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Levi Brandl über Freundschaft, Leidenschaft und die drei Fragezeichen

Wir machen uns auf den Weg nach München. Dort sind wir mit Levi in einem Restaurant verabredet und das ist besonders für uns, weil wir wissen, dass wir für dieses Treffen ganz viel Rückenwind unserer Community mitbringen, die ihn in letzter Zeit so oft nominiert hat wie niemanden zuvor. Diesmal fühlt es sich nicht an, als würden wir zu dritt reisen. Diesmal sind wir mindestens 300 und dafür möchten wir an der Stelle einmal Danke sagen. Danke, dass ihr Teil unserer Reise seid. Das ist großartig, wirklich!

Interview Florian Saeling Fotos Marcel Ristau

Wenn wir uns heute nicht getroffen hätten, was denkst du, wo wären wir uns am ehesten mal zufällig begegnet?
Wahrscheinlich in München. Vielleicht an der Isar oder in der Stadt. Ich bin gerne mit Freunden draußen, um herumzulaufen und Spaß zu haben.

Angenommen, wir drei sitzen an der Isar neben euch und kommen ins Gespräch. Was würdest du da über dich erzählen?
Ich bin der Levi, bin 15, bin mit meinen Freunden hier, spiele gern Fußball und ich wohne in München.

Du würdest also nicht sagen, dass du dieses Jahr im Kinofilm Die Drei ??? – Erbe des Drachen zu sehen warst?
Nein. Das wäre ein bisschen aufdringlich, wenn ich das sagen würde. Wenn die Leute das selber herausfinden und dann fragen, dann bin ich natürlich auch offen, darüber zu reden. Aber von mir aus sage ich das nicht.

Wirst du denn oft darauf angesprochen?
Bis jetzt nicht so oft. Aber es kam schon vor. Also immer mal wieder.

Wie kommt es denn, dass du zum Start als Schauspieler gleich mal eine so große Hauptrolle spielen durftest?
Im Februar 2021 habe ich mitbekommen, dass es einen öffentlichen Castingaufruf für Die drei ??? gab. Ich wollte da unbedingt mitmachen und habe mich beworben. Dafür sollte man zwei Szenen aufnehmen. Das habe ich gemacht und bin eine Runde weitergekommen. Darauf­hin folgten noch ein paar Runden. Irgend­wann war ich in der engeren Auswahl und wurde nach Berlin zum Livecasting eingeladen. Da wollten sie sehen, welche drei Jungs am besten zusammenpassen und anscheinend waren das Julius, Nevio und ich. So kam ich dazu.

Was denkst du, warum hast ausgerechnet du so gut als Bob Andrews gepasst?
Ich glaube, dass ich schon vom Typ und Aussehen her sehr gepasst habe. Ich habe auch seit meiner Kindheit, mit sechs Jahren oder so, bestimmt 40 oder 50 Folgen von Die drei ??? Kids durch­gehört. Jeden Tag, jeden Abend zum Einschlafen. Mit zehn hab ich mich dann auch an Die drei ??? herangewagt und inzwischen auch fast alle Folgen davon gehört. Teilweise höre ich die heute noch. Vielleicht konnte ich mich deshalb so gut damit identifizieren.

Dann war das ja genau deine Welt und deshalb vielleicht auch von vorn­ herein deine Rolle. Würdest du sagen, das Schauspielen ist deine Leidenschaft oder hast du eher aus Begeisterung für Die drei ??? im Film mitgespielt?
Das Schauspielen hat mir unfassbar viel Spaß gemacht und ich habe da viele Erfahrungen gesammelt beim Dreh. Ich hoffe, es gibt auch mal eine andere Rolle für mich.

Ich habe es auf jeden Fall nicht nur für Die drei ??? gemacht.

Wenn jemand seine Leidenschaft noch nicht gefunden hat, was würdest du sagen, wie kann man sie finden?
Niemals aufhören, immer neue Sachen auszuprobieren. Ich habe auch schon viel ausprobiert: Ich habe mal mit Freunden Parkour gemacht, spiele seit über zehn Jahren Fußball im Verein. Ich habe aber auch mal Basketball gespielt, mal Tennis ausprobiert. Einfach alles mal probieren.

Und woran merkt man dann, dass man das Richtige gefunden hat?
Wenn man immer wieder dahin zurück­ kommt. Wenn man nicht aufhören kann darüber nachzudenken. Wenn man wirk­lich merkt, das ist meine Leidenschaft. Ich glaube, das ist das gleiche wie wenn man verliebt ist und nur an diese eine Person denken kann. So ist das auch mit der Leidenschaft, dass man am liebsten von morgens bis abends nichts anderes machen wollen würde.

»Eine Leidenschaft zu finden ist wie, wenn man in jemanden verliebt ist und nur an diese eine Person denken kann.«

Dass der Film so erfolgreich wird und euch über 1,5 Millionen Menschen auf der Leinwand sehen, wusstet ihr ja vorher nicht. Hat sich dadurch etwas in deinem Leben verändert? Oder deine Sicht auf die Welt?
Ja, vor allem auf die Filmwelt. Ich weiß jetzt viel mehr, was hinter der Kamera passiert. Das hat mich sehr interessiert, wie viele Leute hinter der Kamera stehen, die auch alle essentiell für den Film sind, damit alles funktioniert. Aber mein Leben ist eigentlich grundsätzlich gleich geblie­ben und ich hoffe, dass es auch so bleibt.

Aber wie ist es für dich, plötzlich so bekannt zu sein? Ich habe gerade vorhin auf der Bahnfahrt ein Interview mit Paula Hartmann gehört und sie hat gesagt, sie glaubt, dass niemand wirklich dafür gemacht ist und dass man konstant daran arbeiten muss, den eigenen Selbstwert und das Glück mehr vom privaten Umfeld bestimmen zu lassen als von außen. Siehst du das auch so?

Ich finde es wichtig, immer bodenständig zu bleiben, also nie zu vergessen, wo man herkommt.

Ich habe das ja nicht so krass mitgekriegt wie Nevio und Julius mit den Follower­zahlen und den ganzen Nachrichten. Aber was Fans über den Film denken, interessiert mich schon und das freut mich auch voll, dass der so gut ankommt. Aber die wich­tigsten Meinungen kommen von der Familie und von engen Freunden. Die bleiben, egal ob der Film ein Erfolg wird oder nicht. Also, ich unterschreibe zu 100%, was Paula gesagt hat:

Niemals von Online-Kommentaren abhängig machen und beeinflussen lassen.

Ich hab ja jetzt auch nicht im Film gespielt, um auf Social Media berühmt zu werden. Wichtig ist mir vor allem, etwas aus Leiden­schaft zu tun und wenn man dann viele Follower kriegt, ist das vielleicht ein cooles Extra, aber nicht essentiell für den Erfolg. Man sollte sich immer fragen: Macht man das noch, um wirklich seinem Hobby nach­ zugehen oder damit einen viele auf TikTok sehen? Dann sollte man sich nochmal Gedanken machen, ob man nicht vielleicht lieber Influencer sein möchte.

Was sind denn Eigenschaften, die du an Leuten in deinem persönlichen Umfeld magst?
Vertrauen und Liebe sind die wichtigsten Eigenschaft, die man braucht. Und Ehrlichkeit ist auch sehr wichtig. Die besten Freunde werden dir nicht das sagen, was du hören willst, sondern vielleicht auch mal Kritik ausüben und ich finde, dass es dann auch sehr sehr wichtig ist, dass man diese Kritik auch mal aushalten kann und sich vielleicht daraufhin ändern kann.

Glaubst du, dass es oft passiert, dass Freunde so ehrlich miteinander umgehen?
Das ist das Ding. Viele sind halt nicht ehrlich, aber es ist auch mal wichtig, ehrlich zu sein. Ich glaube nicht, dass es so oft passiert, sondern dass man etwas nur sagt, damit der andere zufrieden ist.

Hast du Freunde, die ehrlich mit dir sind?
Ja, also meinen besten Freund kenne ich seit 15 Jahren und ich habe so meinedrei, vier besten Freunde und denen vertraue ich zu 100% und das ist auch wichtig. Es gibt ja verschiedene Arten von Freunden. Es gibt die, mit denen man zusammen rausgehen kann und die man alle mag und dann gibt es den ganz engen Kreis, der praktisch schon zur Familie gehört. Ich wünsche jedem solche besten Freunde, die man wirklich wertschätzt.

Lieber 3 ehrliche Freunde als 100 unehrliche.

Und die gehen dann wirklich mit dir durch dick und dünn und kümmern sich auch um dich. Natürlich ist es auch schön und ich kann es auch voll nachvollziehen, wenn man gerne viele Freunde haben will, aber im Endeffekt muss man sich fragen: Wer bleibt auch in schwieri­gen Situationen?

Gerade in schwierigen Situationen zeigt sich das ja, wer ein guter Freund ist. Gab es das bei dir schon mal?
Ich hatte sowas noch nie und darüber bin ich auch sehr glücklich, dass mir das noch nicht passiert ist, dass ich mich von einem Freund trennen musste oder so. Natürlich gibt es welche, mit denen ich irgendwann nicht mehr den Kontakt gepflegt habe. Aber meinen besten Freund kann ich zum Beispiel auch die ganzen Sommerferien nicht sehen und wenn wir uns dann nach den sechs Wochen wiedersehen, ist alles wie vorher und wir machen einfach da weiter, wo wir aufgehört haben. Daran erkennt man, glaube ich, wer wirklich dein Freund ist.

»Es ist schön, viele Freunde zu haben. Aber es ist wichtig, richtige Freunde zu haben.«

Eine unserer Lieblingsfragen am Ende stellen wir Levi noch: Was möchtest du gerne mal gefragt werden, was noch keiner gefragt hat? Zugegeben, die Frage ist schwierig und oftmals bekommen wir darauf keine Antwort. Auch Levi fällt zu­nächst nichts ein, aber dann äußert er den Wunsch nach mehr tiefgründigen Fragen, bei denen sich auch der Interviewer Gedanken darüber macht, was man eigentlich fragt und was man selbst darauf antworten würde. Das freut uns natürlich besonders zu hören. Verwunderlich ist das nach dem Gespräch allerdings nicht und auch nicht, dass er sich zum Schluss noch gut überlegt, welche Botschaft er ganz groß auf seine Seite schreiben möchte. Danke Levi, dass du an Bord bist. Es war echt schön mit dir!

Träume sind nichts wert, wenn sie auf dem Kissen zurückgelassen werden.

– Levi Brandl

Topic Interview

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