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Wissenswertes zum neuen Lungenkrebs-Screening

Ein Patient wird in einen Computer-Tomographen geschoben. Eine Pflegefachfrau und ein Arzt überwachen die Untersuchung
Zur Früherkennung von Lungenkrebs wird im Screeningprogramm eine niedrig dosierte CT-Untersuchung eingesetzt Bild: ©Smederevac_iStock

Lungenkrebs zählt zu den häufigsten Krebsarten in Deutschland. Besonders Raucher:innen sind gefährdet: Etwa 85 Prozent der Erkrankungen betreffen Menschen, die rauchen. Ab dem 1. April 2026 können starke Raucher:innen einmal im Jahr an einer Früherkennungsuntersuchung teilnehmen. Dabei wird eine Computer-Tomografie mit einer niedrigen Strahlendosis eingesetzt.

Dieses neue Niedrig-Dosis-Screening wird Menschen zwischen 50 und 75 Jahren angeboten, die mindestens 25 Jahre lang ohne Unterbrechung stark rauchen oder geraucht haben. Dabei spielt die Menge der Zigaretten eine Rolle, sie wird in Packungsjahren berechnet. Sie errechnen sich durch die Anzahl der Jahre, in denen eine Person raucht, multipliziert mit der Zahl der täglichen Packungen à 20 Zigaretten. Anspruch haben Personen, bei denen mindestens 15 Packungsjahre zusammenkommen. Auf diese Zahl kommen Menschen beispielsweise, wenn sie 30 Jahre lang eine halbe Packung geraucht haben.

Man schätzt, dass etwa 2 Millionen Menschen in Deutschland am Niedrig-Dosis-CT zur Lungenkrebsfrüherkennung teilnehmen können. Das heißt aber nicht, dass das Screenings sofort flächendeckend zur Verfügung steht. Denn Ärztinnen und Ärzte, die bei den Versicherten die Voraussetzungen für eine Screening-Teilnahme prüfen und anschließend an eine radiologische Praxis überweisen dürfen, benötigen eine besondere Fortbildung.

In unserem Newsletter geht es heute um diese neue Untersuchung und welche Effekte dadurch zu erwarten sind. Außerdem Thema: Behandlung der Lungenerkrankung COPD und warum die Meldung zum Nutzen von Homöopathie bei Krebs ein Flop war.

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Lungenkrebs-Screening: Informationen, die die Entscheidung erleichtern sollen

Der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) hat beschlossen (Öffnet in neuem Fenster), dass die gesetzlichen Krankenkassen künftig bei starken Raucher:innen die Kosten für die Früherkennung von Lungenkrebs übernehmen. Das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) hat dazu bereits eine Broschüre (Öffnet in neuem Fenster) erstellt, die Anspruchsberechtigten eine informierte Entscheidung für oder gegen diese Früherkennung ermöglichen soll. Interessierte erhalten die Versicherteninformation künftig als Papierbroschüre bei Arzt oder Ärztin. Sie ist aber auch jetzt schon als Entscheidungshilfe des IQWiG (Öffnet in neuem Fenster) im Internet frei abrufbar und kann auch in gedruckter Form bestellt werden. Unser Artikel mit mehr Infos zu Vor- und Nachteilen:

Aus Heft 04/2025: CT-Früherkennung auf Lungenkrebs für Raucher:innen (Öffnet in neuem Fenster) (€)

Nutzen und Risiken des Lungenkrebs-Screenings

Bereits 2021 haben wir uns die Vor- und Nachteile der Früherkennungsuntersuchung mit Niedrig-Dosis-CT genauer angesehen. Studie mit etwa 90.000 Teilnehmer:innen zeigten, dass ohne Screening 28 von 1.000 Personen an Lungenkrebs starben, mit Screening waren es 23 von 1.000. Bezogen auf einen Zeitraum von zehn Jahren bewahrte das Lungenkrebs-Screening mit CT also schätzungsweise 5 von 1.000 Menschen davor, an Lungenkrebs zu sterben. Es gibt aber auch Nachteile: 7 von 1.000 gescreenten Personen können durch das Screening eine Überdiagnose bekommen, die weitere belastende Untersuchungen nach sich zieht, obwohl kein Krebs vorliegt.

Aus Heft 01/2021, frei lesbar: Was bringt ein Lungenkrebs-Screening? (Öffnet in neuem Fenster)

Homöopathie bei Krebs: Warum eine klinische Studie scheiterte

Homöopathie verlängert das Leben von Patient:innen mit Lungenkrebs um mehrere Monate, meldete eine klinische Studie (Öffnet in neuem Fenster) der Medizinischen Universität (MedUni) Wien im Jahr 2020. Das widersprach dem Stand der Forschung. Denn nach übereinstimmender Bewertung systematischer Übersichtsarbeiten war bis dahin die Datenlage klar: Homöopathika wirken nicht über Placebo-Effekte hinaus. (Öffnet in neuem Fenster) Wie kam die neue Studie dann zu ihren Ergebnissen? Die Antwort dürfte nur wenig überraschen: wegen methodischer Mängel. Trotzdem dauerte es noch Jahre, bis sie widerrufen wurde. Warum?

Aus unserem aktuellen Heft: Homöopathie bei Krebs: nach wie vor unwirksam (Öffnet in neuem Fenster) (€)

Chronisch obstruktive Lungenerkrankung: Wann sind Medikamente nötig?

Die COPD (Öffnet in neuem Fenster) ist eine meist über Jahrzehnte verlaufende Erkrankung der Atemwege. Die Bronchien sind chronisch entzündet und verengt, die Lungenbläschen überblähen und werden zerstört (Emphysem). Eine Heilung ist nicht möglich. Sie wird in verschiedene Schweregrade eingeteilt und mit unterschiedlichen Sprays behandelt. Werden diese Sprays falsch angewendet, steigt das Risiko für Nebenwirkungen. Und: Menschen mit milder Symptomatik brauchen oft kein Spray, sondern sollten auf Basismaßnahmen setzen.

Aus unserem aktuellen Heft: COPD richtig behandeln (Öffnet in neuem Fenster) (€)

Unser Magazin ist übrigens eine Ausnahme unter den Gesundheitsmagazinen, sagt die Redaktion des IGeL-Monitor-Podcasts (Öffnet in neuem Fenster) und fragt unseren Chefredakteur Jörg Schaaber (Öffnet in neuem Fenster), warum das so ist. Hören Sie doch mal rein!

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Viele Grüße, Silke Jäger

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