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Convention on the Conservation of Migratory Species of Wild Animals (CMS)

Willkommen zur neuen Kategorie “Was war das nochmal?”. In diesem Artikel erfährst du, was die Begriffe CMS oder Bonner Konvention bedeuten.

Im Hintergrund die Kontinente, davor links eine Schneeeule, rechts ein Hai und vorne ein Gepard. Dazu der Text: Was sind CMS und Bonner Konvention?
Bildquelle: Prompts von Kerstin Beckert, generiert mit Stablediffusion, nun Yeri.ai.

Hinter dem ellenlangen Begriffsungetüm in der Überschrift steckt der Name einer Konferenz, die den internationalen Artenschutz voranbringen möchte und dazu ein Übereinkommen getroffen hat, das sie regelmäßig ergänzt. Die drei deutschen Übersetzungen sind leider auch nicht griffiger. Sie lauten

  • Konferenz zur Erhaltung wandernder Wildtierarten

  • Übereinkommen zur Erhaltung der wandernden wildlebenden Tierarten

  • Konferenz über das Übereinkommen zur Erhaltung wandernder Tierarten

Alle Varianten beschreiben dasselbe, ich habe mich aus Platzgründen für die erste entschieden. Im Grunde geht es darum, wildlebende Tierarten zu schützen, die bei ihren Wanderungen regelmäßig Ländergrenzen überschreiten, Grenzgänger sozusagen.

Aber wie so oft: Zu jedem Wortungetüm existiert auch ein kürzerer Begriff. Hier lautet er Bonner Konvention. Dieser stammt aus der Anfangszeit der CMS. Das Übereinkommen wurde im Jahr 1979 in Bonn verabschiedet. Deutschland war also eines der Gründungsmitglieder (man höre und staune: der hiesige Artenschutz im Jahr 1979: 10 points 😊). Auch die erste CMS im Jahr 1985 fand in Bonn statt (siehe unten).

Wer ist an der internationalen Zusammenarbeit beteiligt?

Das Treffen steht in engem Zusammenhang mit der Conference of the Parties (COP), die alle drei Jahre stattfindet. Daher steht COP immer hinter dem Kürzel CMS. Beides gehört zum UN-Umweltprogramm (UNEP).

Die CMS wird derzeit von 133 Parteien unterstützt. Wenn ich mir die offizielle Weltkarte von (Öffnet in neuem Fenster)CMS.int (Öffnet in neuem Fenster) anschaue, decken die Mitgliedsländer schätzungsweise etwa 60 Prozent der weltweiten Landmasse ab. Dazu gehören die Europäische Union (EU) im Gesamten und weitere 132 Staaten, etwa aus Südamerika, Afrika, Australien, Neuseeland, Indien, Saudi-Arabien, Iran, Irak, Jordanien, Kuwait und sogar aus der Mongolei und Turkmenistan. China, Russland und die Vereinigten Staaten von Amerika (USA) waren bis 2026 leider nicht dabei.

Bausteine der Zusammenarbeit

Im Februar 2022 wurde im Vorfeld der CMS COP14 zum ersten Mal ein globaler Statusbericht mit dem Titel State of the world´s migratory species (Öffnet in neuem Fenster) erstellt. Dieser nahm Zahlen aus der Internationalen Roten Liste zur Hand (IUCN (Öffnet in neuem Fenster)) und ist Basis der jeweiligen Entscheidungsfindung auf der Bonner Konvention. Und nun wird es ein wenig formal (es lebe das bürokratische Regelwerk 😉).

Zwei sogenannte Anhänge sind zentrale Elemente der CMS:

  • Anhang I (Tierart vom Aussterben bedroht): Erhaltungsmaßnahmen sind in jenen Ländern verpflichtend, in denen die jeweilige Tierart lebt oder die sie regelmäßig durchwandert. Ziele sind strengere Schutzmaßnahmen, Jagd-/Fangverbote und die Wiederherstellung von Lebensräumen.

  • Anhang II (Tierart befindet sich in einem ungünstigen Zustand): Dies ist ein Katalog aller wandernden Tierarten, die aufgrund von abnehmenden Bestandszahlen eine internationale Zusammenarbeit benötigen.

Anhang II wird von sogenannten Regionalabkommen ergänzt. Deutschland unterstützt zum Beispiel die Abkommen zum Schutz von afrikanisch-eurasischen Wasservögeln (AEWA), von Fledermäusen (EUROBATS) oder Kleinwalen (ASCOBANS).

Hinzu kommen diverse Aktionspläne und Absichtserklärungen, auch Memoranda of Understanding genannt (MoU); etwa zum Schutz von wandernden Rochen, Greifvögeln, Eulen oder dem hierzulande äußerst seltenen, gelblich-braunen Seggenrohrsänger (Acrocephalus paludicola). Die MoU könnte man mit einem Vertragskonzept vergleichen, in dem die beteiligten Parteien konkret werden und wesentliche Eckpunkte festhalten. MoU sind rechtlich noch nicht bindend – aber eine Verhandlungsgrundlage, die echtes Interesse am künftigen Vertrag zeigt.

Mehr Informationen und einige Beispiele auf der Seite zur „Bonner Konvention“ des deutschen Bundesumweltministeriums (Öffnet in neuem Fenster).

Die bisherigen CMS-Konferenzen (absteigend sortiert):

  • 2026: 23. bis 29. März 2026, Campo Verde in Brasilien, nahe dem Pantanal (CMS COP15)

  • 2024: 12. bis 17. Februar, Samarkand in Usbekistan (CMS COP14)

  • 2020: 15- bis 22. Februar, Gandhinagar in Indien (CMS COP13)

  • 2017: 23. bis 28. Oktober, Manila auf den Philippinen (CMS COP12)

  • 2014: 4. bis 9. November, Quito in Ecuador (CMS COP11)

  • 2011: 20. bis 25. November, Bergen in Norwegen (CMS COP10)

  • 2008: 1. bis 5. Dezember, Rom in Italien (CMS COP09)

  • 2005: 20. bis 25. November, Nairobi in Kenia (CMS COP08)

  • 2002: 18. bis 24. September, Bonn in Deutschland (CMS COP07)

  • 1999: 10. bis 16. November, Cape Town in Süd-Afrika (CMS COP06)

  • 1997: 10. bis 16. April, Genf in der Schweiz (CMS COP05)

  • 1994: 7. bis 11. Juni, Nairobi in Kenia (CMS COP04)

  • 1991: 9. bis 13. September, Genf in der Schweiz (CMS COP03)

  • 1988: 13. bis 14. Oktober, Genf in der Schweiz (CMS COP02)

  • 1985: 21. bis 26. Oktober, Bonn in Deutschland (CMS COP01)

TiVi! Artikel zur CMS:

Die Listen werden bei Bedarf ergänzt.

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Kategorie Basics

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