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„Österreich für dich“ – die wichtigsten Nachrichten der Woche

Willkommen zur neuen Ausgabe von „Österreich für dich“. Schön, dass du wieder dabei bist.

In den letzten Tagen waren das die wichtigsten Themen in den österreichischen Medien:

🔸 Inflation bleibt hoch, Strom wird 2026 billiger
🔸 Kind zeigt SOS-Zeichen, Angeklagter wird freigesprochen
🔸 Der Stopp beim Familien-Nachzug wurde verlängert


Damit die Informationen auch nützlich für dich sind, schreiben wir unsere Texte so, dass du sie gut verstehen kannst, auch wenn Deutsch nicht deine Muttersprache ist. Dieser Newsletter richtet sich an alle, die leicht verständliche Nachrichten schätzen.

Inflation ist weiterhin hoch

Im November lag die Inflation in Österreich bei vier Prozent. Das zeigen Daten der Statistik Austria. In den Ländern, die den Euro als Währung haben, lag sie im Schnitt bei 2,1 Prozent. Die Preise steigen in Österreich also fast doppelt so stark wie im Durchschnitt der Euro-Länder.

Das Bild zeigt fünf Stapel mit Euro-Münzen, die von links nach rechts immer höher werden. Im Hintergrund ist eine rosa-rote Grafik mit Zahlen und dem Wort „INFLATION” zu sehen. Ein weißer Pfeil zeigt nach oben und symbolisiert steigende Preise.
Die Inflation in Österreich liegt seit drei Monaten bei vier Prozent. Das ist fast doppelt so hoch wie im Durchschnitt der Euro-Länder. Foto: iStock/Vladimir Zakharov

Was ist Inflation?

Inflation bedeutet, dass die Preise steigen. Wenn die Inflation bei 4 Prozent liegt, kosten die Dinge im Durchschnitt 4 Prozent mehr als im Jahr davor. Das heißt: Für 100 Euro bekommt man weniger als früher. Man kann sich also weniger leisten.

Besonders stark gestiegen ist der Preis für Strom. Er ist um mehr als 40 Prozent teurer geworden als im Vorjahr. Das hat mehrere Gründe: Früher hat der Staat geholfen, die Strompreise niedrig zu halten. Diese Hilfe gibt es jetzt nicht mehr. Außerdem wurden Gebühren für das Stromnetz und zusätzliche Steuern erhöht.

Höhere Preise. Im November sind aber auch Preise in Restaurants und Hotels gestiegen, und zwar um 5,9 Prozent. Kaffee kostete um 18,1 Prozent mehr. Nahrungsmittel stiegen um 3,6 Prozent, Treibstoffe um 2,5 Prozent.

Nur wenige Dinge wurden billiger. Öle und Fette kosteten 12,3 Prozent weniger, Gemüse wurde um 0,8 Prozent billiger.

Das Bild zeigt ein horizontales Balkendiagramm mit dem Titel „November 2025: Wo die Preise am stärksten gestiegen sind”. Das Diagramm zeigt fünf Kategorien: An erster Stelle steht „Wohnen, Wasser, Energie“ mit einer Preissteigerung von 6,6 Prozent, gefolgt von „Gastronomie, Hotels“ mit 5,9 Prozent. Die Inflationsrate liegt bei 4,0 Prozent und ist orange markiert. „Lebensmittel” stiegen um 3,6 Prozent, „Treibstoffe” um 2,5 Prozent. Quelle: Statistik Austria.

Regierung senkt Kosten für Strom

Um die Menschen und Firmen etwas zu entlasten, senkt die Regierung ab 1. Jänner 2026 die Kosten für Strom. Dafür ändert sie die sogenannte Elektrizitäts-Abgabe. Das ist eine Steuer auf Strom.

Für private Haushalte sinkt diese Abgabe von 1,5 Cent auf 0,1 Cent pro Kilowattstunde. Eine Kilowattstunde ist die Einheit, mit der Strom gemessen wird. Ein durchschnittlicher Haushalt spart dadurch etwa 60 Euro im Jahr.

Auch Firmen zahlen weniger. Für Unternehmen sinkt die Abgabe von 1,5 Cent auf 0,82 Cent pro Kilowattstunde.

Die neue Regel gilt ab 1. Jänner 2026 bis Ende 2026.

Warum es hier einen Freispruch gab

In den Medien wurde diese Woche auch über den Fall eines Mannes berichtet, der vor Gericht stand. Dem 39-jährigen Iraker wurde vorgeworfen, seine Ex-Partnerin und ihre Kinder bedroht und in ein Auto gezwungen zu haben.

Heimlicher Hilferuf. Danach raste er mit hoher Geschwindigkeit durch Wien und verursachte schließlich einen Unfall. Als die Polizei zum Unfallort gerufen wurde, konnte der Mann keinen Führerschein zeigen. Die Polizist:innen sahen sich das Auto genauer an: Auf der Rückbank saß eine Frau. Sie wirkte sehr verängstigt. Bei ihr waren ein Baby und ein Mädchen (6). Das Mädchen zeigte den Polizist:innen schließlich ein SOS-Handzeichen. Dieses Zeichen bedeutet, dass man Hilfe braucht.

Das Bild zeigt eine Anleitung für das SOS-Handzeichen in drei Schritten. Schritt 1: Eine offene Hand mit ausgestreckten Fingern. Schritt 2: Der Daumen wird in die Mitte der Handfläche gelegt. Schritt 3: Die vier Finger werden über den Daumen gelegt und die Hand zur Faust geschlossen. Die Überschrift lautet "Hilferuf mit Handzeichen".
Dieses Bild hat die KI gemacht.

Mehrere Messer. Die Beamt:innen fanden außerdem heraus, dass gegen den Mann schon vorher ein Annäherungs-Verbot bestand. Das heißt: Er durfte sich der Frau nicht nähern. Die Polizei fand mehrere Messer im Auto. Eines davon lag im Kinderwagen.

Vor Gericht. Am Dienstag stand der Mann vor Gericht. Doch dort verweigerten die Frau und ihre Tochter die Aussage. Das ist in Österreich erlaubt: Ehepartner:innen, Kinder und Eltern müssen nicht gegen nahe Familienmitglieder aussagen. Weil die Frau und das Mädchen vor Gericht nicht erzählten, was passiert ist, durften auch ihre früheren Aussagen im Prozess nicht mehr verwendet werden.

Freispruch. Der Mann stritt alle Vorwürfe ab. Am Ende sprach ihn die Richterin frei. Sie sagte aber auch: Sie tue das nicht, weil sie ihm glaube. Die Richterin betonte, dass die Gesetz-Gebung in diesem Fall keine andere Entscheidung zulasse. Die Aussagen des Mannes halte sie aber für nicht glaubwürdig.

Sicher leben ohne Gewalt. Nicole Krejci leitet das Gewaltschutz-Zentrum Wien. Sie sagt in einem Interview mit Der Standard (Opens in a new window): Das Recht, die Aussage zu verweigern, sei bei Gewalt in der Familie grundsätzlich sinnvoll. Viele Betroffene wollen nicht unbedingt eine Verurteilung des Täters oder der Täterin. Sie wollen vor allem wieder sicher leben, ohne Gewalt. Sie sollen durch ein Verfahren nicht noch stärker unter Druck geraten.

Andere Beweise müssen auch zählen. Krejci sagt aber auch: Eine Verurteilung dürfe nicht nur davon abhängen, ob Opfer vor Gericht aussagen. Vor Gericht sollten auch andere Beweise gelten. Das können zum Beispiel Nachrichten am Handy sein, in denen jemand droht. Oder Unterlagen, die Verletzungen belegen – etwa Fotos oder Berichte aus einer Gewalt-Ambulanz.

Viele Frauen sind von Gewalt betroffen. Eine Befragung der Statistik Austria zeigt, dass in Österreich etwa jede dritte Frau ab 15 Jahren körperliche oder sexuelle Gewalt erlebt. Im Durchschnitt werden jeden Monat drei Frauen getötet. Die Täter sind oft Partner oder Ex-Partner.

Hilfe bei Gewalt

Frauen-Helpline (täglich rund um die Uhr kostenlos)
Tel.: 0800 222 555; www.frauenhelpline.at (Opens in a new window)

Gewaltschutz-Zentren (kostenlos)
Tel.: 0800 700 217. Mehr Infos dazu findest du hier (Opens in a new window).

Polizei-Notruf
Tel.: 133

Männer-Notruf (täglich rund um die Uhr kostenlos)
Tel.: 0800 246 247; maennernotruf.at (Opens in a new window)

Stopp für Familien-Nachzug verlängert

Die Regierung hat den Stopp für den Familien-Nachzug verlängert. Das heißt, Menschen mit Asyl oder Schutz in Österreich dürfen ihre engste Familie vorerst nicht nach Österreich holen. Der Stopp gilt jetzt bis Anfang Juli 2026.

Was ist der Familien-Nachzug?

Familien-Nachzug bedeutet, dass jemand, der in Österreich Asyl oder Schutz bekommen hat, auch Ehe-Partner:innen oder Kinder nachholen kann.

Doch genau das ist seit Juli 2025 in den meisten Fällen nicht mehr möglich. Seitdem werden Anträge nicht bearbeitet. Am Mittwoch wurde nun entschieden, den Stopp um weitere sechs Monate zu verlängern.

Zu wenig Plätze in Schulen. Die Regierung sagt, Österreich schafft im Moment nicht noch mehr neue Familien, die Unterstützung brauchen. Gemeint sind zum Beispiel mehr Plätze in Schulen und Kindergärten, mehr Deutsch-Kurse, mehr Wohnungen und mehr Hilfe von Behörden.  

Auch bei der Kriminalität und Integration gäbe es Probleme. An dieser Situation habe sich in den letzten Monaten nichts geändert, sagt dazu Innenminister Gerhard Karner (ÖVP).

Verlängerung. Dieser Stopp beim Familien-Nachzug kann höchstens dreimal verlängert werden. Er darf insgesamt also nur bis 30. September 2026 dauern. Jetzt gilt er auf jeden Fall bis Anfang Juli 2026.

Zahlen zum Familien-Nachzug. In den letzten zehn Jahren sind rund 47.000 Menschen über Familien-Nachzug nach Österreich gekommen. Es waren vor allem Kinder und Jugendliche. Viele Familien kamen aus Syrien.

Seit dem Stopp im Juli 2025 durften nur zehn Personen einreisen. Das waren Ausnahme-Fälle. Im November gab es nur einen einzigen Ausnahme-Fall.

Ausnahmen gibt es nur selten. Zum Beispiel kann ein Familien-Mitglied nachkommen, wenn ein Jugendlicher sonst keine wichtige Bezugs-Person hat und nicht gut versorgt wäre.

Das waren die wichtigsten Nachrichten der Woche. Wir hoffen, dass auch für dich etwas Interessantes dabei war.

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Weihnachten steht vor der Tür. Daher nehmen wir uns eine kurze Auszeit, um mit unseren Familien die Feiertage zu genießen und neue Kraft zu tanken.

Ab Jänner sind wir wieder für dich da mit Nachrichten aus Österreich. Bis dahin wünschen wir dir friedliche Feiertage und einen guten Start ins neue Jahr!


Der nächste Newsletter erscheint am Donnerstag,
8. Jänner 2026.

Liebe Grüße

Petra und Michi
Team „Österreich für dich“