Während des Zweiten Weltkriegs kämpfte der homosexuelle Touko Laaksonen auf der Seite der deutschen Wehrmacht. Nach dem Krieg kehrt er nach Finnland heim, wo Homosexualität immer noch kriminalisiert wird. Im Geheimen fertigt er homoerotische Zeichnungen von zumeist sehr maskulinen Männern mit Uniformen und großem Penis an. Seine Homosexualität lebt er im Verborgenen beim Cruisen im Park aus. Dort ist er in der ständigen Gefahr, von der Polizei verhaftet zu werden. Nach außen hin lebt Touko ein gesittetes Leben als Werbezeichner und wohnt zusammen mit seiner Schwester, die nichts von seiner Homosexualität weiß. Als es ihm gelingt, seine Zeichnungen in US-amerikanischen Magazinen unter dem Pseudonym Tom of Finland unterzubringen, wird er in den USA zur Ikone der schwulen Männer. Seine Illustrationen werden zu einem Auslöser der weltweiten Schwulenbewegung.
Tom of Finland ist eine finnisch-schwedisch-dänisch-deutsche Filmbiografie aus dem Jahr 2017 unter der Regie von Dome Karukoski. Karukoski, der zwei Jahre später die Tolkien-Biografie Tolkien (2019) drehen sollte, zeigte sich gemeinsam mit Aleksi Bardy auch für das Drehbuch verantwortlich. In dem mehrfach ausgezeichneten Film verkörpert Pekka Strang die Rolle des Touko Laaksonen.
Biopics sind oft nicht leicht umzusetzen. Dome Karukoski gelingt das hier jedoch mit Bravour. Das Drama um den schwulen Illustrator, der seinem Begehren auf künstlerische Art Ausdruck verleiht und zur Ikone wird, ist sensibel und mitreißend inszeniert. Die Diskriminierungen, denen sich Homosexuelle in dieser Zeit ausgesetzt sahen, werden zugleich ungeschönt gezeigt.
Ich liebe die Tom of Finnland-Ästhetik der markigen Muskelmänner in ihren martialischen Uniformen und der schwarzen Lederkluft. Es war mir eine Freude, etwas über das Leben des ikonischen Künstlers zu erfahren. Der Film weiß vor allem ab der zweiten Hälfte, wenn Tom nach Amerika reist, um eine Ausstellung in der Leder-Gay-Szene zu geben, gut zu unterhalten. Tom of Finland erzählt ein wichtiges Stück Geschichte der sexuellen und geschlechtlichen Befreiung mit all ihren traurigen und empowernden Momenten.
https://www.imdb.com/de/title/tt5226984/ (Öffnet in neuem Fenster)