
Bild: Cindy und Kay Fotografie
Hier auf Steady teile ich anonymisiert einige eurer langen E-Mails und meine ausführlichen, empathischen und recherchierten Antworten. Ich bin kein Coach und keine Psychotherapeutin und würde euch bei entsprechenden Fragen bitten, Fachpersonal zu konsultieren. Wenn es bei euch im Alltag an kleinen Dingen hakt und ihr gern meine Einschätzung hättet, schreibt mir gern an anna [punkt] brachetti [at] posteo [punkt| de.
Hallo Anna,
Wir sind vor 9 Monaten Eltern eines kleinen Jungen geworden. Die Geburt endete in einem Notkaiserschnitt unter Vollnarkose. Wir durften dann mit ihm ca. 1,5h zsm verbringen, bevor er auf die Neo kam.
Mein Mann war die ersten 6-7 Monate zuhause im Home Office und hat sich auch viel um den Kleinen gekümmert. Er hat ihn zb auch die ersten 3-4 Monate abends abwechselnd mit mir ins Bett gebracht, war mit im in der Trage draußen oder einfach so Zeit verbracht. Nur das Füttern habe ich übernommen ich, da ich stille ;-).
Nun kommen wir zu dem „Problem“....
Seit dem er ca 4-5 Monate alt ist, lässt er sich von meinem Mann nicht mehr ins Bett bringen. Er wird bei ihm nicht ruhig. Inzwischen ist es so schlimm, dass er, sobald er abends mit ihm ins Bett geht, anfängt zu weinen. Komme ich und nehme ihn, ist alles gut. Schläft er dann nach der Einschlafbegleitung mit mir und wird (in der Regel immer) nach 30-40 Minuten wieder unruhig & geht mein Mann dann hin, um ihn zu beruhigen, fängt er ebenfalls an, zu weinen, also zum Teil so doll, dass er quasi so doll weint, dass er keinen Ton mehr raus bekommt.
Schreien lassen will ich ihn nicht, sodass ich immer wieder direkt hin gehe sobald er wirklich doll weint (oder eben stumm schreit) und ihn nehme.
Nun ist es so, dass das alles ganz schön schlaucht... und seit 3-4 Tagen er nachts immer 2-3h wach ist. Mit Schlafmangel und keiner Zeit für mich... passiert es schon mal, dass ich ihn dann anschreie... ich mag das nicht... es passiert trotzdem und dann habe ich Angst, dass ich ihn traumatisiert habe und fühle mich wie die Versagermutter Nummer 1.
Auch tagsüber kann ich nicht wirklich abschalten, weil falls mein Mann es dann doch mal mit ihm in der Trage ohne großes Geschrei raus schafft, sitze ich unruhig zu Hause, weil ich Angst habe, dass der Kleine bei ihm schreit. Ich kann überhaupt nicht
mehr abschalten...
Noch dazu kommt, dass er absolut kein Autofahren mag (maximal 15 Minuten ohne Geschrei mit viel Spielzeug) & ich so auch nicht mal zu meiner Mutter fahren kann, diese meistens kommen muss oder mein Mann eben mitfahren muss...
Auch den Kinderwagen hasst er. Also wirklich hassen. Sobald er ihn sieht, Geschrei. Schaffen wir es ihn trotzdem mal rein zusetzen, dauert es draußen vll 5 Minuten und wieder Geschrei. Das bedeutet, dass die Oma auch nicht mit ihm rausgehen kann, da sie Trage nicht nehmen möchte (da hatten wir schon viele Gespräche) & Kinderwagen (Bzw Sportwagen) nicht geht.
Ich weiß einfach nicht weiter... ich habe oft das Gefühl, alles falsch gemacht zu haben, alles falsch zu machen und einfach die schlechteste Mutter der Welt zu sein....
So langsam kommt eben auch der Gedanke an die Eingewöhnung bei der Tagesmutter hinzu. Ich muss zum einen aus finanzieller Sicht wieder arbeiten gehen, ich möchte es aber auch. Ich vermisse es sehr, mal wieder „ich“ zu sein und gehe gerne arbeiten. Nun haben wir die Eingewöhnung und alles schon nach hinten verschoben. Wir haben eine ganz liebe Tagesmama gefunden, die auch Tiere auf dem Hof hat und wirklich super lieb ist. Dort soll die Eingewöhnung beginnen, wenn er 13 Monate alt ist... ich kann mir dank Erspartem dafür 3 Monate Zeit nehmen, sodass ich erst wieder arbeiten gehe, wenn er 16 Monate alt ist... aber so wie das aktuell aussieht, wird er niemals dort bleiben können ohne Mama....
Ich danke dir fürs Lesen,
Mara*