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Die Mücke und der Mond

Die Meeresmücke Clunio marinus im Rhythmus der Gezeiten

Eine Zeichnung eines Insekts, schwarz-weiß, alt. (Öffnet in neuem Fenster)
Clunio marinus. (Quelle: A H Haliday - Biodiversity eritage Library, Public Domain)
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Vor diesem Sommerurlaub sorgten wir uns ein wenig: Werden uns die Mücken plagen, weil das Ferienhäuschen so dicht an dem kleinen See liegt? Glücklicherweise war die Sorge unbegründet. Es waren in diesem Jahr kaum Mücken da. Die Stiche, die wir abbekamen, ließen sich an einer Hand abzählen.

Mücken bringt man häufig mit Tümpeln, Regentonnen oder feuchten Wäldern in Verbindung. Doch Mücken leben auch im beziehungsweise am Meer. Die Meeresmücke Clunio marinus etwa besiedelt die Gezeitenzone der Atlantikküste von Spanien bis Island. Ihr Lebensrhythmus ist exakt an den Wechsel von Ebbe und Flut angepasst. Erwachsene Mücken gibt es nur während weniger Stunden im Monat: Nämlich dann, wenn während Vollmond oder Neumond das Wasser besonders niedrig steht und der Meeresboden im Lebensraum der Mücken für eine kurze Zeit trocken ist.

Fortpflanzung und Eiablage finden in genau diesem Zeitfenster statt. Biologische Uhren im Körper der Tiere sorgen dafür, dass männliche und weibliche Mücken gleichzeitig aus den Larven schlüpfen, die den Sand- oder Felsboden der unteren Gezeitenzone bewohnen. Nur wenn sie sich in dieser Phase treffen, besteht die Chance auf eine neue Mückengeneration. Die biologischen Uhren, die diesen faszinierenden Zyklus steuern, sind seit Jahrzehnten ein beliebtes Forschungsobjekt von Chronobiolog:innen.

Kategorie Natur + Rhythmus

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