
Wir haben uns im Internet von einigen wenigen mächtigen Menschen abhängig gemacht. Die sind noch dazu nicht gerade die sympathischsten. Ich habe Leonhard Dobusch gefragt, wie eine Alternative aussehen könnte. Ein nerdiges und leidenschaftliches Gespräch über Macht und ein besseres Internet.
🙆 Leonhard Dobusch ist Professor für Betriebswirtschaftslehre mit Schwerpunkt Organisation an der Universität Innsbruck. Außerdem ist er wissenschaftlicher Leiter des Momentum Instituts in Wien.
Diese Bücher empfiehlt Leonhard:
Enshittification: Wie Tech-Konzerne uns ausbeuten und was wir dagegen tun können von Cory Doctorow, https://amzn.to/4xZiuFe (Abre numa nova janela)
Engagement und Enttäuschung: Über das Schwanken der Bürger zwischen Privatwohl und Gemeinwohl von Albert O. Hirschman, https://amzn.to/4ePwEzI (Abre numa nova janela). Dazu die Empfehlung für die Netflix-Serie Transatlantic: https://de.wikipedia.org/wiki/Transatlantic_(Fernsehserie) (Abre numa nova janela)
Gender Trouble: Feminism and the Subversion of Identity von Judith Butler, https://amzn.to/3SyRPyF (Abre numa nova janela)
Leonhards Shoutout für Medien:
Schnelle Online-Nachrichten: ORF.at (Abre numa nova janela) und DerStandard.at (Abre numa nova janela)
Podcast »Cui Bono: WTF happened to Ken Jebsen?« https://www.radioeins.de/archiv/podcast/cui_bono/ (Abre numa nova janela)
Podcast »Kevin Kühnert und die SPD« in der ARD Mediathek https://www.ardmediathek.de/serie/kevin-kuehnert-und-die-spd/staffel-1/Y3JpZDovL25kci5kZS80NzI4/1 (Abre numa nova janela)
Blog von Cory Doctorow: https://pluralistic.net/ (Abre numa nova janela)
Stratchery von Ben Thompson: https://stratechery.com/ (Abre numa nova janela)
Krasse Links https://mspr0.de/ (Abre numa nova janela)
Was nehme ich mir mit?
Das Problem ist nicht Elon Musk.
Also dass der reichste Mensch der Welt sich selbst auf seiner Plattform radikalisiert und rechtsextrem abgeboben ist, ist natürlich schon ein großes Problem. Aber das Ur-Problem ist, dass es überhaupt einen zentralen Akteur gibt, der so eine Plattform kaufen kann. In einem dezentralen System geht das nicht.Wir brauchen Filtersouveränität.
Wir sollten uns selbst aussuchen können, was wir im Internet und auf Social Media sehen. Auf Bluesky oder Mastodon kann man sich etwa einen bestimmten Moderationsfilter aussuchen. Oder den Algorithmus. Wichtig ist auch, Social Media Plattformen gesetzlich dazu zu verpflichten, dass sie interoperabel sind. Heißt: Das man von einer Plattform zur anderen schreiben kann. Und dass man seine Follower und Inhalte nehmen und wo anders hingehen kann. Wie bei E-Mail eben auch. Das würde die Macht im Internet komplett verschieben.Das Fediverse ist kein europäisches Tiktok.
Es ist eine dezentrale Infrastruktur auf der Basis offener Protokolle. Viele Server kommunizieren miteinander, ohne dass einer alles kontrolliert. Das Fediverse wird nie einfach explodieren, sondern Leonhard hält es für am wahrscheinlichsten, dass nach und nach bestehenden Communities dort hinwandern. Universitäten, öffentlich-rechtliche Mediatheken, Bibliotheken, NGOs oder Museen.