Ed Malones Schwarm, die spröde Gladys, will nur einen Abenteurer zum Mann nehmen. Also schließt sich der etwas ungeschickte Journalist einer Expedition des Zoologie-Professors G. E. Challenger an. Der will nicht nur seinen verschollenen Forscherfreund Maple White im südamerikanischen Dschungel wiederfinden, sondern auch ein für allemal seine Theorie beweisen, dass auf einem abgelegenen Hochplateau im Amazonas prähistorische Tiere überlebt haben. Zusammen mit Whites Tochter Paula, dem Großwildjäger John Roxton, dem Insektenforscher W. Summerlee und den zwei Handlangern Austin und Zambo machen sich Malone und Challenger auf, die verlorene Welt zu erkunden, in der sie mit Dinosauriern und einem mysteriösen Affenmenschen konfrontiert werden. Am Ende gelingt es ihnen sogar, einen lebenden Brontosaurier mit nach London zu nehmen, wo das Tier natürlich ausbricht und durch die Stadt trampelt.
Die verlorene Welt ist ein US-amerikanischer Abenteuerfilm aus dem Jahr 1925 und gilt als der Urvater aller Monsterfilme. Der Stummfilm fußt auf dem 1912 erschienenen Science-Fiction-Roman "Die vergessene Welt" von Arthur Conan Doyle, der auch in der Anfangsszene des Films mit einer Begrüßungsrede zu sehen ist. In den Hauptrollen überzeugen Bessie Love als Paula White, Lloyd Hughes als Ed Malone, Wallace Beery als Prof. Challenger und Lewis Stone als Sir John Roxton.
Unter der Regie von Harry O. Hoyt entstand für die damalige Zeit ein außergewöhnlicher Abenteuerfilm. Das liegt vor allem an der bahnbrechenden Tricktechnik, für die Willis O’Brien und Marcel Delgado verantwortlich waren. Das Front-Light/Back-Light-Verfahren, die Stop-Motion-Technik, fünfzig bewegliche Tierfiguren sowie die Trickfilmsequenzen prägen dieses Meisterwerk der filmischen Illusion.
Es gibt zahlreiche Schnittversionen des Films, einige sind verschollen, andere später neu aus gefundenen Filmsequenzen zusammengepuzzelt worden. Ich schaute mir die nachvertonte und deutsch synchronisierte 76-Minuten-Version an, in der die Zwischentitel des Stummfilmoriginals entfernt wurden. Leider merkt man dem humorvollen und schön gemachten Film an, dass ihm bis zu dreißig Minuten fehlen (im Vergleich zur Urversion).
Gefallen hat er mir dennoch; die tollen Dinosaurierkämpfe haben eine ulkige Parallele zu den lustigen Raufereien der menschlichen Protagonisten am Anfang des Films. Außerdem kommen viele Tiere vor, allen voran ein Zweifingerfaultier mit Baby.
https://www.imdb.com/de/title/tt0016039/ (Opens in a new window)