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Heimatfest: Wie und wo darf der Jubel schallen?

Liebe CarlL-Community,

wie laut darf er denn nun schallen, der im Kinderfestlied von Wilhelm Preßmar gepriesene Jubel? Und wo? Diese Fragen beantwortet künftig eine “Satzung der Großen Kreisstadt Laupheim zum Lärmschutz und zur Regelung des vorübergehendes Gaststättengewerbes während des Kinder- und Heimatfests”. Puh, ganz schön sperrig. Bis man das gelesen hat, ist das Fest schon halb rum. Kein Wunder, dass Ordnungsamtsleiter Jens Steinhagen dem Gemeinderat am Montag zum zweiten Mal erklären musste, was genau dahintersteckt. Außerdem nahm er gegenüber der ersten Fassung, die er vor wenigen Wochen vorgestellt hatte, auf Wunsch des Gremiums einige Änderungen vor, so dass die Satzung nun vom Rat fast einstimmig beschlossen wurde. Was dies konkret für das fünftägige Fest der Feste bedeutet, versuche ich euch im “Thema des Tages” zu erklären. Ebenso geht’s um die Standvergabe-Praxis des Vereins Kinder- und Heimatfest Laupheim (kurz: Heimatfestverein), zu der der Vorsitzende Ralf Aubele Stellung nimmt.

Viel Spaß beim Lesen wünscht euch
euer Reiner Schick, CarlL-Initiator und -Redakteur

+++ Die gute Nachricht

Bürgerstiftung unterstützt Restaurierung historischer Heimatfestwagen

Freuen sich gemeinsam auf das Kinder- und Heimatfest (von links nach rechts): Jannik Hilla (Team Wagenbau Heimatfestfreunde), Frank Schneider (Bürgerstiftung), Ralf Aubele (Vorsitzender Kinder- und Heimatfest Laupheim) sowie Kai Hilla (Team Wagenbau Heimatfestfreunde). Foto: Laupheimer Bürgerstiftung

(eine Pressemitteilung der Laupheimer Bürgerstiftung)

Die Laupheimer Bürgerstiftung unterstützt die Restaurierung eines historischen Heimatfestwagens für das Kinder- und Heimatfest mit einer Spende von 2000 Euro. Die symbolische Scheckübergabe fand in den Heimatfesthallen im St.-Florian-Weg in Laupheim statt und fiel bewusst in die laufende Vorbereitungsphase für das kommende Fest.

 Derzeit herrscht dort reger Betrieb: Zahlreiche ehrenamtliche Helfer der Heimatfestfreunde arbeiten engagiert am Bau und an der Instandsetzung der Festwagen für die traditionellen Umzüge. Im Fokus steht dabei die fachgerechte Restaurierung eines besonders traditionsreichen Umzugswagens, um dessen kulturellen Wert zu bewahren, die Verkehrssicherheit zu gewährleisten und ihn langfristig nutzbar zu machen.

Die Arbeiten umfassen unter anderem die technische Überarbeitung und Erhaltung von Fahrgestellen samt Bremsanlagen sowie die Umgestaltung der Heimatfestwagen gemäß dem jährlich wechselnden Heimatfestmotto. Alle Festwagen werden bis zum Fest 2026 in technisch einwandfreiem Zustand den Fuhrleuten übergeben, die dann mit ihren Pferden den Umzug farbenfroh bereichern. Neben der Förderung der Bürgerstiftung wird ein großer Teil der Kosten durch Eigenleistungen des Vereins getragen.

 „Das Kinder- und Heimatfest ist ein zentraler Bestandteil der Laupheimer Identität. Mit unserer Förderung möchten wir sowohl dieses Kulturgut als auch das außergewöhnliche ehrenamtliche Engagement würdigen“, betonte Frank Schneider bei der Übergabe. Bereits Ende 2025 hatte die Bürgerstiftung den Verein Kinder- und Heimatfest Laupheim mit dem Ehrenamtspreis „LAUBÜ – der Laupheimer Bürgerpreis“ ausgezeichnet, der stellvertretend für alle ehrenamtlich Beteiligten am Kinder- und Heimatfest verliehen wurde.

+++ Thema des Tages

Wie laut darf der Jubel
schallen - und wo?

(ein kommentierender Bericht von Reiner Schick)

Andere Städte kennen das zur Genüge, allen voran Biberach: Das traditionelle Schützenfest hat mit den Jahren Auswüchse angenommen, die nicht jedem in der Stadt gefallen. Insbesondere die zunehmende Verlagerung der Feierlichkeiten in die Gassen der Innenstadt sorgt für Verdruss. Bei den Bürgern, die den Lärm ertragen müssen, aber auch bei den Festwirten und Betreibern der Fahrgeschäfte und Stände auf dem Gigelberg, deren Umsätze sanken. Nun versucht man unter anderem mit dem “Wasenhimmel” - einem von einem Riesenschirm überspannten Biergarten - statt eines geschlossenen Festzelts der schleichenden Bergflucht zu begegnen.

Eine Neuregelung des Landesgaststättengesetzes zum 1. Januar dieses Jahres sorgte dafür, dass man nun auch in Laupheim eine unkontrollierte Verteilung des Fests über die Innenstadt verstärkt befürchtet. Denn mit der Gesetzesänderung muss man sich einen “vorübergehender Ausschank von Getränken und Verkauf von Lebensmitteln” nicht mehr genehmigen lassen, sondern nur noch anmelden. Und schon ist es quasi jedem erlaubt, seinen Bierstand oder seine Imbissbude irgendwo in der Stadt aufzustellen. Das missfällt nicht nur den Laupheimer Festwirten, Fahrgeschäfte- und Standbetreibern, die sinkende Umsätze befürchten, sondern auch dem Heimatfestverein und der Stadtverwaltung, die Interesse an einem begrenzten Festbereich haben - alleine schon, um nicht die Kontrolle über Sicherheit und Ordnung in der Innenstadt zu verlieren.

Ein nur dünn bevölkerter Festplatz - dem soll die neue Satzung unter anderem vorbeugen. Foto: Schick

Deshalb hebt man die erwähnten Lockerungen des Landesgaststättengesetzes nun übers Heimatfest mithilfe einer Satzung auf. Das ist rechtlich erlaubt, sofern damit keine gesetzlichen Vorschriften gebrochen werden. Die Stadt untersagt an den fünf Tagen in der Kernstadt - die Teilorte sind ausgenommen - mit der neuen Satzung den kurzzeitigen und öffentlichen Getränke- und Essensverkauf allen Personen oder Einrichtungen, die nicht ohnehin eine Gaststättenkonzession besitzen. Von der Einschränkung ausgenommen sind die Betriebe auf dem Festgelände, die Vertragspartner des Heimatfestvereins (Oberer Marktplatz/Hasenstraße) und des Summernight-Festivals. Für die “regulären Gastronomiebetriebe” Laupheims ändere sich nichts, stellte Ordnungsamtsleiter Jens Steinhagen im Gemeinderat klar: Sie dürfen weiterhin im Rahmen ihrer Konzession in und vor ihren Lokalen Getränke und Speisen verkaufen. Das gelte natürlich auch für die Zeit der Festzüge, für die sogar eine Erweiterung der Ausschankfläche möglich sei, die aber dem Ordnungsamt angezeigt werden müssten. Ebenfalls dürfen von den Zuschauern auch künftig kostenlos Speisen oder Getränke an die Festzugsteilnehmer zur Stärkung oder Erfrischung abgegeben werden.

Insbesondere die Sonderregelungen für die “Vertragspartner” des Heimatfestvereins rief im Rat auch kritische Stimmen hervor. Erwin Graf (Freie Wähler) hält sie für rechtlich zumindest fragwürdig. Martina Miller (SPD) findet, dadurch würden “Vereine benachteiligt”. Hoffnung mache ihr, dass sich die Stadt ein Vetorecht bei der Auswahl der Vertragspartner durch den Heimatfestverein hat einräumen lassen: “Ich gehe davon aus, dass dadurch wieder mehr Vereine mitwirken dürfen.” Zuletzt hatte sich der FC Inter Laupheim, dessen Vorsitzender Halit Balikavlayan ebenfalls SPD-Ratsmitglied ist, über eine Benachteiligung beklagt - siehe Bericht weiter unten.

Was sind 99 Dezibel?

Ein weiteres Thema der Satzung ist der Lärmschutz. Die Beschwerden hätten in den vergangenen Jahren zugenommen, sodass man reagieren müsse, machte Steinhagen klar. Helfen soll eine einheitliche und verbindliche Regelung, mit der nach 24 Uhr in festgelegten Bereichen - auf dem Festgelände, dem Summernight-Festival und bei den Vertragspartnern - ein maximaler Lärm-Mittelwert von 99 Dezibel festgelegt wird. In der Theorie bedeutet das, innerhalb von 30 Minuten darf der durchschnittliche Geräuschpegel nicht über 99 Dezibel liegen. Er könnte also 15 Minuten lang durchgehend bei 120 liegen, wenn er in den anderen 15 Minuten durchgehend nur 78 beträgt. Das Jahr über liege der gesetzliche Grenzwert in der Regel bei 50 dB, “wir haben aber an mehreren Tagen die Möglichkeit, höher zu gehen”, erklärte Jens Steinhagen. Die fürs Heimatfest festgelegten 99 dB seien durchaus “laut - aber nicht so laut, wie es schon war.” Laut ChatGPT entspricht dieser Wert der Lautstärke eines “Presslufthammers in etwa einem Meter Abstand” oder einer “Kettensäge aus kurzer Distanz”. Ein nahes Martinshorn liege derweil schon bei 110 bis 120 dB.

Laut soll die Fanfare schallen: Wann und wo beim Heimatfest wieviel Lärm gemacht werden darf, regelt nun unter anderem eine neue Satzung der Stadt Laupheim. Foto: Schick

“Ich bin tiefenentspannt.”

Maria Hellwig vom Jugendkulturverein über die neuen Lärmschutzregeln.

Beim Heimatfest gab es in den vergangenen Jahren unter anderem Klagen über den Lärm an der Hasenbar und mitunter auch beim Summernight-Festival. Maria Hellwig vom Jugendkulturverein, der das Summernight veranstaltet, sieht dem Ganzen aber gelassen entgegen: “Ich bin tiefenentspannt. Für uns ändert sich nichts. Die 99dB galten für uns schon immer.” Natürlich gebe es, vor allem von Bewohnern unten am Schlosspark oder im Wohngebiet Ringelhausen, schon mal Beschwerden. “Die sagen, sie sind froh, wenn es wieder leise ist.” Ein Nachbar, der am meisten abbekomme, feiere gleich selber mit. “Ansonsten sagen wir den Leuten: Wendet euch bitte zuerst an uns, wenn ihr Klagen habt. Wir schauen dann, was wir machen können”, sagt Hellwig.

Man wolle mit der Satzung neben den Bürgern auch die ehrenamtliche Arbeit des Heimatfestvereins schützen, dessen Aufgabe es sei, für einen geregelten Festverlauf zu sorgen, erklärte Ordnungsamtsleiter Steinhagen. “Wir nehmen mit der Satzung eine Vorreiterrolle ein und haben bei der Gestaltung auch nicht auf andere geschaut”, sagte er und betonte: “Wenn Änderungen nötig werden, können wir reagieren.” Gut fand er daher auch den Vorschlag aus dem Rat, sich zeitnah nach dem Heimatfest über die Erfahrungen auszutauschen.

Zustimmung, aber auch Kritik aus dem Rat

Außer viel Zustimmung gab es unter den Räten aber auch Bedenken. Clemens Graf Leutrum (CDU) befürchtet durch die Satzung “mehr Konflikte, als dass wir sie lösen” und warnte vor einer “Blockwart-Mentalität” in der Bevölkerung. Will in etwa heißen: Ein Kontroll- und Anzeigewahn an allen Ecken. Berechtigte Bedenken? Steinhagen gab insofern Entwarnung, dass er klar stellte: “Wir haben eine hohe Eskalationsstufe. Messungen mit der Handy-App haben für uns keinen Beweiswert. Erst wenn sich ein paar Leute über eine Lärmstelle beschweren, werden wir mal prüfen und messen.”

“Nach Baumschutz und Katzenschutz fehlt uns nur noch ein Verordnungsschutz.” Lars Mast

Uneinigkeit herrschte bei den Freien Wählern über den Umgang mit der Satzung. Hilmar Kopmann (Freie Wähler) lehnte sie komplett ab, was Peter Fritzenschaft nach der ersten Vorlage auch noch getan hatte. “Wieder eine neue Satzung”, habe er zunächst gedacht, jetzt aber stimme er zu, weil Jens Steinhagen ihn überzeugt habe. Bei Lars Mast konnte davon indes keine Rede sein. Er forderte “mehr Mut zu weniger Bürokratie” und sagte: “Nach Baumschutz und Katzenschutz fehlt uns nur noch ein Verordnungsschutz.” Letztlich wurde die Satzung dennoch mit deutlicher Mehrheit beschlossen.

Trinkgelage beim Rewe: Stadt und Verein sind machtlos

Inwieweit sie überhaupt Wirkung zeigt, wird man sehen. Einem Problem, das im Rat überhaupt nicht zur Sprache kam, wird man damit nicht beikommen: den Trinkgelagen rund um den Rewemarkt in der Neustadt-Allee. Dort nutzen viele, vor allem junge Leute an den Werktagen die mit keiner Satzung einschränkbaren langen Öffnungszeiten (bis 22 Uhr), um sich mit billigem Alkohol einzudecken und “vorzuglühen” für den Gang aufs Festgelände - sofern sie das jemals erreichen. Für manchen endet das Gruppenevent an irgendeiner Ecke oder in einem Garten, gerne auch mal im eigenen Erbrochenen. Unter dem Lärm leiden die Anwohner teils massiv. Die Polizei musste in den vergangenen Jahren öfters eingreifen, gelöst bekommen aber auch die Hüter von Recht und Ordnung das Problem nicht.

Auch beim Heimatfestverein steht man dem Treiben machtlos gegenüber. “Wir können das Vorglühen nicht verbieten. Früher war es bei der Bühler Halle, heute ist es auf dem Rewe-Parkplatz”, sagt der Heimatfestvereins-Vorsitzende Ralf Aubele. Dass sich die Situation verschärft hat, seit sogar Sonderzüge die Partyfreunde aus dem Ulmer und Ravensburger Raum zum Laupheimer Heimatfest bringen, mag Aubele nicht unterstreichen: “Das glaube ich nicht.” Den Einsatz dieser Züge, der für dieses Jahr noch offen ist, verteidigt der Vorsitzende: “Ich bin da gespalten. Das Fest braucht einen gewissen Zulauf, deswegen machen wir auch überregionale Radiowerbung. Das ist auch für die Stadt Laupheim als Marke wichtig.” Letztlich könne man “nicht fünf Tage lang das Fest ausschließlich mit Leuten aus Laupheim feiern und glauben, dass unsere Festwirte, Fahrgeschäft- und Standbetreiber zufrieden sind mit dem Umsatz”.

In dem Fall bleibt wohl nur eines: die Rewe-Kröte schlucken. Auch wenn sie scheußlich schmeckt.

Was ist eure Meinung zu den Themen Ausschank, Lärm, Sicherheit und Ordnung beim Heimatfest? Schreibt gerne an: reiner@carll.de

Bewerbung abgelehnt: FC Inter Laupheim ist verärgert

(ein Text von Reiner Schick)

Wie attraktiv es offenbar ist, auf dem Festgelände Speisen und Getränke zu verkaufen, zeigt sich an der Nachfrage nach den insgesamt 52 Standplätzen: 116 Interessenten gab es über die Bewerbungsplattform auf der Homepage des Heimatfestvereins, berichtet deren Vorsitzender Ralf Aubele. Die meisten Plätze werden jedes Jahr neu vergeben, mit Ausnahme einiger Flächen für Platzhirsche wie etwa Imbiss Kley.

Als einziger Verein, außerhalb der Hasengrube, kam in den vergangenen Jahren regelmäßig der FC Inter Laupheim zum Zug. Voriges Jahr verpasste man es wegen des Wechsels der Zuständigkeit von der Stadtverwaltung auf den Heimatfestverein, sich zu bewerben. Die Organisatoren nutzten das, um die Anzahl der Kebap- und Wurststände zu begrenzen. “Das waren teils bis zu fünf. Um mehr Abwechslung ins Angebot zu bringen, haben wir uns beim Heimatfestverein auf ein neues Food-Konzept und auf eine Reduzierung auf zwei Kebap-Stände verständigt”, erklärt Aubele.

Neues Food-Konzept: Weniger Döner ist schöner, findet man beim Heimatfestverein. Foto: pixabay

In diesem Jahr aber bewarb sich der FC Inter Laupheim frist- und formgerecht - und erhielt eine Absage. Aus erwähntem Grund. “Daraufhin haben sich die Inter-Verantwortlichen direkt bei mir als Vorsitzender beschwert, und wir haben ihnen einen Kompromiss vorgeschlagen: Wir hatten einem der beiden vorgesehenen Kebap-Verkäufer noch nicht zugesagt und Inter angeboten, dessen Platz einzunehmen. Oder ihn sich tageweise gegenseitig aufzuteilen”, erzählt Ralf Aubele. Das habe der FC Inter abgelehnt. Grund: Der Kebap-Standbetreiber ist ein wichtiger Vereinssponsor.

Darum setzt der Heimatfestverein auf Profis

Inter ging nach der Absage an die Öffentlichkeit und beklagte sich via Leserbrief in der Tageszeitung und in einer Gemeinderatssitzung unter “Bürgerfragen” darüber, dass ausgerechnet beim Heimatfest die örtlichen Vereine zu kurz kämen und stattdessen professionelle Betriebe bevorzugt würden, die gar keinen Bezug zu Laupheim hätten. Auf Nachfrage von CarlL räumt Aubele ein, dass es diese Strategie durchaus gibt und gewollt sei. Der Vorsitzende begründet das so: “Die eigentliche Plattform der Laupheimer Vereine ist das Brunnenfest. Beim Heimatfest brauchen wir eine gewisse Leistungsfähigkeit. Da musst du als Standbetreiber fünf Tage lang schrubben ohne Ende. Das müssen Profis machen, die das Geschäft beherrschen und das Personal dafür haben.” Außerdem gehe es auch um Themen wie Hygiene und eine ordentliche Anmeldung des Personals, damit man haftungs- und versicherungstechnisch auf der sicheren Seite sei, auch als Veranstalter. “Normale” Vereine könnten das - und das habe nichts mit dem FC Inter Laupheim im Speziellen zu tun - gar nicht stemmen. Einzige Ausnahme beim Heimatfest bilden laut Aubele die Betreiber der Hasengrube - Baltringer Haufen, Landsknechtszug und Alemannen -, die sich seit Jahrzehnten fast in Alleinregie um die Bewirtung und Unterhaltung der Besucher dort kümmern.

Wenig Verständnis zeigt man beim FC Inter Laupheim für die Sichtweise des Heimatfestvereins-Vorsitzenden. “Wir haben doch jahrelang bewiesen, dass wir so einen Stand betreiben können”, sagt der Inter-Vorsitzende Halit Balikavlayan zum Thema Leistungsfähigkeit. Sein Bruder Tamer, der besagten Leserbrief verfasst und auch im Gemeinderat vorgesprochen hat, kritisiert, dass man für den Kompromiss ausgerechnet einen ebenfalls in Laupheim ansässigen Sponsor des FC Inter hätte verdrängen sollen: “Das wollen wir nicht. Und ich frage mich, warum man nicht den zweiten Kebap-Standbetreiber rausnimmt, der gar nicht aus Laupheim ist?” Außerdem verkaufe Inter gar keinen Döner, sondern Hackfleisch-Burger und Feuerwurst.

Balikavlayan: Wichtige Einnahmen brechen weg

Den FC Inter, der sich wie andere Vereine auch im Laupheimer Stadtgeschehen engagiere und auch Jugendarbeit betreibe, treffe das Heimatfest-Aus hart, sagt Tamer Balikavlayan: “Die Einnahmen sind für uns existenziell wichtig. Wir müssen damit die Miete, Nebenkosten und diverse Instandhaltungen für unser Vereinsheim (in der ehemaligen Kleemeisterei, die Red.) bezahlen, das wir ausschließlich selbst betreiben. Wir haben dort die ehemaligen Tennisplätze mit einem gebrauchten Kunstrasen ausgelegt und im Keller einen Raum für die Jugend eingerichtet. Das alles können wir ohne die Heimatfest-Einnahmen vielleicht gar nicht mehr halten.”

Es sei immer schwierig für die, die bei solchen Angelegenheiten in den sauren Apfel beißen müssen, sagt Ralf Aubele abschließend. Aber er ist sich sicher: In einem konstruktiven Dialog und mit etwas Kreativität hätte sich eine Lösung finden lassen, mit dem sowohl der FC Inter Laupheim als auch dessen Hauptsponsor hätten leben können. Aber dazu sei es leider nicht gekommen, der Verein habe den Weg an die Öffentlichkeit bevorzugt.

Was meint ihr? Sollten mehr Vereine beim Heimatfest die Möglichkeit bekommen, ihre Kasse aufzubessern? Schreibt gerne an: reiner@carll.de (Abre numa nova janela)

+++ Gut zu wissen

Kulturabende bereits ausverkauft

AUSVERKAUFT: Das vermeldet das Kulturhaus in Bezug auf die beiden Kulturabende am 24. und 25. Juni. Gestaltet werden die stets fröhlich-bunten Bühnenprogramme Jahre für Jahr im Wechsel von den vielen Laupheimer Schulen. In diesem Jahr bereiten die Bischof-Ulrich-Grundschule in Obersulmetingen und die Ivo-Schaible-Schule in Baustetten eine sicherlich abwechslungsreiche Darbietung vor.

+++ Der Heimatfest-CARLLender

Was läuft wann?

Sonntag, 31. Mai
14 Uhr, Museum, Familien-Nachmittag rund ums Thema Heimatfest, mit Kurzführung zur Entstehung des Fests und Bastelaktion für Kinder. Infos und Anmeldung hier (Abre numa nova janela).

Dienstag/Mittwoch, 24./25. Juni
jeweils 19 Uhr, Kulturhaus: Kulturabend, gestaltet von der Grundschule Obersulmetingen und der Grundschule Baustetten. BEIDE VERANSTALTUNGEN SIND AUSVERKAUFT!!!

Donnerstag, 25. Juni
16 Uhr: Vergnügungspark/Festzelt/Biergarten
17 Uhr: Fassanstich mit OB Ingo Bergmann
17 Uhr: Feuerwehrschenke in der Hasengrube
18 Uhr: Ausstellungseröffnung in der Galerie Schranne:
40 Jahre Landsknechtszug Ellerbach-Freyberg Laupheim
19 Uhr: Paradekonzert der Stadtkapelle Laupheim
mit Blasorchester und Spielmannszug vor der Schranne
19.30 Uhr: Summernight-Festival im Schlosshof, mit WM-Public-Viewing ab 22 Uhr

Freitag, 26. Juni
14 Uhr: Vergnügungspark/Festzelt/Biergarten
17 Uhr: Feuerwehrschenke in der Hasengrube
17.30 Uhr: Kirchliche Jahrgängerfeier in der Marienkirche
18:30 Uhr: Eröffnungszug zum Festplatz mit über 40 Gruppen, Brauereiwagen, historische Gruppen, die „runden” Jahrgänger, Laupheimer Vereine und Musikgruppen
21 Uhr: Summernight-Festival im Schlosshof (Einlass ab 20 Uhr)

Das Lagerleben mit Musik und weiteren Darbietungen beginnt am Samstag nach dem Sternmarsch. Foto: Schick

Samstag, 27. Juni
11 Uhr: Jazzfrühschoppen Schloss Großlaupheim (bis ca. 13 Uhr, Eintritt Festbändel, Einlass ab 10.30 Uhr)
13 Uhr: Vergnügungspark/Festzelt/Biergarten
13 Uhr: Kinder- und Familiennachmittag im Festzelt, Rottalmollefahrten
15 Uhr: Sternmarsch der Fanfarenzüge zum oberen Marktplatz mit Standkonzert, Einzug in die Hasengrube und Eröffnung des Lagerlebens
18 Uhr: Heimatstunde im Kulturhaus Schloss Großlaupheim
21 Uhr: Summernight-Festival im Schlosshof (Einlass ab 20 Uhr)

Sonntag, 28. Juni
6 Uhr: Wecken durch Musikkapellen und Spielmannszüge
9 Uhr: Festgottesdienst St. Peter und Paul Kirche
10:30 Uhr: Festgottesdienst Evangelische Kirche
11 Uhr: Vergnügungspark/Festzelt/Biergarten
13 Uhr: Der große Festzug. Motto: „Das Jahr tanzt bunt“, ca. 3000 Mitwirkende in 100 Gruppen, 25 Musikkapellen und Spielmannszüge, 45 Festwagen und 150 Pferde
14:30 Uhr: Lagerleben in der Hasengrube
22:15 Uhr: Brillant-Feuerwerk im Olympia-Stadion

Montag, 29. Juni
11 Uhr: Der große Festzug mit Kreativteil der Schulen
12 Uhr: Vergnügungspark, Bewirtung im Biergarten und im Festzelt
12:30 Uhr: Lagerleben in der Hasengrube

Viele weitere Infos zum Heimatfest gibt’s hier (Abre numa nova janela) auf der offiziellen Seite des Heimatfestvereins.

Liebe CarlL-Community,

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Einen schönen Tag wünscht Euch

Euer Reiner Schick

Zur Person:

Ich bin Reiner Schick, 60 Jahre alt, verheiratet und Vater zweier Söhne (9 und 14 Jahre). Ich stamme aus Bronnen, wohne aber seit 20 Jahren in Laupheim. Die meisten von euch werden mich als langjährigen Redakteur der Schwäbischen Zeitung kennen, für die ich mehr als 30 Jahre lang tätig war - zunächst 18 Jahre in Biberach im Lokalsport, dann zehn Jahre in Laupheim und zuletzt sechs Jahre in Ehingen, jeweils als Redakteur für Lokales. Zum 1. Mai 2025 habe ich die SZ verlassen - um etwas Neues zu wagen: Das in Laupheim bislang einmalige Projekt CarlL.

Warum CarlL?

Die Antwort ist naheliegend: Der Titel ist eine Hommage an die wohl berühmteste Laupheimer Persönlichkeit, Carl Laemmle. Auch er hat mit der Gründung einer Filmstadt in den USA einst etwas Neues gewagt - und was daraus geworden ist, weiß jeder. Warum also nicht jemanden, der vor gut 100 Jahren Hollywood den Weg geebnet hat, zum Vorbild für ein Medienprojekt nehmen? Das zweite, große L in CarlL steht für Laemmle, Laupheim, Lokaljournalismus - sucht’s euch aus.

Tópico Kinder- und Heimatfest