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Fördern statt fesseln: Wie wird Selbstständigkeit wieder attraktiv für viele?

#15 : Die Verteidigung einer besseren Gründungsförderung

Dies ist die fünfzehnte Ausgabe von 4. Mio+ , dem regelmäßigen Briefing von Cathi Bruns. Diesmal:

  • Immer weniger Selbstständige - Brauchen wir eine neue Ich-AG-Förderung?

  • Ein Gespräch über erfolgreiche Gründungsförderung mit Prof. Dr. Alexander S. Kritikos, Ökonom und Mitglied im Vorstand des DIW Berlin

  • Und, Neues von der 4. Mio+ Initiative: Ein offener Brief an den Bundeskanzler Friedrich Merz

Hi.

Herzlich willkommen zur neuen Ausgabe von 4. Mio+

Ich nehme dich mit in mein Engagement für die Selbstständigkeit und in dieser Ausgabe wird neuer Gründungsmut provoziert.

Denn seit Jahren herrscht in Deutschland ein Trend: Ein Abwärtstrend bei der Zahl der Selbstständigen.

Als ich vor über 15 Jahren anfing, mich mit den Themen Selbstständigkeit und neues Unternehmertum zu beschäftigen, als „New Work“ plötzlich zur aufregenden Bewegung ausgerufen wurde und das Internet es tatsächlich immer einfacher machte, auch ohne viel Kapital und dafür mit eigenen Ideen am Markt mitzumischen, hätte ich mir nicht vorstellen können, dass wir Selbstständige in den kommenden Jahren immer weniger werden.

Sprechen die Veränderungen in der Arbeitswelt und die neuen Möglichkeiten durch die Digitalisierung nicht für viel mehr freie Arbeit?

Bisher offenbar nicht. Nicht in Deutschland.

„New Work“ ist schon lange nur noch ein Begriff der Berater- und Konzernsprache. Wenn wir von Arbeit reden, meinen wir den „Job“. Wer arbeitet, ist „Arbeitnehmer“.

Okay, vielleicht muss man da nicht so pingelig sein. Aber einen Haken hat die Sache schon:

Die unternehmerischen Potenziale werden, bei all der Fixierung auf die abhängige Beschäftigung in diesem Land, bei Weitem nicht gehoben.

In einem Interview habe ich kürzlich gesagt:

„In Deutschland dreht sich alles um die Festanstellung“.

Trotz einfachem Zugang zu Märkten und mehr Möglichkeiten den beruflichen Erfolg ganz individuell zu gestalten, geht die Zahl der Selbstständigen im Vollerwerb kontinuierlich zurück.

Gleichzeitig wird die arbeitende Bevölkerung gemahnt: Wenn wir Wohlstand wollen, müssen alle mehr und länger arbeiten!

Als Selbstständige nehme ich diese Forderung mit einem gelassenen Lächeln zur Kenntnis - denn wir Selbstständige sind doch die Vorbilder für hohes Pensum, längere Arbeitszeiten in Eigenverantwortung, ein selbstbestimmtes Arbeitsleben - meist lange über das Rentenalter hinaus.

Aber ausgerechnet die Selbstständigkeit wird in Deutschland immer unsichtbarer. Und daran ist nicht zuletzt die Politk der letzten Jahre Schuld.

  • In einem offenen Brief an den Bundeskanzler Friedrich Merz erinnern wir daher im Namen der 4. Mio+ Initiative an die Bedeutsamkeit der Selbstständigen als Teil der Wirtschaft. Und suchen das Gespräch.

Aber nur der Politik die Schuld zu geben wäre falsch. Wer selbstständig sein will, muss durchziehen. Wahr ist, auch die Mentalität für mehr Unternehmertum ist nicht (mehr) typisch fürs Angestelltenland.

Aber, Deutschland ist auch Land des Mittelstands. Noch.

Was ich mich unweigerlich frage ist, fehlt die Kultur und damit das Bewusstsein darüber, welche Chance im Unternehmertum liegen? Oder fehlt die Wertschätzung und damit die Anreize etwas Eigenes zu starten? Gibt es einfach zu viele tolle Jobs und ist Selbstständigkeit einfach zu „außerirdisch“..?

Oder liegt es schlicht daran, dass Selbstständigkeit nicht überzeugend gefördert, und dafür viel zu stark belastet wird? Eine simple Kosten-Nutzen-Rechnung?

Was muss passieren, damit uns die Gründungslust packt und wir die Selbstständigkeit wieder entdecken?

Schließlich gab es mal eine Zeit, in der auch hierzulande die Selbstständigkeit boomte. Was hat die Menschen damals bewogen? Gründen wir hierzulande nur, wenn sonst die Arbeitslosigkeit droht? Wie sieht die ideale Gründungsförderung aus?

  • Darüber hab ich für diese Ausgabe mit Prof. Dr. Alexander S. Kritikos, Ökonom und Mitglied des Vorstands des DIW Berlin, gesprochen.

Denn eins ist klar, ohne mehr Gründungsaktivität und einer stärkeren Kultur der Selbstständigkeit verlieren wir nicht nur den Anschluss, sondern werden auch mit den Umwälzungen des anstehenden Strukturwandels schlechter fertig.

Höchste Zeit also, sich zu fragen: Wie fördert man Selbstständigkeit?

Gehen wir dem auf die Spur - in dieser Ausgabe!

Viel Spaß beim Lesen,

Cathi

Warum muss uns das beschäftigen?

In der letzten Ausgabe ging es darum welche Politik Selbstständige brauchen, in dieser Ausgabe darum, welche Art der Förderung zu mehr Selbstständigkeit führt.

Niemanden wird entgangen sein: Land steht vor erheblichen Herausforderungen. Zu wirtschaftlicher Flaute kommt der Strukturwandel, der gestaltet werden muss.

„Wir müssen mehr arbeiten“

Nicht nur Kanzler Friedrich Merz betonte schon, dass, „wir“ um den Wohlstand des Landes zu erhalten, wieder stärker ranklotzen müssen. In Deutschland werden im europäischen Vergleich unterdurchschnittlich viele Stunden gearbeitet, auch aufgrund der sehr hohen Teilzeitquote (Opens in a new window)1. Zumeist bei Frauen.

Wieder mehr und vor allem effizienter“ zu arbeiten (Opens in a new window) 2 ist ein Appell von Merz, der nahe liegt. Die Regierung plant daher Anreize um länger und vor allem im Alter weiter zu arbeiten. Auch die neue Wirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) bekräftigte die Forderung nach längerer Lebensarbeitszeit in einem Gespräch mit der FAZ (Opens in a new window) kürzlich.3

Würde sich irgendwer der politischen Akteure mal eine der Freelancermarkt-Analysen und Reports ansehen, oder zumindest die Erhebungen der Wirtschafts- und Forschungsinstitute, wäre schnell klar: „Mehr“ und „vor allem effizienter“ arbeiten vor allem Selbstständige. Und auch länger über das Rentenalter hinaus (Opens in a new window)4. Ganz ohne Appell oder staatliche Bonbons. Trotzdem kommt die Selbstständigkeit als Option in der Debatte weiterhin nicht vor.

Dabei sind Selbstständige das Vorbild für eine moderne Arbeitswelt, in der Freie und Feste zusammenarbeiten und in der die freie Arbeit entscheidend zu Innovationsprozessen beiträgt (Opens in a new window).5

Diese Debatte sollten wir viel stärker führen.

Viele Probleme ließen sich mit gezielter Einbeziehung von moderner Selbstständigkeit lösen.

Der Abschied vom Versprechen der lebenslangen Festanstellung als Sicherheitsversprechen für alle, wird umso schmerzhafter, je mehr die Politik sich an der alten Arbeitswelt festhält.

Die aktuelle Debatte um den 8-Stunden-Tag (Opens in a new window)6 veranschaulicht, wie sehr sich an alten Errungeschaften festgekrallt wird. Es sind nicht die Beschäftigten, die bocken. Es sind die Funktionäre, die nichts Neues wollen. Anstatt Arbeitsstunden zu zählen, wäre eine ernsthafte Reform-Agenda nötig, die Raum gibt um Potenziale zu entfesseln. Hin zu hybriden Erwerbsmodellen, freier Arbeit und modernen Sozialversicherungssystemen.

Aufbruch ist, wenn sich neue Möglichkeiten auftun, die das Leben größer machen - nicht das Festhalten am Alten, selbst noch mit dem Rücken zur Wand.

Selbstständigkeit gehört zu diesem Aufbruch dringend dazu. Sie bietet die Alternative zur Abhängigkeit von Teilzeitmodellen und kann es sogar mit dem Dilemma der Vereinbarkeit aufnehmen. Selbstständigkeit ermöglicht, dass Know-How und langjährige Erfahrung aus Beruf und familiärer Verantwortung selbstbestimmt eingebracht werden können und individuelle Lebensphasen Berücksichtigung finden.

Ideale Rahmenbedingungen für Selbstständigkeit sind daher der Weg nach vorne. Warum streiten wir nicht mehr dafür?

Die Lage

Altbekannt, aber immer gravierender: Selbstständige haben keine Lobby

Um es ganz klar zu sagen: Selbstständigkeit ist trotz hoher volkswirtschaftlicher Relevanz in den Köpfen einfach nicht wichtig genug. Die gesellschaftliche Relevanz der Selbstständigkeit sowie das leise Aussterben sind keine Meldung. Es interessiert weder die politischen Akteure, noch die Presse. Wir sind kein Thema. Und wir werden immer weniger.

Eine unternehmerfreundliche Politik, die den Weg in die Selbstständigkeit anerkennt und ebnet, sucht man in Deutschland vergeblich.

Wer hält die Fahne hoch?

Wer mich kennt, weiß, dass weniger Regulierung und mehr Vertrauen der Politik und Behörden aus meiner Sicht die beste Gründungsförderung ist. Stets betone ich, dass Selbstständigkeit keine Spezialförderung braucht, sondern Freiräume. Doch für Freiräume zu streiten ist weitaus schwieriger, als für Zuwendung auf Antrag.

Selbstständigkeit wird politisch nicht verstanden. Und dieses größer werdende Unverständnis und die einseitige Fokussierung auf die „Normalarbeit“ führt zu einer immer größeren Ignoranz gegenüber Selbstständigen.

Zur Wahrheit gehört auch: Das deutsche Sozialversicherungssystem steht unter erheblichem Druck. Und es baut auf die Festanstellung.

Weil das Umlageverfahren möglichst viele Pflichtbeitragszahler braucht und gleichzeitig die Geburtenraten zurückgehen (Opens in a new window)7 , verschärfen sich die Finanzierungsprobleme. Die hohe Abgabenlast belastet Arbeitnehmer, Selbstständige (2019 waren 59 % der Selbstständigen in der gesetzlichen Krankenversicherung versichert (Opens in a new window))8 und Arbeitgeber schon jetzt enorm. Und in Zukunft wird es wohl noch teurer.

Nun arbeiten wir den Entwicklungen hinterher, die schon vor Jahrzehnten bekannt sein mussten. Doch Politik wird zu oft nur mit dem Bestreben gemacht, die bestehenden Versicherungssysteme zu erhalten. Es fehlt die Leidenschaft für die wirtschaftliche Freiheit der Bürger und der Enthusiasmus für Erneuerung.

Mehr Selbstständige bedeuten womöglich weniger Pflichtbeitragszahler im alten Angestelltensystem - ein Szenario, das Politikern bei dieser Kassenlage umso weniger gefällt.

Nicht umsonst debattieren wir aktuell und schon seit über einem Jahrzehnt die Rentenversicherungspflicht für Selbstständige. (Opens in a new window)9 Eine, wie auch immer geartete Pflicht zur Vorsorge, ist schon lange auf der Agenda. Das Thema Rentenversicherungspflicht wurde bisher schlicht nicht abgearbeitet.

Das könnte diesmal anders sein. Denn von einer Rentenreformen ist bisher keine Spur. Und so wird der Druck im System immer offener auch an Selbstständige weitergegeben.

Wenn es hierzulande um Selbstständigkeit geht, dann sowieso meistens im Kontext der (fehlenden) sozialen Absicherung.

„Aber in all den aktuellen Debatten rund um Wirtschaft, Fachkräfte, Produktivität, auch beim Thema Erwerbsbeteiligung von älteren Menschen oder auch von Frauen – sogar wenn wir über die Zukunft der Arbeit und KI sprechen, kommt Selbstständigkeit nicht vor. Das ist absurd.“

Darüber und auch über meinen Antrieb diese Debatte zu führen, hab ich mit Simone Fasse für das sheconomy Magazin gesprochen.

Über den Button geht’s zum ganzen Interview. Und darin versuche ich auch die Frage zu beantworten: „Warum haben Selbstständige keine Lobby?“….

„Wenn wir nicht vertreten werden, vertreten wir uns selbst.“ Welche Förderung braucht es denn nun, damit die Selbstständigkeit wieder attraktiv wird?

Neben der Einbeziehung von Selbstständigkeit in die Sprache und Debatten, dem Zeigen von Vorbildern und der Normalisierung von Selbstständigkeit auf dem Bildungsweg, der Abschaffung von selbstständigkeitsfeindlichen Regelungen (insbesondere der dringenden Reform des Statusfeststellungsverfahrens und besseren Regelungen zur Scheinselbstständigkeit), wird es nun auch wieder Zeit, dass eine bessere Gründungsförderung auf den Weg gebracht wird. Und zwar eine, die auch Einzelselbstständigkeit würdigt und freien Arbeitsmodellen den Weg ebnet.

Selbstständigkeit muss als Kraft für den Aufschwung und Erneuerung verstanden und auch in der Form in die politischen Programme einbezogen werden. Dafür sind Reformen nötig.

Deutschland braucht mehr „kreative Zerstörung“10, und zwar viel mehr. Und dazu muss Aufbruch ermöglicht werden. Und wenn ein gründungsmüdes Land dazu jetzt ein staatliches Start-Programm braucht, dann ist das eben so.

Wie Gründungen erfolgreich gefördert werden können, habe ich Prof. Dr. Alexander S. Kritikos für diese Ausgabe gefragt. Er war an der Analyse und Evaluierung der Instrumente zur Gründungsförderung im Rahmen der „Hartz-Reformen“ beteiligt, ist heute wissenschaftliches Mitglied im Vorstand des DIW Berlin und dort auch Direktor der Forschungsgruppe Entrepreneurship. 

Das Gespräch

Prof. Dr. Alexander S. Kritikos. Foto © DIW Berlin/Photothek

Lieber Alexander Kritikos, seit über zehn Jahren verfestigt sich in Deutschland der Trend zu weniger Selbstständigkeit. Dennoch werden keinerlei Maßnahmen getroffen, um Selbstständigkeit zu fördern und attraktiver zu machen. Wie erklären Sie sich die Untätigkeit der Politik?

Prof. Dr. Alexander S. Kritikos: Tatsächlich ließ sich schon in der letzten Bundesregierung eine klare Präferenz erkennen, sich in erster Linie um abhängig Beschäftigte zu kümmern. Der letzte Bundeskanzler sprach zwar viel von „Respekt“ für Beschäftigte, Selbstständige aber blieben außen vor und wurden wieder in diese irreführende Schublade gesteckt, wonach Selbstständigkeit eine „Lifestyle-Erscheinung“ sei. Die Möglichkeit der Einzelselbstständigkeit als unternehmerische Tätigkeit wurde völlig ignoriert. Diese Position dominierte die letzten dreieinhalb Jahre.

Die FDP, die ja eigentlich mit dem Ziel angetreten war, Selbstständigkeit wieder besser zu fördern, hat es nicht geschafft, eine andere Position sichtbar zu machen. Und auch in der Regierung zuvor wurden während der Corona-Pandemie Selbständige weniger systematisch unterstützt als abhängig Beschäftigte. Die aktuelle Regierung hat derzeit wiederum andere Prioritäten. Themen rund um Selbstständigkeit kommen auch bei ihr nicht vor. Festzuhalten bleibt somit: Der Rückgang der Selbstständigkeit wurde in den vergangenen Jahren von keiner Regierung adressiert.

Nun könnte man meinen, eine andere Wirtschaftspolitik gehöre zu den Prioritäten. Welche Rolle spielt denn Selbstständigkeit und freie Arbeit für das Ziel, das Land zu modernisieren und wirtschaftlichen Aufschwung zu ermöglichen?

Prof. Dr. Alexander S. Kritikos: Selbstständigkeit und Gründungen sind ein zentraler Baustein für Modernisierung und wirtschaftlichen Aufschwung. Gründungen gehören zu den wichtigsten Voraussetzungen, damit ein Land einen Strukturwandel schafft. Und wir stehen als Land derzeit vor enormen Herausforderungen. Gerade im Hinblick auf den Strukturwandel braucht es mehr neue Unternehmen und einen stärkeren Gründergeist. Wieder mehr Lust darauf, erstmal im Kleinen etwas auszuprobieren und in die Selbstständigkeit zu starten, um dann, wenn das Konzept trägt, größer zu werden und zu wachsen. Das ist nach wie vor ein wichtiger Schlüssel, um Strukturwandel zu ermöglichen, Neues auf den Markt zu bringen und Transformationsprozesse zu treiben.

Das Wichtigste, um diesen Strukturwandel durch ein stärkeres Gründungsgeschehen möglich zu machen, ist es, das Thema Überregulierung anzugehen und die in Teilen sehr zögerlich agierende Verwaltung zu reformieren. Hin zu besseren Strukturen, die Gründungs- und Genehmigungsprozesse beschleunigen und so mehr Unternehmertum ermöglichen. 

Es gab ja mal eine Zeit, in der es in Deutschland einen regelrechten Gründungsboom gab. Sie waren, damals noch in anderer Position, bei der Evaluierung des bekanntesten Förderinstruments, was die Selbstständigkeit angeht, beteiligt, nämlich des damaligen Existenzgründungszuschusses, der so genannten „Ich-AG“. Was ist Ihr Fazit zu dem Instrument?

Prof. Dr. Alexander S. Kritikos: Man muss zunächst das Instrument der „Ich-Ag“ in den damaligen Kontext setzen. In Deutschland waren im Jahr 2003 fünf Millionen Menschen arbeitslos. Die Ich-AG war damals sogar das zweite Förderinstrument neben dem schon gut etablierten „Überbrückungsgeld“, mit dem bereits jährlich mehr als 100 000 zuvor arbeitslose Menschen sich auf den Weg in die Selbständigkeit machten. Das wichtigste Fazit der Evaluation war es, dass die „Ich-AG“ es entgegen aller Erwartungen geschafft hat, noch einmal sehr viel mehr Menschen für eine selbstständige Tätigkeit zu mobilisieren und den nicht so einfachen Wechsel in diese Erwerbsform zu ermöglichen.

Diese Förderung hat einer großen Zahl von Menschen das Vertrauen gegeben, etwas Eigenes zu starten. Wesentlich trug dazu bei, dass im Unterschied zum Überbrückungsgeld die Förderdauer recht lang war - auch wenn die Förderhöhe im Vergleich dazu relativ niedrig ausfiel. Das hat ein Momentum geschaffen. Dieses Instrument hat es vor allem vermocht, zwei wichtige Gruppen anzusprechen, die bei dem Überbrückungsgeld geringe finanzielle Ansprüche auf Förderung gehabt hätten. Zum einen haben dadurch viel mehr Frauen den Schritt in die Selbstständigkeit gewagt. Und zum anderen, viel mehr jüngere Menschen und auch Menschen mit tendenziell geringerer formaler Ausbildung.

Das Instrument kann man nach Evaluierung also als erfolgreiches arbeitsmarktpolitisches Instrument bezeichnen. Warum hat die „Ich-Ag“ bis heute ein so schlechtes Image?

Prof. Dr. Alexander S. Kritikos: Richtig, der Existenzgründungszuschuss, umgangssprachlich „Ich-AG“ war ein erfolgreiches Instrument. Die wichtigste Erklärung für das negative Image ist wohl, dass es von Anbeginn an, also noch vor Einführung des Instruments, starken politischen Gegenwind gab. Viele zogen in Zweifel, dass ein zweites Instrument zur Förderung von Selbstständigkeit aus Arbeitslosigkeit notwendig ist. Man war besorgt, dass dadurch die Hürden für Gründungen zu niedrig sein werden, die Förderung also nur zu Mitnahmeeffekten und nicht zu nachhaltiger Selbstständigkeit führen würde. Weiterhin wurde argumentiert, dass das Instrument in die Scheinselbstständigkeit, in die prekäre Selbstständigkeit, und in prekäre Altersabsicherung steuere. 

Das sind Assoziationen, die immer wieder gerne mit Selbstständigkeit verknüpft werden. Sowohl Verbände als auch Politik haben mit dieser reflexhaften „Das klappt alles nicht“-Haltung negative Konnotation erzeugt. Wenn so etwas erst einmal in den Köpfen feststecken, ist es sehr schwierig, das schlechte Image eines Instruments mit Fakten zu drehen, auch wenn die Fakten ein ganz anderes Bild zeichnen. Trotzdem: die Ergebnisse der Evaluation haben gezeigt, dass die Ich-AG ein erfolgreiches Instrument war. Die große Mehrheit der Geförderten war auch nach vielen Jahren erfolgreich selbstständig. Viele konnten ein höheres Einkommen erzielen als in ihrer letzten abhängigen Beschäftigung, manche haben weiteren Menschen Jobs gegeben.

Welche Maßnahme wäre jetzt die beste Gründungsförderung, um den Trend zu immer weniger Selbstständigkeit umzukehren?

Prof. Dr. Alexander S. Kritikos: Die Politik muss jetzt zwei Dinge tun: Die Zielgruppen unterscheiden und die Instrumente unterscheiden. Wenn man allgemein über Selbstständigkeit spricht, dann ist die wichtigste Maßnahme, bürokratische Hemmnisse abzubauen und eine effizientere Verwaltung aufzubauen. Derzeit belasten Investitionshemmnisse und Dokumentations- und Genehmigungspflichten den unternehmerischen Alltag schon sehr. Die Anzahl der Regulierungen wächst, die Verwaltung kann gleichzeitig die bürokratischen Anforderungen angesichts steigender Komplexität nicht mehr zufriedenstellend meistern. Und so wird der ganze Standort ausgebremst. Viele Selbstständige geben aus diesen Gründen ihre Unternehmung auf. Gleichzeitig sind Menschen immer weniger bereit, sich selbstständig zu machen. 

Den Abbau von Bürokratie und die Beschleunigung von Verfahren hat sich die aktuelle Bundesregierung wieder vorgenommen - das wäre wirklich elementar. 

Als zweites Element einer gelingenden Förderung von mehr Selbstständigkeit wäre es wichtig, wieder ein angemessenes Förderinstrument für Gründungen aus Arbeitslosigkeit zu entwickeln. Denn die Politik muss mit der Prognose umgehen, dass die Zahl der Arbeitslosen voraussichtlich weiter steigen wird. Im Gegensatz zu den letzten Jahren ist der Wirtschaftsstandort einem stärkeren Strukturwandel ausgesetzt. In vielen Branchen, gerade im verarbeitenden Gewerbe, wird die Jobsuche nicht mehr so einfach sein wie in den vergangenen Jahren.

Daher ist es sinnvoll, erneut über ein Instrument der Gründungsförderung aus Arbeitslosigkeit nachzudenken. So wie in der Vergangenheit sollte eine solche Förderung wieder mit einem Rechtsanspruch versehen werden, wenn bestimmte Voraussetzungen für eine Gründung gegeben sind - so, wie damals bei der „Ich-AG“ oder dem Überbrückungsgeld. Derzeit liegt die Gründungsförderung im Ermessen der Arbeitsbehörden und kann daher nur selten genutzt werden. 

Was passiert mit Angestelltenland, wenn das alles nicht passiert?

Prof. Dr. Alexander S. Kritikos: Dann wird sich wieder einstellen, was wir auch zu Beginn der Nullerjahre gesehen haben. Wir werden erleben, dass es wieder eine höhere Zahl von Arbeitslosen gibt, aber auch einen stärkeren „Mismatch“ zwischen Jobprofil und den Menschen, die Arbeit suchen, also zwischen Job, Mensch und Qualifikation. Ich fürchte, es wird ohne eine bessere Gründungsförderung von Selbstständigkeit eine zunehmende Zahl von Arbeitslosen geben, die auf dem regulären Arbeitsmarkt nicht vorankommen und auch Selbstständigkeit als nicht gangbar erleben.

Würden Sie sagen, dass von mehr Selbstständigkeit alle profitieren würden?

Prof. Dr. Alexander S. Kritikos: Ja. Und ich möchte auf die doppelte Dividende hinweisen: wer gründet, schafft nicht nur einen eigenen Arbeitsplatz, sondern oft auch Jobs für andere und trägt damit direkt zum Aufschwung und dem Gelingen des Strukturwandels bei, vor dem wir stehen. Denn Selbstständigkeit, die gelingt, stillt immer auch eine bestehende Nachfrage, die sonst nicht bedient würde. 


Vielen herzlichen Dank für das Gespräch, Alexander Kritikos!

..Ok, und jetzt?

Jetzt heißt es, unternehmerische Potenziale heben, kreative Zerstörung zur Erneuerung nutzen - nicht erst wenn die „unkreative Zerstörung“, nämlich die Angst, die Bequemlichkeit und die Bürokratie gewonnen haben.

Deutschland muss in puncto Gründungen jetzt die Kurve kriegen. Wenn nicht Unternehmergeist, sondern nur drohende Arbeitslosigkeit zu mehr Selbstständigkeit führt, könnte sich die Statistik tatsächlich schon in den kommenden Monaten auf eher unschönem Weg nach oben verschieben.

Laut IAB-Prognose (Opens in a new window)11 wird die Arbeitslosigkeit in ganz Deutschland 2025 steigen. Auch der Datev-Mittelstandsindex 07/25 (Opens in a new window)12 zeigt einen Beschäftigungsrückgang in allen Branchen. Und auch wenn Krisenzeiten Gründungszeiten sind: Besser als sich selbstständig machen zu müssen, ist sich selbstständig machen zu wollen.

Es drängt sich die Frage auf: Ist auf Förderung zu bestehen nicht grundsätzlich un-unternehmerisch?

Ja und na ja. Denn natürlich sollte man nicht auf Förderung warten oder seinen beruflichen Weg und das Leben davon abhängig machen, ob es eine staatliche Förderstruktur dafür gibt. Sich so zu verhalten, ist das Gegenteil von Unternehmertum.

Wer den unternehmerischen Erfolg sucht, der gibt seine Pläne auch nicht einfach für den nächsten sicheren Job auf. Das ist eine Frage der Ambition. Und der grundsätzlichen Einstellung zur Arbeit.

Trotzdem halte ich eine bessere Gründungsförderung in der aktuellen Lage für unerlässlich. Und zwar aus folgenden Gründen:

  • Selbstständige werden nunmehr seit über einem Jahrzehnt immer weniger. Das ist nicht bloß ein Trend, der Rückgang hat sich verfestigt.13 Auch Gründungen stagnieren auf zu niedrigem Niveau (Opens in a new window).14

  • Gründungslust effektiv zu fördern signalisiert staatliche Zuversicht in den selbstständigen Lebensentwurf. Dass die bestehenden Programme nicht zu mehr Selbstständigkeit führen, zeigt, dass sie an den Bedürfnissen vorbeigehen. Vor allem der Umstand, dass es sich beim bestehenden Gründungszuschuss um eine Ermessensleistung handelt, macht die Förderung zur Auslegungssache.

  • Politik muss signalisieren, dass nicht nur Startup-Förderung Gewinnerunternehmen hervorbringen kann, sondern auch alle, die solo starten Beachtung verdienen

  • Die Förderung würde einen gesellschaftlichen Aufstiegsgedanken unterstützen, der hierzulande dringend neu belebt werden muss. Dafür braucht es auch die konkrete Zuversicht durch politische Programme

  • Eine bessere Förderung adressiert drängende Probleme wie niedrige Gründungs- und hohe Teilzeitquoten bei Frauen, Fachkräftemangel, Erwerbsbeteiligung älterer Menschen und bringt Chancen für Menschen erfolgreich zu sein, wenn die Passung auf dem klassischen Arbeitsmarkt fehlt

Natürlich kostet Förderung Geld. Das damalige Überbrückungsgeld wirkte laut IAB-Bericht jedoch sogar entlastend für die Arbeitslosenversicherung. Die Einsparungen waren demnach am Ende höher als die Förderkosten. Bei der Ich-AG war das nicht der Fall. Aber auch die Ich-AG-Förderung wird in den Untersuchungen als eine „vergleichsweise preisgünstige Maßnahme“15 bezeichnet.

Weiter bei einer besseren Förderung zu sparen, ist daher aus den genannten wirtschaftlichen, als auch aus sozialen Gründen falsch. Staatliche Förderung soll ermöglichen, nicht bloß in Maßnahmen stecken.

…und das Beste: Trotz all der Schlechtrederei, die Forschung bestätigt: Diese Förderung wirkt! Sie hat sehr vielen Menschen nachhaltig in die Selbstständigkeit geholfen.

Ein paar Zahlen hinterher…

Nicht nur das Überbrückungsgeld und der Existenzgründungszuschuss, sondern auch der Gründungszuschuss (das heutige Instrument) wurden bereits gut untersucht. Die Ergebnisse sprechen sehr klar für eine Reform zurück zur Pflichtleistung:

  • Schon das Überbrückungsgeld wies stetig steigende Teilnehmerzahlen auf, mit Einführung des Existenzgründungszuschusses („Ich-AG“) erlebte das Land aber einen nie dagewesenen Gründungsboom

  • Laut IAB-Bericht von 2007 (Opens in a new window)16 verdoppelten sich die geförderten Neugründungen innerhalb von einem Jahr auf „über eine Viertelmillion.“ Im Jahr 2004 stieg die Zahl auf mehr als 350.000 geförderte Gründungen aus der Arbeitslosigkeit

  • Ein Großteil der Geförderten war auch Jahre später noch selbstständig, bzw. nicht erneut arbeitslos gemeldet

„Alles in allem lässt sich die Abschaffung der beiden Programme zumindest nach bisherigem Kenntnisstand nicht mit Erfolglosigkeit begründen“ ..heißt es in dem IAB-Bericht, an dem damals auch Alexander Kritikos mitgewirkt hat.

2006 wurde das Programm nach nur drei Jahren und etwa 400.000 geförderten Gründungen eingestellt und die Instrumente zu dem heute bekannten Gründungszuschuss zusammengelegt, 2011 dann noch einmal grundlegend verändert. Die Förderung von Selbstständigkeit fiel Sparvorgaben zum Opfer, Budgetkürzungen und die Reformen, hinzu deutlich schwierigerem Zugang, dank „Vermittlungsvorrang“ in die abhängige Beschäftigung (wurde 2023 wieder abgeschafft) und der Umwandlung in eine Ermessensleistung (gilt noch heute), hatte die Konsequenz, dass die (geförderte) Gründungstätigkeit drastisch einbrach.

Ein späterer IAB-Bericht von 2021 (Opens in a new window) nennt Zahlen: „Während in den Jahren 2007 bis 2011 jährlich etwa 120.000 bis 145.000 Eintritte in die GZ-Förderung zu verzeichnen waren, sind es seitdem nur noch etwa 20.000 bis 30.000 jährlich.“ 17

Aber wenn gefördert wird, ist die Wirkweise auch was den heutigen Gründungszuschuss angeht, bemerkenswert nachhaltig:

  • Über 80 Prozent der Gründungszuschuss-Geförderten waren noch Jahre später selbstständig am Markt

  • Ein Teil (über 30 Prozent) haben mindestens eine Stelle geschaffen

  • Teilnehmer, Männer als auch Frauen, erzielen höhere Einkommen als die Kontrollgruppe

Die Autoren des IAB-Kurzberichtes von 2021 resümieren:

„Die Effekte der Förderung sind beträchtlich: Geförderte haben eine um 22 Prozentpunkte höhere Beschäftigungsquote als vergleichbare Personen ohne diese Förderung. Auch ihre monatlichen Nettoverdienste sowie ihre Jobzufriedenheit sind deutlich gestiegen.“ (S. 1 (Opens in a new window))

Gründungsförderung ist also eine effektive Förderung für den Arbeitsmarkterfolg und, im Vergleich zu anderen Maßnahmen der Arbeitsförderung, hochwirksam.

Fördern kann man auf viele Weise: Ein Entfesselungsprogramm für die Selbstständigkeit.

Wie man Selbstständigkeit fördert und was ein echtes Entfesselungsprogramm - neben einer besseren Gründungsförderung - noch so beinhalten muss, heben wir auch mit der 4.Mio+ Initiative18 hervor.

Selbstständigkeit fördert man, indem man sie nicht behindert.

Wichtig ist vor allem, Gründerinnen und Gründer nicht mit einem selbstständigkeitsfeindlichen Standort kämpfen zu lassen. Es braucht nicht nur ein besseres Förderprogramm, sondern dringend echte Standortpolitik, die Gründungen attraktiv und das unternehmerische Leben leichter macht.

Wenn die Behörden wohlwollend sind und sich als Partner verstehen, statt als Überwacher und Kontrolleure, wenn es weniger Regulierung aber dafür klare Regeln gibt, die einfach einzuhalten und fair sind, dann reduzieren sich auch die hohen psychologischen Kosten, die mit einer Gründung einhergehen und die sich derzeit im Verlauf der Selbstständigkeit meist noch erhöhen.

Wenn zudem die Belastungen aus Steuern und Abgaben nicht zu hoch sind und die Arbeit sich auch für Selbstständige lohnt, dann ist auch Wachstum kein Problem mehr. Das ganze Land könnte von einer neuen Mentalität - auch in den Behörden - und einer neuen Kultur der Selbstständigkeit profitieren.

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Unternehmerisches

„Die unternehmerische Denk- und Handlungsweise, sich selbst zuständig zu machen für etwas - wenn wir das nicht weiterkultivieren und nicht auch mal honorieren in der Gesellschaft, dann sind wir am Ende.”

Ich war zu Gast im Podcast des Verbands der Gründer und Selbstständigen Deutschland (VGSD e.V. ) und habe mit VGSD Story Gastgeber Lars Bösel über meine Motivation und Engagement für die Selbstständigkeit, über 4.Mio+ und über meine eigene unternehmerische Tätigkeit gesprochen.

Wenn wir über Selbstständigkeit reden, sollten wir immer auch über Freiheit, Vielfalt, Aufstieg, Innovation und neue Arbeitskultur sprechen.

Die Selbstständigkeit von gestern ist nicht die Selbstständigkeit von morgen.

Chancen sind nicht weniger wichtig als Sicherheiten. Beides kann man sich erarbeiten.

„Freunde, wir sind nicht außerirdisch, wir sind einfach nur selbstständig.“

https://open.spotify.com/episode/07R4Ucn9Rr1vHf3kja7y8D?si=B5B_omPFRjGDtq6clG3AIg (Opens in a new window)

Zahl der Woche

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Politisches

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Was gibt’s Neues von der 4.Mio+ Initiative?

1

Kaum ist die neue Regierung im Amt, schon müssen wir den ersten Angriff gegen Selbstständige abwehren. Erst im Mai haben wir einen offenen Brief an die neuen Abgeordneten des Bundestags geschrieben, in dem wir den Umgang mit Selbstständigen im Hinblick auf die Rentenpläne zurückweisen.

„Denn gleich die erste Ankündigung der neuen Arbeits- und Sozialministerin ist ein Schlag ins Gesicht für die Selbstständigen in Deutschland. Während sie sich selbstverständlich an die Seite der Arbeitnehmer stellt, haben 4 Millionen Selbstständige weiterhin keinen Ansprechpartner in der Politik.“

2

Jetzt stellen wir fest, auch die Wirtschaftspolitik wird weiterhin ohne Selbstständige gemacht. Daher ging der nächste Brief direkt an den Bundeskanzler Friedrich Merz.

Anlass für uns war der Investitionsgipfel „Made for Germany“, für den Konzernchefs und Investoren ins Kanzleramt eingeladen wurden und der hauptsächlich wegen der fehlenden Frauen auf dem Pressefoto die Runden machte. Nicht etwa wegen der fehlenden Selbstständigen.

Die Wirtschaftswoche hat in einem treffenden Artikel zum Gipfel auch unsere Kritik aufgenommen:

„Über 90 Prozent der deutschen Wirtschaft waren bei diesem Treffen nicht dabei“, schreiben Isabella Pfaff und Catharina Bruns in einem offenen Brief an Merz: „Es fehlte das Rückgrat der deutschen Wirtschaft – der Mittelstand und die fast vier Millionen Selbstständigen in unserem Land“, mahnen die Frauen, die sich mit ihrer Initiative „4.Mio+ (Opens in a new window)“ für die Selbstständigen in Deutschland einsetzen und vom Kanzler fordern, jetzt genauso Gelegenheit zum Austausch zu bekommen wie die Industrie.“ …schreibt Sonja Álvarez in der Wirtschaftswoche (Opens in a new window).19

Der ganze Brief ist wie immer auf der 4.Mio+ Website veröffentlicht.

„Auch wir brauchen ein offenes Ohr in der Regierung, auch unsere Perspektiven verdienen Gehör auf höchster Ebene. Wir sind die, die umsetzen, die möglich machen, flexibel sind und höchste Qualität garantieren - erst zusammen wird aus Investitionen Innovation!“

Werden Selbstständige von dieser Regierung endlich gehört und ihre Vertreter ins Kanzleramt eingeladen?

Wenn wir uns nicht bemerkbar machen, dann jedenfalls nicht.

3

Außerdem war ich in den letzten Wochen auf einigen Konferenzen und Bühnen unterwegs um über Politik und die Selbstständigkeit in Deutschland zu sprechen.

„Ich hätte mir gewünscht, dass wir Selbstständige als Wirtschaftsfaktor und nicht nur als Schutzbedürftige im Koalitionsvertrag vorkommen“

Die heiter-bis-ernste Panel-Diskussion auf der Freelancer-Konferenz „Freelance Unlocked 2025“ in Berlin kann man hier im Nachgang anschauen:

https://youtu.be/a49FfjqWdyI?feature=shared (Opens in a new window)

Die Stärkung

Was gibt diese Woche Schub?

  • Mein Appell am Rande der Freelance Unlocked: Klare Sache 😎

https://www.linkedin.com/posts/cathibruns_freelancer-sind-keine-notl%C3%B6sung-sondern-activity-7351189055285436417-pW-i?utm_source=share&utm_medium=member_desktop&rcm=ACoAAAGtWucB4upKhOUIgML-i0Sj8LPHMVoO-AA (Opens in a new window)

Zum Gründen gehört es groß zu träumen - zum Erwachsensein gehört die Selbstständigkeit. In diesem Sinne - nicht aufhalten lassen!

Bis zum nächsten Mal!

Cathi

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(Opens in a new window)
  1. Statistisches Bundesamt, Wochenarbeitszeiten im EU-Vergleich 2024 (Opens in a new window).

  2. Wie fleißig müssen die Deutschen sein (Opens in a new window)?“, Tagesschau online, Stand: 18.05.2025 18:59 Uhr.

  3. Wir können nicht ein Drittel des Erwachsenenlebens in Rente verbringen (Opens in a new window)“. Katherina Reiche (CDU) im FAZ-Interview. Von Christian Geinitz, Heike Göbel und Julia Löhr. 25.07.2025. Online unter www.faz.net

  4. Neben der Altersrente arbeiten Selbstständige am häufigsten (Opens in a new window)“. Presseinformation des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) vom 06.02.2025

  5. Stettes, Oliver, 2023, Der Einsatz von Solo-Selbstständigen und Angehörigen von Fremdfirmen in deutschen Unternehmen (Opens in a new window), Gefördert von Bundesverband für selbständige Wissensarbeit e.V., Verband der Gründer und Selbstständigen in Deutschland e.V., Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft e.V., Köln

  6. Deutsche wollen nicht mehr als acht Stunden arbeiten (Opens in a new window)“. Tagesschau, online. Stand: 23.07.2025

  7. Rückgang der Geburtenziffer schwächte sich 2024 deutlich ab (Opens in a new window)“. Statistisches Bundesamt. Pressemitteilung Nr. 259 vom 17. Juli 2025

  8. Statistisches Bundesamt (Destatis). Krankenversicherungsstand. (Opens in a new window) Quelle: Mikrozensus. www.destatis.de

  9. Mein Gastbeitrag (Opens in a new window) dazu in der Wirtschaftswoche (online). Vom 19.04.2025.

  10. Der Begriff (Opens in a new window) wurde von Ökonom Joseph Alois Schumpeter geprägt.

  11. IAB-Regionalprognose: Arbeitslosigkeit steigt 2025 in allen Bundesländern. (Opens in a new window)“ Presseinformation des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung vom 04.04.2025

  12. Datev-Mittelstandsindex 07/25: Keine wirtschaftliche Erholung in Sicht. www.mittelstandsindex.datev.de (Opens in a new window)

  13. Statistisches Bundesamt (Destatis). „Insgesamt erhöhte sich die Zahl der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer im 1. Quartal 2025 im Vergleich zum 1. Quartal 2024 leicht um 29 000 (+0,1 %) auf 42,1 Millionen Personen. Dagegen ging die Zahl der Selbstständigen einschließlich mithelfender Familienangehöriger weiter zurück. Ihre Zahl sank im Vorjahresvergleich um 89 000 Personen (-2,3 %) auf 3,7 Millionen.“ Pressemitteilung Nr. 174 vom 16. Mai 2025 (Opens in a new window). www.destatis.de

  14. Gründungstätigkeit in wirtschaftlich unsicheren Zeiten: zuletzt besser alserwartet, aber nach wie vor (zu) niedrig (Opens in a new window)“. KfW-Gründungsmonitor 2025.

  15. Existenzgründungen: Unterm Strich ein Erfolg. (Opens in a new window)“ Marco Caliendo, Alexander Kritikos, Viktor Steiner, Frank Wießner. IAB-Kurzbericht. Ausgabe Nr. 10 / 10.4.2007. S. 6. www.iab.de

  16. ebd. (Opens in a new window) S. 6

  17. Der Gründungszuschuss für Arbeitslose nach der Reform 2011: Ein Erfolg wie seine Vorgänger (Opens in a new window)“. Marco Caliendo und Stefan Tübbicke. IAB-Kurzbericht 28/2021. www.iab.de

  18. Die „4.Mio+ Initiative“ stellt als Kampagne konkrete Forderungen an die Politik und setzt Selbstständigkeit auf die Agenda. Mehr Infos unter www.4mioplus.de (Opens in a new window). Die 4.Mio+ Publikation und Newsletter (dieses Teil hier) ist mein eigenständiges Briefing-Format.

  19. Wie Merz’ PR-Gipfel im Kanzleramt verpufft (Opens in a new window)“. Von Sonja Álvarez. Wirtschaftswoche (online). 28.07.2025

Topic Selbstständigkeit

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