Yuppie-Arschloch Octave Parango arbeitet als Texter und Art Director für eine Werbeagentur und schwimmt in Geld und Erfolg. Sein Leben besteht daraus, Drogen zu nehmen und mit hübschen Frauen zu schlafen. Doch dann verliebt er sich in die Praktikantin Sophie, die darauf von ihm schwanger wird. Weil er sich nicht über die Schwangerschaft freut, erschießt Sophie sich und Octave nimmt noch mehr Drogen als ohnehin schon. Jetzt wird sein Leben zu einem einzigen Trip, dem man nicht mehr richtig folgen kann. Doch am Ende trifft er Sophie und sein Kind an einem Strand und alles ist gut.
39,90 ist ein französischer Spielfilm aus dem Jahr 2007. Regisseur Jan Kounen, den ich von Dobermann (1997) kenne, verfilmt hier den teils autobiografischen Bestseller "Neununddreißigneunzig" von Frédéric Beigbeder. Wir sehen Jean Dujardin, Jocelyn Quivrin, Vahina Giocante und Elisa Tovati in den Hauptrollen.
Der Film um den drogenabhängen Werbefuzzi ist ein einziger Fiebertraum. Er bedient sich reichlich aus dem filmischen Stilmittelkatalog und der Werbefilmindustrie: Rückblenden, alternative Handlungen, Collagen aus anderen Filmen, werbetypische Musik, eingeblendete Marketingslogans und Preisangaben, Musikclips, Zeichentrickfilmpassagen und pseudophilosophische Off-Kommentare werden hier zu einem unerträglichen Brei zusammengemischt und als cool verkauft. Man kann die Kritik an der Werbeindustrie und am Kapitalismus zwar erahnen, sie verfängt aber keineswegs, dafür ist die ganze Drogen- und Yuppie-Geschichte viel zu positiv konnotiert. Das erinnert streckenweise an eine Mischung aus Fear and Loathing in Las Vegas (1998) und American Psycho (2000) und ist leider keine gnadenlose Abrechnung mit der hippen Werbewelt, wie es in manchen Kritiken hieß, sondern eher eine ästhetische Zumutung mit albernem Fäkalhumor und einer vorhersehbaren und zugleich verwirrenden Story auf dem Niveau einer Dauerwerbesendung. Ich habe Kopfschmerzen davon gekriegt.
https://www.imdb.com/de/title/tt0875113/ (Opens in a new window)