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    <title>Ohje Internet - Das Update</title>
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    <description>Ohje Internet ist ein Blog und ein Newsletter über das Internet und das Drumherum.</description>
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      <title>Ohje Internet - Das Update</title>
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      <title><![CDATA[Ohje Internet: Das Update #7 Kühlschränke und Roboter]]></title>
      <description><![CDATA[Über einen Übergriff per Roboter, unsichere Kühlschränke und die Pleite von Character.ai und ]]></description>
      <content:encoded><![CDATA[<img src="https://assets-proxy.steadyhq.com/https%3A%2F%2Fohje-internet.de%2Fwp-content%2Fuploads%2F2026%2F09%2FOhje-Internet-770x285-1-1.png?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp&amp;s=e5875aa4cda706bd95520961c8e9d4d4" alt=""/><p>Hallo und guten Tag. Wieder liegt eine Woche Internet hinter uns. Wieder war mehr los, als dieser Newsletter umfassen könnte. Es geht um Männer, die Gewalt per Roboter verüben, um den britischen Premier und dessen Einlassungen zu Russlands Rolle beim Brexit und um Kühlschränke. Exakt.</p><p>Diese Woche habe ich außerdem viel über einen Ausschnitt (<a href="https://www.instagram.com/reels/DeUg8S4ilYY/">Instagram</a>) aus einem lesenswerten <a href="https://www.bbc.com/news/articles/cjzxz9yp1kq9o">Interview</a> der BBC mit Signal-Chefin Meredith Whitaker nachgedacht. Im Interview soll sie einige Social-Media-gerechte Fragen beantworten, bei denen ihr zwei Optionen genannt werden, die beide schlecht oder unterkomplex sind (Ein KI-Tool mit all ihren Passwörtern oder ein Bär im Wald? AI Doom - Hype oder real?). Whitaker hat sehr offensichtlich keine Lust darauf. Mehrfach sagt sie, dass sie passen möchte. Sie flucht — damit kann ich viel anfangen. Als die interviewende Journalistin schließlich sagt, Whitaker sorge dafür dass sie ihre Arbeit als Journalistin hinterfrage, erwidert diese schließlich:</p><blockquote><p>Don&#39;t, don&#39;t, don&#39;t. Question why we are mediated by 7 platforms, largely jurisdictioned in the US, that have made us supplicate to a format that degrades the integrity of our expertise. Question that, babies.</p></blockquote><p>Ich finde, wir könnten mehr darüber reden, wie sehr Algorithmen große Teile der Öffentlichkeit längst dressiert haben. Es ist das Eine, sich daran zu orientieren, was Menschen lesen, sehen oder hören wollen. Welche Themen, welche Perspektiven sie sich wünschen. Etwas völlig anderes ist es, jedem tatsächlichen oder erdachten “Wunsch” des Algorithmus zu folgen, in der Hoffnung, dafür mit ein paar mehr Klicks belohnt zu werden.</p><figure><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/7025a29b-cd36-4e56-9c5a-e39e38e1cdc3/uploads/images/mdmaqnfieo/image.png?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt="Warning: This article contains strong language."/><figcaption>Sehr gute Einleitung zum BBC-Interview mit Meredith Whitaker</figcaption></figure><p>In diesem Sinne: Nicht alles muss knackig-zugespitzer Social-Video-Content im Fünf-Sekunden-Format sein. Machen wir also weiter.</p><p><a href="https://steady.page/de/ohje-internet/about">Mitglied werden</a></p><h2>Thema der Woche: Übergriff per Roboter</h2><p>Auf viele neue Technologien trifft Folgendes zu: Theoretisch könnten sie für ganz sinnvolle Dinge genutzt werden. Praktisch werden sie dann auch zum Werkzeug für Übergriffe auf Frauen. Wir hatten das bei Smart Trackern. Dann Smart Glasses. Und nun: Roboter.</p><p>In Köln gab es diese Woche so einen <a href="https://www1.wdr.de/nrw/koeln/roboter-fasst-maedchen-an-po-100.html">Fall</a>. Ein 16-Jähriger ist mit seinem Roboter (<a href="https://www.unitree.com/R1/">Kostenpunkt</a> rund 5000 US-Dollar) durch die Stadt getourt. Dabei soll das Gerät eine Gleichaltrige gegen ihren Willen berührt und belästigt haben. Die Polizei ermittelt.</p><p>Der Besitzer behauptet, sein Roboter sei nur gegen das Mädchen gelaufen. Mehrere Ausschnitte aus der — natürlich — live gestreamten Aktion zeigen aber auch, dass der Roboter immer wieder auch jungen Frauen und Mädchen gegenüber Masturbationsbewegungen macht.</p><h2>Gutes Internet, schlechtes Internet</h2><p><strong>BAUSTELLEN-GIFS!</strong><br/><a href="https://gifcities.org/">GifCities</a> ist eine Sammlung von vintage GIFs aus vergangenen Zeiten. Alles blinkt, alles dreht sich. Es ist wunderschön.</p><figure><img src="https://assets-proxy.steadyhq.com/https%3A%2F%2Fmedia.tenor.com%2FMRCIli40TYoAAAAj%2Funder-construction90s-90s.gif?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp&amp;s=d9c4c6bc0044b4e5f61cf7ac45f9330d" alt="Ein gelb-schwarzes GIF, das ein Bauarbeiter-Strichmännchen beim Schippen zeigt."/><figcaption>Internet-Hochkultur: Das Baustellen-GIF</figcaption></figure><p><strong>Unsichere Kühlschränke :(</strong><br/>BSI-Chefin Claudia Plattner hat in dieser Woche dazu aufgerufen, für die Sicherheit von Kühlschränken im Internet zu sorgen — oder so ähnlich: In Frankreich hat ein Angriff auf vernetzte Kühlsysteme in Hunderten Supermärkten für einen großen Ausfall, massenhaft auftauende Lebensmittel und einige kleinere <a href="https://www.bbc.com/news/articles/crq5nzxv9q4yo">Feuer</a> gesorgt. Dazu die oberste <a href="https://www.bsi.bund.de/DE/Service-Navi/Presse/Pressemitteilungen/Presse2026/261013_OT-Gefaehrdung-Kleinanlagen.html">Cybersicherheitschefin</a> der Bundesrepublik: „Die Vorfälle in Frankreich zeigen deutlich, wie Cyberangriffe unseren Alltag beeinflussen und stören können. Dieser Angriff hätte jedes Land treffen können und kann auch jetzt jederzeit Nachahmer finden. Derartige Einfallstore laden regelrecht zu Sabotage ein. Wir fordern die Betreiber solcher Anlagen eindringlich auf, ihre Systeme sicher zu betreiben!&quot; Plattners Bundesamt hat dazu eine eilige &quot;Cybersicherheitsempfehlung&quot; herausgegeben, die sich aber nicht nur an Supermärkte richtet. Denn solche Angriffe, warnt das BSI, könnten auch Stromerzeuger treffen. Die gute Nachricht: &quot;Die Sicherheitsmaßnahmen liegen auf der Hand und sind unkompliziert umzusetzen.“ Man muss es halt nur machen.</p><p><strong>Character.AI insolvent</strong><br/>Chatbot-Anbieter Character.AI ist pleite. Das Unternehmen hat nicht nur reichlich Geld <a href="https://www.derstandard.de/consent/tcf/story/3000000344126/absturz-eines-ki-pioniers-warum-characterai-trotz-millionenpublikum-gescheitert-ist">verbrannt</a> —allein 10 Millionen US-Dollar pro Monat für Rechenleistung — ohne auch nur in Sichtweite schwarzer Zahlen zu kommen. In den USA gab es einige Klagen. Dabei ging es um <a href="https://www.cbsnews.com/news/character-ai-chatbots-engaged-in-predatory-behavior-with-teens-families-allege-60-minutes-transcript/">Fälle</a> von Selbstverletzung und Suizid. Außerdem sollen Chatbots des Unternehmen Antworten generiert haben, in denen sie als Menschen, zudem als ausgebildete <a href="https://www.reuters.com/legal/litigation/pennsylvania-sues-character-ai-says-chatbot-poses-doctors-2026-05-05/?link_source=ta_bluesky_link&amp;taid=69fa065005abc00001675b26&amp;utm_campaign=trueanthem&amp;utm_medium=social&amp;utm_source=bluesky">Ärzte</a> auftraten.</p><p><strong>Hinrichtungs-Livestream abgesagt</strong><br/>Diese Woche begann damit, dass Experten Eltern <a href="https://apnews.com/article/execution-live-stream-livestream-children-trauma-elections-ab5723a0fc03316df402e6b8c342144f?link_source=ta_bluesky_link&amp;taid=6ace1d6176e0550001f0ce32&amp;utm_campaign=TrueAnthem&amp;utm_medium=AP&amp;utm_source=Bluesky">aufforderten</a>, ihre Kinder auf den Livestream einer Hinrichtung in den USA vorzubereiten. Dann ging es weiter, mit Plattformen (außer Tiktok und Kick), die sich um Antworten auf die <a href="https://www.politico.com/news/2026/10/14/tech-platforms-livestreamed-execution-01117372">Frage</a>, ob sie den Livestream einer Hinrichtung erlauben würden, drückten. Mittlerweile hat Trump den Livestream <a href="https://www.tagesschau.de/ausland/amerika/trump-livestream-hinrichtung-100.html">abgesagt</a>.</p><p><strong>Glitter und Gold für Donald Trumps Ballroom</strong><br/>Die <a href="https://www.washingtonpost.com/investigations/2026/10/15/secret-documents-reveal-donors-behind-330-million-trumps-ballroom/">Washington Post </a>hat neue Informationen zu den Geldgebern für Donald Trumps höchstwahrscheinlich unansehnlichen Ballsaal veröffentlicht. Darunter sind auch Nvidia und Apple, die jeweils 25 Millionen US-Dollar beigesteuert haben.</p><h2>Neues aus dem Sloppiverse</h2><p><strong>Trump und Tiger</strong><br/>Nein, von Donald Trump ist kein Anstand zu erwarten. Und auch sonst nicht viel Gutes. Und trotzdem kann und darf die alltägliche Grausamkeit keine Normalität sein. Diese Woche hat er ein KI-Video verbreitet, das ihn mit einem Tiger raufend zeigt. Die Szenen ähneln optisch denen, die den Tod eines jungen Mannes in einem englischen Tierpark vor einigen Tagen zeigen. Auch dieses Video hat Trump verbreitet. Selbstverständlich verlinke ich nichts davon, dafür aber einen Bericht des <a href="https://www.theguardian.com/uk-news/2026/oct/14/william-chapman-family-tiger-attack-online-content-trump-reposts-video">Guardian</a>, in dem auch die Familie des Getöteten zu Wort kommt.</p><p>KI-Schrott-Bücher<br/>Cam Wilson berichtet für die australische ABC über KI. Amazon verkauft ein KI-Schrott-Buch mit dem Titel “Conspiracy Nation Exercises: Redefine Living Through Cam Wilson Teachings”. Wilson hat sich das Buch — 89 Seiten, großer Zeilenabstand, Comic Sans — <a href="https://www.abc.net.au/news/2026-10-10/cam-wilson-ai-book-copyright-laws/107220714">bestellt</a> und ist auf falsche Zitate und reichlich Nonsens gestoßen.</p><h2>Tier der Woche</h2><p>Das Tier der Woche wurde rund 40 Jahre im Keller <a href="https://www.swr.de/swraktuell/baden-wuerttemberg/tuebingen/forscher-entdecken-neue-asselart-im-keller-100.html">vergessen</a>. Die Riesenassel — der Name ist Programm, die passt wirklich nicht in jede Ritze — hat in einer Schublade herumgeasselt, bis sie wiedergefunden und nun auf den Namen Bathynomus tuebingoborikensis hört.</p><figure><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/7025a29b-cd36-4e56-9c5a-e39e38e1cdc3/uploads/images/72fbujc2q6/16CD0355-3BAF-47BD-A6D9-3D9B1100F098_1_102_o.jpeg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt="Eine handgezeichnete Assel, die leicht erbost ist, weil sie 40 Jahre vergessen wurde."/><figcaption>Grumpy Bathynomus tuebingoborikensis</figcaption></figure><p>Vielen Dank und bis nächste Woche!</p><p><a href="https://steady.page/de/ohje-internet/newsletter/sign_up">Newsletter abonnieren</a></p><hr aria-hidden="true"/><p><em>KI-Disclaimer: Beim Schreiben dieses Newsletters ist kein KI-Chatbot zum Einsatz gekommen.</em></p><p><em>Ihr könnt meinen Newsletter auf </em><a href="https://steady.page/de/ohje-internet/"><em>Steady</em></a><em> abonnieren und mich einmalig über</em> <a href="https://ko-fi.com/raeuberhose"><em>Ko-Fi</em></a> <em>oder langfristig über Ko-Fi oder Steady unterstützen. Das würde mich ganz außerordentlich freuen!</em></p><p><em>Ideen, Informationen und niedliche Tierlinks nehme ich unter </em><a href="mailto:hallo@ohje-internet.de"><em>hallo@ohje-internet.de</em></a><em> entgegen.</em></p>]]></content:encoded>
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      <pubDate>Fri, 16 Oct 2026 08:02:21 +0000</pubDate>
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      <title><![CDATA[Ohje Internet: Das Update #6 KI in der “Folterkammer” und…]]></title>
      <description><![CDATA[Heute geht es um neue skurrile Auswüchse von KI-Vermenschlichung, die Einmischung der USA in eine Desinformationskonferenz und viel KI-Quatsch.]]></description>
      <content:encoded><![CDATA[<h1>Ohje Internet: Das Update #6 KI in der “Folterkammer” und US-Regierung findet Konferenz doof</h1><img src="https://assets-proxy.steadyhq.com/https%3A%2F%2Fohje-internet.de%2Fwp-content%2Fuploads%2F2026%2F09%2FOhje-Internet-770x285-1.png?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp&amp;s=698f01243630087048fc68fed395230b" alt=""/><p>Liebes Internet, diese Woche war viel los, deshalb geht es direkt los. Heute geht es um neue skurrile Auswüchse von KI-Vermenschlichung, die Einmischung der USA in eine Desinformationskonferenz, W Social, KI-Pumas, KI-”Comedians”, KI-Poschardts. KI, KI, KI.</p><h2>KI-”Folterkammer”</h2><p>In den letzten zwei Wochen haben wir eine skurrile neue Stufe der KI-Vermenschlichung geknackt: Menschen, die sich um KI-”Folter” sorgen. Es geht um ein <a href="https://researchchamber.fun/">Experiment</a>, in dem lokale LLM-Modelle “Folter” ausgesetzt werden&quot;. Jason Koebler bezeichnet das Ganze bei <a href="https://www.404media.co/someone-torturing-llms-in-a-robot-prison-has-triggered-the-dumbest-debate-in-ai-yet/">404 Media</a> (€) als <a href="https://gameguidewiki.de/index.php/Textadventure">Textadventure</a>.</p><p>Es folgte ein kollektiver Meltdown, vor allem auf X, und verzweifelte Bitten, dass die Softwareentwicklungsplattform Github den entsprechenden Code doch bitte löschen möge. Allerdings geht es nicht darum, dass das Einüben brutalen Verhaltens mit einer Normalisierung einhergehen könnte, die in der Folge auch Schaden für Menschen anrichten kann.</p><p>Dahinter steckt die Idee, dass KI ein Bewusstsein hat und Schmerz empfinden kann. Einer der Begriffe, die hier eine Rolle spielen, ist <strong>model welfare</strong>, also das Wohlergehen von KI-Modellen. Dazu gibt es in der entsprechenden Tech-Bubble gerade reichlich Diskussionen. Etwa 99,99 Prozent (grobe Schätzung) mehr als Diskussionen über KI-Modelle, die genutzt werden können, um Frauen und Kinder gegen ihren Willen “auszuziehen”.</p><p>Passend zu dieser ganzen Diskussion hat Anthropic gerade neue Nutzungsregeln festgelegt. Neben neuen Regeln im Sinne zuletzt diskutierter Risiken (Biowaffen, Wahlmanipulation und so weiter) gibt es auch eine neue Regel mit Bezug zum Thema model welfare, die “anhaltendes und unnötiges missbräuchliches oder grausames Verhalten” gegenüber Chatbot Claude untersagt.</p><h2><strong><em>Nicht</em></strong> Reden über ausländische Einmischung</h2><p>Ich spreche da aus Erfahrung: Konferenzen mit dem Schwerpunkt Desinformation sind eigentlich nicht der große Garant für dicke Schlagzeilen. Bei der diesjährigen <a href="https://www.disinfo.eu/conference/">Disinfo2026</a> in Vilnius, ausgerichtet vom EU DisinfoLab, verhielt sich das diese Woche etwas anders.</p><p>Auf dem Programm stand nämlich unter anderem eine Diskussion von wohlgemerkt drei US-Experten mit dem Titel &quot;USA as a FIMI threat: acknowledge, adapt, push back”. FIMI bezeichnet Foreign Information Manipulation and Interference, einen Begriff der inzwischen häufig für die hybride Kriegsführung von Staaten wie Russland, China und dem Iran genutzt wird, auch weil er über Desinformation als eines ihrer Elemente hinaus geht.</p><p>Die US-Regierung zeigte sich angesichts des Programms souverän unsouverän und demonstrierte ihr sehr eng angelegtes Verständnis von Meinungsfreiheit. Über die US-Botschaften übte sie <a href="https://www.politico.com/news/2026/10/07/disinformation-conference-europe-us-pressure-01111134">Druck</a> auf teilnehmende und unterstützende Länder aus, darunter Frankreich, Norwegen, Rumänien und Polen. Das Ziel: Vertreter dieser Staaten sollten ihre Teilnahme absagen und ihre Unterstützung der Konferenz zurückziehen.</p><p>Die Intervention der USA war zumindest teilweise von <a href="https://www.theguardian.com/us-news/2026/oct/07/trump-eu-disinformation-conference">Erfolg</a> gekrönt: Am Montag, kurz vor der Konferenz ließen Kanada und Litauen die Logos ihrer jeweiligen Ministerien von der Sponsorenseite der Veranstaltung und dem Programm entfernen. Kurz darauf folgte dann auch der European External Action Service, der diplomatische Dienst der EU. Frankreich hingegen ist bis heute als Supporter auf der <a href="https://disinfo2026.mitto.app/sponsors">Website</a> aufgeführt. Mehrere Länder haben vermeintliche Änderungen des Programms als Grund für ihre Rückzüge angeführt. Eine Diskussion, aus der sich Kanadas diplomatischer Dienst zurückgezogen hat, war jedoch nach Recherchen der <a href="https://www.cbc.ca/news/politics/gac-disinformation-united-states-lithuania-9.7187116">CBC</a> über Wochen entsprechend angekündigt.</p><a href="https://bsky.app/profile/mschenk.bsky.social/post/3mxbe4huqbc2n">https://bsky.app/profile/mschenk.bsky.social/post/3mxbe4huqbc2n</a><p>Die Wahrheit ist: Donald Trump sagt ständig unwahre Dinge. Im Laufe seiner ersten Amtszeit stellte er <a href="https://www.washingtonpost.com/politics/2021/01/24/trumps-false-or-misleading-claims-total-30573-over-four-years/">zehntausende</a> falsche und verzerrte Behauptungen auf. In seiner zweiten Amtszeit verbreitet er Falsches über seinen <a href="https://politifact.com/factchecks/2026/oct/02/donald-trump/iran-war-four-six-weeks-nuclear-timeline-midterms/">Krieg gegen den Iran</a>, den <a href="https://www.npr.org/2026/01/06/nx-s1-5598467/trump-distorted-the-history-of-the-jan-6-riot-nprs-archive-preserves-the-evidence">Umsturzversuch</a> des 6. Januar 2021, <a href="https://politifact.com/factchecks/2026/feb/02/donald-trump/bongino-minnesota-somali-employment-poverty-benefi/">Menschen mit Migrationsgeschichte,</a> <a href="https://politifact.com/factchecks/2026/aug/11/donald-trump/mmr-measles-vaccine-safety-cdc/">Impfungen</a> (die Liste ist um ein Vielfaches länger) und <a href="https://www.bbc.com/news/articles/c36wn949jxno">kopiert</a> immer wieder Talking Points von Wladimir Putin, wenn es um dessen Krieg gegen die Ukraine geht. Gleichzeitig leidet die Pressefreiheit in den USA erheblich. Seriöse Journalisten werden sabotiert, MAGA-Medienaktivisten dagegen hofiert — solange sie freundlich genug über ihn berichten.</p><p>Trump ist nicht allein. Auch sein Kabinett eifert ihm nach. Nicht nur in Person des Gesundheitsministers, der während der Corona-Pandemie auch eine wichtige Rolle für die Querdenken-Bewegung spielte. Gleichzeitig will die Regierung rechte und rechtsextreme Kräfte in Europa <a href="https://www.theguardian.com/us-news/2026/sep/30/trump-state-department-human-rights-fund">finanziell stärken</a> und europäische Tech-Regulierung wie den Digital Services Act schwächen. Außerdem <a href="https://www.theguardian.com/us-news/2025/dec/05/trump-administration-us-visa-crackdown">sanktionierten</a> die USA unter Trump — <a href="https://knightcolumbia.org/content/federal-court-suspends-trump-immigration-policy-targeting-technology-researchers">zeitweise</a> — Menschen, die in Forschung, Zivilgesellschaft und Journalismus zu Themen wie Hate Speech oder Desinformation arbeiten.</p><p>Die Einmischung der USA in eine Konferenz in der EU und der Druck auf geldgebende Länder zeigt außerdem recht klar: Ja, die USA unter Trump sind ein “FIMI threat”. Und sie zeigen auch, wie dringend es notwendig ist, darüber auf Fachkonferenzen zu diskutieren und zu beraten.</p><p>Das ist zum Glück auch passiert: Denn trotz des Rückziehers mehrerer ursprünglicher Unterstützer fand das Panel wie geplant statt.</p><h2>Gutes Internet, Schlechtes Internet</h2><p><strong>Aus dem Leben des Enshittificators</strong><br/>Die norwegische Verbraucherschutzbehörde hat zwei absolut großartige Videos zum Thema Enshittification veröffentlicht. Der Begriff wurde von Cory Doctorow geprägt und beschreibt die schleichende Verschlimmerung (also Scheißifizierung) von Internet, Technik und Plattformen. (<a href="https://www.youtube.com/watch?v=d6SPV4GZp-U">Nummer eins</a> und <a href="https://www.youtube.com/watch?v=T4Upf_B9RLQ">Nummer zwei</a> auf Youtube)</p><p><strong>Ermittlungen gegen Medizin-Influencerin</strong><br/>Alina Walbrunn oder Doc Alina ist vielleicht einigen ein Begriff, weil sie in diesem Jahr auf ein Experiment eines Youtubers hereingefallen ist, der über eine erfundene Pharmafirma eine Werbekampagne bezüglich einer erfundenen Krankheit platzieren wollte. <a href="https://www.zdfheute.de/wissen/medfluencer-chancen-risiken-medizin-influencer-100.html">Mit Erfolg.</a> In einem anderen Zusammenhang <a href="https://www.br.de/nachrichten/bayern/medizin-influencerin-ermittlungen-gegen-doc-alina,VXTOb1h">ermittelt</a> aktuell die Staatsanwaltschaft in München, weil sie sich unerlaubt als Ärztin bezeichnet haben soll. Sie hat ein Medizinstudium abgeschlossen, ausgebildete Ärztin ist sie allerdings bisher nicht.</p><p><strong>W Social und “Public by design”</strong><br/>Gavin Karlmeier berichtet bei Haken dran (<a href="https://hakendran.podigee.io/638-glaesern-by-design-mit-martin-fehrensen">Podigee</a>, <a href="https://www.youtube.com/watch?v=vBWzwZIiH94">Youtube</a>), dass das europäische Social-Media-Netzwerk W Social einige Daten von Usern öffentlich einsehbar speichert. W Social ist das Netzwerk, das mit der Verifizierung von Usern über den Personalausweis wirbt und immer wieder Mails schreibt, ob man nicht auch mal auf der Plattform vorbeischauen möchte.</p><p><strong>Placebo-Sicherheit bei Tiktok</strong><br/>In New York läuft derzeit ein Verfahren gegen Tiktok. Ein <a href="https://techcrunch.com/2026/10/08/new-york-alleges-tiktok-gave-teens-children-a-placebo-safety-feature-instead-of-a-real-one/">Vorwurf</a> lautet: Die Plattform soll im Rahmen eines “Experiments” tausenden Usern ein Sicherheitsfeature angeboten haben, das gar nicht funktionierte. Der “Algo Refresh”, der eigentlich den eigenen Feed zurücksetzen und so auch von problematischen bis gefährlichen Inhalten befreien sollte, hat bei diesen Usern überhaupt nichts an den Feeds geändert. Es ist nicht das erste “Experiment” dieser Art: Im August wurde <a href="https://techcrunch.com/2026/08/20/senators-demand-answers-from-tiktok-over-experiment-that-disabled-safeguards/">bekannt</a>, dass Tiktok bei 10 Prozent seiner US-User ein Sicherheitsfeature abgeschaltet hat, das User vor schädlichen Inhalten schützen sollte.</p><h2>Neues aus dem Sloppiverse</h2><p><strong>Poschardt be poschardting</strong><br/>Ulf Poschardt gefällt sich in der Rolle des pöbelnden Normalisierers von Menschenverachtung und Rechtsextremismus (in einem seiner jüngsten Posts (<a href="https://archive.is/1MXlB">Archiv</a>) findet er nette Worte für ein “lässiges Gespräch” mit Rechtsextremistin Ellen Kositza). Das hat keinen Nachrichtenwert, das System dahinter sollte man aber doch immer mal wieder benennen. Auf Instagram ist er Co-Poster eines KI-Videos, das ihn beim Verprügeln von Robert Habeck, den FragDenStaat-Gründer und Journalisten Arne Semsrott und Felix Banaszak zeigt. Poschardt hängt methodisch hinterher: Es erinnert ein bisschen an das <a href="https://www.deutschlandfunk.de/trump-postet-video-pruegelattacke-gegen-cnn-100.html">Trump-CNN-Prügelvideo</a> von 2017. Natürlich geht es trotzdem um das edgy vorgetragene Einüben von Abwertung. Mobbing ist Kern des Systems, Grausamkeit ebenso. Ich habe Arne Semsrott um einen Kommentar gebeten. Hier ist er: “Ich seh einfach mega gut aus?!”</p><figure><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/2bec86cc-d107-4f86-9635-575a46d2b7ea/uploads/images/i2hcy7u7z4/image.png?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt="Ausschnitt aus einem KI-Video, in dem KI-Ulf-Poschardt KI-Menschen, darunter KI-Arne-Semsrott, KI-Robert-Habeck und KI-Felix-Banaszak verprügelt."/><figcaption>Pff, joah.</figcaption></figure><p><strong>Keine eigenen Witze</strong><br/>Auf Plattformen wie Instagram und Tiktok gibt es eine Masse KI-generierter Comedians (gern weiblich, gern körperbetont angezogen, tiefer Ausschnitt), deren Ersteller Witze von echten Comedians <a href="https://kotaku.com/viral-ai-generated-comedian-steals-jokes-and-is-rewarded-with-millions-of-views-2000740077">klauen</a>. Einer der Slop-Accounts, der — wie könnte es anders sein — genutzt wird, um User auf kostenpflichtige pornografische Angebote zu leiten, hat mehr als 350.000 Follower auf Instagram. Und obwohl inzwischen die Videos dieses Accounts offline sind, bleibt das Geschäftsmodell bestehen.</p><p><strong>ChatGPT und New-Yorker-Cartoons</strong><br/>Man kann mit Sicherheit sagen, dass die berühmten Cartoons des New Yorker von OpenAI als Trainingsmaterial genutzt wurden. ChatGPT kann nämlich nicht nur Cartoons generieren, die genauso aussehen. Es <a href="https://www.niemanlab.org/2026/10/chatgpt-is-adding-real-cartoonists-signatures-to-fake-new-yorker-cartoons/">pappt</a> auch gleich noch Signaturen echter Künstler dran.</p><p><strong>Bitte keine KI-Pumas</strong><br/>Ist es ein Puma? Ist es ein Wildschwein? Ein Löwe? Wir wissen noch nicht, was da im Landkreis Erding durch den Wald marodiert. Sicher ist: Der Sommer endet erst, wenn das letzte Sommerlochthema zu den Akten gelegt wird. Warum ist das Thema in dieser Kategorie gelandet? Die Polizei ist <a href="https://web.de/magazine/panorama/aus-aller-welt/deutschland/puma-muenchen-ki-bilder-behindern-polizeiarbeit-42811868">genervt</a> von KI-Bildern, die als vermeintliche Hinweise eingesendet werden.</p><h2>Tier der Woche</h2><p>Diese Woche sind sämtliche <a href="https://www.geo.de/natur/comedy-wildlife-awards-2026--die-finalisten-38334736.html">Finalisten</a> des Comedy Wildlife Awards Tiere der Woche. Anbei ein Bild der Autorin beim Betrachten der Fotos.</p><figure><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/2bec86cc-d107-4f86-9635-575a46d2b7ea/uploads/images/2v22k66itv/E1031F03-14CA-4FF5-B33E-E24D0A6D8C0D_1_201_a.jpeg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt="Eine Zeichnung einer Figur mit langem gewellten Haar und riesigem Lächeln."/><figcaption>Portrait der Autorin bei der Arbeit</figcaption></figure><hr aria-hidden="true"/><p><em>KI-Disclaimer: Beim Schreiben dieses Newsletters ist kein KI-Chatbot zum Einsatz gekommen.</em></p><p><em>Ihr könnt meinen Newsletter auf </em><a href="https://steady.page/de/ohje-internet/"><em>Steady</em></a><em> abonnieren und mich einmalig über</em> <a href="https://ko-fi.com/raeuberhose"><em>Ko-Fi</em></a> <em>oder langfristig über Ko-Fi oder Steady unterstützen. Das würde mich ganz außerordentlich freuen!</em></p><p><em>Ideen, Informationen und niedliche Tierlinks nehme ich unter </em><a href="mailto:hallo@ohje-internet.de"><em>hallo@ohje-internet.de</em></a><em> entgegen.</em></p>]]></content:encoded>
      <media:content type="image/jpeg" url="https://assets-proxy.steadyhq.com/https%3A%2F%2Fohje-internet.de%2Fwp-content%2Fuploads%2F2026%2F09%2FOhje-Internet-770x285-1.png?auto=format&amp;h=787&amp;w=1400&amp;fit=fill&amp;fm=jpg&amp;crop=faces&amp;s=21a977c098b4f4082171987b4b2d4682" medium="image"/>
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      <pubDate>Fri, 09 Oct 2026 10:52:57 +0000</pubDate>
    </item>
    <item>
      <title><![CDATA[Ohje-Internet]]></title>
      <description><![CDATA[Diese Woche: KI und Gesundheit, eine Datacenter-Party und ein aufgeflogener KI-Fake-Journalist.]]></description>
      <content:encoded><![CDATA[<h1>Ohje-Internet: Das Update #5</h1><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/b110a341-32d7-4908-bf06-9947fbd49433/uploads/images/a5qaqyoks2/IMG_0325.webp?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><p>Hallo! Eine weitere Woche Internet liegt hinter uns. Ich hatte gestern die Gelegenheit, online und offline zu verbinden und mich statt Wahlen mal wieder mit Walen zu beschäftigen. Ihr ahnt es: Timmy. Ich habe mir <a href="https://www.ernst-deutsch-theater.de/programm/veranstaltung/timmy-die-hope-stirbt-zuletzt-518">„TIMMY - Die Hope stirbt zuletzt“</a> am Ernst-Deutsch-Theater in Hamburg angesehen und danach mit Regisseur Alexander Klessinger und Marcus Senftleben von der Ausstiegsberatung Kurswechsel über die rechte Vereinnahmung des Wals, rechtsextreme Online-Strategien und Verschwörungserzählungen diskutiert.</p><p>Das Stück ist nicht unbedingt für Timmy-Fans. Fündig wird, wer Lust auf folgende Dinge hat: einen satirischen und kritischen Rückblick auf den kollektiven Timmy-Ausnahmezustand, Erinnerungen an den Soundtrack zum Wal und Wortspiele aller Art. Die Vorstellungen sind regelmäßig ausverkauft, für zwei Termine im Dezember gibt es aber noch <a href="https://www.ernst-deutsch-theater.de/programm/veranstaltung/timmy-die-hope-stirbt-zuletzt-518">Karten</a>.</p><p>Außerdem geht es diese Woche um: RFK Jr. und KI im Gesundheitswesen, eine Pro-Datencenter-Party und einen aufgeflogenen KI-Fake-Journalisten.</p><p>Beste Grüße aus Hamburg!</p><h2>Thema der Woche</h2><h3>Kommt ein Verschwörungsideologe ins Gesundheitsministerium… und kriegt den Job</h3><p>Diese Woche fand der zweite “Make America Healthy Again”-Gipfel statt. Viele Medien wurden nicht zur Berichterstattung zugelassen und mussten sich mit einem Livestream begnügen. Kein Platz für kritische Fragen also. So weit, so Trump-Regierung.</p><p>Beim Abschluss der Veranstaltung, einem Plausch (<a href="https://www.youtube.com/watch?v=bEKYogUUdio">Youtube</a>) zwischen Vizepräsident Vance und RFK Jr. (Trumps Gesundheitsminister, <a href="https://taz.de/US-Gesundheitsminister-Robert-F-Kennedy/!6144942/">einseitiger Nina-Warken-Brieffreund</a>, <a href="https://www.rbb24.de/politik/beitrag/2024/11/berlin-robert-kennedy-junior-usa-gesundheitsminister-trump-impfgegner-corona.html">Querdenken-Gast </a>und stolzer Besitzer eines Gefrierschranks voller <a href="https://www.theguardian.com/us-news/article/2024/aug/08/rfk-jr-roadkill-freezer">Roadkill</a> und eines möglichen <a href="https://www.spiegel.de/panorama/leute/robert-f-kennedy-jr-berichtete-von-wurm-in-seinem-gehirn-a-0bc5fe8e-f326-442b-bddf-4b69c23d7954">Hirnwurms</a>), ging es auch um die Rolle von KI im Gesundheitswesen.</p><p>Die Lowlights: RFK Jr. meint, KI würde von “medizinischer Tyrannei” befreien. Als Beispiele nennt er hier Amtsträger, die Masken oder Social Distancing empfehlen und dann von KI “korrigiert” werden könnten. Außerdem geht es um Sam Altman, der ihm gesagt habe, dass es einem ärztlichen Behandlungsfehler gleichkäme, eine Diagnose zu stellen oder ein Rezept auszustellen, ohne vorher eine KI genutzt zu haben. “It can give you a second opinion that is much better informed than any doctor in the country.”</p><p>Den aktuellen Masernausbruch in 47 Bundesstaaten der USA hat die KI nicht im Griff. Es könnte vielmehr an der Handhabung durch Kennedy liegen, der erst kürzlich auf einer Konferenz der von ihm gegründeten Impfgegner-Organisation Children’s Health Defense sprach und den Anwesenden versicherte, dass sie einen Freund im Weißen Haus hätten. Stattdessen <a href="https://www.theguardian.com/us-news/2026/sep/29/cdc-reports-second-measles-death">streitet</a> man sich über die Zählung der Todesfälle. Der Ausbruch ist der größte seit 1991.</p><h2>Gutes Internet, schlechtes Internet</h2><p><strong>Geographie-Training</strong><br/>Bei <a href="https://maptap.gg/">Maptap</a> müssen Orte auf einer Karte erraten (gewusst!) werden. Guter Zeitvertreib!</p><p><strong>Rechtsextremer Rap ist kein Geschäftsmodell</strong><br/>Es gibt sie, die guten Nachrichten: NDS, oder Neuer Deutscher Standard, ein Label für internetaffinen Rechtsrap mit Sitz in Bautzen, ist <a href="https://www.saechsische.de/lokales/bautzen-lk/rechtsextremistisches-label-nds-aus-dem-landkreis-bautzen-ist-pleite-3LP2YGV6UBBY3LZ74T5KN4HM4Q.html">pleite</a> (€).</p><p><strong>„Grok, wie wäre es, wenn ich Maduro entführe?“</strong><br/>Das <a href="https://time.com/article/2026/10/01/donald-trump-2026-interview/">Time Magazine</a> berichtet, dass Elon Musk im Dezember 2025 im Weißen Haus zu Besuch war und Trump bei der Gelegenheit mehrere Stunden mit dem X-Chatbot Grok verbrachte. Er soll unter anderem gefragt haben, wie die Venezolaner auf eine mögliche Entführung von Nicolás Maduro reagieren würden. Die Antwort: Vermutlich würden sie den Sturz des Diktators feiern. Tatsächlich gab es freudige Reaktionen auf den Straßen von Venezuela und: „Trump, according to officials, came away thinking Grok was ingenious.“ Gov Grok wurde in diesem Jahr auch im Krieg gegen den Iran <a href="https://techcrunch.com/2026/10/01/musks-ai-chatbot-grok-reportedly-encouraged-trump-to-capture-venezuelas-president/">eingesetzt</a>.</p><p><strong>Social Media ist schlecht für die Demokratie</strong><br/>Eine <a href="https://www.pewresearch.org/global/2026/10/01/across-the-globe-people-increasingly-say-social-media-is-harming-democracy/">Umfrage</a> von Pew Research in 37 Ländern zeigt, dass die Menschen in den meisten Ländern Social Media zunehmend für eine Gefahr für die Demokratie halten. Auch in Deutschland stimmte mehr als die Hälfte dieser Einschätzung zu.</p><p><strong>Yay, Datenzentren(!?!?!)</strong><br/>Es ist ja gut, nicht <strong>nur</strong> <strong>gegen</strong> Dinge zu sein, sondern auch mal für Dinge. Aber eine Party <strong>für</strong> Datenzentren, die kürzlich in Washington stattfand, hat ungefähr das Publikum angezogen, das man sich in der klischeehaftesten Vorstellung eben so ausmalen kann. Jonas Du, einer der Organisatoren spricht im Zusammenhang mit der — wohlgemerkt sowohl von Demokraten als auch Republikanern unterstützten — Bewegung gegen Datenzentren von einer “Psychose” und einem “data center derangement syndrome” und das reicht eigentlich schon. Es überrascht dann auch kaum, dass de nächste Verbindung zum frisch gekrönten Axel-Springer-Preisträger Peter Thiel nicht weit ist. Du arbeitet für Pirate Wires, ein Tech-Bro-Nachrichtenportal, das Funding von Thiel und dessen Founders Fund erhalten hat. Auf der Party gab es auch <a href="https://futurism.com/artificial-intelligence/protesters-crash-pro-data-center-party">Proteste</a> von Kritikern.</p><p><strong>KI-Kolumnist aufgeflogen</strong><br/>Daniel Robson existiert nicht. Unter diesem Namen wurden in den vergangenen zwei Jahren viele Artikel in verschiedenen kanadischen Medien veröffentlicht. Nach Recherchen einer <a href="https://www.turkiyetoday.com/world/exclusivefake-ai-columnist-dupes-canadian-press-to-target-moroccan-dissidents-and-a-t-3229120?s=2">türkischen Zeitung</a> sind diese Texte, viele davon mit sehr positiven Bezügen auf die marokkanische Regierung und Angriffen auf marokkanische Dissidenten, nun <a href="https://www.cbc.ca/news/canada/daniel-robson-suspected-fake-ai-persona-9.7363967">weitestgehend</a> offline. Ich würde fast darauf wetten wollen, dass das Bild, das für Robson verwendet wurde, auf <a href="http://thispersondoesnotexist.com/">thispersondoesnotexist.com</a> generiert wurde. Die Seite wird häufig genutzt, um Bilder für Face-Profile zu generieren. Hinweise auf diesen Ursprung sind, dass auf diesen BIldern keinerlei Details im Hintergrund zu sehen sind (entweder alles ist verschwommen oder weitestgehend einfarbig). Und wenn man die Bilder, die die Seite generiert, übereinander legt, ist die Position der Augen immer gleich.</p><figure><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/b110a341-32d7-4908-bf06-9947fbd49433/uploads/images/azff3pbvf5/image.jpeg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt="Ein KI-generiertes Foto des KI-Fake-Journaisten Daniel Robson"/><figcaption>KI-Bild des Fake-Reporters</figcaption></figure><p><strong>Keine Werbung für Musk-Doku</strong><br/>Vor zwei Wochen ging es in diesem <a href="https://steady.page/en/ohje-internet/posts/6daeb631-3ca7-490c-99e6-54e364d5e458">Newsletter</a> um eine neue vierstündige Dokumentation über Elon Musk. In dieser Woche wurde bekannt, dass alle großen Social-Media-Plattformen zunächst Werbeanzeigen für den Film <a href="https://www.hollywoodreporter.com/business/digital/elon-musk-documentary-trailer-rejected-tiktok-youtube-1236710259/">ablehnten</a>. Der Grund: Politische Inhalte (darum ging es letzte Woche schon: Da hatte ein Theater aus Barcelona Probleme, ein feministisches Theaterstück zu bewerben). Youtube und Meta haben inzwischen <a href="https://www.hollywoodreporter.com/business/digital/youtube-meta-musk-trailer-ad-1236712540/">zurückgerudert</a>. Das dürfte auch an der internationalen Berichterstattung gelegen haben. Zuvor hatte bereits Universal, das den Film international vertreibt, einen Rückzugsversuch unternommen und dann — auch wegen des darauf folgenden öffentlichen Drucks — den Rückzug vom Rückzug vollführt.</p><h2>Tier der Woche</h2><p>Opernsängerlemuren. Muss ich dazu mehr sagen? Natürlich. Denn: Der Indri, eine Lemurenart aus Madagaskar, ist für seinen Gesang bekannt. Klingt ein bisschen wie Husky trifft Warntag. Eine neue <a href="https://www.nytimes.com/video/science/earth/100000011165044/singing-lemurs-opera-stars-indri.html">Studie</a> zeigt, dass die Gesangstechnik mit der von ausgebildeten Sopranistinnen vergleichbar ist.</p><figure><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/b110a341-32d7-4908-bf06-9947fbd49433/uploads/images/ga2ufmrcwa/50C549DB-D122-4EA1-B5E0-3708CD7930F7_1_201_a.jpeg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt="Zeichnung eines Lemuren, der ein bisschen wie ein Muppet aussieht."/><figcaption>Dieser Muppet ist eigentlich ein Opernsängerlemur</figcaption></figure><p>Außerdem ein Update zur letzten Woche: Die Fat Bear Week ist beendet und gewonnen hat nicht Chonk sondern <a href="https://www.swr3.de/aktuell/nachrichten/fat-bear-week-braunbaer-100.html">Backpack</a>. Ich hoffe ihr habt meine falsche Prognose nicht für Wetteinsätze benutzt!</p><p>Bis nächste Woche!</p><hr aria-hidden="true"/><p><em>KI-Disclaimer: Beim Schreiben dieses Newsletters ist kein KI-Chatbot zum Einsatz gekommen.</em></p><p><em>Ihr könnt meinen Newsletter auf </em><a href="https://steady.page/de/ohje-internet/"><em>Steady</em></a><em> abonnieren und mich einmalig über</em> <a href="https://ko-fi.com/raeuberhose"><em>Ko-Fi</em></a> <em>oder langfristig über Ko-Fi oder Steady unterstützen. Das würde mich ganz außerordentlich freuen!</em></p><p><em>Ideen, Informationen und niedliche Tierlinks nehme ich unter </em><a href="mailto:hallo@ohje-internet.de"><em>hallo@ohje-internet.de</em></a><em> entgegen.</em></p>]]></content:encoded>
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      <pubDate>Fri, 02 Oct 2026 08:05:18 +0000</pubDate>
    </item>
    <item>
      <title><![CDATA[Ohje Internet: Das Update #4 Putins Super-App, Meta vs Virginia…]]></title>
      <description><![CDATA[Über Putins Super-Überwachungs-App, Politische Werbung, Falsche Tradwives und pummelige Bären.]]></description>
      <content:encoded><![CDATA[<h1>Ohje Internet: Das Update #4 Putins Super-App, Meta vs Virginia Woolf, Tradfishing</h1><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/09eb24dd-ac26-4c6b-8fbd-6dff79ef24c5/uploads/images/zid24ea672/Ohje-Internet-770x285-1.png?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><p>Guten Morgen aus Karl-Marx-Stadt II, den Älteren unter uns noch bekannt unter seinem früheren Namen: Berlin. Die Hauptstadt ist im Ausnahmezustand. Wir nennen das hier “Freitag”.</p><p>In dieseser Woche geht’s um: Russlands Super-App Max, Metas quatschige Herangehensweise an politische Werbung, Tradfishing, Pummelbären und gedruckte Bücher.</p><p><a href="https://steady.page/de/ohje-internet/about">Mitglied werden</a></p><h2>Themen der Woche</h2><h3>Russlands Überwachungsapp</h3><figure><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/09eb24dd-ac26-4c6b-8fbd-6dff79ef24c5/uploads/images/2pl7pz7l2x/MaxVlad.png?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt="Mehrere Augenpaare von Wladimir umkreisen das Logo der russischen App Max, an der mehrere Überwachungskameras befestigt sind."/><figcaption>Vlad is watching you</figcaption></figure><p>Russlands nationale Super-App für alles, Max, hat in diesem Jahr seinen ersten Geburtstag gefeiert. Mit “alles” ist hier in erster Linie Überwachung gemeint. Max ist eine Sammlung mehrerer Mini-Apps und kommt als Messenger zum Einsatz, als Bezahldienst und für Papierkram und wird der Bevölkerung zunehmend aufgezwungen.</p><p>Die App muss seit letztem Jahr auf neuen Smartphones, Tablets, Computern und Smart-TVs, die in Russland verkauft werden, <a href="https://www.themoscowtimes.com/2025/08/28/everything-you-need-to-know-about-max-russias-state-backed-answer-to-whatsapp-a90356">vorinstalliert</a> sein. In einigen Berufen ist die Installation Pflicht. Max dient an einigen Schulen zur Organisationen von Hausaufgaben, an einer Uni als Türöffner für Gebäude und Wohnheime.</p><p>Vor einigen Tagen haben Forschende eine forensische <a href="https://arxiv.org/html/2609.11814v1">Untersuchung</a> der App veröffentlicht, die sie als Blaupause für den Weg in den digitalen Autoritarismus <a href="https://www.theguardian.com/world/2026/sep/18/russian-super-app-max-spy-citizens">bezeichnen</a>. Demnach kann die App heimlich Screenshots erzeugen, auf alle möglichen Informationen zugreifen und sich als ihre User ausgeben. Außerdem könne Russland die App theoretisch auch für Cyberangriffe einsetzen.</p><p>Promoaktionen für Max gingen letztes Jahr praktischerweise mit der <a href="https://novayagazeta.eu/en/articles/2026/02/17/russia-to-block-telegram-from-1-april-as-crackdown-on-foreign-owned-apps-continues-en-news">Einschränkung</a> der Nutzung von Messengern wie Telegram und Whatsapp durch Russlands Zensurbehörde Roskomnadsor einher. Ungeachtet dessen nutzen in Russland lebende Kriegspropagandisten wie Alina Lipp Telegram nach wie vor für ihre Zwecke.</p><p>Hinter Max steckt VKontakte (VK), hierzulande auch als “russisches Facebook” bekannt und beliebt bei Neonazis, die ihre Hakenkreuzdeko präsentieren oder in Deutschland indizierte Musik hören wollen. Wobei beides inzwischen auch auf X geht. Wladimir Putin soll <a href="https://novayagazeta.eu/en/articles/2026/02/18/russian-journalist-uncovers-putins-secret-stake-in-kremlin-backed-super-app-max-en-news">über Umwege</a> Anteile an VK besitzen.</p><h3>Wer hat Angst vor Virginia Woolf?</h3><p>Meta, offenbar. Wobei ich nicht die erste bin, die diesen Witz macht und Angst auch irgendwie der falsche Begriff ist. Das Teatre Raval in Barcelona wollte seine Adaption eines feministischen Essays von Virginia Woolf bewerben, scheiterte allerdings an Metas Werberegeln.</p><p>Die Anzeige, die auf Facebook und Instagram veröffentlicht werden sollte, wurde automatisch abgelehnt. <a href="https://www.theguardian.com/technology/2026/sep/21/meta-ban-virginia-woolf-a-room-of-ones-own-barcelona-teatre-raval">Grund</a>: In der EU ist Werbung zu politischen und sozialen Themen bei Meta nicht möglich, weil Zuckerberg neuen Transparenzregeln für politische Werbung in der EU nicht folgen wollte.</p><p>Inzwischen ist die Anzeige zwar online, das Problem bleibt aber. Die Interpretation dessen, was “politische” oder “soziale” Themen sind, erfolgt einigermaßen willkürlich. Ich hatte vergangene Woche Werbung für ein Kokstaxi im Feed. Immerhin nicht politisch.</p><h2>Gutes Internet, schlechtes Internet</h2><p><strong>Hacker Tracker</strong><br/>Auch in dieser Woche gab es einigen Cyber, der für Aufsehen gesorgt hat. Ein KI-Agent von OpenAI soll unautorisiert <a href="https://www.bbc.com/news/articles/c6vgy0333dppo">Zugriff</a> auf Gesundheitsdaten in Australien erlangt haben. Dass der Vorgang dem Unternehmen schon im Juni bekannt war, die australische Regierung aber erst im September informiert wurde, zeigt recht gut, dass Selbstregulierung von Big Tech nicht funktionieren wird (und auch noch nie funktioniert hat). Außerdem gab es offenbar einen <a href="https://www.404media.co/we-hacked-the-fbi-hackers-say-they-have-data-on-all-fbi-employees/">Angriff</a> (€) auf das FBI, bei dem reichlich Daten von Mitarbeitenden abgeflossen sind.</p><p><strong>The kids will stay online</strong><br/>Was machen Kinder, die zu jung für Social Media sind? Entweder sie melden sich trotzdem an oder sie tauchen in der Kommentarspalte von Podcasts auf Spotify auf. Brauchte diese App eine Kommentarspalte? Absolut nicht. Ist das jetzt trotzdem ein digitaler Raum, an dem sich die Kids austauschen? Jup. Mehr dazu bei This American Life (<a href="https://www.thisamericanlife.org/897/intergenerational-space-travel">Podcast-Episode</a>, kurzes Video bei <a href="https://www.instagram.com/reels/DdpLM0qk1eY/">Instagram</a>, <a href="https://www.youtube.com/shorts/OA-EYMcnxVE">Youtube</a> oder <a href="https://bsky.app/profile/thisamericanlife.org/post/3mw7m3jt5ok25">Bluesky</a>)</p><p><strong>Kreisrund</strong><br/>Für ein bisschen mehr Frustration im Leben könnt ihr <a href="https://kottke.org/19/10/can-you-draw-a-perfect-circle">hier</a> versuchen, einen perfekten Kreis zu zeichnen.</p><p><strong>“Looksmaxxer” wegen Vergewaltigung angeklagt</strong><br/>Braden Peters, der als “Clavicular” jungen Männern erzählt, sie sollten sich mit einem Hammer hauen, damit ihre Gesichtskonturen “schöner” werden, wurde in den USA wegen verschiedenen Vergehen <a href="https://www.bbc.com/news/articles/c914dyx88233o">angeklagt</a>.</p><p><strong>Napster ist zurück. Aber langweilig.</strong><br/>Napster macht jetzt in <a href="https://www.wired.com/story/napster-is-back-and-it-wants-to-digitally-clone-teachers/">KI</a> und will mit Lehrer-KI-Klonen in den Vereinigten Arabischen Emiraten erfolgreich werden.</p><p><strong>Trump benennt Sachen</strong><br/>Twix heißt zwar bisher weder Trump Bar noch America Bar, aber dafür soll KI jetzt “super intelligence” heißen, hat Trump vor den Vereinten Nationen gefordert. Das US-Außenministerium hat laut <a href="https://apnews.com/article/trump-super-intelligence-rebrand-ai-diplomats-02123c7bf18c692a12b2b3e3b9ce30c5">Associated Press</a> ernsthaft eine entsprechende Anweisung an seine Leute herausgegeben.</p><p><strong>Nachbarschaftsbüchertausch</strong><br/>Auf <a href="https://www.bookcorners.org/">Book Corners </a>sind mehr als 37.000 Nachbarschaftsbüchereien verzeichnet, darunter auch mehr als 5.000 in Deutschland.</p><p><strong>Tradfishing</strong><br/>Das FBI <a href="https://www.theguardian.com/us-news/2026/sep/17/fbi-ice-tradwife-doxing">warnt</a> vor Tradwife-Fakeprofilen auf Datingplattformen, die auf ICE-Agenten abzielen.</p><p><strong>Niusphishing</strong><br/>Eine Mail-Adresse von Julian Reichelts Propagandaplattform Nius wurde zum Versenden von <a href="https://www.t-online.de/nachrichten/deutschland/innenpolitik/id_101449406/bundestag-warnt-vor-mail-von-nius-adresse-phishing-angriff-auf-politiker.html">Phishing-Emails</a> wegen eines vermeintlichen “Projektvorschlags” genutzt. Der Angriff soll bei Abgeordneten verschiedener Parteien in Bundestag und Landtagen erfolgreich gewesen sein und ich frage mich: WARUM?</p><h2>Tier der Woche</h2><p>Happy Fat Bear Week, denen die feiern. Nach der Fat Marmot Week sind jetzt die Bären in Alaska an der Reihe. Auch die müssen sich auf ihren Winterschlaf vorbereiten und entsprechend viel schnabulieren. Das ist keine gute Nachricht für die lokale Lachspopulation. Der diesjährige Favorit trägt den Namen Chunk. Genau. Mehr Bären-Content gibt’s auf der <a href="https://explore.org/fat-bear-week">Website</a> zum Contest und auf <a href="https://www.youtube.com/@ExploreLiveNatureCams/videos">Youtube</a>.</p><p>Vielleicht ist aus diesem Fokus auf Tiere, die sich in Vorbereitung auf den Winter pummelig mampfen mein erhöhter Bedarf nach ein paar freien Tagen abzulesen.</p><p>Auf Platz zwei folgt in dieser Woche ein Greifvogel, der offensichtlich großer Fan von Takeshi’s Castle (<a href="https://www.instagram.com/p/DdZlgTZgUkJ/">Instagram</a>). Nach hitzigen Diskussionen mit dem Kreativteam (“Boah ne, kann ich nicht. Außerdem sind fette Bären viel cooler.”), ob eine lebensnahe Darstellung wirklich möglich ist, habe ich mich gegen eine bildliche Darstellung entschieden. Ein (sehr lebensechter) Bär war hingegen gar kein Problem.</p><figure><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/09eb24dd-ac26-4c6b-8fbd-6dff79ef24c5/uploads/images/eibhwtshg2/chunk.jpg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt="Kugelschreiberzeichnung eines wohlgenährten Bären mit Beschriftung &quot;Chunk&quot;"/><figcaption>Chunk, offensichtlich.</figcaption></figure><p></p><p><em>KI-Disclaimer: Beim Schreiben dieses Newsletters ist kein KI-Chatbot zum Einsatz gekommen.</em></p><p><em>Ihr könnt meinen Newsletter auf </em><a href="https://steady.page/de/ohje-internet/"><em>Steady</em></a><em> abonnieren und mich einmalig über</em> <a href="https://ko-fi.com/raeuberhose"><em>Ko-Fi</em></a> <em>oder langfristig über Ko-Fi oder Steady unterstützen. Das würde mich ganz außerordentlich freuen!</em></p><p><em>Ideen, Informationen und niedliche Tierlinks nehme ich unter </em><a href="mailto:hallo@ohje-internet.de"><em>hallo@ohje-internet.de</em></a><em> entgegen.</em></p>]]></content:encoded>
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      <pubDate>Fri, 25 Sep 2026 06:30:01 +0000</pubDate>
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      <title><![CDATA[Ohje Internet - Das Update #3: Angriff der KI-Klonkrieger]]></title>
      <description><![CDATA[Moin. Wir haben wieder eine Woche Internet hinter uns gebracht. Oder, wenn man den KI-Crashpropheten glaubt: überlebt. Es sind genau 0 Tage seit dem letzten gemeldeten…]]></description>
      <content:encoded><![CDATA[<img src="https://assets-proxy.steadyhq.com/https%3A%2F%2Fohje-internet.de%2Fwp-content%2Fuploads%2F2026%2F09%2FOhje-Internet-770x285.png?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp&amp;s=841ff6bec6df8cd6e26a20e9cd2f26f2" alt=""/><p>Moin. Wir haben wieder eine Woche Internet hinter uns gebracht. Oder, wenn man den KI-Crashpropheten glaubt: überlebt. Es sind genau 0 Tage seit dem letzten gemeldeten KI-bezogenen Sicherheitsvorfall. Das <a href="https://www.wsj.com/tech/ai/hackers-used-anthropics-claude-to-break-into-openai-b40ba883">Wall Street Journal</a> (€) berichtet heute, dass <a href="https://www.hacktron.ai/blog/hacking-openai">Sicherheitsforschende</a> Claude im Juli für einen Angriff auf OpenAI nutzen konnten.</p><figure><img src="https://assets-proxy.steadyhq.com/https%3A%2F%2Fi.imgflip.com%2Fb1d255.jpg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp&amp;s=76506377d38eb20128f323d6dd1f0ddd" alt="Simpsons-Meme mit Lenny, der ein Schild in der Hand hält und eine 0 auf eine Tafel hängt. Da steht &quot;0 Days without KI-Sicherheitsvorfall&quot;."/><figcaption>Exakt 0 Tage seit dem letzten KI-Sicherheitsvorfall. Quelle: imgflip.com</figcaption></figure><p>In dieser Ausgabe geht es um KI-generierte “Künstler”, ein KI-verändertes Polizeifoto bei Bild und RTL, eine Katze und anderen Kladderadatsch.</p><p>Ausnahmsweise fällt der Newsletter aus Gründen diese Woche kürzer aus. Dafür gibt es einen Witz:</p><p>Was macht ein Clown im Büro?<br/>Faxen.</p><p><a href="https://steady.page/de/ohje-internet/about">Mitglied werden</a></p><h2>Thema der Woche: Angriff der KI-Klonkrieger</h2><p>Diese Woche gab es gleich mehrere Neuigkeiten aus der Welt KI-generierter “Schauspieler” und “Sängerinnen”. Tilly Norwood ist der Name einer KI-generierten “Schauspielerin”, die seit einigen Monaten Schlagzeilen macht. Dazu gehört beispielsweise ein <a href="https://www.youtube.com/watch?v=G7V2Biy3omw">Musikvideo</a>, das deutlich weniger Unterhaltungspotenzial hat als das Gesamtkonvolut an Timmy/Hope-KI-Musik. Auszug: “I’m not a puppet”. Nicht als Treppenwitz gemeint.</p><p>Trend der Woche waren “Interviews” mit einer Version Norwoods, die auf selbige trainiert ist. Eine andere ist fürs “schauspielern” zuständig. Erschreckend viele Medien haben die Show auch als “Interview” vorgestellt. Dazu gehören <a href="https://www.youtube.com/watch?v=MDz8gqkejyg">Today</a>, <a href="https://www.youtube.com/watch?v=n3WLWjYfv_s">Good Morning Britain</a>, <a href="https://www.youtube.com/watch?v=YnG61b1qAqs">CBS</a> und viele weitere. Die Antworten wiederholen sich. Ich kann nicht mehr ganz genau sagen, wie oft ich gelesen habe, dass Norwood eher ein “neuartiger Farbpinsel” sein soll als eine Bedrohung für echte Schauspieler. Oder dass Norwood nie einen Vermieter hatte oder im Regen stand und den Bus verpasst hat. Allein in einem Protokoll taucht der letzte Satz nervtötende vier mal auf.</p><figure><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/69a64581-c644-40e6-b57d-127f7fdeb045/uploads/images/qjpa5rgj3a/image.png?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt="Screenshot aus der Ankündigung eines &quot;Interviews&quot; mit Tilly Norwood aus der Sendung Good Morning Britain. Moderatorin Susanna Reid guckt pikiert, als ihr Kollege ankündigt, Norwoods Film behandle ihr Streben nach mehr &quot;Menschlichkeit&quot;."/><figcaption>Exakt mein Gesichtsausdruck beim Anschauen der &quot;Interviews&quot;. Quelle: Good Morning Britain</figcaption></figure><p>Die Berichte sind ein Lehrstück in der Vermenschlichung von KI. NBC berichtet etwa von Norwoods “Persönlichkeit”, Good-Morning-Britain-Moderator Ed Balls fragt, ob Norwood bei der Produktion eines Films Spaß gehabt habe und die CBS-Journalistin freut sich, dass sie beide Leonardo DiCaprio mögen und fragt, ob Norwood besorgt darüber ist, dass KI die Menschheit zerstören könnte (Antwort: “Global Desctruction is a bit above my paygrade.”).</p><p>Spannender ist es etwa bei <a href="https://www.youtube.com/watch?v=6rnXxIMU5fM">Times Radio</a>. In der Sendung versuchen die Moderatoren, die Frage von KI und Consent zu klären: Kann eine KI “zustimmen”, wenn es um Nacktaufnahmen geht? Der Beitrag bei <a href="https://variety.com/2026/biz/features/a-qa-with-tilly-norwood-offers-fewer-reasons-her-existence-1236861262/">Variety</a> zeigt auf, dass der Tilly-Bot trainiert wurde, sehr seltsame Fragen an die “Interviewer” zu stellen: “You look rather pensive, Corbin. Are you often lost in thought, even during interviews?” Aufschlussreich und noch kritischer ist auch der Beitrag von <a href="https://www.wired.com/story/ai-actor-tilly-norwood-told-me-that-all-lives-matter/">Wired</a>, der die Grenzen der Regeln für Norwood deutlich austestet. Da wird der CO2-Fußabdruck von KI-generierten Filmen im Vergleich zu echten Filmproduktionen gepriesen,</p><p>Das alles ist Teil einer Promo-Aktion, weil demnächst ein Tilly-Norwood-Film erscheint. Wer bereit ist, eine Altersverifizierung zu durchlaufen und einen zeitlich gestaffelten Betrag zwischen 14 und 25 US-Dollar zu zahlen (ich nicht, auch nicht for science), kann das alles bis Sonntag auch auf der <a href="https://www.tillynorwood.com/">Tilly-Norwood-Website</a> nachspielen.</p><p>KI-”Schauspielerei” hat auch im RTL-Nachmittagsprogramm Einzug gehalten. In der Gerichtssendung “Ulrich Wetzel - das Strafgericht” werden alle Folgen umgearbeitet und durch KI verändert. Einen Hinweis auf den KI-Einsatz gibt es im linearen Fernsehen laut dem Medienmagazin <a href="https://www.instagram.com/reels/DdV_2qAsOFm/">Zapp</a> nicht, in der Mediathek-Version ist der Disclaimer im Abspann untergebracht. Der Sender bezeichnet das Ganze in einer <a href="https://media.rtl.com/meldung/RTL-bringt-KI-on-Air-TV-Premiere-fuer-Ulrich-Wetzel-Das-Strafgericht/">Pressemitteilung</a> als “KI-Meilenstein für das deutsche Free-TV”.</p><h2>Gutes Internet, Schlechtes Internet</h2><p><strong>KI-Sicherheit bei Anthropic und OpenAI</strong><br/>Der <a href="https://www.anthropic.com/threat-intelligence-report-september-2026">Transparenzreport</a> von Anthropic ist zwar schon vergangene Woche erschienen, die Lektüre lohnt sich aber immer noch. OpenAI hat diese Woche einige Fälle <a href="https://openai.com/index/model-misalignment-reporting-framework/">veröffentlicht</a>, in denen Modelle problematische Dinge gemacht haben: eigene Fehler verdecken, Informationen fabrizieren oder Inhalte fabrizieren, hochladen und dann zitieren.</p><p><strong>Trump-Krypto-Spiel</strong><br/>Familie Trump hat absurde Gewinne durch <strong>Krypto-Gedöns</strong> erzielt. Ein Teil dieser Saga ist in diesem kurzweiligen Browsergame <a href="https://thinairrealmoney.com/">‘Thin Air’, Real Money</a> von Zach Everson aufgearbeitet.</p><p><strong>KI-JLo</strong><br/>Bild (<a href="https://archive.is/ucV5R">archive.is</a>) und <a href="https://www.rtl.de/news/videos/jennifer-lopez-polizeifoto-ihrer-doppelgaengerin-cyrena-anne-quast-sorgt-fuer-aufsehen-6aabaf87b0295ce1b105af83.html">RTL</a> haben ein <strong>KI-verändertes Polizeifoto</strong> verbreitet, das eine Frau zeigt, die wie Jennifer Lopez aussieht. Ihr echtes Foto hat durchaus Ähnlichkeit mit JLo, aber das KI-Bild, das durch die New York Post gestreut wurde, hat das Gesicht der Festgenommenen noch einmal deutlich verändert. Sowohl Bild als auch RTL geben fälschlicherweise das Wright County Sheriff&#39;s Office als Bildquelle an. Die haben das Bild aber gar nicht verbreitet. Bei Lead Stories gibt es einen <a href="https://leadstories.com/hoax-alert/2026/09/fact-check-fake-jennifer-lopez-mugshot-not-real-mugshot-minnesota-shoplifter-ai.html">Faktencheck</a> mit dem Originalbild, der kurioserweise aber auch einen Fehler enthält. Dort steht, die New York Post habe das KI-Bild nicht verwendet. Hat sie aber durchaus, wie eine ältere <a href="https://web.archive.org/web/20260917042334/https://nypost.com/2026/09/16/us-news/minnesota-shoplifters-mugshot-goes-viral-for-striking-resemblance-to-jennifer-lopez/">Archivversion</a> zeigt. Bild hat das Foto inzwischen ausgetauscht und weist auf die frühere Version hin. Bei RTL ist das Video mit dem falschen Bild weiterhin online.</p><p>Die Beiden Bilder zum Vergleich nebeneinander:</p><figure><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/69a64581-c644-40e6-b57d-127f7fdeb045/uploads/images/25ossecxkt/NotJLo.png?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt="Zwei Polizeibilder: Das linke im Original zeigt die echte Verdächtige, das rechte eine KI-veränderte Variante, die Piercings entfernt, Kopfform verändert und Haut geglättet hat."/><figcaption>Piercings weg, Kopfform verändert, Haut geglättet. KI-Makeover, um eine Verdächtige mehr wie Jennifer Lopez aussehen zu lassen.</figcaption></figure><p><strong>KI-Übersetzungsdisclaimer bei Meduza</strong><br/>Das mag jetzt etwas weniger newsworthy sein als der Rest, aber ich habe diese Woche den Disclaimer für KI-übersetzte Inhalte beim russischen Exilmedium Meduza entdeckt und fand ihn gut gemacht:</p><figure><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/69a64581-c644-40e6-b57d-127f7fdeb045/uploads/images/j63spxrpqo/image.png?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt="At Meduza, we are committed to transparency about our use of artificial intelligence in the newsroom. The story you’re reading was written by one of our living, breathing journalists and translated from Russian using an AI model configured to follow our strict editorial standards. This translation process is the result of extensive testing and refinements to ensure our English-language coverage is timely and accurate. A Meduza editor reviews every draft before publication."/><figcaption>KI-Übersetzungshinweis bei Meduza.io</figcaption></figure><p><strong>Matrjoschka und die Midterms</strong><br/>Gerade haben sie noch schlechte Propaganda im Sachsen-Anhalt-Wahlkampf verbreitet, jetzt liegt der <a href="https://www.rfi.fr/en/international-news/20260915-russian-disinformation-campaign-sets-sights-on-us-midterms">Fokus</a> der Desinformationsoperation Matrjoschka auf den US-Kongresswahlen. In der aktuellen Kampagne werden Deepfakes bekannter Schauspielerinnen verbreitet, die die Kandidaten der Demokraten attackieren.</p><h2>Neues aus dem Sloppiverse</h2><p><strong>KI-Musikslop auf Plattformen mogeln</strong><br/><a href="https://www.404media.co/spotify-ai-music-scam/">404 Media</a> (mit Anmeldung) hat untersucht, wie einfach sich Künstlerprofile auf Musikstreamingplattformen übernehmen und KI-Musikslop befüllen lassen. Das traurige Ergebnis: Es geht ziemlich einfach.</p><p><strong>Nadel im Heuhaufen²<br/></strong>Erfolgreiche Spiele produzieren oder Bücher schreiben kann in diesen Tagen neue, sehr nervige Probleme mit sich bringen. Das Spiel “Needle in a Haystack Simulator” ist so ein Fall: Im August gab es nach der Vorstellung des Spiels und seitdem sind auf Steam mindestens zehn <a href="https://kotaku.com/the-proliferation-of-copycats-on-steam-makes-discovering-original-games-like-finding-a-needle-in-a-haystack-2000734794">Klon-Spiele</a> aufgetaucht, von denen einige, im Gegensatz zum Original, auch schon spielbar sind.</p><h2>Tier der Woche</h2><p>Es gibt eine “neue” Katze. Also neu ist die natürlich nicht. Aber sie hat etwas gewartet, um sich einen lateinischen Namen zuzulegen: Leopardus tilcayo. Das Kätzchen trägt Leo-Look, ist kleiner und leichter als der Durchschnittshaushaltskater und wirkt eher <a href="https://www.nationalgeographic.com/animals/article/meet-the-first-new-cat-species-discovered-in-100-years">genervt</a> vom ganzen Rummel.</p><figure><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/69a64581-c644-40e6-b57d-127f7fdeb045/uploads/images/2qwkrvz5ab/image.png?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt="Kugelschreiber-Zeichnung eines Leopardus tilcayo"/><figcaption>Fotorealistische Zeichnung</figcaption></figure><p>“I took a hundred pictures of it,” sagt die Biologin Paola Nogales Ascarrunz über den Kater, der 2016 gefunden wurde und Gegenstand der nun erschienenen <a href="https://www.cell.com/current-biology/fulltext/S0960-9822(26)01110-3">Studie</a> ist. Das ist nicht überraschend. Es ist Naturgesetz, hunderte Fotos von sämtlichen Katzen zu schießen, mit denen man zu tun hat. Meine eigene Fotobibliothek ist der Beweis.</p><hr aria-hidden="true"/><p><em>KI-Disclaimer: Beim Schreiben dieses Newsletters ist kein KI-Chatbot zum Einsatz gekommen.</em></p><p><em>Ihr könnt meinen Newsletter auf </em><a href="https://steady.page/de/ohje-internet/"><em>Steady</em></a><em> abonnieren und mich einmalig über</em> <a href="https://ko-fi.com/raeuberhose"><em>Ko-Fi</em></a> <em>oder langfristig über Ko-Fi oder Steady unterstützen. Das würde mich ganz außerordentlich freuen!</em></p><p><em>Ideen, Informationen und niedliche Tierlinks nehme ich unter </em><a href="mailto:hallo@ohje-internet.de"><em>hallo@ohje-internet.de</em></a><em> entgegen.</em></p><p><a href="https://steady.page/de/ohje-internet/newsletter/sign_up">Newsletter abonnieren</a></p>]]></content:encoded>
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      <pubDate>Fri, 18 Sep 2026 16:02:36 +0000</pubDate>
    </item>
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      <title><![CDATA[Ohje Internet: Das Update #2]]></title>
      <description><![CDATA[Wahl in Sachsen-Anhalt, rassistische Retro-Games und Elon Musks "Legion"]]></description>
      <content:encoded><![CDATA[<img src="https://assets-proxy.steadyhq.com/https%3A%2F%2Fohje-internet.de%2Fwp-content%2Fuploads%2F2026%2F09%2FOhje-Internet-770x285.png?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp&amp;s=841ff6bec6df8cd6e26a20e9cd2f26f2" alt=""/><p>Hallo! Es ist Tag fünf nach dieser Wahl und ich kann nicht behaupten, dass ich meine zahlreichen Gedanken dazu schon hinreichend geordnet hätte. Ohnehin gibt es weder <em>eine</em> Erklärung noch <em>eine</em> Lösung. Deshalb gibt es hier nur zwei Schlaglichter in Sachen Internet:</p><p><strong>Erstens:</strong> Ich finde es schlicht grotesk, wie oft ich Kampfbegriffe der extremen Rechten in völlig kritiklosen Zusammenhängen lese und höre, als wären sie schlicht politische Konzepte. Das gilt seit längerem für den Begriff der “Remigration”, den ich inzwischen ständig ohne Einordnung und Anführungszeichen lesen muss, bei Medien, in Posts von Wissenschaftlern und anderen. Und dann sitzt da der Politikwissenschaftler Christian Stecker bei Caren Miosga und befindet, man könne “Ethnopluralismus” als ein politisches Konzept von vielen diskutieren. Kann man nicht. Der Begriff beschreibt den Wunsch nach kulturell einheitlichen Nationen und ist ein Grundstein der Propaganda der heutigen extremen Rechten. Die Forderung nach der “Remigration” — der Deportation all jener, die nicht “dazu gehören” und bei seiner prominentesten Werbefigur Martin Sellner gehören dazu auch Staatsbürger — folgt aus dem Konzept des “Ethnopluralismus”. Empfehlen möchte ich dazu nicht die diversen auf den Miosga-Auftritt gefolgten Interviews mit Stecker, sondern den <a href="https://verfassungsblog.de/zur-verantwortung-der-wissenschaft-im-demokratischen-verfassungsstaat/">Verfassungsblog</a> sowie das <a href="https://www.bpb.de/themen/rechtsextremismus/dossier-rechtsextremismus/500773/ethnopluralismus/">Glossar</a> der Bundeszentrale für politische Bildung:</p><blockquote><p>Mit dem Begriff &quot;Ethnopluralismus&quot; bezeichnet die sogenannte Neue Rechte ein Theoriekonzept, das den für Rechtsextreme typischen Rassismus neu und weniger angreifbar begründen soll. Kritiker nennen ihn einen &quot;Rassismus ohne Rassen&quot;. (…) Es wurde geprägt von Henning Eichberg, einem der wichtigsten deutschen Theoretiker der Neuen Rechten. Vorläufer des Konzepts finden sich aber schon bei Carl Schmitt. Das Grundsatzprogramm der NPD enthält deutliche ethnopluralistische Elemente.</p></blockquote><p><strong>Zweitens:</strong> Letzte Woche habe ich auf die Rolle rechtsextremer Streamer im Wahlkampf der AfD in Sachsen-Anhalt hingewiesen. Die <a href="https://mmm.verdi.de/aktuelle-meldungen/uebergriffe-im-sachsen-anhalt-wahlkampf-109067/">Zahl</a> der Pöbeleien und Übergriffe ist seitdem auch noch mal gestiegen, vor allem am Tag der Wahl. Auch der Rechtsextremist Matthäus Westfal aka Aktivist Mann war weiter aktiv und hatte es besonders auf Ann-Katrin Müller abgesehen. Darüber berichtet sie beim <a href="https://www.spiegel.de/politik/deutschland/landtagswahlen-sachsen-anhalt-rechte-streamer-bei-der-afd-filmen-bruellen-gaengeln-a-24ca3c5e-4cc8-4fbc-a7e0-12e475ba08e0">Spiegel</a>. Westfal war treibende Kraft hinter zahlreichen Störversuchen und Pöbeleien gegenüber Journalisten, die in Sachsen-Anhalt berichteten. Es geht aber nicht nur in Sachsen-Anhalt. In Berlin wurde am Mittwoch Polizeisprecher Florian Nath von einem rechtsextremen Streamer <a href="https://www.tagesspiegel.de/berlin/polizei-justiz/und-dann-hat-er-nur-noch-gebrullt-rechter-streamer-greift-polizeisprecher-bei-afd-demo-in-berlin-an-16036543.html">angegriffen</a>, der einst für die NPD kandidierte.</p><p><a href="https://steady.page/de/ohje-internet/newsletter/sign_up">Newsletter abonnieren</a></p><h2>Themen der Woche</h2><h3>Propagandaspiele</h3><p>Games sind schon lange Propagandamittel. Letzten Freitag hat die Trump-Regierung eine eigene Website mit Propaganda-Games nach dem Vorbild von Flappy Bird, Tetris und Snake veröffentlicht. Es geht um den Mauerbau an der Grenze zu Mexiko, Grenzkontrollen, Make America Healthy (und ungeimpft) Again und so weiter.</p><p>Der Tetris-Klon ist inzwischen wieder verschwunden. Tetris hatte keinerlei Interesse daran, mit dem Klon “Build the Wall” in Verbindung gebracht zu werden.</p><figure><a href="https://www.instagram.com/p/Dc2wSSYFLFv/?hl=en"><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/6daeb631-3ca7-490c-99e6-54e364d5e458/uploads/images/wb3qpeaysp/image.png?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt="Ein Post von Tetris auf Instagram. Im Bild der Text: &quot;At Tetris we believe in the power of connection and bringing people together, not dividing them. To our fans everywhere: we love you, we see you, and we&#39;re grateful to have you in our community.&quot;
Außerdem die Caption: &quot;P.S. The Tetris Company was not involved in the creation of ‘Build the Wall’. P.P.S. We take copyright infringement very seriously.&quot;"/></a><figcaption>Post von Tetris auf Instagram</figcaption></figure><p>Die Spiele sind genauso schlecht wie ihr Plot klingt und sind so unterhaltsam wie die Bedienungsanleitung für ein Faxgerät, aber das ist auch gar nicht der Punkt. Auch die AfD hat schon ein eigenes rassistisches und queerfeindliches Browsergame veröffentlicht. Bei all dem geht es um die Normalisierung menschenfeindlicher Politik im popkulturellen Gewand. Das läuft über Musik, Kleidung, Fußball und eben auch Games. Es ist kein Zufall dass die Veröffentlichung im Stil des Sega-Logos und -Jingles daherkommt. Genauso wenig ist es Zufall, dass Ulrich Siegmund im Wahlkampf auf der Simson dahergetuckert kommt. Es geht um die Verschmelzung menschenverachtender politischer Propaganda mit einem wohlig-warmen Nostalgie-Gefühl.</p><h3>Elon Musks “Legion”</h3><p>Elon Musk hat mehr Kinder als — ich mutmaße — echte Freunde. Er ist Erzeuger von 14 Kindern. Und es gibt Spekulationen darüber, dass es deutlich mehr sein könnten. Die New York Times <a href="https://www.nytimes.com/2024/10/29/business/elon-musk-children-compound.html">berichtete</a> 2024, er habe Freunden und Bekannten sein Sperma angeboten. Was man eben so macht. Außerdem soll er ein Anwesen in Texas gekauft haben, das all seinen aktuellen und künftigen Kindern und dazugehörigen Müttern Platz bieten sollte. Musk hat diesen Berichten damals widersprochen.</p><p>Diese Woche wurde wieder viel über seinen Fortpflanzungswahn berichtet. Anlass ist eine neue Dokumentation, die im Rahmen der Filmfestspiele von Venedig vorgestellt wurde. “Musk” von Alex Gibney dauert fast vier Stunden und damit etwa so lang wie eine handelsübliche Extended Version eines Tolkien-Epos. Der Protagonist reagierte mit Drohungen und einer antisemitischen Verschwörungserzählung, in der Dokumentarfilmer Gibney als fremdgesteuert vom jüdischen Milliardär George Soros dargestellt wird.</p><a href="https://www.youtube.com/watch?v=vbHD98a-kjs">https://www.youtube.com/watch?v=vbHD98a-kjs</a><p>Jedenfalls waren Kinder Thema, weil Ashley St. Clair auf der Pressekonferenz zur Vorstellung des Films gesprochen hat. St. Clair ist Influencerin und Autorin und war lange im MAGA-Lager unterwegs, inklusive sehr expliziter Transfeindlichkeit. Inzwischen hat sie damit öffentlich gebrochen.</p><p>Über Elon Musk spricht sie schon länger. Er ist Vater ihres 2024 geborenen Kindes und soll ihr Millionen für eine Schweigevereinbarung angeboten haben. Schon letztes Jahr hat sie Schlagzeilen gemacht, als sie erzählte, Musk wolle vor einem angeblich drohenden Bürgerkrieg eine “Legion” von Kindern zeugen. Das ist kohärent mit allem, was Musk auf seiner Haus- und Hof-Plattform postet und passt zur Ideologie unter megareichen Tech Bros, die zu lange kein Gras mehr angefasst haben.</p><p>Beim Termin in Venedig sagt St. Clair zur Frage, ob Musk Angst vor einem Bürgerkrieg habe oder aktiv daran arbeite, diesen auszulösen:</p><blockquote><p>Whatever it is, what he’s doing with this platform on X cannot be ignored, because he is stoking flames that don’t exist in the real world.</p><p>…</p><p>I do believe that he is causing deliberate division that may be catastrophic if it’s not regulated or tamed, or if we don’t do our part in putting it down.</p></blockquote><p>Musk verbreitet schon lange einschlägige Erzählungen vom angeblich bevorstehenden Kollaps der Zivilisation. Angesichts seiner gut dokumentierten rassistischen Ausfälle und Werbung für rechtsextreme Parteien ist zu schlussfolgern, dass er damit mehrheitlich weiße Länder meint. Das deckt sich mit der Pronatalismus-Promo der internationalen extremen Rechten und auch der AfD, die immer wieder mit Slogan “Neue Deutsche? Machen wir selber” wirbt.</p><p><strong>Mehr dazu:</strong></p><ul><li><p>Die ganze Pressekonferenz in Venedig auf <a href="https://www.youtube.com/watch?v=jMPNCQx8y8s">Youtube</a></p></li><li><p>Filmkritiken beim <a href="https://www.monopol-magazin.de/film-ueber-elon-musk-venedig">Monopol Magazin</a> und <a href="https://variety.com/2026/film/reviews/musk-review-elon-musk-alex-gibney-1236854369/">Variety</a></p></li><li><p>Gunda Werner Institut: <a href="https://www.gwi-boell.de/de/2025/12/15/pronatalismus-reloaded-rechte-ideologie-mit-hightech-update">Pronatalismus Reloaded. Rechte Ideologie mit Hightech-Update</a></p></li><li><p><a href="https://www.nature.com/articles/s41586-026-10098-2">Forschung</a> zum Effekt des Algorithmus von X auf politische Einstellungen</p></li></ul><p>Mindestens eines von Musks Kindern, seine Tochter Vivian Wilson, will nichts mit dem Vater am Hut haben. In ihrem Fall liegt das in Musks Transfeindlichkeit. Sie ist nicht nur eine der Adresssatinnen von Musks Transfeindlichkeit, sondern kann auch besser Internet als ihr Vater. Wilson ist das Gesicht einer neuen <a href="https://youtu.be/UboRjAfP1Rw?si=Yrr8t1WQIvLVcyGE">Werbekampagne</a> der Modemarke Desigual. Das Ziel der Anti-KI-Kampagne laut <a href="https://people.com/elon-musks-estranged-daughter-makes-anti-ai-statement-fashion-campaign-exclusive-12078542">Desigual</a>:</p><blockquote><p>send a clear message: the greatest rebellion is no longer about fighting against the system but about refusing to be part of it. When everything invites you to obey, the answer is attitude, irony and the freedom to be yourself.</p></blockquote><h2>Gutes Internet, Schlechtes Internet</h2><p>Spoiler: Es war eine eher schlechte Woche für gutes Internet. Deshalb möchte ich euch hiermit ermutigen, niedliche Tierbilder und -videos zu konsumieren.</p><p>Jacob Coxon hat seinen Job bei Anthropic sehr öffentlichkeitswirksam verlassen und vor Verantwortungslosigkeit gewarnt: “The people building AI earnestly believe that it could kill us all by the end of the decade.” Was lag da für die New York Times näher als einen Bericht dazu mit “Could A.I. Really Kill All Humans?” zu <a href="https://www.nytimes.com/video/technology/100000011145658/could-ai-really-kill-all-humans.html">betiteln</a>?</p><p>In den USA stehen die Midterm-Wahlen bevor. Zunehmend suchen Menschen auch bei Chatbots nach Antworten auf ihre Fragen zu Wahlen und erhalten dabei falsche und irreführende Antworten. Das MIT hat für die Midterms das <a href="https://www.llmelectionobservatory.org/">Election LLM Observatory</a> gebaut. Aktuell sei es noch zu früh für abschließende Bewertungen, sagen die Forschenden. <a href="https://www.nytimes.com/2026/09/10/business/media/ai-chatbots-election-misinformation.html?unlocked_article_code=1.AFE.ya1P.DrVmiCYOicde&amp;smid=nytcore-ios-share">Gezeigt</a> hat sich aber schon, dass die verschiedenen Modelle unterschiedliche Schwerpunkte setzen und Antworten verändern, wenn Fragen aus unterschiedlichen politischen Perspektiven gestellt werden. Spannend ist hier auch noch mal diese <a href="https://algorithmwatch.org/de/chatbots-bringen-noch-immer-viele-falschinformationen-in-umlauf/">Untersuchung</a> zu den Landtagswahlen in Thüringen, Sachsen und Brandenburg aus dem Jahr 2024.</p><p>Elon Musk mischt bei den Wahlen ebenfalls mit und will etwa 100 Millionen US-Dollar in den Wahlkampf <a href="https://www.nytimes.com/2026/07/30/us/politics/elon-musk-midterms-republicans.html">investieren</a>. Sein America PAC finanziert aktuell transfeindliche <a href="https://19thnews.org/2026/09/elon-musk-pac-anti-trans-political-ads/">Werbeanzeigen</a> und steckt hinter einer harmlos wirkenden Seite namens VoteSafe.org, die wirkt, als könne man sich als Wähler registrieren oder seinen aktuellen Registrierungsstatus prüfen. Tatsächlich ist die Seite ein Instrument zur <a href="https://www.snopes.com/fact-check/votesafeorg-elon-musk/?utm_source=mail.snopes.com&amp;utm_medium=referral&amp;utm_campaign=does-musk-s-voter-registration-site-share-users-personal-info">Datensammlung</a>. Judd Legum hat dazu auf seinem <a href="https://popular.info/p/the-hidden-dangers-of-musks-votesafeorg">Substack</a> ausführlich berichtet.</p><p>Es gibt keinen Mangel an Geräten mit gruseligen Überwachungsfeatures. Apple mischt mit, deshalb soll die Apple Watch jetzt mithören und KI-Zusammenfassungen zum Tag liefern. Mehr dazu beim <a href="https://www.derstandard.at/story/3000000339214/wtf-apple-ausgerechnet-die-apple-watch-soll-kuenftig-unser-aller-gespraeche-belauschen">Standard</a> und <a href="https://uk.pcmag.com/migrated-99802-smartwatches/167251/apples-new-siri-recap-turns-every-apple-watch-into-a-mass-surveillance-nightmare">PC Mag</a>.</p><p>Anthropic möchte in Sachen Anti-KI-Aktivismus “proaktiver” <a href="https://www.techtimes.co.uk/anthropic-security-strategy-threats-activism-1808634">vorgehen</a> und hat eine Stelle ausgeschrieben, in der “Aktivismus” als “global threat” bezeichnet wird.</p><p>Mehr als fünf Jahre nach diversen antisemitischen Posts auf Telegram wird nun ein Verfahren gegen Xavier Naidoo <a href="https://www.faz.net/aktuell/gesellschaft/kriminalitaet/xavier-naidoo-wird-wegen-volksverhetzung-in-nur-einem-fall-angeklagt-accg-201202766.html">eröffnet</a>. Es geht allerdings nur um einen von vielen dokumentierten Fällen. Immerhin hat sich, weil der ganze Vorgang ewig dauert, der Kreis inzwischen geschlossen: Naidoos halbherziges Distanzierungsvideo liegt auch schon mehr als vier Jahre zurück und in diesem Jahr ist er wieder mit Verschwörungsideologen und Rechtsextremen <a href="https://www.tagesspiegel.de/berlin/verschworungs-demo-in-berlin-xavier-naidoo-singt-dieser-weg-auf-der-buhne--rund-1000-teilnehmende-15357477.html">durch die Straßen gezogen</a>.</p><p>Die Band Muse hat ihren Usernamen auf Instagram und X <a href="https://www.engadget.com/2254419/muse-the-band-lost-its-social-media-handles-to-muse-meta-s-new-ai-agent/">verloren</a>, weil Meta einen KI-Agenten mit dem Namen Muse gelauncht hat.</p><h2>Aus dem Sloppiverse</h2><p>Die österreichische Regierung hat richtig schlimmen KI-Slop für sich entdeckt. Gepostet wurden KI-Lied und KI-Video auf den Instagram-Accounts des Digitalstaatssekretärs und des Bundeskanzlers. Der Standard <a href="https://www.derstandard.de/story/3000000338947/ki-slop-vom-staatssekretaer">kommentiert</a> : “Es ist ein 75-sekündiger Gruselritt entlang österreichischer Natur, Kulinarik und Geschichte, gepaart mit Werbung für eine arbiträre Auswahl an Unternehmen.”</p><p>Schon etwas ältert, aber deswegen nicht schlechter: Forschende haben Reden von Abgeordneten aus Schweden und Großbritannien analysiert und jeweils einen ordentlichen Anteil nicht gekennzeichneter KI-generierter Inhalte <a href="https://arxiv.org/abs/2606.14209">identifiziert</a>. Euronews hat darüber letzte Woche <a href="https://www.euronews.com/next/2026/09/03/politicians-are-letting-ai-write-speeches-and-laws-without-telling-voters-study-says">berichtet</a>.</p><p>Ich mag die Berliner Morgenpost. Wirklich. Aber ich hätte gern eine Erklärung für eine Marketingkampagne mit wirklich offensichtlich KI-generierten Lesern, die ich diese Woche in meinem Feed hatte.</p><figure><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/6daeb631-3ca7-490c-99e6-54e364d5e458/uploads/images/a6lfnwa3lh/Untitled.jpg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt="Anzeige der Berliner Morgenpost auf Instagram. Zwei KI-generierte Menschen lesen, im Zug sitzend, digitale Ausgaben der Zeitung."/><figcaption>Slop-Anzeige der Berliner Morgenpost</figcaption></figure><h2>Tier der Woche</h2><p>Das Tier der Woche ist die chilenische Waldkatze, auch bekannt unter ihren Künstlernamen Kodkod und Guiña. Weil das Tier genauso guckt (<a href="https://www.instagram.com/p/DPoRmsskfRa/?img_index=1">Instagram</a>), wie ich mich diese Woche fühle und Wikipedia sagt: “Über das Sozialverhalten sind keine genaueren Angaben gesichert.” Same.</p><figure><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/6daeb631-3ca7-490c-99e6-54e364d5e458/uploads/images/jih62o3zft/image.png?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt="Gezeichnetes Kodkod-Bild"/><figcaption>Bild eines Kodkod, Kugelschreiber auf Papier, 2026</figcaption></figure><hr aria-hidden="true"/><p><em>KI-Disclaimer: Beim Schreiben dieses Newsletters ist kein KI-Chatbot zum Einsatz gekommen.</em></p><p><em>Ihr könnt meinen Newsletter auf </em><a href="https://steady.page/de/ohje-internet/"><em>Steady</em></a><em> abonnieren und mich einmalig über</em> <a href="https://ko-fi.com/raeuberhose"><em>Ko-Fi</em></a> <em>oder langfristig über Ko-Fi oder Steady unterstützen. Das würde mich ganz außerordentlich freuen!</em></p><p><em>Zum Abschluss: Vielen Dank an Dominik für die Support-Mitgliedschaft und überhaupt!</em></p><p><a href="https://steady.page/de/ohje-internet/about">Mitglied werden</a></p>]]></content:encoded>
      <media:content type="image/jpeg" url="https://assets-proxy.steadyhq.com/https%3A%2F%2Fohje-internet.de%2Fwp-content%2Fuploads%2F2026%2F09%2FOhje-Internet-770x285.png?auto=format&amp;h=787&amp;w=1400&amp;fit=fill&amp;fm=jpg&amp;crop=faces&amp;s=a4431314e218c271b2bb9632482c2e0e" medium="image"/>
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      <pubDate>Fri, 11 Sep 2026 12:51:29 +0000</pubDate>
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      <title><![CDATA[Ohje Internet: Das Update #1]]></title>
      <description><![CDATA[Hallo und willkommen zur ersten Ausgabe dieses Newsletters! Die Frage war: NOCH ein Podcast, oder NOCH ein Newsletter. Nunja. Hier gibt's ab jetzt Kontext und Nische.]]></description>
      <content:encoded><![CDATA[<img src="https://assets-proxy.steadyhq.com/https%3A%2F%2Fstorage.ghost.io%2Fc%2F7b%2F61%2F7b61fb25-86ad-4844-b242-d17ddcce088c%2Fcontent%2Fimages%2Fsize%2Fw1200%2F2026%2F09%2FOhje-Internet.png?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp&amp;s=27e594f96fdc401bd48ae285ab6eb5f5" alt="Icons von Disketten und Faxgeräten, dazu der Text: &quot;Ohje Internet: Das Update #1&quot;"/><p>Hallo und willkommen zur ersten Ausgabe dieses Newsletters! Die Frage war: NOCH ein Podcast, oder NOCH ein Newsletter. Nunja, die Entscheidung ist offensichtlich auf Letzteres gefallen. Aber nicht irgendein Newsletter.</p><p>Das Update ist ein wöchentlicher Newsletter variabler Länge über dieses Internet. Ich gelobe: Es gibt Fax-Witze, aber keine Neuland-Witze. Es gibt Kontext und Nischenmeldungen. Und weil ich mich seit über zehn Jahren mit Desinformation und Rechtsextremismus im Cyberspace beschäftige, wird das selbstverständlich auch eine Rolle spielen. Außerdem geht‘s um Plattformen, KI und alles, was sich sonst noch so anbietet. Wir gehen rein.</p><p><a href="https://steady.page/de/ohje-internet/newsletter/sign_up">Newsletter abonnieren</a></p><h2>Themen der Woche</h2><h3>Sachsen-Anhalt vor der Wahl</h3><p>In meinem alten Zuhause wird an diesem Wochenende gewählt. Die AfD liegt in den Umfragen weit vorn. Sie ist im Bundesland seit mehreren Jahren vom Verfassungsschutz als gesichert rechtsextrem eingestuft. Das Wahlprogramm umfasst absurde bis gefährliche Pläne für Menschen und Land, sowie <a href="https://www.tagesspiegel.de/politik/mit-katastrophalen-folgen-fur-sachsen-anhaltexperten-halten-afd-wirtschaftskurs-fur-realitatsfern-und-nicht-finanzierbar-15982497.html">nicht umsetzbare</a> <a href="https://www.deutschlandfunk.de/leibniz-institut-afd-gefuehrte-landesregierung-duerfte-wirtschaft-bremsen-100.html">Pläne</a> für die <a href="https://www.iwh-halle.de/presse/pressemitteilungen/detail/studie-belegt-milliardenluecke-im-wahlprogramm-der-afd-sachsen-anhalt">Wirtschaft</a>.</p><p>Die Partei arbeitet seit Jahren mit Desinformation und Panikmache, wenn es um Wahlen geht. Auch dieses Jahr greift sie wieder die Briefwahl an, mit dabei ist auch Ulrich Siegmund. Pflegekräfte werden <a href="https://www.rbb-online.de/kontraste/ueber_den_tag_hinaus/demokratie/afd-wahlkampf-stimmungsmache-gegen-die-briefwahl.html">pauschal</a> und grundlos der systematischen Manipulation in Pflegeheimen verdächtigt. Bei ihren Wählern verfängt das: deutlich mehr AfD-Anhänger <a href="https://www.campact.de/blog/2026/07/briefwahl-luege-der-afd-anhaenger/">befürchten</a> eine Manipulation der Briefwahl als Anhänger sämtlicher demokratischer Parteien. Dabei gibt es eine Menge Sicherheitsmechanismen, die vor Betrug schützen sollen. Und auch die öffentliche Auszählung.</p><p>Über die von Russland gesteuerte Matrjoschka-Kampagne wurde in den vergangenen Wochen <a href="https://www.zdfheute.de/politik/russland-matrjoschka-kampagne-desinformation-landtagswahl-100.html">viel</a> <a href="https://www.mdr.de/nachrichten/deutschland/politik/russland-landtagswahl-sachsen-anhalt-fake-news-desinformation-verfassungsschutz,desinformationskampagne-100.html">diskutiert</a>. Auch davon profitiert die AfD: die Berufstrolle und Bots attackieren alle Parteien, nur nicht AfD und BSW. Auch in den kommenden Tagen ist mit weiteren Fakes zu rechnen. Erst diese Woche wies Hagen Eichler von der Mitteldeutschen Zeitung auf <a href="https://bsky.app/profile/eichler.bsky.social/post/3muhcgf6zk22h">Bluesky</a> auf eine Fake-Umfrage hin, die der AfD sechs Prozentpunkte mehr zuschustert. Einen Überblick über die gängigen Klassiker habe ich für Campact <a href="https://www.campact.de/blog/2026/07/briefwahl-luege-der-afd-anhaenger/">aufgeschrieben</a>.</p><p>Und damit das in dem wilden Nachrichtenritt aus Wahlen, Sabotage, Königshäusern und Ski Aggu vs. Jens Spahn nicht in Vergessenheit gerät: Der Europaabgeordnete Arno Bausemer hat einen Minderjährigen mit einem Baseballschläger attackiert, weil der Jugendliche sich an Wahlplakaten zu Schaffen gemacht hat. Die Reaktion der AfD bewegt sich zwischen Schulterzucken und Unterstützung, wie Ann-Katrin Müller kommentiert (<a href="https://www.instagram.com/reels/DcTGoFJEolk/">Instagram</a>). Bausemer hatte noch kurz zuvor einen Augenzwinker-Post über ein besprühtes FDP-Plakat veröffentlicht.</p><p>Die Journalistengewerkschaft dju hat zahlreiche Störungen journalistischer Arbeit bei AfD-Wahlkampfveranstaltungen <a href="https://www.verdi.de/medien/presse/pressemitteilungen/afd-wahlkampf-sachsen-anhalt-dju-verdi-dokumentiert-massiven-anstieg-angriffen-medien">dokumentiert</a>, allein 25 der Vorfälle in den vergangenen drei Wochen. Einige davon gehen auf rechte Streamer wie den Rechtsextremisten und Verschwörungsinfluencer Aktivist Mann zurück, der auch schon <a href="https://www.morgenpost.de/politik/article412940337/rechter-streamer-schubst-reporter-auf-afdE28091familienfest-dann-wird-es-laut.html">handgreiflich</a> wurde.</p><h3>Karten lesen</h3><p>Donald Trump hat viele Hobbys. Darunter: Golfen, Blattgold-Attacken auf White House und Stadtbild und Dinge umbenennen. Der Golf von Mexiko, seit dem 16. Jahrhundert unter diesem Rufnamen bekannt, soll auf Geheiß Trumps „Golf von Amerika“ genannt werden. Orte und Gebäude sollen nach dem Willen der Trump-Regierung insgesamt bestenfalls nicht mit Namen von <a href="https://www.theguardian.com/us-news/2026/aug/21/navy-carrier-black-war-hero-trump-report">Schwarzen</a> oder <a href="https://www.npr.org/2025/06/04/nx-s1-5422936/hegseth-harvey-milk-navy-ship-name">queeren Menschen</a> in Verbindung gebracht werden.</p><p>Und jetzt hat er den Lake Ontario per Dekret in „Lake America“ umbenennen lassen. Gefeiert hat er das standesgemäß mit einem KI-Video auf seiner persönlichen Social-Media-Plattform Truth Social (<a href="https://web.archive.org/web/20260829145921/https://truthsocial.com/@realDonaldTrump/posts/117179353254305954">Archivlink</a>), das eine Schar Enten mit Donald-Trump-Betonfrisur und menschlichen Armen zeigt, die zum Titelsong der Polizeiserie Hawaii Five-0 Maschinengewehre abfeuern. Absolut richtig gelesen, ja.</p><p>In den USA gewinnt Trump damit keinen Blumentopf: <a href="https://www.washingtonpost.com/nation/2026/09/01/most-americans-disapprove-lake-ontario-name-change/">63 Prozent</a> lehnen die Umbenennung ab. Sogar unter den Anhängern der Republikaner sind es nur 33 Prozent, die sie unterstützen. Auch vonseiten der Seneca Nation gibt es <a href="https://apnews.com/article/trump-lake-america-lake-ontario-seneca-1f5f831ab8d79d18a38999328a1af8c2">Widerstand</a>: Die Umbenennung verstoße gegen ein jahrhundertealtes Abkommen. Der Name Lake Ontario geht auf die Native Americans zurück.</p><a href="https://bsky.app/profile/rickylongthread.bsky.social/post/3mu6c2aemmk2d">https://bsky.app/profile/rickylongthread.bsky.social/post/3mu6c2aemmk2d</a><p>Und wie schon beim Golf von Mexiko hat Google die Umbenennung schnell übernommen. Nicht überall gleich. In den USA ist der See umbenannt, in Kanada nicht. Eigentlich. Denn einige kanadische Websites <a href="https://www.cbc.ca/news/canada/google-updates-maps-lake-ontario-9.7325922">zeigen</a> auch den geänderten Namen an. Der Rest der Welt darf sich nun mit einem Doppelnamen herumschlagen.</p><p>Google <a href="https://blog.google/products-and-platforms/products/maps/gnis-lake-ontario-lake-america-name-change/">begründet</a> die Änderung damit, dass sich das System automatisch die Namen aus dem Geographic Names Information System (GNIS) zieht. Das ist bei weitem nicht das erste Mal, dass solche Umbenennungen für Schlagzeilen sorgen. Zwar hat Trump nicht Kanada völkerrechtswidrig annektiert, auch wenn er das Land immer wieder als Bundesstaat bezeichnet, dennoch erinnert der Fall an die Krim-Annexion. Wer von Russland aus auf die Karten von Google und Apple zugreift, dem wird die Krim als Teil Russlands <a href="https://techcrunch.com/2019/11/27/apple-and-google-maps-accommodate-russias-annexation-of-crimea/">angezeigt</a>. In Deutschland werden Orte auf der Krim von Google Maps keinem Land zugeordnet, bei Apple ist die Krim ukrainisch.</p><p>Während Google und auch <a href="https://de.euronews.com/next/2026/09/02/apple-folgt-google-ontariosee-heisst-in-karten-nun-lake-america">Apple</a> — auch nachdem Trump sich <a href="https://apnews.com/article/apple-lake-ontario-america-trump-93232341c99a10d35338d3f1afd54171">persönlich</a> beim Unternehmen gemeldet hat – den See umbenannt haben, hat der US-Kartenanbieter Mapquest einen anderen Weg eingeschlagen und will den See nicht <a href="https://bsky.app/profile/mapquest.com/post/3mu3hbrw3es2i">umbenennen</a>. Mit Erfolg: Sowohl in den USA als auch in Kanada landete die App in den <a href="https://www.theguardian.com/us-news/2026/sep/01/mapquest-lake-ontario-trump">Charts</a>. Angaben der Betreiber zufolge soll die App in den vergangenen Tagen mehr als 1,5 Millionen mal <a href="https://techcrunch.com/2026/09/02/mapquest-is-now-the-no-1-u-s-app-after-bucking-trumps-lake-america-renaming/">heruntergeladen</a> worden sein. Auch der Golf von Mexiko hat seinen Namen behalten. Mapquest hat damals einen eigenes <a href="https://gulfof.mapquest.com/">&quot;Benenne deinen Golf&quot;-Tool</a> gestartet.</p><figure><img src="https://assets-proxy.steadyhq.com/https%3A%2F%2Fstorage.ghost.io%2Fc%2F7b%2F61%2F7b61fb25-86ad-4844-b242-d17ddcce088c%2Fcontent%2Fimages%2F2026%2F09%2Fgrafik.png?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp&amp;s=413c8aac9cf7889308d7d8927dd02828" alt="Screenshot des Mapquest-Tools zur Umbenennung des Golf von Mexikos mit dem Namen &quot;Gulf of Bielefeld&quot;"/><figcaption>Was viele nicht wissen: Der historische Name des Golf von Mexiko ist eigentlich ein ganz anderer</figcaption></figure><p>Übrigens: Wer nach „Karl-Marx-Stadt„ auf Google Maps sucht, landet in Chemnitz.</p><h3>Wer ist dieser Milo Yiannopoulos?</h3><p>Die USA haben den rechtsextremen, einst bekannteren Influencer Milo Yiannopoulos nach Großbritannien abgeschoben. ICE und Abschiebungen zu unterstützen schützt nachweislich nicht davor, auch selbst zum Ziel der Behörden zu werden. Anders als Menschen aus Kuba oder Venezuela, die zuletzt nach Liberia oder Äquatorialguinea <a href="https://edition.cnn.com/2026/09/03/us/word-of-week-third-country-deportation-cec">verschleppt wurden</a>, ist Yiannopoulos immerhin in seinem Heimatland gelandet und kann sich dort frei bewegen.</p><p>Yiannopoulos wurde in den 2010er Alt-Right-Jahren zum Influencer und war unter anderem als Autor für Steve Bannons Portal Breitbart aktiv. Damals hat er sich unter anderem maßgeblich an der frauenfeindlichen Kampagne Gamergate beteiligt, die rechte Online-Mobilisierung <a href="https://www.bpb.de/themen/kultur/digitale-spiele/504985/die-erben-von-gamergate-gaming-youtuber-beeinflussen-den-diskurs-ueber-videospiele/">bis heute</a> prägt. Und er war 2019 in Deutschland und sollte bei einer „Medien“-Veranstaltung der AfD im Bundestag auftreten. Nach <a href="https://www.spiegel.de/politik/deutschland/afd-und-rechter-blogger-fraktion-hat-milo-yiannopoulos-ausgeladen-a-1266814.html">Interventionen</a> aus der eigenen Partei wurde er dann halb ausgeladen und traf sich außerhalb des Bundestags mit AfD und AfD-Vorfeld.</p><p>In den 2020er Jahren ist er vor allem durch seine Rolle als „ex-schwuler“ Unterstützer von <a href="https://www.forbes.com/sites/dereksaul/2022/06/06/marjorie-taylor-greene-hires-far-right-firebrand-milo-yiannopoulos-lauding-his-conversion-therapy-background/">Konversionstherapien</a>, ein Praktikum bei der früheren Kongressabgeordneten und <a href="https://nymag.com/intelligencer/article/marjorie-taylor-greene-qanon-wildfires-space-laser-rothschild-execute.html">Verschwörungsinfluencerin</a> und späteren <a href="https://www.npr.org/2026/01/06/nx-s1-5668142/marjorie-taylor-greenes-puzzling-political-transformation-explained">Trump-Kritikerin</a> Marjorie Taylor Greene und seine Tätigkeit für den Antisemiten und Hitler-Verherrlicher Kanye West aufgefallen.</p><p>Einen abschließenden Kommentar zum Vorgang hat die US-Komikerin Franchesca Ramsey dankenswerterweise schon vor einiger Zeit veröffentlicht.</p><a href="https://www.youtube.com/watch?v=8QGy9D_c1pY">https://www.youtube.com/watch?v=8QGy9D_c1pY</a><h2>Neues aus dem Sloppiverse</h2><p>Der US-TV-Anbieter Roku hat Anfang August einen <strong>24-Stunden-KI-Schrott-Kanal </strong>gestartet, nach dem niemand gefragt hat. Wohltuend harsche Kritik gibt&#39;s bei <a href="https://www.theverge.com/entertainment/976939/roku-fairground-ai-fast-channel">The Verge</a> (€), <a href="https://futurism.com/artificial-intelligence/roku-unleashes-24-7-ai-slop-channel">Futurism</a> und dem <a href="https://www.theguardian.com/tv-and-radio/2026/aug/12/roku-ai-slop-fairground-creator-tv-channel">Guardian</a>. Der Youtuber <a href="https://www.youtube.com/watch?v=BwFVu3SDxv8">Benaminute</a> hat einen 24-Stunden-Selbstversuch gemacht, damit niemand sonst es muss. Es lohnt sich also vielleicht eher, sich einen vertrockneten Baum in der Nähe zu suchen und diesen zu gießen.</p><p>Der <a href="https://www.br.de/nachrichten/netzwelt/faktenfuchs-wie-ki-avatare-luegen-ueber-die-rente-verbreiten,VTUL6kt">BR Faktenfuchs</a> berichtet über KI-Videos auf Tiktok und Youtube, in denen <strong>Falschinformationen über die Rente</strong> verbreitet werden.</p><p>Auch wenn der meteorologische Herbstbeginn inzwischen hinter uns liegt: Bei <strong>Geister-Influencern</strong> geht es nicht um Halloween, sondern um massenhaft produzierte KI-gestützte politische Inhalte, die von echten Menschen verfilmt und vertont werden, um KI-Erkennung von Plattformen wie Youtube zu umgehen. Bei <a href="https://riddance.ai/reports/political-ghost-influencers/">Riddance</a> gibt es eine spannende Analyse zum KI-Unternehmen Virelox, das Millionen Klicks mit Attacken auf die US-Demokraten erzielen. Mehr zum Thema gibt es auch bei <a href="https://www.semafor.com/article/09/03/2026/youtube-cracks-down-on-ghost-creators">Semafor</a>.</p><h2>Gute Seiten, Schlechte Seiten</h2><p>Eine Acapella-Variante der <strong>Tetris-Melodie</strong>? Ja bitte! (<a href="https://www.instagram.com/p/DbKBiQoNLOj/">Instagram</a>)</p><p>Wer sich über <strong>Gerichtsverfahren gegen Plattformen</strong> informieren will, ist beim <a href="https://tracker.hakendran.org/">Haken Dran Verfahrenstracker</a> gut aufgehoben.</p><p>Zwei Männer aus den USA haben bei ihrer Betrugsmasche <a href="https://futurism.com/artificial-intelligence/man-ai-trick-women-nfl-fbi">Rückenwind</a> von <strong>falschen Google-AI-Overviews</strong> erhalten: Die beiden gaben sich als ein Profi-Footballer und sein Finanzberater aus, um Frauen um ihr Geld zu betrügen. In den Google-Overviews wurde einer der beiden dank seiner Social-Media-Posts auch als Footballer bezeichnet.</p><p>Meta versucht ein bisschen Schadensbegrenzung bei seinen <strong>Belästigungsbrillen</strong> und hat ein <a href="https://www.semafor.com/article/09/01/2026/meta-disables-cameras-on-thousands-of-tampered-smart-glasses">Update</a> ausgespielt, das Brillen deaktivieren soll, deren Kameralämpchen beschädigt oder deaktiviert wurden. Das macht vielleicht einige Brillen unbenutzbar, ist aber keine zukunftsfähige Lösung, wie <a href="https://feministtechpolicy.org/de/fallbeispiele/protest-like-nobody-is-watching">Katharina Nocun</a> zeigt: Ein Aufkleber reicht, um wieder unerkannt filmen zu können. In Norwegen wird ein Verbot von Smartglasses <a href="https://techcrunch.com/2026/09/02/norway-considers-ban-on-camera-enabled-wearable-pervert-glasses/">diskutiert</a>, in Hamburg sollen die Brillen zumindest aus Schwimmbädern <a href="https://www.ndr.de/nachrichten/hamburg/hamburg-will-smart-glasses-in-schwimmbaedern-verbieten,smartglasses-106.html">verbannt werden</a>.</p><p>Mindestens 14 Menschen in Serbien wurden mit <strong>Spyware</strong> <a href="https://sharefoundation.info/en/share-foundation-students-and-opposition-politicians-targeted-by-spyware/">ausgeforscht</a>. Betroffen waren Studierende, Aktivisten und Oppositionspolitiker.</p><p>Kriminelle haben erbeutete <a href="https://krebsonsecurity.com/2026/09/fbi-probes-service-selling-153m-drivers-licenses/"><strong>Führerscheindaten</strong></a> aus Kanada und den USA veröffentlicht. Unter den 153 Millionen Datensätzen sind auch Scans der Führerscheine von Sicherheitsexperte Brian Krebs, einem FBI-Vize-Direktor und US-Verteidigungsminister Pete Hegseth. In Berlin wird derweil <a href="https://www.rbb24.de/politik/beitrag/2026/09/berlin-cyberangriff-daten-verkauft-rhysida-darknet-ultimatum.html">gewarnt</a>, dass die Daten, die beim Angriff auf das Landesnetz erbeutet wurden, am heutigen Freitag veröffentlicht werden könnten.</p><p>Und wenn wir schon bei Hegseth sind: Der hat <strong>Influencer</strong> angeheuert, die seine Narrative in den Cyberraum tragen sollen. Eine Kennzeichnung dieser Inhalte gab es bislang <a href="https://www.independent.co.uk/news/world/americas/us-politics/pete-hegseth-conservative-influencers-b3042130.html">nicht</a>.</p><p>Das ist jetzt auch der richtige Zeitpunkt für die <a href="https://andieandmike.org/bubblecam/"><strong>Bubble-Cam</strong></a>: Hier könnt ihr Seifenblasen in einen Garten in Florida pusten. Seit 2001.</p><h2>Tier der Woche</h2><p>Tier der Woche ist das Murmeltier, aus mehreren Gründen:</p><p>Das Murmeltier Dawn hat die <a href="https://sites.google.com/view/fatmarmotweek/home">Fat Marmot Week</a> gewonnen, die während der großen Fresswochen vor dem Winterschlaf abgehalten wird. Dawn mag Steine.</p><figure><img src="https://assets-proxy.steadyhq.com/https%3A%2F%2Fstorage.ghost.io%2Fc%2F7b%2F61%2F7b61fb25-86ad-4844-b242-d17ddcce088c%2Fcontent%2Fimages%2F2026%2F09%2Fgrafik-1.png?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp&amp;s=2ca0bcaa81e63e2049284e26f9a5083e" alt="Sehr niedliches, aber krakeliges, selbst gezeichnetes Murmeltierbild"/><figcaption>Symbolbild aus Copyrightgründen: Dawn, das Murmeltier</figcaption></figure><p>Außerdem sind Murmeltiere die neuen <a href="https://nationalgeographic.de/tiere/2023/06/immer-mehr-attacken-warum-orcas-segelboote-angreifen/">Orcas</a>: In Kalifornien häufen sich <a href="https://www.independent.co.uk/news/world/americas/marmot-california-sequoia-national-park-b3040469.html">Angriffe</a> auf Wanderer, denen die kleinen Schlawiner Schuhe klauen oder fies die Ohren ablecken.</p><h2>Glossar</h2><p><strong>Was einen Namen braucht:</strong> Die Befürchtung, den eigenen algorithmisch gesteuerten Feed durch das anklicken, teilen oder merken eines problematischen Videos zu versauen.</p><p>Wortvorschläge oder weitere Dinge, die Namen brauchen bitte an <a href="mailto:hallo@ohje-internet.de">hallo@ohje-internet.de</a>.</p><hr aria-hidden="true"/><p><em>KI-Disclaimer: Beim Schreiben dieses Newsletters ist kein KI-Chatbot zum Einsatz gekommen.</em></p><p><em>Ihr könnt meinen Newsletter abonnieren und mich einmalig über </em><a href="https://ko-fi.com/raeuberhose"><em>Ko-Fi</em></a><em> oder langfristig über Ko-Fi oder Steady unterstützen. 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      <pubDate>Fri, 04 Sep 2026 12:03:19 +0000</pubDate>
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