Zum Hauptinhalt springen

#93 Plattformökonomie für EFH

Sollten Sie diesen Post lesen, weil er Ihnen weitergeleitet wurde, können Sie unverbindlich und kostenfrei …

Auf dem Wohnungsmarkt ist noch lange keine Entspannung in Sicht. Viele Akteure – Bund, Länder, Kommunen, lokale Initiativen, Fachleute mit unterschiedliche Kompetenzen – haben in ihren jeweiligen Bereichen (Wohnen, Energie, Mobilität, Soziales, Nachhaltigkeit, etc.) gute Ideen, die für sich alleine stehen.

Jede Architektin und jeder Architekt, jedes Wohnprojekt will die eigene Idee exklusiv umsetzen. Viel Geld fließt in Modell- und Pilotprojekte, die kaum Breitenwirkung entfalten. Das Rad ständig neu zu erfinden, sich im Kleinklein zu verlieren und an den Schnittstellen Energie und Geld zu verschwenden, kann nicht die Lösung sein. Die Prozesse im Wohnungsbau stecken weitgehend noch im letzten Jahrtausend fest.

Wenn alle Beteiligten Kommune - Eigentümer:innen - Experten in einem gemeinsamen Prozess eingebunden sind, kann die Bauwende wirklich gelingen.

In Verbindung mit Gleichgesinnten unterschiedlicher Expertise denken wir über skalierbare Ansätze nach. Mit meiner engagierten Kollegin Alexandra Niedenhoff (Öffnet in neuem Fenster) aus dem Unternehmens- und Finanzbereich habe ich mich über #Plattformökonomie ausgetauscht: Die Einfamilienhaussiedlungen (freistehend, Reihenhaus) sind baulich einfach strukturiert und bieten sich für einen neuen strategischen Ansatz an. Wir vermuten hierin eine Lösung, privaten Bestandshalter:innen trotz individueller Gebäude eine bezahlbare Lösung im Baukastensystem anbieten zu können. Dreh- und Angelpunkt ist die Beteiligung der Kommune im Wohnort der Gebäude-Eigentümer:innen. Die Kommune kann – insbesondere durch den Bau-Turbo im Bestand – den Nachverdichtungsprozess in geeigneten Ortsteilen generalisiert regeln und dadurch die Komplexität für Einzelne reduzieren. Wir sehen darin eine echte Chance.

📌Bauplanung der Kommune

In meinem Post #88 Bauturbo (Öffnet in neuem Fenster) habe ich dargelegt, dass viele Kommunen großes Potential in der Nachverdichtung sehen. Einfamilienhaussiedlungen mit ähnlichen Bautypen sind bauplanungsmäßig günstig, zumal wenn gleichzeitig Modernisierungsstau, (versteckter) Leerstand oder Unternutzung sowie soziale Vereinsamung festzustellen sind.

Die Kommune kann selber ihr Potential ermitteln oder digitale Unterstützung nutzen.

digitale Plattform als Werkzeug

Ich habe - nur als Beispiele - drei Anbieter1 gefunden:
https://www.bpd-immobilienentwicklung.de/aktuelles/marktforschung/wohnwetterkarte (Öffnet in neuem Fenster)
https://www.syte.ms/ (Öffnet in neuem Fenster)
http://www.urbanistic.de (Öffnet in neuem Fenster)

So könnte sich die Kommune gezielt auf ein Quartier oder einen Straßenzug konzentrieren, in dem zusätzlicher Wohnraum geschaffen werden soll.

Baden-Württemberg unterstützt seine Kommunen mit einer konkreten Beratungsförderung:

https://mlw.baden-wuerttemberg.de/de/service/presse-und-oeffentlichkeitsarbeit/pressemitteilung/pid/bau-turbo-land-unterstuetzt-die-kommunen (Öffnet in neuem Fenster)

📌Die Eigentümer

Über die Zukunft für bestehende Einfamilienhäuser habe ich schon einiges geschrieben. (Öffnet in neuem Fenster)

Nachverdichtung könnte neuen Wohnraum in der Kommune schaffen, ohne zusätzliche Flächen zu versiegeln und Quartiere aufwerten.

Die Eigentümer:innen müssten freiwillig entsprechende Ideen umsetzen. Zusätzlicher Wohnraum mit Neuaufteilung der Räumen für Mitbewohner:innen schafft gleichzeitig finanzielle Freiräume für energetische Modernisierung und barrierefreie Umbauten - soziale Nachverdichtung inklusive. Eigentlich eine WIN-WIN-Situation.

Am 05. März 26 darf ich in einer digitale Veranstaltung die verschiedenen juristischen Lösungen zur “sozialen Nachdichtung” vorstellen: Sie können sich hier (Öffnet in neuem Fenster) anmelden

kostenfreie Veranstaltung im Projekt ZukunftRaum von altbauplus (Öffnet in neuem Fenster)

Es macht keinen Sinn, wenn die Kommune gerne “was” machen möchte, aber niemand entsprechende Genehmigungen beantragt oder ein Einzelantrag zu Stress in der Nachbarschaft führt.

Parallel zur Bürgerbeteiligung im Rahmen des “Bauturbo” sollten deshalb die Eigentümer zur Veränderung motiviert werden. Die Gemeinde als “Vertrauensperson” kann Hilfestellungen anbieten.

Dafür ist folgendes notwendig

  • Grundstücksspezifische Visualisierung, welche baulichen Veränderungen möglich und sinnvoll wären

  • Konzepte, wie dies juristisch und finanziell umgesetzt werden könnte

  • Konzepte, wie dies kostensicher baulich realisiert werden könnte

digitale Plattform als Werkzeug

Eine schnelle Einordnung der eigenen Immobilie hilft bei der Entscheidungsfindung. Super, wenn Kommunen entsprechende Tools anbieten und daraus für sich richtige Entscheidungen generieren können. Stuttgart macht es uns vor …

https://stuttgart-saniert.de/ (Öffnet in neuem Fenster)

Die wenigsten Eigentümer:innen wollen sich selbst einen Architekten suchen, individuell planen und auf einer Baustelle wohnen und diese gleichzeitig überwachen - obwohl sie vielleicht grundsätzlich an einer Veränderung interessiert sind.

Plattformbasierte Planung mit serieller Ausführung für viele ähnliche Bauprojekte wirken kostendämpfend, verkürzen die Prozesse und geben den Bauherren Sicherheit.

Der Bundesverband Digitales Bauwesen e.V. (Öffnet in neuem Fenster)unterstützt die ConTech -Startups.

So gibt es für verschiedene Aufgaben Spezialisten, die Komplettlösungen anbieten können, wie z.B. RoofFUZ für Dachaufstockungen, die sich durch zusätzlichen Wohnraum finanzieren oder Energiesprong für serielle energetische Sanierung

https://roofuz.com/services (Öffnet in neuem Fenster)https://www.energiesprong.de/machen-sie-mit/gebaeude-sanieren/serielle-sanierung-einfamilienhaus/ (Öffnet in neuem Fenster)

Wenn alle Beteiligten Kommune - Eigentümer:innen - Experten in einem gemeinsamen Prozess eingebunden sind, kann die Bauwende wirklich gelingen.

Der visualisierte Prozess: Identifizieren, Motivieren, Vernetzen, Bauen

Mir ist bewusst, dass “Prozessökonomie” für viele Beteiligte eine Veränderung ihrer bisherigen Arbeitsweise oder Geschäftsmodelle bedeutet. Die Wertschöpfung erfolgt nicht mehr linear über individuell erstellte Lösungen, sondern mit Hilfe einer digitale matrixartigen Plattform, die Prozesse optimiert. Wir kennen dies schon durch Amazon, Uber, Airbnb. Warum nicht also Kommunen, private Bauherren, Handwerker und beratende Experten intermediär zu vernetzen?

Diese Idee sollte in der realen Welt in einer Kommune getestet werden.

Angelika Majchrzak-Rummel
Rechtsanwältin, (Wohn)Projektberaterin

https://wonderl.ink/@angelika.maj_rml (Öffnet in neuem Fenster)
  1. keine Werbung, keine Empfehlung * lediglich selber gesammelt

Kategorie Neuigkeiten

0 Kommentare

Möchtest du den ersten Kommentar schreiben?
Werde Mitglied von projekt-wohnen von Rechtsanwältin Majchrzak-Rummel und starte die Unterhaltung.
Mitglied werden