Der US-Broker Citizens hat die Aktien von The Trade Desk (NASDAQ:TTD (Opens in a new window)) abgestuft. Die Analysten senkten ihr Urteil von „Market Outperform“ auf „Market Perform“ und verwiesen auf den wachsenden Wettbewerbsdruck im Markt für programmatische Werbung, der das weitere Aufwärtspotenzial der Aktie begrenze.
Der Konkurrenzkampf unter sogenannten Demand-Side-Plattformen verschärfe sich, schrieben die Experten. Generative Künstliche Intelligenz senke die Wechselkosten für Werbekunden, da sie den programmatischen Einkauf von Werbung vereinfache. Dadurch verlören die bisherigen strukturellen Vorteile von The Trade Desk an Bedeutung. Gleichzeitig profitierten Wettbewerber, die über exklusive oder proprietäre Daten verfügten.
Als besonders ernstzunehmenden Rivalen sieht Citizens Amazon. Der Konzern habe Zugriff auf den größten Datensatz im Bereich Retail Media. Dieser ermögliche eine präzisere Zielgruppenansprache sowie eine sogenannte Closed-Loop-Messung, bei der sich der Erfolg von Werbung direkt mit tatsächlichen Käufen verknüpfen lasse. Solche Fähigkeiten gewännen an Relevanz, da KI die operative Komplexität über viele Plattformen hinweg reduziere und damit andere Differenzierungsmerkmale an Gewicht verlören.
Zugleich verweisen die Fachmänner auf strukturellen Gegenwind für die Werbung im offenen Internet. Die Werbeausgaben in diesem Bereich - ohne Connected TV und digitale Audioformate - wüchsen weiter langsamer, während geschlossene Ökosysteme („Walled Gardens“) zunehmend größere Anteile der digitalen Werbebudgets auf sich zögen. Belastend wirkten zudem KI-gestützte Suchfunktionen und sogenannte AI Overviews, die den Traffic auf Publisher-Seiten verringerten und damit sowohl die Reichweite als auch die Monetarisierung schmälerten.
Auch auf die Margen von The Trade Desk könnte laut Citizens zusätzlicher Druck entstehen. Mehrere Faktoren dürften die sogenannten Take Rates 2026 belasten. Amazon biete Werbekunden niedrigere Gebühren an, um Marktanteile zu gewinnen. The Trade Desk habe darauf reagiert und begonnen, mit einzelnen Kunden über Gebühren zu verhandeln sowie zusätzliche Anreize zu gewähren.
Ein weiterer Aspekt ist die Einführung von „Audience Unlimited“ im September 2025. Das Produkt habe die Datenbepreisung auf ein gestaffeltes, impressionsbasiertes Modell umgestellt, bei dem Gebühren von etwa 3,3 bis 4,4 Prozent der Kosten pro Werbeeinblendung anfielen. Zwar könne eine breitere Nutzung der Datenbasis die Umsätze stützen, schrieben die Analysten. Eine intensivere Nutzung durch große Bestandskunden könnte jedoch die durchschnittlichen Take Rates verwässern.
Bewertungsseitig sehen die Analysten derzeit kaum Spielraum. Die Aktie werde mit dem rund 11,2-fachen des für 2027 erwarteten operativen Ergebnisses (Ebitda) gehandelt und liege damit auf dem Niveau vergleichbarer Unternehmen. Angesichts des zunehmenden Wettbewerbs und fehlender kurzfristiger Impulse zur Verbesserung der Geschäftsentwicklung erscheine das Chancen-Risiken-Verhältnis auf dem aktuellen Niveau ausgeglichen.
Der Piotroski-Score bleibt einer guten 6. Die Aktie ist unterbewertet und hat ein Upside-Potenzial von 45,9 %.
Quelle: Investing
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