Zum Hauptinhalt springen

being human

Das seltsame, widersprüchliche Abenteuer, ein Mensch zu sein

Eine Kolumne von Christina Emmer

#1 Es war einmal…

Es ist ein warmer, sonniger Dienstag im Sommer 1986. Silke, Cindy, Daniela und ich stehen auf der Bühne des Schulsportfestes und zeigen den Tanz, den wir vier Freundinnen extra für diesen Tag einstudiert haben. Wir tragen jede einen andersfarbigen Jogginganzug und unsere Mütter sitzen im Gras und feuern uns an!

Am gleichen Nachmittag, nur einige Stunden später, gehe ich in unseren Schreibwarenladen um die Ecke und kaufe mein allererstes Tagebuch. Es ist ein kleines Schreibheft und auf der Vorderseite ist eine Maus abgebildet. Deswegen taufe ich es Mäuschen. Und Mäuschen hält genau diesen Tag für immer für mich fest.

Was ich noch nicht weiß ist, dass ich an diesem Tag gleich drei Grundsteine für mein Leben lege: Tanz, Bühne, Schreiben.

40 Jahre später sind diese 3 Grundsteine noch immer dieselben. Eigentlich. Nur lebe ich sie nicht mehr wirklich. Oder nur hin und wieder. Im Grunde ordenen sich sich dem Rest meines Lebens unter.

Und unwillkürlich stellt sich mir die Frage:

Habe ich meine größten Leidenschaften zugunsten materieller Sicherheit aufgegeben?

Ist es das, was Erwachsenwerden bedeutet? Wir übernehmen Verantwortung, hören nach und nach auf mit den Träumereien und leben unser Leben five to nine, also das bisschen was nach dem sicheren Brotjob und vor dem Bettgehen noch an Leben bleibt?

Ja, ich bin da in den letzten Jahren aus Sicherheitsgründen auch immer mehr reingerutscht. Corona war der Knick, mein Business hat mich nicht mehr getragen und durch eine sehr glückliche Wendung habe ich eine Festanstellung als Coach bekommen.

Das war auch ein paar Jahre gut so. Wie eine Art Ruhepause für mein System. Aber dieses Jahr werden es schon 4 Jahre und der größte Teil der tollen Projekte, die ich leiten durfte, sind längst zur Routine geworden. Zusätzlich dazu, dass dabei große Träume immer mehr in den Schatten fielen, rennt mein Adhs-Gehirn damit alle paar Monate in eine Art BurnOut.

Und so melden sich alte Leidenschaften wieder - oder sollte ich lieber sagen, sie drängen sich in den Vordergrund und wollen ihren alten Platz zurück? Und auch der Traum vom Schreiben wird seit einiger Zeit wieder lauter und lauter. Oft unangenehm laut.

Aber geht das? Bin ich soweit? Gut genug?

Vermutlich nein.
Vermutlich geht es nicht.
Vermutlich bin ich nicht soweit.
Vermutlich bin ich niemals gut genug.

Aber ich beschließe, es trotzdem zu tun.
I will give it another try.
Ich geb dem großen Traum noch eine Chance.

Und deshalb ist dies:

⭐️Episode 1 meiner neuen, literarisch-philosophischen Kolumne:

being human - das seltsame, widersprüchliche Abenteuer, Mensch zu sein

Jeden Donnerstag Morgen ein Text über das Menschsein: kleine Geschichten, Gedanken und Gedichte über das Leben, unsere Widersprüche und das, was uns trotzdem verbindet.

Wenn Du magst, komm mit mir auf die Reise.

Alles Liebe
Christina

PS: Schreib mir Deine Gedanken dazu in die Kommentare!

Meine Kolumne erscheint jeden Donnerstag. Um keine Folge zu verpassen, kannst Du sie hier kostenlos abonnieren:

Wenn Du mich bei diesem Projekt unterstützen willst, kannst Du hier Mitglied werden:

0 Kommentare

Möchtest du den ersten Kommentar schreiben?
Werde Mitglied von being human by Christina Emmer und starte die Unterhaltung.
Mitglied werden