Hallo,
ohne das Internet wäre mir der Hype um Pedro Pascal entgangen. Mein Typ ist er nicht, ich gehe selten ins Kino, und obwohl ich „Game of Thrones“ aufmerksam gebingt habe, musste ich googeln, welche angebliche Hauptfigur er darin spielt (Oberyn Martell). Aber ja, wirklich gute Oberarme, und wie und warum er für neue Männlichkeit steht, wurde mir diese Woche auch überall erklärt (hier (Opens in a new window) von Aninna Metz im Spiegel-Podcast, hier (Opens in a new window) von Kathleen Hildebrandt in der SZ).
Kathleen fasst das Phänomen so zusammen: „Die Verkörperung moderner Männlichkeit, und zwar durch Augen von Frauen gesehen, mit dem „female gaze“, dem Gegenstück zum „male gaze“, der Frauen seit jeher objektifiziert. Er ist ein Wunschbild, ein Amalgam aus den visuellen Attributen klassischer Männlichkeit (die Oberarme!), deren ironischer Brechung (der Schnauzer!) und reflektierter Verletzlichkeit (die Angststörung!).“
Kritik gibt es logischerweise auch, manche Männer nehmen Pascal anscheinend nicht ab, dass er nur wegen seiner Ängste Körperkontakt sucht, sondern unterstellen ihm, seine psychischen Probleme zu instrumentalisieren, um heiße Frauen angrapschen zu dürfen. Dazu machte sich die Autorin Charlotte Suhr auf Instagram Gedanken, und zwar diese (Opens in a new window):
„Der Backlash gegen Pedro Pascal ist die zornige und infantile Frage: Warum darf er das und ich nicht? Als wäre es unfair, dass er die Regeln breche und Frauen ihn dafür auch noch belohnten. Diese Frage macht nur Sinn, wenn man Frauen als öffentliche Güter ansieht, an denen alle Männer die gleichen Nutzungsrechte haben, wenn sie sich an das Handbuch halten.“ (hier zum vollständigen Post (Opens in a new window))
Seitdem denke ich über das Bedürfnis nach, Anleitungen für menschliche Beziehungen zu bekommen - am besten noch Tipps mit Erfolgsgarantie.