dass mehr Abstand die bessere Wahl für den Menschen wäre.</p><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/6fb8cc4e-4f6d-4a01-9479-a8c6e2394efc/uploads/images/5mbk456cy5/Longimanus_frei.png?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><p><br/>Da der Weißspitzen-Hochsee ein Nahrungsgeneralist ist, ist alles, was ihm über den Weg schwimmt, potentielles Futter und es gehört zu seiner Strategie, es näher zu untersuchen. Deshalb gibt es häufig Begegnungen zwischen diesem Hai und Menschen, entweder beim Tauchen oder auch beim Schwimmen im Meer. Wir dürfen nie vergessen, dass wir dort in ihrem Zuhause zu Besuch sind. Und nicht nur für den Menschen sind solche Begegnungen neu: wahrscheinlich hat auch der Hai noch nie einen von uns gesehen und möchte untersuchen, ob für ihn etwas dabei herausspringt. Viele Haie schwimmen dabei erst einmal am Menschen vorbei und verringern nach und nach den Abstand. Schaut euch mal Drohnenaufnahmen von Surfstränden an: überall sind Haie, oft auch Weiße Haie, die zwischen den Menschen unbemerkt ihre Bahnen ziehen, ohne, dass jemandem etwas passiert. Sie checken uns aus der Entfernung aus und schwimmen weiter. Mit ihren feinen Sinnen wie den Lorenzinischen Ampullen und ihrem Seitenlinienorgan können sie einschätzen, ob ein Mensch Nahrung ist oder nicht und es kommt nur äußerst selten zu der Entscheidung, dass man es ja mal mit einem Biss versuchen kann. Im Jahr 2024 gab es weltweit 47 nicht provozierte Angriffe [1] von Haien auf Menschen, wovon 4 tödlich endeten [2]. In manchen Jahren sterben genauso viele Menschen allein in Deutschland durch Angriffe von Hunden. Es ist also bei Haien wichtig, unsere Ängste in Relation zu setzen und ihnen Lernen und Faszination entgegen zu setzen. <br/><br/>Zurück zur Körpersprache. Mittlerweile haben Forschende über 30 Signale in der Körpersprache von Haien und ihre Bedeutung beobachtet und beschrieben. [3] Nur von einigen wenigen Haien ist bisher bekannt, dass sie Geräusche machen. Die Kommunikation über andere Sinne, wie z.B. den Geruch würde eine längere Zeit vom Sender zum Empfänger benötigen, weshalb die Körpersprache das Mittel der Wahl ist. Aber letztendlich ist es einfach die Option, die wir von außen beobachten und interpretieren können, weshalb es hierüber die meisten Erkenntnisse gibt. Oft wird gesagt, dass die Brustflossen ein guter Hinweis darauf sind, ob das Tier grad entspannt oder gestresst ist. [4] Wenn er die Flossen parallel zum Boden hält und wie ein Flugzeug durchs Wasser gleitet gilt er als entspannt. Wenn er sie jedoch weiter nach unten hält und dabei noch einen leichten Buckel macht, kann das ein Anzeichen dafür sein, dass die Situation brenzlich werden könnte. Ich schreibe hier nicht von Aggression, denn das ist viel zu oft eine menschliche Interpretation von tierischem Verhalten. Aber ein angespanntes Tier sollte mehr Raum bekommen, um sich nicht bedroht zu fühlen und in eine Fight-or-Flight-Situation gedrängt zu werden. Es gibt mehrere Videos von Haien, die aufeinander zuschwimmen und dabei die nach unten gerichteten Brustflossen zeigen. Kurz bevor sie aufeinander treffen, drehen sie in dieselbe Richtung ab und schwimmen parallel nebeneinander. Es wird vermutet, dass sie dabei abschätzen, wer von ihnen das dominantere Tier ist. Die Körpersprache ist hier also eine friedliche Vorstufe zu Auseinandersetzungen, in denen Zähne involviert wären und somit weniger Verletzungsgefahr für beide Individuen bedeutet. Auch Weißspitzen-Hochseehaie werden immer wieder dabei beobachtet, wie sie sich bei hoher Nahrungsverfügbarkeit (z.B großen Fischschwärmen oder bei Frachtern, die Fischabfälle ins Meer leiten) versammeln und dort ein stark konkurrenzbetontes Fressverhalten zeigen. In solchen Situationen zeigen sie häufig genau die oben beschriebenen, rivalisierenden Interaktionen, die durch spezifische Körpersignale wie das Krümmen des Rückens, das Senken der Brustflossen und ruckartige Bewegungen gekennzeichnet sind. Sie klären damit immer wieder neu die Rangordnung während sie physische Auseinandersetzungen vermeiden. Eine tauchender Mensch, der diese Art der Kommunikation nicht kennt oder versteht, läuft Gefahr, die nächste Eskalationsstufe zu erreichen. <br/><br/><br/>Beim Recherchieren merke ich, wie groß dieses Themenfeld ist und wie schnell sich die Erkenntnisse verändern, je häufiger und genauer Haie beobachtet werden können. Wir kommen also vielleicht nochmal an einem anderen Meer-Montag darauf zurück.</p><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/6fb8cc4e-4f6d-4a01-9479-a8c6e2394efc/uploads/images/glgif6k4lp/Ocean_Whitetip_Blumen.jpg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><p><br/><br/>_________________________________________<br/></p><p>[1] Deutschlandfunk: <a href="https://www.deutschlandfunk.de/ungewoehnlich-wenige-haiangriffe-weltweit-102.html#:~:text=US%2DDatenbank-,Ungew%C3%B6hnlich%20wenige%20Haiangriffe%20weltweit,noch%2069%20Angriffe%20gez%C3%A4hlt%20wurden."><strong>“</strong>Ungewöhnlich wenige Haiangriffe weltweit”</a></p><p>[2] Statista: <a href="https://de.statista.com/statistik/daten/studie/157642/umfrage/todesfaelle-durch-hundebisse-nach-bundeslaendern-von-1998-bis-2007/">Anzahl von Todesfällen aufgrund von Hundebissen in Deutschland in den Jahren 1998 bis 2023</a><br/><br/>[3] Video Sharkbyts <a href="https://www.youtube.com/watch?v=f3VMlqzw4eI">“What If You Could READ Shark Body Language?”</a></p><p>[4] Video Sharkbyts, 6:39min <a href="https://www.youtube.com/watch?v=GYxf4FsylN8">“How To Recognise Shark THREAT Displays”</a></p><p>Weiterlesen: <br/><br/>Andrew Currie, Ralph S. Collier, 2023, Studie <a href="https://www.scirp.org/pdf/ojas_2023060914355743.pdf">“First Recorded Account of a White Shark Agonistic Pectoral Fin Depression Behavior at Guadalupe Island, Mexico”</a></p>]]></content:encoded>
      <category><![CDATA[Meer-Montag]]></category>
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      <pubDate>Mon, 03 Nov 2025 14:07:34 +0000</pubDate>
    </item>
    <item>
      <title><![CDATA[Meer-Montag #44 - Gemischte Gruppen]]></title>
      <description><![CDATA[In der letzten Woche habe ich euch den Orca Old Thom vorgestellt, der nicht nur als einziger Orca noch nie mit einem Artgenossen gesichtet wurde, sondern zudem noch oft…]]></description>
      <content:encoded><![CDATA[<p>In der letzten Woche habe ich euch den Orca Old Thom vorgestellt, der nicht nur als einziger Orca noch nie mit einem Artgenossen gesichtet wurde, sondern zudem noch oft mit Weißseitendelfinen unterwegs ist. Sie wurden sogar dabei gesehen, wie sie gemeinsam Fisch jagten und fraßen. Warum das so spannend ist und vielem widerspricht, was wir über Tiere zu wissen glauben, klären wir heute. </p><figure><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/4f3ce306-da6d-425b-9a21-fc69442e6965/uploads/images/eo5hw7ahtz/Wei_seitendelfin_frei.png?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><figcaption>Ein Weißseitendelfin, der im Nordatlantik lebt</figcaption></figure><p>Dass sich unterschiedliche Tierarten zu gemischten Gruppen (“Mixed Species Groups”) zusammen finden, ist gar kein so seltenes Phänomen. Sie kommen bei einer großen Anzahl von Tieren vor, darunter Wirbellose, Fische, Säugetiere und Vögel, und in unterschiedlichen Lebensräumen: sowohl an Land als auch im Wasser. Besonders bei Vögeln ist den meisten von uns bekannt, dass sich  gemischte Schwärme bilden und gemeinsam auf Nahrungssuche gehen. Einige Forschende glauben, dass diese gemischten Nahrungsschwärme dazu neigen, sich um eine Kernart herum zu bilden. Diese Kernarten regen die Bildung eines gemischten Schwarms an und halten den Zusammenhalt zwischen den Vogelarten aufrecht. Eine Studie im peruanischen Amazonas [1] zeigte, dass Kernarten dazu neigen, einen überproportional großen Einfluss auf den Schwarm zu haben.<br/><br/>Allgemein sprechen wir von diesen gemischten Gruppen, wenn Individuen verschiedener Arten in räumlicher Nähe interagieren. Dies tun sie aufgrund einer gegenseitigen Anziehung, die sich aus Vorteilen für die Gruppe ergibt. Die Vorteile lassen sich in drei Kategorien unterteilen: <br/><br/>1. Soziale Vorteile (Social Advantage Hypothesis):  Gruppen gemischter Arten können soziale Vorteile bieten, wie etwa bessere Paarungsmöglichkeiten oder Vorteile bei der Aufzucht der Jungen, wie einige Studien über Wale gezeigt haben. Immer wieder werden zum Beispiel Hybride aus zwei unterschiedlichen Walarten gesichtet. <br/><br/>2. Verbesserte Nahrungssuche (Advantage Avoraging Hypthesis): Einzelne Tiere können vom Nahrungserfolg anderer Arten profitieren, indem sie ihnen zu neuen Nahrungsquellen folgen oder lernen, wo sie Nahrung finden.</p><p>3.  Schutz vor Prädatoren (Antipredator Advantage Hypothesis): Mehr Augen bedeuten eine höhere Chance, einen Räuber früher zu entdecken, was mehr Zeit zur Flucht lässt. In einer größeren Gruppe ist die Wahrscheinlichkeit außerdem geringer, dass ein einzelnes Individuum von einem Raubtier angegriffen wird. Verschiedene Arten nutzen möglicherweise auch unterschiedliche Sinne (z. B. Sehen, Hören) oder sind zu unterschiedlichen Zeiten wachsamer und bieten so ein umfassenderes Sicherheitsnetz.  <br/><br/>Immer wieder machen ungleiche Gruppen Schlagzeilen. Im letzten Jahr ging in den Sozialen Medien ein Video viral, dass einen Esel inmitten einer Herde Wapiti-Hirsche zeigte. Auf dem von einem Jäger gefilmten Material erkannten die früheren Besitzer*innen ihren fünf Jahre zuvor davongelaufenen Esel. Scheinbar hatte er sich eine neue Familie in der Wildnis gesucht. [2]<br/><br/>2011 haben Alexander Wilson und Jens Krause vor den Azoren eine Gruppe Pottwale gefilmt, die einen Delfin mit deformierter Wirbelsäule bei sich hatten. Acht Tage lang beobachteten sie die Patchwork-Familie und sahen, wie sie gemeinsam nach Nahrung suchten und der Delfin mit den erwachsenen Walen und ihren Kälbern spielte. [3] Eine Vermutung, warum der Delfin sich diesen großen und vor allem tief tauchenden Walen anschloss, ist, dass er besser mit ihnen mithalten konnte als mit anderen Delfinen. Die Wale schwimmen meist langsamer und lassen immer einen „Babysitter“ in der Nähe der Oberfläche bei den Kälbern, während die anderen Erwachsenen tief tauchen. [4]<br/><br/>Zurück zu Old Thom und was sein scheinbares Zusammenleben mit den Weißseitendelfinen so besonders macht. Denn eine Sache unterscheidet ihn von all den anderen Beispielen: wir haben es hier mit einem Zusammenleben von Räuber und Beute zu tun. Orcas sind Spitzenprädatoren mit einer vielseitigen Ernährung, die sich von Population zu Population unterscheidet. Bei einigen gehören auch Delfine ins Beuteschema. Sie jagen Delfine, indem sie sie aus ihrer Gruppe isolieren, erschöpfen und dann angreifen. Dass die Delfine, mit denen Old Thom unterwegs ist, also weder Flucht oder anderes abweisendes Verhalten zeigen, ist wirklich bemerkenswert. Vielleicht haben sie sich den größten Orca (wir erinnern uns: Old Thom ist wirklich enorm groß) gesucht und ihn als Kalb gekidnapt, um ihm als herdeneigenen Bodyguard zu groomen? Oder handelt es sich hier um einen Wolf im Schafspelz, der nur auf den richtigen Moment wartet, die langsamsten Delfine unbemerkt zu snacken? Die Antwort ist wie so oft: wir wissen es nicht. Diese ungleiche Gruppe bleibt wohl erst einmal noch ein Mysterium und ich bin gespannt, ob es in Zukunft weitere Sichtungen von Old Thom geben wird. Jedoch zeigt er uns, dass es da draußen noch jede Menge zu entdecken gibt, das all das, was wir bisher als Fakt sahen, in Frage stellen könnte. </p><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/4f3ce306-da6d-425b-9a21-fc69442e6965/uploads/images/o3pvvtdnck/Notizheft.jpg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><p><br/>_________________________________________<br/>Quellen<br/><br/>[1] Sean M Williams, Catherine A Lindell, 2019, <a href="https://pmc.ncbi.nlm.nih.gov/articles/PMC6883610/">The influence of a single species on the space use of mixed-species flocks in Amazonian Peru</a><br/><br/>[2] GEO, 2024, <a href="https://www.geo.de/natur/tierwelt/kalifornien--seit-jahren-vermisster-esel-in-internet-video-wiederentdeckt-34807594.html">Seit Jahren vermisster Esel in Internet-Video wiederentdeckt</a><br/><br/>[3] <a href="http://youtube.com/watch?v=7iFzIMZRsoI">YouTube Video von Alexander Wilson, 2013</a></p><p>[4]  Chelsea Wald, 2013, <a href="https://www.science.org/content/article/slideshow-sperm-whales-adopt-deformed-dolphin#panel-5">Sperm Whales Adopt Deformed Dolphin</a><br/><br/></p>]]></content:encoded>
      <category><![CDATA[Meer-Montag]]></category>
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      <pubDate>Mon, 27 Oct 2025 10:13:39 +0000</pubDate>
    </item>
    <item>
      <title><![CDATA[Meer-Montag #43 - Allein unter Delfinen: Das Rätsel um Old Thom]]></title>
      <description><![CDATA[Orcas sind überaus soziale Tiere, die ihr gesamtes Leben in engen Familienverbänden verbringen. Während ein weiblicher Orca diese Gruppe anführt, bleiben männliche Orcas…]]></description>
      <content:encoded><![CDATA[<p>Orcas sind überaus soziale Tiere, die ihr gesamtes Leben in engen Familienverbänden verbringen. Während ein weiblicher Orca diese Gruppe anführt, bleiben männliche Orcas meist für immer bei ihrer Mutter. Doch im Nordatlantik, genauer in der Bay of Fundy, wo die Grenze zwischen den USA und Kanada auf die Küste trifft, schwimmt ein großes Mysterium: Old Thom ist ein sehr großer männlicher Orca, der seit 2009 immer wieder gesehen wird. Er ist der einzige, der noch nie mit anderen Orcas gesehen wurde. Dass in dieser Region einzelne Orcas angetroffen werden, kommt häufig vor (25% aller Sichtungen) aber dass Old Thom wirklich noch nie in Gesellschaft eines Artgenossen entdeckt wurde, stellt Forschende vor ein Rätsel. <br/>Doch damit hören die Besonderheiten nicht auf. Statt mit anderen Orcas zu schwimmen, wird Old Thom oft von Weißseitendelfinen begleitet, die gemeinsam mit ihm auf Nahrungssuche gehen. Seit dem Meer-Montag #14 [1] wissen wir, dass die verschiedenen Orcapopulationen in unserem Meeren sehr spezifische Nahrung zu sich nehmen. Und während vor der Küste Chiles eine Gruppe Orcas erforscht wird, die sich scheinbar auf Delfine als Beute spezialisieren [2], wurde Old Thom bisher nur mit Fischen zwischen den Zähnen gesichtet. Er tut den Delfinen scheinbar nichts und sie zeigen in seiner Gegenwart kein Fluchtverhalten. Im Gegenteil: sie wurden dabei beobachtet, gemeinsam Fisch zu jagen und zu fressen. Manche Fischer der Region berichten auch, er habe bereits Haie gejagt aber dafür gibt es noch keine Belege.</p><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/1a466b14-b957-4ce4-bdf3-7721805084c6/uploads/images/6gdw42a2g5/Male_Orca_frei.jpg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><p>Bisher gibt es keine Hinweise darauf, dass im Nordosten der USA eine eigene Orcapopulation lebt. Etwas weiter nördlich, im Osten Kanadas und um die Insel Neufundland, leben jedoch saisonal zwei oder drei verschiedene Gruppen. Es besteht die Möglichkeit, dass Old Thom von einer dieser Gruppen stammt. Dafür spricht seine enorme Größe, die ungefähr zu der Population der Ostkanadischen Orcas im Nordatlantik passt. Allerdings könnte dies nur mit einer DNA Probe untersucht werden. Mit einer geringen Wahrscheinlichkeit wäre es möglich, dass seine Mutter gestorben ist. Das würde die Lebensweise von Old Thome erst recht besonders machen. Eine Studie hat ergeben, dass bei jungen männlichen Orcas die Wahrscheinlichkeit, im Jahr nach dem Tod ihrer Mutter zu sterben, dreimal so hoch ist wie bei denen, deren Mütter noch lebten. Männchen über 30 waren sogar noch anfälliger. Ihr Sterberisiko stieg um das Achtfache. [3] Zwar ist es üblich, dass Männchen ihren Familienverband kurzzeitig verlassen, um zu jagen. Jedoch kehren sie immer wieder in den Schutz des sozialen Gefüges zurück und werden auch im Erwachsenenalter noch von ihren Müttern mit Futter versorgt, währen die Weibchen im Laufe ihres Lebens selbstständiger werden.<br/><br/>Doch Old Thom widerspricht scheinbar allen Wahrscheinlichkeiten und lebt seit über 15 Jahren mit Delfinen. Und weil dieses Phänomen der “Mixed Species Group” so spannend ist, widmen wir uns ihm in einem weiteren Meer-Montag. <br/><br/></p><p>___________________________________________<br/><br/>Quellen &amp; Weiterlesen</p><p>[1] <a href="https://steady.page/de/wildwasserfarben/posts/556e058f-6221-49cc-89b5-f0de04c658e7">Meer-Montag #14 - Der monochrome Spitzenprädator</a></p><p>[2] BBC Science Focus Magazine - <a href="https://www.sciencefocus.com/news/killer-whales-hunting-dolphins">The mysterious gang of killer whales is hunting down and eating deolphins</a></p><p>[3] SciTechDaily - <a href="https://scitechdaily.com/mothers-presence-increases-survivability-of-male-orca-offspring/#:~:text=Killer%20whales%20are%20part%20of,%2C%2014%20September%202012%2C%20Science.&amp;text=10.1126/science.1224198-,What%20is%20this?,Google%2C%20Discover%2C%20and%20News.">Mother’s Presence Increases Survivability of Male Orca Offspring</a></p><p></p><p>Video über Old Thom: KPassionate - <a href="https://www.youtube.com/watch?v=L0UhICOMPTY">Mystery of Old Thom: the Orca Who Lives With Dolphins</a></p>]]></content:encoded>
      <category><![CDATA[Meer-Montag]]></category>
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      <pubDate>Mon, 20 Oct 2025 10:32:21 +0000</pubDate>
    </item>
    <item>
      <title><![CDATA[Meer-Montag #42 - Haie sind Freunde, kein Futter]]></title>
      <description><![CDATA[Mittlerweile ist bekannt, dass es Haiarten gibt, die sich in großen Gruppen sammeln, sowohl dauerhaft als auch saisonal. Doch sind all das zufällige Begegnungen?]]></description>
      <content:encoded><![CDATA[<p><br/>Ich möchte mit meinen Illustrationen und diesen kleinen Wissensartikeln eure Neugier und Faszination für die Natur im Allgemeinen und den Ozean im Besonderen wecken. Wenn ihr mich dabei unterstützen und unabhängiger von sozialen Medien machen wollt, werdet gern Steady-Mitglied für einen von euch gewählten Monatsbeitrag.</p><p><a href="https://steady.page/de/mariaherzog/about">Mitglied werden</a></p><p>Während wir das Gefühl haben, unsere Hauskatzen wären beste Freunde und schon als Kinder Dokumentationen über die sozialen Strukturen in einem Löwenrudel gesehen haben, galten Haie lange als einsame Einzelgänger, die auf der Suche nach Beute durch das unendliche Blau des Ozeans zu schwimmen. Doch mit fortschreitender Neugier und Technologie blicken wir Menschen immer häufiger unter die Wasseroberfläche und hinterfragen nach und nach all das, was wir so lang vermutet haben. Mittlerweile ist bekannt, dass es Haiarten gibt, die sich in großen Gruppen sammeln, sowohl dauerhaft als auch saisonal. Doch sind all das zufällige Begegnungen? Und ist unser Bild vom großen, verschlossenen Weißen Hai noch aktuell? Lasst uns also eintauchen in die Frage, ob Haie Freundschaften pflegen. <br/><br/>Eine 2020 veröffentliche Studie [1] hat sich genau mit dieser Frage beschäftigt. Ein Forschungsteam rund um Yannis Papastamatiou von der Florida International University stattete 41 Graue Riffhaie am Palmyra-Atoll im Südwesten Hawaiis mit akustischen Sendern aus. Über die nächsten vier Jahre konnten sie nun die Bewegungen und Interaktionen beobachten und stellten fest, dass sich mehrere Gruppen bildeten, die im Laufe des Tages größer wurden. Gegen Abend lösten sie sich größtenteils wieder auf - die Haie waren auf der Jagd. Am nächsten Morgen kamen sie zum gleichen Ort zurück und schlossen sich erneut den gleichen Artgenossen an. Graue Riffhaie bilden also räumlich verteilte soziale Gemeinschaften mit festen Verbindungen zwischen einzelnen Individuen. Die Studie zeigte, dass diese “Freundschaften” über mehrere Jahre bestehen können. Hierfür kann es mehrere Gründe geben. Der gemeinsame Aufenthalt in Ruhephasen kann ein Schutz vor größeren Prädatoren sein während das gemeinsame Jagen die Chancen auf Beute erhöht. Eine Studie aus 2021 hat außerdem gezeigt, wie Graue Riffhaie Energie sparen, indem sie als große Gruppen Strömungen zur energieefizienten Forbewegung nutzen. [2] Bestimmt ist es auch von Vorteil, nicht erst ein ganzes Meer durchqueren zu müssen, ob potentielle Partner*innen für die Fortpflanzung zu finden. Es gibt wohl sogar Beweise dafür, dass Schwarzspitzenriffhaie, die einmal in einem Fischereinetz landeten aber wieder frei gelassen wurden fortan Fischereiboot meiden - und auch ihre Artgenossen auf eine für uns bisher unsichtbare Art der Kommunikation vor der Gefahr warnen. [3] Haie sind also oft nicht so isoliert, wie wir glaubten. Doch erklärt all das nicht, warum sich manche Haie immer wieder mit den gleichen Individuen umgeben.</p><figure><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/2d0cd326-1888-47aa-9633-36668fc7dad4/uploads/images/jhny5m5mw4/Grauer_Riffhai.jpg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><figcaption>Grauer Riffhai</figcaption></figure><p>Auch Weiße Haie wurden bereits häufiger dabei beobachtet, gemeinsam am selben Ort zu sein. Das Nahrungsangebot in der Nähe von großen Robbenkolonien ist häufig ein Grund dafür, dass sich an der Küster Weiße Haie enger zusammenfinden als im offenen Meer. Im Jahr 2019 veröffentlichten Forschende der Flinders University die Ergebnisse jahrelanger Fotoidentifikation von Weißen Haien an der Südküste Australiens. Anhand der Bilder konnten sie einzelne Haie identifizieren und stellten zu ihrer Überraschung fest, dass viele von ihnen viel häufiger in der Nähe bestimmter anderer Haie gesehen wurden, als es der Zufall erlaubt hätte. [4] Und zwar auch dann, wenn die Population der Beutetiere nicht auf dem Höchststand war, die Nahrung war hier also nicht der vordergründige Grund für ein Treffen mit alten Freund*innen. Forschungen in anderen Meeren stützen diese Erkenntnisse: dank wissenschaftlicher Trackingprogramme wurde herausgefunden, dass manche Weiße Haie manchmal als festes Paar zusammen unterwegs sind. Im Dezember 2022 wurden zwei männliche Weiße Haie, Simon und Jekyll, markiert und dabei beobachtet, wie sie bis zum Juli 2023 gemeinsam über 4.000 Meilen entlang der Atlantikküste zogen.</p><figure><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/2d0cd326-1888-47aa-9633-36668fc7dad4/uploads/images/wh5jpg2jq3/Wei_er_hai_Aqaurell_frei.png?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><figcaption>Weißer Hai</figcaption></figure><p><br/>Wir können weiterhin nicht in die Köpfe der Tiere schauen und bis ins kleinste Detail herausfinden, warum sie tun, was sie tun. Aber all diese Forschungen beweisen, dass wir offener gegenüber dem sein sollten, was wir Tieren an Eigenschaften zuteilen. Jede neue Studie und jede neue Erkenntnis gibt uns ein weiteres Puzzleteil im Verständnis für einzelne Arten und große Zusammenhänge im Ökosystem Meer. Und das ist wichtig, um all das erhalten zu können. Denn wir schützen oft nur das, was wir kennen.<br/></p><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/2d0cd326-1888-47aa-9633-36668fc7dad4/uploads/images/k22ool7cuf/KEP_Quer2.png?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><p></p><p>___________________________________________________________________________<br/><br/>Quellen<br/><br/>[1] Studie über Graue Riffhaie : Yannis P. Papastamatiou, et. al, <a href="https://royalsocietypublishing.org/doi/10.1098/rspb.2020.1063">“Multiyear social stability and social information use in reef sharks with diel fission–fusion dynamics&quot;</a><br/><br/>[2]Yannis P. Papastamatiou, et. al, <a href="https://besjournals.onlinelibrary.wiley.com/doi/full/10.1111/1365-2656.13536">“Sharks surf the slope: Current updrafts reduce energy expenditure for aggregating marine predators”</a></p><p>[3] 2025, Daniel C. Abel &amp; Sophie A. Maycock “Shark - The Illustrated Beiography”, S.154<br/><br/>[4] Flinders University <a href="https://news.flinders.edu.au/blog/2019/10/25/white-sharks-hang-with-their-buddies/">“White sharks hang with their buddies”</a></p>]]></content:encoded>
      <category><![CDATA[Meer-Montag]]></category>
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      <pubDate>Mon, 13 Oct 2025 10:28:44 +0000</pubDate>
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      <title><![CDATA[Meer-Montag #41 - Anpassung an ein Extrem]]></title>
      <description><![CDATA[Die Antarktis gehört zu den lebensfeindlichsten Regionen der Erde: Temperaturen weit unter dem Gefrierpunkt, lange Phasen völliger Dunkelheit im Winter und hohe…]]></description>
      <content:encoded><![CDATA[<p>Die Antarktis gehört zu den lebensfeindlichsten Regionen der Erde: Temperaturen weit unter dem Gefrierpunkt, lange Phasen völliger Dunkelheit im Winter und hohe Schwankungen in der Nahrungsverfügbarkeit stellen extreme Herausforderungen für Lebewesen dar. Dennoch haben sich zahlreiche Arten auf bemerkenswerte Weise an diese Bedingungen angepasst. Eines dieser faszinierenden Beispiele ist der Antarktische Silberfisch, der eine Vielzahl von physiologischen und biochemischen Anpassungen zeigt, die es ihm ermöglichen, in dieser extremen Umgebung zu überleben.<br/><br/><em>Pleuragramma antarctica, </em>der Antarktische Silberfisch lebt in den Gewässern zwischen 60° und 78° südlicher Breite rund um die Antarktis. Dort ernährt er sich von Krill und Ruderfußkrebsen und ist gleichzeitig eine wichtige Nahrungsquelle für Pinguine oder Robben. Somit stellt er ein wichtiges Verbindungsglied im Nahrungsnetz dar. Er wird etwa 25cm groß und gilt als der einzige, im gesamten Lebenszyklus pelagische lebende Fisch im Antarktischen Ozean. Dort lebt er bei Temperaturen von etwa 2 bis minus 1,8°C. Da das Wasser Salz enthält, liegt der Gefrierpunkt unter der uns bekannten Grenze von 0°C. Doch wie sieht es im Fisch aus? Warum gefriert ihm nicht das Blut in den Adern?<br/></p><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/116145a8-bd5c-492e-b5aa-a0cf792b6553/uploads/images/7p3led66x5/Antarktischer_Silberfisch_frei.jpg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><p>Das Geheimnis liegt in einem körpereigenen Frostschutzmittel. Der Silberfisch bildet Glycoproteine, welche sich an Eiskristalle binden und deren Wachstum hemmen können. Somit werden die Zellen geschützt, von größer werdenden Kristallen zerstört zu werden. Forschende fanden außerdem eine weitere Anomalie: die Kiemen dieses Fisches waren nicht wie gewohnt rot, sondern weiß. <br/><br/>Dem sogenannten Eisfisch fehlt das Hämoglobin, also das Protein in den roten Blutkörperchen, das für den Transport von Sauerstoff im Blut zuständig ist und ihm seine rote Farbe verleiht. In wärmeren Gewässern wäre ein Überleben mit solch einer genetische Anpassung nicht möglich. Tropische Fische benötigen im Vergleich zu den Eisfischen bis zu sechs Mal mehr Sauerstoff, um ihren Stoffwechsel aufrecht zu erhalten. Da die Gewässer rund um die Antarktis aber so sauerstoffreich sind, der Silberfisch einen niedrigeren Stoffwechsel, ein höheres Blutvolumen, ein größeres, stärker pumpendes Herz und die Fähigkeit zur Hautatmung hat, kann er mit dieser Besonderheit leben. [1]<br/><br/>Außerdem besitzt der Antarktische Silberfisch keine Schwimmblase. Sie hat bei vielen anderen Fischen die Funktion, den Auftrieb der Tiere, also eine vertikale Bewegung im Wasser möglich zu machen. Der Silberfisch speichert jedoch bis zu über 50% seiner Körpertrockenmasse an Fett in speziellen Ölsäcken. Dies dient ihm als Auftriebshilfe und möglicher Weise auch als Energiereserve. [2] In Kombination mit einer geringeren Knochenmineralisierung und demzufolge reduzierter Verknöcherung des Skeletts wird die Dichte des Körpers stark herabgesetzt. Somit kann der Fisch nahezu neutral im Wasser schwimmen, ohne dafür eine Schwimmblase zu benötigen. [3]</p><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/116145a8-bd5c-492e-b5aa-a0cf792b6553/uploads/images/3h5lmbqzul/Antarktischer_Sillberfisch_Farbe_Steady.jpg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><p><br/><em>Pleuragramma antarcticum </em>hat also eine Reihe spezifischer Anpassungen entwickelt, um mit den saisonal stark schwankenden Umweltbedingungen in diesen dauerhaft kalten antarktischen Gewässern zurechtzukommen. Sein Beispiel zeigt, wie eindrucksvoll die Evolution Lebensformen durch spontane Mutationen hervorgebracht hat, die selbst in den extremsten Regionen unseres Planeten nicht nur überleben, sondern stabile ökologische Nischen besetzen. Die Erforschung dieser Arten zeigt uns neue Möglichkeiten des Lebens in extremen Bedingungen und ist somit auch für die Astrobiologie und die Klimaforschung von Bedeutung.</p><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/116145a8-bd5c-492e-b5aa-a0cf792b6553/uploads/images/vyu6c22gwj/Eisberg_Steady.jpg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><p><br/>Text &amp; Illustrationen: Maria Herzog <br/><br/>Unterstützt gern meine Arbeit hier mit einer Steady-Mitgliedschaft. Durch einen kleinen monatlichen Betrag, den ihr euch aussucht, ermöglicht ihr mir ein wenig finanzielle Sicherheit und die Chance, weiter zu recherchieren.<br/></p><p><a href="https://steady.page/de/mariaherzog/about">Mitglied werden</a></p><p><br/><br/><br/>_______________________________________</p><p><br/>[1] Thünen-Institut <a href="https://literatur.thuenen.de/digbib_extern/dk040331.pdf">“Eisfische - Fische ohne Blut?”</a><br/><br/>[2] AWI <a href="https://epic.awi.de/id/eprint/45381/">“The Role of Lipids in the Life History of the Antarctic Silverfish Pleuragramma antarctica” </a><br/><br/>[3] ADS <a href="https://ui.adsabs.harvard.edu/abs/1978Natur.271..352D/abstract">“Lipid sacs as a buoyancy adaptation in an Antarctic fish”</a><br/><br/>Außerdem spannend: <a href="http://nature.com/">Nature.com</a> scientific reports<a href="https://www.nature.com/articles/s41598-018-36030-x"> “Along-shelf connectivity and circumpolar gene flow in Antarctic silverfish (Pleuragramma antarctica)”</a></p>]]></content:encoded>
      <category><![CDATA[Meer-Montag]]></category>
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      <pubDate>Mon, 06 Oct 2025 07:37:29 +0000</pubDate>
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      <title><![CDATA[Meer-Montag #40 - Schwimmende Väter im Tarnanzug]]></title>
      <description><![CDATA[In unseren Meeren gibt es etwa 50 bis 80 Arten verschiedener Seepferdchen und es werden immer wieder neue entdeckt. Mit ihrer aufrechten Schwimmposition, den winzigen…]]></description>
      <content:encoded><![CDATA[<p>In unseren Meeren gibt es etwa 50 bis 80 Arten verschiedener Seepferdchen und es werden immer wieder neue entdeckt. Mit ihrer aufrechten Schwimmposition, den winzigen Flossen und der langen Schnauze begeistern sie viele Menschen und sind spannende Bewohner des Ozeans. Werfen wir also mal einen Blick auf das, was sie so besonders macht. <br/><br/><strong>1. Vaterschaft und Brutpflege durch das Männchen</strong><br/>Bei Seepferdchen ist es das Männchen, das die befruchteten Eier trägt und die Jungen zur Welt bringt — ein ziemlich ungewöhnliches Merkmal in der Tierwelt. Die Weibchen übertragen ihre Eier über einen Schlauch, den man Ovipositor nennt, in eine spezielle Bruttasche des Männchens. Dort werden die Eier dann befruchtet und über den Zeitraum der Embryonalentwicklung versorgt. Das Männchen reguliert in dieser Zeit unter anderem die Zusammensetzung der Flüssigkeit in der Bruttasche – sowohl in Bezug auf den Salzgehalt als auch die Sauerstoffversorgung und nähert die Eigenschaften der Flüssigkeit immer mehr dem Wasser des Ozeans an. Nach einer Tragzeit, die je nach Art unterschiedlich lang dauern kann, gebärt das Männchen die vollständig entwickelten Jungtiere.</p><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/d24148cf-c362-4d04-9087-5bb9ff29559b/uploads/images/mmvej6vbwx/Seepferdchen.jpg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><p><strong>2. Anpassung durch Körperbau und Schwanz</strong><br/>Seepferdchen besitzen anstelle von Schuppen knöcherne Platten, die ihren Körper umgeben und ihn schützen, gleichzeitig aber die Beweglichkeit einschränken. Der Schwanz kann fest um Algen, Korallen oder anderes Meeresgehölz gewickelt werden, um sich gegen Strömungen zu sichern, zu ruhen oder zu lauern. Außerdem spielt der Schwanz eine wichtige Rolle während der Balz: Weibchen und Männchen verhaken ihre Schwänze miteinander und “tanzen” gemeinsam durch das Wasser, bevor das Weibchen die Eier überträgt. <br/><br/><strong>3. Monogamie und Partnererkennung</strong><br/>Einige Seepferdchenarten sind monogam, zumindest während einer Fortpflanzungsperiode. Nach dem Schlüpfen der Jungen kann das Männchen direkt wieder Eizellen empfangen und manche Arten legen sich bei diesen aufeinanderfolgenden Brutzyklen auf eine*n Partner*in fest. Zum Beispiel hat man bei der Zwergseepferdchenart <em>Hippocampus zosterae</em> genetisch nachgewiesen, dass ein Männchen in einer Bruttasche nur Eier einer weiblichen Partnerin trägt. [1] Bei einer anderen Art, <em>Hippocampus erectus,</em> wurde erforscht, wie Weibchen ihren Partner erkennen: Es zeigte sich, dass der Geruch (olfaktorische Signale) eine wesentliche Rolle spielt – selbst wenn visuelle oder Verhaltenshinweise blockiert werden. Dies unterstützt stabile Paarbindungen. [2]</p><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/d24148cf-c362-4d04-9087-5bb9ff29559b/uploads/images/lr5rsxg5gu/Seepferdchen_Steady.jpg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><p><strong>4. Micro-Pferdchen</strong><br/><em>Hippocampus denise</em> gehört zu den kleinsten Arten der Seepferdchen und lebt vor der Küste Indonesiens. Die Größenangaben erwachsener Tiere schwanken aber scheinbar erreichen sie typischerweise eine Länge von ca  1,34 bis 2,4cm. Bei ihrer Entdeckung 2011 wurden sie voerst für Jungtiere einer anderen Art gehalten. </p><p><strong>5. Unsichere Zukunft</strong><br/>Viele Seepferdchenarten leben in sehr spezifischen Lebensräumen wie Seegraswiesen, Mangrovenwäldern und Korallenriffen. Diese Ökosysteme werden jedoch durch Küstenbebauung, Verschmutzung und die Klimakrise belastet, stark beschädigt oder gar zerstört. [3] Die kleinen Meerestiere werden außerdem nicht nur gezielt gefangen (z. B. für die Aquarienbranche, als Souvenirs oder in der traditionellen Medizin), sondern oft als Beifang bei Fischfangmethoden wie Garnelen‑Schleppnetzfischerei gefangen. Diese Methoden zerstören zudem häufig den Meeresboden bzw. Riffe und Seegraswiesen, in denen die Tiere leben. Aufgrund fehlender Daten ist es oft schwer, genaue Aussagen über die Populationen der Seepferdchen zu machen.  Zwei Arten im Mittelmeer gelten auf der IUCN Roten Liste bereits als &quot;potentiell gefährdet” [4]<br/><br/><strong>6. Nahe Verwandte </strong><br/>Viele Sowohl der Kleine und Große Fetzenfisch, als auch der Rote Seedrache gehören wie Seepferdchen zur Familie der Syngnathidae und sind somit enge Verwandte. Beide Gruppen zeichnen sich durch einen röhrenförmigen Schnabel ohne Zähne, den gepanzerten Körper und die besondere Fortpflanzungsweise aus, bei der das Männchen die Eier trägt. Fetzenfische ähneln in ihrem Erscheinungsbild stark Tang oder Algen, was ihnen eine ausgezeichnete Tarnung in Seegraswiesen oder Tangfeldern bietet – ähnlich wie sich Seepferdchen perfekt in Korallen oder Seegras tarnen. Anders als Seepferdchen können Fetzenfische ihren Schwanz allerdings nicht zum Festhalten verwenden, da er nicht greiffähig ist. Trotz ihrer engen Verwandtschaft besetzen sie also unterschiedliche ökologische Nischen, teilen aber viele biologische Merkmale und sind beide empfindlich gegenüber Umweltveränderungen.</p><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/d24148cf-c362-4d04-9087-5bb9ff29559b/uploads/images/qo2sr2qwtl/Fetzenfisch_FArbe_frei.jpg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><p>_____________________________________________________________</p><p>[1] <a href="https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/25122921/">Genetic evidence for monogamy in the dwarf seahorse, Hippocampus zosterae</a></p><p>[2]<a href="https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/33991591/"> Female lined seahorses (Hippocampus erectus) recognize their mates based on olfactory cues</a><br/><br/>[3] <a href="https://enviroliteracy.org/why-are-seahorses-in-danger/">Why are seahorses in danger?</a></p><p>[4] <a href="https://www.iucnredlist.org/resources/pipefish">The IUCN Red List of seahorses and pipefishes in the Mediterranean Sea</a> </p>]]></content:encoded>
      <category><![CDATA[Meer-Montag]]></category>
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      <pubDate>Mon, 29 Sep 2025 11:50:16 +0000</pubDate>
    </item>
    <item>
      <title><![CDATA[Meer-Montag #39 - Wie der Hering das Frühstück verpasst]]></title>
      <description><![CDATA[Heringe spielen eine entscheidende Rolle im marinen Ökosystem der Ostsee, indem sie wichtige Nahrung für viele Raubfische, Säugetiere und Vögel sind. ]]></description>
      <content:encoded><![CDATA[<p>Bevor wir in den Meer-Montag eintauchen, kommt hier eine kleine Werbung in eigener Sache. Seit der Gründung von wildwasserfarben vor 5 Jahren sind unsere Kalender immer wieder ein echtes Highlight. Wir erstellen sie komplett allein und haben es in diesem Jahr geschafft, sechs Stück zu gestalten! Am 24. September ist es voraussichtlich so weit und wir können sie für den Verkauf freischalten. Doch schon jetzt könnt ihr sie euch im <a href="https://www.wildwasserfarben.de/shop/kalender-2026/">SHOP</a> anschauen und euch aussuchen, welcher euch am meisten anspricht.</p><h4>Als Dankeschön für alle Newsletter-Abonnenties gibt es einen 10% Rabatt-Code: KALENDER10*</h4><p>*ab einem Mindestbestellwert von 20 Euro, anwendbar auf alle Produkte außer Bücher, gültig vom 24.09.2025 - 31.12.2025</p><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/8110082f-5309-4b83-81dc-92f579b398dd/uploads/images/kecn574vvw/Kalender_Steady.jpg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><p><br/>_______________________________________<br/></p><h2><br/>MEER-MONTAG #39 - Wie der Hering das Frühstück verpasst</h2><p>Heringe spielen eine entscheidende Rolle im marinen Ökosystem der Ostsee, indem sie wichtige Nahrung für viele Raubfische, Säugetiere und Vögel sind. Doch in den letzten Jahrzehnten sind die Bestände stark zurückgegangen. Einige Gründe hierfür möchte ich am heutigen Meer-Montag etwas näher erklären. Besonders eine Ursache finde ich besonders spannend. Sie zeigt erneut auf, wie wichtig es ist, Zusammenhänge zu betrachten und zu verstehen. Alles ist miteinander verbunden und sobald ein Element aus dem Gleichgewicht gerät, kann sich das auf ein ganzes Ökosystem auswirken.<br/><br/>Heringe sind kleine, silbrig schimmernde Fische, die in großen Schwärmen leben. Sie ernähren sich hauptsächlich von Plankton und kleinen Meerestieren. Im Gegenzug dienen sie als Nahrung für viele größere Raubfische wie den Dorsch, aber auch für Seevögel und Meeressäuger wie Kegelrobbe und Schweinswal. Nahrungsaufnahme und Fortpflanzung geschehen in unterschiedlichen Gebieten: die Heringe legen lange Wanderungen zurück, um zu ihren Laichgründen zu gelangen. Dabei “ziehen” sie auch ihre Fressfeinde mit und sind entscheidend für bestimmte Dynamiken im Ökosystem. Im Gegensatz zu den Populationen in der Nordsee laichen die Heringe der westlichen Ostsee im Frühling und kehren hier Anfang des Jahres aus dem Öresund zurück. Vor allem der Greifswalder Bodden ist das Ziel der Fische, wo sie ihre Eier im flachen Wasser an bestimmten Wasserpflanzen ablegen.</p><p>Aufgrund der immer wärmeren Winter kommen die Heringe heute im Vergleich zu vor 30 Jahren früher in ihren Laichgebieten in der Ostsee an und beginnen somit auch früher mit der Eiablage. Zusätzlich haben die Heringslarven durch die höheren Temperaturen einen beschleunigten Stoffwechsel, wachsen schneller und benötigen nach dem Verzehr ihres Dottersacks früher mehr externe Nahrung. Diese Veränderungen vollziehen sich jedoch nicht im gesamten Nahrungsnetz: Heringslarven benötigen tierisches Plankton, welches sich wiederum von pflanzlichem Plankton ernährt. Letzteres ist bezüglich seines Wachstums jedoch nicht nur auf die Temperatur, sondern - ebenso wie andere Pflanzen - auf die Tageslichtlänge angewiesen. Und diese hat sich nicht verschoben. Dies führt dazu, dass viele der geschlüpften Heringslarven ihre Nahrungsgrundlage verpassen und in der Ostsee verhungern.</p><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/8110082f-5309-4b83-81dc-92f579b398dd/uploads/images/k4ibpzovjl/HEring__frei.png?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><p><br/>Zusätzlich leidet die gesamte Ostsee unter dem viel zu hohen Nährstoffeintrag. In das Binnenmeer münden mehr als 200 Flüsse und bringen unter anderem Düngemittel aus den Feldern mit. Im Gegensatz dazu wird nur ein geringer Teil des Wassers über die Verbindung zur Nordsee ausgetauscht. Die Nährstoffe verbleiben also in der Ostsee und führen zu vermehrtem Algenwachstum und der Verdrängung von Wasserpflanzen, an die Heringe gern ihre Eier heften. Diese Großalgen und Seegräser wachsen außerdem im flachen Wasser und werden von Frühjahrsstürmen beschädigt. Wenn diese Wetterereignisse in Verbindung mit der Klimakrise an Häufigkeit und Intensität zunehmen, können sogar noch weniger Heringslarven zu adulten Tieren heranwachsen. Somit schrumpft die Population der Heringe in der westlichen Ostsee von Generation zu Generation.</p><figure><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/8110082f-5309-4b83-81dc-92f579b398dd/uploads/images/6q2hqlirf6/Hering.png?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><figcaption>Hering ist ein wichtiger Teil des Nährstoffkreislaufs, indem er Zooplankton zu sich nimmt und von Raubfischen, Schweinswalen und Kegelrobben gefressen wird.</figcaption></figure><p></p><p>Eine weitere Ursache für den Rückgang der Heringe ist die Überfischung. Übermäßiger Fischfang, vor allem von der industriellen Großfischerei verhindert, dass sich Populationen und Bestände wieder erholen können. Seit 2024 gibt es ein Verbot der gezielten Fischerei auf Hering - mit Ausnahmeregelungen für die kleine Küstenfischerei, sofern sie mit passiven Fanggeräten wie Stellnetzen und Reusen fischt. Besonders hier in Mecklenburg-Vorpommern hat die Fischerei und der Fang von Hering einen hohen traditionellen Wert und ein freiwilliger Verzicht ist nicht realistisch. Die Rückkehr der Kegelrobben an die deutsche Ostseeküste übt zusätzlichen Druck auf die Fischer*innen aus, da die Raubtiere die Stellnetze als ein für sie aufgebautes Buffet sehen beim Fressen der gefangenen Fische die Fanggeräte beschädigen. Wirtschaftlich ist diese Fangmethode also kaum noch. <br/><br/>Jedes Jahr gibt der Internationale Rat für Meeresforschung (ICES) eine wissenschaftliche Einschätzung zum Zustand der Fischbestände heraus und empfiehlt nachhaltige Fangquoten für das kommende Jahr. Seit vielen Jahren empfiehlt dieser Rat die Schließung der Fischerei für den Hering und bleibt auch 2025 bei dieser Einschätzung. Trotz der ernsten Bedrohung gibt es ermutigende Fortschritte in der nachhaltigen Fischereiverwaltung und im Schutz der Heringsbestände. Durch verstärkte Kooperationen zwischen den Anrainerstaaten und drastische Reduzierung der Fangquoten konnte erreicht werden, dass der Bestand seit drei Jahren leicht steigt. Aber es wurde zu spät gehandelt: Vermutlich wird bei gleichbleibendem Anstieg nur noch die Hälfte der Fangmenge aus den 1990er Jahren erreicht werden. Die Entscheidung über die neuen Fangquoten für 2026 muss in Übereinstimmung mit den Fischereiministerien der EU-Mitgliedsstaaten getroffen werden und wird voraussichtlich im Oktober fallen. Es braucht weitere Forschung und Schutzmaßnahmen, um stabile Heringsbestände in der westlichen Ostsee und somit die Nahrungsgrundlage vieler anderer Tiere zu sichern.</p><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/8110082f-5309-4b83-81dc-92f579b398dd/uploads/images/icwdt7u64u/Geisternetz.jpg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><p><br/>_______________________________<br/><br/>Quellen &amp; Weiterlesen<br/><br/>Umwelt Bundesamt - <a href="https://www.umweltbundesamt.de/monitoring-zur-das/handlungsfelder/fischerei/fi-i-2/indikator">Heringe im Greifswalder Bodden</a><br/><br/>Thünen-Institut - <a href="https://www.thuenen.de/de/themenfelder/fischerei/entwicklungen-von-fischbestaenden-verstehen-wissenschaftliche-grundlage-fuer-eine-nachhaltige-nutzung/ices-fangempfehlungen-was-steckt-dahinter">ICES Fangempfehlungen</a></p>]]></content:encoded>
      <category><![CDATA[Meer-Montag]]></category>
      <media:content type="image/jpeg" url="https://assets.steadyhq.com/production/post/8110082f-5309-4b83-81dc-92f579b398dd/teaser_image/1758446478?auto=format&amp;h=787&amp;w=1400&amp;fit=fill&amp;fm=jpg&amp;crop=faces" medium="image"/>
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      <pubDate>Mon, 22 Sep 2025 05:46:00 +0000</pubDate>
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      <title><![CDATA[Meer-Montag #38 - Die kleinste Quelle unserer Luft]]></title>
      <description><![CDATA[Ahoi an diesem Meer-Montag. Heute stelle ich euch wieder etwas Kleines mit großer Bedeutung vor: Prochlorococcus. Ein Zungenbrecher, der hauptsächlich im Meer vorkommt.…]]></description>
      <content:encoded><![CDATA[<p>Ahoi an diesem Meer-Montag. Heute stelle ich euch wieder etwas Kleines mit großer Bedeutung vor: Prochlorococcus. Ein Zungenbrecher, der hauptsächlich im Meer vorkommt. Hierbei handelt es sich um ein einzelliges Bakterium, das Photosynthese betreibt und somit Sauerstoff erzeugt, den wir zum atmen brauchen. Und zwar in hohem Maße: Das Bakterium ist nach aktuellem Forschungsstand das photosynthetisch arbeitende Lebewesen mit der weltweit höchsten Anzahl an Individuen. Im sonnendurchfluteten Oberflächenwasser der Tropen und Subtropen besteht die Hälfte der Biomasse aus Prochlorococcus. Bis zu 25% des gesamten Sauerstoffs auf der Erde könnte von diesen nur 0,8 Mikrometer großen Organismen stammen! <br/><br/>Die Wissenschaftlerin Prof. Dr. Sallie Chisholm ist Professorin für Environmental Studies am Massachusetts Institute of Technology (MIT). Sie entdeckte 1985 Prochlorococcus und erforscht seitdem das Leben und die Bedeutung des Bakteriums. Doch auch andere Forschende widmen sich diesen winzigen Meereslebewesen. Prochlorococcus sind vielfältig an ihre unterschiedlichen Lebensräume angepasst. In Meeren mit geringerem Gehalt an bestimmten Nährstoffen, wie zum Beispiel Phosphor oder Eisen, besitzen die Bakterien zum Beispiel als Ausgleich mehr Gene für die Aufnahme dieser Stoffe. Forschende vermuten, dass mit dem Anstieg der Temperaturen in den Meeren die genetische Variabilität dabei helfen könnte, dass sich Prochlorococcus auch in arktische und antarktische Meere ausbreiten kann. Zwischen 2010 und 2023 wurden bei insgesamt 90 Schiffstouren im Pazifik jede Menge Proben in Wassertiefen von drei bis acht Metern gesammelt und analysiert. Es wurde untersucht, wie die Population von Meeresmikroben vom Klimawandel beeinflusst wird, in dem die Zellteilung der Organismen in verschieden temperiertem Wasser im Mittelpunkt der Untersuchung stand. Bei Temperaturen bis 28°C wurde eine höhere Zellteilung festgestellt, was bedeuten würde, dass die Population von Prochlorococcus von einem Anstieg der Wassertemperatur anfänglich profitieren würde. Doch hat die Anpassung womöglich Grenzen: ab 31°C Wassertemperatur nimmt die Zellteilung dieser Organismen schlagartig ab. Bis 2100 könnten diese Temperaturen überschritten werden und bis zu 51% der Population dieser Bakterien aus den Meeren verschwinden.  </p><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/ad8b1aa1-6bca-4be2-b59f-5b73bc39a828/uploads/images/b2lpeq24tf/Prochlorococcus.jpg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><p>Prochlorococcus ist eines von vielen Beispielen dafür, wie wenig wir über die wirklich wichtigen Dinge auf unserer Erde wissen. Bevor ich davon in einem wissenschaftlichen Sachbuch gelesen habe, wusste ich nicht, dass etwas so kleines so viel mit uns zu tun hat. Etwa jeder vierte Atemzug, den wir machen, verdanken wir einem Bakterium, das mit bloßem Auge nicht zu sehen ist. Und in mir löst dieser Gedanke neben der Sorge, die in Verbindung mit der Klimakrise allgegenwärtig ist auch eine große Portion Faszination. Mehr über die unterschiedlichsten Lebewesen zu lernen, ermöglicht es uns, auch Zusammenhänge und das große Ganze besser zu verstehen. <br/><br/><br/><br/>________________________________________________________</p><p> Quellen &amp; Weiterlesen:<br/><br/>[1]  Studie im “Nature Microbiology” : “<a href="https://www.nature.com/articles/s41564-025-02106-4#Abs1">Future ocean warming may cause large reductions in Prochlorococcus biomass and productivity”</a></p><p>[2] PDF Handout vom Gemoar <a href="https://www.geomar.de/fileadmin/content/zentrum/preise/petersen-exzellenz/Essays/petersen_handout_05_chisholm.pdf">“Die große Bedeutung der Kleinsten”</a><br/><br/>[3]  Buch “Faszination Meeresforschung - Ein ökologisches Lesebuch” von den Herausgebern Gotthilf Hempel, Kai Bischof und Wilhelm Hagen</p><p></p>]]></content:encoded>
      <category><![CDATA[Meer-Montag]]></category>
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      <pubDate>Mon, 15 Sep 2025 06:16:00 +0000</pubDate>
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    <item>
      <title><![CDATA[Meer-Montag #37 - Ein Moor am Meer]]></title>
      <description><![CDATA[Auf der Suche nach Naturschutzgebieten an der Küste Mecklenburg-Vorpommerns und Menschen, die mir etwas darüber erzählen können, stoße ich im August auf eine Führung in…]]></description>
      <content:encoded><![CDATA[<p>Auf der Suche nach Naturschutzgebieten an der Küste Mecklenburg-Vorpommerns und Menschen, die mir etwas darüber erzählen können, stoße ich im August auf eine Führung in den Karrendorfer Wiesen. Das Gebiet liegt nördlich der Stadt Greifswald und ist für mich in weniger als einer halben Stunde erreichbar. Also packe ich mein Fernglas und die Kamera ein und mache mich auf den Weg. Auf dem Parkplatz warten bereits andere Interessierte und gemeinsam werden wir in den nächsten drei Stunden von zwei Personen durch die Landschaft geführt, die zurzeit ihren Bundesfreiwilligendienst auf der Insel Koos leisten. Diese Vogelschutzinsel grenzt direkt an die Karrendorfer Wiesen an und wird seit 2016 von der Succow Stiftung betreut. Mitarbeitende und Freiwillige setzen sich seit 1998 für Klimaschutz, Schutzgebiete, zukunftsfähige Landnutzung und die Nachwuchsförderung ein. Hier in unserer Region ist die Stiftung vor allem wegen ihres Einsatzes für den Erhalt und die Wiedervernässung von Mooren bekannt, da sie in Kooperation mit der Universität Greifswald und dem Institut für Nachhaltige Entwicklung der Naturräume der Erde das Moor Centrum in Greifswald betreut. <br/><br/>Moore können einen bedeutenden Beitrag zum Klimaschutz leisten, da sie große Mengen CO2 speichern. Hierfür müssen sie allerdings nass sein, sodass sich die abgestorbenen Pflanzenreste nicht weiter zersetzen, wobei das gespeicherte CO2 wieder an die Luft abgegeben wird. Um Gebiete für die Landwirtschaft nutzbar zu machen, wurden im letzten Jahrhundert allerdings mehr als 90% der deutschen Moore trockengelegt. Mit messbaren Folgen: Der Torf schwindet, setzt große Mengen Treibhausgase wie CO2 und Lachgas frei und verliert seine Fähigkeit, Wasser zu speichern. Im Jahr 2020 entsprach das durch die Trockenlegung freigesetzte CO2 in Deutschland 7,5% der gesamten nationalen Treibhausgase. Es wird nun höchste Zeit, dem entgegenzuwirken. Neben Maßnahmen zur Wiedervernässung im Inland können auch Lebensräume am Übergang vom Land zum Meer renaturiert werden und somit dafür sorgen, dass Moore als Kohlenstoffspeicher erhalten bleiben. Wir begeben uns heute also ins Küstenüberflutungsmoor.</p><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/db9929d2-2761-401e-b595-49df49d810ab/uploads/images/eqz6vcpj2w/_DSC5566.jpg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><p>Ein Moor wird als solches definiert, wenn es eine Torfschicht von mindestens 30cm aufweist. Doch wie entsteht ein Moor eigentlich? Sterben Pflanzen ab, werden sie von verschiedenen Lebewesen zersetzt. Diese benötigen hierfür Sauerstoff, der in der Luft reichlich vorhanden ist. Unterwasser können diese Zersetzungsprozesse allerdings nicht vollständig ablaufen, wodurch die abgestorbenen Pflanzenteile und das in ihnen enthaltene CO2 konserviert werden und sich nach und nach in festen Schichten ablagern, die Torf genannt werden. All das passiert extrem langsam: Ein Moor wächst nur 1 mm pro Jahr! Wird dieses Moor nun trockengelegt, um die Fläche zum Beispiel zum Anbau von Getreide zu nutzen, gelangt Sauerstoff an die Pflanzenreste und die Zersetzung schreitet voran: wesentlich schneller als der Aufbau des Moores gedauert hat. Dabei wird das CO2, das sich in den Resten befindet, freigesetzt und gelangt in die Atmosphäre. Außerdem entsteht sehr nährstoffhaltiger Hummus und das Moor sackt ab. Die gesamte Landschaft verändert sich, da die ans Moor angepassten Pflanzen nicht mehr die für sie nötigen Standortbedingungen vorfinden und von anderen Arten ersetzt werden.<br/><br/>Küstenüberflutungsmoore bilden eine besondere Kategorie unter den Mooren. Vor dem 19. Jahrhundert gab es jede Menge davon an der Küste Mecklenburg-Vorpommerns. Durch saisonale Überflutungen des Meeres entstehen Salzgraswiesen mit immer wieder unterschiedlichen Ausprägungen von Röhrichten, Wasser- und Schlammbereichen. Sie bieten einen wertvollen Lebensraum für zum Teil seltene Pflanzen- und Tierarten.<br/>Das Gebiet der Karrendorfer Wiesen wurde ab dem Mittelalter anfangs mit Schafen, später auch mit Rindern beweidet. Das Gewicht der Tiere und das Niedertreten der Landschaft führte zur Ausbildung dieses speziellen Moortyps. Um die Flächen noch intensiver nutzen zu können, wurde allerdings zuerst ein flacher Sommerdeich und in den 1970er Jahren ein höherer Winterdeich gebaut. Zusammen mit den seit dem 15. Jahrhundert immer wieder erweiterten Entwässerungsgräben waren die Karrendorfer Wiesen nun von den natürlichen Überschwemmungen abgeschirmt und die Menschen konnten die Bewässerung vollständig regulieren, um hier beispielsweise Getreide anzubauen. In den Jahren 1993 und 1994 wurde vieles davon innerhalb eines Restaurierungsprojekts rückgängig gemacht: Deiche wurden zurückgebaut, Gräben größtenteils aufgefüllt und das natürliche System der Wasserläufe möglichst wiederhergestellt.<br/></p><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/db9929d2-2761-401e-b595-49df49d810ab/uploads/images/jxm2lfhr7k/Karrendorfer_Wiesen.jpg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><p>Bei der Führung wandern wir entlang des noch vorhandenen Fährdamms durch die Wiesen. Rechts von uns ist das Ufer des Greifswalder Boddens, an dem sich Graugänse tummeln und einige Kiebitze zu sehen sind. Auf der anderen Seite weiden Kühe und erhalten damit nicht nur die offene Landschaft, die bodenbrütende Vögel brauchen, sondern verdichten zusätzlich den Boden. Was in anderen Ökosystemen ein Problem ist, ist hier hilfreich: der von den Rindern heruntergetretene Boden wird schneller wiedervernässt und hält somit den Kohlenstoffdioxid unter Verschluss. Auf unserem Weg durch die Wiesen begegnen uns jede Menge Limikolen. Unter diesem Begriff werden mehrere Watvögel zusammengefasst, die für Laien und ornithologische Anfänger*innen wirklich schwer auseinanderzuhalten sind. Zum Glück werden wir von den Expert*innen geführt, die uns Grünschenkel, Alpenflussläufer und Große Brachvögel durch das Spektiv zeigen. Und dann entdecken wir mehrere schwarz-weiße Vögel, von denen ich wirklich noch nie zuvor gehört hatte und die mich ab der ersten Sekunde faszinieren: Kiebitzregenpfeifer. Die kleinen, wunderschönen Vögel mit dem im Prachtkleid auffälligen schwarzen Bauchlatz brüten in der arktischen Tundra, zum Beispiel in Nordsibirien. Hier bei uns machen sie Rast auf ihrem bis zu 8000km weiten Zug in südlichere Winterquartiere. Kiebitzregenpfeifer sind oft allein unterwegs, um in Ruhe ihrer Beute aufzulauern und waschen ihre Nahrung sogar gelegentlich, bevor sie sie fressen.</p><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/db9929d2-2761-401e-b595-49df49d810ab/uploads/images/g7at7ft6tf/Kiebitzregenpfeifer.jpg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><p>So schlendern wir von Entdeckung zu Entdeckung durch die Karrendorfer Wiesen. Wir sehen einen Wanderfalken und einen Baumfalken, die sich in der Luft nicht ganz einig sind, Graugänse, die von zwei Seeadlern aufgescheucht werden, einen Turmfalken bei der Jagd und Bartmeisen, die blitzschnell im Schilf verschwinden. Lässt man den Blick mehr in die Ferne schweifen, sind Kormorane auf einer kleiner vorgelagerten Insel im nun glitzernden Greifswalder Bodden auf der einen und sich sammelnde Kraniche auf der anderen Seite zu sehen. Und auch, wenn auf dieser Führung besonders die ornithologisch Interessierten, also die Bird Nerds unter uns, auf ihre Kosten kommen, erhalten wir auch einen Blick auf eine pflanzliche Besonderheit in diesem Gebiet. An einer bestimmten Stelle wurden vor Kurzem etwa 30 Individuen der Frühen Melde entdeckt. Diese seltene Pflanze erträgt salzige Flächen und kommt in Deutschland nur an der Vorpommerschen Ostseeküste vor. Beim Betrachten der enorm weiten und oft schlecht zugänglichen Flächen, die uns umgeben, ist es erstaunlich, dass diese kleine Pflanze gefunden wurde! <br/></p><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/db9929d2-2761-401e-b595-49df49d810ab/uploads/images/lye5qqrd66/_DSC6089.jpg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><p>Unsere Führung endet an der Brücke zur Insel Koos. Hier dürfen nur die Schutzwarte hin. Sie zeigen uns zum Abschluss noch jede Menge Ufer- und Rauchschwalben, die unter der Brücke und über dem Uferbereich nach Insekten jagen. Ich habe heute mit dem Küstenüberflutungsmoor eine mir bisher völlig unbekannte Landschaft kennengelernt und habe erneut sehen können, wie schnell wir Menschen ein Ökosystem aus dem Gleichgewicht bringen können. Wir können die Vergangenheit nicht ändern, aber die Ausrede des Unwissens auch nicht länger nutzen. Renaturierung und die Wiedervernässung von Mooren sind Aufgaben, für die unsere Generationen die Verantwortung tragen und die einen von vielen Beiträgen dazu leisten kann, unseren CO2 Ausstoß zu verringern, um die Klimakrise nicht weiter zu befeuern. All das sind Themen, die manchmal so groß wirken, dass es schwer ist, einen Punkt zu finden, an dem wir individuellen Menschen etwas tun können. “Wie soll ich als Person denn die Klimakrise aufhalten?” ist manchen vielleicht schon durch den Kopf gegangen. Doch der Besuch dieses Moores und das Wissen um die Bemühungen, es wieder dem Ausgangsstatus nahezubringen, helfen, es greifbar zu machen. Dort können wir uns informieren und austauschen, lernen und uns vernetzen, es weitererzählen und unterstützen. Denn so allein sind wir nicht und niemand von uns soll allein das Klima retten. Wenn wir wissen, was uns umgibt, fällt es schon viel leichter, Ansatzpunkte zu finden, ganz konkret sinnvoll zu helfen. </p><p><br/>Die Succow Stiftung betreut neben den Karrendorfer Wiesen auch andere Schutzgebiete. Auf der Website der Succow Stiftung könnt ihr aktuelle Termine für Führungen und Aktionen finden. Die Karrendorfer Wiesen können aber auch ohne Führung besucht und auf den aufgewiesenen Wegen erkundet werden.<br/></p><p><a href="https://www.succow-stiftung.de/succow-stiftung/veranstaltungen">Succow Stiftung</a></p>]]></content:encoded>
      <category><![CDATA[Meer-Montag]]></category>
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      <pubDate>Mon, 08 Sep 2025 07:16:00 +0000</pubDate>
    </item>
    <item>
      <title><![CDATA[Meer-Montag #36 - Die Macht der Kunst und mein WARUM]]></title>
      <description><![CDATA[Es gibt kein konkretes Datum, ab dem ich mich als Künstlerin gesehen habe und ich nehme an, dass viele andere in dieser Branche das nachvollziehen können. Wir tun, was…]]></description>
      <content:encoded><![CDATA[<p>Es gibt kein konkretes Datum, ab dem ich mich als Künstlerin gesehen habe und ich nehme an, dass viele andere in dieser Branche das nachvollziehen können. Wir tun, was wir lieben, und können nicht sagen, wann wir damit angefangen haben. Aber wir verändern uns im Laufe der Jahre, entwickeln unsere Fähigkeiten weiter, probieren Neues aus und justieren unseren inneren Kompass ständig neu. Ich persönlich kann mir nicht vorstellen, immer wieder dieselben Dinge zu malen, ohne mich auf neue Techniken oder Themen einzulassen. Die Welt um uns herum ist so groß und voller wunderbarer Dinge! Ich möchte sie alle erkunden, noch so viel lernen und immer wieder Neues entdecken. Mein Zugang dazu ist die Kunst in unterschiedlichster Form.</p><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/3de50efa-3cea-482d-895d-14c06bb6df25/uploads/images/ogpoz6nq5p/Wei_er_Hai_A4.jpg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><p><br/>Fotografieren, Schreiben und Malen waren schon immer ein Teil meines Lebens, aber als Franzi und ich Ende 2020 „wildwasserfarben“ gründeten, wurde Letzteres auch zu meinem Beruf: Nun musste nicht nur die Fotografie, sondern auch die Kunst unseren Kühlschrank füllen. Viele wissen, dass das nicht immer einfach ist. Wir illustrierten Postkarten, Poster und im Laufe der Jahre immer mehr Produkte, um sie in unserem Onlineshop oder in lokalen Geschäften zu verkaufen. Unser Unternehmen wuchs, ebenso wie die Arbeitsbelastung, und es gab eine Zeit, in der sich meine Gedanken nur ums Verkaufen drehten. Und so sehr ich es liebe, meine Kunst in den Wohnzimmern anderer Leute zu sehen, hatte ich das Gefühl, dass das nicht genug ist, um nachhaltig glücklich zu sein. Ich brauche mehr, eines breiteres Spektrum. Ich will mehr Sinn in diese Welt bringen und etwas tun, das nicht nur für mich ist. Ich will andere Menschen auf meine Reise mitnehmen und sie inspirieren, meine Gedanken und Erfahrungen teilen. Hierbei liegt mir der Schutz unserer Natur im Allgemeinen und der Meere im Speziellen besonders am Herzen. Ich möchte Landschaften, Pflanzen und Tiere näher kennenlernen, sie illustrieren und fotografieren, euch von ihnen erzählen und mit all dem sichtbar und greifbar machen, wie wir zum Schutz unserer Umwelt beitragen können.</p><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/3de50efa-3cea-482d-895d-14c06bb6df25/uploads/images/mbgzrqgd2s/Wellenwirbel1-Steady.jpg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><p><br/>Mit Kunst kann ich Menschen emotional berühren. Einerseits kann ich Geschichten erzählen, die harte Wahrheiten beinhalten, Menschen aufrütteln oder sogar schockieren. Andererseits kann ich Schönheit und Faszination zeigen und zugänglich machen. Wenn ich diese Werkzeuge mit Bildung kombiniere, entsteht echter ARTisvism, oder auf deutsch: Kunst + Aktivismus = Kunstivismus. Wenn wir tief in ein Thema eintauchen, das uns wichtig ist, spüren wir eine Verbindung. Das Lernen über den Ozean hat mir ein völlig neues Verständnis unserer Welt gegeben, in der alles miteinander verbunden ist und ich nur ein Teil davon bin. Wusstet ihr, dass 50–70 % unseres Sauerstoffs von winzigem Phytoplankton im Ozean produziert werden? Mindestens jeder zweite Atemzug, den wir nehmen, kommt aus dem Meer. Wir sind mit Organismen verbunden, die nur wenige Millimeter groß sind! Wie spannend! Sobald wir so etwas lernen, können sich Bedeutungsebenen verschieben und unser Fokus eine neue Schärfe erreichen.<br/></p><p>Als Künstlerin kann ich all diese Informationen in Bilder übersetzen, die von vielen Menschen weltweit über Sprachgrenzen hinweg verstanden werden. Ich kann Emotionen wecken, und wenn ich es richtig mache, erzeugen sie Empathie. Und genau dieses Einfühlungsvermögen ist die Grundlage dafür, sich für etwas zu begeistern und zu engagieren. In meinem Fall möchte ich meine eigene Leidenschaft für die Natur und den Ozean in meine Kunst einfließen lassen. Und zwar nicht nur, um sie zu verkaufen und meine Rechnungen zu bezahlen. Sondern auch, um euch alle zu erreichen, euch zu inspirieren und euch mitzunehmen auf meiner Reise zum Schutz des Umwelt, in der wir leben, und jedes noch so kleinen Lebewesens darin.</p><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/3de50efa-3cea-482d-895d-14c06bb6df25/uploads/images/khsrtwx7bf/Landschaften_Steady.jpg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><p>Ich denke, sobald wir eine gewisse Reichweite entwickeln, insbesondere in den sozialen Medien, wird unsere Stimme lauter. Menschen schenken uns ihr Vertrauen, ihr Geld oder ihre Aufmerksamkeit, und das sollten wir wertschätzen. Wir müssen uns gleichzeitig unserer eigenen Verantwortung bewusst sein, die damit einhergeht. Ein Vorbild zu sein, kann manchmal eine Belastung sein, bietet uns aber auch großartige Möglichkeiten, für Menschen, Tiere, Pflanzen oder andere Dinge zu sprechen, die keine laute Stimme haben. Ich bin sicher, auch viele von euch haben einen starken moralischen Kompass, und ich möchte jede*n ermutigen, auf diese innere Stimme zu hören: Was ist dir wichtig? Wo siehst du Ungerechtigkeit oder Fehlinformationen? Gibt es ein Thema, über das du mehr erfahren möchtest oder über das du dich bereits auskennst? Großartig! Vielleicht hast du auch Lust, all das kreativ umzusetzen, lass deine Pinsel und Stifte es zum Ausdruck bringen und diese Welt zu einem besseren Ort machen. Kunst hatte schon immer diese Kraft und wird sie auch weiterhin haben. Lass andere daran teilhaben und lass kleine und unbeachtete Dinge sichtbar werden. Vielleicht liegt deine Stärke aber auch in anderen Bereichen und Naturschutzinitiativen in deiner Region würden sich freuen, wenn du dich aktiv vor Ort beteiligst. Was wirklich alle machen können: dreht die Lautstärke für diejenigen hoch, deren Stimmen gehört werden sollen. Unterstützt sie in den Sozialen Medien, teilt spannende wissenschaftliche Erkenntnisse, unterschreibt Petitionen und helft dabei, Faszination, Leidenschaft und Engagement zu entfachen.<br/><br/>Drei Möglichkeiten, das genau jetzt und hier zu tun:<br/><br/>1. Teile den Link zu diesem Newsletter mit einer Person in deinem Umfeld, die sich auch für das Meer begeistert.</p><p><a href="https://steady.page/de/mariaherzog/newsletter/sign_up">Newsletter abonnieren</a></p><p>2. Bestell dir deine eigenen Ozean-Kunstwerke in unserem Onlineshop.</p><p><a href="https://www.wildwasserfarben.de/shop/ozean/">Jetzt einkaufen</a></p><p>3. Unterstütze mich mit einer Steady-Mitgliedschaft und hilf mir dabei, die Naturschutzgebiete an der Küste von Mecklenburg-Vorpommern kennenzulernen.</p><p><a href="https://steady.page/de/mariaherzog/about">Mitglied werden</a></p><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/3de50efa-3cea-482d-895d-14c06bb6df25/uploads/images/fa57y7quyf/KEP_Quer2.png?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/3de50efa-3cea-482d-895d-14c06bb6df25/uploads/images/khx6n7kque/Blumenmeerr.jpg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/>]]></content:encoded>
      <category><![CDATA[Meer-Montag]]></category>
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      <pubDate>Mon, 01 Sep 2025 16:16:00 +0000</pubDate>
    </item>
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      <title><![CDATA[Meer-Montag #35 - Spektakel Baitball]]></title>
      <description><![CDATA[Kleine Fische haben im offenen Ozean kaum eine Chance, sich vor Fressfeinden zu verstecken. Zumindest nicht als einzelne Individuen. Deshalb schließen sich manchmal…]]></description>
      <content:encoded><![CDATA[<p>Kleine Fische haben im offenen Ozean kaum eine Chance, sich vor Fressfeinden zu verstecken. Zumindest nicht als einzelne Individuen. Deshalb schließen sich manchmal große Schwärme zusammen und schwimmen und haben unterschiedliche Möglichkeiten, den Räubern zu entkommen. Sie verwirren sich durch das Schillern ihrer vielen Schuppen, trennen sich kurz vor dem gegenüber und schließen sich anschließend wieder zusammen und scheinen einen choreografierten Tanz Unterwasser zu vollführen. Doch wenn all das nicht funktioniert, enden sie manchmal in einer bestimmten Formation, in der sie einen sogenannten Fressball (engl. Baitball) bilden. Sie schwimmen eng beieinander und sind permanent in Bewegung, um als Masse größer zu wirken und hungrige Räuber abzuschrecken. Doch das funktioniert nicht bei allen. Während Delfine, Makrelen, Fuchshaie oder Schwertfische mit hoher Geschwindigkeit durch den Ball schießen und sich ihre Beute schnappen, tauchen manche Wale aus der Tiefe auf und versuchen, direkt den ganzen Fressball in ihrem weit aufgerissenen Maul unterzubringen. Währenddessen wird der Ball an die Oberfläche getrieben, wo bereits Seevögel auf ihren Snack warten. Egal, auf welche Weise: nach etwa 10 Minuten ist von diesem Schwarm nichts mehr übrig und das Schauspiel wird irgendwann, irgendwo im unendlichen Blau erneut stattfinden. </p><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/9c5d760e-d39f-4b39-88fd-06d6800fd545/uploads/images/de32vgbvne/Baitball.jpg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><p>Wie oben erwähnt, werden auch Fuchshaie immer wieder in solch einem Spektakel gesehen. Sie fallen besonders durch die obere Hälfte ihrer Schwanzflosse auf, die fast so lang wie der Rest des Körpers sein kann. Mit dieser fast peitschenartigen Flosse schlägt er blitzschnell in den dichten Fressball. Getroffene Fische werden von diesem Aufprall entweder betäubt oder direkt getötet, sodass der Fuchshai sie einsammeln und hinunterschlingen kann. Durch diese Jagdtechnik hat er seinen Beinamen Drescherhai bekommen und wird auch auf englisch Tresher shark genannt.</p><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/9c5d760e-d39f-4b39-88fd-06d6800fd545/uploads/images/fmfxdz2e36/Fuchshai.png?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><p><br/>Auch viele Meeresvögel sind immer auf der Suche nach einem Fischschwarm, der von Prädatoren an die Wasseroberfläche getrieben wird. Sie zeigen uns Menschen häufig an, wo solch ein Baitball grad gejagt wird, da sie die einzigen Akteure über der Wasseroberfläche sind. So sind unter anderem Basstölpel für das sogenannte Stoßtauchen bekannt. Sie erspähen ihre Beute aus großer Höhe und stürzen sich mit hoher Geschwindigkeit ins Wasser. In den wenigen Sekunden Unterwasser versucht der Basstölpel unter den Fisch zu tauchen und ihn von unten mit dem Schnabel zu packen, um ihn direkt beim Auftauchen verschlucken zu können. Die Konkurrenz ist groß und niemand möchte sich Beute klauen lassen. Denn wo ein Basstölpel ist, schließen sich viele andere bereits nach kurzer Zeit an.</p><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/9c5d760e-d39f-4b39-88fd-06d6800fd545/uploads/images/7pr3vtvmj4/Basstolpel_steady.jpg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><p>Die gemeinschaftliche Jagd, sowohl über als auch unter der Oberfläche ermöglicht es Delfinen, Haien, Walen und Vögeln, in kürzester Zeit viel Fisch zu erbeuten. Einzelnen Räubern würde solch ein Fischschwarm im offenen Ozean immer wieder entkommen.</p><p></p><p>Unser Baitball Post findet ihr in verschiedenen Formaten im wildwasserfarben Onlineshop.</p><p><a href="https://www.wildwasserfarben.de/shop/ozean/baitball/">Jetzt bestellen</a></p><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/9c5d760e-d39f-4b39-88fd-06d6800fd545/uploads/images/pqa3qrosga/_DSC4129.jpg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/>]]></content:encoded>
      <category><![CDATA[Meer-Montag]]></category>
      <media:content type="image/jpeg" url="https://assets.steadyhq.com/production/post/9c5d760e-d39f-4b39-88fd-06d6800fd545/uploads/images/de32vgbvne/Baitball.jpg?auto=format&amp;h=787&amp;w=1400&amp;fit=fill&amp;fm=jpg&amp;crop=faces" medium="image"/>
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      <pubDate>Mon, 25 Aug 2025 06:46:00 +0000</pubDate>
    </item>
    <item>
      <title><![CDATA[Meer-Montag #34 - Selbst ist die Haifrau!]]></title>
      <description><![CDATA[Das Outfit wechseln und dem Patriachat den Mittelfinger zeigen? Willkommen in der Welt der Zebrahaie! ]]></description>
      <content:encoded><![CDATA[<p>Ahoi zum Meer-Montag! Hier in Mecklenburg-Vorpommern ist die Hälfte der Sommerferien vorbei, ich jongliere also weiterhin jede Menge Bälle in der Luft. Während wir mit den Kids auf dem Greifswalder Bodden Boot fahren, neue Kartenspiele lernen und nachts im Garten Sternschnuppen angucken, organisiere ich ein großes Ausstellungsevent, schreibe Fördergeldanträge, male Auftragsarbeiten und Kooperationsprojekte, fotografiere viele Familien und schreibe scheinbar ein Buch, für das ich grad mehrere Recherchereisen plane. Hui… Aber heute sitze ich hier und freu mich drauf, eins meiner Lieblingsmeerestiere vorzustellen. Es wird wirklich langsam Zeit, also tauchen wir ein in die Welt der Zebrahaie! <br/></p><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/c9b9130c-85fa-4cd2-85ac-bb7f04ea22a3/uploads/images/7me55j2eyj/Zebrahai-neu-Hintergrund.jpg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><p><br/>Ihr denkt jetzt vielleicht “Moment, ist das nicht ein Leopardenhai?” Denn tatsächlich wird er in manchen Teilen der Welt so genannt. Aber der Zebrahai hat seinen Namen nicht aufgrund seiner Erscheinung als erwachsenes Tier. Nach dem Schlüpfen sind die kleinen Baby-Zebrahaie schwarz-weiß gestreift, um sich vor Fressfeinden zu tarnen. Erst im Laufe ihres Lebens verblassen diese Streifen und werden zu kleinen braunen Punkten auf beigem Untergrund. Allein diese Tatsache lässt ihn auf meiner Favoritenliste nach oben hüpfen.</p><figure><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/c9b9130c-85fa-4cd2-85ac-bb7f04ea22a3/uploads/images/tbsv4bxr5o/Zebrahai_Baby_transparent.png?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><figcaption>Baby-Zebrahaie wurden früher für eine eigene Art gehalten, bevor man herausfand, dass sich das Äußere im Laufe des Lebens ändert.</figcaption></figure><p><br/>Doch der Zebrahai fällt auch durch eine weitere spannende Fähigkeit auf: Parthenogenese. Muss man vielleicht mehrfach lesen, beschreibt im Grunde aber einfach eine Form der eingeschlechtlichen Fortpflanzung. Dabei entstehen die Nachkommen aus unbefruchteten Eizellen und es werden nur die Gene der Mutter weitergegeben. Aufgefallen ist dies bei Zebrahaien, da sie häufig in Aquarien gehalten werden. Solange beide Geschlechter in den Becken vorhanden waren, hat es niemanden gewundert, dass die Weibchen Eier legten. Doch mehrfach gab es Aquarien, in denen nur Weibchen schwammen: und trotzdem legten sie Eier, aus denen gesunder Nachwuchs schlüpfte. Der Nachteil dieser Art der Fortpflanzung ist natürlich, dass die genetische Variabilität sinkt und sich auf lange Sicht die Tiere weniger an sich verändernde Umweltbedingungen anpassen können. Doch mit sinkenden Hai-Populationen und unseren Weltmeeren ist die Parthenogenese eine Möglichkeit, die eigene Art vor dem Aussterben zu bewahren und eine oder mehrere Generationen zu überbrücken, bis sich Männchen und Weibchen zur zweigeschlechtlichen Fortpflanzung am selben Ort befinden.</p><p>Zebrahaie leben auf dem Schelf entlang der Kontinente im Indischen Ozean. Hier ist das Meer flach und warm, genau richtig für den Hai, um dort auf die Jagd nach Muscheln und Schnecken, Krabben, Garnelen und kleinen Fischen zu gehen.</p><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/c9b9130c-85fa-4cd2-85ac-bb7f04ea22a3/uploads/images/3stokljnt5/Malbuch_Haie5.jpg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><p><a href="https://wildwasserfarbenshop.tentary.com/p/gMsiRK">Kreativheft &quot;haie&quot;</a></p><p>Wenn du mehr über verschiedene Haie, ihre Lebensweise und ihre große Bedeutung im Ozean erfahren willst, ist unser Kreativheft zum Thema Haie genau das Richtige. Darin begegnen dir 11 verschiedene Haie, die in unseren Meeren auf der ganzen Welt Zuhause sind. Viele Menschen fürchten sich vor ihnen, doch je mehr wir über sie wissen, desto besser können wir ihre Rolle im Ökosystem verstehen.</p><p>Die Motive zum Ausmalen sind mit spannenden Fakten zu jedem Tier ergänzt und schaffen so die Verbindung von Kreativität und Lernen. Du kannst verschiedene Materialien nutzen, um die Seiten mit Farben zu füllen, eigene Notizen hinzufügen oder sie als Inspiration nutzen, um mit dem Zeichnen von Tieren zu beginnen und zu üben.</p><p>Du erhältst mit dem Kauf ein 18-seitiges Dokument zum Herunterladen, dass du dir selbst Zuhause oder in einem Copyshop ausdrucken kannst. </p><p><a href="https://wildwasserfarbenshop.tentary.com/p/gMsiRK">Jetzt Herunterladen</a></p><p></p><p>_________________________________________<br/><br/>Mehr Infos:</p><p><a href="https://www.reshark.org/star-project">ReShark Project</a> zur Wiederansiedlung von Zebrahaien<br/><br/>Shark Attack Files vom <a href="https://www.floridamuseum.ufl.edu/discover-fish/species-profiles/zebra-shark/">Florida Museum</a></p><p><a href="https://issuu.com/iucnsharkspecialistgroup/docs/iucn_ssc_ssg_shark_news_issue_september_2024_sps_l/47">“Shark News”</a> - Magazin IUCN Species Survival Commission</p>]]></content:encoded>
      <category><![CDATA[Meer-Montag]]></category>
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      <pubDate>Mon, 18 Aug 2025 16:32:57 +0000</pubDate>
    </item>
    <item>
      <title><![CDATA[Meer-Montag #33 - Altruistische Giganten?]]></title>
      <description><![CDATA[Sie sind bis zu 15m lang, werden bis zu 30 Tonnen schwer und gelten trotzdem als die sanften Riesen unserer Meere. Und auch zurecht: Buckelwale sind dafür bekannt, …]]></description>
      <content:encoded><![CDATA[<h3>Sie sind bis zu 15m lang, werden bis zu 30 Tonnen schwer und gelten trotzdem als die sanften Riesen unserer Meere. Zurecht: Buckelwale sind dafür bekannt, ruhig und elegant durchs Wasser zu schweben. Aufgrund ihrer Größe haben sie in den Meeren unserer Erde auch wenig natürliche Feinde zu befürchten.</h3><p>Die einzigen Tiere, die ihnen in jungen Jahren wirklich gefährlich werden können, sind Orcas. Diese in großen Familienverbänden jagenden Zahnwale können durchaus ein Buckelwalkalb als Ziel auswählen. Ist dies der Fall, so ist es schon häufig vorgekommen, dass weitere Wale zur Hilfe kamen, um sich sich zwischen den Orca und seine Beute zu schieben. Während dies als das Sichern der eigenen Art angesehen werden kann, erstaunen Buckelwale immer wieder, indem sie dieses Verhalten auch bei Attacken auf andere Tiere zeigen.<br/></p><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/b6e81132-79d7-4a26-8564-d01ebeb0593a/uploads/images/s7hlzsbuio/2_Buckelwale_Farbe_frei.png?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><p><br/>Es gibt Berichte und Aufnahmen darüber, wie Buckelwale zum Beispiel Robben Schutz vor Orcas boten und sich aktiv in die Jagd einmischten, indem sie zwischen Prädator und Beute schwammen. In den letzten 62 Jahren wurden 115 solcher Fälle beobachtet und nun ausgewertet. Dabei stellte sich heraus, dass Buckelwale sich nicht nur schützend vor andere Tiere positionieren, sondern anschließend aktiv und als Gruppe die attackierenden Orcas “mobben”, bis diese das Gebiet verlassen. Dabei handelte es sich nur in 11% der Fälle um Angriffe auf Buckelwalkälber. Dagegen wurden zu 89% andere Tierarten vor den Orcas beschützt.<br/><br/>Doch was könnte der Grund dafür sein? Eine Vermutung ist es, dass die hochintelligenten Buckelwale, die für ihre komplexen Gesänge und ihr gutes Gehört bekannt sind, auf die Kommunikation der Orcas bei der Jagd reagieren und aus der näheren Umgebung herbei eilen, da sie vermuten, dass ein Buckelwalkalb in Gefahr ist. Es könnte also eine Art 33Reflex sein, um Angehörige der eigenen Art zu schützen. Doch ist es schwierig, zu glauben, dass die Wale spätestens bei der Ankunft am Ort des Geschehens nicht erfassen, dass es sich beim Opfer der Attacke um eine andere Tierart handelt. Sie sind zu anspruchsvollem Denken, Entscheidungsfindung, Problemlösung und komplexer Kommunikation fähig. Es ist ebenso möglich, dass sie wissen, dass sie selbst keinen Vorteil daraus ziehen, einer Robbe oder einem artfremden Wal zu helfen. Und trotzdem gehen sie immer wieder dazwischen. 2012 hat eine Gruppe Orcas eine Grauwalmutter und ihr Kalb in der Monterey Bay, Kalifornien, angegriffen. Trotz der Anwesenheit zweier Buckelwale wurde das Kalb getötet. Was danach geschah, verblüfft bis heute die Wissenschaftsszene. 14 weitere Buckelwale versammelten sich und hinderten die Orcas aktiv daran, ihre Beute zu fressen. Mehr als 6 Stunden lang schlugen sie ihre Flossen auf die Wasseroberfläche und verwendeten kostbare Energie dafür, die Orcas fern zu halten. Unter den vielen Erklärungsversuchen ist auch der, dass bestimmte Buckelwale vielleicht als Kalb selbst angegriffen wurden und somit eine Rechnung mit den Orcas offen haben.</p><p>Ein weiterer Ansatz ist, zu erforschen, ob die Möglichkeit besteht, dass ihr Verhalten als Altruismus, also selbstloses Handeln ohne eigenen Vorteil, gesehen werden kann. Eine spannende Frage in Zeiten, in denen wir Tieren immer häufiger Merkmale zugestehen, die vorherige Generationen zu gern den Menschen vorbehalten hätten. Emotionalität, komplexe soziale Strukturen, das Eingehen von Freundschaften, vorausschauendes Denken. All das und mehr wird nach und nach immer häufiger auch in der Tierwelt beobachtet und erforscht. Und schubst uns Menschen hoffentlich immer weiter von dem Thron, auf dem wir gerne sitzen wollten und der uns über den Rest der Welt erhob. Doch wir sind Teil des Ganzen und begreifen vermutlich nur im Ansatz, warum Tiere die Dinge tun, die sie tun. Vielleicht ist die Selbstlosigkeit der Wale also ein neuer Punkt auf der Liste der Dinge, die wir mit den Tieren gemeinsam haben. Es ist eine von mehreren Theorien, doch sicher können wir uns an dieser Stelle nicht sein. Wie so oft ist es schwer, die Lebensweise unter der Wasseroberfläche ausreichend zu beobachten um das Gesamtbild zu verstehen. Umso spannender, dass sich Menschen mit genau diesen Fragen auseinander setzen und wir uns hoffentlich auf neue Erkenntnisse in den nächsten Jahren freuen können.</p><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/b6e81132-79d7-4a26-8564-d01ebeb0593a/uploads/images/6smkyfbscx/Buckewal.jpg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><p><br/><br/>____________________________________________________<br/><br/>Zum Weiterlsen:<br/><br/>Die Studie über das beschriebene Verhalten im Marine Mammal Science Journal: <a href="https://onlinelibrary.wiley.com/doi/10.1111/mms.12343">“Humpback whales interfering when mammal-eating killer whales attack other species: Mobbing behavior and interspecific altruism?”</a><br/></p>]]></content:encoded>
      <category><![CDATA[Meer-Montag]]></category>
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      <pubDate>Mon, 11 Aug 2025 07:31:00 +0000</pubDate>
    </item>
    <item>
      <title><![CDATA[Meer-Montag#32 - Eine Wiese Unterwasser]]></title>
      <description><![CDATA[Heute möchte ich euch ein Ökosystem im Meer vorstellen, für das wir nicht weit reisen müssen. Nehmt euch ein paar Minuten ein und taucht mit mir...]]></description>
      <content:encoded><![CDATA[<p>Ahoi an diesem Meer-Montag! Heute möchte ich mal wieder ein Ökosystem im Meer vorstellen, für das wir gar nicht weit reisen müssen. Nehmt euch ein paar Minuten ein und taucht mit mir in den flachen Randgebiete unserer Meere, um uns das Seegras genauer anzuschauen.</p><p>Denn Seegraswiesen bekommen endlich immer mehr Aufmerksamkeit und können ihr Potential der Welt präsentieren. Sie bieten nicht nur kleinen Meereslebewesen ein Zuhause und weisen eine enorme Biodiversität auf, sondern binden auch große Mengen CO2: 30-50 Mal mehr als auf einer gleich großen Fläche Wald! Damit wirken sie der Versauerung der Meere entgegen und produzieren außerdem Sauerstoff, den wir atmen. Fast jeder zweite unserer Atemzüge kommt aus dem Meer!</p><p>Insgesamt gibt es auf der ganzen Welt, in allen Klimazonen 65 bekannte Arten von Seegras. In unserer Ostsee gibt es das Echte Seegras (<em>Zostera marina</em>). Hier erfüllt es nicht nur die oben genannten Aufgaben, sondern stabilisiert auch das Sediment und hilft dabei, dass es nicht von Strömungen abgetragen wird. Apropos Strömung: Seegraswiesen können Wasserströmungen um bis zu 40 Prozent reduzieren, da sie dem Wasser seinen Schwung nehmen und damit auch direkt zum Küstenschutz beitragen.</p><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/fad5fb8d-527e-41fe-946a-82d4127df68d/uploads/images/cin3oax2vv/Seegras.jpg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><p>Seegraswiesen werden häufig als Kinderstuben des Meeres bezeichnet: hier legen viele Fische ihre Eier ab, da sie in den vielen dünnen Halmen gut versteckt sind. Auch die jungen Fischlarven finden hier ein sicheres Versteck, um heranzuwachsen. Nicht nur bei uns, sondern weltweit trägt dieses Ökosystem also dazu bei, dass unter anderem der Bestand an Speisefisch stabil bleibt oder sogar wachsen kann. Ein großer Teil der Weltbevölkerung ist (im Gegensatz zu uns in Deutschland) vom Meer und dem Fischfang abhängig, was die Bedeutung der Seegraswiesen zur Ernährung der Menschen noch größer werden lässt.<br/><br/>Sie sind ein Lebensraum mit vielfältigen Strukturen und können bei passenden Bedingungen lange leben. Durch die Verbreitung durch Ausläufer im Sediment kann eine ganze Wiese aus nur wenigen Individuen bestehen, die aber enorm alt werden können. Zwischen Schweden und Dänemark liegen die Åland-Inseln. Hier wurden Wurzelrhizome gefunden, die auf ein Alter von 800 bis 1600 Jahre geschätzt wurden! <br/><br/>Doch wir wissen, dass es unserer Ostsee nicht gut geht. Durch den nur schmalen Zugang zu frischem Meerwasser durch Skagerrak und Kattegat speist sich die Ostsee vor allem aus den vielen Flüssen, die ihren Weg in unser Binnenmeer finden. Durch den steigenden Gebrauch von Düngemitteln in der Landwirtschaft wurden in den letzten Jahrzehnten übermäßig viele Nährstoffe in die Ostsee eingebracht. Diese begünstigen das Wachstum von Mikroalgen, die nicht nur das Seegras regelrecht überwuchern, sondern auch das Wasser trüben und weniger Sonnenlicht hindurch lassen. Das erschwert dem Seegras die Photosynthese und damit das Überleben. <br/><br/>Deshalb gibt es immer mehr wissenschaftliche Arbeit und Projekte, die sich einerseits für die Verbesserung der Wasserqualität einsetzen und daran arbeiten, den Bestand von Seegras wieder zu erhöhen. Im Buch <a href="https://www.wildwasserfarben.de/shop/buecher/ein-leben-fuer-den-ozean/">“Ein Leben für den Ozean”</a> (Link zu unserem Onlineshop) gibt es eine Reportage darüber, wie Forschende versuchen, in der Ostsee neue Seegraswiesen anzupflanzen. <br/></p><p>_________________________________________<br/><br/>Für weitere Informationen:</p><p>@Projectseagrass ist einer der Instagram-Accounts, die Aufklärung leisten und sich für den Schutz von Seegraswiesen einsetzen. Auch bei @ocean_summit lest ihr auf dem Account und der Website jede Menge deutsche Informationen zum Thema Seegras. Ihr findet dort auch Unternehmen, die z.B. das im Herbst angespülte Seegras aufgrund seiner vielen praktischen Eigenschaften als Rohstoff nutzen. </p><p>In der ARD Mediathek findet ihr außerdem eine halbstündige Doku &quot;Klimaretter Seegras&quot;, bei dem die Forschungsarbeit des GEOMAR Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung Kiel vorgestellt wird. <br/><br/>Große Empfehlung von mir ist auch die passende Folge (#24) vom Podcast “Helden der Meere” mit Philipp Schubert</p>]]></content:encoded>
      <category><![CDATA[Meer-Montag]]></category>
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      <pubDate>Mon, 04 Aug 2025 06:16:00 +0000</pubDate>
    </item>
    <item>
      <title><![CDATA[Meer-Montag #31 - Meeresschildkröten]]></title>
      <description><![CDATA[In unseren Meeren gibt es sieben verschiedene Arten von Meeresschildkröten. Sechs von ihnen gehören zur Familie der Cheloniidae und eine ist etwas ganz Besonderes,…]]></description>
      <category><![CDATA[Meer-Montag]]></category>
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      <pubDate>Mon, 28 Jul 2025 08:30:07 +0000</pubDate>
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    <item>
      <title><![CDATA[Meer-Montag #30 - Naturschutzarbeit an der Ostsee]]></title>
      <description><![CDATA[Heute habe ich wieder einen kleinen Bericht für euch von einer meiner Recherchereisen der letzten Monate. Es fühlt sich für mich gut und richtig an, …]]></description>
      <category><![CDATA[Meer-Montag]]></category>
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      <pubDate>Mon, 21 Jul 2025 07:31:18 +0000</pubDate>
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    <item>
      <title><![CDATA[Meer-Montag #29 - Allokelping]]></title>
      <description><![CDATA[Hier geht es nicht nur um die Bedeutung der Tiere im Ökosystem, sondern auch um ihr kulturelles Erbe, das mit ihnen sterben würde: Reden wir über Orcas!]]></description>
      <category><![CDATA[Meer-Montag]]></category>
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      <pubDate>Mon, 14 Jul 2025 07:11:49 +0000</pubDate>
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      <title><![CDATA[Meer-Montag #28 - Eklig oder Evolutionsgewinner?]]></title>
      <description><![CDATA[Tatsächlich bezeichnet das Wort “Qualle” keine eigene Kategorie von Tieren, sondern beschreibt einen Lebensabschnitt von Nesseltieren.]]></description>
      <category><![CDATA[Meer-Montag]]></category>
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      <pubDate>Mon, 07 Jul 2025 06:16:00 +0000</pubDate>
    </item>
    <item>
      <title><![CDATA[Meer-Montag #27 - Bananen auf der Oie]]></title>
      <description><![CDATA[Wie kleine Bananen heben sie ihren Kopf und ihre Flossen in die Höhe, schließen die Augen und tanken Vitamin D.]]></description>
      <category><![CDATA[Meer-Montag]]></category>
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      <pubDate>Mon, 30 Jun 2025 05:46:00 +0000</pubDate>
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    <item>
      <title><![CDATA[Meer-Montag #26 - Eine unerwartete Begegnung]]></title>
      <description><![CDATA[Vor Kurzem durfte ich tolle Tiere beobachten: ich würde niemanden belächeln, der glaubt, hier einen Pinguin vor sich zu haben. Aber: ein Pinguin in der Ostsee?]]></description>
      <category><![CDATA[Meer-Montag]]></category>
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      <pubDate>Mon, 23 Jun 2025 12:45:03 +0000</pubDate>
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    <item>
      <title><![CDATA[Meer-Montag #25 - Zu schnell für unsere Ohren]]></title>
      <description><![CDATA[In der letzten Woche habe ich euch von meinem Besuch beim Ostseetag. Ein Thema hat mich dort an verschiedenen Stellen besonders in den Bann gezogen...]]></description>
      <category><![CDATA[Meer-Montag]]></category>
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      <pubDate>Mon, 16 Jun 2025 06:01:00 +0000</pubDate>
    </item>
    <item>
      <title><![CDATA[Meer-Montag #24 - Ostseetag in Stralsund]]></title>
      <description><![CDATA[Ich wollte gar nicht mehr weg. An jeder Ecke gab es so viel zu lernen und es war leicht, in spannende Gespräche einzutauchen, da alle die Leidenschaft fürs Meer teilten.]]></description>
      <category><![CDATA[Meer-Montag]]></category>
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      <pubDate>Mon, 09 Jun 2025 08:01:00 +0000</pubDate>
    </item>
    <item>
      <title><![CDATA[Meer-Montag #23 - Geister des Ozeans]]></title>
      <description><![CDATA[Heute soll es darum gehen, was passiert, wenn Fischereigeräte nicht den Weg zurück an die Oberfläche finden.]]></description>
      <category><![CDATA[Meer-Montag]]></category>
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      <pubDate>Mon, 02 Jun 2025 08:01:32 +0000</pubDate>
    </item>
    <item>
      <title><![CDATA[Meer-Montag #22 - Wir brauchen sie!]]></title>
      <description><![CDATA[Haie sind wahrscheinlich eine „Schlüsselart“. Das bedeutet, dass sie in einem Ökosystem dafür sorgen, dass das Gleichgewicht bestehen bleibt. Wenn sie verschwinden, ...]]></description>
      <category><![CDATA[Meer-Montag]]></category>
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      <pubDate>Mon, 26 May 2025 06:31:00 +0000</pubDate>
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    <item>
      <title><![CDATA[Meer-Montag #21 - Jetzt wird’s auch bei euch kreativ!]]></title>
      <description><![CDATA[Mehr als ein Malbuch! Wir wollen die Faszination für die Natur und all die Lebewesen, die darin leben, in die Welt hinaustragen und diese Leidenschaft auch in euch wecken]]></description>
      <category><![CDATA[Meer-Montag]]></category>
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      <pubDate>Mon, 19 May 2025 15:01:00 +0000</pubDate>
    </item>
    <item>
      <title><![CDATA[Meer-Montag #20 - Den Kegelrobben auf der Spur]]></title>
      <description><![CDATA[Vor Kurzem durfte ich ein kleines Abenteuer erleben und Kegelrobben für ein Forschungsprojekt fotografieren. Daraus ist ein längerer Artikel entstanden...]]></description>
      <category><![CDATA[Meer-Montag]]></category>
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      <pubDate>Mon, 12 May 2025 06:30:08 +0000</pubDate>
    </item>
    <item>
      <title><![CDATA[Unser Handlettering-Workbook ist endlich da!]]></title>
      <description><![CDATA[Hallo aus Berlin! Heute bekommt ihr zur Abwechslung mal Post von Franzi =) Wir haben ennnnndlich euer lang ersehntes Handlettering Workbook fertiggestellt und ihr seid…]]></description>
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      <pubDate>Wed, 07 May 2025 14:06:17 +0000</pubDate>
    </item>
    <item>
      <title><![CDATA[Meer-Montag #19 - Ein Zuhause zwischen Wind und Meer]]></title>
      <description><![CDATA[Wenn wir an das Meer denken, haben wir sofort schillernde Fische, elegante Haie oder friedlich daher schwimmende Wale im Kopf. Doch heute widmen wir uns den Meeresvögeln…]]></description>
      <category><![CDATA[Meer-Montag]]></category>
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      <pubDate>Mon, 05 May 2025 07:01:00 +0000</pubDate>
    </item>
    <item>
      <title><![CDATA[Meer-Montag #18 - Kinderbuchempfehlungen Teil 2]]></title>
      <description><![CDATA[Ahoi! Heute habe ich wieder ein paar Schätze aus unserem Bücherregal geholt, die ich euch vorstellen möchte. ]]></description>
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      <pubDate>Mon, 28 Apr 2025 15:00:05 +0000</pubDate>
    </item>
    <item>
      <title><![CDATA[Meer-Montag #17 - Watschelnd im Eis]]></title>
      <description><![CDATA[Es gibt so viel zu lernen! Aber ich hatte leider nicht genug Zeit für die Unendlichkeit. Also dachte ich mir, ...]]></description>
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      <pubDate>Mon, 21 Apr 2025 07:01:00 +0000</pubDate>
    </item>
    <item>
      <title><![CDATA[Meer-Montag #16 - Alles hängt zusammen]]></title>
      <description><![CDATA[Keine Pflanze, kein Tier und auch wir Menschen stehen nicht allein auf dieser Welt, sondern haben mindestens im Nährstoffkreislauf eine Aufgabe.]]></description>
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      <pubDate>Mon, 14 Apr 2025 07:01:00 +0000</pubDate>
    </item>
    <item>
      <title><![CDATA[Meer-Montag #15 - Überall Zähne]]></title>
      <description><![CDATA[Man hat beim Gedanken an Haie sofort deren Zähne im Kopf, die zugegebener Maßen oft kaum zu übersehen sind. Doch die Zähne im Maul eines Hais sind nicht seine einzigen!]]></description>
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      <pubDate>Mon, 07 Apr 2025 09:22:30 +0000</pubDate>
    </item>
    <item>
      <title><![CDATA[Meer-Montag #14 - Der monochrome Spitzenprädator]]></title>
      <description><![CDATA[Ihre Kultur, ihre sozialen Bindungen, ihr Jagdverhalten: es gibt so viel zu erzählen, also legen wir los! ]]></description>
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      <pubDate>Mon, 31 Mar 2025 07:34:16 +0000</pubDate>
    </item>
    <item>
      <title><![CDATA[Meer-Montag #13 - Atlantischer Nordkaper]]></title>
      <description><![CDATA[Nachdem ich vom Atlantischen Nordkaper gelesen habe, wollte ich ihn unbedingt illustrieren und mehr über ihn erfahren...]]></description>
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      <pubDate>Mon, 24 Mar 2025 07:59:47 +0000</pubDate>
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    <item>
      <title><![CDATA[Meer-Montag #12 Der neue Megalodon]]></title>
      <description><![CDATA[Ahoi zum Meer-Montag! Wer mich etwas besser kennt, weiß, dass mich der Megalodon (Otodus megalodon), also der riesige Hai, der vor etwa 3,6Mio Jahren ausstarb, absolut…]]></description>
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      <pubDate>Mon, 17 Mar 2025 07:22:23 +0000</pubDate>
    </item>
    <item>
      <title><![CDATA[Meer-Montag #11 Raubtiere der Ostsee]]></title>
      <description><![CDATA[Moin zum Meer-Montag! Heute möchte ich damit beginnen, euch etwas über eins der größten Raubtiere in unserer Ostsee zu erzählen. Denn da gibt es viel zu viel, als dass…]]></description>
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      <pubDate>Mon, 10 Mar 2025 14:25:35 +0000</pubDate>
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    <item>
      <title><![CDATA[Meer-Montag #10 Die Stellersche Seekuh]]></title>
      <description><![CDATA[Im Gegensatz zu den heutigen, wärmeliebenden Seekühen, starb vor etwa 250 Jahren eine Art aus, die es in den knackig kalten Gewässern des Beringmeeres aushielt!]]></description>
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      <pubDate>Mon, 03 Mar 2025 08:00:01 +0000</pubDate>
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    <item>
      <title><![CDATA[Meer-Montag #9 Kinderbuchempfehlungen]]></title>
      <description><![CDATA[Ahoi, heute möchte ich euch einen Teil unserer liebsten Kinderbücher rund um den Ozean zeigen, sowohl für ganz kleine Kids als auch für Teenager wird etwas dabei sein. …]]></description>
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      <pubDate>Mon, 24 Feb 2025 16:31:00 +0000</pubDate>
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      <title><![CDATA[Meer-Montag #8 Take 3 for the sea]]></title>
      <description><![CDATA[Ahoi! Und willkommen zum Meer-Montag. Mein Workload ist heute unendlich groß und die Dreifachbelastung der letzten zwei Ferienwochen aus Baustelle, Care-Arbeit und…]]></description>
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      <pubDate>Mon, 17 Feb 2025 07:24:15 +0000</pubDate>
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      <title><![CDATA[Meer-Montag #7 Der Kettenkatzenhai & Biofluoreszenz]]></title>
      <description><![CDATA[Während für uns das dunkle Muster des Hais sehr präsent ist, fiel Forschenden auf, dass die hellen Bereiche stärker fluoreszieren als die die dunklen...]]></description>
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      <pubDate>Mon, 10 Feb 2025 15:00:01 +0000</pubDate>
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      <title><![CDATA[Meer-Montag #6 - Schleimaal auf die Ohren]]></title>
      <description><![CDATA[ Das Kind und ich haben uns erneut vor dem Mikrofon zusammengefunden, diesmal geht es um ein Tier, das viele vermutlich als eklig bezeichnen würden: der Schleimaal.]]></description>
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      <pubDate>Mon, 03 Feb 2025 10:31:00 +0000</pubDate>
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      <title><![CDATA[Meer-Montag #5]]></title>
      <description><![CDATA[Moin! Heute möchte ich euch schon mal eine Kleinigkeit über meine geplante Ausstellung erzählen und den Steady-Mitgliedern sogar das erste Bild zeigen. Bisher ist es…]]></description>
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      <pubDate>Mon, 27 Jan 2025 17:46:00 +0000</pubDate>
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      <title><![CDATA[Meer-Montag #4 - Feministische Buchempfehlungen]]></title>
      <description><![CDATA[Dieser Blick auf Wissenschaft, Sport und Abenteuer kann uns eine ganze andere Perspektive auf den Ozean und unsere Welt bieten, nutzt andere Worte und Beschreibungen...]]></description>
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      <pubDate>Mon, 20 Jan 2025 18:31:00 +0000</pubDate>
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      <title><![CDATA[Meer-Montag #3 Blobfisch auf die Ohren]]></title>
      <description><![CDATA[Deep aber kurzweilig erzählen mein 11jähriges Kind und ich in 7 Minuten etwas über diesen angeblich hässlichen Fisch und klären auf, warum diese Einschätzung  falsch ist.]]></description>
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      <pubDate>Mon, 13 Jan 2025 08:07:44 +0000</pubDate>
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      <title><![CDATA[Meer-Montag #2 Nordsee im Winter]]></title>
      <description><![CDATA[Hallo in die Runde, ich hoffe, ihr seid alle gut durch die Tage der Zeitlosigkeit außerhalb jeden Rhythmus gepurzelt und kommt langsam wieder im Alltag an. Für uns bei…]]></description>
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      <pubDate>Mon, 06 Jan 2025 08:01:00 +0000</pubDate>
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      <title><![CDATA[Meer-Montag #1 - Der Riesenhai]]></title>
      <description><![CDATA[Woher der englische Name Basking Shark kommt, habe ich erst in dieser Woche im Buch “A Sea Monster`s Tale - In Search of the Basking Shark” von Colin Speedie erfahren:…]]></description>
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      <pubDate>Mon, 30 Dec 2024 08:49:47 +0000</pubDate>
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      <title><![CDATA[Ab jetzt wird alles anders…]]></title>
      <description><![CDATA[Ich bin 9 oder 10 Jahre alt und sitze vor dem Fernseher. Ganz nah, damit ich auch ja keine Sekunde verpasse. Ob ich mir die Augenlider mit Klebestreifen oben festkleben…]]></description>
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      <pubDate>Mon, 02 Dec 2024 12:11:42 +0000</pubDate>
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      <title><![CDATA[The Power Of Art - Ein Magazinartikel]]></title>
      <description><![CDATA[Shopschließung, Umstellungen, neue Produkte und eine Erinnerung: zum Jahresanfang ist es ganz schön turbulent bei uns. ]]></description>
      <category><![CDATA[Aktuelle Arbeiten]]></category>
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      <pubDate>Fri, 05 Jan 2024 07:54:40 +0000</pubDate>
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      <title><![CDATA[Water Docs ARTivism Challenge]]></title>
      <description><![CDATA[Ein verregnetes aber gut gelauntes MOIN an alle neuen Menschen hier bei Steady! Ich freu mich sehr, dass ihr euch alle für unseren Newsletter eingetragen habt. Und auch,…]]></description>
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      <pubDate>Thu, 03 Aug 2023 16:01:01 +0000</pubDate>
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