März 2026
Dein Waldcoaching-Newsletter
Herzlich willkommen. Ich bin Suse Schumacher, Psychologin, systemischer Coach in Positiver Psychologie und Waldcoachin. Ich arbeite mit meinen KlientInnen besonders gern im Wald. Hier teile ich Gedanken, Bilder Inspirationen und kleine Übungen zum Ausprobieren. Auf meinen Workshops begegnen wir uns oft im Grünen, um mehr ins Spüren und Verstehen zu kommen und Neues zu entdecken.

Herzlich Willkommen im März
Na Du,
was macht die Weltpolitik mit dir? Oder bist du mit Persönlichem beschäftigt? Ich frage, weil ich an mir selbst spüre, dass der Einfluß der Nachrichten auf mein Befinden enorm wechselhaft sein kann.
Im Februar zum Beispiel waren meine Prioritäten völlig andere. Als Volunteerin habe ich auf einer Ziegenfarm in Chile geschleppt, gefüttert, ausgemistet. Alles was zählte, war die Gegenwart. Wer bekommt zuerst Futter? Hustet der Ziegenbock erst seit letzter Nacht? Und wo zum Teufel sind die Hühner schon wieder? Diese konkreten, kleinen, lebendigen Momente haben mich geerdet wie lange nichts mehr.
Was diese Tierbegegnungen mit mir gemacht haben, welche Erkenntnisse entstanden sind und welcher Mindfuck am Anfang stand – davon schreibe ich in dieser Ausgabe. Mehr dazu auch in den kommenden Wochen im MutMachPodcast (Öffnet in neuem Fenster).
Ich freue mich, dass du dabei bist. 🐐
Inhalt
Ziegen-Weisheit - eine unerwartete Lektion in Achtsamkeit
Macho - eine Herzbegegnung
Du bist nicht dein Kopfkino
Übung: Mindfucks entlarven
Termine: Frühlingsworkshops
Film-Tipp: “Das Flüstern der Wälder” von Vincent Munier
1. Ziegen-Weisheit
Ich gestehe: Ich habe diese Tiere unterschätzt. Ziegen lassen sich nicht in Schubladen stecken. Jede ist ein Individuum – mit eigenem Charakter, eigenen Vorlieben und einer ganz eigenen Art, die Welt zu erkunden. Neugierig, eigenwillig, direkt. Sie prüfen ihr Gegenüber, testen Grenzen und entscheiden selbst, wem sie vertrauen. Anders als Schafe laufen sie nicht einfach mit – sie verschaffen sich ihr eigenes Bild. Und genau das macht die Begegnung mit ihnen so ehrlich. Eine Ziege, die zu dir kommt, kommt wirklich zu dir. Mich haben sie geerdet und in den Moment zurückgebracht.


Ziegen als Lehrmeister – klingt ungewöhnlich, war für mich aber Realität. Denn gleich zu Beginn meiner Farmwoche traf mich ein heftiger Mindfuck: Gedanken- und Gefühlsmuster, mit denen wir uns selbst blockieren – durch Zweifel, Selbstkritik und das Ausmalen von Katastrophen, die noch gar nicht eingetreten sind und höchstwahrscheinlich auch nie eintreten werden.
Meine Blockade hatte einen konkreten Auslöser: Im Dezember war ich in Chile im Krankenhaus gelandet, weil eine verschleppte Bronchitis mir buchstäblich die Luft abgeschnitten hatte. Als ich nun auf der Farm stand – Schlechtwetterprognose, Kälte, Regen, kaum warme Kleidung – lief in meinem Kopf sofort der Panikfilm ab. Was, wenn es wieder passiert? Was, wenn ich hier, am Arsch der Welt, keine Luft bekomme? Mein Verstand baute die perfekte Katastrophe.

Als Psychologin erkenne ich kognitive Blockaden bei anderen meist schnell. Bei mir selbst bin ich blind, manchmal jedenfalls. Es brauchte meinen Mann, der mich per Telefon ziemlich ruppig auf den Pott setzte. Aber was mich wirklich geerdet hat, das war die Ziege, die danach am Zaun wartete. Es war Fütterungszeit, sie stand vor mir, schaute mich an und määäh–meckerte, als wollte sie sagen: Komm an. Du bist hier richtig. Wir brauchen dich. Kein Wort, keine Therapie, keine Technik. Nur ein Tier, das scheinbar spürte, das ich gerade ein bisschen lost war.
2. Macho - eine Herzensbegegnung
Unter den Ziegen auf der Farm war es Macho, der Ziegenbock, der mich am meisten berührt hat. Er lebte allein im Stall – getrennt von den Ziegen auf der Wiese, die Hörner gestutzt. Unsere erste Begegnung war respektvoll: ein vorsichtiges Beschnuppern aus der Ferne, von beiden Seiten. Einige Tage später – ich roch inzwischen nach Ziege und verspürte angenehme Entschleunigung – kam der Moment, der alles veränderte. Es regnete in Strömen, ich stand im Stall und lauschte dem Regen, als sich plötzlich eine Schnauze mit langem Bart über das Gatter schob. Macho schnupperte an mir, ließ sich den Kopf kraulen und schmiegte sich schließlich mit geschlossenen Augen in meine Armbeuge. In diesem Moment spürte ich eine tiefe Liebe für dieses Geschöpf, das so sehr in seinem Aktionsradius beschnitten war – und gleichzeitig so würdevoll darin. Es traf mich direkt ins Herz. Wir standen nebeneinander wie zwei alte Weggefährten, während der Regen und alles um uns herum verschwand.

3. Du bist nicht dein Kopfkino
Einer der befreiendsten Sätze, die ich kenne: „Du hast Gedanken, aber du bist nicht deine Gedanken." Was steckt dahinter?
Unsere Gedanken fühlen sich oft wie die absolute Wahrheit an – wie wir sind, was wir nicht können, was uns droht. Dabei sind sie nur Gäste in unserem Kopf. Sie kommen, sie gehen, sie dramatisieren, und manchmal lügen sie. Solange wir mit unseren Gedanken identifiziert sind, blockieren sie uns.
Die Psychologie – besonders die Akzeptanz- und Commitment-Therapie – nennt das kognitive Defusion: den Moment, in dem wir lernen, einen Gedanken zu beobachten, statt uns von ihm mitreißen zu lassen. Nicht „Ich schaffe das nicht" – sondern „Ich bemerke, dass ich gerade denke, ich schaffe das nicht." Dieser kleine Schritt schafft Abstand. Und Abstand von sich selbst schafft Freiheit.
Hier eine der wirksamsten und einfachsten Übungen:
4. Mindfucks erkennen
1. Stopp & Beobachte Sobald du merkst, dass dein Gedankenkarussell dreht, halte inne und frag dich: „Was denke ich gerade genau?" Schreib den Gedanken auf – so konkret wie möglich. Nicht: „Ich fühle mich schlecht", sondern: „Ich denke, dass ich das nicht schaffe und alles schiefgeht."
2. Befrage den Gedanken Stell dir diese vier Fragen – inspiriert von Byron Katies „The Work":
Ist das wahr?
Kann ich absolut sicher sein, dass es wahr ist?
Wie reagiere ich, wenn ich diesen Gedanken glaube?
Wer wäre ich ohne diesen Gedanken?
3. Perspektivenwechsel
Frag dich: „Was würde ich einer guten Freundin sagen, die mir genau diesen Gedanken erzählt?" Meistens sind wir zu anderen gnädiger als zu uns – und das zeigt uns, wie unrealistisch unser Kopfkino ist.
Die Übung klingt simpel – aber sie ist kraftvoll. Denn das bloße Aufschreiben eines Gedankens schafft bereits Abstand. Und Abstand, wie du weißt, schafft Freiheit.
4. Frühlingsworkshops
(Öffnet in neuem Fenster)“Es gibt Momente, da bekommst Du den Boden unter den Füßen weggezogen. Nichts ist mehr, wie es war. Bei mir war es so, dass ich meiner Wahrnehmung nicht mehr getraut habe und den Zugang zu meiner Intuition verloren hatte. Ich brauchte keine gut gemeinten Ratschläge, sondern...
Da fand ich eine Einladung zum Waldcoaching im Spam-Ordner.
Bei einer Woche Waldcoaching sich nur mit seinen Stärken beschäftigen, setzt soo viel Kraft frei und lässt unvermutete Schätze finden. Seitdem gehe ich regelmäßig in den Wald und tanke auf. Danke an Suse, dass ich meine Naturverbundenheit und Kreativität wieder finden konnte.” Sanni
🌳 Den Frühling begrüßen - Waldcoaching auf dem Schwanberg
Unterfranken, 4. - 8. Mai 2026 → Nur noch drei Plätze frei
Komm erschöpft an - geh gestärkt und erfrischt nach Hause
💶 593 € inkl. Unterkunft & Verpflegung im Kloster Schwanberg
Alle Infos & Anmeldung (Öffnet in neuem Fenster), Fragen? hello@suseschumacher.de (Öffnet in neuem Fenster)
Der Ruf der Kriegerin
13. bis 17. Mai in Chartów, Polen.
Hörst du ihn? Diesen Ton in dir, der leise angefangen hat und nicht mehr zu überhören ist.
Die Kriegerin kämpft nicht gegen die Welt. Sie steht fest auf der Erde, kennt ihre Angst – und lässt sich nicht von ihr regieren. Ihre Autorität kommt aus Präsenz und Klarheit. Aus dem Herzen.

Ich leite diesen Workshop mit Annika Köppern (Öffnet in neuem Fenster) - Diplom-Pädagogin, systemische Naturtherapeutin und Coach. Annika begleitet Menschen und Teams in Veränderungsprozessen und bringt tiefe Expertise in achtsamer Selbstfürsorge und spirituellem Coaching mit. Gemeinsam schaffen wir einen Raum, in dem du dich sicher und gut aufgehoben fühlst.
Dieser Workshop richtet sich an Frauen in der Mitte ihres Lebens, die in ihre Kraft kommen, ihre Bedürfnisse kennenlernen und klare Grenzen setzen möchten. Der Archetyp der Kriegerin meint nicht die Kämpferin mit Schwert und Rüstung – sondern die selbstbestimmte Frau, die mutig zu sich steht und sie selbst wird.
Echte Selbsterfahrung – kein Theorie-Wochenende. In der Natur, am Feuer, im Kreis von Frauen, die nicht bewerten, sondern bezeugen. Wir wohnen in einem alten Holzhaus am Waldrand und versorgen uns selbst.
Wenn du beim Lesen merkst, dass etwas in dir leise Ja sagt – dann ist das kein Zufall.
Noch zwei Plätze frei.
💶 Komplettpreis inkl. Unterkunft & Verpflegung 690 €
👉 Zögere nicht zu lange. [Mehr Infos & Anmeldung (Öffnet in neuem Fenster)]
6. Filmtipp
Das Flüstern der Wälder – dieser Dokumentarfilm trifft mich gerade voll ins Herz, weil er so unglaublich poetisch und leise daher kommt. Der französische Wildtierfotograf Vincent Munier hat die visuelle Pracht und die Klänge des Waldes eingefangen – und erzählt die Geschichte dreier Generationen, die gemeinsam durch die Wälder der Vogesen streifen: sein Vater Michel, der über achthundert Nächte unter einer einzigen Tanne verbracht hat, Vincent selbst und sein Sohn Simon. Nächte voller seltener Tiermomente und faszinierender Klänge – und ganz nebenbei eine stille Erinnerung daran, was wirklich zählt. Sehr empfehlenswert!

So, das war´s von mir für diesmal. Ich melde mich Anfang April und berichte dann wieder aus dem heimischen Wald und über interessante Erkenntnisse der Positiven Psychologie.
Wenn Du Fragen hast, dann schreib mir gerne an: hello@suseschumacher.de (Öffnet in neuem Fenster)
Wenn Dir dieser Newsletter gefällt, dann leite den Link für die Anmeldung gerne an einen Lieblingsmensch weiter, der sich für Wald, Tiere und Natur begeistert.
Herzliche Grüße,
Deine Suse 🦉