(Opens in a new window)Es ist Donnerstag. Du liest die ”Post aus Dachau”, den wöchentlichen Kultur-Newsletter von Stadtführung mit Matthias (Opens in a new window) in Dachau & München.
Als Gästeführer weiß ich was in der Stadt los ist.
Und was sich lohnt.
Diese Woche geht’s um Kultur & Wahlkampf, eine neue Ausstellung in der KA7 und einen bewegenden Filmabend – wer öffnet Räume, wer bremst, wer überrascht?
Servus,
Dachau atmet gerade Wahlkampf – und ich atme Kultur. Diese Woche geht es in der «Post aus Dachau» um die Frage, wer unsere kulturelle Zukunft eigentlich in der Hand hält.
Wer öffnet Räume, wer verwaltet sie, wer bremst? Und natürlich: Wer versteht Kultur als Begegnungsort – und wer eher als dekoratives Beiwerk?
Bevor ich loslege, noch etwas Persönliches: Herzlichen Dank für die großartigen Touren zum Jahresstart – so viele offene Gespräche, echte Dachau‑Momente und neugierige Menschen, die diese Stadt so lebendig machen.
Und: Isabel, Deine Google‑Rezension hat mir den Wochenstart verschönert. Solche Rückmeldungen sind mehr als eine Randnotiz – sie tragen mich, mein Sein als Kulturschaffender und diesen Newsletter. Merci dafür.
(Opens in a new window)Willst Du auch mit mir auf Tour gehen?
Außerdem liest Du in dieser Ausgabe, zwei neue Kulturtipps der Woche.
Schön, dass Du auch diese Woche wieder mit dabei bist – und bleibst.
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#zimmer
Das Leuchten hinter den Dingen.
Es gibt Künstler, deren Werke nicht einfach hängen – sie atmen.
Bernd Zimmer gehört für mich genau in diese Kategorie. Einer, der die Welt nicht abbildet, sondern verdichtet. Der Natur nicht darstellt, sondern in Farbe übersetzt. Und der in jeder Leinwand spürbar macht, dass Wahrnehmung immer auch eine Form von innerer Bewegung ist.
Ab dem 7. Februar zeigt die Galerie KA7 neue und ausgewählte Arbeiten von Zimmer – und ich sag’s Dir ganz ehrlich: Das ist eine Ausstellung, die man nicht nur anschaut, sondern zulässt.

Warum?
Weil Zimmer seit Jahrzehnten etwas schafft, das im Trubel der Gegenwart fast altmodisch wirkt: ein tiefes, ernst gemeintes Gespräch mit Natur, Reisen, Literatur, Philosophie – und dem Kosmos selbst. Sein Werk lädt ein zu diesem Blick nach außen, der gleichzeitig ein Blick nach innen ist.
Viele kennen Zimmers monumentale Vision STOA169 in Polling: 121 Säulen, gestaltet von Künstler*innen aus aller Welt, getragen von der Idee eines gemeinsamen Raumes für Kunst, Mensch und Natur. Ein Projekt, das Zimmer selbst einmal als „Architektur der Verbundenheit“ beschrieben hat.
Und genau diese Haltung fließt auch in seine Bilder: Energie, Farbe, Weite – oft ein bisschen größer als das eigene Denken.
Die KA7 zeigt nun Leinwandarbeiten und Druckgrafiken des Künstlers, der seit vielen Jahren in Polling lebt. Ein Raum für Farbkraft, für Landschaft als Emotion, für die leuchtenden Spuren eines künstlerischen Lebens, das nie stehen geblieben ist.
Ich freue mich besonders auf diese Ausstellung, weil Zimmers Arbeiten etwas schaffen, das in Dachau rar ist: Sie öffnen Welt – ohne sie zu erklären. Sie laden ein in eine Weite, die man im eigenen Alltag oft vermisst.
Und ja: Die KA7 ist einer dieser Orte, an denen Kunst und Umgebung sich gegenseitig verstärken. Klein genug für Nähe, klar genug für Konzentration.
Wenn Du also Lust hast, Dich einmal wieder von Farbe packen zu lassen, statt von Terminen – geh hin. Es lohnt sich.
🎨 Die Fakten zur Ausstellung
📅 7. Februar – 25. Mai 2026
📍 Galerie KA7, Konrad‑Adenauer‑Str. 7, 85221 Dachau
🧑🎨 Künstler: Bernd Zimmer (*1948), Polling
🔎 Gezeigt werden: Leinwandarbeiten & Druckgrafiken
⏰ Öffnungszeiten: Do: 16–19 Uhr, Sa: 12–15 Uhr, Sonn-/Feiertage: 14–17 Uhr sowie nach Vereinbarung
(📞 08131 / 667818 · 📱 0162 / 4559699)
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die ihre Stadt genauso lieben wie Du und ich.
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#grüneskino
Ein Abend, der bewegt – im wahrsten Sinne.
Vielleicht hast Du es schon gesehen: Wer bereits meinem «Mastodon‑Profil» (Opens in a new window) folgt, ist Ende Januar bereits über die München‑Premiere von „Cycling Cities“ gestolpert – ein kleiner Hinweis dort, bevor der Film überhaupt richtig in Bewegung kam.
Und jetzt, ein paar Tage später, gibt’s für Dich im Kulturnewsletter die zweite Chance: denselben besonderen Film hier in Dachau, ohne Großstadttrubel, dafür mit Nähe, Gespräch und echtem Austausch.
(Opens in a new window)Manchmal reicht ein Film nicht.
Manchmal braucht es das Gespräch danach, den gemeinsamen Raum, das kurze „Wie siehst Du das?“ – damit eine Idee wirklich Wurzeln schlägt. Genau deshalb mag ich das Grüne Kino so: Es schafft Begegnung, nicht nur Programm.
Am 9. Februar wird im Erchana‑Saal des Ludwig‑Thoma‑Hauses der Dokumentarfilm „Cycling Cities – A journey to Europe’s most beautiful cycling cities“ gezeigt. Und das Besondere daran ist: Regisseur Ingwar Perowanowitsch sitzt selbst im Publikum, bereit für Austausch, Fragen, Debatte.
(Opens in a new window)Der Film ist eine Reise – wortwörtlich. Perowanowitsch ist mit dem Rad durch einige der schönsten Fahrradstädte Europas gefahren und bringt Geschichten mit, die weit über den Sattel hinausgehen: Wie verändert eine gute Infrastruktur den Alltag? Warum fühlt sich Mobilität in manchen Städten leicht an – und in anderen schwer? Und was macht das mit uns als Menschen?
Was mich an solchen Abenden reizt: Sie sind weder Vortrag noch Aktivismus, sondern Einladung.
Zu einem Gemeinschaftserlebnis im Winter, zu einem Gespräch ohne Druck, zu einem Blick darauf, wie andere Städte Beweglichkeit leben – und was wir vielleicht von ihnen lernen können.
Das Grüne Kino des Ortsverbands der Dachauer Grünen richtet diesen Abend aus, der Eintritt ist frei, und wer mag, bleibt nach dem Film einfach sitzen: Perowanowitsch ist Politikwissenschaftler und Experte für fahrradgerechte Städte – einer, der nicht nur schöne Bilder zeigt, sondern auch versteht, was dahintersteckt.
Ich glaube: Das wird ein ruhiger, guter Abend. Einer, der inspiriert, ohne zu belehren.
🚲 Die Fakten zum Abend
📅 Montag, 9. Februar 2026
🕖 Beginn: 19:00 Uhr
📍 Ludwig‑Thoma‑Haus (Erchana‑Saal),
Augsburger Str. 23, 85221 Dachau
🎞️ Film: Cycling Cities – A journey to Europe’s most beautiful cycling cities
🎤 Mit dabei: Regisseur Ingwar Perowanowitsch
🎙️ Anschließend: Gespräch & Austausch
💶 Eintritt: frei
👥 Veranstalter: Bündnis 90/Die Grünen OV Dachau
Transparenzhinweis:
Ich empfehle Dir diesen Abend, weil der Film Cycling Cities wirklich sehenswert ist – nicht wegen des politischen Absenders. Veranstalter sind die Dachauer Grünen, aber meine Empfehlung gilt allein dem Film und dem Gespräch mit dem Regisseur. Kultur bleibt hier Kultur, ganz ohne Wahlkampf.
#kulturtipps
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(Opens in a new window)Probiere es einfach aus und Du wirst sehen, Social Media geht auch ohne Hass, Hetze und Desinformation. Und wenn Du überzeugt bist, hole auch Deine Freund*innen von anderen Plattformen rüber.
Wie gesagt, dieses Jahr einfach mal #machen. Bist Du dabei?
#kulturstadt
Wer regiert die Kultur in Dachau?
Letzte Woche das Münchner „Bündnis Kultur“ – diese Woche der Blick nach Dachau: Auch hier wird am 8. März gewählt. Die Frage ist simpel: Was wollen die, die Dachau regieren wollen – für die Kultur? Und was heißt das für Räume, Altstadt, freie Szene und jene Orte, die uns aktuell fehlen?
Ich habe offizielle Programme, Kandidat*innenseiten und Positionspapiere gelesen. Hier mein kultur-kritischer Blick.
„Kultur als Struktur“ – solide, verlässlich, aber mit blinden Flecken.
Amtsinhaber Florian Hartmann (SPD) stellt Kultur in den Verbund der Stadtinfrastruktur: klare Regeln, verlässliche Förderung, saubere Finanzen, funktionierende Orte. Im SPD‑Zuschnitt liegen Kultur & Sport in einem Förderregal – die Botschaft: Planbarkeit statt Projektzuckungen. Grundlinie: Kultur schützen, indem man die Handlungsfähigkeit der Stadt schützt. Achse 1: klare Förderrichtlinie für Vereine und Träger. Achse 2: Bibliothek, Thoma‑Haus & Co. weiterentwickeln plus sozial‑kulturelle Infrastruktur im Stadtgefüge.
Die Lücke: Was heißt das konkret für freie und kommerzielle Akteur*innen, die nicht in klassische Förderschubladen passen? Raumzugänge? Mietlasten? Hier bleibt die SPD‑Erzählung zu abstrakt. Wer zwischen den Strukturen lebt, braucht Türöffner, nicht nur Ordner.
„Kultur läuft mit“ – Alltagspolitik zuerst, Kultur als Baustein.
Herausforderer Christian Hartmanns (CSU) Angebot: Pragmatismus. Kultur entsteht, wenn Verwaltung funktioniert, Wirtschaft atmet und die Altstadt lebt. Ein eigenes Kulturprogramm gibt es nicht; Kultur läuft mit, wenn die Stadt insgesamt in Schwung kommt. In der Praxis heißt das: Innenstadt stärken, Erreichbarkeit sichern, Kulturorte als Bausteine einer lebendigen Stadt denken – kein verkapptes Geschäftsmodell, aber Kosten‑Nutzen‑Blick.
Die Lücke: Wenn Kultur „mitläuft“, läuft sie auch schnell unter dem Radar. Oder kommt unter die Räder. Wer definiert „lebendig“? Wie schützt man nicht‑marktfähige Kunst vor dem Logikdruck von Frequenz & Parkplätzen? Ohne klare Kulturbausteine bleibt’s reaktiv.
„Schlüssel ausgeben, nicht Hochglanz rendern“ – Pop‑up jetzt.
Michael Eisenmann (Bündnis für Dachau + Volt) ist der Einzige mit hartem Rauminstrument: Pop‑up‑Kultur in städtischen Leerständen – benannte Gebäude, konkrete Vorgehensweise. Dazu kleine, sichtbare Schritte statt Großprojekt‑Romantik; Volt liefert Digitalität & Vielfalt. Sein Dreisprung: Leerstände öffnen, Kultur als Stadtalltag denken, Spielräume über Gewerbesteuern (z. B. MD‑Areal) zurückholen.

Die Chance: Sofortwirkung für Szene & Publikum, Kostenhandbremse gezogen.
Die Hürde: Ohne Verwaltungsprozess (Schlüssel, Haftung, Technik) wird Pop‑up zum Pop‑down. Plan ist da – jetzt machen.
„Alltagskultur first“ – Vereine, Brauchtum, Musik.
Verlässlich, unglamourös.
Markus Erhorns (FW) Kulturbegriff kommt aus der Stadtgesellschaft: Vereinsförderung, Brauchtum, Musik, Stadtleben – Dinge, die morgen stattfinden und Menschen haben. Leitidee: Zugänglichkeit, Alltagstauglichkeit, verlässliche Mittel.
Die Stärke: Nichts fällt durchs Raster, was nachbarschaftlich trägt.
Die Lücke: Wo entstehen neue Räume und zeitgenössische Formate jenseits des Bewährten? Ohne Impulsbudget bleibt’s Verwaltung der Gegenwart und Vereinsmeierei.
„Viel Engagement, wenig Platz“ – Kultur als Begegnungsrecht.
Martin Modlinger (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN) setzt Kultur nicht als Kür, sondern als soziales Grundrauschen: Begegnung, Teilhabe, barrierearm, offen. Diagnose: Raummangel ist das Kernproblem. Vision: Hinterhofkonzerte, Bürger*innen‑Treffs, kleine Festivals gleichrangig mit Institutionen; erst Räume öffnen, dann neu bauen.
Die Stärke: Klarer Fokus auf Zugänge.
Die Lücke: Wer öffnet was wann? Konkrete Instrumente (Zwischennutzungs‑Verträge, Technikpools, Mini‑Töpfe) müssen benannt werden, sonst bleibt’s Programm‑Poetik.
„Weniger Hürde, mehr Leben“ – Altstadt als Bühne, Verwaltung als Ermöglicherin.
Jürgen Schleich (ÜB) tickt sachpolitisch: Bürgerfreundliche Verfahren, lebendige Altstadt, Events & Vereinsleben statt großer Leitinstitutionen. Kultur als Motor – und Verwaltung als Service.
Die Stärke: Reibungsverluste raus, Formate rein.
Die Lücke: Ohne kuratierte Linien wird die Altstadt schnell Event‑Zapping. Kleine Kurationsbudgets könnten Profil schaffen.
Die FDP sitzt derzeit mit der ÜB im Stadtrat. Ein spezifisches Kulturprogramm konnte ich nicht finden.
„Kultur ist sozial“ – Jugend im Fokus, klare Haltung.
Romy Kauschinger (DIE LINKE) rahmt Kultur als soziales Gut: Zugang unabhängig vom Geldbeutel, Jugendkultur als Pflichtaufgabe, klare Kante gegen Rechts.
Die Stärke: Zielgruppenpräzision und Haltung.
Die Lücke: Welche Orte, welche Budgets, welche Trägerschaften? Ohne Ort‑/Mittel‑Plan bleibt es richtig, aber luftig.
Die Bürger für Dachau (BfD) sitzen derzeit mit DIE LINKE im Stadtrat. Auch hier konnte ich keine programmatische Kulturagenda finden. Nähe zu Vereinswesen, Brauchtum, lokalen Veranstaltungen (mehrere Kandidat*innen engagieren sich bei Kinderfestzug, Kirche, Weltladen, Vereinsstrukturen). Keine Hinweise auf spezifische Strategien zu Kulturorten, Freier Szene oder MD‑Areal. Eher: kulturfreundliches Ehrenamt, nicht kulturpolitische Konzepte.
WIR – für Heimat, Werte und Zukunft e.V.
WIR hat keine formulierte Kulturpolitik, aber eine klar wertkonservativ‑gemeinschaftsorientierte Kulturhaltung. Konkrete Aussagen zur Kultur fehlen. Ableitbar ist: Heimatschutz / Traditionspflege eher als moderne Kulturpolitik, lokale Vereine & gemeinschaftliche Formate im Fokus und Kultur als Teil von Identität, nicht als eigene politische Agenda.
AfD
In den verfügbaren Unterlagen des AfD‑Kreisverbands: keine Aussagen zu Kultur, keine Positionen zur städtischen Kulturentwicklung. Stand jetzt spielt die AfD kulturpolitisch keine nachvollziehbare Rolle.
Die Kulturpolitik der AfD – ob bayerisch oder bundesweit – ist im Kern keine Kulturpolitik, sondern eine Identitätspolitik. Sie schützt nicht Kunst – sie schützt ein Kulturverständnis, das auf Homogenität setzt. Sie fördert nicht Räume – sie fördert Rückzug.
Sie beantwortet nicht die Fragen unserer Städte – sie versucht, kulturelle Realität zurückzuschneiden.
Für Dachau heißt das:
Wer Kultur als Begegnung, Reibung, Vielfalt, Identität in Bewegung versteht, findet bei der AfD keine Idee und kein Instrument.
Und keine Zukunftsvision.
Oder anders formuliert:
Während andere darüber streiten, wie man Kultur öffnet, fragt die AfD zuerst, wie man sie begrenzt.
Womit wir bei der Brandmauer‑Frage gelandet sind.
Auf die Frage, ob man ein eigenes Projekt auch mit AfD‑Stimmen beschließen würde, signalisierten zwei Kandidaten Zustimmung (Christian Hartmann/CSU, Markus Erhorn/FW), fünf lehnten ab. Das ist kein Randdetail, sondern eine Haltungsfrage: klare Abgrenzung vs. Projekt‑über‑Parteien‑Argument. Diese Linie wird Entscheidungsallianzen prägen – auch in Kulturfragen, wenn es um Räume, Budgets, Prioritäten geht.
Was heißt das für Dachau?
Diese Wahl ist kein Kulturreferendum. Aber sie entscheidet, wie die Dachauer Kulturlandschaft in Zukunft sein wird - offen, mutig, pragmatisch, oder verwaltend, rückspiegelnd, identitätspolitisch.
Offene Touren 2026

(Bild KI-generiert)
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#meins
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Die nächste «Post aus Dachau» erscheint am 12. Februar 2026 - wir sehen uns, in Dachau und München 👋
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Dein Matthias
Matthias Schüßler
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