<?xml version="1.0" encoding="UTF-8"?>
<rss version="2.0" xmlns:atom="http://www.w3.org/2005/Atom" xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/" xmlns:media="http://search.yahoo.com/mrss/">
  <channel>
    <xhtml:meta content="noindex" name="robots" xmlns:xhtml="http://www.w3.org/1999/xhtml"/>
    <title>Nocial Media Update</title>
    <link>https://steady.page/nocial-media-update</link>
    <description>Ich hab kein Insta mehr. Jetzt newslettere ich ca. 1x monatlich das Beste aus likeable Freizeitkram (meistens Bücher) und eine Kolumne.</description>
    <image>
      <url>https://assets.steadyhq.com/production/publication/8af3fc23-de1c-4fd0-b6af-557aa7a6329a/logo/1736848425?auto=format&amp;h=1400&amp;w=1400&amp;fit=crop&amp;crop=faces&amp;fm=jpg</url>
      <title>Nocial Media Update</title>
      <link>https://steady.page/nocial-media-update</link>
    </image>
    <atom:link type="application/rss+xml" rel="self" href="https://steady.page/nocial-media-update/rss"/>
    <item>
      <title><![CDATA[Hello, Goodbye und Hello again,]]></title>
      <description><![CDATA[wer ich nochmal bin, frage ich mich häufig sogar selbst. Also, es war so: Du hast irgendwann meinen Newsletter abonniert, den ich so lange nicht geschrieben habe, dass…]]></description>
      <content:encoded><![CDATA[<p>wer ich nochmal bin, frage ich mich häufig sogar selbst. Also, es war so: Du hast irgendwann meinen Newsletter abonniert, den ich so lange nicht geschrieben habe, dass du mich vielleicht schon vergessen hast. Oder du stehst gerade mit in die Hüften gestemmten Händen vor mir und fragst: “Wo WARST du denn die ganze Zeit???” Das kann ich dir sagen. Meistens am Arsch, denn: Angst- und Schlafstörung mit Perimenopausesetreuseln aus Blei. Die Energie, die ich nicht für Sorgen, Ängstigen und Katastrophisieren verbraucht habe, ging lange für Familie, Alltag und Bezahlarbeit drauf.</p><p>Inzwischen habe ich mich ganz gut gefangen und gefunden, gerade ist es meistens gut und es ist so eine Erleichterung, statt Angst wieder Lust auf ‘Einfach Machen’ zu haben. Was da so bei rauskommt, zeige ich dir in diesem letzten Newsletter.</p><p>Letzter? Ja. Ich habe meine Domain <a href="http://www.infemme.com/">www.infemme.com</a> von 2001(!) defibrilliert. Dort werde ich wie vor 20 Jahren wieder bloggen, ganz frei und einfach so. Und wie toll wäre es, wenn du dort vorbeigucken würdest? Ich sags dir: Sehr toll!</p><p>Ich freu mich, dass ich wieder schreiben und machen mag und hoffe, wir sehen uns auf meinem Blog.</p><p></p><p>Deine Rike</p><hr aria-hidden="true"/><h3>Gelesen: Weird Girls</h3><a href="https://codobuch.buchkatalog.de/weird-girls-9783462013276"><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/1f1d2c2d-bd58-4fe9-b3f8-6ae083d052bb/uploads/images/szcgtgau77/Bild_8.jpeg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/></a><p>Dieses Buch im Kompletto-Leo-Look sieht aus, als wäre es für Leute, die eine dekorative Extraeinladung zum Lesen brauchen. Dabei geht es weder um Leoparden themselves, noch um Punkrock oder freche Yoga-Leggings.</p><p>Es geht um drei Freundinnen, die mal zu viert waren. Die vierte hat mit einer Scheissaktion für ein Zerwürfnis gesorgt und ist dann gestorben, bevor sich die drei hätten wieder annähern können.</p><p>Die Handlung beginnt ein Jahr nach dem Tod. Maggie, Harley und Róise sind um die Dreißig, waren in ihren Zwanzigern wilde Feierbiester (vielleicht deshalb der Leo-Print), merken, dass das alles gar nicht mehr so lustig ist mit dem vielen Koks und dem Alkohol und den sexuellen Eskapaden, hören aber trotzdem nicht damit auf. Passend dazu ist das Haus, in dem sie wohnen, anscheinend ebenfalls erschöpft vom Leben und geht immer kaputter.</p><p>Wir Lesenden stecken also mit den drei Freundinnen in diesem Zwischenstadium. Sie haben ihr Studium beendet, aber noch keine richtigen Jobs. Sie daten, aber alles stets unverbindlich (mal von ihnen, mal von den anderen aus), sie wollen gesünder leben, aber dann finden sie auf dem Weg zur den Laufschuhen doch ein Tütchen Koks. Sie wollen nicht mehr so richtig, aber können irgendwie auch nicht anders. Dieses typische &quot;Eigentlich müssten wir erwachsen werden&quot; in diesem Alter wird in Weird Girls gut beschrieben, ich konnte das Verkatertsein ebenso fühlen wie die schwindende Faszination von wilden Leben, den verwirrenden Wunsch nach einem Ankommen, obwohl die Angekommenen doch irgendwie alle kacke sind und Leo-Leggings zum Yoga tragen. Ebenso widersprüchlich gehen die drei Frauen mit der Trauer um ihre beste Freundin um. Sie fühlen sie, wollen aber meistens doch nicht, versuchen mit roten Augen über jedes Gefühl hinwegzufeiern, aber dann kommt es klaro in einem unpassenden Moment oder einem unpassenden Verhalten um die Ecke. Wie sie mit sich selbst und mit ihrer Freundschaft umgehen, darum geht&#39;s. Dazu hat das Buch dann auch ein passendes Ende, das an dieser Stelle aber natürlich nichts verloren hat.</p><p>Also: Ich mochte das Buch gern lesen, darüber hinaus hatte ich Spaß, beim Googeln der korrekten Aussprache irischer Namen  und habe vor allem wieder mal meinen übergroßen Wunsch gespürt, dass alle Frauen bittebitte sehr lieb zu sich sind.</p><p></p><p><a href="https://codobuch.buchkatalog.de/weird-girls-9783462013276">Weird Girls von Gráinne O&#39;Hare. Übersetzt von Anna-Nina Kroll. Erschienen bei Kiepenheuer und Witsch. 22 €.</a></p><hr aria-hidden="true"/><p></p><h3>Gelesen: Anxietyland</h3><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/1f1d2c2d-bd58-4fe9-b3f8-6ae083d052bb/uploads/images/lx2roar6m5/Bild_9.jpeg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><p>Gemma Correll kann supergut menschliche Zustände in lustigen Illustrationen zusammenfassen. <a href="https://www.instagram.com/gemmacorrell/?hl=en">Auf Instagram macht sie das zum Glück schon lange</a>, aber noch mehr zum Glück hat sie jetzt auch ein Buch gemacht: In ihren Mental Health-Memoiren fasst sie ihre eigenen menschlichen Zustände in lustigen Illustrationen zusammen UND, was dieses Buch so besonders toll macht, sie erzählt ihre eigene Geschichte mit Depressionen und Ängsten.</p><p>Bücher dieser Art sagen ja schnell mal &quot;Hey, es ging mir soooooooo schlecht, aber jetzt kann ich glücklich durch mein Leben gehen, nein SCHLENDERN, und alles ist so toll, dass ich mich zwingen muss, nicht andauernd zu hüpfen&quot; oder &quot;Ich habe diesdasjenes gemacht, das hilft auf jeden Fall, mach das jetzt SOFORT auch&quot;. Beides finde ich nicht besonders hilfreich. Gemma Correll erzählt ihre Geschichte weder als dauergrinsende Anxiety-Survivorin noch als Inhaberin des einzig wahren Geheimrezepts. Sie erzählt einfach nur ihre Geschichte. Wie sie ihre ersten Panikattacken hatte, ihr Umgang damit, die Scham, die Ratlosigkeit, ihre nicht so gute Idee, viel Alkohol zu trinken, und zwischendurch fasst sie immer wieder ihren persönlichen menschlichen Zustand in einer lustigen allgemeingültigen Illustration zusammen.</p><img src="https://assets-proxy.steadyhq.com/https%3A%2F%2Finfemme.com%2Fwp-content%2Fuploads%2F2026%2F06%2FBildschirmfoto-2026-06-09-um-09.16.49-700x1024.png?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp&amp;s=d856a14ff431609695e4bd8f1b5bac31" alt=""/><p>Anxietyland bietet weder Hilfe noch Heilversprechen. Es zeigt und erzählt, wie es ist mit psychischen Erkrankungen und nimmt sie, wenn es geht, mit Humor. Ansonsten nimmt das Buch einfach in den Arm und sagt dabei in Gedanken: &quot;Ich versteh dich, das ist einfach kacke, aber du bist nicht allein damit.&quot;</p><p>Und wenn Ihr Euch fragt, wo Anxietyland überhaupt liegt: auf meinem Nachttisch. Dort zeigt es beruhigende Präsenz wie ein verständnisvolles Nicken, eine Umarmung, die keine Worte braucht und zum Glück so viele hat.</p><p>Anxietyland von Gemma Correll. 24,70€ bei Hugendubel z.B.</p><p></p><hr aria-hidden="true"/><h3>Gefreut: ‘Hört mal’ ist nominiert!</h3><p>Das dritte Buch ist meins. Es ist keine Neuerscheinung, dafür aber nominiert. Hört mal! ist für den Deutschen Jugendliteraturpreis nominiert.</p><p>Und alles, was Leute in solchen Situation mit zitternder Stimme sagen, von “Das hätte ich mir nie träumen lassen, obwohl ich immer davon geträumt habe!” über “Ich glaube das immer noch nicht!!” bis zu “Mit diesem großartigen Menschen in einer Kategorie nominiert zu sein, frittiert mein Hirn!!!” stimmt.</p><a href="https://www.jugendliteratur.org/nominierungen-2026/c-103"><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/1f1d2c2d-bd58-4fe9-b3f8-6ae083d052bb/uploads/images/mnm2qbm7oh/Bildschirmfoto_2026-06-16_um_10.56.05.png?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/></a><p>Und ich war noch nicht fertig mit Freuen, da schneite schon die nächste gute Nachricht rein: Hört mal! gehört zu den <a href="https://www.lyrik-empfehlungen.de/kinder/2026">Lyrik-Empfehlungen für Kinder 2026</a>. Das ist eine Riesenehre, auch und besonders, weil Susanne Straßer das hier geschrieben hat:</p><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/1f1d2c2d-bd58-4fe9-b3f8-6ae083d052bb/uploads/images/3u2zctjslp/Bildschirmfoto_2026-03-23_um_09.12.48.png?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><p>Puh. Zum Glück habe ich eine Angststörung, sonst würde mir das jetzt vielleicht zu Kopf steigen.</p><hr aria-hidden="true"/><h3>Besucht: Ben Kweller</h3><p>Dass Ben Kweller kein Superstar ist, verstehe ich noch weniger als den Geschmack von Fenchel. Wenn ich seine Musik höre, habe ich meistens das Gefühl, ich fahre in einem sehr coolen (umweltfreundlichen) Auto durch sehr sehr weite Natur, ohne Verantwortung, aber dafür mit der Person, mit der ich verantwortungslos einfach Rumfahren will. Nach 20 Jahren Fandom bin ich beim Hören inzwischen auch traurig, weil Ben Kwellers neues Album von dem Tod seines Sohnes handelt. Der hat für viel Stille im Hause Kweller gesorgt, erzählt Ben Kweller auf dem Konzert im Bahnhof Pauli, aber dann konnte er dieses tragische Ereignis in Musik verarbeiten, und die ist so ehrlich und so schön, dass ich auf dem Konzert bei diesem Lied geweint habe, ohne mich zu schämen.</p><a href="https://www.youtube.com/watch?v=fXH-EbA5dOQ&amp;list=RDfXH-EbA5dOQ&amp;start_radio=1">https://www.youtube.com/watch?v=fXH-EbA5dOQ&amp;list=RDfXH-EbA5dOQ&amp;start_radio=1</a><p>Gelacht habe ich auch. Und geklatscht. Und gestaunt. So viele Genres, so gut, auch oder besonders sogar live, weil auch die Band super ist. Was ist er für ein musikalischer und menschlicher Supertyp!Und dass ich nach dem Konzert, starstruck as hell, Ben Kweller noch mit Komplimenten vollstottern durfte, werde ich nie vergessen (er hoffentlich sehr schnell).</p><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/1f1d2c2d-bd58-4fe9-b3f8-6ae083d052bb/uploads/images/ovqw7iiivh/IMG_3203.jpeg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><p>Fazit: Hasst gern alle Fenchel, aber liebt bitte unbedingt alle Ben Kweller.</p><hr aria-hidden="true"/><h3>Gemacht: Alles mögliche</h3><p>Seit ich beschlossen habe, auch Dinge zu tun, bei denen ich nicht die ganze Zeit denken muss, bin ich so erleichtert! Ich habe Ideen und statt zu denken, dass ich zum Schreiben verdammt bin, weil ich nichts anderes kann, mache ich einfach, was ich will. Gerade sind es <a href="https://ko-fi.com/infemme/shop/sticker">Sticker</a>, <a href="https://ko-fi.com/infemme/shop/wandteller">Wandteller</a> und <a href="https://ko-fi.com/infemme/shop/mosaik">mosaikte Memes</a>. Hier kannst du ein paar angucken und in meinem <a href="https://ko-fi.com/infemme/shop">ko-fi-Shop </a>kannst du alle kaufen.</p><a href="https://ko-fi.com/s/14535fe450"><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/1f1d2c2d-bd58-4fe9-b3f8-6ae083d052bb/uploads/images/fqycdmpy7m/IMG_3173.jpeg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/></a><a href="https://ko-fi.com/s/958a656a86"><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/1f1d2c2d-bd58-4fe9-b3f8-6ae083d052bb/uploads/images/rvpvnh47gw/IMG_3170.jpeg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/></a><figure><a href="https://ko-fi.com/s/15d920bef4"><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/1f1d2c2d-bd58-4fe9-b3f8-6ae083d052bb/uploads/images/6kkarst6rr/IMG_3120.jpeg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/></a><figcaption>Ben Kweller hat auch einen.</figcaption></figure><a href="https://ko-fi.com/s/ab4266edb6"><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/1f1d2c2d-bd58-4fe9-b3f8-6ae083d052bb/uploads/images/ucdmvm6pvh/IMG_3035.jpeg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/></a><a href="https://ko-fi.com/s/2cf3dc9cd1"><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/1f1d2c2d-bd58-4fe9-b3f8-6ae083d052bb/uploads/images/mf2gyzgonh/IMG_3031.jpeg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/></a><a href="https://ko-fi.com/s/899605cd00"><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/1f1d2c2d-bd58-4fe9-b3f8-6ae083d052bb/uploads/images/3igthqlxr4/IMG_3028.jpeg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/></a><a href="https://ko-fi.com/s/4690d01d87"><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/1f1d2c2d-bd58-4fe9-b3f8-6ae083d052bb/uploads/images/ebxq24i2zn/IMG_3018.jpeg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/></a><a href="https://ko-fi.com/s/4e1d0fa483"><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/1f1d2c2d-bd58-4fe9-b3f8-6ae083d052bb/uploads/images/a2ovwyqk2j/IMG_3014.jpeg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/></a><a href="https://ko-fi.com/s/90579384f3"><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/1f1d2c2d-bd58-4fe9-b3f8-6ae083d052bb/uploads/images/ys4kuypk4l/IMG_3010.jpeg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/></a><hr aria-hidden="true"/><h3>Gegessen: Blumen</h3><p>So wie Menschen in Flugzeugen Tomatensaft trinken, esse ich auf jeder Zugfahrt eine Brezel mit Butter und Schnittlauch. Zuhause habe ich das nie gemacht. Bis meine liebe Nachbarin mir eine Blume unter die Nase hielt und forderte: Iss mal. Und lila Schnittlauchblüten sind richtig lecker und sehen auf Laugengebäck so schön aus.</p><figure><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/1f1d2c2d-bd58-4fe9-b3f8-6ae083d052bb/uploads/images/qhuxng65zt/IMG_3168.jpeg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><figcaption>Jetzt fahre ich nicht mehr Zug, um ein Laugengebäck mit Schnittlauch zu essen, sondern gehe in den Nachbargarten.</figcaption></figure><p></p><hr/><p>STATT KOLUMNE</p><p>Gedichte über Wichte Nr. 1</p><p></p><p><strong>Der Ehemann von Sharon Stone</strong></p><p></p><p>Er sitzt mit seiner Frau beim Arzt,</p><p>der ernst und traurig guckt.</p><p>„Es sieht nicht gut aus, Sharon Stone“</p><p>Worauf sie ängstlich schluckt.</p><p></p><p>„Der Tumor in der linken Brust</p><p>ist höchstwahrscheinlich Krebs</p><p>Wie geht es Ihnen mit dem Schock?“</p><p>„Gefasst bin ich. Halbwegs.</p><p></p><p>Ich weiß, ich bin viel mehr als nur</p><p>ein Körper mit zwei Brüsten.</p><p>Drum sag ich Ihnen ganz genau</p><p>was sie im Krebsfall müssten.</p><p></p><p>Denken Sie jetzt bitte nicht, ich</p><p>neige zu Extremen:</p><p>doch bitt ich Sie, ist es denn Krebs,</p><p>die Brüste abzunehmen.“</p><p></p><p>„Richtig gut, dass Sie auf Nummer</p><p>Sicher gehen wollen.“</p><p>Der Doktor lobt sie sehr, aber</p><p>ihr Mann fängt an zu Schmollen.</p><p></p><p>Stinksauer springt er auf und vor</p><p>dem Mund bildet sich Schaum</p><p>Er brüllt: „Wie albern, lächerlich!“</p><p>Und sprintet aus dem Raum.</p><p></p><p>„Ich glaub, es hackt!“, ruft Sharon Stone.</p><p>„Guckt, wie vor Wut ich bebe.</p><p>Für den zählt meine Schönheit mehr</p><p>als dass ich überlebe.</p><p></p><p>Wie schäbig kann man bitte sein?</p><p>die Ehe ist vorbei!</p><p>Da hab ich lieber keinen Mann.</p><p>Und Brüste null bis zwei.“</p><p></p><p>Am Ende war es doch kein Krebs</p><p>die Brüste blieben dran.</p><p>Entfernt hat sie dann trotzdem was</p><p>und zwar den miesen Mann.</p><p></p><p>Ob dieser Kerl nen Namen hat?</p><p>wen interessiert das schon!</p><p>Er ist einfach ein Arschgesicht</p><p>der Ex von Sharon Stone.</p><hr aria-hidden="true"/><p></p><p>Danke für die Aufmerksamkeit und auch sonst alles. Du kannst mir auch heute einen <a href="https://ko-fi.com/nocialmediaupdate">ko-fi spendier</a>en. Oder du kaufst in <a href="https://ko-fi.com/shop/settings?src=sidemenu&amp;productType=0">meinem ko-fi-shop</a> ein, das geht auch.</p><a href="https://ko-fi.com/nocialmediaupdate"><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/12bfd5ec-5510-48a4-bbb1-449a307e7fd4/uploads/images/w6y72tb33f/Bild_5.jpeg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/></a><p></p><p></p><p></p><p></p>]]></content:encoded>
      <media:content type="image/jpeg" url="https://assets.steadyhq.com/production/post/1f1d2c2d-bd58-4fe9-b3f8-6ae083d052bb/teaser_image/1781772814?auto=format&amp;h=787&amp;w=1400&amp;fit=fill&amp;crop=faces&amp;fm=jpg" medium="image"/>
      <link>https://steady.page/8af3fc23-de1c-4fd0-b6af-557aa7a6329a/posts/1f1d2c2d-bd58-4fe9-b3f8-6ae083d052bb</link>
      <guid isPermaLink="false">1f1d2c2d-bd58-4fe9-b3f8-6ae083d052bb</guid>
      <pubDate>Thu, 18 Jun 2026 08:53:34 +0000</pubDate>
    </item>
    <item>
      <title><![CDATA[Ich will unbedingt enttäuschen,]]></title>
      <description><![CDATA[aber die richtigen Leute aus den richtigen Gründen. Falls du es eilig hast und den Newsletter nicht lesen kannst, habe ich dir hier schon mal das Fazit serviert. Wenn du…]]></description>
      <content:encoded><![CDATA[<p>aber die richtigen Leute aus den richtigen Gründen. Falls du es eilig hast und den Newsletter nicht lesen kannst, habe ich dir hier schon mal das Fazit serviert. Wenn du ihn liest, kannst du allerdings zwei richtig gute Bücher kaufen, froh sein, nicht gestrickt zu haben oder sehen, was mein Sohn als Kleinkind über Tiere gesagt hat und von mir mit KI-bebildert wurde (warum das nicht schlimm ist, siehst du an den Bildern). Und dass ich bis jetzt noch gar nicht angefangen habe zu heulen, wird dich wundern, wenn du die Kolumne gelesen hast.</p><p>Mach, wie du meinst. Hauptsache, wir haben alle ein gutes Gefühl.</p><p></p><p>Deine Rike</p><hr aria-hidden="true"/><h3>Gelesen: Die Schwestern von Jonas Hassan Khemiri</h3><a href="https://codobuch.buchkatalog.de/die-schwestern-9783498004972"><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/b0736506-cb91-4be6-9543-362fab6f8278/uploads/images/uswt7ukiw2/Bild_1.jpeg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/></a><p>Wenn ein Buch ein Konzept hat, das aber nicht anstrengend und sperrig ist, sondern dich von hinten genau dann umarmt, wenn du es brauchst, und dieses Buch dann auch noch so geschrieben ist, dass du immer weiter lesenlesenlesen willst, dann hast du den Buchstabenjackpot geknackt. Das ist das Größte und weil das so selten passiert, ist Die Schwestern so ein besonderes Buch.</p><p>Der Autor erzählt seine Lebensgeschichte (nicht biografisch) parallel zu der dreier Schwestern, die in seiner Kindheit kurz in seiner Nähe wohnen. Sie üben eine magische Anziehungskraft auf ihn aus und a apropos Magie: Durch die Geschichte, die in Schweden, Tunesien und den USA spielt, zieht sich ein Fluch, unter den die Schwestern und besonders ihre etwas, äh, komplizierte Mutter, zu leiden haben. Die drei Schwestern sind früh auf sich allein gestellt und gehen sehr unterschiedlich damit um. Was Jonas, die drei Schwestern mit allen Leuten im Buch und ihren Leben anstellen und warum, dass sich ihre Leben manchmal kreuzen und manchmal nicht, alles über einen Zeitraum von 30 Jahren, erzählt Die Schwestern. Alle, die im Buch vorkommen, sind spannend und vielschichtig und jedes Kapitel endet mit dem fiesesten Cliffhanger (Stw. lesenlesenlesen). Vieles in den Leben ist schwierig, aber auch leicht geschrieben und es ist auch lustig und schön und cool. Verdammt, es passiert so viel, mich nicht entscheiden kann, was ich hier schreibe und was nicht, deshalb gibt es jetzt gar nichts, sondern das hier:</p><p>Dieses Buch fühlt sich so an, als säßest du mit Jonas im Zug und er erzählt dir auf der Fahrt die Geschichte von ihm und den Schwestern. Die Fahrt dauert 736 Seiten und die ganze Zeit hängst du an Jonas’ Lippen, er kann erzählen wie kaum jemand, du lachst, du bist glücklich, du fieberst mit, du weinst vor Gemeinheit, Mitgefühl oder Erleichterung und guckst immer wieder aus dem Fenster nach vorn, weil du sichergehen willst, dass das Buch, äh, die Fahrt noch ganz lange dauert. Und je näher du ans Ziel kommst, desto trauriger wird es, also das Buch, aber kurz bevor du ankommst und seufzt, weil Leben mit dem Älterwerden immer so schwierig und traurig werden, kommt diese brillante Konzeptumarmung von hinten und dann doch ein mit dem Leben versöhnliches Ende und ja, das sagt jetzt irgendwie nichts über das Buch, aber auch alles. Bitte lies es.</p><p>Empfohlen wurde mir dieses Buch von den literarisch topfitten Menschen im <a href="https://buecherbande-hh.buchhandlung.de/shop/">supersortierten Buchladen Bücherbande in Klein Borstel.</a></p><p>Die Schwestern von Jonas Hassen Khemiri. Übersetzt von Ursel Allenstein. Erschienen bei Rowohlt. 26 €.</p><p></p><hr aria-hidden="true"/><p></p><h3>Gehört: Halbinsel von Kristine Bilkau</h3><a href="https://codobuch.buchkatalog.de/halbinsel-9783630877303"><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/b0736506-cb91-4be6-9543-362fab6f8278/uploads/images/bi2qxbaoxu/Bild_2.jpeg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/></a><p>Eigentlich ist es ja praktisch, ein Buch zu hören, weil ich dann dabei stricken kann, aber ich mache das eigentlich nie, weil ich unter Hörscham leide. Es ist mir unangenehm, das Buch nicht zu lesen. Als würde ich mich weigern, Respekt vor der Arbeit des Schreibens zeigen. Bei Halbinsel habe ich eine Ausnahme gemacht, gut so, weil ich es niemals so monoton hätte lesen können - and that’s a good thing.</p><p>Die Protagonistin Annett ist 49, lebt allein am Wattenmeer und erzählt ihre Geschichte, während ihre erwachsene Tochter nach einer halbgeklärten Lebenskrise in ihr Elternhaus zurückkehrt und, für Annett nicht so gut zu ertragen, viel ambitionslos herumliegt. Beide haben früh Mann bzw. Vater verloren und waren auf sich allein gestellt. Annett beschreibt ihr Leben, das vergangene und das jetzige, in einer Unaufgeregtheit, die trotzdem schmerzhaft emotional ist und mich sehr berührt hat. Aus jeder Ritze konnte ich ihre Erschöpfung vom jahrzehntelangen Funktionieren spüren. Und dieses ‘Huch, jetzt ist ja mehr als die Hälfte rum und ich hab vor lauter KÜMMERN das SEIN vergessen und muss erstmal wieder lernen wie das geht’, oder wie Kristine Bilkau viel schöner schreibt:</p><p>“Fünfundzwanzig würde sie diesen Winter werden, alle diese Jahre, diese gesamte Zeit schien mir so überschaubar, so verschwindend schnell vergangen, als stünde ich an einer Bahnschranke und ein Zug rast vorbei, da kommt er, da ist er, da fährt er, und dann höre ich nur noch sein Rauschen aus der Ferne wie ein Echo. Schwanger werden, ein Kind zur Welt bringen, den Partner verlieren, das Kind großziehen, es davongehen sehen, diese Jahre: hier, das sind sie gewesen, und hier, das sind die Fehler, die du gemacht hast.”</p><p>I feel Annett und danke Kristine Bilkau von Herzen für die wunderbare Sprache, die sie für diese Lebensphase gefunden hat. Das Buch ist so ruhig und trotzdem voller Emotionen, es ist still und klug und tief und hat völlig zurecht den Preis der Leipziger Buchmesse 2024 erhalten. Als nächstes werde ich es lesen.</p><p>Halbinsel von Kristine Bilkau. Erschienen bei Luchterhand. 24 €</p><p></p><hr aria-hidden="true"/><h3>Gestrickt: Schubladenschal</h3><p>“Der sieht aus, als hättest du die ganze Zeit nicht gewusst, was das soll.”, so hat mein Mann dieses Schal-Projekt zusammengefasst. Leider stimmt das. Die Wolle habe ich nur gekauft, weil ich mal etwas Buntes stricken wollte, und das bitte so einfach, dass ich es auch in schlaflosen Nächten nicht verkacken kann.</p><p>An diesem Schal ist alles durchgewurschtelt und von vorn bis hinten nicht gewusst, was das soll. Für dieses Ergebnis war die Wolle zu teuer, sind mir die Farben zu bunt, das Muster zu hässlich, und außerdem braucht dieser Schal sehr viel Platz in der Schublade, aus der ich ihn vermutlich nie wieder herausholen werde.</p><figure><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/b0736506-cb91-4be6-9543-362fab6f8278/uploads/images/dwegmk5kzz/IMG_1630.jpeg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><figcaption>Das schönste an diesem Teil ist sein Name: Schubladenschal.</figcaption></figure><hr aria-hidden="true"/><h3>Gekündigt: Disney+</h3><p>Die Shitshow in Amerika brauche ich an dieser Stelle nicht weiter auszuführen, oder? Dass ABC Jimmy Kimmel wie so ein Kleinkind auf die Stille Treppe gesetzt hat, hat im Autokratenglücksrad noch ein paar mehr Buchstaben freigelegt, die es braucht, um mit “Faschismus” lösen zu können und wir haben getan, was getan werden musste:</p><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/b0736506-cb91-4be6-9543-362fab6f8278/uploads/images/fqn3evjiti/Kundencenter__Telekom.jpeg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><p>Ein bisschen schlimm fand ich, dass mein Sohn, als ich ihm sagte, dass wir kein Disney+ mehr haben, nicht solidarisch seine Faust gereckt, sondern sowas sagte wie “Ihr seid wirklich putzig, dass Ihr sowas immer macht”. Aber ey! Diese kleine putzige Aktion haben so viele gemacht, dass Jimmy Kimmel wieder da ist.</p><hr aria-hidden="true"/><p></p><h3>Gesehen (und can’t unsee): Frragwördigär Däckäl!</h3><p>Auf einem Bummel durch einen schönen Interieur-Laden in Hamburg-Altona gab mir diese blaue Dame mit ihrem blauen Badeanzug, ihrem rechten Arm und dem Handbart so gar keine Bade-Vibes.</p><figure><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/b0736506-cb91-4be6-9543-362fab6f8278/uploads/images/so3kbxfl24/IMG_1565.jpeg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><figcaption>Arm hoch, wer noch an Adolf, die Nazi-Sau von Walter Moers denken muss.</figcaption></figure><hr aria-hidden="true"/><h3>Genutzt: KI</h3><p>Normalerweise lasse ich KI, wenn überhaupt, nur richtig beschissene Aufgaben für mich erledigen. Aber vor ca. 13 Jahren habe ich meinen Sohn mal gebeten, mir was über Tiere zu erzählen und seine Antworten waren so großartig, dass ich mir bis heute ein Loch in die Jacke beiße, weil ich weder einen Verlag für das Projekt “Tiere mit Kinderaugen” begeistern noch es selbst illustrieren konnte. 13 Jahre später ruiniert eine Witzfigur die Vereinigten Staaten, den Klimawandel interessiert keine Sau mehr und ich verschönere mir die Wartezeit, bis KI meinen Job komplett überflüssig macht, mit: KI.</p><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/b0736506-cb91-4be6-9543-362fab6f8278/uploads/images/hyuzt5bbhk/1.jpg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/b0736506-cb91-4be6-9543-362fab6f8278/uploads/images/jfcudobazh/2.jpg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/b0736506-cb91-4be6-9543-362fab6f8278/uploads/images/iyxgr2xwbz/3.jpg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/b0736506-cb91-4be6-9543-362fab6f8278/uploads/images/zssrea7zys/4.jpg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/b0736506-cb91-4be6-9543-362fab6f8278/uploads/images/wyb354nnfp/5.jpg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/b0736506-cb91-4be6-9543-362fab6f8278/uploads/images/qcmcwdn3xh/6.jpg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/b0736506-cb91-4be6-9543-362fab6f8278/uploads/images/cxm7szvrvn/7.jpg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/b0736506-cb91-4be6-9543-362fab6f8278/uploads/images/7pstljpgj4/8.jpg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><hr/><p>Kolumne</p><h3>Nah am Wasser gebaut</h3><p>Warum ich in den letzten Tagen geweint habe (Auszug):</p><p>Als ich meinem Mann ein paar Stellen aus dem oben empfohlenen Buch erzählt habe.</p><p>Als ich mit meinem Mann und meiner Tochter The Summer I Turned Pretty geguckt habe (wirklich keine Empfehlung, sondern nur der Beweis, dass ich  bei jedem Scheiss heule)</p><p>Als ich meinem Mann von der Verkäuferin beim Bäcker berichtete, die mir einen Croissant überlassen hat, das sie eigentlich selbst mit nach Hause nehmen wollte.</p><p>Aufmerksam Lesende werden jetzt sagen: EINDEUTIG IST DEIN MANN SCHULD, SCHLIESSLICH WAR ER ALS EINZIGER IN ALLEN SITUATIONEN DABEI. Aber er bringt mich nicht zum Heulen, er versucht eher, mich davon abzuhalten. Er ruft: Hör doch mal auf, so superempathisch zu sein!, und ja, das würde ich manchmal sehr gern, zum Beispiel, wenn ich bei schlechten Serien weinen muss oder auf der Straße zwei mir völlig fremde Menschen sehe, und der eine schenkt dem anderen etwas, woraufhin ich (!) zum Dank nicke und lächle.</p><p>“Und Sie können dabei gar nicht entscheiden, ob Sie nett sein wollen! Sie sind es einfach immer.” haute mir vor ein paar Wochen meine Gesprächspartnerin um die Ohren. Sie hat bei mir eindeutig einen Punkt, wie wohl bei vielen Frauen in meinem Alter. Wir wurden seit unserer Geburt angehalten, nicht zu stören, unkompliziert und lieb zu sein. Auch ich habe das schmerzhaft schwer verinnerlicht. Immer lächeln, nichts ist ein Problem, alles ist machbar, klar, super, gern. Hauptsache, alle haben erstmal ein gutes Gefühl. Außer mir.</p><p>Die Frau schlug mir vor, ich solle üben zu enttäuschen. Ich könne doch beim Bäcker was bestellen, und wenn die Tüte schon auf dem Tresen liegt, sagen, dass ich doch was anderes will. Ich dachte an die obige schöne Bäckereisituation und mir wurde heiß und kalt. Ja, ich will und sollte mehr enttäuschen. Um zu merken, dass ich auch dann noch geliebt werde, wenn ich Nein sage. Um zu zeigen, dass eben doch mal was ein Problem ist und nicht klar, nix da mit super und am Arsch mit gern. Aber ich “übe” doch nicht an Menschen, weil ich sie nicht kenne oder die freundlich zu mir sein sollten, weil sie mir z.B. Croissants verkaufen. Das finde ich erstens arschig und zweitens brächte ich mich damit um viele Situationen, die mich fröhlich machen. Wie die beim Bäcker. Als die Verkäuferin mir das für sich reservierte Croissant überlassen hat, dankte ich ihr, sie sagte wissend “Alles für die Kinder”, wir blickten uns an und für einen Moment fühlten wir beide das Band der wissenden Mütter zwischen uns, mit allem, was dazu gehört. Schön war das.</p><p>Ich enttäusche also nicht zum Selbstzweck (da kann ich auch in die CDU eintreten), aber nehme ich mir vor, aus den richtigen Gründen ab jetzt nicht mehr so herrlich unkompliziert zu sein. Weil ich auch mir ein gutes Gefühl geben will. Und als erstes enttäusche ich dadurch, dass ich nicht aufhöre, so empathisch zu sein.</p><hr aria-hidden="true"/><p>Du findest den Newsletter gut und möchtest meine Arbeit daran unterstützen? So gern! Ich freue mich, wenn du mir einen <a href="https://ko-fi.com/nocialmediaupdate">ko-fi spendier</a>st. Oder du kaufst in <a href="https://ko-fi.com/shop/settings?src=sidemenu&amp;productType=0">meinem ko-fi-shop</a> ein, da gibt es Sticker und Karten.</p><a href="https://ko-fi.com/nocialmediaupdate"><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/12bfd5ec-5510-48a4-bbb1-449a307e7fd4/uploads/images/w6y72tb33f/Bild_5.jpeg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/></a><p></p><p></p><p></p>]]></content:encoded>
      <media:content type="image/jpeg" url="https://assets.steadyhq.com/production/post/b0736506-cb91-4be6-9543-362fab6f8278/teaser_image/1759238401?auto=format&amp;h=787&amp;w=1400&amp;fit=fill&amp;crop=faces&amp;fm=jpg" medium="image"/>
      <link>https://steady.page/8af3fc23-de1c-4fd0-b6af-557aa7a6329a/posts/b0736506-cb91-4be6-9543-362fab6f8278</link>
      <guid isPermaLink="false">b0736506-cb91-4be6-9543-362fab6f8278</guid>
      <pubDate>Tue, 30 Sep 2025 13:20:01 +0000</pubDate>
    </item>
    <item>
      <title><![CDATA[Still waiting for bergauf]]></title>
      <description><![CDATA[na, wie geht’s? Dass ich dich das frage, kann an dieser Stelle nur gemeint sein, wie ein amerikanisches Einzelhandels-HOW ARE YOU, weil das hier zwar persönlich, aber…]]></description>
      <content:encoded><![CDATA[<p>na, wie geht’s? Dass ich dich das frage, kann an dieser Stelle nur gemeint sein, wie ein amerikanisches Einzelhandels-HOW ARE YOU, weil das hier zwar persönlich, aber trotzdem immer noch ein Newsletter ist. Aber ich möchte gleich zur Begrüßung ganz lifecoachig anregen, dich selbst regelmäßig zu fragen, wie es dir genau und ehrlich geht. Ich für meinen Teil sitze noch immer im Rollercoaster der Schlaf- und Angststörungen, der zu viel nach unten unterwegs ist. Naja, ich versuche es mit Weitermachen, Geduld, gelegentlichen Verzweiflungsmeltdowns, Medizin  - und einem Newsletter. Da sehen wir dann hoffentlich beide: War nicht alles schlimm.</p><p>Pass auf dich auf und gönn dir was Schönes!</p><p>Deine Rike</p><hr aria-hidden="true"/><h3>Gelesen: Ministerium der Zeit</h3><a href="https://codobuch.buchkatalog.de/das-ministerium-der-zeit-9783328603535"><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/818c6f16-2ca8-4423-b44d-1dbe0d1c0d3b/uploads/images/j33slktfob/Bild.jpeg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/></a><p>Eine Frau beginnt in einem mysteriösen Ministerium einen Job: Sie wird einem Zeitreisenden aus dem Jahr 1847 beim Ankommen in der Gegenwart helfen. Der Polarforscher, für den sie zuständig ist, hat verständlicherweise Probleme mit der Eingewöhnung, zum unterhaltsamen Glück für uns Lesenden. Die Sätze, in denen Graham Gore die Errungenschaften der Neuzeit kennenlernt, sind häufig zum Niederknien super.</p><p>Neben Graham gibt es noch weitere so genannte Expats, die wir alle kennenlernen, sowohl in der Gegenwart als auch in ihrer Vergangenheit. Dann gibt es noch eine Liebes- und eine Science Fiction/Actiongeschichte und ja verdammt, alles in einem Buch. Kaliane Bradley hat eine wilde Geschichte konzipiert und minutiös durchgeplant, dabei an Millionen Sachen und Continuity gedacht UND den Figuren so viel Emotionen und Beziehungen untereinander geschenkt, dass sich das Lesen angefühlt hat wie ein glücklicher Rutsch durch ein Wurmloch.</p><p>Jetzt liest es gerade mein Mann, und der sagt auch andauernd: Das Buch ist so gut. Recht hat er. Lies es am besten auch!</p><p>Das Ministerium der Zeit von Kaliane Bradley.  Übersetzt von Sophie Zeitz. Erschienen bei Penguin.  24 €.</p><p></p><hr aria-hidden="true"/><p></p><h3>Gelesen: Verbrannte Gnade von Margot Douaihy</h3><a href="https://codobuch.buchkatalog.de/verbrannte-gnade-9783351051297"><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/818c6f16-2ca8-4423-b44d-1dbe0d1c0d3b/uploads/images/3gevrkciln/Bild_1.jpeg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/></a><p>Was für eine spannende Figur: Schwester Holiday ist seit ca einem Jahr Nonne, vorher hat sie in einer Punkband gespielt, nicht Nein zu Alkohol, Drogen und Verantwortungslosigkeit gesagt, bis es zu einer Katastrophe kam, die sie in die Klosterschule geführt hat. Als die komplett tätowierte Frau draußen eine heimliche Zigarette raucht, wird sie Zeugin eines Verbrechens. Jemand hat es auf die Klosterschule abgesehen, was zu mehreren Feuern und Toten führt. Schwester Holiday drängelt sich in die Ermittlungen und erzählt gleichzeitig ihr persönliches Was-Bisher-Geschah - als queere, widerspenstige und dabei extrem religiöse Frau (ein Kunststück, wie das hier alles zusammenpasst). Ein bisschen aufgesetzt wirkte auf mich allerdings ihre Rotzigkeit, und dass sie ein bisschen darauf rumgeritten ist, was für ein Leidens- und Scheissemagnet sie ist, fand ich bisweilen etwas anstrengend. Aber das ist vermutlich einfach das Krimigenre, denn sonst würde jemand wie Don Winslow Schwester Holiday nicht so abfeiern, oder? Wie sie sich der Lösung des Falles nähert, dabei alle Figuren kennenlernt, die auch im zweiten Teil (lese ich jetzt gerade) wieder vorkommen, war auf jeden Fall gute Unterhaltung, die ich als Nicht-Krimi-Fan gern gelesen habe. </p><p>Verbrannte Gnade von Margot Douaihy. Übersetzt von Eva Kemper. Erschienen bei Blumenbar. 23 €</p><p></p><hr aria-hidden="true"/><h3>Gestrickt: Unterhemd No 2</h3><p>Nachdem meine Tochter ihr Unterhemd (siehe bzw. liese vorheriger Newsletter) immer noch genau kein einziges Mal getragen hat, habe ich mir mein eigenes gestrickt. Ich trage es, ich fotografiere es, ich schicke sogar Bilder von mir herum, wie ich es trage,  weil es mir nicht reicht, allein, die mir begegnen zu sagen, dass ich das SELBST GESTRICKT HABE. Es ist ziemlich gut geworden, der Anfang ist ein bisschen doof zu stricken, weil es so viele kleine Einzelteile sind, aber guck doch:</p><a href="https://www.ravelry.com/patterns/library/camisole-no-9"><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/818c6f16-2ca8-4423-b44d-1dbe0d1c0d3b/uploads/images/mjaogm5wtx/IMG_1014.jpeg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/></a><p></p><p></p><p></p><p></p><h3>Geliebt: Urlaub in Otterlo</h3><p>Wir waren eine Woche in einem <a href="https://www.europarcsdezanding.nl/de?utm_source=google&amp;utm_medium=cpc&amp;utm_campaign=1.%20%5BBB%5D%5BDE%5D%20Brand&amp;utm_id=22791935469&amp;gad_source=1&amp;gad_campaignid=22791935469&amp;gbraid=0AAAAA_sg7YC9T-F1ZsuN1Mrp3Iud8R32L&amp;gclid=Cj0KCQjww4TGBhCKARIsAFLXndSp8amHQBVHYKxAcDKgc5CiEzj44oTletta6UxLJMjjzpVbASfc4zMaAmr3EALw_wcB">Ferienpark</a> am Nationalpark De Hoge Veluwe, dem größten zusammenhängenden Waldgebiet der Niederlande. Leider. Ich hätte dort nämlich noch viel länger bleiben können. Der Park hat drei Eingänge, an denen hunderte von Fahrrädern stehen, mit denen alle durch den Park fahren können. Entweder durch die schöne Gegend, die manchmal aussieht wie Wald und manchmal wie Savanne oder zum MEGA-Museum mitten im Park. Da gibt es die zweitgrößte Van Gogh-Ausstellung der Welt, und das waren noch nicht mal die schönsten Bilder (meine Meinung).</p><figure><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/818c6f16-2ca8-4423-b44d-1dbe0d1c0d3b/uploads/images/3aynedllvs/IMG_1222.jpeg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><figcaption>Das Wetter war die ganze Zeit Bombe.</figcaption></figure><figure><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/818c6f16-2ca8-4423-b44d-1dbe0d1c0d3b/uploads/images/gcvglqjbjb/IMG_1178.jpeg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><figcaption>A propos Bombe: Diese Zeitkapsel von Stephen Kaltenbach hat mich zu einem eventuell ausschweifenden Vortrag über die Großartigkeit von Kunst hingerissen.</figcaption></figure><figure><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/818c6f16-2ca8-4423-b44d-1dbe0d1c0d3b/uploads/images/fk6zscqcde/IMG_1311.jpeg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><figcaption>Wie herrlich kann eine Sprache sein? Niederländisch: ONTFROMMELDE PIMPELMEZEN.</figcaption></figure><p></p><hr aria-hidden="true"/><p></p><h3>Gemacht: Das Finisher-Shirt</h3><p>Seit ein paar Jahren gehe ich laufen. Was mir dabei völlig abgeht, ist Ehrgeiz. Ja, ich laufe gern und regelmäßig, aber ich will weder schneller werden noch auf einen Halbmarathon trainieren. Wenn ich Pace lese, denke ich immer noch zuerst an lateinischen Frieden und wenn ich andere, schnellere Jogger*innen mit Finisher-Shirts sehe, stelle ich mir immer vor, wie ich in diesem hier durch Planten un Blomen trabe:</p><figure><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/818c6f16-2ca8-4423-b44d-1dbe0d1c0d3b/uploads/images/rnaurasliu/Bildschirmfoto_2025-08-18_um_11.56.45.png?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><figcaption>Immer schön finishen, sonst scheint morgen nicht die Sonne.</figcaption></figure><p></p><h3>Getestet: Empty Nest</h3><p>Vor Kurzem waren der Mann und ich überraschend kinderlos. Wie es sich für mich gehört, habe ich vor diesem unerwarteten Empty-Nest-Vorgeschmack erstmal Angst bekommen. Würde Tumbleweed durch mein trostloses Leben wehen und wäre es so leise, dass ich den Mann immer kauen hören muss? Aber Nein! Wir fuhren zwei Stunden Boot, waren Tapas essen und haben festgestellt, dass wir großes Glück mit uns haben. Ich liebe diesen Typen heute noch viel mehr als vor 19 Jahren und freue mich auf eigentlich alles, was wir zusammen machen werden (außer Mahlzeiten in Stille). Große Liebe!</p><figure><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/818c6f16-2ca8-4423-b44d-1dbe0d1c0d3b/uploads/images/l5zbw3xbbs/IMG_1430.jpeg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><figcaption>5-Seen-Fahrt-Beschilderung auf Nummer Sicher.</figcaption></figure><p></p><hr aria-hidden="true"/><h3>Gefunden: Das Sakko zum Pferdestehlen</h3><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/818c6f16-2ca8-4423-b44d-1dbe0d1c0d3b/uploads/images/ah7clo5a2f/IMG_1434.jpeg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><p>Ein Sakko, das so “spontan und für jeden Spass zu haben” ist wie jede*r zweite Herzblatt-Kandidat*in . Wenn das KI war, fress’ ich meinen Hut (es ist ein Klamauk-Käppi). </p><p></p><hr/><p>Kolumne</p><h3>K-Pop - eine völlig andere Welt</h3><p>Ich dachte, dass ich niemals musikalisch den Anschluss verlieren würde, weil ich doch voll musikinteressiert bin. Für diesen Gedanken lacht mich das Leben immer noch aus. Mein Sohn hört Rap, der macht, dass ich Dinge denke wie “Warum so übersteuert?” , “Das hört sich alles gleich an” oder “Ist das ganz in echt ein Lied?” Hier ein kurzes Beispiel und dann schwenke ich zu meiner Tochter, deren musikalische Begeisterung mich ebenfalls dumm dastehen, aber dabei auch begeistert in die Hände klatschen lässt.</p><a href="https://youtu.be/Fy7WIdkxwDw?feature=shared">https://youtu.be/Fy7WIdkxwDw?feature=shared</a><p>Meine Tochter ist mit offenen Armen und rosa Klamotten in die Welt des K-Pop gerannt. Es fing schleichend an, aber jetzt guckt sie K-Serien, tanzt in einer K-Pop-Gruppe und hört fast nur noch Bands wie Enypen, Stray Kids, deren Namen ich mir nur merken konnte, weil wir da auf den Konzerten waren. Beide Male haben wir so viel Tolles erlebt, dass ich danach gesagt habe:</p><blockquote><p>Wenn du den Glauben an die Menschheit zurückwillst, gehe auf ein K-Pop-Konzert/Event.</p></blockquote><p>Um diese These zu untermauern, präsentiere ich <strong>Meine Top-5-K-Pop-Erlebnisse!</strong></p><p>Platz 5: Dass auf dem Weg zu beiden Konzertlocations so viele meiner Tochter Komplimente für ihr Outfit gemacht haben, für das sie sich große, große Mühe gegeben hatte. ❤️</p><p>Platz 4: So viele basteln und verschenken Freebies, also kleine Tütchen mit Armbändern, Anhängern, Stickern, Traubenzucker etcpp. Vorm Schenken kommt meist die Frage: Wer ist dein Bias? Dann wird mit dem Namen des Gruppenfavoriten/der Gruppenfavoritin geantwortet, woraufhin die fragende Person in der Tasche kramt und in den meisten Fällen ein selbstgemachtes Armband mit eben diesem Namen herauszieht und verschenkt.</p><p>Platz 3: Das Mädchen, mit dem sich meine Tochter nach dem Konzert in der Bahn unterhalten hat und zum Abschied fragte: Darf ich dich umarmen? Und die beiden sich gegenseitig so viel Energie geschenkt haben, dass die Bahn bis zur nächsten Haltestelle damit fahren konnte.</p><p>Platz 2: Random Dance Events: Dort werden Teile aus K-Pop-Songs gespielt und alle, die die Choreografie dazu tanzen können, kommen in die Mitte und tanzen. Alle drumherum feiern das und freuen sich. Wir waren in Berlin und in Kiel auf einem Random Dance und beide Veranstaltungen haben mich in einen feministischen Rausch versetzt!! Zu sehen, wie überwiegend Mädchen/Frauen öffentlichen Raum für sich claimen und sich gegenseitig supporten - zum Ausrasten großartig. Es war divers und solidarisch und fröhlich und genau das wünsche ich mir von ganzem Herzen für meine Kinder. Und dass das bei meinem Sohn auch so ist, nur übersteuert und mit weniger Struktur, habe ich hoffentlich einfach nur noch nicht verstanden.</p><a href="https://www.youtube.com/watch?v=B1fTgfMjlog">https://www.youtube.com/watch?v=B1fTgfMjlog</a><p>Platz 1: Der von uns nachträglich heilig gesprochene Vater, der meine Tochter fragte, ob er sie vielleicht auf die Schultern nehmen soll, damit sie was sieht, und das fast die ganze Show gemacht hat. Sie war deshalb so nah dran, dass drei von Stray Kids sie gesehen und ihr zurückgewunken haben. WIE NETT KANN MAN SEIN?</p><figure><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/818c6f16-2ca8-4423-b44d-1dbe0d1c0d3b/uploads/images/ikrjngok33/Bildschirmfoto_2025-09-10_um_16.21.10.png?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><figcaption>Kind auf den Schultern vom Superdad winkt. Felix sieht es und winkt zurück. Dieses Glück!</figcaption></figure><hr aria-hidden="true"/><p></p><p>Der Newsletter hat dir gefallen? Du möchtest mich unterstützen? So gern! Ich freue mich, wenn du mir einen <a href="https://ko-fi.com/nocialmediaupdate">ko-fi spendier</a>st. Den trinke ich dann ab 16 Uhr koffeinfrei. Oder du kaufst in <a href="https://ko-fi.com/shop/settings?src=sidemenu&amp;productType=0">meinem ko-fi-shop</a> ein, da gibt es Sticker und Karten.</p><a href="https://ko-fi.com/nocialmediaupdate"><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/12bfd5ec-5510-48a4-bbb1-449a307e7fd4/uploads/images/w6y72tb33f/Bild_5.jpeg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/></a><p></p><p></p>]]></content:encoded>
      <media:content type="image/jpeg" url="https://assets.steadyhq.com/production/post/818c6f16-2ca8-4423-b44d-1dbe0d1c0d3b/teaser_image/1757515816?auto=format&amp;h=787&amp;w=1400&amp;fit=fill&amp;crop=faces&amp;fm=jpg" medium="image"/>
      <link>https://steady.page/8af3fc23-de1c-4fd0-b6af-557aa7a6329a/posts/818c6f16-2ca8-4423-b44d-1dbe0d1c0d3b</link>
      <guid isPermaLink="false">818c6f16-2ca8-4423-b44d-1dbe0d1c0d3b</guid>
      <pubDate>Wed, 10 Sep 2025 14:50:17 +0000</pubDate>
    </item>
    <item>
      <title><![CDATA[Bisschen long time no read,]]></title>
      <description><![CDATA[ich weiß. Das liegt daran, dass ich das Pausemachen und das Priorisieren übe und nur schreiben will, wenn ich was zu schreiben habe. Außerdem hat mich leider meine Angst…]]></description>
      <content:encoded><![CDATA[<p>ich weiß. Das liegt daran, dass ich das Pausemachen und das Priorisieren übe und nur schreiben will, wenn ich was zu schreiben habe. Außerdem hat mich leider meine Angst gestört, und wenn sie das tut, dauert das meiste etwas länger. Please have Geduld mit mir and find attached Rezensionen von guten Büchern, Selbstgemachtes, eine Beobachtung und meine Kolumne, deren Titel auch ein Song sein könnte.</p><p>Sei unbedingt lieb zu dir und sehr gegrüßt!</p><p>Deine Rike</p><p></p><hr aria-hidden="true"/><h3>Gelesen: Unruhe von Sarah Hübner</h3><a href="https://codobuch.buchkatalog.de/unruhe-9783948904692"><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/12bfd5ec-5510-48a4-bbb1-449a307e7fd4/uploads/images/xdnhtabe3r/Bild.jpeg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/></a><p>In Ruhe ist die Welt noch in Ordnung. Der Ort liegt weit draußen, es gibt viel Natur und überall baumeln die Seelen. Aber plötzlich herrscht Unruhe in Ruhe, weil mitten auf dem Marktplatz ein riesiges Loch klafft und alles durcheinanderbringt. Es wird abgesperrt, spekuliert, Angst gehabt, ruhig geblieben, wütend geworden - alles, was Leute so machen, wenn die Welt nicht mehr so ist, wie sie war. Die angeforderten Wissenschaftler*innen sagen, das Loch sei Zufall, aber irgendwer MUSS doch die Schuld haben und irgendwas MUSS doch helfen und schon wird abgeschwurbelt und losgehetzt - und dieses Buch ist die mit dem schönsten Bleistiftstrich gezeichnete Sozialstudie, die du dir kaufen kannst. Die Geschichte ist leicht, aber so klug erzählt und ich freue mich sehr, dass Unruhe der Debüt-Comic von Sarah Hübner war und da hoffentlich noch viel mehr kommt.</p><p>Unruhe von Sarah Hübner. Erschienen bei Jaja Verlag. 24 €.</p><p></p><hr aria-hidden="true"/><p></p><h3>Gelesen: Tatu und Patu und ihre verrückte Zugfahrt von Aino Havukainen und Sami Toivonen</h3><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/12bfd5ec-5510-48a4-bbb1-449a307e7fd4/uploads/images/zvfnbyb4yt/Bild_2.jpeg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><p>Tatu und Patu haben wir gelesen, als mein Sohn klein war. Der ist jetzt 16 und hat sich über dieses Buch gefreut, obwohl er gar nicht mehr liest. Tatu und Patu sind zwei Brüder, die in verschiedenen Büchern verschiedene Sachen erleben, die aber immer genau richtig durchgeglüht sind. In diesem fahren sie das erste Mal allein mit dem Zug. Sie sind aufgeregt, freuen sich, haben Angst, spielen hektisch mit der Armlehne, lieben das Bordbistro und machen, was Kinder eben so im Zug machen. Es ist ein herrliches Chaos und die beiden sind so nahbar und liebenswert und irre, dass sich alle Kinder beim Lesen fahrplanmäßig abgeholt fühlen werden und mitlesende Erwachsene merken können, dass sie sich zum Thema Kinder im Zug durchaus mal ihren Stock aus dem Arsch ziehen sollten.</p><p>Ich empfehle dieses Buch für alle Zugfans und Familien, die Zug fahren und Zug fahrende Leute, die die Augen rollen, wenn Familien einsteigen.</p><p>Tatu &amp; Patu und ihre verrückte Zugfahrt von Aino Havukainen und Sami Toivonen. Ab 4. Erschienen bei Thienemann. 15 €</p><p></p><hr/><p>Achtung Eigenlob</p><h3>Ausgezeichnet: Hört mal! <s>Stille </s>Brülle-Post-Leporello</h3><a href="https://codobuch.buchkatalog.de/hoert-mal-9783948743369"><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/12bfd5ec-5510-48a4-bbb1-449a307e7fd4/uploads/images/3f6dyl77vk/Bildschirmfoto_2025-06-23_um_15.46.11.png?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/></a><p>Durch unsere Straße läuft regelmäßig ein Typ. Kapuzenpulli, langer Bart, strubbelig. Eine Weile hat er dabei immer gebrüllt und ich habe mich gefragt, was er brüllt und wie es wäre, wenn er, den Satz brüllend, durch die ganze Stadt läuft und alle etwas anderes verstehen. Wie Stille Post, nur mit Brüllen. Da habe ich dem Mann den Anfangssatz “Ihr könnt euch mal gehackt legen” in den Brüllmund geschrieben und alle in diesem laaaangen Leporello etwas anderes hören lassen. Der beste kunstanstifter Verlag hat das Manuskript gleich gut gefunden und wir alle haben sofort die schönsten Farben und Illustrationen von Nele Palmtag geliebt. Guck mal, wie toll das Buch ist (3sat findet das auch):</p><a href="https://www.3sat.de/kultur/kulturzeit/kinderbuchtipp-hoert-mal-100.html">https://www.3sat.de/kultur/kulturzeit/kinderbuchtipp-hoert-mal-100.html</a><p>Und als wäre das nicht schön genug, hat die Stiftung Buchkunst Hört mal! als eines 25 der schönsten deutschen Bücher prämiert. Jetzt darf ich diesen großartigen Aufkleber auf unser Buch machen und mich jeden Tag freuen - und ihr dürft es kaufen und verschenken und weiterbrülleposten.</p><p>Hört mal! Stille Brülle-Post-Leporello von Nele Palmtag und Rike Drust. Erschienen bei kunstanstifter. 20 €</p><hr aria-hidden="true"/><h3>Gestrickt: Unterhemd</h3><p>Ein kleines Dilemma meiner Strickerei: Ich mag es schlicht. Das ist gut, weil diese Klamotten einfach zu stricken sind, aber das ist nach vielen Strickjahren auch ein bisschen langweilig, weil diese Klamotten einfach zu stricken sind. Zuletzt habe ich eine Anleitung für ein Unterhemd gefunden, die auch meine Tochter super fand - und so sieht es aus:</p><figure><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/12bfd5ec-5510-48a4-bbb1-449a307e7fd4/uploads/images/hdqaxieymb/IMG_0649.jpeg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><figcaption>Hier war das Hemd noch gespannt, ob es wirklich so oft getragen werden würde wie es haben gewollt wurde.</figcaption></figure><p>Das fertige Top ist echt schön und wurde echt noch nicht ein einziges Mal getragen. Jetzt stricke ich eins für mich und brauche sehr lange, weil es eben sehr einfach zu stricken ist und es außerdem sehr viel zum Zusammen- und Vernähen gibt. Aber wenn es fertig ist, wird es super sein und ich werde es garantiert häufiger anziehen als meine Tochter ihres (bis jetzt: 0mal). Die Anleitung ist von <a href="https://www.ravelry.com/patterns/library/camisole-no-9">Ravelry</a>.</p><p></p><hr aria-hidden="true"/><h3>Gesehen und nicht gesehen: Verschiedene Arschlöcher</h3><p>Vor Kurzem hatte ich ein MRT, bei dem alles gut war. In der Kabine fand ich folgendes Schild und wusste nicht, welche MRT-Klientel ich scheißer finde: Die, die ihren Müll liegen läßt oder die, die meint, dass sie die Welt mit Klugscheissen besser macht.</p><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/12bfd5ec-5510-48a4-bbb1-449a307e7fd4/uploads/images/ykyjmfd65l/IMG_0713.jpeg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><p>Ich wünsche allen, die Kaugummis liegen lassen und allen, die die Rechtschreibung von Menschen korrigieren, die zugewandt wichtige Arbeit machen, ausschließlich gute Befunde. Aber vielleicht ganz kurz ein bisschen Platzangst.</p><p></p><hr/><p>Kolumne</p><h3><strong>Drei Stangen Spargel und ein Cabriolet</strong></h3><p>Während der Spargelzeit war mein Mann auf dem Markt. Vor ihm kaufte eine Frau drei Stangen Spargel. Er berichtete uns beim Essen davon und wir fragten uns, warum wohl. Hatte sie wenig Appetit oder ein Magenband? Hatte sie schon neun Stangen und brauchte ein paar mehr, wobei die Gesamtspargelstangenanzahl durch drei teilbar bleiben sollte? War sie einsam? War sie eine, die beleidigte Hotelrezensionen schrieb und Informationszettel in MRT-Umkleidekabinen auf Rechtschreibfehler korrigierte? Was mit dieser Frau als Quatschgespräch begann, entwickelte sich mit weiteren Personen zu einem Familienspiel von ausschweifender Empathie. Dazu ein guter Spruch, den ich aus meiner Kindheit mitgebracht und mir sehr hinter die Ohren geschrieben habe. Er lautet: Du kannst den Leuten nur vor den Kopf gucken.</p><p>Kurz darauf wartete vor uns ein Typ in einem Cabriolet auf Grün. Ich hab ihm sofort vor den Kopf geguckt: Ein alter weißer Mann, im Kennzeichen GQ (Gentlemans Quarterly, sein Ernst?), schlimme Brille, selbstgefälliger Blick, uff, der findet sich bestimmt richtig geil – und ich ihn richtig scheiße. Dann reaktivierten wir unser Spiel und stellten uns vor, was bei ihm hinter dem Kopf sein könnte. GQ könnte ja auch für Gerda Quadflieg stehen, seine Oma, die ihm den Feminismus und Gute-Bratkartoffeln-Machen beigebracht hat. Vielleicht ist der Typ nur mit dem Auto unterwegs, um es einer Familie zu schenken, deren Wohnung abgebrannt ist. Vielleicht ist seine Frau krank und er pflegt sie und hatte nach vielen anstrengenden Tagen und Nächten endlich mal zehn Minuten für sich und da muss er ja nun wirklich kein Top stricken, nur weil ich das besser fände.</p><p>Apropos ich. Wer mir vor den Kopf guckt, hält mich meistens für eine gut gelaunte Frau, die schlagfertig das Leben am Kragen packt und alles aus ihm rauslebt, was geht. Die alles hinkriegt und immer viel schafft. Das stimmt sogar manchmal beim Reingucken. Aber es stimmt auch, dass ich schon immer eher ängstlich war. Wenn ich mir was ausgemalt habe, dann gern in dunklen Tönen, und als ich mal irgendein Buch aus dem Regal zog und mein damals Kleinkind-Sohn rief “Das hat ein schlimmes Ende”, fühlte ich mich sehr verwandt. Uns als dann mein Burnout kam, hat die Angst eine Flasche Sekt auf- und sich so richtig schön breitgemacht.</p><p>Seitdem ist es mal besser und mal schlechter, und gerade ist es schlechter. Das kann ich nur schwer schreiben, weil ich am liebsten Geschichten erzähle, wenn ich bis zu den Knien im Happy End stehe. Aber gerade ist es wackelig, ich schlafe schlecht, ich kann manchmal gar nicht essen (und nein, wegen Angst abzunehmen ist NICHT praktisch, auch wenn das wirklich mal jemand zu mir gesagt hat) und meine Gedanken, die ich eigentlich so mag, weil sie sich alles vorstellen können, können sich in diesen Phasen so viel Alles vorstellen, dass sie klingen wie eine 33er Schallplatte auf 45. Der Alltag wird anstrengender, wenn die Platte auf 45 läuft. Dann sehe ich vielleicht vorm Kopf aus wie immer, aber dahinter sind drei Stangen Spargel und ein Cabriolet.</p><p>Was ich damit sagen will: Du kannst den Leuten nur vor den Kopf gucken und wenn wir das alle häufiger mal gedanklich durchspielen, verteilen wir schon mal ganz schön viel Wohlwollen in der Welt – was sie für alle besser macht als geölte Schubladen. Und für die nächste Stufe der Wohlwollen-Rakete könnten wir versuchen, uns zu erzählen, wie es hinter unseren Köpfen aussieht, dann fühlen sich viele, z.B. ich, nicht mehr so allein.</p><p></p><hr aria-hidden="true"/><p>Der Newsletter hat dir gefallen? Ich freue mich, wenn du mir einen <a href="https://ko-fi.com/nocialmediaupdate">ko-fi spendier</a>st. Den trinke ich dann ab 16 Uhr koffeinfrei. Oder du kaufst in <a href="https://ko-fi.com/shop/settings?src=sidemenu&amp;productType=0">meinem ko-fi-shop</a> ein, da gibt es Sticker und Karten.</p><a href="https://ko-fi.com/nocialmediaupdate"><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/12bfd5ec-5510-48a4-bbb1-449a307e7fd4/uploads/images/w6y72tb33f/Bild_5.jpeg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/></a><p></p><p></p>]]></content:encoded>
      <media:content type="image/jpeg" url="https://assets.steadyhq.com/production/post/12bfd5ec-5510-48a4-bbb1-449a307e7fd4/teaser_image/1753187842?auto=format&amp;h=787&amp;w=1400&amp;fit=fill&amp;crop=faces&amp;fm=jpg" medium="image"/>
      <link>https://steady.page/8af3fc23-de1c-4fd0-b6af-557aa7a6329a/posts/12bfd5ec-5510-48a4-bbb1-449a307e7fd4</link>
      <guid isPermaLink="false">12bfd5ec-5510-48a4-bbb1-449a307e7fd4</guid>
      <pubDate>Tue, 22 Jul 2025 12:37:22 +0000</pubDate>
    </item>
    <item>
      <title><![CDATA[Ich habe abgebrochen,]]></title>
      <description><![CDATA[und ich bin lesewise verzweifelt. Ich habe so viele Bücher angefangen und nicht fertig gelesen. Aber vielleicht liegt es auch daran, dass ich gerade so eine unangenehme .]]></description>
      <content:encoded><![CDATA[<p>und ich bin lesewise verzweifelt. Ich habe so viele Bücher angefangen und nicht fertig gelesen. Der Stich der Biene, Märtyrer und Good Girl zum Beispiel. Das erste, weil plötzlich die Satzzeichen fehlten, das zweite, weil es so verhackstückelt war, das dritte, weil Bücher, in denen junge Frauen unglücklich bis demütig in ältere Männer verliebt sind, mich immer wütender machen. Aber vielleicht liegt es auch daran, dass ich gerade so eine unangenehme Mischung aus kaputt und hektisch bin. Hoffentlich geht es dir richtig gut. Mögest du gut auf dich aufpassen und deinen Personal Earth Day nie erreichen (siehe Kolumne).</p><p>Liebe Grüße</p><p>Rike</p><p></p><p></p><h3>Gelesen: Die kleinen Königinnen von Clémentine Beauvais und Magali Le Huche</h3><a href="https://codobuch.buchkatalog.de/die-kleinen-koeniginnen-9783956404610"><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/908544f4-4da6-4866-a692-b3909d0087fd/uploads/images/4hmfw7ej3s/Bild_19.jpeg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/></a><p>Dass du gleich Bescheid weißt: Dieses Buch ist eins meiner Lieblingsbücher des Jahres und sollte feministische Standardliteratur für alle Mädchen ab 10 sein.</p><p>Es beginnt damit, dass ein Typ die “Wurst des Jahres” kürt, genauer genommen die Würste, denn er bestimmt einfach die drei “hässlichsten” Mädchen der Schule in den Kategorien Gold, Silber und Bronze. Mireille, Astrid und Hakima wird diese eklige Ehre zuteil, und sie finden das natürlich alle drei demütigend, ungerecht und scheisse. Aber sie tun sich zusammen und drehen die Machtverhältnisse lässigst um. Weil alle drei aus verschiedenen Gründen am Nationalfeiertag nach Paris wollen, um die Gartenparty im Pariser Élysée-Palast zu crashen, machen sie sich mit Fahrrad auf den Weg dorthin. Mit dabei haben sie einen Anhänger, aus dem sie an den einzelnen Stationen – knickknack – Würstchen verkaufen.</p><p>Bis sie in Paris ankommen, sind sie zu echten und Social Media Stars geworden – und wir haben einen wilden Roadmovie gelesen, in dem Themen wie Schönheit, Familie, Außenseiter*innentum, Liebe, Freundschaft und Social Media so echt und selbstbewusst vorkommen, wie ich sie meiner Tochter hinter die Ohren schreiben will. Es geht um Mireilles, Astrids und Hakimas spannenden, arschcoolen und trotzdem glaubwürdigen Umgang damit, dass irgendein Typ meint, bestimmen zu können, was Schönheit ist. Pustekuchen, sag ich mal, denn am Ende ist er so unwichtig, dass ich jetzt schon seinen Namen vergessen habe.</p><p>Der Comic basiert auf dem preisgekrönten Roman “Die Königinnen der Würstchen” von Clémentine Beauvais und wurde von Magali Le Huche zu diesem Meisterwerk gemacht. Ich sags zur Sicherheit nochmal: Feministische Standardliteratur für alle, besonders Mädchen ab 10. Kaufen, Schenken, Leihen, Empowern, let’s go.</p><p>Die kleinen Königinnen von Clémentine Beauvais und Magali Le Huche. Erschienen bei Reprodukt. 29 €.</p><p></p><p></p><h3>Gelesen: Der Hahn erläutert unentwegt der Henne wie man Eier legt von Ella Carina Werner und Juliane Pieper</h3><a href="https://codobuch.buchkatalog.de/der-hahn-erlaeutert-unentwegt-der-henne-wie-man-eier-legt-9783956146251"><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/908544f4-4da6-4866-a692-b3909d0087fd/uploads/images/w6rrwijwre/Bild_20.jpeg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/></a><p>Bei lustigen Tiergedichten sind mir bisher immer Heinz Erhardt oder andere Männer eingefallen - und ich beisse vor Freude in meine feministische Faust, dass ich ab jetzt zuerst an Ella Carina Werner und Juliane Pieper denken kann. Die von ersterer geschriebenen und von zweiterer illustrierten Gedichte handeln zum Beispiel von Rente, Menstruation, Mansplaining, Schönheitsidealen oder Sex, und obwohl diese Themen aus weiblicher Sicht meistens eher frustrierend sind, sind sie hier trotzdem zum Brüllen komisch. Diese kurze, trockene Gedichtform eignen sich perfekt für Botschaften ala “In der Küche zeigt die Schabe ihre hausfrauliche Gabe und kocht mit mütterlicher Güte Yumyum-Nudeln aus der Tüte”. Und auch sonst wird es garstig, zynisch, schräg, bumsig, und zwar so superst, dass ich verstehen kann, warum mir dieses Buch so häufig empfohlen wurde (Danke an alle für den Tipp).</p><p>Der Hahn erläutert unentwegt der Henne wie man Eier legt von Ella Carina Werner und Juliane Pieper. Erschienen bei Kunstmann. 22€</p><p></p><h3>Gelesen: Als die Welt uns gehörte von Liz Kessler</h3><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/908544f4-4da6-4866-a692-b3909d0087fd/uploads/images/bmomldgxnf/Bild_21.jpeg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><p>“Mama, ich weiß gar nicht, wie es ist, im Krieg zu leben.” Diesen Satz meiner Tochter fand ich erstmal sehr gut, weil er sagt, dass wir hier gerade Frieden haben. Aber das war nicht immer so und ist sowieso nicht überall so. Deshalb habe ich ihr dieses Buch besorgt – und erstmal selbst gelesen. Weil der Tobak wichtig ist, aber auch ganz schön hart.</p><p>Es geht um Elsa, Leo und Max, die Anfang der 1930er in Wien Leos neunten Geburtstag feiern. Mit Leos Vater fahren sie das Riesenrad auf dem Prater, und der macht ein Foto von diesem Glücksmoment der drei Kinder. Ab diesem für das Buch zentralen Moment geht es nur noch runter. Zumindest für zwei der drei Kinder, denn sie sind jüdisch. Immer aus der Perspektive der Kinder erfahren wir, was passiert, hier die Kurzfassung:</p><p>Leos Vater wird ins Konzentrationslager deportiert. Leo und seine Mutter schaffen es, nach England zu fliehen. Das Foto hat er immer bei sich.</p><p>Elsa flüchtet mit ihrer Familie nach Prag, bis sie dort erst enteignet und dann nach Auschwitz deportiert wird. Sie näht das Foto in ihre Kleidung, weil sie für diesen unerlaubten Besitz getötet werden könnte.</p><p>In Auschwitz befindet sich auch Max, allerdings auf der Seite der Täter. Sein Vater ist ein hohes Nazi-Tier und nimmt seinen ideologisch umgedrehten Sohn mit zur “Arbeit”, wo er seinen ersten Juden erschießen soll. Max hat das Foto vor den Augen seines Vaters verbrannt, zusammen mit den Briefen, die Leo ihm geschrieben hat (ungelesen).</p><p>Jedes Jahr von 1936 bis 1944 wird aus Sicht der Kinder erzählt. Die politische Lage, die sich immer noch steigernden Abscheulichkeiten der Nazis, der Umgang der drei Familien damit, es ist alles kaum auszuhalten. Aber auch wenn dies ein Roman ist, wissen wir, dass es so und so ähnlich passiert und Teil unserer Geschichte ist, der sich nicht wiederholen darf. Bei aller Grausamkeit: Nicht lesen und nicht reden ist keine Option. Also bitte lesen und reden.</p><p>Als die Welt uns gehörte von Liz Kessler. Erschienen bei Fischer Sauerländer. 10 €</p><p></p><p></p><h3>Gesehen: Extraordinary auf Disney+</h3><p>In dieser Serie haben alle ab 18 eine Superkraft. Manche können ganz klassisch fliegen, sind superstark oder durch Wände gehen, aber es gibt auch die, die mit Anfassen für einen Orgasmus sorgen oder sich in Computer hacken können (leider ohne technisches Fachwissen). Meine Lieblingskraft, für die sich die Serie schon lohnt: In der Gegenwart einer Zahnärztin spielt sich für die Leute automatisch der passende Soundtrack ab.</p><a href="https://youtube.com/shorts/EyvvfdefIUE?si=t5dJRiV1Y9ivGQ__">https://youtube.com/shorts/EyvvfdefIUE?si=t5dJRiV1Y9ivGQ__</a><p>Die Hauptfigur Jen hat als einzige keine Superkraft. Sie wohnt mit Carrie und Kash zusammen, jobbt in einem Verkleidungsladen, streitet sich mit Mutter und Schwester und spricht über Carrie, die Verstorbene channeln kann, mit ihrem verstorbenen Vater. Sie nimmt eine Katze von der Straße mit nach Hause, die ein Mensch ist (Superkraft), nennt sie Jizzlord und die beiden verlieben sich (es ist kompliziert).</p><p>Jen versucht, ihre Superkraft zu finden oder zu aktivieren, und da- und nebenbei passiert sehr viel Schräges und Lustiges. Ich habe die zwei Staffeln (bis auf zwei Geht-so-Folgen) sehr geliebt und der Cliffhanger am Ende der zweiten Staffel war so hart, dass ich gleich gegoogelt habe, wann die dritte kommt: Gar nicht. Abgesetzt. WHAT?!?!?!? Ist die Superkraft der Verantwortlichen, falsche Entscheidungen zu treffen? Ich bin fassungslos und denke immer noch jeden Tag einmal an die Serie und tröste mich mit dem Soundtrack, den ich an dieser Stelle auch gleich empfehlen möchte:</p><a href="https://open.spotify.com/playlist/1iL8lkDrgGtmCREgdqrDkC?si=5dc9bbbd30e4466d">https://open.spotify.com/playlist/1iL8lkDrgGtmCREgdqrDkC?si=5dc9bbbd30e4466d</a><p></p><p></p><h3>Gehandarbeitet: Glasfaserkabelblumenstülper.</h3><p>Erinnerst du dich noch, dass früher Leute Klopapier im Auto hatten? So sonderbar. Und warum zur Hölle haben sie für das Klopapier Puppen gehäkelt, unter deren Rock das Klopapier versteckt, um die Puppen dann wiederum so auf der Hutablage zu drapieren, dass alle sie sehen konnten und alle wussten, was sich darunter verbirgt? Vielleicht, weil es schön ist, dachte ich mir und habe für die Glasfaserkabel, die gerade überall aus dem Boden gucken, kleine Blumen gehäkelt/gestrickt und sie drübergestülpt. Guck:</p><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/908544f4-4da6-4866-a692-b3909d0087fd/uploads/images/vdys3swz22/IMG_0401.jpeg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><p></p><p></p><h3>Basteltipp: Klarsteller</h3><p>Bei uns wohnt jemand, dem ist egal, was sich unter der Ablage befindet, auf die er sein dreckiges Geschirr stellt (Tipp: es reimt sich auf SPÜLMASCHINE). Der Kühlschrank ist eine All-You-Can-Minibar und wenn nichts Verzehrfertiges drin ist, wird verächtlich geseufzt. Natürlich habe ich schon tausendmal gesagt, dass das hier kein Hotel ist und zur Abwechslung ein Schild gebastelt.</p><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/908544f4-4da6-4866-a692-b3909d0087fd/uploads/images/e3podjd2sn/IMG_0554.jpeg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><p></p><hr/><p>Kolumne</p><h3><strong>My Personal Earth Day ist spätestens Donnerstag</strong></h3><p>Wir befinden uns in einer Action-Filiale in Neumünster. Dass das kein Concept Store in Hamburg-Eppendorf ist, zeigt sich auf vielfältige Weise. Die Regale sind zerwühlter und vollgestopfter, die Artikel kosten weniger und die meisten Leute schlendern nicht mit einem Cappuccino für 5€ und einem Lächeln durch den Laden, sondern rempeln sich mit versteinerter Miene durch. Der Ton, auch untereinander, ist eher rau und die Stimmung aufgeladen. Meine Tochter raunt mir zu, dass sie bitte sofort raus möchte. Ich kann sie verstehen. Was ist denn bitte mit den Leuten los?</p><p>Ich glaube, die Leute sind einfach völlig im Arsch. Ich kann mir gut vorstellen, dass sie richtig anstrengende Jobs haben, für die sie schlecht bezahlt und in denen sie, wie im restlichen Leben vielleicht auch, schlecht behandelt werden. Sie rackern sich einfach nur ab und rempeln sich durch. Es wirkt auf mich, als könnten sie nicht auch noch Energie für Empathie aufbringen, und ich kann das verstehen. Das versuche ich meiner Tochter so wenig stereotyp, aber dafür so solidarisch wie möglich zu erklären. Ich erzähle ihr vom Bäcker in unserer Strasse, der ganz furchtbar müde aussieht, weil er ständig arbeitet und mir gerade noch erzählt hat, dass er drei Kindern und am Monatsende kein Geld hat, das er zurücklegen kann.</p><p>An den Bäcker und die Menschen bei Action denke ich jede Woche, sobald ich total im Arsch bin. Und, ja, wie privilegiert kann man sein? Ich so: Hold my Stanley Cup. Mein Bezahljob ist toll und flexibel, aber den mache ich auch, um mir das Büchermachen zu finanzieren, was mehr zermürbt als glücklich macht, trotzdem kann ich nicht aufhören, dann denke ich mir noch andere Sachen aus wie diesen Newsletter oder Bällebad-Schilder, meistens ohne zu merken, dass meine Energie bisschen leer geht – und dann haben die Kinder ja auch noch Leben, die organisiert werden und Launen, die ausgehalten werden wollen. Plus halt der normale Alltag mit Einkaufen, Kochen, Wäsche und so.</p><p>Montags bin ich meist total motiviert. Ich klatsche in die Hände, kümmere mich und liebe die Häkchen meiner langen To-do-Liste. Ich koche liebevoll, räume nachsichtig auf, lerne ein beliebiges Schulfach (erst allein und dann mit dem Kind), denke mir beruflich und privat Strategien aus und so weiter, nur noch viel mehr. Und dann fühlen sich die Dinge, die ich am Wochenanfang machen WILL, immer mehr an wie zu viele Dinge, die ich machen MUSS. Diese schleichende Prozess führt dazu, dass ich bereits Dienstag eher praktisch koche, Mittwochs fast ein bisschen gleichgültig – und ab Donnerstag würde ich am liebsten bestellen.</p><p>Es gibt ja den Earth Day, den Tag, an dem wir die natürlichen Ressourcen der Erde verbraucht haben (dieses Jahr war er am 22. April, aber zum Glück ist Umweltpolitik ja wieder Privatvergnügen der Grünen). Wenn ich den Earth Day auf meine menschlichen Ressourcen übertrage, dann ist mein Earth Day jede Woche also spätestens Donnerstag. Dann kann ich eigentlich nicht mehr. Dann will ich weniger und muss mehr. Dann bin ich gestresst, reagiere gereizt, und will in Ruhe gelassen werden. Dann streite ich mich viel wahrscheinlicher mit meinem Mann, weil wir beide so viel müssen, und es reicht anscheinend immer noch nicht und dann finden wir blöd, dass der andere/die andere nicht sieht, was wir alles gemacht haben, weil es viel war und anstrengend, verdammt. Spätestens Donnerstags kostet es mich Kraft, mich nicht durchzurempeln, und dabei bin ich eine Frau, der die Privilegien zu den Ohren rauskommen.</p><p>Da stellt sich mir mit hängenden Schultern die Frage, wann wohl ca. der persönliche Earth Day der Menschen aus der Action-Filiale ist. Verdammt, so viele sind kaputt und erschöpft, rackern sich ab und haben noch nie gehört, dass es genug ist, dass es reicht. Aber das tut es. Ich will nicht die, denen es schlechter geht, mit liberalem Selbst-Schuld-Blick als Antibeispiel nehmen und die, denen es besser geht, als Motivation, noch krasser zu performen. Spätkapitalismus ist scheiße! Ich weiß, es ist komplizierter, aber wo ich schon die Keule schwinge, gleich noch drei große Fragen hinterher: Warum sind wenige so ekelhaft superreich? Warum leben viele Menschen in diesem Land unter der Armutsgrenze? Warum machen wir das mit?</p><p>Die Soziologin Eva Illouz sagt <a href="https://www.zeit.de/2025/22/eva-illouz-gefuehle-emotionen-liebe-soziologie">“Was mich als Europäerin beunruhigt, ist, dass das Modell der Solidarität, das wir durch den Wohlfahrtsstaat aufgebaut haben, vielleicht zu Ende geht oder zumindest eine schwere Krise durchläuft.”</a></p><p>Ich bin auch beunruhigt. In dieser Welt kochen wir meistens müde unser eigenes Süppchen (oder bestellen es ab Donnerstag, wenn sie das Geld haben) und fangen irgendwann völlig fertig das Rempeln an, dabei sollten wir uns einhaken, uns gegenseitig unterstützen, wohlwollend miteinander sein und gemeinsam fragen, was der Scheiss soll.</p><p></p><p></p><hr aria-hidden="true"/><p>Der Newsletter hat dir gefallen? Ich freue mich, wenn du mir einen <a href="https://ko-fi.com/nocialmediaupdate">ko-fi spendier</a>st. Den trinke ich dann ab 16 Uhr koffeinfrei. Oder du kaufst in <a href="https://ko-fi.com/shop/settings?src=sidemenu&amp;productType=0">meinem ko-fi-shop</a> ein, es gibt neue Sticker:</p><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/908544f4-4da6-4866-a692-b3909d0087fd/uploads/images/bm5u4t4yri/IMG_0657.jpeg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/>]]></content:encoded>
      <media:content type="image/jpeg" url="https://assets.steadyhq.com/production/post/908544f4-4da6-4866-a692-b3909d0087fd/teaser_image/1749814617?auto=format&amp;h=787&amp;w=1400&amp;fit=fill&amp;crop=faces&amp;fm=jpg" medium="image"/>
      <link>https://steady.page/8af3fc23-de1c-4fd0-b6af-557aa7a6329a/posts/908544f4-4da6-4866-a692-b3909d0087fd</link>
      <guid isPermaLink="false">908544f4-4da6-4866-a692-b3909d0087fd</guid>
      <pubDate>Fri, 13 Jun 2025 11:36:57 +0000</pubDate>
    </item>
    <item>
      <title><![CDATA[Wo ein Uff ist, ist immer auch Tataaa,]]></title>
      <description><![CDATA[mit diesen deepen, aber auch motivierenden Worten begrüße ich dich zu meinem fünften Newsletter. Ich hoffe, dir geht’s gut und die letzten Wochen waren bei dir mehr…]]></description>
      <content:encoded><![CDATA[<p>mit diesen deepen, aber auch motivierenden Worten begrüße ich dich zu meinem fünften Newsletter. Ich hoffe, dir geht’s gut und die letzten Wochen waren bei dir mehr Tataaa als Uff. Mein persönlicher Tiefpunkt der letzten Wochen war, als ich mich kurz gefreut habe, dass Friedrich Merz doch Kanzler geworden ist. Aber es war auch schön und lustig und das erfährst du jetzt.</p><p>Liebe Grüße</p><p>Rike</p><p></p><hr aria-hidden="true"/><h3>Gelesen: Wildhof von Eva Strasser</h3><a href="https://codobuch.buchkatalog.de/wildhof-9783803133731"><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/53e3c380-5e10-4a5b-9c3e-c4a8fa26eeca/uploads/images/atovh5p235/Bild.jpeg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/></a><p>Wenn ich in Buchläden gehe, in die ich sonst nicht gehe, frage ich dort meistens: Welches Buch soll ich unbedingt lesen? Das Hergezeigte kaufe ich dann und kann damit nicht nur alles über das Buch herausfinden, sondern auch, ob ich weiterhin sonst nicht in diesen Laden gehen sollte. Sondern zu Cohen + Dobernigg, wo besonders Daniela gruselig genau weiß, welches Buch ich unbedingt lesen sollte. John aber auch, der drückte mir Wildhof in die Hand und erzählte mir die Handlung so, dass ich in Gedanken “Aber jetzt weiss ich ja schon alles!” rief, aber natürlich wusste ich einen Scheiß, außer dass John grandios viel Handlung erzählen kann ohne das kleinste Bisschen zu spoilern. Ich versuche es auch mal:</p><p>Lina muss nach Wildhof zurück, um das Haus ihrer verstorbenen Eltern zu verkaufen. Schnell wird klar, dass der Tod der Eltern nicht das einzige Drama ist, das sich in ihrem Leben ereignet hat. Sie trifft ihre alten Freund*innen wieder und ihre gemeinsame Vergangenheit macht es für alle gleichzeitig einfach und kompliziert. Es gibt überbordende Natur- und Phantasiebeschreibungen, aber nicht so pilchermäßig wie in “Der Gesang der Flusskrebse” (literarischer Doppeldiss ✔), sondern sie sind rauh und tief und voll. Lina ist eine schräge Person, manchmal verhängnisvoll wütend, mit einem zynischen Humor ausgestattet und absolut unnahbar. Zum Glück sehe ich im Buch nicht nur ihr hartes, zynisches, humorvolles Außen, sondern lese auch auch ihr verschlossenes, zerstörtes Inneres. Es legt sich ihre Einsamkeit über mich wie ein feuchter, modrig riechender Mantel und gleichzeitig entsteht eine innige Nähe, ich genieße die Zeit mit ihr und fühle beim ziemlich dramatischen Ende so mit, dass ich laut schluchze und Lina in Gedanken so umarme, dass sie mir, wäre sie eine echte Person, etwas irritiert den Rücken geklopft hätte.</p><p>Ich empfehle dir dieses Buch. Und wenn es dir gefällt, empfehle ich dir, danach zu <a href="https://codobuch.buchkatalog.de/">Cohen + Dobernigg</a> zu gehen und zu fragen, was du als nächstes lesen sollst.</p><p>Wildheim von Eva Strasser. Erschienen bei Wagenbach. 22 € 🌲🍃🦋◾️</p><p></p><hr aria-hidden="true"/><h3>Gelesen: Akissi in Paris von Abouet und Sapin</h3><figure><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/53e3c380-5e10-4a5b-9c3e-c4a8fa26eeca/uploads/images/pyztut4lg2/Bild_3.jpeg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><figcaption>Aussagekräftiger als das googlebare Cover.</figcaption></figure><p>“Das hat sie nicht wirklich gesagt/gemacht/gegessen/etcpp!” Das ist bei uns nach gackerndem Gelächter und großer Liebe für Akissi die häufigste Reaktion beim Lesen. Akissi, die die letzten fünf Bände (Bitte alle lesen!) mit ihrer Familie und ihren Freund*innen in Elfenbeinküste gelebt hat, ist mit ihrem Bruder Fofana nach Paris gekommen. Dort lebt sie beim Großonkel Papi und versteht herzallerliebst unvoreingenommen die Großstadtwelt nicht. So freundet sich Akissi mit dem Obdachlosen Emile an, aber nicht mit den vermeintlich Coolen ihrer Schule. Sie brüllt in der Bibliothek, kriegt Durchfall vom Schulessen und Heimweh und vieles mehr.</p><p>Als das Buch also in voller Fahrt durch Paris prescht und ich unbedingt wissen will, wie es mit April und Lexikon und natürlich Akissi weitergeht, ist es etwas plötzlich vorbei. Aber zum Glück steht auf dem Cover eine 1, was bedeutet, dass ich mich auf die 2 freuen kann.</p><p>Akissi von Marguerite Abouet und Mathieu Sapin. Erschienen bei Reproduktion. 18 €. Danke für das Rezensionsexemplar 💛</p><p></p><hr aria-hidden="true"/><h3>Gelesen: Der süßeste Bruder der Welt … und andere Irrtümer von Elin Lindell</h3><a href="https://codobuch.buchkatalog.de/der-suesseste-bruder-der-welt-und-andere-irrtuemer-9783954703135"><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/53e3c380-5e10-4a5b-9c3e-c4a8fa26eeca/uploads/images/vseua5dj3w/Bild_4.jpeg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/></a><p>Hinten auf dem Buch steht &quot;DER WITZIGSTE PATCHWORK-COMIC DER WELT (UND DAS IST BESTIMMT KEIN IRRTUM)” und ich sag mal so: DAS IST BESTIMMT KEIN IRRTUM.</p><p>Dani und ihre Mama Sofia leben zu Zweit. Dani wünscht sich ganz unbedingt ein süsses kleines Geschwisterchen und flippt deshalb ziemlich aus, als Sofia einen Freund hat - weil der einen Sohn hat. Der Sohn wiederum hat allerdings eher Akne als Milchschorf, und er mag auch lieber in Ruhe gelassen als rumgetragen werden, damit seine Schultern mit dem Mundwinkeln um die Wette hängen können. Bis hier schon mal ein Superplot. Aber es geht umzugsbedingt zusätzlich noch um Freundschaft und doch nicht Freundschaft, Liebe und doch nicht Liebe, Verwandtschaft und doch nicht Verwandtschaft, und zwar überraschend, spannend und besonders lustig erzählt. Die Situationen sind zum Brüllen komisch beschrieben, die Dialoge machen einen Riesenspaß und das Buch hat die Nils-Holgersson-Plakette für das beste schwedische Kinderbuch bekommen. UND DAS IST BESTIMMT KEIN IRRTUM.</p><p>Der süßeste Bruder der Welt … und andere Irrtümer von Elin Lindell. Erschienen bei Klett Kinderbuch. 16 € 👶🤳</p><p></p><hr aria-hidden="true"/><h3>Gebastelt: Gutschein-Porree</h3><figure><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/53e3c380-5e10-4a5b-9c3e-c4a8fa26eeca/uploads/images/xxj4gpwfyu/IMG_0337.jpeg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><figcaption>Bitte der schenkenden Person unbedingt vorher sagen, wie das Gemüse heißt. Sonst könnte es passieren, dass eine ganze Kindergeburtstagsgesellschaft das hier für Chicorée hält.</figcaption></figure><p>Geschenkidee Kind: Ein Gutschein von einem dieser überteuerten internationalen Süssigkeitenläden</p><p>Geschenkverpackungsidee Mutter: Ein frecher Porree</p><p>Dafür brauchst du: 1 Gutschein, 1 Porree, 2 Wackelaugen, rotes Papier, Tesa, Stift</p><ol><li><p>Gutschein ausdrucken, in Folie verpacken und klitzeklein falten</p></li><li><p>Kleines Fach in den Porree ritzen und den Gutschein reinstopfen</p></li><li><p>Aus dem roten Papier eine Zunge schneiden, HIER ZIEHEN draufschreiben und mit Tesa an den Gutschein kleben</p></li><li><p>Wackelaugen so auf den Porree kleben, dass er voll süss aussieht</p></li><li><p>Hihihi sagen und dem Kind mit zur Party geben</p></li></ol><p></p><hr aria-hidden="true"/><h3>Ganz vergessen: Mein Lieblingsschild im Urlaub</h3><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/53e3c380-5e10-4a5b-9c3e-c4a8fa26eeca/uploads/images/dit3oqzhla/IMG_9949.jpeg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><p>Mein letzter Augenstern mit Kopfkino war dieses Schild hier, natürlich wegen der gelben Hauptperson Energetic Roswitha 💛. Kopfkino-Fragestunde: Was ist so Energetic an Roswitha? Ist ihr Business streng geheim? Oder ist sie so bekannt, dass sie nicht dazuschreiben muss, was sie macht? Warum hat sie dann ein Schild? Oder gibt es kein passendes Icon für Ihre Tätigkeit? Und was ist mit den zwei freien grünen Flächen auf dem Schild? Hat dort etwa Roswithas ihre kompetitive Energy entfaltet? Kann sie mit purer Gedankenkraft ihre Konkurrent*innen erst verblassen und dann sogar verschwinden lassen?</p><p><em>*düstere Musik</em>*</p><p></p><hr aria-hidden="true"/><h3>Gesehen: The Four Seasons auf Netflix</h3><a href="https://www.youtube.com/watch?v=WKTwtIL4xyk">https://www.youtube.com/watch?v=WKTwtIL4xyk</a><p>“Wollen wir gucken? Das ist sowas wie White Lotus, nur in lustig.” So hat mein Mann mir The Four Seasons vorgestellt und ich muss gleich vorweg sagen: White Lotus, besonders die erste Staffel, ist nach meinem Geschmack viel besser.</p><p>In The Four Seasons verreisen drei Paare in jeder Jahreszeit, allerdings ab Sommer in veränderter Konstellation, weil sich Nick nach Jahrzehnten von seiner Frau trennt und ab da seine neue, junge Freundin mitbringt. Die anderen Paare sind noch zusammen, pfeifen aber nach ewiger Beziehung hin und wieder aus den letzten Loch. Alle nerven. Die neue Freundin ist so quirlig und vegan, der getrennte Mann unangenehm berufsjugendlich. Beim anderen Hetereopaar ist Sie ein giftiger Kontrollfreak und Er ein handlungsunfähiger Trottel. Und beim dritten Paar will Er1 trotz Herz-OP Freiheit mit Drogen und fühlt sich kontrolliert von Ihm2, der in einem Cartoon eine völlig übergeschnappte Fee wäre. Aber auch: Die neue Freundin ist so offen und aufgeschlossen und der Getrennte so glücklich wie noch nie. Beim Heteropaar ist Sie schlagfertig und hat organisiert wie eine Göttin und er gibt das meiste, um die Liebe am Laufen zu halten. Und beim dritten Paar ist Er1 der, mit dem ich am allerliebsten befreundet wäre und Er2 liebt mit seiner Drüberliebe eben auch die Menschen um ihn herum. Und genau deshalb mochte ich die Serie: Niemand war Buhmann oder -frau, sondern alle einfach Menschen um die 50 mit verschiedenen Päckchen, die sich in all den Jahren angesammelt haben. Und während White Lotus ja ist wie eine sehr künstlerische Version von Frauentausch, nach der ich dankbar bin, nicht reich zu sein, war The Four Seasons eher wie ein Reality-Check für Paare in unserem Alter. Das Ergebnis: Wir finden die Serie und uns immer noch gut. Puh!</p><p></p><hr aria-hidden="true"/><h3>Geputzt: Stolpersteine</h3><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/53e3c380-5e10-4a5b-9c3e-c4a8fa26eeca/uploads/images/qcvtg4tt3x/IMG_0298.jpeg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><p>Am 7. Mai, einen Tag vor dem 80. Jahrestag der Befreiung (!), haben meine Tochter und ich Stolpersteine geputzt. Wir haben <a href="https://www.stolpersteine-hamburg.de/?MAIN_ID=36">die App runtergeladen</a> und die Biografien der Menschen gelesen, die entrechtet, deportiert und getötet wurden. Ja, die Lebensgeschichten sind krass, aber wenn es für andere nicht zu krass ist, diese Grausamkeiten erleben zu müssen, kann es für meine Kinder auch nicht zu krass sein, davon zu hören. Es war traurig und schockierend, aber auch schön und Alltag, wir haben auch darüber geredet, dass wir noch zu Penny müssen und diskutiert, wer schrubbt und wer poliert und es war ganz selbstverständlich, sich verantwortungsvoll an eine Zeit zu erinnern, die es nie wieder geben darf.</p><p></p><hr/><p>Kolumne</p><h3>Die Post-Instagram Ent-Entrüstung</h3><p>In meiner Hood gibt es eine Baulücke. Seit mehr als 10 Jahren klafft sie dort. Neben der Lücke steht zwar ein Haus, aber leer. Jetzt ist es so, dass wir nicht in der Gemeinde Hartmannsdorf in Thüringen wohnen, die 2022 eine Leerstandsquote von etwa 43% hatte, sondern mitten in Hamburg. Und da kann man sich schon mal fragen, was das eigentlich soll.</p><p>Genau das habe ich gemacht und bin dabei auf ein Plakat gekommen, das sich erstaunlich günstig drucken ließ und von einer mir völlig unbekannten Person 🤪 nachts an den Zaun gedengelt wurde:</p><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/53e3c380-5e10-4a5b-9c3e-c4a8fa26eeca/uploads/images/7fe7m3vuvi/IMG_0234.jpeg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><p>Ich fand die Idee subversiv und lustig und hatte natürlich den kühnen Traum, dass die Baulücke ganz schnell ganz bunt und bällebadig aussieht. Aber bevor die ersten Bälle über den Zaun flogen, war das Plakat schon wieder weg.</p><p>Einen Tag zuvor beobachtete ich einen Typen mit Hund, der vor dem Plakat stehenblieb. Er schien aufgebracht, riss fast ein bisschen wild daran herum, versuchte, es abzureissen, das klappte nicht und er ging weiter. Das Plakat hing noch kurz und war dann wieder weg. Alles war wie vorher, aber auch nicht, und das liegt an Instagram bzw. kein Instagram.</p><p>Vor einem halben Jahr hätte ich nämlich sofort aufgebracht darüber gepostet, meine Follower*innen hätten mir eine ganz liebe Dopamin-Hühnersuppe gemacht und sich gemeinsam mit mir aufgeregt. Es wäre völlig klar, wer gut (ICH) und wer der Böse war (der Typ mit dem Hund). Aber ich habe Instagram ja gelöscht. Keine Entrüstung, keine Bestätigung - nur mein Kopf und ich. Es ist nun aber so, dass die Stimmung in meinem Kopf leider selten Bällebad ist, und mit meinen Gedanken allein zu sein fühlt sich häufig an wie im Wald zu joggen und einer Gruppe Männer zu begegnen, die schon von Weitem sowas wie “Eins, zwei, eins zwei, hähä” ruft. Für diese Neigung, in Katastrophen und Schubladen zu denken, hat mir Instagram immer den begeisterten WEITER SO-Daumen gezeigt, weil voll geil und lukrativ, wenn sich alles immer schön hochschaukelt. Ich schaukle mich lieber langsam aus und frage mich in meinem Ent-Entrüstungs-Gedankengang (hier ein Auszug) einfach immer wieder: Warum ist das Plakat weg?</p><ol><li><p>Weil der Mann mit dem Hund eine verschissene, schlechtmenschige Arschgeige ist.</p></li><li><p>Weil die Person, die das Plakat abgerissen hat, eine verschissene Arschgeige ist.</p></li><li><p>Weil die Person humorlos ist.</p></li><li><p>Weil die Person einen anderen Humor hat als ich.</p></li><li><p>Weil sie vielleicht dachte, dass das Plakat vom Eigentümer kam, einer Kita, da ist die Nähe zum Bällebad vielleicht missverständlich.</p></li><li><p>Weil es einfach Menschen gibt, die solche Aktionen bescheuert finden und warum sollten sie nicht einfach abreissen, was ich einfach aufhänge?</p></li></ol><p>Dass das klar ist: Seit ich kein Instagram mehr habe, finde ich noch immer die meisten Menschen doof und bin immer noch lieber mit denen zusammen, die das Plakat lustig finden. Aber ich kann mich häufig ruhiger in andere Leute denken (gilt niemals für Nazis und Klimaleugner) und das gefällt mir. Und ich like auch, dass mein Gedankengang nicht mehr von Ceviche-Fotos oder Videos von Leuten mit sehr weißen Zähnen unterbrochen wird, die ganz genau wissen, dass wir alle völlig falsch Situps machen.</p><hr/><p>Ende</p><p></p><figure><a href="https://ko-fi.com/nocialmediaupdate"><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/f43afde0-ee3f-4dcc-9460-bb7e77c74a3f/uploads/images/j3h54bddu3/kofi_symbol-2.png?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/></a><figcaption>Hier klicken zur Ko-fi-Spendage!</figcaption></figure><p>Wenn du mich unterstützen willst, kannst du mir einen<a href="https://ko-fi.com/nocialmediaupdate"> ko-fi </a>spendieren. Du kannst auch etwas <a href="https://ko-fi.com/nocialmediaupdate/shop">in meinem Shop</a> oder <a href="https://codobuch.buchkatalog.de/search?q=Rike+Drust">meine Bücher</a> kaufen – oder, wenn du ein Verlag bist, eines meiner drei fertigen Kinderbuchmanuskripte anfordern und verlegen. Und du kannst diesen Newsletter weiterempfehlen, sogar auf Instagram ❤️</p><p></p><p></p><p></p><p></p><p></p><p></p><p></p><p></p><p></p>]]></content:encoded>
      <media:content type="image/jpeg" url="https://assets.steadyhq.com/production/post/53e3c380-5e10-4a5b-9c3e-c4a8fa26eeca/teaser_image/1747140284?auto=format&amp;h=787&amp;w=1400&amp;fit=fill&amp;crop=faces&amp;fm=jpg" medium="image"/>
      <link>https://steady.page/8af3fc23-de1c-4fd0-b6af-557aa7a6329a/posts/53e3c380-5e10-4a5b-9c3e-c4a8fa26eeca</link>
      <guid isPermaLink="false">53e3c380-5e10-4a5b-9c3e-c4a8fa26eeca</guid>
      <pubDate>Tue, 13 May 2025 12:44:44 +0000</pubDate>
    </item>
    <item>
      <title><![CDATA[Leider keine Grüße aus dem All,]]></title>
      <description><![CDATA[obwohl ich mich fast täglich ganz weit weg wünsche (das Kind hat jetzt alle Influenza-Buchstaben durchgekrankt, Politik, Gelenkschmerzen). Aber wenn das Geld sowie die…]]></description>
      <content:encoded><![CDATA[<p>obwohl ich mich fast täglich ganz weit weg wünsche (das Kind hat jetzt alle Influenza-Buchstaben durchgekrankt, Politik, Gelenkschmerzen). Aber wenn das Geld sowie die Fähigkeit fehlt, auf die Menschheit und das Klima zu scheissen, kann ich auch mit der Verlobten von Jeff Bezos keinen ‘feministischen’ Junggesellinnenabschied im All feiern. Auf meinem Junggesellinnenabschied haben wir die Schwerelosigkeit übrigens nicht durch maximalen CO2-Ausstoss erreicht, sondern mit der U3 und evtl. viel Bier. Meinem Nocial Media Update #4 sind Menschen nicht egal. Ich fänd schön, wenn dir die Rezensionen gefallen, du lustig findest, was ich lustig finde und magst, dass hier bis zur Kolumne die Good-Vibes-Only-Fahne flattert. Danach rege ich mich kurz über Leute auf, die offene Briefe schreiben, aber mit konstruktivem Ende. Weil Aufgeben oder blanke Wut ja auch keine Lösung ist. Hab es gut!</p><p>Deine Rike</p><p></p><hr aria-hidden="true"/><h3>Gelesen: Low von Reinhard Kleist</h3><a href="https://codobuch.buchkatalog.de/low-9783551793638"><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/a8289179-ff48-4f32-bbeb-99951041f21c/uploads/images/jjxohw5uki/Bild.jpeg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/></a><p>Weil ich viel zu jung ‘Wir Kinder vom Bahnhof Zoo’ sehen durfte, hatte ich sehr lange sehr große Angst vor David Bowie. Er wirkte für mich wie der personifizierte Abgrund. Wenn du so guckst wie der, willst du alles, während dir gleichzeitig alles egal ist. Genau mit diesem Blick gucken sich Christiane F. und David Bowie an. Und genau in dieser Phase (sogar mit genau dieser Filmszene) findet diese Graphic Novel statt. David Bowie ist nach Berlin gezogen, um seine Drogensucht in den Griff zu kriegen und sich zu sortieren. Andere suchen sich dafür eher Orte aus, an denen es schwierig ist an Drogen zu kommen und einfacher, den Kopf freizukriegen, aber gut. Bowie wohnt mit Iggy Pop zusammen und nimmt in den Hansa Studios Musik seine Berlin-Alben auf. Er kokst und feiert, aber hey, er fährt mit dem Fahrrad ins Studio und vielleicht hat ihm schon jemand das deutsche Konzept des Stoßlüftens nähergebracht. Doch als Visionär, der er ist, macht Berlin was mit ihm.</p><p>Jetzt gibt es ja verschiedene Möglichkeiten, die Zeit von Bowie in Berlin mitzuerleben.</p><ol><li><p>Wir lesen ein Sachbuch (“Bowie befindet sich an einem Wendepunkt. Seine künstlerische Freiheit kämpft mit den Dämonen seiner Identität.” Würg)</p></li><li><p>Wir schauen eine Doku mit demselben Text, die kommt aber als Schlaumeierstimme aus dem Off und dazu stellen Schauspieler*innen die Szenen so authentisch nach wie einen Tankstellenüberfall in Aktenzeichen XY.</p></li><li><p>Wir lesen diese Graphic Novel. Noch dabeier wäre nur Zeitreise. Wir lesen frei mit, wie Bowie Drogen nimmt, phantasiert, Fahrrad fährt, Musik aufnimmt, sich mit seiner Ex-Frau streitet, ein Star ist, nicht nur in den Abgrund guckt, sondern kopfüber hineinspringt und dabei allen seinen Kunstfiguren begegnet.</p></li></ol><p>Ich wähle Nummer 3 und empfehle das allen anderen auch.</p><p>Low von Reinhard Kleist. Erschienen bei Carlsen. 25 € Danke für das Rezensionsexemplar ❤️💙🤍</p><hr aria-hidden="true"/><h3>Gelesen: Tokyo dieser Tage von Taiyo Matsumoto</h3><figure><a href="https://codobuch.buchkatalog.de/tokyo-dieser-tage-9783956404597"><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/a8289179-ff48-4f32-bbeb-99951041f21c/uploads/images/3o3ellt53f/Bild_1.jpeg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/></a><figcaption>Und die Cover der nächsten zwei Bände sind NOCH SCHÖNER 🥳</figcaption></figure><p>Der Buchrücken ist, wie hier zu sehen ist, auf der rechten Seite. Das heißt, die nächste Lesefahrt geht rückwärts. Es geht um den Mangaredakteur Kazuo Shiozawa, der nach 30 Jahren in der Branche holterdipolter seinen Job kündigt. Das Magazin, das er einst erfunden hat, wird eingestellt und er findet es deshalb nur logisch, aufzuhören. Dass es gar nicht so leicht ist, mit etwas aufzuhören, das man liebt, merkt er und merken wir: Shiozawa streift durch Tokyo und trifft Zeichner*innen und Redakteur*innen, um eigentlich Abschied zu nehmen, aber hat dann auch eine neue Idee.</p><p>Ich fand besonders an diesem Werk, dass ich, obwohl ich Shiozawas Zerrissenheit und inneren Kämpfe mit der Kunst so hart fühlen konnte, obwohl ich so tief in der Geschichte war und mich schon sehr auf die nächsten zwei Bände freue, immer einen respektvollen, japanischen Abstand zu allem gehalten habe. Allein schon für diese Stimmung hat sich das Lesen gelohnt. Und dann gibt ‘Tokiyo dieser Tage’ auch noch einen Einblick in das Tokiyo dieser Tage und erzählt in wunderbaren Zeichnungen und top verknüpftem Plot. Ich verneige mich dankbar und mit höflichem Abstand.</p><p>Tokiyo dieser Tage von Taiyo Matsumoto. Übersetzt von Daniel Büchner. Gelettert von Uli Oesterle. Erschienen bei Reprodukt. 20 € Danke für das Rezensionsexemplar 🏠🏚️🏢🐦</p><hr aria-hidden="true"/><h3>Gelesen: Sorry, war noch kurz laufen von Nicole Blatt</h3><figure><a href="https://ankerwechsel.de/shop/sorry-war-noch-kurz-laufen/"><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/a8289179-ff48-4f32-bbeb-99951041f21c/uploads/images/wk5d4auane/Bild_2.jpeg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/></a><figcaption>Bitte checkt alle den Ankerwechsel Verlag für das gesamte großartige Programm.❤️</figcaption></figure><p>Beim Laufen stehen für mich häufig die falschen Dinge im Mittelpunkt. Männer zum Beispiel, die sich mit nacktem Oberkörper in Planten un Blomen dehnen und berauschter von sich selbst als von den guten Laufhormonen sind. Oder Texte über Neuro-Mindset-Training für mehr Erfolg oder den Durchhalteduschaffstdaswenndunurwillst-Parolen von Laufapps.</p><p>Der Ankerwechsel Verlag hat sich dem Thema Laufen aus einer anderen Richtung genähert, und dafür möchte ich ihm verliebt in die Arme rennen. Es ist wie eine Sammlung aller Themen rund ums Laufen jenseits von Funktionsfasern und Power-Shakes. Es geht nicht um Leistung, sondern um Leidenschaft und Female Empowerment. Auf entspannte, informative und grafisch wunderschönste Weise gehts um (ab jetzt Klappentext): “Persönliche Erfahrungsberichte, simple Basics und Interviews mit Expert*innen (…)fernab von Leistungsdruck und Wettkampfgedanken”.</p><p>Das Buch schimmert aufregend silber, ist wunderbar unaufgeregt geschrieben und allerschönstens gestaltet und illustriert. Und es hat bei mir im Kopf den Grund geradegerückt, warum ich laufe: Ich laufe wegen mir und für mich. Selbstermächtigung galore!</p><p>Sorry, war noch kurz laufen von Nicole Blatt. Illustration von Annina Brell, Grafik und Design von Violetta Sanitz. Erschienen im Ankerwechsel Verlag. 35 €</p><p></p><hr aria-hidden="true"/><p></p><h3>Bitte erfinden: CHOPSTAR 200000000000K</h3><figure><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/a8289179-ff48-4f32-bbeb-99951041f21c/uploads/images/ts6ysf23fp/ChatGPT_Image_16._Apr._2025__14_05_45.png?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><figcaption>Ich benutze Chat GPT nur für Sachen, die ich blöd finde. In diesem Newsletter sind das der Sachbuchtext über David Bowie und Gemüse schneiden.</figcaption></figure><p>Kohlrabi, Gurke, Paprika: You name it, I schnibbel it. Was ich im Gegensatz zu dem Gemüse, das ich schneide, nicht so mag. Und ist es nicht irgendwie unfair, besonders fürs Klima, dass wir Fleisch so zubereitungsfertig kaufen können und Gemüse nicht? Ist es nicht bei Gemüse tatsächlich ein bisschen so wie bei dem Esel mit der vorgebundenen Möhre, nur dass das Hinterherlaufen das Schnibbeln ist und er sie nach einem langen Weg doch essen darf?</p><p>Ich hatte eine Idee, wie der Esel und wir alle schneller zu unserem verzehrfertigen Gemüse kommen können. Immer wenn Saison ist, gibt es doch Spargelschälautomaten. Genau sowas wünsche ich mir immer und für jedes Gemüse. Der CHOPSTAR 200000000000K macht genau das. Auf seinem Display gibst du ein, welches Gemüse du gleich reinlegst und in welcher Form du es geschält/geschnitten haben möchtest. Gemüse rein, Maschine schnippelt, fertiges Gemüse kommt so verzehrfertig aus dem Supermarkt wie Bratengulasch oder Lammlachs.</p><p>Der CHOPSTAR 200000000000K in jedem Supermarkt wäre mein großer Traum. Direkt danach kommt, dass niemand mehr “Anspargeln” sagt, wenn die Saison beginnt.</p><p></p><hr aria-hidden="true"/><p></p><h3>Produkt des Monats: Nagelölstift von Dr. Hauschka</h3><a href="https://www.drhauschka.de/naturkosmetik/nagelpflegestift-neem-nageloelstift/?srsltid=AfmBOoroECjSG3DV_9hwOvEi_3MQ58oneg_W4QPswEuxKiZKX4hTqsEr"><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/a8289179-ff48-4f32-bbeb-99951041f21c/uploads/images/itdvnzjosn/Bild_3.jpeg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/></a><p>Ich war mal beruflich unzufrieden und wünschte mir, ich hätte ein Nagelstudio. Weil diese Zeit, in der ich unter Frauen wäre, mich mit ihnen persönlich unterhalte und danach ihre Nägel cool und schön aussehen, stelle ich mir herrlich vor. Ein spannungsfreier Raum, in der die Phantasie French sein, glitzern oder das Gesicht von Florence Griffith-Joyner modellieren kann. Ich hab mir sogar eine UV-Lampe mit allem Zipp und Zapp gekauft, doch leider nach wenigen Maniküren gemerkt: Phantasie macht aus meinen Nägeln eher Blätterteig. Und dachte dann, dass Nagelstudio vielleicht gar nicht so gut für vieler Menschen Nägel ist (und fand dann auch meinen Job wieder besser). Also das Endergebnis doch natürlicher, und das ist die Überleitung zu meinem Produkt des Monats – dem Neem Nagelölstift von Dr. Hauschka. Wie ein Filzstift, nur dass Öl rauskommt, das ich auf meine Nägel und die Nagelhaut male. Für mich als Part-Time-Honk besonders gut, denn so kann kein Öl auskippen, wie bei mir schon zweimal aus den Nagelölfläschchen aufs Bett und aufs Sofa. Dieses Öl kann ich überall auftragen, und meine Nägel kreischen jetzt zwar kein Design, aber sie strotzen vor Gesundheit und Phantasie.</p><p></p><hr aria-hidden="true"/><p></p><h3>Ratespiel: Was siehst du hier?</h3><figure><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/a8289179-ff48-4f32-bbeb-99951041f21c/uploads/images/sjo66hgprq/IMG_0180.jpeg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><figcaption>Schläft sehr viel. Ist eher Einzelgänger. Liebt Eukaplyptus.</figcaption></figure><p>Du siehst das doch auch, oder? Spätestens, wenn ich gleich verrate, wie welches Tier unser Badmülleimer aussieht, wirst du es nie wieder nicht sehen können.</p><p>Es ist der Koala. 🐨</p><p></p><hr aria-hidden="true"/><p></p><h3>Gemacht: Postkarten</h3><p>Ich habe jetzt einen <a href="https://ko-fi.com/nocialmediaupdate/shop">ko-fi-Shop</a>. In dem gibt es Sticker und Postkarten von mir. Du kannst mir also, wenn der Newsletter dir gefallen hat, <a href="https://ko-fi.com/nocialmediaupdate">einen ko-fi spendieren</a> oder etwas abkaufen.</p><figure><a href="https://ko-fi.com/nocialmediaupdate/shop"><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/a8289179-ff48-4f32-bbeb-99951041f21c/uploads/images/iqlg46er2l/Bild_16.04.25_um_14.32.jpeg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/></a><figcaption>Das Angebot ist sehr überschaubar, aber trotzdem.</figcaption></figure><p></p><p></p><hr/><p>Kolumne</p><p></p><h2><strong>WER SCHREIBT, KÖNNTE HELFEN</strong></h2><p>Ich habe nur noch einen Social Media-Account und der zählt nicht. LinkedIn ist nämlich so schrecklich und langweilig, dass ich nach wenigen Minuten das Interesse verliere und stattdessen darüber nachdenken kann, was ich an Social Media eigentlich am allerwenigsten vermisse. Ganz oben auf meiner Liste stehen offene Briefe. Ich meine nicht die, die z.B. eine Gruppe Kulturschaffender gemeinsam an Regierung, Verlage whatever schreibt und danach wirklich etwas passiert. Ich meine diese Art Briefe, in denen Instagram-Personen an Männer schreiben, die sich meistens in Bus und Bahn rassistisch und/oder sexistisch verhalten haben. Die Instagram-Person ist aufgebracht und emotional, sie schreibt dem Täter einen Brief und teilt ihm mit, wie es ihr geht und erklärt ihm sein moralisches Fehlverhalten. Und wo wollen wir da anfangen?</p><p>Am besten beim Opfer, um das ging es nämlich bis hier noch kein einziges Mal. Statt um Gewalt, Rassismus oder Sexismus ging es nur darum, dass die Instagram-Person dieses Ereignis wirklich mitgenommen hat, und das ist nicht nur nicht lustig, weil der ÖPNV-Witz wirklich schlecht ist. Statt sich um das Opfer der Situation zu kümmern, stehen wir bis zum Hals in den tiefen Emotionen der Instagram-Person. Die für ihre Nacherzählung und moralische Einordnung der Situation bewundert wird und plötzlich irgendwie doch ehrbar und mutig dasteht. Dabei hat sie weder dem Opfer geholfen, noch wird der Täter jemals erfahren, dass die Instagram-Person sein Handeln falsch fand. Sie hat genau genommen einen Brief über ihre unterlassene Hilfeleistung geschrieben.</p><p>Und bevor ich hier als Supermorali dastehe - ich sage auch nicht immer was. Weil alles so schnell geht, weil mir nichts einfällt, weil ich Angst habe. Weil mir, wie vielen von uns, Konflikte schwer fallen. Aber bevor ich anderen umhänge, wie ICH mich fühle, weil ich einer Person, die angegangen wurde, nicht geholfen habe, indem ich dem Täter einen Brief schreibe, der ihn nie erreicht, schreibe ich lieber ehrlich über meine Unsicherheit bei Konflikten und google Zivilcourage. Da lande ich dann bei den Verhaltenstipps vom Bundesnetzwerk Zivilcourage:</p><a href="https://bundesnetzwerk-zivilcourage.de/verhaltenstipps/"><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/a8289179-ff48-4f32-bbeb-99951041f21c/uploads/images/chedhmb26r/Bild_16.04.25_um_16.17.jpeg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/></a><p>Und dann finde ich in der Linksammlung des Bundesnetzwerks Zivilcourage Videos, die ich gucke und dann immer weiter darüber nachdenke, was ich tun könnte und spiele die Situationen im Kopf durch und, zack, bin ich ein bisschen besser vorbereitet und für das Thema sensibilisiert. Und du gleich mit.</p><p>Fazit: STOPP RUFEN UND EINSCHREITEN STATT STILLHALTEN UND BRIEF SCHREIBEN.</p><p></p><p></p><p></p><p></p><p></p>]]></content:encoded>
      <media:content type="image/jpeg" url="https://assets.steadyhq.com/production/post/a8289179-ff48-4f32-bbeb-99951041f21c/teaser_image/1744816388?auto=format&amp;h=787&amp;w=1400&amp;fit=fill&amp;crop=faces&amp;fm=jpg" medium="image"/>
      <link>https://steady.page/8af3fc23-de1c-4fd0-b6af-557aa7a6329a/posts/a8289179-ff48-4f32-bbeb-99951041f21c</link>
      <guid isPermaLink="false">a8289179-ff48-4f32-bbeb-99951041f21c</guid>
      <pubDate>Thu, 17 Apr 2025 07:46:00 +0000</pubDate>
    </item>
    <item>
      <title><![CDATA[Ich war im Schnee…]]></title>
      <description><![CDATA[… und hoffentlich, hoffentlich hattest du auch tolle Wochen. Mir haben nach Arbeitsmarathon, zwei Kindern mit Grippe, den Wahlen und den allgemeinen…]]></description>
      <content:encoded><![CDATA[<p>… und hoffentlich, hoffentlich hattest du auch tolle Wochen. Mir haben nach Arbeitsmarathon, zwei Kindern mit Grippe, den Wahlen und den allgemeinen IchverstehdieWeltnichtmehrs die Ferien sehr geholfen. Erstens, weil wir als Familie mehr gemeinsam gemacht haben als in den letzten ca. fünf Urlauben davor (vor allem gelacht). Zweitens, weil mir ein großer Wunsch erfüllt wurde. Drittens habe ich eine Erkenntnis gewonnen, bin aber von einer konkreten Lösung weiter weg  als Friedrich Merz von Regierungskompetenz. Naja. Hier kommen mein Newsletter und ein großer, in raschelndem Zellophan verpackter Korb liebster Grüße für dich.</p><p>Deine Rike</p><p></p><hr aria-hidden="true"/><h3>Gelesen: Wackelkontakt von Wolf Haas</h3><a href="https://codobuch.buchkatalog.de/wackelkontakt-9783446282728"><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/49e56dba-b9b2-48e4-aedb-203fbfc1a330/uploads/images/g5dmj5vzj6/Bildschirmfoto_2025-03-24_um_11.06.26.png?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/></a><p>Das grandiose Cover erstmal! Denkt man zuerst, das Buch muss ja mit Strom zu tun haben, stimmt das zwar, aber es sieht bestimmt auch so aus, weil Wolf Haas die Leser*innenhirne bis zur Bewegungsunschärfe durchschüttelt. Es geht um einen Trauerredner, der in seiner Küche auf einen Elektriker wartet und dabei ein Buch über einen Ex-Mafioso im Zeugenschutzprogramm liest, der ein Buch über einen Trauerredner liest, der auf einen Elektriker wartet. Meisterhaft geplottet, superst geschrieben: Der Mafioso ist unnahbar nüchtern und der Trauerredner ist herrlich stieselig und heisst mit voller Absicht wie M.C. Escher, weil immer irgendwo, wo es gar nicht geht, eine Treppe kommt, auf der die Handlung steht und ruft: HAHA, hast du nur gedacht, jetzt geht’s nämlich ganz woanders lang, und zwar hier. Ich empfehle sehr!</p><p>Wackelkontakt von Wolf Haas. Erschienen bei Hanser. 25 Euro. </p><hr aria-hidden="true"/><h3>Gelesen: So geht schlafen, kleiner Wombat von Rasmus Engler, Deniz Jaspersen und Mareike Engelke</h3><a href="https://codobuch.buchkatalog.de/so-geht-schlafen-kleiner-wombat-9783948722401"><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/49e56dba-b9b2-48e4-aedb-203fbfc1a330/uploads/images/ijumudr4oq/Bild_24.03.25_um_14.45.jpeg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/></a><p>Mein Sohn hatte mal einen Freund, der fand, dass er alles am besten kann. Als es mir mal reichte mit der Angeberei, habe ich mich irgendwie hingestellt und dann zu ihm gesagt: “Guck doch mal, wie gut ich rumstehen kann. Ich kann das am besten von allen.” Statt es endlich selbst zu merken, antwortete der Freund “Gar nicht, ICH kann das am besten!” und stellte sich genauso hin wie ich, nur dass er dabei ein bisschen triumphierend hin und her wackelte. Wer sich im Gegensatz zu dieser kleinen Dickhose jederzeit hinstellen und sagten könnte: “Guckt mal, wie gut ich illustrieren kann. Ich kann das am besten von allen!”, ist Mareike Engelke. Das weiß ich so genau, weil ich Augen habe und <a href="https://codobuch.buchkatalog.de/das-ei-von-aua-9783942795944">wir auch schon ein Buch zusammen gemacht haben.</a></p><p>Die Geschichte von dem Freund ist mir eingefallen, weil es im von ihr illustrierten und von Rasmus Engler &amp; Deniz Jespersen geschriebenen Buch auch ums Vorzeigen geht. Hier wird es zum Glück nicht zum Angeben, sondern als Schlafvermeidungstaktik eingesetzt. Der kleine Wombat soll schlafen, will aber nicht, lieber will er dem großen Wombat noch zeigen, wie rennen, springen, rollen, drehen und fliegen geht. Der große Wombat guckt sich das alles geduldig, liebevoll und beeindruckt an, bis er am Ende noch eine Sache gezeigt kriegt, die ich nicht spoilern will, die sich aber vielleicht auf Hafen reimt.</p><p>Das Buch ist ein soooo süßer illustratorischer Abenteuerspielplatz, und bei der Geschichte rufen Vorlesende wie Kinder höchstwahrscheinlich unisono: “Ich erkenne mich ja voll wieder!”. Auf jeder Seite gibt es Süßigkeiten von den Wombats zu entdecken und am Ende sind alle – was für diese Geschichte natürlich sehr gut ist – herrlich müde. Außer der oben erwähnte Freund, der ärgert sich, weil der kleine Wombat einfach der beste ist.</p><p>So geht schlafen, kleiner Wombat von Rasmus Engler, Deniz Jaspersen und Mareike Engelke. Erschienen bei mairisch. 18 Euro. Danke für das Rezensionsexemplar ❤️</p><hr aria-hidden="true"/><h3>Gelesen: Vernon Subutex 2 von Virginie Despentes und Luz</h3><a href="https://codobuch.buchkatalog.de/vernon-subutex-2-9783956403903"><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/49e56dba-b9b2-48e4-aedb-203fbfc1a330/uploads/images/ltmoilhh6a/Bild_24.03.25_um_14.59.jpeg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/></a><p>Am Anfang waren drei Romanteile von Virginie Despentes. Sehr grob umrissen geht es um den Ex-Coolen VERNON SUBUTEX, der einen Plattenladen mit der dazugehörigen Arroganz und dem passenden teils prominenten Freundeskreis hatte. Irgendwann lief es nicht mehr, er wurde obdachlos, schlug sich in Paris durch und scharte irgendwann jesusmäßig einen illustren Kreis an Menschen um sich und legte so magisch auf, dass die von ihnen veranstalteten Partys krass wie Drogen waren.</p><p>So, und jetzt musst du nur noch den sowieso schon hart strapazierten Regler von Bunt, Durcheinander und Krass auf Anschlag drehen und du hast die Graphic Novel. Mal hatte ich mir das im Roman genauso vorgestellt und gleich wieder das Romanlesegefühl, mal fand ich den Comic toller, weil die Bilder so viel Tempo und Wumms und Tiefe haben -  und manchmal hatte ich das Gefühl, auf einer Party neben way zu coolen Leuten zu stehen und begeistert zu nicken, während ich unauffällig versuche, hinterherzukommen. Was für ein pickepackevoller Trip. Und wer gern mal behauptet, Comics seien doch so schnell ausgelesen, kann hier auf 368 Seiten merken, dass er sich sowas von geschnitten hat.</p><p>Vernon Subutex Teil Zwei von Virginie Despentes und Luz. Übersetzt von Lilian Pithan. Erschienen bei Reproduktion. 44 Euro. Danke für das Rezensionsexemplar 💛🩷💙</p><hr aria-hidden="true"/><h3>Gesehen, und zwar in echt: Polarlichter!!!!!</h3><p>Weil sogar das Wort Kurzurlaub für unseren Trip nach Norwegen eine Übertreibung gewesen wäre, hatten wir nur einen Abend, um zu sehen, wovon ich sonst nur geträumt hatte.  Spoiler: es geht geklappt. Falls du also am 12. März 2025 das Glück vermisst hast, das war bei uns. Wir sind mit der Seilbahn (Fjellheisen) auf den Hausberg (Storsteinen) von Tromsø gefahren und es war ALLES VOLLER POLARLICHTER. Und manchmal, wenn man sich etwas schon ganz lange wünscht und es in Erfüllung geht, ist die Frage, warum man das nochmal wollte, plötzlich größer als die Freude. Aber als ich da oben mit gefrorenem und vom Wind verschobenen Gesicht stand und auf diesen unwirklichen Himmel guckte, war ich so glücklich, dass ich geschluchzt habe. Mit glücklichen Tränen kann ich also diesen Punkt meiner Bucketlist abhaken und in meinem Herzen abspeichern, dass Polarlichter mich auf eine sehr beruhigende Art demütig machen. </p><figure><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/49e56dba-b9b2-48e4-aedb-203fbfc1a330/uploads/images/ermuf3ajdx/IMG_1470.jpeg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><figcaption>Trampeltier Mensch: Meint, mit einem Herzen gegen ein Naturphänomen anstinken zu können.</figcaption></figure><hr aria-hidden="true"/><h3>Geguckt: Der karierte Ninja</h3><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/49e56dba-b9b2-48e4-aedb-203fbfc1a330/uploads/images/2wuh3swytw/Bild_24.03.25_um_15.13.jpeg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><p>In einer Spielzeugfabrik in Thailand näht ein Kind aus Versehen aus dem Kaschmirschal des fiesen Oberbosses eine Ninjapuppe. Dieser erschlägt ihn, woraufhin ein Ninjageist in die Puppe karniert (heißt das so? Ist aber eh lustig, weil der Ninja ja kariert ist) und über Umwege an einen dänischen Jungen gerät. Der braucht Hilfe beim Coolsein für seinen Schwarm, der Ninja braucht Hilfe beim finden des fiesen Oberbosses für Rache. Beides klappt. Das ist zusammengefasst der Plot, der, wie du wahrscheinlich auch gerade findest, zusammen mit dem Zeichentrick-Look nicht das Beste an diesem Film sind. Das sind die groben Witze und Aktionen in einem der erfolgreichsten dänischen Film überhaupt. So hart, so explizit, dass Disney sich sofort den Mund mit Seife auswaschen und freiwillig 1000mal “Ich darf in einem Kinderfilm nicht erklären, wie man Drogen kauft” (oder viele andere Sätze) schreiben würde. Der Film hier ist nichts für die, die ihre Kinder von heftiger Handlung und derbem Humor  fernhalten wollen, aber wir mussten sehr lachen und uns die Hände vor den Mund schlagen und rufen: Das haben die jetzt nicht wirklich gemacht. Aber wie gut DASS sie es gemacht haben (im Gegensatz zur Fortsetzung, aber das nur am Rand).</p><hr aria-hidden="true"/><h3>Habe ich Instagram vermisst?</h3><p>Ich finde es immer besser, kein Insta mehr zu haben. Aber manchmal sehe ich ein Schild und dann fällt mir ein Witz ein, der geht so:</p><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/49e56dba-b9b2-48e4-aedb-203fbfc1a330/uploads/images/x3c6nys4bd/Bild_26.03.25_um_12.56.jpeg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><hr aria-hidden="true"/><h3>Gemacht: Stimmungssticker</h3><p>Die sind für mich und für alle, die auch denken, ihre Gefühle stimmen nicht. Erhältlich im <a href="https://www.instagram.com/kunstkiosk_stpauli/">kunst kiosk shop in St. Pauli</a> und, wenn es die Nachfrage hergibt, bald in meinem ko-fi-shop. </p><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/49e56dba-b9b2-48e4-aedb-203fbfc1a330/uploads/images/6jpbdqjqco/IMG_9654.jpeg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><p></p><p>Weißt du, was auch ok ist? Mich zu unterstützen (das muss ich mir selber auch immer wieder sagen). Wenn dir also gefällt, was du liest, dann kannst du mich mit einer kleinen Spende unterstützen. An dieser Stelle DANKE an alle, die das schon gemacht haben. Das fühlt sich toll an.</p><figure><a href="https://ko-fi.com/nocialmediaupdate"><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/f43afde0-ee3f-4dcc-9460-bb7e77c74a3f/uploads/images/j3h54bddu3/kofi_symbol-2.png?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/></a><figcaption>Hier klicken zum Ko-fi spendieren</figcaption></figure><p></p><p></p><hr/><p>Kolumne</p><h3>Ohne Tür läuft’s auch für die mittelalte Frau</h3><p>Wenn mein Mann und ich zusammen laufen, dann ist das schön, aber auch schwierig. Wir haben nicht dasselbe Tempo, er ist ca. einen halben Mensch größer als ich, und weil ich versuche, im Gleichschritt mit ihm zu laufen, atme ich sonderbar und werde hektisch. Dass ich das erst heute auf unser Leben übertrage, spricht nicht gerade für meine kognitiven Fähigkeiten. Vielleicht liegt es aber auch daran, dass ich erst letzte Woche bildlich vor mir gesehen habe, wie sich eine Tür vor mir schloss. Aber von Anfang an.</p><p>Kinder zu haben, war unsere beste Idee. Nichts macht mich so glücklich, wie wenn wir zu viert zusammen sind und nichts zwischen uns passt. Wenn ich sehen kann, wie großartig die beiden sind. Dass sie so lustig und gut sind und sich genau dafür geliebt fühlen, wer sie sind. Und wenn mein Mann sagt, dass das überwiegend mein Verdienst ist, macht es die Situation auch nicht schlimmer. Und ja, ich habe wirklich die Hauptarbeit geleistet bei den beiden. Aber gibt es dafür eine Beförderung, eine Gehaltserhöhung oder einen Aufsichtsratsposten? Gibt es gesellschaftliche Anerkennung oder eine stattliche Rente? Pfff. Das einzige, was es gibt, ist ist Hornhaut auf den Schenkeln des Patriarchats, weil es die Fragen echt witzig findet.</p><p>Ich habe also neben meinem Privatvergnügen, für neue, fitte Gesellschaftsmitglieder zu sorgen, parallel Erwerbsarbeit geleistet und obendrauf Bücher geschrieben und rezensiert. Und ich habe ganz oft zu meinen Freund*innen gesagt, dass wir uns unbedingt mal wieder treffen müssen und es manchmal sogar geschafft. Die letzten 16 Jahre waren eigentlich immer zu viel und ich war nirgendwo ganz da. Das einzige, was ich zu 100% geschafft habe, waren zwei Burnouts mit Schlafstörungen, fiesen Ängsten und das ist genauso kacke wie es sich liest. Diese vollgestopfte Phase in der Lebensmitte wird, wie ich in einem SZ-Interview mit der Psychologin Andrea M. Freund gelesen habe, auch Crunch Time genannt, die <a href="https://sz-magazin.sueddeutsche.de/leben-und-gesellschaft/lebenstraeume-bucketlist-aufschieben-psychologe-94920?reduced=true">“…Haupverkehrszeit, in der alles - Kind, Karriere, Liebe, Freundschaft - gleichzeitig stattfindet und praktisch alle damit hadern.”</a> Hadern. Burnout kriegen. Einfach immer weitermachen und so tun, als ginge das mit links. Alle machen es anders, so gut wie immer ist es scheisse.</p><p>In meiner Crunch Time habe ich mich also überwiegend für die Kinder entschieden. Meine Begründung klingt, als müsse ich als Tradwife zurück zu Instagram, aber ich habe einen Ehevertrag, eine private Altersvorsorge, einen Beruf und mag und bin einfach gut im Kümmern. Außerdem merke ich immer mehr, wie begrenzt die Zeit mit den Kindern ist, weil sie jetzt schon weniger kuscheln wollen oder am Tag häufiger ihre Zimmertür abschließen als Worte zu sprechen, dabei haben sie gerade noch inbrünstig “Herr Feuerwehrmann Sam” gesungen oder sich einen ‘Raucherdackel’ gewünscht. Alles ging und geht so rasend schnell. Beruflich übrigens auch, weshalb ich jetzt endlich zur Tür komme.</p><p>Mein Mann war im Urlaub einen Tag allein Skifahren. Ich habe ihn abgeholt und war dabei schlecht gelaunt, weil ich mich verfahren hatte. Er frotzelte sowas wie: “Na, schlechte Laune, weil ich einen guten Tag hatte?”, und ich dachte: “Geht’s? Ich sorge schon seit 16 Jahren dafür, dass IHR gute Tage haben könnt, du blöder Sack.” Das stimmt natürlich nicht so und klingt falsch, weil wir uns die Familienaufgaben gerecht und gemeinschaftlich teilen, aber weil ich eben mehr fürs Kümmern zuständig bin, stimmt es irgendwie auch doch. Ich hab immer zuerst die Kinder im Kopf, denke über sie nach und für sie voraus. Weil ich das Familienbackup im Krankheits- und Ferienfall bin, kann mein Mann so frei arbeiten. Dafür habe ich Anfragen abgelehnt, Kontakte einschlafen lassen, Verabredungen abgesagt und vieles andere auch nicht gemacht. Das war all die Jahre eine Entscheidung, aber als mein Mann diesen Satz sagte, fühlte es sich plötzlich an wie eine Konsequenz. Ich werde dieses Jahr 50, aus “Das mache ich einfach, wenn die Kinder größer sind” ist “Zu spät, du bist alt und hast die letzten Jahre einfach zu wenig gerissen!” geworden, und dass die Hormone mich inzwischen herumschubsen wie ein Schulhofbully, hilft mir auch nicht. Vor meinem inneren Auge schloss sich die Tür der ewigen Jugend und der unbegrenzten Möglichkeiten langsam vor meiner Nase. Kein schönes Gefühl.</p><p>Auch nicht schön: Selbst ohne Tür wüsste ich gerade gar nicht, was ich wollen könnte, vor lauter Crunch Time habe ich ich mich und meine Wünsche nämlich ganz vergessen. Heute beim Laufen ist mir bildlich bzw. sportlich klargeworden, dass ich seit 16 Jahren versuche, gleichzeitig mit allen zu laufen, ob sie nun schneller oder größer sind, hüpfen oder im Zickzack rennen oder mir Knüppel zwischen die Beine werfen. Ich war immer bemüht, mich anzupassen, Schritt zu halten, und habe nicht gemerkt, dass mir mein Atem, mein Rhythmus und mein Vertrauen verloren gegangen sind. </p><p>Und jetzt? Ist für ein Ende eines Textes nicht so toll, aber ich weiß es gerade auch nicht. Ich weiss, dass ich meine Entscheidung nicht bereue und dass sie sie sich wie eine Konsequenz anfühlt ist genauso konstruiert wie die o.g. Tür:</p><p>Zeit + Patriarchat + Stigma = für Frauen meistens Minus. Und weil sich gesellschaftspolitisch an dieser zermürbenden Gleichzeitigkeit der Lebensmitte nichts ändern wird, wünsche ich an dieser Stelle zuallererst uns uns (meistens) Frauen privat, dass wir uns im diesem Chaos nicht vergessen. Dass wir uns ehrlich erzählen, wie es uns geht - und dass wir uns viel weniger gefallen lassen.</p><p>Ich werde erstmal versuchen, der Tür und Sätzen wie “Warum hast du denn nicht…?”, “Dafür ist es zu spät” und “Uff, du wirst jetzt nicht nur gesiezt, sondern auch noch Dame genannt” keine Beachtung mehr zu schenken, sondern in die Hände zu klatschen und freier loszulaufen. Und wenn ich meinen Rhythmus und mein Vertrauen zurückhabe, weiss ich hoffentlich auch wieder, wohin.</p><p></p><p></p><p></p>]]></content:encoded>
      <media:content type="image/jpeg" url="https://assets.steadyhq.com/production/post/49e56dba-b9b2-48e4-aedb-203fbfc1a330/teaser_image/1743001883?auto=format&amp;h=787&amp;w=1400&amp;fit=fill&amp;crop=faces&amp;fm=jpg" medium="image"/>
      <link>https://steady.page/8af3fc23-de1c-4fd0-b6af-557aa7a6329a/posts/49e56dba-b9b2-48e4-aedb-203fbfc1a330</link>
      <guid isPermaLink="false">49e56dba-b9b2-48e4-aedb-203fbfc1a330</guid>
      <pubDate>Wed, 26 Mar 2025 15:11:24 +0000</pubDate>
    </item>
    <item>
      <title><![CDATA[Hallo, ich bin hier unten.]]></title>
      <description><![CDATA[Na toll, gleich bei Nocial Media Update #2 muss ich mich aus einem Leseloch melden. Da lande ich meistens, wenn ich ein extrem gutes Buch gelesen habe...]]></description>
      <content:encoded><![CDATA[<p>Na toll, gleich bei Nocial Media Update #2 muss ich mich aus einem Leseloch melden. Da lande ich meistens, wenn ich ein extrem gutes Buch gelesen habe (in diesem, haha, Fall, war es <a href="https://sesmails.steadyhq.com/CL0/https:%2F%2Fsteadyhq.com%2Fde%2Fnocial-media-update%2Fposts%2Fc261f1ac-abc2-4d4e-83c4-4acb885b14dc/1/01070194fa1fb1b4-62555274-1b91-4cc5-a4ff-bbafd1c7e0f4-000000/MLqysSxj159s_5FCFz8exumOUTEqJ48Ku1hcoC4uHLM=193">Demon Copperhead</a>). Wieder raus geht’s für mich am besten mit einem Genrewechsel, weshalb es in dieser Ausgabe mehr Comics gibt. Und am Ende noch ein Trip vom Privatem ins Politische. Hoffnungsvoll nach vorn zu blicken ist gerade keine meiner leichtesten Übungen, aber weil ich nicht mehr doomscrolle, habe ich beim Katastrophendenken zumindest die Hände frei und kann basteln (s.u.). Ich hoffe, dir geht’s gut und du sorgst für dich und ausreichend (Nachrichten-)Pausen.</p><p>Deine Rike</p><p></p><h3>Gelesen: Liebe Erde von War an Peas</h3><a href="https://codobuch.buchkatalog.de/liebe-erde-9783037312773"><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/f43afde0-ee3f-4dcc-9460-bb7e77c74a3f/uploads/images/ro6edj24ba/Design_ohne_Titel-7.png?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/></a><p>Dieser Comic hat mir meine Mundwinkel mit Schwung nach oben gezogen - mit Angelhaken. Es geht um die Erde, die im Arsch ist, was natürlich an den Menschen liegt, die rücksichtslos und scheiße sind. Das Duo War and Peas, bestehend aus Elizabeth Pich und Jonathan Kunz, zeigt das in Comics, die genau mein Humor sind: böse, trocken, top Pointen, top Texte. Ich habe sofort Seiten abfotografiert und an Freund*innen geschickt, weil das Buch eben nicht nur ein Spiegel der Schäbigkeit ist, sondern auch ein Stuhlkreis der lustigen Ambiguitätstoleranz-Selbsthilfegruppe. Comics von War and Peas gibt es <a href="https://sesmails.steadyhq.com/CL0/https:%2F%2Fwarandpeas.com%2F/1/01070194fa1fb1b4-62555274-1b91-4cc5-a4ff-bbafd1c7e0f4-000000/sB5DikatmzbJs8QbVQAjIz-sqzae4nD55h_5eVNNLe4=193">hier</a>gratis, aber dann gern den <a href="https://sesmails.steadyhq.com/CL0/https:%2F%2Fwarandpeas.shop%2F/1/01070194fa1fb1b4-62555274-1b91-4cc5-a4ff-bbafd1c7e0f4-000000/2fy-NL92wM7Yyb34Uja1iYN35x7wuLBKaHT4mCeNLXQ=193">Comic oder irgendwas anderes </a>Tolles kaufen. Ich empfehle “Liebe Erde” als Geschenk für alle Menschen mit ausgezeichnetem Humor, die zwar an der Welt verzweifeln, aber deshalb noch lange keinen Schlager hören würden.</p><p>Liebe Erde von War and Peas. Übersetzt von Christoph Schuler. Erschienen bei Edition Moderne. 22 Euro. Danke für das Rezensionsexemplar ❤️</p><hr aria-hidden="true"/><h3>Gelesen: Das Orakel spricht von Liv Strömqvist</h3><a href="https://codobuch.buchkatalog.de/das-orakel-spricht-9783964451156"><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/f43afde0-ee3f-4dcc-9460-bb7e77c74a3f/uploads/images/ryp4rxizwn/Design_ohne_Titel-8.png?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/></a><p>Das letzte Buch von Liv Strömquist fand ich nicht so toll, aber “Sie ist zurück!”, wie meine liebste Buchhändlerin Daniela mir prophezeite. Recht hatte sie. Nach Sternzeichen, einfach auch so gar nicht mein Thema, geht es hier um Selbstoptimierung. Strömquist stellt verschiedene Menschen vor, die im Laufe der Geschichte Selbstoptimierungs-Influencer*innen waren und macht an ihnen beispielhaft durchgehend folgenden Punkt: Weil es so schwierig ist, das große Gruselige (aka das Leben) zu akzeptieren, denken wir Menschen uns immer neue und immer mehr kleine Dinge aus, damit wir was zu kontrollieren haben. Und wenn wir versagen aka unglücklich, dick, krank oder tot sind, ist das nicht einfach so (aka das Leben), sondern unsere persönliche Schuld. Gnadenlos kritisch ist sie dabei, sehr lustig, und alle wissenschaftlichen Argumente von Soziolog*innen, Philosoph*innen etc. sind durch die Comicform einfach gut zu verstehen.</p><p>Am anstrengendsten und gleichzeitig am besten fand ich, dass ich mich zwischen den Stühlen befand. Ich habe Strömquists Punkte nachvollziehen können und auch ich möchte der Selbstoptimierung drohen: ÜBERTREIB NICHT DEINE ROLLE! Auf der anderen Seite habe ich aber auch ziemlich Angst vor Krankheit und Sterben, mache deshalb Kraftsport und Salate, bin in Therapie und einfach auch ziemlich gern glücklich. Beim Lesen wollte ich so gern Liv Strömquist, die kluge, arschcoole Autorin sein und nicht die Leute, über die sie schreibt. Meine Aufgabe beim Lesen war, mir gedanklich meinen eigenen Stuhl suchen, und das ist mühsamer als beim Lesen die ganze Zeit zu nicken, aber grundsätzlich eine gute Sache.</p><p>Das Orakel spricht von Liv Strömquist. Übersetzt von Katharina Erben. Erschienen im avant-verlag. 25 Euro</p><hr aria-hidden="true"/><h3>Gelesen: Wie später ihre Kinder</h3><a href="https://codobuch.buchkatalog.de/wie-spaeter-ihre-kinder-9783492315753"><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/f43afde0-ee3f-4dcc-9460-bb7e77c74a3f/uploads/images/e5wzijlzlk/IMG_9536.jpeg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/></a><p>Dafür, dass die Buchtipps dieses Mal ein bisschen leichter sein sollten, sind sie es nicht. Dieses Buch hier am wenigsten. Wie später ihre Kinder findet in einer fiktiven Kleinstadt Frankreichs statt und erzählt von denen, die sich ihr Leben lang abrackern, ohne vom klebrigen Fleck zu kommen, der nach Alkohol, Gewalt, Arbeits- und Sprachlosigkeit riecht. In vier Episoden von 1992 bis 1998 geht es hauptsächlich um Anthony und Hacine. Anthonys Vater ist gewalttätiger Trinker und seine Mutter hält mit stoischer Stärke die Fahne hoch. Hacines Mutter ist in Marokko und sein Vater schuftet in Heillange, ohne jemals akzeptiert zu sein. Aber auch allen anderen in Heillange geht es scheiße, weshalb am Stadteingang auch ein Schild stehen könnte, das der Autor für uns hochhält: Willkommen im Schwitzkasten der Hoffnungslosigkeit. Mathieu legt uns diese Stimmung völlig unkommentiert zum Lesen hin, Soziologie als Pageturner sozusagen. Es ist schrecklich beklemmend, traurig, wütend und unglaublich gut erzählt. Jeder Zwei-Jahres-Sprung endet mit einem besonderen Ereignis (Party, Beerdigung, Festivitäten zum 14. Juli und Fußball-WM 98), in dem elektrisierender Trubel und immer auch ein bisschen Hoffnung steckt. Dass die Hoffnung aber zeitnah zeigt, wohin wir sie uns stecken können, sollte spätestens jetzt klar sein, und ich empfehle dieses Buch nicht trotzdem, sondern deshalb.</p><p>Wie später ihre Kinder von Nicholas Mathieu. Übersetzt von Lena Müller und André Hansen. Erschienen bei Hanser Berlin. 14 Euro</p><hr aria-hidden="true"/><h3>Produkt des Monats: AoK Klarmacher</h3><p>Bist du schon mal in einen Laden gegangen und hast dich für ein Gesichtswaschgel entschieden, weil du damit so gute Nasenblasen machen kannst? Ich auch nicht. Für das AoK Klarmacher Waschgel mit weißem Tee habe ich mich wegen das Preises und der leichten Fancygkeit (weißer Tee!) entschieden. Bis ich beim Waschen zufällig dieses Superfeature entdeckte! Mit dem Gel das Gesicht einschäumen, wie bei Kaugummiblasen für einen abgeschlossenen Bereich sorgen, nur eben mit der Nase, und:</p><figure><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/f43afde0-ee3f-4dcc-9460-bb7e77c74a3f/uploads/images/qwepjckwzl/Design_ohne_Titel-9.png?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><figcaption>Mikroabenteuer Nasenblasen</figcaption></figure><hr aria-hidden="true"/><h4>Habe ich Instagram vermisst?</h4><p>Ja. Aus Gewohnheit und z.B. als ich auf dem Flur heftig erschrak, weil ich kurz dachte, mein Kind sei von Aliens entführt worden.</p><figure><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/f43afde0-ee3f-4dcc-9460-bb7e77c74a3f/uploads/images/esi56d32vx/IMG_9442.jpeg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><figcaption>Nur ein klassischer Fall von “Sage, dass du Kinder hast, ohne zu sagen, dass du Kinder hast.”</figcaption></figure><hr aria-hidden="true"/><h3>DIY zum Valentinstag: Fleischpeitschenblumen</h3><ol><li><p>Pfeifenputzer an der Perle befestigen und oben ab der Perle ca. 0,5 cm umknicken</p></li><li><p>Aus dem Rest Pfeifenputzer 5 Blütenblätter formen, unten zusammenwurschtelnd und die Blütenblätter hübsch zurechtbiegen</p></li><li><p>Mit einem halben Zahnstocher durch die Perle und die Blume pieksen und dann in die Wurst</p></li><li><p>In eine Vase stellen</p></li></ol><figure><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/f43afde0-ee3f-4dcc-9460-bb7e77c74a3f/uploads/images/wky52qagob/IMG_9516.jpeg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><figcaption>Wenn das Kind Geburtstag hat und seine Lieblingssüssigkeit Fleischpeitschen sind.</figcaption></figure><hr aria-hidden="true"/><p>Zack, Newsletter zu Ende! Wenn er dir gefallen hat und du mich mit einer kleinen Spende unterstützen magst und kannst, klicke einfach auf die Kaffeetasse. Dann kaufe ich mir ein Buch oder neues Gesichtswaschgel oder einen superguten Stift, mit dem ich deinen Namen in mein Herz schreibe.</p><figure><a href="https://ko-fi.com/nocialmediaupdate"><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/f43afde0-ee3f-4dcc-9460-bb7e77c74a3f/uploads/images/j3h54bddu3/kofi_symbol-2.png?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/></a><figcaption>Hier klicken zum Ko-fi spendieren</figcaption></figure><hr/><p>etwas weird evtl.</p><h3>Durch die verrückte Welt zur Wahl</h3><p>Wir hatten vor 10 Jahren mal einen Architekten beauftragt, der damals schon im Stress war. Beim Sprechen verschluckte er halbe bis ganze Sätze, jammerte dabei viel und war immer auf dem Sprung. Nach Fertigstellung des Projekts habe ich nichts mehr von ihm gehört, bis ich aus Langeweile meinen WhatsApp-Status anguckte. Dort regte er sich über fehlende Parkplätze in der Innenstadt auf. Ich dachte, dass ich keine Autos in Innenstädten eher gut finde, aber naja. Nicht naja war, dass er kurz darauf nach dem Mord in Aschaffenburg oberstumpf typische AfD-Narrative bediente. Ich schrieb ihm:</p><p>“Sie benutzen den Mord an zwei Menschen für Ihre Wut auf “Körnerfresser”? Ich hoffe für Ihre Kundschaft, dass Sie beruflich weiter denken als politisch und für Sie, dass Sie einfach nur gehackt wurden.” Das war jetzt keine Einladung zum Dialog, aber dass er in diese Angst ein kleines Kind und einen mutigen Erzieher mit reinzieht, das ist so schäbig, dass mein Verständnis flöten geht, und zwar nicht die ersten zwei Strophen der Nationalhymne.</p><p>Ja, mit der Welt klarzukommen wird immer schwieriger. Ich schnall auch nur ca. die Hälfte, und während ich in dieser verrückten Welt hilf- bis hoffnungslos herumirre, fährt dröhnend ein AMG vor, mit verdunkelten Scheiben und einer Greta-Zopf-Atrappe im Kofferraum. Aus dem Auto steigt ein dickhosiger Typ und winkt mich zu sich. Muskelstark aufgepumpt, ready für Stress. Er findet sich unfassbar geil, denkt, er weiß alles und ist bemüht, mir das Gefühl zu geben, als wäre ihm nichts wichtiger als meine Sicherheit. Dafür macht er mir extra Angst und denkt sich schnell noch viele andere Bedrohungen aus. Und wie er so redet, kann ich mir gut vorstellen, wie er mir, wenn ich anderer Meinung bin als er, mit seinem AMG langsam über den Mund fährt, immer wieder.</p><p>Das einzige, was mir mit diesem Typen Gutes passieren könnte, wäre, dass es nicht so doll auf mich regnet, wenn er mit seinen abstehenden Muskelarmen vor mir geht. Und das wäre einfach Zufall. Fazit: Wer mit so einem Typen zusammen ist, mag auch: sich verarschen lassen und immer weniger zu melden haben.</p><p>Also winke ich ab und gehe zu den Leuten, denen ich gefahrlos meine Meinung sagen kann, auch wenn es nicht ihre ist. Die finden, dass Menschenrechte für alle gelten. Die, die nicht für ihren eigenen Vorteil lügen, die sich selbst immer wieder hinterfragen und ernsthaft und langfristig versuchen, es für so viele wie möglich so gut wie möglich zu machen.</p><p>Du hast es dir vermutlich schon gedacht: Der Muskelprotz ist klaro die AfD und die anderen Leute sind demokratische Parteien. Erstere sind die, gegen die ich demonstriere, letztere die, die ich wähle. Mach das auch!</p><figure><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/f43afde0-ee3f-4dcc-9460-bb7e77c74a3f/uploads/images/6d32tjo3s2/IMG_9487.jpeg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><figcaption>Demoschild mit Brandmauer-Update</figcaption></figure><p>*Der Architekt hat sich übrigens nicht zurückgemeldet. Man munkelt, er sitzt auf dem Rücksitz eines AMG und sucht einen Parkplatz.</p><p>**Wichtig: Es gibt auch basisdemokratische Muskelmenschen, die Fahrrad fahren, es gibt auch Linksextremisten, die pumpen und/oder dicke Autos mögen, und alle können jedes Geschlecht haben, das sie wollen. Und es gibt auch dünne, kleine Männer, die so viel Angst schüren, dass wir sie offiziell Nazi nennen dürfen. Sorgen wir dafür, dass das so bleibt.</p><hr/><p>Wählen gehen!</p><p></p>]]></content:encoded>
      <media:content type="image/jpeg" url="https://assets.steadyhq.com/production/post/f43afde0-ee3f-4dcc-9460-bb7e77c74a3f/teaser_image/1739286770?auto=format&amp;h=787&amp;w=1400&amp;fit=fill&amp;crop=faces&amp;fm=jpg" medium="image"/>
      <link>https://steady.page/8af3fc23-de1c-4fd0-b6af-557aa7a6329a/posts/f43afde0-ee3f-4dcc-9460-bb7e77c74a3f</link>
      <guid isPermaLink="false">f43afde0-ee3f-4dcc-9460-bb7e77c74a3f</guid>
      <pubDate>Tue, 11 Feb 2025 15:12:51 +0000</pubDate>
    </item>
    <item>
      <title><![CDATA[Wie schön, dass ich hier bin.]]></title>
      <description><![CDATA[In deiner Mailbox — und nicht mehr auf Instagram. Die Entscheidung, Instagram zu löschen und stattdessen einen Newsletter zu schreiben finde ich genauso gut wie jedes…]]></description>
      <content:encoded><![CDATA[<p>In deiner Mailbox — und nicht mehr auf Instagram. Die Entscheidung, Instagram zu löschen und stattdessen einen Newsletter zu schreiben finde ich genauso gut wie jedes Mal, wenn ich im Wald bin. Heute schicke ich dir also zum ersten Mal, was ich im letzten Monat richtig gut fand. Und weil meine Tochter das Thema mit nach Hause gebracht hat, habe ich noch einen Text über Arschlochigkeit im (Schul-)Sport geschrieben.</p><p>Hoffentlich geht’s dir richtig gut und hoffentlich hast du Spaß beim Lesen.</p><p>Deine Rike</p><p>A propos….</p><p></p><h3>Gelesen: Shmutz von Felicia Berliner</h3><a href="https://codobuch.buchkatalog.de/shmutz-9783455016253"><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/c261f1ac-abc2-4d4e-83c4-4acb885b14dc/uploads/images/qqnj2h6pqj/Bild_23.01.25_um_12.37.jpeg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/></a><p>In New York lebt eine chassidische Familie, schwer orthodoxe Jüd*innen, deren Tochter Raizl aufs College gehen (Ausnahme!) und einen Laptop (SUPERAUSNAHME!) haben darf. Was sie aber eigentlich soll ist heiraten. Weil sie das aber auf keinen Fall will, schickt die Mutter sie zu einer Therapeutin. Und der erzählt Raizl, dass sie nächtelang unter ihrer Decke Pornos guckt. WHAT? habe ich auch gedacht, aber gleich danach dachte ich unter anderem auch SÜÜÜÜSSS!!!, weshalb du jetzt bestimmt WHAT? denkst, aber Raizl findet für die Sexbegriffe jiddische Wörter findet und dann liest sich klischierteste Ficksituation wie ein Federballturnier der Bärchenbande. Darüber hinaus gesellt sich Raizl auf dem College zu eher unangepassten Gestalten, die sie nehmen, wie sie ist und sie gleichzeitig ermuntern, sich, äh, mal ein bisschen locker zu machen. Kurz: Raizls Wunsch nach Freiheit vs. Sicherheit in der Familie ist ein Konflikt, der aus diesem Buch eine unterhaltsame, schräge und liebevolle Reise macht.</p><p>Shmutz von Felicia Berliner. Übersetzt von Hanna Hesse. Gebundene Ausgabe erschienen im Atlantik Verlag. 24 Euro</p><hr aria-hidden="true"/><h3>Gelesen: Ariol. Die superkuhle Klassenfahrt</h3><a href="https://codobuch.buchkatalog.de/ariol-17-16-teile-9783956404313"><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/c261f1ac-abc2-4d4e-83c4-4acb885b14dc/uploads/images/k6omte5dvp/IMG_9446.jpeg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/></a><p>Dies hier ist Band 17 und noch immer warte ich (nicht) darauf, dass die Qualität auch mal nachlässt, weil das einfach menschlich wäre. Aber naja, Ariol ist ja auch ein Esel, in diesem Band sogar ein Esel auf Klassenfahrt. In 12 Abenteuern passiert alles, was auf Klassenfahrten so passiert, nur eben Ariol-typisch so topstens erzählt und gezeichnet, dass ich lese und lache und mitfühle und denke “Genau so war es!” (nur viel weniger lustig) und meine Tochter sitzt aufgeregt mit im Bus und denkt “Genau so ist es!”. Es geht um Busfahren, Ausflüge, Nächte und natürlich um Party. Es gibt Schwärmereien, Heimweh, Streit, Liebesbotschaften, alles dokumentiert im klassischen Comic und ausnahmsweise durch zusätzliche Tagebucheinträge von Ariol, Petula, Surrsula, Ramono und Co.</p><p>Unglaublich, wie Marc Boutavant und Emmanuel Guibert das hohe Niveau halten. Und unverzeihlich, einem Kinderbuchregal Ariol vorzuenthalten, weil dieser Serie im Bus seit fast 20 Ausgaben immer da sitzt, wo die Coolen sitzen, nämlich hinten.</p><p>Ariol. Die superkuhle Klassenfahrt von Marc Boutavant und Emmanuel Guibert. Übersetzt von Annette von der Weppen. Erschienen bei Reprodukt. 15 Euro</p><hr aria-hidden="true"/><h3>Gelesen: Demon Copperhead</h3><a href="https://codobuch.buchkatalog.de/demon-copperhead-9783423283960"><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/c261f1ac-abc2-4d4e-83c4-4acb885b14dc/uploads/images/v6wvp2qa6v/IMG_9447.jpeg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/></a><p>Wäre ich jedes Mal hingefallen, als dieses Buch zum Niederknien war, bräuchte ich für jede Seite mindestens einen Flicken. Und dieser Pulitzer-Preis-Gewinner hat über 800. Es geht um den zu Beginn zehnjährigen Damon, für den am Ende des Regenbogens kein Topf mit Gold steht, sondern das personifizierte Schicksal, das Stöcke nach ihm wirft. Seine suchtkranke Mutter heiratet einen gewalttätigen Vollarsch, verliert das Sorgerecht, Demon landet in Pflegefamilien, die ihn als Arbeitskraft missbrauchen und abartig schlecht behandeln. Kurz macht das Schicksal eine Stockwerfpause, als seine Großmutter auftaucht und ihn bei einem Highschool-Footballtrainer unterbringt, aber dann fliegt auch schon der nächste Knüppel. Demons Leben in der amerikanischen Provinz ist geprägt von Elend, Armut, Knochenjobs, Vorurteile, Drogen. Es ist so hart.</p><p>Ich habe lange bei einem Buch nicht mehr so geweint, gelacht, mitgelitten und den ganzen Tag kaum etwas anderes hoffen können, als dass Demon die Kurve kriegt. Die Handlung ist über die alle Seiten durchgehend spannend, durchgehend grandios konzipiert - und die Sprache ist zum Ausrasten toll. Sie wächst mit Demons Alter, steckt voller Sätze, die wahr und am Ende zum Heulen überraschend gut sind. Und bei allem Niederknien war ich dankbar, dass die Übersetzung von Dirk van Gunsteren so großartig ist, dass sie an dieser Stelle Standing Ovations verdient hat.</p><p>Demon Copperhead ist kein Buch für am Meer oder so, es ist harter Tobak, und wer es gelesen hat, entdeckt an dieser Stelle gleich zwei Referenzen. Wer es noch nicht gelesen hat, sollte es bitte schleunigst tun. David Copperfield von Dickens zu kennen, der die Blaupause für dieses Meisterwerk war, kann helfen, weil man den Ausgang der Geschichte ahnen kann, aber es macht auch nichts, wenn man wie ich bei David Copperfield zuerst an diesen speckigen Zaubererexfreund von Claudia Schiffer denkt. Dieses Buch ist so oder so ein unfassbares Meisterinnenwerk!</p><p>Demon Copperhead von Barbara Kingsolver. Übersetzt von Dirk van Gunsteren. Erschienen bei dtv. 26 Euro</p><hr aria-hidden="true"/><h3>Gestrickt: Socken mit Herzchen</h3><p>Der Mann wünschte sich Socken, die farblich gut zu Fussboden und Wand passen (und nicht etwas seine Liebe zum FC St. Pauli ausdrücken).</p><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/c261f1ac-abc2-4d4e-83c4-4acb885b14dc/uploads/images/pir3dugdef/IMG_9439.jpeg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><p>Sie sind die Fauliversion <a href="https://www.ravelry.com/patterns/library/i-heart-socks-3">dieser Anleitung</a> und oben so locker geworden, weil ich sie mit Müsligläsern und nicht mit einer dafür vorgesehenen Sockenschablone geblockt habe.</p><figure><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/c261f1ac-abc2-4d4e-83c4-4acb885b14dc/uploads/images/x47iwwfz3l/IMG_9417.jpeg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><figcaption>Memo an mich: Sockenschablone kaufen.</figcaption></figure><hr aria-hidden="true"/><h4>Habe ich Instagram vermisst?</h4><p>Ja. Aus Gewohnheit und z.B. als ich diesen Hund gesehen habe. Er war auf dem Weg in die 80er zu einer Jane Fonda-Aerobic-Party und hatte die Trainingsklamotten schon Zuhause angezogen. Statt ihn zu posten, habe ich ihm bei Canva ausgeführt.</p><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/c261f1ac-abc2-4d4e-83c4-4acb885b14dc/uploads/images/j5f3jihnzs/Design_ohne_Titel-6.png?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><p>Dieses Bild ist eine gute Überleitung zum abschließenden Text - und dann ist der erste Newsletter auch schon vorbei. Wenn er dir gefallen hat, habe ich eine gute Nachricht. Mir auch (also das Schreiben). Ich mache das wieder.</p><p>Wenn du mich unterstützen kannst und magst, kannst du mir einen Ko-Fi spendieren. Den trinke ich dann auf dein Wohl, wenn ich den nächsten Newsletter schreibe. Oder ich kaufe eine Sockenschablone in Größe 45.</p><a href="https://ko-fi.com/nocialmediaupdate"><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/c261f1ac-abc2-4d4e-83c4-4acb885b14dc/uploads/images/zlaaginufr/support_me_on_kofi_badge_red.png?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/></a><p>Ich danke dir und wünsche dir den schönsten aller Tage</p><p></p><p>Deine Rike</p><p></p><hr aria-hidden="true"/><h2>Arschlöcher machen Sport richtig schlecht.</h2><p>Gestern beim Joggen habe ich einen Läufer überholt. Er war alt, dick und so unfassbar lahm. “Geh doch lieber zu Fuß, du alter, lahmer Sack&quot;, habe ich ihm zugebrüllt, als ich an ihm vorbeigelaufen bin. Außerdem habe ich ihm meinen Bizeps gezeigt und ihn ausgelacht.</p><p>Hab ich natürlich nicht. Erstens bin eigentlich immer ich diejenige, die überholt wird - und zweitens bin ich ja kein Arschloch. Aber ich kenne welche. Die aufstöhnen, wenn sie die unsportlichen Menschenreste in ihr Team aufnehmen müssen. Die hämisch grinsen, wenn die anderen weinen, weil jemand den Ball zu hart geworfen hat. Die pauschal alle auslachen, die zu dick, zu dünn, zu klein, zu gross, zu lahm, zu ungeschickt (also ganz normale Menschen) sind.</p><p>Diese Arschlöcher gab es schon immer. Zu meiner Zeit auch in anderen Fächern. Als ich in der 11. Klasse eine Arbeit nachschreiben musste, hat ein Typ aus meinem Kurs gefragt, ob er für mich schreiben soll, weil im Gegensatz zu mir könne er Physik. Die Frage hat sich ähnlich unangenehm in mein Hirn gebrannt wie unzählige Völkerball-Teamwahlen oder der musternde Blick und das überraschte “Du hast ja gar keine Cellulitis!?!” der Jahrgangsbeauty in der Sammelumkleide.</p><p>Heutzutage, so habe ich zumindest den Eindruck, kommt diese Arschlöchigkeit eher nur noch in Fächern vor, in denen Non-Marking-Sohlen erforderlich sind. Das ist gut, aber auch schlecht, weil etwas über Newton zu wissen nicht so gut vor Herzleiden oder Depressionen schützen kann wie Sport, und die Begeisterung dafür in der Schule geweckt werden sollte, wie die gemeinsame <a href="http://www.sportunterricht.de/lksport/schulsport.html#:~:text=Er%20f%C3%B6rdert%20motorische%20Entwicklung%20und,Beitrag%20zum%20Erwerb%20von%20Schl%C3%BCsselqualifikationen.">Erklärung der Präsidentin der Kultusministerkonferenz, des Präsidenten des Deutschen Sportbundes und des Vorsitzenden der Sportministerkonferenz über die Bedeutung des Schulsports für lebenslanges Sporttreiben</a> erklärt:</p><p>“Der Schulsport (…) soll bei allen Kindern und Jugendlichen die Freude an der Bewegung und am gemeinschaftlichen Sporttreiben wecken und die Einsicht vermitteln, dass kontinuierliches Sporttreiben, verbunden mit einer gesunden Lebensführung, sich positiv auf ihre körperliche, soziale, emotionale und geistige Entwicklung auswirkt. Gleichzeitig soll Sport in der Schule Fähigkeiten wie Fairness, Toleranz, Teamgeist, Mitverantwortung und Leistungsbereitschaft fördern und festigen.”</p><p>Sportunterricht ist also dafür da, <strong>alle</strong> Kinder mit Sport anzufixen, damit sie merken, wie super er ist. Weil Auspowern stark und fröhlich macht, weil im Team etwas schaffen ein gutes Gefühl ist, weil Gewinnen und Verlieren lernen fürs Leben eine gute Idee ist und es dazu beitragen kann, mit Mitte 50 keinen Treppenlift oder eingebauten Defibrillator zu brauchen. In der Erklärung steht nichts von Arschlochverhalten, Arroganz und Gehässigkeit, da steht Fairness, Toleranz und Teamgeist. Da steht übrigens auch, dass besonders gute Kinder gefordert werden sollen, diese sei aber aber überwiegend die Aufgabe der Vereine (über deren finanzielle Unterstützung meiner Meinung nach politisch mehr gesprochen werden sollte als über Siegerurkunden bei den Bundesjugendspielen).</p><p>Bei mir ist es wie im vorherigen Absatz. Ich möchte stark und fit altern. Ich mag Sport und Spielen und ich liebe es zu gewinnen. Aber ich habe gelernt, die Verlier*innen dabei nicht wie solche zu behandeln. Weil ich Fairness einen Top-Wert finde, der alle glücklich macht. Nicht ohne Grund lieben alle <a href="https://www.youtube.com/watch?v=helXtzTVGiQ">Sportvideos mit fairen Gesten</a>. Niemand will hingegen ein Video sehen, wie arschlochige Sportler*innen andere wegschubsen oder auslachen, es sei denn, sie stolpern gleich danach über einen halben Döner oder werde aggressiv und unvorteilhaft von einem Vogel angeflogen. Das ist ein ziemlich guter Arschlochtest btw: Wenn Leute nur darauf warten, dass du einen Fehler machst, ist sehr wahrscheinlich, dass du eins bist.</p><h4>Mein Fazit, meine Regeln:</h4><ol><li><p>Sport ist super! Dabei ist völlig egal, ob du turmspringst, spazierengehst, Käselaibe rollst oder Volleyball spielst.</p></li><li><p>Trage zu einer Atmosphäre bei, in der alle sich wohl und supported fühlen und entspannt ausprobieren können, was ihnen Spaß macht.</p></li><li><p>Wenn du gewinnst, lass die Verlierer*innen nicht wie solche aussehen. Es wird niemals runtergemacht oder ausgelacht.</p></li><li><p>Teile Arschlöchern mit, dass sie sich wie welche verhalten und gib ihnen die Chance, sich zu ändern.</p></li><li><p>Wenn du nicht von Sky oder so bezahlt wirst oder etwas Nettes zu sagen hast, solltest du den Sport anderer Leute nicht kommentieren.</p></li></ol><p></p><p></p>]]></content:encoded>
      <media:content type="image/jpeg" url="https://assets.steadyhq.com/production/post/c261f1ac-abc2-4d4e-83c4-4acb885b14dc/teaser_image/1737987717?auto=format&amp;h=787&amp;w=1400&amp;fit=fill&amp;crop=faces&amp;fm=jpg" medium="image"/>
      <link>https://steady.page/8af3fc23-de1c-4fd0-b6af-557aa7a6329a/posts/c261f1ac-abc2-4d4e-83c4-4acb885b14dc</link>
      <guid isPermaLink="false">c261f1ac-abc2-4d4e-83c4-4acb885b14dc</guid>
      <pubDate>Mon, 27 Jan 2025 14:21:57 +0000</pubDate>
    </item>
  </channel>
</rss>