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Was Schüler*innen bei Lesungen fragen

Liebste Lesende,

es ist NOVEMBER?! Ja, keine Ahnung wie das jetzt passiert ist. Die letzten Wochen ist unglaublich viel passiert und dass ihr im Oktober nichts von mir gehört habt liegt an der Fülle an Lesungen, Workshops und anderen Terminen, die mich zu allem Überfluss haben krank werden lassen. So lag ich diese Woche im Bett anstatt nach Chemnitz zu den deutschsprachigen Poetry Slam Meister*innenschaften zu fahren. Aber was ich zuvor erlebt habe, werde ich euch hier erzählen - und natürlich, was die nächsten Wochen noch ansteht. Außerdem habe ich eine extrem tolle Buchempfehlung ich auch für euch und ich habe über ein paar Fragen nachgedacht die mir Schüler*innen bei Lesungen gestellt haben.

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Aber genug davon, wir gehen rein!

SHOWS SHOWS SHOWS 🎙

Es folgt jetzt keine detaillierte Zusammenfassung aller meiner Auftritte, aber ich möchte zumindest von ein paar erzählen. Der Monat startete mit mehreren extrem tollen Veranstaltungen. Zunächst war ich mit Elif Duygu, Mike Hornyik und Sarah Anna Fernbach als Wien Vertretung beim Poetry Slam Städtebattle in Zürich. Ich trete ja sehr gerne in der Schweiz auf und liebe die Slamszene dort, weil sie - ähnlich wie die österreichische - ein klein bisschen weirder ist als der Rest der gesamtdeutschsprachigen Szene.

Von Zürich ging es direkt weiter nach Innsbruck zum Krimifest Tirol/Kärnten. Dort durfte ich bei der Eröffnung das erste Mal kurze Auszüge aus Miez Marple und die Tatze der Verdammnis (Abre numa nova janela) vorlesen und ich hab mich sehr gefreut, dass dieser Text live so gut funktioniert. Denn ein Closed Circle Mystery ist tricky zum Vorlesen! Ich habe zwei Optionen: ich lese den Teil vor, in dem alle Charaktere vorgestellt werden und in dem noch nicht so wahnsinnig viel passiert oder ich lese die Stelle des Verbrechens vor und gebe keinen Kontext zu den beteiligten Figuren. Aber irgendwie hat es doch ganz gut geklappt!

Foto: Petra Weixelbraun

Direkt danach gab es die große Vienna Falling (Abre numa nova janela) Präsentation im Literaturhaus, moderiert von meiner liebsten Lektorin Senta Wagner. Ich freu mich ja meistens schon, wenn die Moderation bei Lesungen den Klappentext oder gar das ganze Buch gelesen hat, aber Senta hat den Text so intensiv mitbegleitet, sodass das Gespräch auf einer ganz anderen Ebene stattfinden konnte! Das war toll!

Auch die Premiere von Miez Marple im Aera in Wien (veranstaltet von FOMP (Abre numa nova janela)) war toll, wenn auch wirklich sehr spärlich besucht. Ich erzähl das ganz offen, weil ich zunächst ein wenig traurig war und diese Scham eingesetzt hat, wenn man etwas mit seinem Namen ankündigt und dann kommt kaum jemand. Es fielen dieses Mal mehrere ungünstige Faktoren zusammen, aber umso schöner war der Abend dann doch! Zusammen mit Francesca Herr und Elias Hirschl habe ich wieder ein Live-Hörspiel veranstaltet und ich bin drauf und dran dieses Show Konzept häufiger aufführen zu wollen, weil es einfach deutlich mehr ist, als eine einfache Lesung. Mit Elias habe ich diesen Monat auch noch zwei völlig wilde Shows gehabt. In der roten Bar im Volkstheater haben wir noch einmal aus unserem Toast-Komplex (Abre numa nova janela) gelesen und live getoastet und im Schauspielhaus hat Elias seinen Text "Das ertrinkende Kind" gelesen zu dem ich eine PowerPoint gemacht habe, die beinahe ein kleiner Animationsfilm geworden ist. So wild!

Was Schüler*innen auf Lesungen fragen💡

Schullesungen machen mir besonders viel Spaß. Also, wenn die Schüler*innen auch Lust auf die Lesung haben. Die Lesungen selber verlaufen meistens mit weniger Zwischenreaktionen als in anderen Kontexten - vermutlich u.a. weil Schüler*innen selten beigebracht wird befreit auf etwas zu reagieren, was ihnen vorgesetzt wird. Aber die Diskussionen und Gespräche danach sind oft viel interessanter als mit einem erwachsenen Publikum. Die Fragen kommen ungefilterter. So wurde ich zum Beispiel im jungen Literaturhaus Graz gefragt, ob in meiner Familie auch Leute schreiben. Was für eine tolle Frage! Denn ich hatte so direkt noch nie darüber nachgedacht. Die Antwort ist: nein. In meiner direkten Familie bin ich der Einzige, der überhaupt in eine geisteswissenschaftliche/künstlerische Richtung gegangen ist. Und auch im Rest meiner übrigen (sehr großen) Familie kenne ich zumindest keine Person, die das gemacht hat. Und ich vergesse das immer, dass das keine Laufbahn ist, die als Arbeiterkind so üblich ist oder vorgesehen. Auch, dass ich jetzt noch meinen Master mache (hoffentlich lol) ist statistisch bereits um ein vielfaches unwahrscheinlicher, als bei Menschen deren Eltern selbst studiert haben. Also in dem Sinne: danke nochmal für diesen Anstoß in mehr Klassenbewusstsein! Bei einer anderen Schullesung in St. Pölten sprachen wir über Schullektüren und darüber, warum Gen Z heute wieder mehr liest - auch das das super spannend, auch wenn daraus folgte, dass ich wohl oder übel mehr TikTok Content machen muss.

We did it again! Ö-Slam im Team gewonnen 🕵️‍♂️🕵️‍♀️

Ich war ein weiteres Mal in Innsbruck und habe dort - nebst ein paar Partien Magic the Gathering - auch die österreichischen Poetry Slam Meister*innenschaften im Team gewonnen. Zusammen mit Francesca Herr bin ich ja nun schon ein paar Jahre ein Slamteam und es macht einfach unglaublich viel Spaß zusammen auf der Bühne Texte zu performen. Zusammen heißen wir "mal was anderes" und das ist auch das Motto unserer Texte. Dieses Mal haben wir einen Krimitext geschrieben, in dem wir den Fall der verschwundenen Moderation behandelt. Komplett gugugaga, aber unfassbar spaßig!

Foto: Fettinger Fotografie (@fettinger_fotografie)

Buchempfehlung Alana S. Portero 📚

Im Sommer hat mir mein guter Freund und Kollege David Friedrich https://www.instagram.com/diesdasdavid/ (Abre numa nova janela) (s/o) einen Roman von Alana S. Portero geschenkt mit dem Titel: Die schlechte Angewohnheit. Ich informiere mich ja selten im Vorhinein über Bücher oder Filme und lasse es meistens auf mich zukommen, aber in diesem Fall hat das, auf gut Deutsch, HART gehittet.

(Abre numa nova janela)

In diesem Roman berichtet die Erzählerin Alex von Aufwachsen als Transfrau im Arbeiterviertel San Blas in Madrid in den 1980er Jahren. Es geht um Körperbilder, Geschlechterrollen, Verdrängung, Akzeptanz, Freundschaft, Gemeinschaft, Armut und um knallharte existenzielle Fragen. Die Beobachtungen im Buch sind brilliant, die Erzählung fließt dahin und zwischen extrem traurigen Szenen gibt es an den unerwartetesten Stellen die witzigsten Formulierungen. Übersetzt wurde dieses Buch - wahrscheinlich mein Jahreshighlight - von Christiane Quandt und ist im Claassen Verlag erschienen.

Termine

Ich bin wieder viel unterwegs und freue mich, falls wir uns bei Gelegenheit sehen! Falls ihr zu einem Auftritt von mir kommen wollt, wo man Tickets braucht, konsultiert gerne den Vorverkauf. Obwohl Kultur allen Menschen zugänglich sein sollte, ist sie es oft nicht. Falls ihr also zu einem Termin kommen wollt, es euch aber gerade nicht leisten könnt, schreibt mir bitte und ich gebe mein Bestes, euch einen Gästelistenplatz zu organisieren.

04.11.2025 PowerPoint-Karaoke (Moderation) - Melk (Tischlerei)

06.11.2025 Lesung Miez Marple und die Tatze der Verdammnis - Wien (Thalia Mariahilferstraße)

11.11.2025 Lesung Vienna Falling - Wien (Thalia Wien Mitte)

12.11.2025 Lesung Vienna Falling - Wien (Buchhandlung Lesezeit)

13.11.2025 BUCH WIEN - Wien (3Sat Bühne, 10:00 Uhr)

05.12.2025 Poetry Slam - Regensburg (Alte Mälzerei)

06.12.2025 Poetry Slam - Ulm (Roxy)

29.12.2025 Jazz Slam - Kiel (Kulturforum)

30.12.2025 Poetry Slam - Amrum (Gemeindehaus)

03.01.2025 Slam Awards - Hamburg (Elbphilharmonie)

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