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Blau ist eine warme Farbe (2013)

Das Leben der Schülerin Adèle verändert sich grundlegend, als sie der charismatischen Kunststudentin Emma mit den markanten blauen Haaren begegnet. Zwischen den beiden entwickelt sich eine leidenschaftliche Liebesbeziehung, die über mehrere Jahre hinweg andauert. Zunächst ist die Beziehung geprägt von tiefer Liebe und körperlicher Anziehung, doch dann führen unterschiedliche soziale Herkünfte, intellektuelle Welten und eine wachsende Entfremdung zu schmerzhaften Konflikten.

Das französische Coming-of-Age-Drama von Abdellatif Kechiche aus dem Jahr 2013 adaptiert die gleichnamige Graphic Novel von Jul Maroh. Die Hauptrollen sind mit Léa Seydoux und Adèle Exarchopoulos besetzt. Blau ist eine warme Farbe ist ein Porträt über das Entstehen, den Rausch und das langsame Zerbrechen einer großen ersten Liebe, die zu Selbstfindung und sexuellem Erwachen führt.

Ich war damals im Kino und fand den Film aufgrund seiner Länge von 180 Minuten einfach unerträglich. Auch beim entspannten Schauen auf der Couch wurde das Werk für mich nicht besser. Gerade im direkten Vergleich mit dem Comic, der dramaturgisch viel besser ist, verliert sich die Verfilmung in artifiziellen Szenen und dem Abarbeiten beliebter Kunstfilmstationen, wie z.B. Sex, Tanz, Essen, Genuss und Jean-Paul Sartre, der in einem französischen Filmwerk natürlich nicht fehlen darf. Fünfzehnjährige Menschen, die sich über Literatur und Philosophie unterhalten, wirken für mich extrem unrealistisch und gewollt.

Wo die Grafic Novel auf eine diskriminierende Gesellschaft hinweist, fehlt das im Film fast gänzlich. Auch das tragische Ende der Ursprungsgeschichte fehlt im Film. An einer Stelle fragt ein heterosexueller Mann eine Hauptprotagonistin intime Fragen zu ihrer lesbischen Sexualität. Diese Sequenz ist programmatisch für die Sex-Szenen im Film, denn sie scheinen aus einem rein hetero-männlichen Blick gestaltet worden zu sein. Das sieht Jul Maroh ebenfalls so. They kritisierte die Sex-Szenen als pornographisch, unzutreffend in Bezug auf lesbische Sexualität und als hetero-männliche Fantasien. Die Kritik war dennoch begeistert von Blau ist eine warme Farbe, der Film wurde mehrfach ausgezeichnet. Für mich er nur künstlich in die Länge gezogener und prätentiöser Kunstkäse, der dem großartigen Comic nicht gerecht wird.

https://www.imdb.com/de/title/tt2278871/ (Opens in a new window)
Topic Film