Interview: Mascha Schilinski

Sie gilt als das Wunderkind des deutschen Films. Völlig überraschend wurde Mascha Schilinskis zweiter Spielfilm in den Wettbewerb von Cannes eingeladen. Viele Kritiker schätzten In die Sonne schauen (Abre numa nova janela) (Kinostart: 28. August 2025) sogar als heißen Favoriten auf die Goldene Palme ein. Es wurde dann der große Preis der Jury, auch das ein sensationeller Erfolg. Der Film wagt sich auf erzählerisches und visuelles Neuland vor. Assoziativ verknüpft er die Leben von vier Mädchen, die alle auf einem Bauernhof in der Altmark groß werden, allerdings zu ganz unterschiedlichen Zeiten. Alma (Hanna Heckt) wächst in den 1910er Jahren auf, Erika (Lea Drinda) 30 Jahre später, Angelika (Lena Urzendowsky) in der DDR der 1980er und Nelly (Zoë Baier) in unserer Gegenwart. Ihre Schicksale verflechten sich zu einer einzigen Zeitebene und bilden ein teils grausames, teils lebensfrohes und von Geheimnissen durchzogenes Mosaik. Wir sprachen mit ihr über die Erlebnisse in Cannes, über unbewusste Traumata, die an die nächsten Generationen weitergegeben werden, sowie über die Besonderheiten des kindlichen Blicks.