Willkommen zur neuen Ausgabe von „Österreich für dich“. Schön, dass du wieder dabei bist.
In den letzten Tagen waren das die wichtigsten Themen in den österreichischen Medien:
🔸 Vorsicht, Betrug: Viele falsche SMS vor Weihnachten
🔸 Spar-Kurs: Stadt Wien streicht Deutsch-Kurse ab 2026
🔸 Zu teuer: Keine dritte Piste am Flughafen Wien
Damit die Informationen auch nützlich für dich sind, schreiben wir unsere Texte so, dass du sie gut verstehen kannst, auch wenn Deutsch nicht deine Muttersprache ist. Dieser Newsletter richtet sich an alle, die leicht verständliche Nachrichten schätzen.
Vorsicht, Betrug!
Vor Weihnachten bestellen besonders viele Menschen im Internet. Das nützen viele Betrüger:innen aus. Deswegen verschicken sie gerade jetzt besonders viele Betrugs-SMS.

Falsche Nachrichten von Paket-Diensten. Die meisten Betrugs-SMS sehen aus wie Nachrichten von Paket-Diensten. In Wirklichkeit kommen sie von Kriminellen. In diesen SMS steht meistens: „Ihr Paket konnte nicht zugestellt werden. Bitte zahlen Sie 2 Euro für eine neue Zustellung.“ Oder: „Laden Sie diese App herunter, um Ihr Paket zu verfolgen.“ Oder: „Klicken Sie auf diesen Link.“
Das ist Betrug. Wer auf den Link klickt oder die App herunterlädt, kommt auf eine falsche Webseite. Und damit können die Kriminellen dann auf das Handy zugreifen. Sie können Daten stehlen oder sogar Geld vom Konto abheben.
Wer unsicher ist, sollte direkt beim Paket-Dienst anrufen. Die Telefon-Nummer findet man im Internet.
Falsche Nachrichten von Behörden. Gerade gibt es auch SMS, die angeblich vom Finanzamt kommen. Oder von FinanzOnline. Manchmal ist der Absender auch ID Austria.
Auch diese SMS sind gefälscht. Niemals den Link anklicken. Denn so gibt man den Kriminellen Zugang zu wichtigen Daten.
Falsche Nachrichten von den eigenen Kindern. Häufiger kommen jetzt auch WhatsApp-Nachrichten, die angeblich von den eigenen Kindern kommen. Jemand schreibt: „Hallo Mama, hallo Papa. Ich habe eine neue Nummer. Mein Handy ist kaputt. Ich brauche dringend Geld für eine Reparatur.“ Oder: „Ich muss eine Rechnung bezahlen. Kannst du mir 2.000 Euro überweisen?“
Die Nachricht kommt aber nicht vom eigenen Kind. Kriminelle schreiben diese Nachrichten. Wer Geld überweist, sieht es nie wieder.
Besser ist: die alte Nummer der Tochter oder des Sohnes anrufen. Oder sich direkt treffen und nachfragen.
Falsche Anrufe von Firmen. Ein anderer Trick von Kriminellen sind falsche Anrufe. Die Anrufe sehen aus, als kämen sie von Amazon oder PayPal. Eine Computer-Stimme sagt: „Drücken Sie die Taste 1.“ Wer das macht, spricht dann mit einer Person. Diese Person sagt: „Installieren Sie diese App auf Ihrem Handy.“
Das ist eine gefährliche App. Damit können Kriminelle alles auf dem Handy sehen und kontrollieren.
Am besten: das Telefon sofort auflegen!
Was soll ich tun, wenn ich eine verdächtige SMS bekomme?
Genau prüfen: Erwarte ich wirklich ein Paket? Kenne ich diesen Absender? Wenn etwas komisch wirkt, nicht auf Links klicken.
Namen nicht trauen: Der Name des Absenders kann gefälscht sein. Kriminelle können Logos so gut nachmachen, dass sie aussehen, als kämen sie von der Bank oder der Post.
Niemals anklicken oder laden: Niemals auf Links in SMS klicken. Niemals Apps aus einer SMS herunterladen.
Zur Polizei gehen. Wer auf einen falschen Link geklickt hat oder eine falsche App heruntergeladen hat, sollte sofort zur Polizei gehen. Auch wer Geld überwiesen hat, sollte das bei der Polizei melden.
Doch die Kriminellen zu finden, ist leider schwer. Denn hinter diesen Betrügereien stecken kriminelle Organisationen, die sich in mehreren Ländern aufhalten.
Wien streicht Deutsch-Kurse
Nicht nur Österreich, auch Wien hat große Schulden. Die Hauptstadt muss in den nächsten Jahren in vielen Bereichen sparen. Davon sind auch Deutsch-Kurse für Flüchtlinge betroffen.

1.700 Kurs-Plätze weniger. Bisher hat die Stadt Wien viele Deutsch-Kurse für Flüchtlinge bezahlt. Im Jahr 2024 waren es 1.700 Kurs-Plätze. Das hat die Stadt 1,9 Millionen Euro gekostet. Diese Kurse wird es ab 2026 nicht mehr geben. Die Kurse, die jetzt noch laufen, werden zu Ende geführt. Aber dann ist Schluss.
Streit um Zuständigkeit. Seit einiger Zeit gibt es einen Streit, wer für diese Kurse zuständig ist. Die Stadt Wien sagt: Der Österreichische Integrations-Fonds, kurz ÖIF, muss für genug Deutsch-Kurse sorgen. Der ÖIF wird mit Steuer-Geldern finanziert. Wien sagt: Der ÖIF bietet zu wenige Plätze an. Deshalb musste die Stadt selbst Kurse machen und bezahlen.
Der ÖIF sieht das anders. Er sagt: Wir sind nur für Menschen mit Asyl, für Menschen mit subsidiärem Schutz und für ukrainische Flüchtlinge zuständig. Nicht für Asylwerber:innen. Wien hat also Kurse für eine Gruppe angeboten, für die der ÖIF nicht zuständig ist.
Was ist der ÖIF?
Der Österreichische Integrationsfonds (Opens in a new window), kurz ÖIF, wird mit Steuergeldern finanziert. Der ÖIF bietet Deutsch-Kurse und Prüfungen an. Er hilft auch bei Fragen zur Integration. Nach dem Gesetz muss der ÖIF Deutsch-Kurse für Menschen mit Asyl, für Menschen mit subsidiärem Schutz und für ukrainische Flüchtlinge anbieten.
2024 hat der ÖIF in ganz Österreich etwa 67.500 Deutsch-Kurs-Plätze angeboten. Davon sind etwa 31.000 Plätze in Wien. Das ist fast die Hälfte aller Plätze in Österreich.
Weniger Plätze für Asylwerber:innen. Kostenlose Deutsch-Kurse für Asylwerber:innen bietet derzeit in Wien der Verein Ute Bock an. Gezahlt werden diese Kurse durch Spenden. Wenn die Kurse der Stadt Wien wegfallen, wird es auf jeden Fall zu wenig Plätze in Deutsch-Kursen geben. „Wir sind jetzt schon an unseren Grenzen“, sagt Maren Riebe vom Verein Ute Bock.
Mögliche Lösung. Die Regierung plant ein Programm namens „Integration ab Tag eins“. Damit könnte der ÖIF in Zukunft auch für Asylwerber:innen Deutsch-Kurse anbieten müssen. Doch noch gibt es dazu kein Gesetz.
Tipp: Kostenlose Sprach-Kurse online
Auf der Homepage des ÖIF gibt es zahlreiche Angebote (Opens in a new window)für Sprach-Kurse für alle Niveaus (A1 bis B2). Es gibt auch Kurse zur Vorbereitung für Prüfungen und viele mehr. Die Online-Kurse sind kostenlos.
Keine 3. Piste am Flughafen Wien
Seit 30 Jahren wird am Flughafen Wien-Schwechat über eine dritte Piste diskutiert. Am Dienstag wurde dann bekannt gegeben: Die dritte Piste wird nicht gebaut.

Hohe Kosten. Für diese Entscheidung gibt es mehrere Gründe. Einer davon sind die Kosten für den Bau. Diese Kosten sind in den letzten Jahren enorm gestiegen und liegen derzeit bei rund zwei Milliarden Euro.
Größere Flugzeuge. Ein anderer Grund sind die größeren Flugzeuge, die heute unterwegs sind. Im Jahr 2005 waren in einem Flugzeug 71 Passagier:innen. Im Jahr 2024 sind es schon 139 Passagier:innen. Deshalb braucht man nicht so viele Flüge. Und damit ist eine dritte Piste zum Starten und Landen von Flugzeugen auch nicht notwendig.
Fluglinien sind dagegen. Die größten Flug-Gesellschaften am Flughafen Wien sind gegen das Projekt. Sie wollen nicht höhere Gebühren zahlen. Schon jetzt sind manchen Billig-Fluglinien die Gebühren am Flughafen Wien-Schwechat zu hoch. Wizz Air wird daher ab März 2026 nicht mehr von Wien aus fliegen. Und auch die Ryanair will dort in Zukunft weniger Flugzeuge starten und landen lassen.
Genug Platz. Die Verantwortlichen vom Flughafen sind überzeugt, dass der Flughafen in Zukunft auch ohne die dritte Piste mehr Passagier:innen abfertigen kann. Der Flughafen will die Terminals größer machen. Mit den zwei Pisten, die es jetzt schon gibt, können dann 52 Millionen Passagier:innen pro Jahr fliegen.
Enttäuschung. Viele Menschen, die in der Nähe vom Flughafen wohnen, sind enttäuscht. Sie leben seit vielen Jahren mit Flug-Lärm. Sie hatten gehofft, dass eine dritte Piste den Flug-Lärm besser verteilt.
Der Flughafen schließt aber nicht aus, dass es irgendwann in der Zukunft vielleicht doch noch eine dritte Piste geben könnte.
Das waren die wichtigsten Nachrichten der Woche. Wir hoffen, dass auch für dich etwas Interessantes dabei war.
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Der nächste Newsletter erscheint am Donnerstag,
4. Dezember 2025.
Bis dahin wünschen wir dir alles Gute.
Liebe Grüße
Petra und Michi
Team „Österreich für dich“