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Akkordeon aktuell: Ein volles Herz .. Danke, Servais!

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Seine letzte Akkordeonale: Servais Haanen, Foto: Michael A. Schmiedel

Akkordeonale gestartet

Eines der ersten Konzerte der derzeit bundesweit tourenden Akkordeonale ging am 11. April in Altenkirchen über die Bühne. Festivalmacher Servais Haanen und die eingeladenen Musikerinnen und Musiker sorgten dort solistisch und im Ensemble für so manches Highlight.

(Text und Fotos: Michael A. Schmiedel)

„Es ist ihr ein großes Bedürfnis, Menschen zusammenzubringen, Unterschiede als Stärke zu sehen, Räume für Feste und Freude zu schaffen und sich gegenseitig zu stärken.“ Dieser Satz könnte der Akkordeonale gelten, denn genau das ist es, was dort seit 18 Jahren geschieht: Musiker, meist mit Akkordeons, aber auch mit anderem, begegnen sich, lernen einander kennen, musizieren miteinander, bringen ihre jeweiligen Eigenarten ein, schätzen diese Vielfalt und bringen sie einem wachsenden Publikum zu Gehör, welches genau das anerkennt: Vielfalt rund um eine Instrumentenfamilie, die zusammenklingt. Dabei ist dieser Satz gar nicht der Akkordeonale gewidmet, sondern der westfranzösischen Akkordeonistin Zabou Guérin. Formuliert wird er vom niederländischen Akkordeonisten und Festivalmacher Servais Haanen, als er Guérin am Samstagabend, dem 11. April 2026 in der Stadthalle Altenkirchen vorstellt. Diese Anmoderation zeigt aber zugleich, welche Stimmung bei diesem ungewöhnlichen, tourenden Festival herrscht: Wertschätzung nicht nur der musikalischen Leistung, sondern gleichermaßen der Menschen, die dort mitwirken. Und diese Wertschätzung umfasst alle von den Musikern über die Tontechniker bis zu Gastgeber und Publikum.

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Das diesjährige Ensemble: Maurizio Minardi, Dimos Vougioukas, Diogo Picão, Adriana de Los Santos, Johanna Stein, Zabou Guérin, Servais Haanen (v.l.), Foto: Michael A. Schmiedel

Die Stadthalle Altenkirchen im Westerwald lag von 2021 bis 2025 in einem Dornröschenschlaf. Inzwischen haben Helmut Nöllgen und sein Team vom Kulturbüro Felsenkeller sie renoviert, wobei derzeit noch nicht sicher ist, was ab 2027 daraus wird. Derzeit jedenfalls findet dort ein vielseitiges Kulturprogramm statt, darunter nun die zum siebten Mal in dem Ort gastierende Akkordeonale. Dieses Jahr ist für das Festival aus zwei Gründen besonders. Erstens kündigt Haanen an, dass es sein letztes Jahr als Leiter sei und er künftig selbst mit im Publikum sitzen werde. Mit 18 Jahren sei seine Akkordeonale alt genug, neue Wege zu gehen. Und zweitens spielen aus diesem Anlass erstmals nicht nur neue Musiker mit, sondern fast nur Wiedereingeladene.

Sie eröffnen das Konzert im Ensemble. Mit dabei: Der in Paris lebende Italiener Maurizio Minardi (Abre numa nova janela) am chromatischen Akkordeon, der Grieche Dimos Vougioukas (Abre numa nova janela) am Bandoneon, der Portugiese Diogo Picão am Sopransaxofon, Adriana de Los Santos (Abre numa nova janela) aus Südbrasilien am chromatischen Akkordeon, Johanna Stein am Cello und Zabou Guérin (Abre numa nova janela) am Bayan, „das fetteste und komplizierteste Teil aus der Akkordeonfamilie“, wie Haanen freimütig kommentiert. Er selbst mischt am diatonischen Akkordeon mit. „Ein volles Herz“ heißt das erste der insgesamt 18 Stücke des Abends und ist dem Publikum gewidmet. Es zeigt, worauf es hier ankommt: Akkordeons, Saxofon und Cello klingen nicht wie ein Instrument, sondern wie viele, jedes mit seiner eigenen Stimme, aber so, dass sie elegant harmonieren und einander auf vielfältige Art ergänzen. Im Lauf des Abends steht darüber hinaus jede Musikerin und jeder Musiker einzeln im Rampenlicht, präsentiert Stücke aus der jeweiligen traditionellen Musikkultur und aus dem individuellen Repertoire.

Zum Livebericht: „Ein volles Herz“ | (Abre numa nova janela)akkordeon.online (Abre numa nova janela)

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