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München voller Arschgeburten

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Liebe Leser*innen,

wenn Sie nur ein kleines bisschen Ähnlichkeit mit der TITANIC-Wochenrückblick-Redaktion haben, dann sprudeln andauernd blitzgescheite Gedanken aus der Kognitivquelle in den Verstandesfluss Ihres Hirns. Was Menschen, die nicht zu diesen Bregenleistungen fähig sind, nicht wissen: Ab einer bestimmten zerebralen Qualität kann man die Gedanken anderer hören! Auf dieses Level haben sich nun Jens Spahn und Friedrich Merz hochgearbeitet:

Jens Spahn verteidigt Friedrich Merz’ Aussagen zum Stadtbild. Der Bundeskanzler spreche aus, »was die Mehrheit denkt«. Tatsächlich hat Merz schon in der Vergangenheit sehr gut erfasst, was das Volk wirklich denkt:

  • »An SB-Kassen ist ein Produkt immer gratis.«

  • »Einmal im Quartal die Bettwäsche zu wechseln, ist vollkommen ausreichend.«

  • »Als ob Rauchen wirklich so schlimm ist.«

  • »Ein Tag Homeoffice ist so gut wie ein halber Tag Urlaub.«

  • »Es gibt keine dummen Anmachen, es gibt nur hässliche Männer.«

  • »Händewaschen nach dem Pinkeln: nein. Händewaschen nach dem Kacken: wenn wer zuguckt.«

  • »Es wurden auch Autobahnen gebaut.«

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Was die Mehrheit ebenfalls denkt: dass in München nur extrem betuchte Arschgeburten leben, für die ein Fünfzigeuroschein Kleingeld ist, nach dem sie sich noch nicht mal bücken würden, wenn es ihnen beim Koksen runterfällt. Und in diesem Fall hat die Mehrheit recht:

Von Leo Riegel gezeichneter Cartoon: Im Hintergrund sind Wahrzeichen der Stadt München zu sehen, davor fahren Sportwagen über die Straße, auf dem Bürgersteig schlendert eine elegant gekleidete Frau mit kleinem Hund, und im Vordergrund sitzt eine ebenfalls elegeant gekleidete Frau rauchend und am Handy plaudernd neben einigen Einkaufstüten, auf dem Tisch vor ihr steht ein schicker Cocktail. Dazu der Text: "Stadtbild-Debatte: Ist München zu wohlstandsverwahrlost für Olympia?"

München ist so reich, dass die Tauben nur Kaviar fressen und die Gänse an der Isar sich nur mit dem Walnuss-Dattelbrot von Zeit für Brot füttern lassen. Doch nicht alle Vögel haben so viel Glück im Leben, gerade Flatteriche aus prekären Verhältnissen fallen gerade en masse der Vogelgrippe zum Opfer:

  1. Zuerst stellt sich die Frage, wo Sie das tote Tier vorfinden. Liegt es am Wegesrand, ist es womöglich an der Vogelgrippe gestorben. Liegt der tote Kranich morgens unter Ihrer Bettdecke, handelt es sich wahrscheinlich um den Racheakt eines feindlichen Mafiaclans, Ex-Partners oder Hobbyornithologen. In diesem Fall sollten Sie das Land verlassen.

  2. In freier Wildbahn gilt es zunächst festzustellen, ob das Tier auch tatsächlich tot ist. Knuffen Sie den Kranich mit Ihrem Nordic-Walking-Stock behutsam in die Seite. Zeigt er keine Regung, brüllen Sie ihn an, schneiden Sie Grimassen und tanzen Sie um ihn herum. Rührt er sich noch immer nicht, ist er tot.

  3. Nähern Sie sich nun dem verendeten Zugvogel und knabbern Sie ihn vorsichtig an, zum Beispiel am Flügel. Der Geschmackstest ist der sicherste Indikator.

  4. Schmeckt das Tier nach Grillhähnchen, wurde es von einer russischen Drohne oder einem Blitz getroffen. Schmeckt es nach einer Mischung aus Gorgonzola und altem Spülschwamm, lautet die Todesursache: Vogelgrippe.

  5. Sie müssen das tote Tier nun umgehend beseitigen. Sie können den Kranich anzünden oder von Ihrem Hund fressen lassen, unter der Voraussetzung, dass Sie ihn anschließend fachgerecht keulen. Haben Sie weder Hund noch Feuerzeug zur Hand, stecken Sie den Piepmatz (Fachwort für Kranich) in Ihren Rucksack und bringen Sie ihn zum nächsten Wertstoffhof.

  6. Sollten Sie in den folgenden Tagen Symptome wie verklebtes Gefieder, Schnabeltrockenheit oder Nässen der Bürzeldrüse bei sich feststellen, begeben Sie sich in eine 6wöchige Quarantäne ins nahe gelegene Vogelschutzreservat. Danke für Ihre Mithilfe.

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Um die Zeit in Quarantäne totzukeulen, spielen Sie doch mal wieder ein schönes Brettspiel. Wie wäre es mit einem frisch veröffentlichten von der Spielemesse in Essen?

Das sind die Brettspiel-Neuerscheinungen

  • Monopoly – Trump Edition »22x Schlossallee«

  • Die Siedler von Golan

  • Wirecard Yard – Auf der Suche nach Mister M

  • Dorfromantik – Stadtbilderweiterung

  • X-User ärgere dich nicht!

  • Tabu (neue Fassung mit verschobenen Grenzen des Sagbaren)

  • Die Querdenker von Quedlinburg

  • Zug um Zug Deutschland (erscheint 2028)

Falls Sie das Glück haben, noch nicht an der Vogelgrippe krepiert zu sein, nutzen Sie Ihre verbleibende Zeit doch, um nach München oder Berlin zu fahren und dort Pralinen zu verputzen:

Torsten Gaitzsch trinkt eine Tasse Kaffee und schaut in die Kamera

Heute: Diese Kolumne wird nicht gesponsert von Ferrero

Hey, Mon-Chéri-Heads! Noch heute habt ihr in den Münchner Riem Arcaden von 10 bis 20 Uhr die Chance, Mon Chéri on tour zu erleben! Die Stationen Hamburg, Nürnberg, Frankfurt, Stuttgart, Köln und Leipzig habt ihr leider verpasst – ich habe zu spät von dieser Tournee erfahren –, aber nach München steht noch die Hauptstadt an, wo die Mon Chéri Roadshow vom 6. bis 8. November in der Mall of Berlin gastiert.

Drei Programmpunkte sind bei jedem Leg zu erleben: Tasting, Fotobox und Glücksrad. Bei Ersterem könnt ihr die Pralinen eisgekühlt testen (»Probiere, ob’s deins ist!«), in der Fotobox habt ihr »die Möglichkeit, diesen Wow-Moment direkt mit einem Foto festzuhalten« – denn das glaubt euch ja später kein Mensch, dass ihr einfach so im Franken-Center gratis Mon Chéri schnabulieren durftet! Das Glücksrad schließlich verheißt »tolle Preise«, bei denen es sich, glaubt man der Abbildung auf der Mon-Chéri-Homepage, um Mon Chéri in drei verschiedenen Darreichungsformen handelt.

Das ist sooo geil! In Regensburg sah ich mal das »Deutschland sucht den Superstar«-Castingmobil Stopp machen, und in Dresden erlebte ich eine »Hose runter«-Aktion, bei der jeder, der auf offener Straße kurz seine Beinkleider fallen ließ, von einem bekannten Textilhersteller eine nagelneue Jeans geschenkt bekam, aber die Mon Chéri Roadshow ist ja wohl die Piemont-Kirsche auf der Marketingsahne!

Ich behaupte ganz unironisch, dass die Erfindung der »Piemont-Kirsche« zum Genialsten gehört, was die Werbeindustrie hervorgebracht hat. »Lange Zeit gab es die fiktive Werbefigur Claudia Bertani, eine ›Qualitätsprüferin‹, die vorgeblich zu Ende der jeweiligen Sommerpause in der ganzen Welt umherreist, um die besten Kirschen für Mon Chéri auszuwählen, da nur diese zur Piemont-Kirsche werden könnten.« Als ich das zum ersten Mal auf Wikipedia las, lachte ich mir einen mit fiktivem Obst behangenen Ast. »In den 1980er Jahren wurde Mon Chéri von den Schauspielern Paul Hubschmid, Thomas Fritsch und Nadja Tiller sowie der Sängerin Gitte Hænning beworben. Später waren Iris Berben, Ralf Bauer, Howard Carpendale und Katarina Witt bekannte Werbeträger der Marke.« Gerne würde ich mich in diese Runde einreihen, doch für den aktuellen Spot wurde bereits ein unverbrauchtes No-Name-Gesicht gefunden.

Ich mag übrigens, wie die neue Kampagne damit kokettiert, dass Mon Chéri gar nicht jedermanns Geschmack treffen will: »Mal ehrlich, muss man allen gefallen? … Nicht everybody’s chéri«. Für mich ist Mon Chéri Nostalgie pur. Herrliche Kindheitserinnerung: über dem Waschbecken hängen und weinend eine halbzerkaute Praline in den Abguss spucken. Hätte ich mal wieder Bock drauf. Aber dafür nach Berlin fahren?

Verabschiedet sich und wünscht ein gut informiertes Wochenende:

Ihre TITANIC-Redaktion

TITANIC empfiehlt:

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»Meine Geschichten von Mutter und Tochter« (Öffnet in neuem Fenster) heißt der brandneue Comic-Band von TITANIC-Cartoonistin Katharina Greve, voll von, wie Sie vielleicht schon erraten haben, Geschichten über eine Mutter und ihre Tochter.

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