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Warum wir das Akronym FLINTA (noch) nutzen – und wo es an seine Grenzen kommt.

Was heißt FLINTA?

Das Akronym FLINTA steht für Frauen, Lesben, inter, nicht-binäre, trans und agender Personen – also für alle, die wegen ihres Geschlechts im Patriarchat unterdrückt und diskriminiert werden.

Der Begriff wurde entwickelt, um aufzuzeigen, dass queerfeministische Kämpfe Geschlechterdiversität ins Zentrum stellen. Ganz praktisch wurde außerdem nach einer Formulierung gesucht, die deutlich macht, wer in bestimmten Räumen oder bei Veranstaltungen willkommen ist. Bevor es den Begriff FLINTA gab, stand in Veranstaltungeinladungen oft „keine cis Männer”, aber wer wirklich willkommen war, blieb unklar.

Warum das L in FLINTA?

Lesbisch-sein gilt in erster Linie als sexuelle Orientierung und nicht als Geschlechtsidentität. Trotzdem steht das L für lesbisch prominent in FLINTA. Lesben waren von Beginn an in feministischen Bewegungen ein treibender Motor, aber ihr Engagement wurde oft unsichtbar gemacht. Um die Anerkennung dieser Arbeit wurde lange gekämpft – heute wird sie u.a. durch das L in FLINTA sichtbar gemacht.

Der Begriff FLINTA ist wichtig, denn er betont Geschlechterdiversität und Solidarität in feministischen Kämpfen. Das Akronym bringt unterschiedliche Lebensrealitäten und Geschlechtsidentitäten zusammen, die von patriarchalen Strukturen unterdrückt werden.

Also alle außer cis Männer? 

Ausgeschlossen aus FLINTA-Spaces sind cis-endo männliche Personen. Eingeladen sind also auch inter Männer oder männlich gelesene Personen, deren Geschlechtsmerkmale nicht in das binäre Geschlechtersystem passen. In der Realität sieht es allerdings oft so aus, dass häufig männlich gelesene trans und inter Personen, auch wenn FLINTA eingeladen werden, nicht willkommen sind. Das erweckt den Eindruck, dass der Begriff FLINTA genutzt wird, um eine Illusion von Diversität und geschlechtlicher Vielfalt zu erwecken, in Räumen, die hauptsächlich für cis Frauen gedacht sind. 

Wo stößt der Begriff FLINTA an Grenzen? 

Sprachlich ist der Begriff FLINTA inklusiv und verbindet verschiedene feministische Kämpfe. Den Praxistest besteht FLINTA allerdings immer wieder nicht. Das macht die Kritik von trans und inter Personen an Ausschlüssen in FLINTA-Räumen aus den letzten Jahren deutlich. Wenn FLINTA-Räume, Räume für cis Frauen sind –  in denen trans, inter, agender und nicht-binäre Personen diskriminiert werden – kann der Begriff nicht das halten, was er verspricht.

Ein einzelner Begriff kann eine fundierte Auseinandersetzung und Selbstreflexion mit Transfeindlichkeit nicht ersetzen. 

Wenn du nur Teile des Akronyms FLINTA meinst, kannst du z.B. konkret benennen: 

  • Menschen, die von Misogynie betroffen sind

  • Menschen außerhalb des binären Geschlechtersystems

  • Menschen mit Uterus

  • Menschen, denen bei der Geburt das weibliche Geschlecht zugewiesen wurde

  • Queere Menschen & Allies 

FLINTA ist nicht immer der passendste Begriff für jedes feministische Anliegen.

Wir nutzen den Begriff FLINTA weiterhin, wenn wir alle darin enthaltenen Personengruppen meinen. Sprache ist fluide, Worte sind wirkmächtig. Auch der FLINTA-Begriff wird in Zukunft von einer passenderen und inklusiven Formulierung ersetzt werden. Lasst uns gemeinsam dazu im Prozess und Austausch bleiben. 

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