Die aus gehobenen Kreisen stammende Eva trennt sich aus Langweile und Frustration von ihrem widerlichen Ehemann und zieht aus. Um genug Geld zu verdienen und unabhängig zu sein, beginnt sie, als Prostituierte für großbürgerliche Kreise zu arbeiten. Doch schnell merkt Eva, dass ihr die Arbeit als Domina mehr liegt. Eine neue Beziehung zu dem bisexuellen Gigolo Chris verspricht zunächst alles Glück dieser Welt, doch der macht mit seiner Eifersucht und der Abneigung gegenüber BDSM alles kaputt.
Die flambierte Frau aus dem Jahr 1983 ist ein deutscher Spielfilm von Robert van Ackeren. Der Regisseur zeichnete sich verantwortlich für die Kamera in Rosa von Praunheims Nicht der Homosexuelle ist pervers, sondern die Situation, in der er lebt (1970) und drehte zahlreiche eigene Filme.
Sein erfolgreichster ist aber Die flambierte Frau geblieben, der für eine Oscar-Nominierung vorgeschlagen war und mit dem Gudrun Landgrebe, die die Eva spielte, ihren Durchbruch schaffte. Die Rolle des Chris übernahm Mathieu Carrière. Die beiden harmonieren bestens und zeigen ihr herausragendes schauspielerisches Können.
Das ist ein Film aus einer Zeit, in der noch nicht so viel dummes Zeug geplappert wurde. Hier sprechen die Bilder für sich und die Figuren wie echte Menschen. Und das ist streckenweise sehr poetisch und hat mit heutigen Sehgewohnheiten nichts zu tun.
Mit den Themen Bisexualität, Schwulenszene, Prostitution und BDSM hatte Die flambierte Frau damals eine große gesellschaftliche Wirkung. So galt die bildschöne und talentierte Gudrun Landgrebe als das neue Frauenbild der 80er-Jahre. Die Domina-Rolle sollte ihr noch lange anhaften. Doch die Kritik an den verlogenen bürgerlichen Umgangsformen und die teils detaillierten Darstellungen sadomasochistischer Praktiken machen den Film auch heute noch zu etwas Besonderem. Wir haben hier einen echten Klassiker des deutschen Kinos aus einer Zeit, als man das deutsche Mainstream-Kino noch ernst nehmen konnte.
https://www.imdb.com/de/title/tt0083949/ (Opens in a new window)