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Hall of truth. Fundstücke, die uns zuletzt bewegt haben

Redaktion free.fem.minds MAGAZIN

Bild: KI

Hall of truth – News- und Social-Media-
Fundstücke, die uns zuletzt bewegt haben.

Besser keine Beziehung zu einem Mann eingehen.

Diese Aussage stammt von Dirk Peglow, Vorsitzender des Bundes Deutscher Kriminalbeamten im Gespräch mit Moderatorin Dunja Hayali, mitten im heute journal.
Auf die Frage, was er Frauen angesichts der gestiegenen Gewaltzahlen in der aktuellen Kriminalstatistik raten würde, sagt er vor wenigen Wochen: „Wenn man nach der statistischen Anzahl geht, besser keine Beziehung mit einem Mann eingehen. Da ist das Risiko erheblich höher, Opfer von psychischer oder physischer Gewalt zu werden.“
Für diese Wahrheit erntet der Kriminalbeamte danach unter anderem Morddrohungen – von Männern. Nur Frauen können ihm nachfühlen, wie sich das anfühlen muss.

Backlash in der Ukraine

Wir erleben weltweit Angriffe auf Frauenrechte in Echtzeit. Zuletzt in der Ukraine. Hier sorgt ein Gesetzesentwurf zur Neufassung des Zivilgesetzbuchs zur sogenannten Sittenkonformität für Frauen für Aufregung. Denn was das genau heißt, bliebe der Auslegung von Männern in Machtpositionen vorbehalten. Allgemein moralische und ethische Normen werden benannt. Künftig solle das Scheidungen, Unterhaltsansprüche oder die Anerkennung von Partnerschaften betreffen. Das Risiko ist groß, dass künftig Gerichte vorgeben, was für Frauen moralisch sittlich bedeutet und was stattdessen bestraft wird.

Deutsche Frauen bekommen weniger Kinder

Wer kann es ihnen verdenken? Deutsche Frauen haben keine Lust mehr aufs Kinderkriegen, glaubt man dem Geburtenrückgang in Zahlen. Ende April meldete das Statistische Bundesamt einen Geburtenrückgang im vierten Jahr in Folge. Damit erreichten die Zahlen den niedrigsten Stand seit 1946. Ob es daran liegt, dass Gewaltschutz, finanzielle Absicherung, Rente, Einkommen, Kinderbetreuung und sogar Wohnungssuche für Frauen massive Benachteiligungen aufweisen? Oder liegt es doch an den Männern? Die finden eher, deutschen Frauen fehle es an der Moral zum Mutterwerden. Na dann.

Auch ein Suizid kann ein Femizid sein

So titelte die Zeit vor einigen Wochen und benennt dabei einen Umstand, der in der aktuellen Debatte um Gewalt gegen Frauen noch deutlich zu kurz kommt. Suizide infolge von Gewalt, Nachtrennungsgewalt, Coercive Control. Während man in Deutschland häufig urteilt, dass das Eine keinesfalls mit dem Anderen zu tun haben könne, erklären andere Länder in Studien und sogar Gerichtsurteilen, dass Männergewalt in der Lage ist, Frauen in den Tod zu treiben. So wie 2023 Kimberly Milne. Ein britisches Gericht sah es als erweisen an, dass ihr damaliger Ehemann sie in den Tod getrieben habe. Urteile dieser Art auf Totschlag sind bisher selten, in Deutschland wahrscheinlich undenkbar. Weltweit wächst jedoch das Bewusstsein dafür, dass auch nicht physische Gewalt für die Betroffenen immer physische Folgen hat. Krankheiten, Beeinträchtigungen oder eben Suizide.

Das Familieneinkommen entscheidet
über das Wohl von Kindern

Zu diesem Schluss, der für Deutschland sehr viel stärker gilt, als anderswo, kommt eine aktuelle UNICEF-Studie. Die Analyse „Report Card 20: Unequal Chances – Children and economic inequality“ ist die 20. Ausgabe der internationalen Vergleichsstudie zum Wohlbefinden von Kindern in wohlhabenden Ländern des UNICEF-Forschungsinstituts Innocenti. Darin schneidet Deutschland im internationalen Vergleich denkbar schlecht ab und kommt nur auf Platz 25 von 37 bewerteten Ländern. Kinderarmut ist in Deutschland im EU-Durchschnitt besonders hoch, die Chancen ungleich und nach Einkommen der Eltern verteilt und das Wohlbefinden von Kindern im unteren Durchschnitt. Mehr investieren, mehr Priorität auf Kinderleben und ihre Zukunft lautet daher die Empfehlung von UNICEF Deutschland. Doppelt unverständlich daher, dass die Regierung bei Kindern und deren Familien aktuell mit das größte Einsparpotential sieht. Im Magazin findet sich an anderer Stelle ein ausführlicher Beitrag zu diesem Thema.

Tópico Stimme gegen Gewalt

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