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Der Hype um »Toxische Männlichkeit« - Wozu der Begriff? - Newsletter

Du interessierst Dich für Dich selbst und Deine Beziehungen. Deshalb liest Du diesen Artikel bei »Aufklärung tut Not«. Wozu eigentlich der Begriff »Toxische Männlichkeit«?

Hallo, bei Aufklärung tut Not, und meinem zweiten Artikel zur »Toxischen Männlichkeit«,

selbstverständlich habe auch ich mich gefragt, woher dieser Begriff »Toxische Männlichkeit« kommt. Oder wer ihn »erfunden« hat.

Schnell wird klar (Öffnet in neuem Fenster), dass er schon einige Jahre auf dem Buckel hat, angeblich aus den 1980er Jahren in Verbindung mit der Frauenrechte-Bewegung stammt.

In Deutschland wurde er unter anderem durch eine Werbung von Gillette gehypt.

NDR mit Stereotypen

Der NDR fragt im Mai 2024 … ah … nee … die Autorin fragt: »Wann ist ein Mann ein Mann?« und als Titelbild wählt der NDR eine Stereotype.

Ein Mann mit Bart und »Kanone«.


Ja. Ich sage bewusst »Kanone«. Denn das ist Männer-Sprech oder, genauer gesagt, die Sprache männlicher Jugendlicher und männlicher, junger Heranwachsender.

Das gilt selbstverständlich nicht für alle.

https://www.ndr.de/kultur/kulturdebatte/Toxische-Maennlichkeit-Wann-ist-ein-Mann-ein-Mann,maennlichkeit108.html (Öffnet in neuem Fenster)

Ich frage mich schon, warum ein solches Bild gewählt wurde. Ist das in irgendeiner Weise hilfreich?

Wohl eher nicht, meines Erachtens!

Im Artikel findet sich folgende Zwischenüberschrift:

Das ungesunde Leitbild des harten Kerls

Es gibt demnach ein Leitbild für Männer. Dieses ist nicht nur ungesund, sondern fordert von Männern, ein harter Kerl zu sein.

Doch der Begriff des Kerls ist nicht ausschließlich positiv belegt, wie dem Duden (Öffnet in neuem Fenster) unschwer zu entnehmen ist.

https://www.duden.de/rechtschreibung/Kerl (Öffnet in neuem Fenster)

Und diese Leitbilder verleiten Männer, »Toxische Männlichkeit« für sich zu adaptieren. Bei diesem Begriff geht es nicht nur um den Umgang von Männern mit ihren Partnerinnen1, sondern auch mit sich selbst.

Weil Männer »Toxische Männlichkeit« für sich adaptieren, trinken und rauchen sie mehr, kümmern sich insgesamt weniger um ihre Gesundheit und vieles mehr.

»Toxisch« für andere

Das Problem ist, dass die »betroffenen« Männer ihr eigenes Verhalten nicht als toxisch erleben und einstufen. Für sie ist es mehr als sinnvoll, sich »männlich« zu verhalten.

Denn damit stellen sie ihre Identität sicher, vor allem ihre Identität als Mann.

Männliche Leitbilder

Doch woher kommen diese Leitbilder, die Männern direkt oder indirekt vorgeben, was sie als Mann müssen und dürfen?

Oder anders gefragt, woraus beziehen diese Vorgaben ihre Nahrung? Denn um nichts anderes als Vorgaben handelt es sich bei Leitbildern.

Gegenteil von Weiblichkeit

Es ist so einfach wie tragisch. Viele Männer bauen sich ihre Leitbilder aus einem Mangel heraus. Der Mangel besteht darin, dass sie ohne Männer aufwachsen oder ihnen die »vorhandenen« Männer nicht vorleben, dass man als Junge und später als Mann dieselben Gefühle wie Mädchen oder später Frauen hat.

Die »Toxische Männlichkeit« wird zum Gegenteil dessen, was Jungen und Männer als »weiblich« identifizieren.

Platt formuliert, muss ein Mann demnach alles im Griff haben; vornehmlich sich selbst.

Bis zum nächsten Mal

Freundliche Grüße

Michael

  1. Partnerinnen meint auch Ehefrauen

Kategorie Artikel

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