
Liebe Übonnent:innen,
nun debattiert die Branche also seit einer Woche darüber, wie viel es denn sein darf: Wie viel Künstliche Intelligenz im Journalismus ist okay, und ab wann schadet sie?
Es ist erstaunlich, dass darüber jetzt erst so intensiv öffentlich gestritten wird. Weil KI ja längst überall in Medien zum Einsatz kommt, aber eben ohne einheitliche Regeln. Und auch nicht mehr gekennzeichnet, wie das vor zwei, drei Jahren noch betont wurde: Nutzen wir es, schreiben wir es drunter. Passiert kaum noch.
Jedes Medienhaus hat eigene Vorgaben. Und wie unterschiedlich die Positionen sind, zeigt sich gerade deutlich. Die einen beäugen KI murrend, die anderen bejubeln sie. Beides nicht so klug. Wie sollte man KI ignorieren? Sie pflügt ja alles um. Doch sich ihr ganz hinzugeben, ist ebenfalls keine gute Idee, weil man sich damit als Journalist am Ende auch selbst aufs Spiel setzt. Eine intelligente KI-Nutzung im Journalismus liege „zwischen weiträumiger Absage und totaler Entgrenzung“, schreibt Benjamin Piel (Abre numa nova janela), Chefredakteur des „Weser-Kuriers“ in einem lesenswerten Debattenbeitrag.