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Mikro-Nährstoffe bei ADHS im Kindesalter

Anmerkung : Ich selber bin sehr sehr skeptisch, was den Vertrieb von Nahrungsergänzungsmitteln bzw Mikro-Nährstoffe / Vitaminpräparaten bei ADHS angeht. Aber ich verfolge halt auch die Artikel dazu (meist nicht wirklich unabhängig von der Industrie)

Eine aktuelle Studie will Vorteile ermittelt haben....

Mikronährstoff-Supplementierung mit positiven globalen Effekten bei pädiatrischem ADHD verbunden

Bei Kindern mit Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung wurde festgestellt, dass eine Supplementierung von Mikronährstoffen globale Vorteile hat, einschließlich des Größenwachstums.

Kinder im Alter von 6 bis 12 Jahren mit ADHS wurden zwischen 2018 und 2020 von der Oregon Health & Science University, der Ohio State University und der University of Calgary rekrutiert.

Die Teilnehmer wurden nach dem Zufallsprinzip in einem Verhältnis von 3:2 entweder 9 bis 12 tägliche Mikronährstoffkapseln, die mehr als die empfohlene Zufuhr aller Vitamine, bekannter essenzieller Mineralien, Aminosäuren und Antioxidantien enthielten, oder Placebo erhalten.

In den Wochen 4 und 8 wurden die Patienten anhand des Clinical Global Impression und des Child and Adolescent Symptom Inventory-5 beurteilt, und das Wachstum wurde gemessen.

Das Durchschnittsalter der Teilnehmer betrug 9,8 Jahre; 73 % waren Jungen und 88 % waren weiß.

Etwa die Hälfte der Studienteilnehmer litt unter mittelschwerer ADHS, und der durchschnittliche CASI-5-Score lag bei 1,50.

In Woche 8 wurde im Vergleich zu Placebo festgestellt, dass die Mikronährstoff-Behandlung mit einer signifikanten Verbesserung der vom Kliniker bewerteten CGI-Verbesserung und der Peer-Konflikt-Skala verbunden war.

Bei keinem der Kinder, die die Mikronährstoffe erhielten, verschlechterte sich der Schweregrad der ADHS, aber bei 3 der Kinder, die das Placebo erhielten, verschlechterte er sich um eine Kategorie.

Die Kinder, die Mikronährstoffe erhielten, wuchsen 6 mm mehr als die Kinder, die ein Placebo erhielten.

In der Mikronährstoff-Kohorte wurden keine Anzeichen von Blut- oder Urinanomalien festgestellt.

Bei einem Teilnehmer, der das Placebo erhielt, wurden erhöhte Aspartat-Aminotransferase- und Alanin-Aminotransferase-Werte festgestellt.

Unerwünschte Ereignisse wurden insgesamt von weniger als 10 % der Teilnehmer gemeldet, mit Ausnahme von Magenschmerzen und Durchfall in der Interventions- bzw. Kontrollkohorte.

Diese Daten deuten darauf hin, dass eine Supplementierung mit Mikronährstoffen die globalen Symptome von ADHS verbessern und das Wachstum der Kinder fördern kann.

Achtung: Mehrere Autoren gaben an, mit der Industrie verbunden zu sein.

Meine Meinung :
Es gibt schon Überlegungen, dass aufgrund von erhöhtem Stress und Entwicklungsbesonderheiten / Entwicklungsrückständen das Leben und Ernährung mit ADHS "besonders" ist. Daher kann es hilfreich sein, auf
- Eisen bzw. Ferritinspiegel
- Vitamin D
- Spurenelemente Selen und Zink und ggf. Magnesium
zu achten.

Am besten durch den Gang zum Wochenmarkt bzw. eine ausgewogene Ernährung. Ob spezielle Nahrungsergänzungsmittel wirklich hilfreich sind, sehe ich als zweifelhaft an. Wenn, dann als Ergänzug zur multimodalen Therapie (d.h. es ist sicher kein Ersatz, sondern eine Ergänzung zur Pharmakotherapie). Genau diesen "Verzicht" auf Medikamente suggieren aber die Verkäufer dieser Präparate, obwohl sie als Nahrungsmittel in Deutschland ja gerade nicht mit gsundheitsförderlichen Wirkungen werben dürften...

Quelle : Johnstone JM, Hatsu I, Tost G, et al. Micronutrients for attention-deficit/hyperactivity disorder in youths: a placebo-controlled randomized clinical trial. (Opens in a new window) J Am Acad Child Adolesc Psychiatry. 2021;S0890-8567(21)00473-1. doi:10.1016/j.jaac.2021.07.005

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