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Jetzt blogged sie auch noch!

Ein digitaler Umzug und was Popcorn mit Kreativität zutun hat

“Hast Du nicht schon genug Baustellen?”, “Achso, Du glaubst also, noch ein Projekt, das wäre also eine gute Idee?” “Ja klar, die Welt braucht ja auch noch einen weiteren Blog!”

Das waren nicht die Stimmen aus meinem Umfeld (was zweifelsfrei verständlich gewesen wäre), das waren die Stimmen in meinem Kopf, als ich auf die Möglichkeit gestoßen war, hier auf Steady zu veröffentlichen. Diese Stimmen ploppten auf, als ich mich hier umsah, während ich vor meinem Schreibtisch auf seit Wochen ungeputzte Fenster blickte und einen Wäscheberg, so hoch wie der Kilimandscharo im Keller rufen hörte.

Und doch. Der Ruf des Blogs war stärker.

Schreiben ist schon lange etwas, das ich gerne mache und ich habe sehr oft “Post-Ideen”, die sich einfach ganz natürlich in meinen Alltag schmuggeln. Und dann: Kommt der kreative Flow und ich sprühe vor Begeisterung, die Muse küsst mich und…ja, alles Quark, die Wahrheit ist, ich setze sie nicht um. Das liegt vor allem an einem Faktor: Social Media ist viel zu sehr darauf bedacht, an der Oberfläche zu bleiben. Insbesondere um uns lange an sich binden, um uns mit Werbung zu füttern.

Ich aber will das Gegenteil: Tiefe, Wahrhaftigkeit, Vertrauen, Qualität und Zeit.

Ein Jahr, das viel verändert hat und neue Wege verlangt.

Das letzte Jahr hat mich stark gefordert. Der Einzug von immer besseren KI-Bildgeneratoren hat im März 2025 das ganze Berufsbild der IllustratorInnen in helle Aufregung gesetzt. Von heute auf morgen konnte jeder (vermeintlich) plötzlich das, wofür wir Kreativen jeden Tag aufstehen. Wofür wir teilweise Jahre an Entwicklung, Herzblut (Schweiß und Tränen) gebraucht haben.

Alles ging jetzt schnell, schnell, schnell, zack, zack, zack. Ich mach “mal eben” selbst eine Illu dazu - geht ganz easy mit ChatGPT. Und ich dachte: “Ja, mach doch.” während ich innerlich dabei zusah, wie alles, wofür wir Kreativen stehen, in sich zusammenbröselte.

Der Wunsch nach mehr Tiefe ist schon lange da. Ungefähr gleichzeitig entwickelten sich Algorithmen zu immerhungrigen Zeitfressern, während sie uns selbst nur drei Sekunden Zeit zugestehen, um zu entscheiden, ob ein Post interessant ist oder nicht, und dabei unsere Gehirne zu kleinen, ungeduldigen Nervensägen macht, die ständig neue blinkende und bunte Impulse brauchen und keine Minute Langeweile mehr ertragen.

Ich habe gemerkt, dass mein Kopf da nicht mitmachen wollte. Der Short Content von Instagram und Co, hat mein eh schon schnelles Gehirn zur reinsten Popcorn-Maschine werden lassen. Ständig springt ein neuer Impuls an den Deckel und raubt meinen Fokus, was mich zunächst gehetzt, dann überspannt und später einfach nur noch müde gemacht hat. Keine Zeit mehr für Ruhe, nur noch auf der Suche nach “billigen” Dopamin-Kicks durch Reels und Posts. Von Social Media zu Social Burnout. Überall nur Oberfläche, schnelle Headlines, Snippets und “snackable” information. Alles To Go, während wir schon nicht mal mehr über die Straße laufen können, ohne schnell mal das Handy zu checken.

Zeit für Veränderung

Kreativität braucht alles, aber keine Oberflächlichkeit. Sie braucht Zeit, Tiefgang, manchmal auch ein bisschen Zeitdruck, um in Aktion zu kommen, Muße und Raum, um Ideen zu produzieren. Das Gehirn braucht Momente der Langeweile, Augenblicke ohne Reize, um sich zu regenerieren und sich auf sich zu besinnen. Um sich neu zu verdrahten, umzubauen und neu zu sortieren. Aber wann geben wir ihm diese Ruhe? Diese Frage habe ich mir selbst auch gestellt.

Autorin sitzt an einem weißen Tisch und zeichnet auf dem Ipad

Und deshalb sind wir hier.

Dafür muss man gar nicht meditieren, retreaten, pilgern oder seinen gesamten Hausstand verschenken (obwohl das alles auch eine mögliche Idee sind, dazu schreibe ich vielleicht auch irgendwann einen Beitrag, erinnert mich dran). Es reicht im ersten Schritt, wenn wir unser Gehirn trainieren bestimmte Gewohnheiten wieder neu zu erlernen. Zum Beispiel, indem wir längere Texte lesen und aushalten, dass wir dabei kribbelig werden. Das Aushalten ist dann der Schlüssel.

(Hier geht´s zur BackToBooks-Challenge (Öffnet in neuem Fenster), um genau das wieder zu lernen)

SlowContent. Texte, die längere Lesezeit beanspruchen, um sich mit Themen mehr auseinanderzusetzen, als es in einem Instagrampost mit 2000 Zeichen je möglich wäre.

SlowContent, der uns darin trainiert auszuhalten, dass nicht ständig ein neuer Popcorn-Impuls in Form von Minivideos aufploppt, die um unsere Aufmerksamkeit buhlen, bis wir uns vor lauter “Angeboten” völlig erschöpft und überfordert nicht mehr entscheiden, geschweige denn erinnern können, was wir eigentlich wollten. Und dann am Ende lethargisch, müde und frustriert unsere Zeit an einen Tech-Konzern verschenkt haben.

Worauf Du Dich freuen darfst

Auf diesem Blog erwartet Dich alles, was mir als Kreativitätsexpertin durch den Kopf geht. Ich lasse Dich teilhaben an meinen Gedanken zur Entwicklung von Kreativität in Zeiten künstlicher Intelligenz. Ich zeige Dir, wie Du Balance findest in einer digitalen Welt, wie Du Dir Dein analoges Denken zurückeroberst. Wir gehen gemeinsam den Weg in einen weniger digital-bestimmten (Berufs)Alltag, ohne den Fortschritt zu verteufeln. Ich teile Tipps und Tricks aus meiner Arbeit mit Dir, nehme Dich mit auf meine eigene Reise als “Kreativfluencerin” und Kreativitäts-Aktivistin, lasse Dich hinter die Kulissen blicken und schreibe über alles, was mich rund um Kreativität, Kommunikation beschäftigt.

Denn diese beiden Themen sind ein zentraler Aspekt in unserer so komplexen Welt.

Hier entsteht nach und nach ein kleiner Kosmos aus allem, was ich Dir über den Erhalt unserer Kreativität erzählen kann. Für mehr Selbstbestimmung, Wohlbefinden und vielleicht auch, um die Welt ein kleines bisschen besser zu machen.

Herzlich,

Deine Joana

Kategorie Persönliche Einblicke

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