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Hey y’all!
Noch vor wenigen Jahren hätte wohl niemand gedacht, dass einer der größten Country-Acts unserer Zeit seine ersten Hits auf einem iPhone aufnehmen würde.
Aber genau das hat Zach Bryan gemacht – und damit das alte Nashville-System komplett auf den Kopf gestellt.
Herzlich willkommen zu diesem Special der Honky Tonk Post! 🤠
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“Das alte Nashville-System”. Was ist das denn überhaupt?
Bis in die 2010er-Jahre hinein gab es in der Country-Industrie einen klar definierten Weg:
Alle jungen Artists verfolgten das Ziel, einen Major-Label-Vertrag zu unterschreiben. Damit winkten professionelle Studios und entsprechend teure Produktionen.
Auf dem Weg dorthin zählte dann freilich vor allem eines:
Die richtigen Connections. Die Gatekeeper Nashvilles saßen fest im Sattel.
Klar, die Red-Dirt-Szene (Abre numa nova janela) in Oklahoma und Texas hatte auch davor schon gezeigt, dass es anders geht. Bands wie die Turnpike Troubadours machten seit Jahren Musik abseits des Mainstreams.
Aber selbst sie brauchten dafür noch eine gewisse Infrastruktur und ein gewisses Netzwerk.
… und echte Mainstream-Reichweiten erreichten sie damit auch nicht.
Dann kam 2019 ein junger Typ aus Oklahoma, der damals noch aktiv in der Navy diente.
Zach Bryan lud einfach so auf YouTube ein Album hoch, das er größtenteils auf seinem Handy aufgenommen hatte. DeAnn hieß es, benannt nach seiner verstorbenen Mutter.
Roh, ehrlich, ohne jede Politur. Und das hat eingeschlagen.
Was Zach Bryan damals geschafft hat, war aber mehr als nur ein persönlicher Erfolg.
Er hat bewiesen, dass man die alte Nashville-Maschinerie in den 2020ern nicht mehr unbedingt braucht, um es im Country-Business zu schaffen. Keine teuren Studios, keine Major Labels, keine Radio-Promoter.
Und seine Zahlen sprechen für sich:
25 Millionen monatliche Hörer auf Spotify, ausverkaufte Stadiontouren. All das, ohne dass das alte System ihm dafür den Weg geebnet hätte.
ON ROTATION
Zach Bryan – Something In The Orange (Abre numa nova janela)
Wie sehr Zach Bryan damit nicht nur seine eigene Karriere anstieß, sondern gleich das gesamte Musikbusiness mit auf den Kopf stellte, zeigt sein episches 2022er-Album American Heartbreak.
Das wurde vertrieben von Warner Records – einem Major Label.
Aber Zach Bryan ist nicht wie davor üblich einfach bei Warner unter Vertrag.
Er steht seiner eigenen Mini-Plattenfirma Belting Bronco Records vor und hat darüber mit Warner einen Distributionsdeal vereinbart. Alle Rechte an den Songs bleiben bei ihm.
… und offensichtlich auch die künstlerische Freiheit.
Denn auch für American Heartbreak brauchte er keine großen Produktionstricks. Großteils nur eine Gitarre, seine raue Stimme und Lyrics, die einen Nerv treffen.
Zach Bryan – If She Wants A Cowboy (Abre numa nova janela)
Seine Abneigung gegenüber dem alten System, wofür Nashville eben sinnbildlich steht: Die versteckte Zach Bryan auf dem Album auch nicht. Major Label-Distribution hin oder her.
In “If She Wants A Cowboy” greift er den “Nashville Sound” sogar ganz direkt und wunderbar ironisch an.
Nachdem seine Persona im Song merkt, dass seine Traumfrau gar keinen Cowboy will, sondern eigentlich einen Nashville-Star, singt er:
“If she wants Nashville, I’ll Nashville the best”
… mit herrlich übertriebenem Autotune-Effekt auf der Stimme.
Charley Wesley Godwin – Lonely Mountain Town (Abre numa nova janela)
Zach Bryan hat somit zwar vielleicht nicht als erster bewiesen, dass unabhängige Countrymusik funktionieren kann.
Aber mit seinem Massenerfolg hat er die Messlatte für die 2020er doch komplett neu gesetzt.
Und das Wichtigste: Er hat damit einer ganzen Generation von Artists Mut gemacht, ihm nachzueifern.
Er hat ihnen aufgezeigt, dass sie nicht erst nach Nashville ziehen, jahrelang in Songwriter-Runden sitzen und hoffen müssen, dass sie von irgendeinem Gatekeeper entdeckt werden.
Ein schönes Beispiel dafür ist Charley Wesley Godwin.
Ein Indie-Künstler, der durch eine Tournee im Vorprogramm von Zach Bryan schließlich selbst in den Mainstream vorgedrungen ist.
Er ist nicht der einzige und wird das auf absehbare Zeit wohl auch nicht bleiben.
Denn sie ist gekommen um zu bleiben: Die Zach Bryan-Revolution.
Und hier in der Honky Tonk Post werden wir uns sicher noch lange mit ihren Folgen beschäftigen.
Schön dass du mit dabei bist!
Ich möchte außerdem auch diese Woche Robert danken, der die Honky Tonk Post als Mitglied (Abre numa nova janela) auf der Sheriff-Stufe unterstützt.
Bis zum nächsten Mal!
Dein Ralf
P.S: Wie hat dir diese Ausgabe der Honky Tonk Post gefallen? Antworte mir doch direkt auf diese E-Mail!
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